Bindehautentzündung (Konjunktivitis):
rotes Auge richtig einordnen

Auf einen Blick

HäufigkeitSehr häufig — einer der häufigsten Gründe für einen Augenarztbesuch und für ein „rotes Auge" überhaupt
Andere NamenKonjunktivitis, Bindehautkatarrh, umgangssprachlich „rotes Auge"
LeitsymptomRotes, tränendes und oft verklebtes Auge, dazu ein Fremdkörper- oder Sandgefühl
DiagnoseMeist Blickdiagnose anhand von Beschwerden und Aussehen — bei Warnzeichen augenärztliche Untersuchung
ErstlinieMeist symptomatisch (künstliche Tränen, Hygiene). Antibiotische Augentropfen sind nur selten nötig
ICD-10H10.9 (Konjunktivitis, nicht näher bezeichnet)

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Bindehautentzündung?
  2. Die drei Formen: viral, bakteriell, allergisch
  3. Symptome
  4. Ursachen & Ansteckung
  5. Diagnose & wann zum Augenarzt
  6. Behandlung: Was wirklich hilft
  7. Brauche ich Antibiotika-Augentropfen?
  8. Ansteckung vermeiden & Hygiene
  9. Hausmittel-Mythen & Warnzeichen
  10. So hilft brite dir
  11. FAQ
  12. Verwandte Themen
Hinweis Starke Augenschmerzen, eine deutliche Sehverschlechterung oder ausgeprägte Lichtscheu gehören nicht zu einer harmlosen Bindehautentzündung — bei diesen Zeichen rasch augenärztlich abklären lassen.

1. Was ist eine Bindehautentzündung?

Die Bindehaut (Konjunktiva) ist eine dünne, durchsichtige Schleimhaut, die das Weiße des Auges überzieht und die Innenseite der Lider auskleidet. Sie hält das Auge feucht, schützt vor Krankheitserregern und Fremdkörpern und ist von feinen Blutgefäßen durchzogen. Bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) sind diese Gefäße gereizt und geweitet — das Auge erscheint deshalb rot bis rosafarben, tränt und fühlt sich oft an, als läge Sand darin.

Eine Bindehautentzündung ist in den allermeisten Fällen harmlos und heilt von selbst wieder ab. Sie ist unangenehm und kann ansteckend sein, bedroht das Sehvermögen aber normalerweise nicht. Genau darin liegt aber auch die Schwierigkeit: Ein rotes Auge kann viele Ursachen haben — von der banalen Reizung bis hin zu ernsteren Erkrankungen des Augeninneren. Der wichtigste Schritt ist deshalb, die harmlose Bindehautentzündung von den wenigen gefährlichen Ursachen zu unterscheiden. Dabei helfen ein paar einfache Warnzeichen, die wir weiter unten erklären.

Man unterscheidet vor allem drei große Formen: die virale (durch Viren), die bakterielle (durch Bakterien) und die allergische Bindehautentzündung. Dazu kommen nicht-ansteckende Reizformen, etwa durch trockene Luft, Zugluft, Bildschirmarbeit, Chlorwasser, Rauch oder Kosmetika. Welche Form vorliegt, bestimmt, ob und wie behandelt wird — und ob Ansteckungsgefahr besteht.

Das Wichtigste vorweg Die meisten Bindehautentzündungen sind viral oder harmlos gereizt und heilen ohne Antibiotika von selbst. Entscheidend sind gute Hygiene, um andere nicht anzustecken, und ein wacher Blick für Warnzeichen, die eine augenärztliche Untersuchung nötig machen.

2. Die drei Formen: viral, bakteriell, allergisch

Die drei häufigsten Formen lassen sich oft schon an ein paar typischen Merkmalen auseinanderhalten. Das ist wichtig, weil sie unterschiedlich behandelt werden: Die virale und die bakterielle Form sind ansteckend, die allergische nicht. Die folgende Zuordnungstabelle gibt dir eine erste Orientierung — sie ersetzt aber keine ärztliche Beurteilung, weil sich die Formen im Alltag überschneiden können.

MerkmalViralBakteriellAllergisch
Sekret / AbsonderungWässrig, klarEitrig, gelblich, verklebt die LiderWässrig-schleimig
Betroffene AugenOft erst eins, dann beideHäufig einseitig oder nacheinanderFast immer beide gleichzeitig
JuckreizEher geringEher geringAusgeprägt, im Vordergrund
BegleitzeichenOft Erkältung, geschwollene Lymphknoten vor dem OhrStarke Verklebung morgensNiesen, laufende Nase, saisonal
Ansteckend?Ja, sehrJaNein
Typische Dauer1–2 WochenWenige Tage bis 1–2 WochenSolange Allergenkontakt besteht
Tabelle nach rechts scrollbar

Am zuverlässigsten lässt sich die allergische Form erkennen: Sie betrifft beide Augen gleichzeitig, der Juckreiz steht klar im Vordergrund und sie tritt oft zusammen mit Niesen und einer laufenden Nase auf, häufig saisonal zur Pollenzeit. Die bakterielle Form fällt durch eitriges, gelbliches Sekret auf, das die Lider vor allem morgens verklebt. Die virale Form — die häufigste — geht mit wässrigem Tränen einher und tritt oft im Rahmen einer Erkältung auf; typisch sind geschwollene Lymphknoten vor dem Ohr. In der Praxis ist die Unterscheidung allein am Aussehen jedoch nicht immer eindeutig, weshalb die Behandlung sich zunächst oft an den Beschwerden und dem Verlauf orientiert.


3. Symptome

So unterschiedlich die Ursachen sind, so ähnlich sind die Grundbeschwerden. Fast allen Formen gemeinsam ist das rote, gereizte Auge mit vermehrtem Tränenfluss. Typische Symptome sind:

  • Rötung des Augenweißes, oft mit sichtbar erweiterten Gefäßen
  • Tränen und ein feuchtes, „laufendes" Auge
  • Verklebte Lider, besonders morgens beim Aufwachen — ausgeprägt bei der bakteriellen Form
  • Fremdkörper- oder Sandgefühl, als hätte man etwas im Auge
  • Brennen oder ein leichtes Druck- und Reibegefühl
  • Juckreiz — vor allem bei der allergischen Form
  • Lichtempfindlichkeit, meist nur leicht ausgeprägt
  • Geschwollene Lider oder eine glasig-geschwollene Bindehaut

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Bei einer reinen Bindehautentzündung ist die Sehschärfe normal. Es kann durch Tränen oder Sekret zu einem verschwommenen Bild kommen, das sich aber durch Blinzeln oder Wischen kurz bessert. Eine echte, anhaltende Sehstörung gehört nicht zum harmlosen Bild — ebenso wenig wie starke Schmerzen. Solche Zeichen deuten auf eine tiefere Beteiligung des Auges hin und müssen augenärztlich abgeklärt werden (siehe Warnzeichen).

Rot ist nicht gleich rot Ein rotes Auge mit gutem Sehen, mildem Reiz und ohne starke Schmerzen ist typisch für eine Bindehautentzündung. Ein rotes Auge mit deutlichen Schmerzen, verschwommenem Sehen oder starker Lichtscheu ist es nicht — hier ist eine augenärztliche Untersuchung nötig.

4. Ursachen & Ansteckung

Hinter einer Bindehautentzündung stecken je nach Form ganz unterschiedliche Auslöser. Das Verständnis der Ursache hilft, Ansteckung zu vermeiden und richtig zu behandeln.¹

  • Viren: die häufigste Ursache, meist dieselben Erreger wie bei Erkältungen (v. a. Adenoviren). Diese Form ist sehr ansteckend und tritt manchmal in kleinen Ausbrüchen auf (etwa in Familien, Kitas oder am Arbeitsplatz).
  • Bakterien: seltener, aber möglich — vor allem bei Kindern oder bei Kontaktlinsenträgern. Kennzeichen ist das eitrige Sekret.
  • Allergene: Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmel. Die allergische Bindehautentzündung geht oft mit einer allergischen Rhinitis („Heuschnupfen") einher.
  • Reize und Umwelt: trockene Heizungsluft, Zugluft, Klimaanlagen, langes Starren auf Bildschirme, Chlorwasser im Schwimmbad, Rauch, Staub oder Kosmetika. Diese Reizformen sind nicht ansteckend.
  • Kontaktlinsen: zu lange Tragezeiten, mangelnde Hygiene oder unpassende Linsen können die Bindehaut reizen und Infektionen begünstigen.

Die ansteckenden Formen werden vor allem über die Hände übertragen: Man reibt sich das Auge, fasst dann eine Türklinke, ein Handtuch oder ein Smartphone an — und der nächste Mensch nimmt die Erreger auf. Deshalb ist konsequente Händehygiene der wichtigste Schutz. Die virale Form kann schon vor dem Auftreten deutlicher Beschwerden ansteckend sein und bleibt es oft, solange das Auge tränt und gerötet ist. Wie du die Ansteckung im Alltag konkret vermeidest, liest du im Hygiene-Kapitel.


5. Diagnose & wann zum Augenarzt

Eine unkomplizierte Bindehautentzündung ist meist eine Blickdiagnose: Aussehen des Auges, Art des Sekrets, Juckreiz, Begleitbeschwerden und der zeitliche Verlauf geben zusammen ein recht klares Bild. In vielen Fällen braucht es dafür keine aufwendige Untersuchung, und leichte Beschwerden klingen von selbst ab.¹,²

Eine augenärztliche Abklärung ist dagegen sinnvoll oder nötig, wenn eines der folgenden Merkmale zutrifft:

  • Warnzeichen wie starke Augenschmerzen, deutlich verschlechtertes Sehen oder starke Lichtempfindlichkeit.
  • Kontaktlinsenträger mit rotem Auge — hier immer rasch abklären lassen, weil Infektionen der Hornhaut drohen können.
  • Keine Besserung nach etwa einer Woche oder eine deutliche Verschlechterung.
  • Ausgeprägte Eiterbildung, starke Schwellung oder wiederkehrende Beschwerden.
  • Neugeborene und Säuglinge mit rotem, sezernierendem Auge — immer ärztlich vorstellen.

Bei der Untersuchung schaut die Augenärztin oder der Augenarzt das Auge an der Spaltlampe an — einem speziellen Mikroskop —, prüft die Sehschärfe und beurteilt vor allem, ob die Hornhaut mitbetroffen ist. In unklaren oder schweren Fällen kann ein Abstrich zur Bestimmung des Erregers sinnvoll sein, etwa bei ausgeprägter bakterieller Infektion oder bei Verdacht auf einen bestimmten Erreger. Bei Verdacht auf eine Allergie hilft eine allergologische Abklärung, den Auslöser zu finden. Die gute Nachricht bleibt: In der überwiegenden Zahl der Fälle bestätigt sich das harmlose Bild.

6. Behandlung: Was wirklich hilft

Die Behandlung richtet sich nach der Form — und ist oft überraschend zurückhaltend. Die meisten Bindehautentzündungen heilen von selbst, sodass die Therapie vor allem die Beschwerden lindert und den Verlauf angenehmer macht. Antibiotika sind nur in bestimmten Fällen sinnvoll (dazu gleich mehr). Grundsätzlich gilt: Linderung der Symptome, gute Hygiene und Geduld.¹,²

Die wichtigste allgemeine Maßnahme sind künstliche Tränen (Tränenersatzmittel) und kühle, saubere Kompressen. Sie spülen Reizstoffe aus, befeuchten das Auge und lindern das Sand- und Fremdkörpergefühl — unabhängig davon, welche Form vorliegt. Verklebte Lider lassen sich morgens vorsichtig mit einem sauberen, feuchten Tuch von außen nach innen reinigen. Reiben solltest du das Auge möglichst nicht, weil das den Reiz verstärkt und die Ansteckungsgefahr erhöht.

Nach Form Was bei welcher Form hilft
Virale Bindehautentzündung
Meist rein symptomatisch: künstliche Tränen, kühle Kompressen, Geduld. Antibiotika helfen hier nicht, weil sie gegen Viren wirkungslos sind. Wichtig ist konsequente Hygiene, da diese Form sehr ansteckend ist.
Bakterielle Bindehautentzündung
Oft selbstlimitierend — auch ohne Antibiotika bessern sich viele Fälle innerhalb weniger Tage. Antibiotische Augentropfen können den Verlauf verkürzen und werden bei ausgeprägten Beschwerden, bei Kontaktlinsenträgern oder auf ärztliche Anordnung eingesetzt.
Allergische Bindehautentzündung
Im Vordergrund steht die Allergenkarenz (Auslöser meiden) plus antiallergische Augentropfen mit Antihistaminika oder Mastzellstabilisatoren. Bei begleitendem Heuschnupfen wird die allergische Rhinitis mitbehandelt.
Reiz- & Trockenheitsformen
Auslöser reduzieren (Bildschirmpausen, feuchtere Raumluft, Zugluft meiden) und befeuchtende Tropfen nutzen. Kontaktlinsen in der akuten Phase weglassen und erst nach Abheilung wieder tragen.

Der Juckreiz ist besonders bei der allergischen Form quälend — kühlen und die Auslöser meiden hilft oft mehr als Kratzen und Reiben. Mehr dazu, wie sich Juckreiz einordnen und lindern lässt, findest du unter Juckreiz. Ein verschwommenes Sehen, das sich durch Blinzeln kurz bessert, ist bei einer Bindehautentzündung meist auf Tränenfilm und Sekret zurückzuführen und harmlos — bleibt es dauerhaft bestehen, gehört es abgeklärt.

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7. Brauche ich Antibiotika-Augentropfen?

Das ist die wohl häufigste Frage — und die Antwort überrascht viele: Meistens nein. Antibiotische Augentropfen sind bei einer Bindehautentzündung deutlich seltener nötig, als früher angenommen wurde. Das hat gute Gründe:

  • Die häufigste Form ist viral — und gegen Viren sind Antibiotika grundsätzlich wirkungslos.
  • Selbst die bakterielle Form heilt in vielen Fällen innerhalb weniger Tage von selbst aus. Antibiotika verkürzen den Verlauf oft nur um wenig.
  • Ein unnötiger Einsatz von Antibiotika fördert Resistenzen und kann das Auge zusätzlich reizen.

Antibiotische Augentropfen sind vor allem dann sinnvoll, wenn eine eindeutig bakterielle, ausgeprägte Infektion vorliegt, wenn Kontaktlinsen getragen werden (höheres Risiko für Hornhautbeteiligung), bei bestimmten Risikogruppen oder wenn die Beschwerden nicht abklingen. Diese Entscheidung trifft die ärztliche Praxis — nicht das Gefühl, „etwas nehmen zu müssen". Werden Augentropfen verschrieben, ist die korrekte und vollständige Anwendung wichtig: über den verordneten Zeitraum, in der richtigen Dosierung und ohne die Tropfflasche mit dem Auge oder den Wimpern zu berühren.

Keine Kortison-Tropfen auf eigene Faust Kortisonhaltige Augentropfen können bei bestimmten Ursachen (etwa einer unerkannten Herpes-Infektion des Auges) erheblichen Schaden anrichten. Sie gehören ausschließlich in ärztliche Hand und dürfen niemals aus Restbeständen oder von anderen Personen übernommen werden.

8. Ansteckung vermeiden & Hygiene

Bei den ansteckenden Formen — viral und bakteriell — entscheidet gute Hygiene darüber, ob du dein Umfeld schützt und die Infektion nicht ständig hin- und herträgst. Die Erreger sitzen im Augensekret und werden vor allem über die Hände weitergegeben. Diese Maßnahmen helfen zuverlässig:

  • Hände waschen — häufig und gründlich, besonders nach jedem Berühren des Auges.
  • Augen nicht reiben und möglichst wenig anfassen.
  • Eigene Handtücher und Waschlappen benutzen, nicht teilen und häufig wechseln.
  • Kein gemeinsames Augen-Make-up, keine geteilten Kosmetika; Wimperntusche und Lidschatten während der Infektion meiden und danach erneuern.
  • Kontaktlinsen pausieren, bis das Auge vollständig abgeheilt ist; Einweglinsen entsorgen.
  • Tropfflaschen nicht teilen — jeder Mensch nutzt seine eigene, um eine Übertragung zu vermeiden.
  • Oberflächen wie Türklinken, Smartphone und Tastatur bei Ausbrüchen in der Familie öfter reinigen.

Zur häufigen Frage „Muss ich zu Hause bleiben?": Bei der ansteckenden viralen Form ist in der akuten Phase Zurückhaltung sinnvoll, besonders in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kita oder Schule. Wie lange genau, hängt vom Verlauf und den örtlichen Regeln ab — kläre das im Zweifel ärztlich. Solange das Auge stark tränt und gerötet ist, besteht in der Regel Ansteckungsgefahr.

Behandlung und Verlauf im Blick

Halte in brite fest, wann die Beschwerden begannen, wie sie sich entwickeln und welche Tropfen du nutzt — so erkennst du früh, ob eine ärztliche Abklärung nötig wird.

Verlauf dokumentieren

9. Hausmittel-Mythen & Warnzeichen

Rund um das rote Auge kursieren viele gut gemeinte Hausmittel — nicht alle sind harmlos. Ordnen wir die häufigsten ein:

  • Kamillentee-Umschläge: Beliebt, aber eher problematisch. Kamille kann selbst allergische Reaktionen auslösen und Teereste bringen zusätzliche Keime ans Auge. Besser sind saubere, kühle Kompressen mit klarem Wasser oder sterile Tränenersatzmittel.
  • „Ausspülen" mit Speichel oder Muttermilch: Ein verbreiteter Mythos ohne Nutzen — im Gegenteil, es bringt Keime ans Auge. Nicht anwenden.
  • Kühle Kompressen: Sinnvoll und angenehm, vor allem bei Juckreiz und Schwellung. Wichtig: sauberes Tuch, pro Auge ein eigenes, um eine Verschleppung zu vermeiden.
  • Künstliche Tränen: Der solide Standard zur Linderung — befeuchten, spülen Reizstoffe aus und sind gut verträglich.
  • Bildschirmpausen & frische Luft: Helfen besonders bei Reiz- und Trockenheitsformen, indem sie das Auge entlasten.

Als Faustregel gilt: Alles, was zusätzliche Keime oder mögliche Allergene ans Auge bringt, ist keine gute Idee. Sauberkeit, Befeuchtung und Kühlung sind die sicheren Bausteine der Selbsthilfe. Und noch etwas: Sich das Auge zu schminken, um die Rötung zu kaschieren, verschlimmert die Reizung meist und verlängert den Verlauf.

Warnzeichen — rasch zum Augenarzt Nicht jedes rote Auge ist harmlos. Starke Augenschmerzen, eine deutliche Sehverschlechterung, ausgeprägte Lichtscheu oder ein einseitig rotes Auge mit Sehstörung passen nicht zu einer einfachen Bindehautentzündung und können auf ernstere Ursachen hindeuten (etwa eine Beteiligung von Hornhaut oder Regenbogenhaut oder einen Anstieg des Augeninnendrucks). Suche dann rasch eine augenärztliche Praxis oder den augenärztlichen Notdienst auf. Auch Kontaktlinsenträger mit rotem, schmerzendem Auge sollten umgehend abklären lassen. Bei einer akuten, sehr schmerzhaften Augenveränderung mit plötzlichem Sehverlust ist der augenärztliche Notdienst sofort gefragt.

So hilft brite dir bei einer Bindehautentzündung

Eine Bindehautentzündung ist meist harmlos, will aber richtig begleitet werden: Augentropfen regelmäßig anwenden, den Verlauf im Blick behalten und rechtzeitig erkennen, wann eine ärztliche Abklärung nötig ist. Genau dabei unterstützt brite.

  • Einnahme-Erinnerung — künstliche Tränen, antiallergische oder verordnete Augentropfen pünktlich und über den vollen Zeitraum anwenden. Erinnerung einrichten
  • Gesundheitsverlauf — festhalten, wann die Beschwerden begannen und wie sie sich entwickeln. So erkennst du, ob es besser wird oder ärztlich abgeklärt werden sollte. Verlauf tracken
  • Wechselwirkungs-Check — prüft, ob deine Augentropfen mit anderen Medikamenten kollidieren, etwa bei begleitender Allergiebehandlung. Jetzt prüfen
  • Digitaler Medikationsplan — alle Augentropfen und weiteren Präparate übersichtlich für Augenarzt, Hausarzt und Apotheke. Zum Medikationsplan
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FAQ: Häufige Fragen zur Bindehautentzündung

Die virale Form dauert meist ein bis zwei Wochen, die bakterielle oft nur wenige Tage bis etwa zwei Wochen. Die allergische Form besteht, solange Kontakt zum Allergen besteht. Bessert sich nichts nach rund einer Woche oder wird es schlimmer, solltest du augenärztlich abklären lassen.
Die virale und die bakterielle Form sind ansteckend, die virale sogar sehr. Übertragen wird vor allem über die Hände und das Augensekret. Die allergische und die reizbedingte Form sind nicht ansteckend. Gute Händehygiene und eigene Handtücher schützen zuverlässig.
Grobe Orientierung: viral eher wässrig und im Rahmen einer Erkältung, bakteriell eitrig-gelblich mit verklebten Lidern, allergisch beidseitig mit starkem Juckreiz und oft Niesen. Die Formen überschneiden sich aber, weshalb die Unterscheidung nicht immer eindeutig ist und im Zweifel ärztlich erfolgen sollte.
Meistens nicht. Die häufigste Form ist viral, und dagegen wirken Antibiotika nicht. Selbst bakterielle Formen heilen oft von selbst. Antibiotika sind vor allem bei ausgeprägter bakterieller Infektion, bei Kontaktlinsenträgern oder auf ärztliche Anordnung sinnvoll. Diese Entscheidung trifft die Praxis.
Bei der ansteckenden viralen Form ist in der akuten Phase Zurückhaltung sinnvoll, gerade in Kita, Schule oder Gemeinschaftseinrichtungen. Wie lange genau, hängt vom Verlauf und örtlichen Regeln ab. Solange das Auge stark tränt und gerötet ist, besteht in der Regel Ansteckungsgefahr — im Zweifel ärztlich klären.
Nein. Bei roter oder gereizter Bindehaut solltest du die Kontaktlinsen pausieren, bis das Auge vollständig abgeheilt ist, und Einweglinsen entsorgen. Kontaktlinsenträger haben ein höheres Risiko für eine Hornhautbeteiligung und sollten ein rotes, schmerzendes Auge rasch augenärztlich abklären lassen.
Kamillentee-Umschläge werden nicht empfohlen: Kamille kann selbst Allergien auslösen und Teereste bringen Keime ans Auge. Sinnvoll sind dagegen saubere, kühle Kompressen und künstliche Tränen. Speichel oder Muttermilch gehören keinesfalls ins Auge, weil sie Keime übertragen.
Rasch abklären lassen solltest du bei starken Augenschmerzen, deutlich verschlechtertem Sehen, ausgeprägter Lichtscheu oder einem einseitig roten Auge mit Sehstörung. Ebenso bei Kontaktlinsenträgern, bei Säuglingen und wenn sich nach etwa einer Woche nichts bessert. Diese Zeichen passen nicht zur harmlosen Bindehautentzündung.
Die reine Bindehautentzündung bedroht das Sehvermögen normalerweise nicht und heilt folgenlos aus. Gefährlich wird es nur, wenn tiefere Strukturen wie die Hornhaut mitbetroffen sind — darauf deuten starke Schmerzen, Lichtscheu und eine echte Sehverschlechterung hin. Solche Zeichen gehören umgehend augenärztlich untersucht.

11. Verwandte Themen

Quellen

  1. Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) & Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA): Leitlinien und Patienteninformationen zur Konjunktivitis. augeninfo.de
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Bindehautentzündung. gesundheitsinformation.de
  3. AWMF Leitlinienregister: Konjunktivitis / rotes Auge. awmf.org
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Augentropfen — insbesondere antibiotische oder kortisonhaltige — sollten nur nach ärztlicher Anweisung angewendet werden. Bei starken Augenschmerzen, deutlicher Sehverschlechterung, ausgeprägter Lichtscheu oder einem einseitig roten Auge mit Sehstörung suche rasch eine augenärztliche Praxis oder den augenärztlichen Notdienst auf. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.