Bronchitis:
Symptome, Dauer & wann Antibiotika sinnvoll sind

Auf einen Blick

HäufigkeitSehr häufig — die akute Bronchitis gehört zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch, vor allem in der kalten Jahreszeit
Andere NamenEntzündung der Bronchien, akute Bronchitis, chronische Bronchitis, „Erkältungshusten"
LeitsymptomHusten — anfangs oft trocken, später mit Schleim; kann bis zu drei Wochen anhalten
DiagnoseMeist allein aus Beschwerden und Abhören — Röntgen oder Labor nur bei Warnzeichen nötig
ErstlinieSymptomatisch: Schonung, viel trinken, Hustenmittel — Antibiotika bei der meist viralen akuten Form in der Regel nicht sinnvoll
ICD-10J20.9 (akute Bronchitis, nicht näher bezeichnet)

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Symptome tracken

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Bronchitis?
  2. Akut oder chronisch? Die Formen
  3. Symptome & wie lange der Husten dauert
  4. Ursachen & Risikofaktoren
  5. Diagnose
  6. Therapie: Was du selbst tun kannst
  7. Antibiotika: Warum meist nicht — und wann doch
  8. Chronische Bronchitis & die Brücke zur COPD
  9. Alltag & Warnzeichen
  10. So hilft brite dir
  11. FAQ
  12. Verwandte Themen
Hinweis Ein Husten, der länger als acht Wochen anhält, blutiger Auswurf oder Atemnot gehören immer ärztlich abgeklärt — dahinter kann mehr als eine harmlose Bronchitis stecken.

1. Was ist Bronchitis?

Eine Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien — der verzweigten Atemwege, die die Luft von der Luftröhre in die Lunge leiten. Bei der Entzündung schwillt die Schleimhaut dieser Atemwege an und bildet vermehrt zähen Schleim. Der Körper versucht, diesen Schleim wieder loszuwerden, und genau das erzeugt das Leitsymptom: Husten. Die Bronchitis ist damit eine der häufigsten Ursachen für akuten Husten überhaupt.

In den allermeisten Fällen ist eine akute Bronchitis harmlos und heilt von selbst wieder aus. Sie entsteht meist im Rahmen einer Erkältung, wenn sich die Viren von den oberen Atemwegen (Nase, Rachen) weiter nach unten in die Bronchien ausbreiten. Deshalb beginnt eine Bronchitis oft mit Schnupfen, Halskratzen und Abgeschlagenheit, bevor der Husten in den Vordergrund rückt. Wichtig ist die Unterscheidung zur Lungenentzündung (Pneumonie): Bei der Bronchitis ist nur die Bronchialschleimhaut entzündet, bei der Lungenentzündung das eigentliche Lungengewebe. Letztere ist deutlich ernster — dazu später mehr bei den Warnzeichen.

Man kann sich die Bronchien wie ein sich verästelndes Röhrensystem vorstellen, dessen Innenwand mit einer feuchten Schleimhaut ausgekleidet ist. Winzige Flimmerhärchen transportieren normalerweise Staub und Krankheitserreger nach oben aus der Lunge heraus. Bei einer Bronchitis ist dieser Reinigungsmechanismus gestört: Die Schleimhaut ist gereizt und geschwollen, der Schleim wird zäh und lässt sich schlechter abtransportieren. Der Hustenreiz ist in dieser Situation eigentlich ein sinnvoller Schutzreflex — er befördert das Sekret nach draußen. Das erklärt auch, warum man einen produktiven Husten nicht um jeden Preis unterdrücken sollte.

Die gute Nachricht Eine akute Bronchitis ist fast immer harmlos und heilt bei ansonsten gesunden Menschen von allein aus — meist ohne Medikamente und ohne Antibiotika. Der Husten kann sich zwar hartnäckig über mehrere Wochen ziehen, klingt dann aber Schritt für Schritt ab.

2. Akut oder chronisch? Die Formen

Der Begriff Bronchitis umfasst zwei sehr unterschiedliche Krankheitsbilder, die man sauber auseinanderhalten muss — sie unterscheiden sich in Ursache, Dauer und Bedeutung grundlegend.

MerkmalAkute BronchitisChronische Bronchitis
UrsacheMeist Viren (Erkältung)Meist langjähriges Rauchen / Schadstoffe
DauerTage bis wenige WochenMonate bis Jahre, wiederkehrend
VerlaufHeilt von selbst ausAnhaltend, kann fortschreiten
AnsteckendJa (die auslösenden Viren)Nein
BedeutungHarmlosVorstufe/Teil einer COPD möglich
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Die akute Bronchitis ist die klassische Erkältungsbronchitis: Sie kommt plötzlich, wird fast immer durch Viren ausgelöst und verschwindet nach einigen Tagen bis Wochen wieder. Genau um diese Form geht es, wenn im Alltag von „Bronchitis" die Rede ist.

Die chronische Bronchitis ist etwas völlig anderes. Sie ist definiert als Husten mit Auswurf an den meisten Tagen über mindestens drei Monate in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Sie entsteht nicht durch einen Infekt, sondern durch eine dauerhafte Reizung der Atemwege — in der überwiegenden Zahl der Fälle durch Zigarettenrauch. Die chronische Bronchitis ist häufig die Vorstufe oder ein Bestandteil einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), bei der die Atemwege zusätzlich dauerhaft verengt sind. Diese Brücke ist wichtig: Ein „Raucherhusten", der als harmlos abgetan wird, kann das erste Zeichen einer beginnenden COPD sein.

Nicht verwechseln Eine einzelne akute Bronchitis macht dich nicht chronisch krank. Wer aber immer wieder — vor allem als Raucher — über Wochen hustet, sollte das nicht als „normale" Bronchitis abtun. Wiederkehrender Husten mit Auswurf ist ein Grund, die Lunge ärztlich untersuchen zu lassen.

3. Symptome & wie lange der Husten dauert

Das mit Abstand wichtigste Symptom der akuten Bronchitis ist der Husten. Er verläuft typischerweise in Phasen:

  • Anfangs trockener Reizhusten: quälend, ohne oder mit wenig Schleim, oft nachts besonders lästig.
  • Später produktiver Husten: mit Auswurf. Der Schleim kann klar, weißlich, gelblich oder grünlich sein.
  • Abklingphase: Der Husten wird seltener und lockerer, kann aber noch Wochen als Reizhusten nachhängen.

Begleitend treten oft die Zeichen der zugrunde liegenden Erkältung auf: Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber und ein allgemeines Schwächegefühl. Manche verspüren ein Brennen oder Wundgefühl hinter dem Brustbein, das sich beim Husten verstärkt.

Wichtig zur Hustendauer Ein Husten, der bis zu drei Wochen anhält, ist bei einer akuten Bronchitis völlig normal und kein Grund zur Sorge. Bei einem Teil der Betroffenen zieht sich der Reizhusten sogar noch länger hin. Das bedeutet nicht, dass die Behandlung versagt hat oder ein Antibiotikum nötig wäre — die Atemwege brauchen einfach Zeit, um sich zu beruhigen.

Zur Einordnung der Schleimfarbe ein häufiges Missverständnis: Gelber oder grüner Auswurf ist kein Beweis für eine bakterielle Infektion und für sich genommen kein Grund für Antibiotika. Die Verfärbung entsteht durch Abwehrzellen im Schleim und tritt auch bei rein viralen Infekten auf. Entscheidend für die Beurteilung ist der Gesamtverlauf, nicht die Farbe des Auswurfs.

Manche Menschen entwickeln im Rahmen einer Bronchitis auch ein Pfeifen oder Giemen beim Ausatmen und ein Gefühl der Enge in der Brust, weil die gereizten Atemwege leicht verkrampfen. Bei ausgeprägter Atemnot ist allerdings immer Vorsicht geboten — dazu mehr im Kapitel zu den Warnzeichen.


4. Ursachen & Risikofaktoren

Die akute Bronchitis wird in rund 90 % der Fälle durch Viren ausgelöst — dieselben Erreger, die auch für Erkältungen und grippale Infekte verantwortlich sind. Dazu zählen unter anderem Rhino-, Corona-, Influenza-, Parainfluenza- und RS-Viren. Nur ein kleiner Teil der akuten Bronchitiden geht von vornherein auf Bakterien zurück. Diese Zahl ist der Schlüssel zum Verständnis, warum Antibiotika hier meist nutzlos sind: Sie wirken ausschließlich gegen Bakterien, nicht gegen Viren.

Ansteckend ist eine akute Bronchitis über die auslösenden Viren — meist per Tröpfchen- und Schmierinfektion: durch Husten, Niesen oder über die Hände. Deshalb helfen dieselben Maßnahmen wie bei jeder Erkältung, eine Ausbreitung zu bremsen: regelmäßiges Händewaschen, in die Armbeuge husten und Abstand zu gefährdeten Personen.

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko, an einer Bronchitis zu erkranken oder einen schwereren Verlauf zu nehmen:

  • Rauchen: der wichtigste vermeidbare Risikofaktor — schädigt die Selbstreinigung der Atemwege und verlängert den Husten.
  • Kalte Jahreszeit: Infekte häufen sich im Herbst und Winter.
  • Geschwächtes Immunsystem oder chronische Grunderkrankungen.
  • Vorbestehende Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD.
  • Luftschadstoffe und Reizstoffe am Arbeitsplatz oder in der Umgebung.
  • Sehr junges oder höheres Lebensalter.

Bei der chronischen Bronchitis dominiert eine einzige Ursache: das Rauchen. Über 90 % der chronischen Bronchitiden bei Erwachsenen sind auf Tabakrauch zurückzuführen. Weitere Auslöser sind langjährige Belastung mit Staub, Gasen oder Dämpfen, etwa in bestimmten Berufen. Anders als bei der akuten Form spielen Viren hier keine ursächliche Rolle — sie können aber akute Verschlechterungen (Exazerbationen) auslösen.


5. Diagnose

Die Diagnose einer akuten Bronchitis stellt die Ärztin oder der Arzt in aller Regel allein aus dem Gespräch und der körperlichen Untersuchung — ohne aufwändige Apparate. Typisch sind der Verlauf (Erkältung, dann Husten) und das Abhören der Lunge mit dem Stethoskop, bei dem sich manchmal Rasselgeräusche oder ein Giemen finden.

Der eigentliche Zweck der Untersuchung ist weniger, die Bronchitis zu „beweisen", als vielmehr gefährlichere Ursachen auszuschließen — allen voran eine Lungenentzündung. Dafür achtet die Praxis auf bestimmte Alarmzeichen:

  • Abhören der Lunge: Einseitige Rasselgeräusche oder ein abgeschwächtes Atemgeräusch können auf eine Pneumonie hindeuten.
  • Messung von Puls, Atmung und Sauerstoff: Eine schnelle Atmung, hoher Puls oder niedrige Sauerstoffsättigung sind Warnzeichen.
  • Röntgen der Lunge: Nur bei Verdacht auf eine Lungenentzündung oder bei unklarem, schwerem Verlauf — nicht routinemäßig.
  • Bluttests: Ebenfalls kein Standard, sondern nur bei Warnzeichen, um eine bakterielle Infektion oder andere Ursachen einzugrenzen.

Hält der Husten ungewöhnlich lange an (über acht Wochen), wird gezielter nach anderen Ursachen gesucht — etwa Asthma, einer chronischen Bronchitis, Reflux, bestimmten Blutdruckmedikamenten (ACE-Hemmern) oder, bei Rauchern, ernsteren Lungenerkrankungen. In diesen Fällen können eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) oder weitere Untersuchungen sinnvoll sein.

6. Therapie: Was du selbst tun kannst

Weil die akute Bronchitis fast immer viral und selbstlimitierend ist, zielt die Behandlung nicht darauf, den Infekt „wegzumachen", sondern die Beschwerden zu lindern, während der Körper von selbst gesund wird. Diese symptomatische Therapie ist die Erstlinie — und für die meisten Menschen völlig ausreichend.¹

Basis Allgemeine Maßnahmen — für jeden sinnvoll
Schonung & Ruhe
Dem Körper Erholung gönnen und sich nicht mit Sport oder Arbeit überfordern. Wer sich krank fühlt, sollte sich krankschreiben lassen und auf starke körperliche Anstrengung verzichten.
Viel trinken
Ausreichend Flüssigkeit (z. B. Wasser, Tee) hält den Schleim geschmeidiger, sodass er sich leichter abhusten lässt. Eine Faustregel gibt es nicht — trinke nach Durst, sofern keine Erkrankung dagegenspricht.
Feuchte Luft & Inhalieren
Feuchte Raumluft und das Inhalieren von Wasserdampf oder Kochsalzlösung können den Hustenreiz lindern. Wie du richtig vorgehst, erklärt der Ratgeber Richtig inhalieren.
Rauchstopp
Während einer Bronchitis (und am besten dauerhaft) nicht rauchen. Zigarettenrauch reizt die ohnehin entzündeten Atemwege zusätzlich und verlängert den Husten deutlich.

Zusätzlich können Medikamente aus der Apotheke die Symptome lindern. Sie heilen die Bronchitis nicht schneller, machen die Zeit bis zur Genesung aber erträglicher. Wichtig: Hustenlöser und Hustenstiller sollte man nicht gleichzeitig nehmen — das eine soll den Schleim lockern, das andere den Hustenreiz dämpfen.

Bei Bedarf Symptomlindernde Medikamente
Schmerz- & Fiebermittel
Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Paracetamol lindern Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen und senken Fieber. Nur bei Bedarf und in empfohlener Dosierung einnehmen.
Hustenstiller (Antitussiva)
Bei quälendem trockenem Reizhusten, vor allem nachts, können hustenreizdämpfende Mittel sinnvoll sein. Bei produktivem Husten mit viel Schleim sind sie dagegen ungeeignet, weil der Schleim abgehustet werden soll.
Hustenlöser (Expektoranzien)
Präparate mit Wirkstoffen wie Acetylcystein (ACC) oder pflanzliche Mittel (z. B. Efeu, Thymian) sollen den Schleim lösen. Der Nutzen ist wissenschaftlich begrenzt belegt — viele empfinden sie als angenehm, ein Muss sind sie nicht.
Bronchienerweiternde Sprays
Bei pfeifender Atmung und Engegefühl kann die Ärztin ein bronchienerweiterndes Spray wie Salbutamol erwägen — vor allem bei Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder Asthma. Für die unkomplizierte Bronchitis ist es kein Standard.

7. Antibiotika: Warum meist nicht — und wann doch

Kaum ein Punkt sorgt bei der Bronchitis für so viele Missverständnisse wie die Frage nach Antibiotika. Die klare, leitliniengestützte Antwort lautet: Bei einer akuten Bronchitis sind Antibiotika in aller Regel nicht sinnvoll.¹,²

Der Grund ist einfach: Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Die akute Bronchitis wird aber in rund 90 % der Fälle durch Viren ausgelöst — und gegen die richten Antibiotika überhaupt nichts aus. Große Untersuchungen zeigen, dass Antibiotika bei akuter Bronchitis den Husten bestenfalls um weniger als einen halben Tag verkürzen. Diesem winzigen, für den Alltag bedeutungslosen Nutzen stehen echte Nachteile gegenüber:

  • Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit, Hautausschlag oder Pilzinfektionen.
  • Resistenzen: Jeder unnötige Einsatz fördert, dass Bakterien unempfindlich gegen Antibiotika werden — ein Problem für uns alle.
  • Störung der körpereigenen Bakterienflora im Darm.

Deshalb ist es kein Zeichen von „nicht ernst genommen werden", wenn die Praxis kein Antibiotikum verschreibt — im Gegenteil, es ist die medizinisch korrekte Entscheidung. Auch gelb-grüner Auswurf oder eine Hustendauer von zwei bis drei Wochen sind für sich allein kein Grund für ein Antibiotikum.

Die Wann-doch-Regel Antibiotika kommen bei Bronchitis nur in bestimmten Situationen infrage: bei Verdacht auf eine Lungenentzündung, bei Patientinnen und Patienten mit relevanten Grunderkrankungen (z. B. schwere COPD, Herzschwäche, ausgeprägte Immunschwäche), bei sehr schwerem oder sich deutlich verschlechterndem Verlauf oder bei Hinweisen auf bestimmte bakterielle Erreger (z. B. Keuchhusten). Diese Entscheidung trifft immer die Ärztin oder der Arzt — nicht die Farbe des Auswurfs.

Wenn ein Antibiotikum tatsächlich nötig ist, kommen bei Atemwegsinfekten häufig Wirkstoffe wie Amoxicillin oder — etwa bei Penicillinallergie oder Verdacht auf bestimmte Erreger — Doxycyclin zum Einsatz. Solche Antibiotika müssen genau nach ärztlicher Anweisung und über die gesamte verordnete Dauer eingenommen werden, auch wenn es dir schon besser geht.

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8. Chronische Bronchitis & die Brücke zur COPD

Während die akute Bronchitis harmlos ist, verdient die chronische Bronchitis besondere Aufmerksamkeit — denn sie ist oft der Anfang einer ernsteren Entwicklung. Definiert ist sie als produktiver Husten (mit Auswurf) an den meisten Tagen über mindestens drei Monate in zwei aufeinanderfolgenden Jahren, ohne dass eine andere Ursache dahintersteckt.³

Der entscheidende Unterschied zur COPD liegt in der Verengung der Atemwege. Bei der reinen chronischen Bronchitis sind die Atemwege noch frei — es besteht „nur" der Dauerhusten mit Schleim. Kommt eine dauerhafte, nicht vollständig rückbildbare Verengung der Bronchien hinzu, spricht man von einer COPD. Der Übergang ist fließend, und die chronische Bronchitis gilt als wichtige Vorstufe. Deshalb ist sie ein Warnsignal, das man ernst nehmen sollte, bevor bleibende Schäden entstehen.

StadiumKennzeichenAtemwege verengt?
Chronische BronchitisDauerhusten mit AuswurfNein
COPDHusten, Auswurf, AtemnotJa, dauerhaft
Fortgeschrittene COPDAtemnot schon in RuheJa, stark
Tabelle nach rechts scrollbar

Die mit Abstand wichtigste Maßnahme bei chronischer Bronchitis ist der Rauchstopp. Er ist die einzige Behandlung, die das Fortschreiten Richtung COPD wirksam bremsen kann — und zwar in jedem Stadium. Selbst wer jahrzehntelang geraucht hat, profitiert vom Aufhören. Ergänzend gehören der Schutz vor Schadstoffen, Bewegung, Impfungen (etwa gegen Grippe und Pneumokokken) und — bei bereits bestehender Atemwegsverengung — bronchienerweiternde Medikamente wie Salbutamol zur Therapie. Wie eine COPD im Detail behandelt wird, liest du im eigenen Artikel zur COPD.

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9. Alltag & Warnzeichen

Die meisten Bronchitiden kann man zu Hause auskurieren. Ein paar Dinge helfen, die Genesung zu unterstützen und andere nicht anzustecken:

  • Geduld mit dem Husten: Bis zu drei Wochen Husten sind normal — nicht bei jedem Reizhusten gleich ein neues Medikament ausprobieren.
  • Ansteckung vermeiden: Hände waschen, in die Armbeuge husten, Abstand zu gefährdeten Personen halten.
  • Nicht rauchen: weder aktiv noch passiv — Rauch verlängert jeden Husten.
  • Auf den Körper hören: Bei Verschlechterung, hohem Fieber oder Atemnot ärztlichen Rat suchen statt abzuwarten.
Warnzeichen — ärztlich abklären lassen Nicht jeder Husten ist eine harmlose Bronchitis. Lass folgende Zeichen ärztlich abklären, um eine Lungenentzündung oder andere Ursachen auszuschließen: Atemnot oder Luftnot in Ruhe, Blut im Auswurf, hohes oder anhaltendes Fieber, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, atemabhängige Brustschmerzen sowie ein Husten, der länger als acht Wochen anhält. Bei akuter schwerer Atemnot, blauen Lippen oder Bewusstseinstrübung sofort den Notruf 112 wählen.

So hilft brite dir bei Bronchitis

Bei einer Bronchitis geht es vor allem darum, den Verlauf im Blick zu behalten, Medikamente richtig zu nehmen und rechtzeitig zu erkennen, wann ein Arztbesuch nötig ist. Genau dabei unterstützt brite.

  • Einnahme-Erinnerung — Hustenmittel, Fiebermittel oder ein verordnetes Antibiotikum pünktlich und ohne Lücken einnehmen. Erinnerung einrichten
  • Gesundheitsverlauf — dokumentiere, wie lange dein Husten schon dauert und wie sich Fieber und Beschwerden entwickeln. So erkennst du, wann die Acht-Wochen-Grenze naht. Verlauf tracken
  • Wechselwirkungs-Check — prüft, ob deine Husten- und Erkältungsmittel mit anderen Medikamenten kollidieren, etwa bei Dauermedikation. Jetzt prüfen
  • Digitaler Medikationsplan — alle Präparate übersichtlich für Hausarzt, Lungenfacharzt und Apotheke. Zum Medikationsplan
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FAQ: Häufige Fragen zu Bronchitis

Die akute Bronchitis selbst klingt meist innerhalb einer Woche ab. Der Husten kann sich aber deutlich länger hinziehen: Bis zu drei Wochen Husten sind völlig normal und kein Grund zur Sorge. Bei einem Teil der Betroffenen hält ein Reizhusten sogar noch etwas länger an. Erst ab acht Wochen spricht man von chronischem Husten, der ärztlich abgeklärt werden sollte.
In den allermeisten Fällen nicht. Die akute Bronchitis wird zu rund 90 Prozent durch Viren ausgelöst, gegen die Antibiotika nicht wirken. Studien zeigen nur einen minimalen Nutzen bei echten Nebenwirkungen und Resistenzrisiko. Antibiotika sind nur bei Verdacht auf eine Lungenentzündung, bei relevanten Grunderkrankungen oder sehr schwerem Verlauf sinnvoll — das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Nein. Die gelbliche oder grünliche Farbe entsteht durch Abwehrzellen im Schleim und tritt auch bei rein viralen Infekten auf. Verfärbter Auswurf ist für sich allein kein Beweis für Bakterien und kein Grund für ein Antibiotikum. Für die Beurteilung zählt der Gesamtverlauf, nicht die Farbe des Schleims.
Die akute Bronchitis ist ein meist viraler Infekt, der nach Tagen bis Wochen von selbst ausheilt. Die chronische Bronchitis ist ein Dauerhusten mit Auswurf an den meisten Tagen über mindestens drei Monate in zwei aufeinanderfolgenden Jahren, meist verursacht durch Rauchen. Sie kann in eine COPD übergehen und ist ein Warnsignal, das ernst genommen werden sollte.
Eine einzelne akute Bronchitis führt nicht zu einer COPD. Die chronische Bronchitis dagegen, vor allem durch jahrelanges Rauchen, gilt als Vorstufe: Kommt eine dauerhafte Verengung der Atemwege hinzu, spricht man von COPD. Der wichtigste Schutz ist der Rauchstopp — er kann das Fortschreiten in jedem Stadium bremsen.
Die akute Bronchitis ist ansteckend, weil die auslösenden Viren per Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen werden — durch Husten, Niesen oder über die Hände. Regelmäßiges Händewaschen, das Husten in die Armbeuge und Abstand zu gefährdeten Personen helfen, andere zu schützen. Die chronische Bronchitis durch Rauchen ist dagegen nicht ansteckend.
Schonung, ausreichend trinken, feuchte Raumluft und das Inhalieren von Wasserdampf oder Kochsalzlösung lindern den Hustenreiz. Wichtig ist der Verzicht auf Zigarettenrauch. Hustenlöser oder pflanzliche Mittel können angenehm sein, ihr Nutzen ist aber begrenzt belegt. Keine dieser Maßnahmen macht die Bronchitis schneller weg — sie machen die Zeit bis zur Genesung nur erträglicher.
Während einer akuten Bronchitis mit Krankheitsgefühl oder Fieber solltest du auf anstrengenden Sport verzichten und deinem Körper Ruhe gönnen. Zu frühe oder zu starke Belastung kann den Verlauf verschleppen und in seltenen Fällen das Herz belasten. Erst wenn du dich wieder gesund fühlst und fieberfrei bist, kannst du langsam wieder mit Bewegung beginnen.
Suche ärztlichen Rat bei Atemnot, blutigem Auswurf, hohem oder anhaltendem Fieber, starkem Krankheitsgefühl oder atemabhängigen Brustschmerzen — dahinter kann eine Lungenentzündung stecken. Auch ein Husten, der länger als acht Wochen anhält, gehört abgeklärt. Bei akuter schwerer Atemnot, blauen Lippen oder Bewusstseinstrübung sofort den Notruf 112 wählen.

11. Verwandte Themen

Quellen

  1. DEGAM S3-Leitlinie „Husten" (2021). Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. awmf.org
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Akute Bronchitis. gesundheitsinformation.de
  3. Deutsche Atemwegsliga e. V. / GOLD-Report zur COPD. atemwegsliga.de
  4. Robert Koch-Institut (RKI): Akute Atemwegsinfektionen. rki.de
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Ein verordnetes Antibiotikum sollte immer vollständig und nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden. Bei Atemnot, blutigem Auswurf, hohem anhaltendem Fieber oder einem Husten von mehr als acht Wochen lass die Ursache ärztlich abklären. Bei akuter schwerer Atemnot, blauen Lippen oder Bewusstseinstrübung sofort den Notruf 112 wählen. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.