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Sarah K., 34
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Auf einen Blick
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COVID-19 ist die Infektionskrankheit, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird. Das Virus ist seit der Pandemie nicht verschwunden, sondern zirkuliert dauerhaft in der Bevölkerung Fachleute sprechen von einer endemischen Lage mit saisonalen Wellen, ähnlich wie bei der Grippe oder RSV.¹
Der entscheidende Unterschied zu 2020: Fast alle Menschen haben inzwischen durch Impfungen, durchgemachte Infektionen oder beides eine Grundimmunität aufgebaut. Deshalb verläuft eine Ansteckung heute in der Regel deutlich milder als in den ersten Pandemiejahren. COVID-19 ist damit aber nicht harmlos geworden für ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Infektion weiterhin gefährlich werden, und genau für diese Gruppen gibt es heute wirksame antivirale Medikamente.
Seit Ende 2021 stammen alle zirkulierenden Virusvarianten von der Omikron-Linie ab. Diese Abkömmlinge verändern sich laufend weiter, unterscheiden sich im Verlauf aber nur wenig voneinander: Sie befallen vor allem die oberen Atemwege und seltener die Lunge als frühere Varianten.¹ Grob lassen sich vier Verlaufsformen unterscheiden:
Ein typischer leichter Verlauf beginnt ein bis vier Tage nach der Ansteckung mit Halskratzen und Abgeschlagenheit, erreicht nach zwei bis drei Tagen seinen Höhepunkt und klingt dann langsam ab. Husten und Erschöpfung können auch nach einem leichten Verlauf noch ein bis zwei Wochen nachhängen das allein ist noch kein Long COVID.
Am Symptombild allein lässt sich COVID-19 nicht sicher von Grippe, RSV oder einer Erkältung unterscheiden dafür braucht es einen Test. Eine Entscheidungshilfe für den Winter bietet der Ratgeber Erkältung, Grippe oder Corona?.
Für die allermeisten gesunden Erwachsenen ist COVID-19 heute gut zu überstehen. Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben laut RKI vor allem:¹
Diese Einordnung ist mehr als Statistik: Sie entscheidet darüber, ob bei einer Infektion eine antivirale Therapie geprüft werden sollte und dafür zählt jeder Tag (mehr dazu in Abschnitt 7).
SARS-CoV-2 wird vor allem über Tröpfchen und Aerosole übertragen also feinste Schwebeteilchen, die beim Atmen, Sprechen, Singen und Husten entstehen. In geschlossenen, schlecht gelüfteten Räumen reichern sich Aerosole an, deshalb passieren die meisten Ansteckungen drinnen. Die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden (Inkubationszeit) beträgt bei den aktuellen Varianten meist nur ein bis vier Tage. Ansteckend ist man in der Regel schon kurz vor Symptombeginn und in den ersten Tagen der Erkrankung am stärksten.¹
Ob eine Infektion schwer verläuft, hängt neben Alter und Vorerkrankungen auch von Medikamenten ab, die das Immunsystem dämpfen:
Die Diagnose stützt sich heute fast immer auf Antigen-Schnelltests oder eine PCR-Untersuchung:²
Für gesunde Erwachsene ohne Risikofaktoren gilt: COVID-19 wird wie ein anderer Atemwegsinfekt behandelt symptomatisch, mit Ruhe und Geduld. Ein Virostatikum ist hier nach der Leitlinie in der Regel nicht nötig, weil das Immunsystem die Infektion selbst kontrolliert.³
Für Menschen mit erhöhtem Risiko gibt es antivirale Medikamente, die die Virusvermehrung bremsen und nachweislich das Risiko für Krankenhausaufnahmen senken können. Das wichtigste ist Nirmatrelvir/Ritonavir (Handelsname Paxlovid) Tabletten, die über fünf Tage eingenommen werden.³,⁴ Damit die Therapie wirkt, muss sie innerhalb von fünf Tagen nach Symptombeginn starten; je früher, desto besser.
Infrage kommt die Therapie in der Regel für Erwachsene mit leichtem bis moderatem Verlauf, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben also die Gruppen aus Abschnitt 3. Ob sie im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet die behandelnde Praxis. Für ausgewählte Situationen steht alternativ Remdesivir als Infusion zur Verfügung; Molnupiravir hat in der EU keine Zulassung erhalten.³
Der Ritonavir-Anteil von Paxlovid blockiert ein zentrales Abbau-Enzym der Leber (CYP3A4). Das ist gewollt es hält den Wirkspiegel des eigentlichen Virusmittels hoch. Es bedeutet aber auch: Viele Dauermedikamente werden plötzlich langsamer abgebaut und können sich im Körper anreichern, teils bis in gefährliche Bereiche. Genau die Menschen, für die Paxlovid gedacht ist ältere und chronisch kranke Patienten nehmen oft mehrere dieser Medikamente.⁴
| Medikamentengruppe | Beispiele | Warum kritisch | Übliches Vorgehen (nur ärztlich!) |
|---|---|---|---|
| Statine (Cholesterinsenker) | Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin | Spiegel steigen stark an Risiko für Muskelschäden bis zur Rhabdomyolyse | Statin für die Therapiedauer pausieren oder wechseln |
| Direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) | Rivaroxaban, Apixaban | Verstärkte Wirkung erhöhtes Blutungsrisiko | Je nach Wirkstoff Dosis anpassen, umstellen oder auf Paxlovid verzichten |
| Vitamin-K-Antagonisten | Phenprocoumon | Gerinnungswerte können aus dem Zielbereich geraten | Engmaschige INR-Kontrollen während und nach der Therapie |
| Immunsuppressiva | Tacrolimus, Ciclosporin | Spiegel können um ein Vielfaches ansteigen toxische Wirkung möglich | Nur mit Spiegelkontrollen und spezialisierter Betreuung, oft Dosis-Pause nach Schema |
| Herzrhythmus-Medikamente | Amiodaron und andere Antiarrhythmika | Gefährliche Rhythmusstörungen möglich | Kombination meist ausgeschlossen dann Alternative zu Paxlovid prüfen |
| Schlaf- und Beruhigungsmittel, starke Schmerzmittel | Midazolam, teils Opioide | Verstärkte Sedierung bis Atemdepression | Einzelfallentscheidung, teils Dosisanpassung oder Verzicht |
Die Tabelle ist ein Ausschnitt die Fachinformation listet weit über hundert relevante Kombinationen.⁴ Deshalb gehört vor jeder Verordnung eine vollständige Medikamentenliste auf den Tisch, inklusive rezeptfreier Mittel wie Johanniskraut (das die Paxlovid-Wirkung abschwächen kann). Wie du eine solche Liste führst, zeigt der Ratgeber Medikamentenliste führen; Hintergründe zu Interaktionen erklärt Wechselwirkungen von Medikamenten.
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Die meisten Verläufe lassen sich zu Hause auskurieren. Es gibt aber Warnzeichen, bei denen du nicht abwarten solltest:
Im Krankenhaus stehen weitere Behandlungen zur Verfügung von Sauerstoff über Blutverdünnung bis zu entzündungshemmenden Medikamenten wie Dexamethason. Diese Therapien gehören ausschließlich in die Klinik.³
Halten Beschwerden länger als vier Wochen nach der Infektion an oder treten neu auf, spricht man von Long COVID; ab drei Monaten vom Post-COVID-Syndrom. Typisch sind anhaltende Erschöpfung, Konzentrationsprobleme („Brain Fog"), Belastungsintoleranz und Kurzatmigkeit. Wichtig für die Einordnung: Ein müder Restzustand über ein bis zwei Wochen nach dem Infekt ist normal und noch kein Long COVID. Wenn du aber nach Wochen weiter deutlich unter deinem Niveau bist oder sich Beschwerden nach Belastung regelhaft verschlechtern, lies im Beitrag Long COVID weiter und sprich deine Hausarztpraxis an.
Die COVID-19-Impfung schützt vor allem vor schweren Verläufen der Schutz vor Ansteckung selbst ist begrenzt und lässt mit der Zeit nach. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nach aktuellem Stand eine Basisimmunität aus mehreren Antigenkontakten für alle Erwachsenen sowie jährliche Auffrischimpfungen im Herbst für Menschen ab 60 Jahren, für Menschen mit Grunderkrankungen oder Immunschwäche, für Bewohner von Pflegeeinrichtungen und für medizinisches Personal.⁵ Die Auffrischung lässt sich gut mit der Grippeimpfung am selben Termin kombinieren. Welche Impfungen für dich sonst anstehen, zeigt der Ratgeber Impfungen für Erwachsene.
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