Schmerzmittel im Vergleich: Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac und ASS

Bei Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Fieber oder Gelenkbeschwerden greifen die meisten Menschen zu rezeptfreien Schmerzmitteln aus der Apotheke. Doch welches ist das richtige? Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac und Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin) sind die vier am häufigsten verwendeten — und sie unterscheiden sich deutlich in Wirkung, Anwendungsgebieten und Risiken.

Worum es geht Vergleich der vier wichtigsten rezeptfreien Schmerzmittel: Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac, ASS. Die zwei Gruppen: NSAR (Ibuprofen, Diclofenac, ASS) — entzündungshemmend; Paracetamol — schmerzlindernd/fiebersenkend, kaum entzündungshemmend. Wichtigste Unterschiede: Wirkmechanismus, Entzündungshemmung, Risikoprofil (Magen, Niere, Herz, Leber). Grundregel: niedrigste wirksame Dosis, möglichst kurz; bei Vorerkrankungen und Dauergebrauch ärztliche Rücksprache. Wichtig: rezeptfrei heißt nicht harmlos.

1. Die zwei großen Gruppen: NSAR und Paracetamol

Um die vier Schmerzmittel zu verstehen, hilft eine grundlegende Einteilung in zwei Gruppen mit unterschiedlichem Wirkprinzip:

NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika)

Zu dieser Gruppe gehören Ibuprofen, Diclofenac und ASS. Sie hemmen das Enzym Cyclooxygenase (COX) und damit die Bildung von Prostaglandinen — Botenstoffe, die an Schmerz, Entzündung und Fieber beteiligt sind. NSAR wirken daher dreifach: schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. Ihre Entzündungshemmung macht sie besonders gut bei entzündlichen und Gewebeschmerzen — bringt aber auch die typischen Risiken (Magen, Niere, Herz) mit sich, weil Prostaglandine im Körper auch Schutzfunktionen haben.

Paracetamol — ein Sonderfall

Paracetamol gehört nicht zu den NSAR. Sein Wirkmechanismus ist bis heute nicht vollständig geklärt; es wirkt vor allem zentral im Gehirn schmerzlindernd und fiebersenkend, hat aber kaum entzündungshemmende Wirkung. Der große Vorteil: Es belastet Magen und Niere deutlich weniger als NSAR. Die wichtigste Gefahr liegt dagegen bei Überdosierung in der Leber.

Diese grundlegende Unterscheidung — NSAR mit Entzündungshemmung und entsprechenden Risiken, Paracetamol ohne nennenswerte Entzündungshemmung und mit anderem Risikoprofil — ist der Schlüssel zur richtigen Wahl.

2. Ibuprofen im Überblick

Ibuprofen ist eines der meistverwendeten Schmerzmittel überhaupt — ein gut verträgliches NSAR mit ausgewogenem Wirkprofil.

  • Wirkung: schmerzlindernd, entzündungshemmend, fiebersenkend
  • Stärken: sehr breit einsetzbar — Kopf-, Zahn-, Regel-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber; gute Entzündungshemmung
  • Wirkdauer: mittellang (mehrere Stunden)
  • Hauptrisiken: Magen-Darm-Beschwerden (Magenschleimhaut), Belastung der Nieren, bei höheren Dosen/Dauergebrauch Herz-Kreislauf-Risiko
  • Besonderheit: rezeptfrei in niedrigen Dosierungen, höhere Dosen verschreibungspflichtig
  • Gut zu wissen: mit oder nach dem Essen besser magenverträglich

Ibuprofen ist oft eine gute erste Wahl bei Schmerzen mit entzündlicher Komponente (z. B. Zahn-, Regel-, Gelenkschmerzen). Wie alle NSAR sollte es in der niedrigsten wirksamen Dosis und möglichst kurz angewendet werden.

3. Paracetamol im Überblick

Paracetamol ist das Schmerzmittel mit dem schonendsten Profil für Magen und Niere — dafür ist die Leber der kritische Punkt.

  • Wirkung: schmerzlindernd und fiebersenkend, kaum entzündungshemmend
  • Stärken: magen- und nierenschonend; gut bei Kopfschmerzen, Fieber, leichten bis mittleren Schmerzen; oft Mittel der Wahl in der Schwangerschaft (nach ärztlicher Rücksprache) und bei Magenproblemen
  • Hauptrisiko: Leberschädigung bei Überdosierung — die Sicherheitsspanne ist kleiner, als viele denken
  • Wichtig: die Tageshöchstdosis strikt einhalten; Vorsicht bei Lebererkrankungen und regelmäßigem Alkoholkonsum
  • Gut zu wissen: in vielen Kombi-/Erkältungspräparaten enthalten — Gefahr der unbeabsichtigten Doppeldosierung
Paracetamol-Überdosierung: Gefahr für die Leber Paracetamol ist bei korrekter Dosierung sehr sicher — aber eine Überdosierung kann zu schwerem, teils irreversiblem Leberschaden führen. Niemals mehr als die angegebene Tageshöchstdosis einnehmen und aufpassen, dass Paracetamol nicht gleichzeitig über mehrere Präparate (z. B. Erkältungsmittel) doppelt eingenommen wird. Bei versehentlicher Überdosierung sofort ärztliche Hilfe — auch wenn man sich zunächst gut fühlt.

4. Diclofenac im Überblick

Diclofenac ist ein starkes NSAR mit besonders ausgeprägter entzündungshemmender Wirkung — oft bei Gelenk- und Muskelbeschwerden eingesetzt.

  • Wirkung: stark schmerzlindernd und entzündungshemmend, fiebersenkend
  • Stärken: sehr gut bei entzündlichen Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen, Arthrose, Sportverletzungen
  • Darreichung: als Tablette, aber auch als Gel/Salbe zum Auftragen (lokal, deutlich geringere systemische Belastung)
  • Hauptrisiken: wie bei NSAR Magen-Darm- und Nierenrisiko; bei systemischer Anwendung (Tabletten) etwas höheres Herz-Kreislauf-Risiko als Ibuprofen
  • Gut zu wissen: das Gel ist eine magenschonende Option bei lokalen Beschwerden (z. B. Prellung, Zerrung)

Diclofenac als Tablette ist meist verschreibungspflichtig oder apothekenpflichtig in niedriger Dosis; das Gel ist rezeptfrei. Gerade bei lokalen Beschwerden ist die äußerliche Anwendung als Gel eine sinnvolle, schonendere Alternative zur Tablette.

5. ASS (Acetylsalicylsäure) im Überblick

ASS (bekannt als Aspirin) ist ein Klassiker mit einer Besonderheit: Es hat zwei sehr unterschiedliche Einsatzgebiete je nach Dosis.

  • Wirkung: schmerzlindernd, entzündungshemmend, fiebersenkend (in höheren Dosen) — UND blutverdünnend (in niedrigen Dosen)
  • Als Schmerzmittel (höhere Dosis): gut bei Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber
  • Als Blutverdünner (niedrige Dosis, z. B. 100 mg): zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall bei Risikopatienten — eine völlig andere Anwendung
  • Hauptrisiken: ausgeprägtes Magen-Darm-Blutungsrisiko, hemmt die Blutgerinnung (länger als andere NSAR)
  • Wichtige Warnung: NICHT bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften (vor allem viralen) Infekten — Risiko des seltenen, aber gefährlichen Reye-Syndroms
ASS bei Kindern: Reye-Syndrom-Risiko ASS sollte bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Infekten nicht zur Fieber-/Schmerzbehandlung verwendet werden (Reye-Syndrom-Risiko). Außerdem hemmt ASS die Blutgerinnung länger als andere Schmerzmittel — relevant vor Operationen und bei Blutungsneigung. Die niedrig dosierte ASS-Gabe zur Herzinfarkt-/Schlaganfallvorbeugung ist eine eigene ärztliche Therapie und nicht mit der Schmerzanwendung zu verwechseln.

6. Der direkte Vergleich

Die vier Schmerzmittel auf einen Blick — ihre wichtigsten Eigenschaften im Vergleich:

  • Entzündungshemmung: Diclofenac (stark) > Ibuprofen/ASS (gut) > Paracetamol (kaum)
  • Magenverträglichkeit: Paracetamol (am besten) > Ibuprofen > Diclofenac > ASS (am kritischsten)
  • Nierenbelastung: Paracetamol (gering) < die NSAR (relevant, vor allem bei Dauergebrauch/Vorerkrankung)
  • Leberrisiko: vor allem Paracetamol (bei Überdosierung) — bei den NSAR seltener im Vordergrund
  • Herz-Kreislauf: Diclofenac (bei Dauergebrauch tendenziell höchstes Risiko) > Ibuprofen; Paracetamol am neutralsten
  • Blutgerinnung: ASS hemmt sie stark und lang; andere NSAR vorübergehend; Paracetamol kaum
  • In der Schwangerschaft: Paracetamol oft Mittel der Wahl (nach ärztlicher Rücksprache); NSAR vor allem im letzten Drittel meiden

Kurz: Paracetamol ist das schonendste Mittel für Magen, Niere und Herz, hat aber kaum Entzündungshemmung und ein Leberrisiko bei Überdosierung. Die NSAR (Ibuprofen, Diclofenac, ASS) wirken zusätzlich entzündungshemmend, belasten dafür Magen, Niere und Herz-Kreislauf stärker. Welches passt, hängt von der Art der Beschwerden und den individuellen Risikofaktoren ab.

7. Welches Schmerzmittel bei welchen Beschwerden?

Eine praktische Orientierung — die endgültige Wahl hängt aber immer von individuellen Faktoren ab (Vorerkrankungen, andere Medikamente):

  • Kopfschmerzen: Ibuprofen, Paracetamol oder ASS; bei Spannungskopfschmerz oft Ibuprofen/Paracetamol
  • Zahnschmerzen: Ibuprofen (gute Entzündungshemmung)
  • Regelschmerzen: Ibuprofen (wirkt gut gegen die entzündlich-krampfartige Komponente)
  • Gelenk-/Muskelschmerzen, Arthrose, Rücken: Ibuprofen oder Diclofenac (entzündungshemmend); lokal Diclofenac-Gel
  • Fieber: Paracetamol oder Ibuprofen; bei Kindern bevorzugt diese beiden (kein ASS)
  • Bei empfindlichem Magen: Paracetamol bevorzugen
  • In der Schwangerschaft: Paracetamol (nach ärztlicher Rücksprache); NSAR meiden, vor allem im letzten Drittel
  • Bei Kindern: Paracetamol oder Ibuprofen in altersgerechter Form; KEIN ASS

Bei entzündlichen und Gewebeschmerzen sind die NSAR oft überlegen, bei einfachen Schmerzen und Fieber ohne Entzündung ist Paracetamol eine schonende Wahl. Bei anhaltenden oder starken Schmerzen gehört die Auswahl in ärztliche Hände.

8. Die Risiken im Vergleich: Magen, Niere, Herz, Leber

Auch rezeptfreie Schmerzmittel haben relevante Risiken — vor allem bei höheren Dosen, langer Anwendung und Vorerkrankungen. Die wichtigsten Organe im Blick:

Magen-Darm-Trakt (vor allem NSAR)

NSAR (Ibuprofen, Diclofenac, ASS) können die Magenschleimhaut schädigen — von Magenschmerzen bis zu Geschwüren und Blutungen. Das Risiko steigt bei Dauergebrauch, höherem Alter, früheren Geschwüren und Kombination mit anderen Mitteln (Kortison, Blutverdünner). ASS ist hier am kritischsten. Paracetamol ist magenschonend.

Nieren (vor allem NSAR)

NSAR können die Nierendurchblutung beeinträchtigen — riskant bei Nierenvorerkrankung, Flüssigkeitsmangel, höherem Alter und Kombination mit bestimmten Blutdruckmitteln („Triple Whammy" aus NSAR + ACE-Hemmer/Sartan + Diuretikum).

Herz-Kreislauf (NSAR)

Bei längerer Anwendung und höheren Dosen können NSAR das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall leicht erhöhen und den Blutdruck steigern — Diclofenac tendenziell stärker als Ibuprofen. Bei Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen ärztliche Rücksprache.

Leber (vor allem Paracetamol)

Paracetamol kann bei Überdosierung die Leber schwer schädigen. Bei korrekter Dosierung ist es sehr sicher — kritisch sind Überdosierung, Lebervorerkrankung und regelmäßiger Alkoholkonsum.

9. Darf man Schmerzmittel kombinieren?

Eine häufige Frage — die Antwort hängt von der Kombination ab:

  • Paracetamol + NSAR (z. B. Ibuprofen): kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, da unterschiedliche Wirkmechanismen — aber nur nach ärztlicher/apothekerlicher Empfehlung und zeitlich begrenzt
  • Zwei NSAR zusammen (z. B. Ibuprofen + Diclofenac oder + ASS): NICHT empfehlenswert — kein zusätzlicher Nutzen, aber addiertes Risiko (Magen, Niere)
  • ASS (als Blutverdünner) + NSAR: problematisch — Ibuprofen kann die herzschützende Wirkung von niedrig dosiertem ASS abschwächen; ärztliche Rücksprache nötig
  • Vorsicht bei Kombipräparaten: viele Erkältungs-/Schmerzmittel enthalten bereits Paracetamol oder ASS — Gefahr der unbemerkten Doppeldosierung

Grundregel: Verschiedene NSAR werden nicht kombiniert. Die Kombination Paracetamol + NSAR ist die einzige gängige sinnvolle Kombination, aber auch sie sollte besprochen und zeitlich begrenzt sein. Immer prüfen, ob ein Wirkstoff schon in einem anderen Präparat enthalten ist.

10. Schmerzmittel und Wechselwirkungen

Auch rezeptfreie Schmerzmittel können mit anderen Medikamenten wechselwirken. Wichtige Beispiele:

  • NSAR + Blutverdünner (Marcumar, Apixaban, ASS): erhöhtes Blutungsrisiko
  • NSAR + Blutdruckmittel (ACE-Hemmer, Valsartan, Diuretika): abgeschwächte Blutdrucksenkung, Nierenbelastung
  • NSAR + Kortison: stark erhöhtes Magen-Darm-Risiko
  • NSAR + bestimmte Antidepressiva (SSRI): erhöhtes Blutungsrisiko
  • Paracetamol + bestimmte Medikamente/Alkohol: erhöhte Leberbelastung
  • ASS + andere blutverdünnende Mittel: addiertes Blutungsrisiko

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt oder Vorerkrankungen hat, sollte vor der Einnahme rezeptfreier Schmerzmittel ärztlich oder in der Apotheke nachfragen. Mehr unter Wechselwirkungen von Medikamenten und Medikamente richtig einnehmen.

11. Schmerzmittel und Alkohol

Die Kombination von Schmerzmitteln und Alkohol ist generell ungünstig — mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Paracetamol + Alkohol: erhöhtes Leberrisiko — beide werden in der Leber verstoffwechselt; besonders bei regelmäßigem/höherem Alkoholkonsum problematisch
  • NSAR + Alkohol: erhöhtes Magen-Darm-Blutungsrisiko (beide reizen die Magenschleimhaut)
  • Generell: Alkohol kann die Beurteilung von Schmerzen und Nebenwirkungen erschweren

Praktische Empfehlung: Schmerzmittel und Alkohol möglichst nicht zusammen — vor allem Paracetamol nicht mit regelmäßigem Alkoholkonsum kombinieren (Leber) und NSAR nicht bei empfindlichem Magen mit Alkohol.

12. Wann rezeptfreie Schmerzmittel nicht ausreichen

Rezeptfreie Schmerzmittel sind für vorübergehende, leichte bis mittlere Schmerzen gedacht. In bestimmten Situationen reichen sie nicht aus oder sind sogar gefährlich, weil sie ernste Ursachen verschleiern:

  • Schmerzen länger als einige Tage ohne Besserung — ärztlich abklären
  • Sehr starke oder plötzlich einsetzende Schmerzen — können ernste Ursachen haben
  • Regelmäßiger Schmerzmittelgebrauch (z. B. mehr als 10 Tage im Monat bei Kopfschmerzen) — Risiko von Kopfschmerzen durch Schmerzmittel (Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz)
  • Begleitsymptome wie Fieber, neurologische Ausfälle, Brustschmerz, starke Bauchschmerzen — ärztlich/notfallmäßig abklären
  • Chronische Schmerzen — gehören in ein ärztliches Schmerzkonzept (ggf. mit verschreibungspflichtigen Mitteln wie Tilidin oder Nervenschmerzmitteln wie Gabapentin)

Wichtig: Schmerz ist ein Warnsignal. Wer regelmäßig oder dauerhaft Schmerzmittel braucht, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen, statt die Symptome nur zu unterdrücken.

13. Die wichtigsten Sicherheitsregeln

Zehn Goldene Regeln, die für alle rezeptfreien Schmerzmittel gelten:

  • Niedrigste wirksame Dosis, möglichst kurz anwenden.
  • Tageshöchstdosis strikt einhalten — vor allem bei Paracetamol.
  • Doppeldosierung vermeiden — prüfen, ob der Wirkstoff schon in einem anderen Präparat (Erkältungsmittel) steckt.
  • Bei Vorerkrankungen (Magen, Niere, Herz, Leber) und Dauermedikation vorher fragen.
  • NSAR mit/nach dem Essen für bessere Magenverträglichkeit.
  • Verschiedene NSAR nicht kombinieren.
  • Bei Kindern kein ASS bei fieberhaften Infekten; altersgerechte Präparate verwenden.
  • In der Schwangerschaft nur nach ärztlicher Rücksprache (Paracetamol bevorzugt).
  • Nicht mit Alkohol kombinieren.
  • Bei anhaltenden Schmerzen (über einige Tage) ärztlich abklären.

14. So hilft brite dir bei Schmerzmitteln

Gerade bei rezeptfreien Schmerzmitteln passieren die typischen Fehler unbemerkt: versehentliche Doppeldosierung (Paracetamol in Erkältungsmittel + Tablette), riskante Kombinationen (NSAR + Blutverdünner), schleichender Übergebrauch. brite hilft genau dort:

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FAQ: Häufige Fragen zu Schmerzmitteln

Das hängt von den Beschwerden ab. Ibuprofen wirkt zusätzlich entzündungshemmend und ist daher oft besser bei entzündlichen Schmerzen (Zahn-, Regel-, Gelenkschmerzen), belastet aber Magen, Niere und Herz stärker. Paracetamol ist magen- und nierenschonender und gut bei Kopfschmerzen und Fieber, hat aber kaum Entzündungshemmung und ein Leberrisiko bei Überdosierung. Bei empfindlichem Magen oder in der Schwangerschaft ist Paracetamol oft die bevorzugte Wahl (nach Rücksprache).
Paracetamol ist mit Abstand am magenschonendsten, weil es kein NSAR ist und die Magenschleimhaut kaum belastet. Unter den NSAR ist Ibuprofen tendenziell magenfreundlicher als Diclofenac und vor allem ASS. Wer einen empfindlichen Magen, frühere Magengeschwüre hat oder zusätzlich Kortison/Blutverdünner einnimmt, sollte NSAR meiden oder nur nach Rücksprache und mit Magenschutz anwenden.
In bestimmten Situationen ist die Kombination möglich, weil beide unterschiedlich wirken — aber nur nach ärztlicher oder apothekerlicher Empfehlung und zeitlich begrenzt. Nicht kombiniert werden dürfen dagegen zwei NSAR (z. B. Ibuprofen + Diclofenac oder + ASS), da sich nur die Risiken addieren. Wichtig ist außerdem zu prüfen, ob ein Wirkstoff schon in einem anderen Präparat (z. B. Erkältungsmittel) enthalten ist.
Bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften, vor allem viralen Infekten kann ASS das seltene, aber lebensbedrohliche Reye-Syndrom auslösen (schwere Schädigung von Gehirn und Leber). Deshalb wird ASS bei Kindern zur Fieber- und Schmerzbehandlung nicht verwendet. Für Kinder geeignet sind Paracetamol und Ibuprofen in altersgerechter Dosierung und Darreichungsform — nach Anweisung von Kinderarzt oder Apotheke.
Bei korrekter Dosierung ist Paracetamol sehr sicher und gut verträglich. Die Gefahr liegt in der Überdosierung: Schon das Überschreiten der Tageshöchstdosis kann die Leber schwer schädigen — die Sicherheitsspanne ist kleiner, als viele denken. Besonders riskant sind versehentliche Doppeldosierungen (Paracetamol steckt in vielen Kombipräparaten), Lebervorerkrankungen und regelmäßiger Alkoholkonsum. Die Höchstdosis immer strikt einhalten.
Bei entzündlichen Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen sind NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac oft am wirksamsten, weil sie zusätzlich entzündungshemmend wirken. Bei lokalen Beschwerden (Prellung, Zerrung, einzelnes Gelenk) ist Diclofenac-Gel eine schonende Alternative, da es kaum in den Körper gelangt. Bei anhaltenden oder starken Rückenschmerzen sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Ja — paradoxerweise kann der zu häufige Gebrauch von Schmerzmitteln selbst Kopfschmerzen auslösen (Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz). Das Risiko besteht, wenn Schmerz- oder Migränemittel an mehr als etwa 10 bis 15 Tagen im Monat eingenommen werden. Es entsteht ein Teufelskreis: mehr Schmerzmittel, mehr Kopfschmerzen. Wer häufig zu Schmerzmitteln greift, sollte das ärztlich abklären lassen.
Paracetamol gilt in der Schwangerschaft als Schmerzmittel der Wahl, sollte aber nur nach ärztlicher Rücksprache und so kurz und niedrig dosiert wie möglich angewendet werden. NSAR wie Ibuprofen und Diclofenac sollten vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel gemieden werden, da sie dem ungeborenen Kind schaden können. ASS in Schmerzdosis ist ebenfalls nicht geeignet. Bei Schmerzen in der Schwangerschaft immer ärztlich beraten lassen.
Rezeptfreie Schmerzmittel sind für die kurzzeitige Anwendung gedacht. Als grobe Orientierung gilt oft: ohne ärztlichen Rat nicht länger als etwa 3 bis 4 Tage gegen Fieber und nicht länger als einige Tage gegen Schmerzen. Wer länger oder regelmäßig Schmerzmittel braucht, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen — sowohl wegen möglicher ernster Ursachen als auch wegen der Risiken eines Dauergebrauchs.
Ja, das kann passieren. Wer niedrig dosiertes ASS zur Vorbeugung von Herzinfarkt/Schlaganfall einnimmt, sollte wissen, dass Ibuprofen die herzschützende (gerinnungshemmende) Wirkung des ASS abschwächen kann, wenn es zur falschen Zeit eingenommen wird. Hier ist ärztliche Rücksprache wichtig — oft wird ein zeitlicher Abstand empfohlen oder ein anderes Schmerzmittel (z. B. Paracetamol) bevorzugt.

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Quellen

  1. IQWiG — gesundheitsinformation.de: Schmerzmittel, NSAR, Paracetamol. gesundheitsinformation.de
  2. Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) — nichtopioide Analgetika. akdae.de
  3. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) — Sicherheitshinweise zu Schmerzmitteln. bfarm.de
  4. Deutsche Schmerzgesellschaft. schmerzgesellschaft.de
  5. S3-Leitlinie Behandlung von Schmerzen / DEGAM-Leitlinien zu Schmerz. awmf.org
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung. Auch rezeptfreie Schmerzmittel haben relevante Risiken und Wechselwirkungen. Die Auswahl, Dosierung und Anwendungsdauer sollten bei Vorerkrankungen, Dauermedikation, in der Schwangerschaft und bei Kindern ärztlich/apothekerlich abgeklärt werden. Bei anhaltenden, starken oder mit Warnsymptomen verbundenen Schmerzen ärztliche Hilfe suchen. Bei Verdacht auf Überdosierung (vor allem Paracetamol) sofort ärztliche Hilfe. Letzte Aktualisierung: Mai 2026.