Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom):
unspezifische Zeichen, BRCA & PARP-Hemmer

Auf einen Blick

HäufigkeitSeltener als Brustkrebs, aber eine der folgenschwersten gynäkologischen Krebserkrankungen; meist nach den Wechseljahren
DefinitionBösartiger Tumor der Eierstöcke, meist ein Karzinom, das oft von den Eileitern ausgeht
Typische ZeichenNeue, anhaltende Beschwerden: Blähbauch, Völlegefühl, Bauch- oder Beckenschmerzen, häufiger Harndrang
ErblichEin Teil der Erkrankungen beruht auf Genveränderungen, vor allem in BRCA1 oder BRCA2
TherapieOperation im Zentrum, Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel, je nach Befund Erhaltung mit PARP-Hemmer oder Bevacizumab
Leitlinie & ICD-10S3-Leitlinie Maligne Ovarialtumoren (Leitlinienprogramm Onkologie) · C56

Chemo-Zyklen, Erhaltungstabletten, Kontrollen: alles im Blick

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1. Was ist Eierstockkrebs?

Eierstockkrebs ist ein bösartiger Tumor, der an den Eierstöcken (Ovarien) entsteht. Die häufigste und gefährlichste Form, das hochgradig seröse Karzinom, beginnt nach heutigem Wissen oft gar nicht im Eierstock selbst, sondern am Ende des Eileiters und breitet sich früh im Bauchraum aus. Betroffen sind vor allem Frauen nach den Wechseljahren; erbliche Formen treten im Schnitt früher auf.¹,²

Eierstockkrebs ist deutlich seltener als Brustkrebs, wird aber bei der Mehrzahl der Betroffenen erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, wenn sich bereits Tumorherde im Bauchfell gebildet haben. Das ist der Hauptgrund, warum er zu den folgenschwersten gynäkologischen Krebsarten zählt — und warum es sich lohnt, neue Bauchbeschwerden ernst zu nehmen.²

Nicht verwechseln. Eierstockkrebs hat nichts mit Gebärmutterhalskrebs zu tun: Der Pap-Abstrich und der HPV-Test erfassen ihn nicht, und die HPV-Impfung schützt nicht davor. Auch die meisten Zysten am Eierstock sind gutartig, besonders vor den Wechseljahren.

2. Formen und Stadien

Unter „Eierstockkrebs" werden mehrere Tumorarten zusammengefasst, die sich in Verhalten und Behandlung unterscheiden. Eileiter- und Bauchfellkarzinome werden wegen ihrer engen Verwandtschaft genauso behandelt.³

  • Hochgradig seröses Karzinom — die häufigste Form. Wächst schnell, spricht aber anfangs meist gut auf platinhaltige Chemotherapie an. Bei ihm finden sich besonders oft BRCA-Veränderungen.
  • Niedriggradig seröses Karzinom — wächst langsamer, spricht schlechter auf Chemotherapie an.
  • Endometrioides und klarzelliges Karzinom — häufiger in Zusammenhang mit Endometriose, oft in früheren Stadien entdeckt.
  • Muzinöses Karzinom — selten; muss von Absiedlungen anderer Tumoren, etwa aus dem Darm, abgegrenzt werden.
  • Borderline-Tumoren, Keimzell- und Keimstrangtumoren — Sonderformen, die teils junge Frauen betreffen und anders, oft fruchtbarkeitserhaltend, behandelt werden.
FIGO-StadiumAusbreitungWas das bedeutet
IAuf einen oder beide Eierstöcke bzw. Eileiter begrenztGute Heilungschancen; Operation, oft plus Chemotherapie
IIAusbreitung im kleinen Becken, etwa auf GebärmutterOperation und Chemotherapie
IIIBauchfell außerhalb des Beckens und/oder Lymphknoten im BauchraumHäufigstes Stadium bei Diagnose; Operation, Chemotherapie, Erhaltungstherapie
IVFernmetastasen, etwa in Leber oder RippenfellSystemische Therapie, Operation nur in ausgewählten Fällen
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3. Symptome: warum er so oft spät auffällt

Die Eierstöcke liegen tief im Becken, mit viel Platz um sich herum. Ein Tumor kann dort lange wachsen, ohne zu drücken. Wenn Beschwerden auftreten, sind sie unspezifisch — sie ähneln einer Verdauungsstörung oder einer Reizblase:¹

  • Aufgeblähter Bauch und zunehmender Bauchumfang, oft bei gleichzeitigem Gewichtsverlust — die Hose spannt, obwohl du nicht zugenommen hast. Ursache kann Bauchwasser (Aszites) sein.
  • Frühes Sättigungs- und Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit.
  • Bauch- oder Unterleibsschmerzen, Druck im Becken.
  • Häufiger Harndrang oder veränderter Stuhlgang, etwa neue Verstopfung.
  • Blutungen nach den Wechseljahren — seltener, aber immer abklärungsbedürftig.
  • Atemnot durch Flüssigkeit im Brustkorb oder starke Müdigkeit bei fortgeschrittener Erkrankung.
Das Muster zählt, nicht das einzelne Symptom. Blähungen hat jeder einmal. Hellhörig solltest du werden, wenn die Beschwerden neu sind, über mehrere Wochen fast täglich auftreten und nicht zu deinem bisherigen Bauchgefühl passen — besonders ab etwa 50 Jahren. Gerade dann nicht vorschnell auf einen Reizdarm schließen, sondern auch gynäkologisch untersuchen lassen.¹,³

4. Ursachen, Risikofaktoren und BRCA

Warum Eierstockkrebs entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Bekannt sind Faktoren, die das Risiko erhöhen oder senken:¹,³

  • Erbliche Genveränderungen — vor allem in den Genen BRCA1 und BRCA2, seltener in RAD51C, RAD51D oder BRIP1 sowie beim Lynch-Syndrom, das auch Darmkrebs begünstigt. Das Risiko ist bei Trägerinnen deutlich erhöht.⁴
  • Familiengeschichte — Eierstockkrebs bei einer Verwandten oder mehrere Fälle von Brustkrebs, besonders in jungen Jahren oder bei Männern.
  • Alter — das Risiko steigt nach den Wechseljahren.
  • Endometriose — leicht erhöhtes Risiko für bestimmte Formen.
  • Keine Schwangerschaften und eine lange Zeit mit Eisprüngen; dazu Übergewicht.
Medikamente als Einflussfaktor — in beide Richtungen. Eine längere Einnahme der Pille senkt das Risiko für Eierstockkrebs deutlich, und der Schutz hält noch Jahre nach dem Absetzen an. Eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren ist dagegen mit einem leicht erhöhten Risiko verbunden. Das ist kein Grund, ein Präparat eigenmächtig zu beginnen oder abzusetzen — beides gehört in eine individuelle Abwägung mit deiner Praxis.³

Weitere schützende Faktoren sind Schwangerschaften und Stillen. Eine Unterbindung oder Entfernung der Eileiter senkt das Risiko ebenfalls, weshalb bei ohnehin geplanten Bauchoperationen nach abgeschlossener Familienplanung teils die Entfernung der Eileiter angeboten wird.³


5. Diagnose und Früherkennung

Früherkennung: ehrlich eingeordnet

Ein wirksames Früherkennungsprogramm für Eierstockkrebs gibt es nicht. In großen Studien hat eine regelmäßige Untersuchung mit Ultraschall und dem Blutwert CA-125 bei Frauen ohne Beschwerden keine Todesfälle verhindert, aber viele Fehlalarme und unnötige Operationen ausgelöst. Der als Selbstzahlerleistung angebotene Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung wird vom IGeL-Monitor deshalb als „negativ" bewertet.³,⁵ Für Frauen mit erblichem Risiko gelten eigene Empfehlungen (siehe Abschnitt 9).

Wenn ein Verdacht besteht

  • Tastuntersuchung und Ultraschall durch die Scheide: Der Ultraschall zeigt Größe und Struktur einer Veränderung; bestimmte Merkmale sprechen eher für gutartig oder bösartig.
  • CA-125 im Blut: häufig erhöht, aber nicht beweisend — auch Endometriose, Myome, die Periode oder Leber- und Bauchfellerkrankungen können den Wert steigern.
  • CT von Brustkorb und Bauch: zeigt die Ausbreitung und hilft bei der Operationsplanung.
  • Operation als Diagnose: Gesichert wird Eierstockkrebs in der Regel feingeweblich während oder nach der Operation. Eine Punktion eines vermutlich frühen Tumors durch die Bauchdecke wird vermieden, weil sie Tumorzellen verteilen kann.
  • Gen- und Tumortests: Laut Leitlinie soll allen Patientinnen mit einem Ovarialkarzinom eine Untersuchung auf erbliche BRCA-Veränderungen angeboten werden. Zusätzlich wird das Tumorgewebe auf BRCA und eine sogenannte homologe Rekombinationsdefizienz (HRD) untersucht — wichtig für die Erhaltungstherapie.

Die Behandlung gehört in ein Zentrum mit Erfahrung in der Operation von Eierstockkrebs; das verbessert nachweislich die Ergebnisse. Für das Erstgespräch hilft der Ratgeber Arzttermin vorbereiten.³

6. Therapie: Operation und Chemotherapie

Die Behandlung ruht auf zwei Säulen: einer möglichst vollständigen Operation und einer platinhaltigen Chemotherapie. Der wichtigste beeinflussbare Faktor für die Prognose ist, ob am Ende der Operation kein sichtbarer Tumor mehr zurückbleibt.³

Frühe Stadien Operation mit Staging
Operatives Staging
Entfernung beider Eierstöcke und Eileiter, der Gebärmutter und des großen Bauchnetzes, Gewebeproben aus dem Bauchfell und Lymphknoten. Bei jungen Frauen mit sehr frühem, wenig aggressivem Tumor kann fruchtbarkeitserhaltend operiert werden.
Chemotherapie
Je nach Risiko folgt eine Chemotherapie mit Carboplatin, oft kombiniert mit Paclitaxel. Bei den günstigsten Befunden kann darauf verzichtet werden.
Fortgeschritten Große Operation plus Chemotherapie
Tumorentfernung im Zentrum
Ziel ist die Entfernung aller sichtbaren Tumorherde; dafür werden teils Darmabschnitte, Bauchfell oder Teile anderer Organe mit entfernt. Ist das anfangs nicht möglich, folgt zuerst Chemotherapie und die Operation nach einigen Zyklen.
Carboplatin und Paclitaxel
Standard sind sechs Zyklen im Abstand von drei Wochen. Bei fortgeschrittenen Stadien kann der Gefäßhemmer Bevacizumab ergänzt und danach als Erhaltung fortgeführt werden.
Rückfall Erneute Behandlung
Platinsensibler Rückfall
Kommt der Krebs erst nach längerer Zeit zurück, wird meist erneut platinhaltig behandelt; bei ausgewählten Patientinnen kommt eine zweite Operation infrage.
Platinresistenter Rückfall
Kommt er rasch zurück, werden andere Wirkstoffe eingesetzt, teils mit Bevacizumab; bei hoher Ausprägung des Folsäurerezeptors alpha steht das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Mirvetuximab soravtansin zur Verfügung. Lebensqualität und Symptomkontrolle rücken hier stärker in den Mittelpunkt.

Ehrlich eingeordnet: Auch nach einer erfolgreichen Erstbehandlung kommt fortgeschrittener Eierstockkrebs bei vielen Frauen zurück. Er wird dann oft über Jahre wie eine chronische Erkrankung mit wechselnden Therapien behandelt. Welche Schritte zu dir passen, entscheidet das Behandlungsteam gemeinsam mit dir in der Tumorkonferenz; eine Zweitmeinung ist ausdrücklich dein Recht.³


7. PARP-Hemmer und Erhaltungstherapie

PARP-Hemmer sind Tabletten, die ein Reparatursystem der Zelle blockieren. Tumorzellen, deren zweites Reparatursystem durch eine BRCA-Veränderung oder eine HRD bereits gestört ist, können ihre Erbsubstanz dann nicht mehr reparieren und sterben ab. Eingesetzt werden sie als Erhaltungstherapie, wenn der Tumor auf die platinhaltige Chemotherapie angesprochen hat.³,⁶

Erhaltung Nach der ersten Chemotherapie
Olaparib
Zweimal täglich als Tablette; bei BRCA-Mutation allein, bei HRD-positivem Tumor zusammen mit Bevacizumab. Die Behandlungsdauer ist in der ersten Linie begrenzt.
Niraparib
Einmal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten; die Startdosis richtet sich laut Fachinformation nach Körpergewicht und Blutplättchenzahl. Auch ohne BRCA-Mutation zugelassen.
Bevacizumab
Infusion alle drei Wochen als Fortsetzung der Chemotherapie, allein oder mit Olaparib.

Ehrlich eingeordnet: Am deutlichsten ist der Nutzen der PARP-Hemmer bei einer BRCA-Mutation — hier verlängern sie die Zeit ohne Rückfall erheblich. Ohne BRCA-Mutation und ohne HRD fällt der Vorteil deutlich kleiner aus, und ein Gewinn an Lebenszeit ist dort nicht sicher belegt. Das gehört offen in die Abwägung gegen Nebenwirkungen und die Belastung durch eine tägliche Tablette über Monate bis Jahre.³


8. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Zwischen Chemotherapie, Infusionen, Erhaltungstabletten und Begleitmedikamenten verliert man schnell den Überblick. Die wichtigsten Punkte laut Fachinformationen:⁶

  • Paclitaxel: kann allergische Reaktionen auslösen, deshalb gibt es vorher Medikamente wie Dexamethason und Antihistaminika. Häufig sind Haarausfall und Kribbeln in Händen und Füßen (Polyneuropathie), das nicht immer ganz verschwindet.
  • Carboplatin: senkt die Blutwerte und verursacht Übelkeit; vorbeugend helfen Mittel wie Ondansetron nach festem Plan. Nach vielen Zyklen, etwa beim Rückfall, nehmen allergische Reaktionen zu.
  • PARP-Hemmer: Übelkeit, Müdigkeit und Blutarmut sind häufig, unter Niraparib auch ein Abfall der Blutplättchen und erhöhter Blutdruck. Deshalb wird das Blutbild anfangs engmaschig kontrolliert. Selten entstehen Blutbildungsstörungen (MDS, Leukämie).
  • Bevacizumab: erhöht oft den Blutdruck und kann Eiweiß im Urin verursachen; Wundheilung und Darmwand werden empfindlicher. Zu Hause messen lohnt sich, siehe Blutdruck richtig messen.
  • Mirvetuximab soravtansin: kann die Augen schädigen; vorgeschrieben sind augenärztliche Kontrollen und vorbeugende Augentropfen.
Olaparib und Wechselwirkungen. Olaparib wird über das Leberenzym CYP3A abgebaut. Starke Hemmstoffe wie das Antibiotikum Clarithromycin oder bestimmte Pilzmittel erhöhen den Spiegel, Verstärker wie Carbamazepin, Rifampicin oder Johanniskraut senken ihn. Laut Packungsbeilage sollst du während der Behandlung keinen Grapefruitsaft trinken — mehr im Ratgeber Grapefruit und Medikamente. Jedes neue Medikament, auch rezeptfrei oder pflanzlich, vorher mit dem Behandlungsteam oder der Apotheke abstimmen.⁶
Notfallzeichen kennen. Fieber während einer Chemotherapie, starke Bauchschmerzen, Erbrechen mit aufgeblähtem Bauch und fehlendem Stuhlgang oder Windabgang (Verdacht auf Darmverschluss), plötzliche Atemnot oder ein einseitig geschwollenes Bein gehören sofort in die Klinik — nachts in die Notaufnahme oder 112. Krebs und Operation erhöhen das Thromboserisiko deutlich; verordnete Spritzen wie Enoxaparin deshalb nicht eigenmächtig weglassen, siehe Medikamente absetzen.

Die Dosis der PARP-Hemmer wird bei Nebenwirkungen häufig angepasst oder kurz pausiert — das legt das Behandlungsteam fest, nicht die Patientin selbst. Eine vergessene Tablette wird laut Fachinformation nicht nachgeholt, sondern zur nächsten regulären Zeit weiter eingenommen.⁶ Pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungen gehören ebenfalls auf den Plan; siehe pflanzliche Arzneimittel.

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9. BRCA in der Familie: Gentest und vorbeugende Operation

Wird bei dir eine BRCA-Veränderung gefunden, betrifft das nicht nur deine eigene Therapie: Eltern, Geschwister und Kinder können sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent geerbt haben. Eine genetische Beratung, etwa in einem Zentrum des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, klärt, wer sich testen lassen kann und was ein Ergebnis bedeutet.⁴

  • Vorbeugende Entfernung von Eierstöcken und Eileitern — für gesunde BRCA-Trägerinnen die wirksamste Maßnahme gegen Eierstockkrebs. Empfohlen wird sie nach abgeschlossener Familienplanung, bei BRCA1 meist etwas früher als bei BRCA2.
  • Folge: vorzeitige Wechseljahre — vor dem natürlichen Wechsel löst die Operation Hitzewallungen, Schlafstörungen und ein höheres Osteoporose-Risiko aus. Eine Hormonersatztherapie bis etwa zum Alter der natürlichen Menopause ist für viele Trägerinnen ohne Brustkrebs möglich und wird individuell besprochen.
  • Brust im Blick — BRCA-Veränderungen erhöhen auch das Brustkrebsrisiko. Für Trägerinnen gibt es ein intensiviertes Früherkennungsprogramm in spezialisierten Zentren.
  • Ultraschall ersetzt keine Operation — regelmäßige Ultraschall- und CA-125-Kontrollen senken auch bei Hochrisiko-Frauen das Sterberisiko nicht verlässlich.

10. Nachsorge, Wechseljahre und Alltag

Die Nachsorge dient dazu, Beschwerden und Spätfolgen zu behandeln und einen Rückfall zu erkennen. In den ersten Jahren finden die Termine alle paar Monate statt, später seltener. Wie oft CA-125 und Bildgebung eingesetzt werden, legt das Zentrum individuell fest; ein Rückfall, der allein am steigenden Marker erkannt wird, lässt sich nach bisherigen Studien nicht automatisch besser behandeln.³

  • Wechseljahresbeschwerden — nach der Operation setzen die Wechseljahre abrupt ein, wenn sie noch nicht vorbei waren. Ob Hormone infrage kommen, hängt vom Tumortyp ab; bei vielen Formen ist das nach Beratung möglich.
  • Knochen schützen — der Östrogenverlust und Cortison während der Chemotherapie belasten die Knochen; Bewegung, Vitamin D und gegebenenfalls eine Knochendichtemessung sind sinnvoll, siehe Osteoporose.
  • Thrombosen vorbeugen — viel bewegen, ausreichend trinken und Warnzeichen kennen; siehe Thrombose und Lungenembolie.
  • Essen nach Darmoperation — kleinere Mahlzeiten, gut kauen, blähende Speisen zunächst meiden. Eine Ernährungsberatung hilft, wenn Teile des Darms entfernt wurden.
  • Erschöpfung und Psyche — tumorbedingte Müdigkeit, Angst vor dem Rückfall und Fragen zur Sexualität sind häufig. Psychoonkologische Beratung, Reha und Selbsthilfegruppen sind Teil der Versorgung.

Eierstockkrebs begleitet viele Frauen über Jahre — mit Phasen ohne Therapie, Erhaltungstabletten und erneuten Behandlungen. Ein vollständiger Medikationsplan, in dem auch Begleitmedikamente und Präparate gegen Wechseljahresbeschwerden stehen, erleichtert jedes Gespräch mit Klinik, Hausarztpraxis und Apotheke.

Nebenwirkungen und Werte im Verlauf

Halte Blutbild, Blutdruck und Beschwerden fest und nimm alles zum nächsten Kontrolltermin mit.

Verlauf dokumentieren

FAQ: Häufige Fragen zu Eierstockkrebs

Frühe Stadien verursachen meist keine Beschwerden. Später treten oft unspezifische Zeichen auf: ein aufgeblähter Bauch, zunehmender Bauchumfang, frühes Sättigungsgefühl, Bauch- oder Beckenschmerzen und häufiger Harndrang. Hellhörig solltest du werden, wenn solche Beschwerden neu sind und über mehrere Wochen fast täglich auftreten.
Bei Frauen ohne Beschwerden hat eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung, auch zusammen mit dem Blutwert CA-125, in großen Studien keine Todesfälle verhindert. Sie führt aber häufig zu Fehlalarmen und unnötigen Operationen. Bei Beschwerden ist der Ultraschall dagegen eine wichtige erste Untersuchung.
Veränderungen in den Genen BRCA1 oder BRCA2 erhöhen das Risiko für Eierstock- und Brustkrebs deutlich. Bei einer Erkrankung sprechen BRCA-positive Tumoren besonders gut auf PARP-Hemmer an. Angehörige können die Veränderung geerbt haben und sollten eine genetische Beratung erhalten.
PARP-Hemmer wie Olaparib oder Niraparib sind Tabletten, die ein Reparatursystem der Tumorzellen blockieren. Sie werden als Erhaltungstherapie nach einer erfolgreichen platinhaltigen Chemotherapie eingesetzt. Am stärksten profitieren Frauen mit BRCA-Mutation oder HRD-positivem Tumor.
In frühen Stadien sind die Heilungschancen gut. Weil die Erkrankung meist erst fortgeschritten entdeckt wird, kommt sie bei vielen Frauen nach der Erstbehandlung zurück. Durch Operation, Chemotherapie und Erhaltungstherapie lässt sie sich aber oft über lange Zeit kontrollieren.
Ja, eine längere Einnahme der Pille senkt das Risiko für Eierstockkrebs deutlich, und der Effekt hält Jahre nach dem Absetzen an. Ob die Pille im Einzelfall sinnvoll ist, hängt aber auch von anderen Risiken wie Thrombosen ab und sollte ärztlich besprochen werden.
Das hängt vom Tumortyp ab. Bei vielen Formen ist eine Hormonersatztherapie nach sorgfältiger Beratung möglich, bei hormonabhängigen Formen wie dem niedriggradig serösen oder endometrioiden Karzinom ist mehr Zurückhaltung geboten. Die Entscheidung trifft die behandelnde Praxis gemeinsam mit dir.

Quellen

  1. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ): Eierstockkrebs. Abgerufen 2026. krebsinformationsdienst.de
  2. Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut: Eierstockkrebs. Abgerufen 2026. krebsdaten.de
  3. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren, Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe), AWMF-Registernummer 032-035OL, Version 6.1, 2026. leitlinienprogramm-onkologie.de
  4. Deutsches Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs: Informationen zu Risiko, Gentest und Prävention. Abgerufen 2026. konsortium-familiaerer-brustkrebs.de
  5. IGeL-Monitor (Medizinischer Dienst Bund): Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung. Abgerufen 2026. igel-monitor.de
  6. Fachinformationen und Gebrauchsinformationen der Wirkstoffe Olaparib, Niraparib, Bevacizumab, Paclitaxel, Carboplatin und Mirvetuximab soravtansin (Abschnitte Dosierung, Warnhinweise, Wechselwirkungen, Nebenwirkungen). Abgerufen 2026. fachinfo.de

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Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Neue Bauchbeschwerden, die über Wochen fast täglich auftreten, gehören gynäkologisch abgeklärt; Fieber während einer Chemotherapie oder Zeichen eines Darmverschlusses sind ein Notfall. Die Medikamentenwahl und Dosierung wird immer individuell von der behandelnden Praxis festgelegt. Letzte Aktualisierung: November 2026.