Diabetische Retinopathie:
Warum das Screening die Sehkraft rettet

Auf einen Blick

HäufigkeitEine der häufigsten Diabetesfolgen und wichtige Ursache für Sehverlust im Erwerbsalter
DefinitionSchädigung der kleinen Netzhautgefäße durch erhöhten Blutzucker
Typischer VerlaufLange beschwerdefrei — Symptome kommen oft erst, wenn viel passiert ist
Wichtigster SchutzRegelmäßige Netzhautkontrolle als Kassenleistung, Intervall je nach Befund
TherapieZuerst Blutzucker und Blutdruck einstellen; dann Laser, IVOM, Vitrektomie
Leitlinie & ICD-10S3-Leitlinie Netzhautkomplikationen bei Diabetes (DOG/BVA, AWMF 045-024) · H36.0

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1. Was ist eine diabetische Retinopathie?

Die Netzhaut wird von einem dichten Netz sehr feiner Blutgefäße versorgt — den kleinsten, die der Körper hat. Dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt genau diese Gefäße: Die Wände werden durchlässig, einzelne verschließen sich, Netzhautbezirke werden schlechter versorgt. Das ist die diabetische Retinopathie.¹

Sie ist eine der häufigsten Folgen des Diabetes mellitus und betrifft den Typ-1- wie den Typ-2-Diabetes. Der Unterschied liegt im Zeitpunkt: Bei Typ 1 ist der Krankheitsbeginn meist bekannt; beim Typ-2-Diabetes besteht der erhöhte Zucker oft schon Jahre vor der Diagnose — deshalb findet sich bei manchen bereits bei der Erstdiagnose eine Netzhautveränderung.

Die Kernbotschaft in einem Satz. Die diabetische Retinopathie macht lange überhaupt keine Beschwerden — wenn du etwas bemerkst, ist an der Netzhaut oft schon viel passiert. Deshalb ist die regelmäßige augenärztliche Kontrolle keine übertriebene Vorsichtsmaßnahme, sondern der eigentliche Schutz deiner Sehkraft.

Nicht zu verwechseln mit der altersbedingten Makuladegeneration: Die ist ein Alterungsprozess der Stelle des schärfsten Sehens und hat mit dem Zuckerstoffwechsel nichts zu tun. Beide können gleichzeitig vorliegen.


2. Warum das Screening der eigentliche Schutz ist

Die Logik ist ungewohnt: Bei den meisten Erkrankungen geht man zum Arzt, weil etwas weh tut. Hier geht man, obwohl nichts weh tut — darin liegt der Nutzen. Frühe Veränderungen sieht nur der Blick auf den Augenhintergrund; erkennt man sie, lässt sich der Verlauf beeinflussen. Wartet man auf Symptome, ist der oft nicht mehr rückgängig zu machende Schaden deutlich größer.²

Die Netzhautuntersuchung bei bekanntem Diabetes ist in Deutschland eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, keine Selbstzahlerleistung.

  • Wann zum ersten Mal: Beim Typ-2-Diabetes direkt nach der Diagnose. Beim Typ-1-Diabetes richtet sich der Beginn nach Erkrankungsdauer und Lebensalter.
  • Wie oft danach: Je nach Befund und Risiko. Ohne Netzhautbefund und bei guter Stoffwechsellage sind längere Abstände möglich, bei Veränderungen wird engmaschiger kontrolliert. Den Abstand legt die Augenarztpraxis mit der diabetologischen Betreuung fest.
  • Was untersucht wird: Sehschärfe, Augeninnendruck und vor allem der Augenhintergrund bei weitgetropfter Pupille, ergänzend OCT und ggf. Angiografie.
  • Was du mitbringst: HbA1c- und Blutdruckwerte, Medikationsplan, Datum der letzten Untersuchung.
Nach dem Weittropfen bist du nicht fahrtüchtig. Die Pupillen bleiben Stunden weit, das Sehen ist unscharf und blendempfindlich — plane Begleitung ein. Mehr dazu unter Medikamente und Autofahren.

Ein häufiger Irrtum: Der Sehtest beim Optiker ersetzt diese Untersuchung nicht — Mikroaneurysmen, Blutungen und Ödeme verursachen anfangs keine Sehverschlechterung.


3. Wie der Schaden entsteht

  1. Die Gefäßwände werden undicht. Es bilden sich winzige Aussackungen (Mikroaneurysmen), aus denen Flüssigkeit, Eiweiß und Fett austreten. Sammelt sich das an der Stelle des schärfsten Sehens, entsteht ein Makulaödem — eine Schwellung, die das Lesen unscharf macht.
  2. Gefäße verschließen sich. Andere Kapillaren gehen ganz zu, die dahinterliegenden Bezirke bekommen zu wenig Sauerstoff — spürbar ist das nicht.
  3. Der Körper reagiert falsch. Der Sauerstoffmangel setzt Wachstumssignale frei, vor allem den Botenstoff VEGF. Die Netzhaut bildet neue Gefäße — aber untaugliche: dünnwandig und ungeordnet. Sie wachsen in den Glaskörper, reißen leicht ein und bluten; Bindegewebszüge können die Netzhaut ablösen. Dieses Stadium heißt proliferativ und ist das gefährliche.

Der Vorgang läuft über Jahre und still ab — die Netzhaut hat keine Schmerzfasern.


4. Die Stadien im Überblick

Die Einteilung entscheidet über Kontrollintervall und Behandlung.³

StadiumAuf der Netzhaut sichtbarWas du merkstTypisches Vorgehen
Nichtproliferativ, mild bis mäßigMikroaneurysmen, kleine Blutungen, FettablagerungenIn der Regel nichtsStoffwechsel und Blutdruck optimieren
Nichtproliferativ, schwerAusgedehnte Blutungen, perlschnurartige Venen, größere minderdurchblutete ArealeMeist nichtsEngmaschige Kontrolle, je nach Befund vorbeugender Laser
ProliferativNeue, krankhafte Gefäße auf Netzhaut oder Sehnervkopf, GlaskörperblutungPlötzlicher „Rußregen", Schatten, rascher Sehverlust — oder nichtsPanretinaler Laser, ggf. IVOM; bei Blutung oder Ablösung Vitrektomie
MakulaödemFlüssigkeit in der Stelle des schärfsten Sehens, in jedem Stadium möglichVerschwommenes, verzerrtes Lesen — die häufigste Sehverschlechterung bei DiabetesAnti-VEGF-Spritzen, ergänzend fokaler Laser
Tabelle nach rechts scrollbar

Zwei Punkte sind wichtig: Das Makulaödem ist die häufigste Ursache für schlechteres Sehen bei Diabetes und kann schon früh auftreten. Und ein schweres nichtproliferatives Stadium kann unbemerkt in ein proliferatives übergehen — genau dort nützt die Kontrolle am meisten.


5. Symptome — und warum sie zu spät kommen

Es gibt kein frühes Symptom, auf das Verlass wäre. Was auffällt, gehört bereits zu den fortgeschrittenen Zeichen:

  • Verschwommenes Lesen — typisch beim Makulaödem; siehe verschwommenes Sehen.
  • Schwankende Sehschärfe bei stark schwankendem Zucker — eine vorübergehende Quellung der Linse. Keine Retinopathie, wird aber oft damit verwechselt.
  • Neue schwarze Punkte, Fäden oder ein „Rußregen" — meist eine Einblutung in den Glaskörper. Ein Schatten oder Vorhang von außen kann auf eine Netzhautablösung hinweisen.
  • Plötzlicher, schmerzloser Sehverlust — immer ein Alarmzeichen.

Der Überblick unter Sehstörungen hilft bei der Einordnung. Und noch einmal deutlich: Gutes Sehvermögen schließt eine behandlungsbedürftige Retinopathie nicht aus.

6. Risikofaktoren

  • Diabetesdauer — der stärkste Faktor. Daran lässt sich nichts ändern, wohl aber am Tempo.
  • Blutzuckereinstellung (HbA1c) — senkt Risiko und Fortschreiten deutlich. Den Zielwert legt die diabetologische Betreuung individuell fest.
  • Blutdruck — unterschätzt und fast ebenso wichtig wie der Zucker. Ein gut eingestellter Bluthochdruck schützt die Netzhautgefäße messbar.
  • Rauchen — beschleunigt praktisch jede diabetische Folgeerkrankung.
  • Blutfette und Nierenfunktion — erhöhte Blutfette begünstigen Ablagerungen in der Netzhaut, eine eingeschränkte Nierenfunktion geht oft mit ausgeprägterer Retinopathie einher.
  • Schwangerschaft — ein Sonderfall: Bei bestehendem Diabetes kann sich eine Retinopathie in der Schwangerschaft rasch verschlechtern. Deshalb gehören eine Untersuchung vor einer geplanten Schwangerschaft und engmaschige Kontrollen im Verlauf zum Standard. Ein Schwangerschaftsdiabetes bringt dieses Risiko in der Regel nicht mit sich.
Zwei Zahlen, ein Ziel. Wer bei Diabetes an die Augen denkt, denkt meist nur an den Blutzucker. Tatsächlich zählen Zucker und Blutdruck gemeinsam — und der Blutdruck wird zu Hause seltener kontrolliert. Wie du beide misst, steht in Blutzucker richtig messen und Blutdruck richtig messen.

7. Therapie beginnt beim Stoffwechsel

Die wirksamste Behandlung findet nicht am Auge statt: eine gute, stabile Stoffwechseleinstellung und ein gut eingestellter Blutdruck. Laser und Spritzen sind Reparaturmaßnahmen — sie retten oft die Sehkraft, machen aber nicht ungeschehen, was entstanden ist.³

Der HbA1c-Zielwert hängt von Alter, Begleiterkrankungen und Unterzuckerungsrisiko ab. Zur Therapie gehören je nach Diabetestyp Lebensstilmaßnahmen und Medikamente wie Metformin, moderne Substanzklassen oder Insulin; Praxishinweise im Ratgeber Diabetes-Medikamente im Alltag. Für den Blutdruck kommen häufig ACE-Hemmer wie Ramipril oder Sartane zum Einsatz, die zusätzlich die Nieren schützen. Die Auswahl trifft die behandelnde Praxis.

Warum Einnahmetreue hier so viel zählt. Blutdrucksenker und Diabetesmedikamente wirken unauffällig: Man spürt weder, wenn sie wirken, noch sofort, wenn sie fehlen — deshalb werden sie besonders häufig vergessen. Auf der Netzhaut summieren sich diese Lücken über Jahre. Eine feste Einnahmezeit ist hier kein Komfort, sondern Teil der Therapie; Grundlagen in Medikamente richtig einnehmen.
  • Werte dokumentieren statt schätzen — der Verlauf sagt mehr als der Momentwert.
  • Laborwerte verstehen — HbA1c, Blutfette und Nierenwerte gehören zusammen gelesen; Hilfe gibt Blutwerte verstehen.
  • Termine koppeln — die Netzhautkontrolle an einen bestehenden Diabetes-Termin hängen; was gemeinsam im Kalender steht, fällt seltener aus.
  • Befunde weitergeben — der Augenbefund gehört in die Diabetesbetreuung und umgekehrt.

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8. Zu schnelle HbA1c-Senkung

Ein Zusammenhang, der viele überrascht und selten von allein zur Sprache kommt: Eine sehr rasche Senkung eines lange stark erhöhten HbA1c kann eine bestehende Retinopathie vorübergehend verschlechtern. Das ist seit den großen Diabetesstudien bekannt und wird in Leitlinien benannt.³,⁴

Vereinfacht: Die Netzhautgefäße haben sich über Jahre an eine hohe Zuckerkonzentration angepasst. Wird der Stoffwechsel binnen weniger Wochen drastisch umgestellt, ändern sich Durchblutung und Flüssigkeitsverhältnisse abrupt; bestehende Schäden können für einige Monate deutlicher hervortreten. Daraus folgt nicht, dass ein hoher Zucker besser wäre — langfristig ist die gute Einstellung eindeutig der bessere Weg. Die Konsequenz ist eine andere:

  • Kontrolliert senken: Bei stark erhöhten Ausgangswerten schrittweise über Monate, nicht im Eiltempo.
  • Vorher zum Augenarzt: Vor einer deutlichen Therapieintensivierung — etwa dem Beginn einer Insulintherapie — ist eine Netzhautkontrolle sinnvoll.
  • Engmaschiger kontrollieren: Bei bereits ausgeprägter Retinopathie werden die Kontrollen in der Umstellungsphase enger getaktet.
  • Nicht selbst steuern: Das Tempo der Senkung gehört in die Hand der behandelnden Praxis.
Ein Satz für den nächsten Termin. „Mein HbA1c soll deutlich gesenkt werden — sollte vorher meine Netzhaut kontrolliert werden?" Die Frage kostet nichts und ist hier sinnvoll. Formulierungshilfen unter Arzttermin vorbereiten.

9. Laser, Spritzen, Vitrektomie

Zeigt die Netzhaut behandlungsbedürftige Veränderungen, stehen drei Verfahren zur Verfügung, oft kombiniert. Die Entscheidung trifft die Augenarztpraxis mit dir.⁵

Laser Laserkoagulation
Panretinale Laserkoagulation
Bei proliferativer Retinopathie werden minderdurchblutete Bezirke der äußeren Netzhaut verödet; das Wachstumssignal sinkt, die krankhaften Gefäße bilden sich zurück. Der Preis: Das Verfahren opfert Anteile des äußeren Gesichtsfelds und kann das Dämmerungssehen verschlechtern — um das zentrale Sehen zu retten.
Fokaler Laser
Gezielte Behandlung einzelner undichter Stellen, heute meist ergänzend zu Injektionen.
Injektion IVOM: Medikamente ins Auge
Anti-VEGF-Injektionen
Standard beim Makulaödem mit Beteiligung der Sehmitte: Der Wirkstoff blockiert das Signal, das die Gefäße undicht macht, die Schwellung geht zurück. Zunächst mehrere monatliche Injektionen, danach befundabhängig.
Kortison-Implantate
Eine Option, wenn Anti-VEGF nicht ausreicht oder häufige Termine nicht umsetzbar sind. Zu beachten: möglicher Druckanstieg im Auge, beschleunigte Linsentrübung.
Operation Vitrektomie
Glaskörperentfernung
Infrage bei einer Glaskörperblutung, die sich nicht aufklart, bei Bindegewebszügen und bei einer Netzhautablösung durch Zug. Der trübe Glaskörper wird entfernt und ersetzt, oft mit Laserbehandlung.

Auch hier entscheidet die Termintreue mit über das Ergebnis: Ein Makulaödem, das zwischen zwei zu weit auseinanderliegenden Terminen zurückkehrt, kostet Sehschärfe, die sich nicht immer zurückgewinnen lässt.


10. Warnzeichen

Diese Zeichen nicht abwarten. Ein plötzlicher schmerzloser Sehverlust, ein neuer dunkler Schatten oder „Vorhang" von außen, viele neue schwarze Punkte oder ein Schwarm feiner Flocken — oft als „Rußregen" beschrieben — sowie neue Lichtblitze gehören zeitnah augenärztlich abgeklärt, außerhalb der Sprechzeiten in einer Notfallambulanz. Der „Rußregen" ist das typische Bild einer Glaskörperblutung aus krankhaften neuen Gefäßen, ein Vorhang kann auf eine Netzhautablösung hinweisen. Beides ist behandelbar — aber die Zeit spielt mit. Zur Einordnung anderer Sehveränderungen siehe Sehstörungen.

Ebenfalls ein Grund, den nächsten Termin vorzuziehen: ein über Tage anhaltendes verschwommenes oder verzerrtes Lesen bei stabilem Blutzucker. Das kann ein neues Makulaödem sein — behandelbar, je früher desto besser.


11. Andere Folgeschäden

Die Netzhaut ist ein Fenster auf die kleinen Gefäße des ganzen Körpers — was dort zu sehen ist, betrifft nicht nur das Auge.

  • Nieren: Retinopathie und chronische Nierenerkrankung treten häufig gemeinsam auf — ein auffälliger Augenbefund ist ein guter Anlass, die Nierenwerte zu prüfen.
  • Nerven: Die Polyneuropathie mit Kribbeln und Taubheit an Füßen und Beinen folgt demselben Muster.
  • Herz und Gefäße: Eine ausgeprägte Retinopathie geht mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse einher.
  • Weitere Augenerkrankungen: Bei Diabetes tritt ein grauer Star häufig früher auf, und bestimmte Formen des Glaukoms sind häufiger. Auch das wird bei der Kontrolle beurteilt.

Der praktische Nutzen: Die Netzhautkontrolle liefert nicht nur eine Aussage über die Augen, sondern eine Standortbestimmung für den gesamten Gefäßstatus.

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FAQ: Häufige Fragen zur diabetischen Retinopathie

Ja, gerade dann. Die diabetische Retinopathie verläuft über Jahre beschwerdefrei, und gutes Sehen schließt behandlungsbedürftige Veränderungen nicht aus. Nur der Blick auf den Augenhintergrund zeigt frühe Schäden. Wer auf Symptome wartet, kommt oft zu spät für einen Teil des Schadens.
Das Intervall richtet sich nach Befund und Risiko und wird individuell festgelegt. Ohne Netzhautveränderungen und bei guter Stoffwechsellage sind längere Abstände möglich, sonst wird engmaschiger kontrolliert. Beim Typ-2-Diabetes erfolgt die erste Untersuchung direkt nach der Diagnose. Sie ist eine Kassenleistung.
Sehr frühe Veränderungen können sich bei deutlich verbesserter Stoffwechsellage teilweise zurückbilden. Fortgeschrittene Schäden, vor allem untergegangene Netzhautbezirke, bilden sich in der Regel nicht zurück. Behandlung und gute Einstellung zielen darauf, das Fortschreiten aufzuhalten und die Sehkraft zu erhalten.
Wird ein lange stark erhöhter HbA1c sehr rasch gesenkt, kann sich eine bestehende Retinopathie vorübergehend verschlechtern; die Netzhautgefäße reagieren auf die abrupte Umstellung. Deshalb wird bei stark erhöhten Werten kontrolliert über Monate gesenkt und die Netzhaut in dieser Phase engmaschiger kontrolliert. Langfristig bleibt die gute Einstellung der bessere Weg.
Dabei tritt Flüssigkeit aus undichten Gefäßen in die Stelle des schärfsten Sehens aus und lässt sie anschwellen; das Lesen wird unscharf oder verzerrt. Es ist die häufigste Ursache für Sehverschlechterung bei Diabetes und kann in jedem Stadium auftreten. Behandelt wird meist mit Anti-VEGF-Injektionen, ergänzend mit fokalem Laser.
So beschreiben viele Betroffene einen plötzlichen Schwarm dunkler Punkte oder Flocken im Gesichtsfeld. Bei Diabetes ist das typischerweise eine Blutung in den Glaskörper aus krankhaften neuen Gefäßen. Das gehört zeitnah augenärztlich abgeklärt, außerhalb der Sprechzeiten in einer Notfallambulanz. Kommt ein dunkler Vorhang dazu, besteht Verdacht auf eine Netzhautablösung.

Quellen

  1. gesund.bund.de: Diabetische Retinopathie. Abgerufen 2026. gesund.bund.de
  2. Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Netzhauterkrankungen bei Diabetes. Abgerufen 2026. gesundheitsinformation.de
  3. S3-Leitlinie Spezielle Diagnostik und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes (DOG/BVA, AWMF Reg.-Nr. 045-024). awmf.org
  4. MSD Manual, Patientenausgabe: Diabetische Retinopathie. Abgerufen 2026. msdmanuals.com
  5. Berufsverband der Augenärzte (BVA): Diabetes und Auge. Abgerufen 2026. augeninfo.de

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Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Ein gutes Sehvermögen schließt eine behandlungsbedürftige Netzhautveränderung nicht aus — die augenärztliche Kontrolle ist durch keinen Selbsttest ersetzbar. Bei plötzlichem schmerzlosem Sehverlust, einem dunklen Vorhang, Lichtblitzen oder einem plötzlichen Schwarm dunkler Punkte („Rußregen") suche zeitnah eine Augenarztpraxis oder eine Notfallambulanz auf. Ändere Dosierungen von Diabetes- oder Blutdruckmedikamenten nie eigenmächtig; die Medikamentenwahl und Dosierung wird immer individuell von der behandelnden Praxis festgelegt. Letzte Aktualisierung: September 2026.