Grüner Star (Glaukom):
Symptome, Augeninnendruck & Behandlung

Auf einen Blick

HäufigkeitEine der häufigsten Ursachen für Erblindung weltweit — in Deutschland sind rund eine Million Menschen betroffen, viele davon ohne es zu wissen
Andere NamenGlaukom, grüner Star, Offenwinkelglaukom, Engwinkelglaukom
LeitsymptomLange keines — die häufige Form macht über Jahre keine Beschwerden und zerstört das Gesichtsfeld schleichend von außen nach innen
DiagnoseAugeninnendruck, Untersuchung des Sehnervs (Papille) und Gesichtsfeldmessung beim Augenarzt
ErstlinieMeist drucksenkende Augentropfen — dauerhaft und zuverlässig angewendet, oft ein Leben lang
ICD-10H40.9 (Glaukom, nicht näher bezeichnet)

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der grüne Star (Glaukom)?
  2. Formen: Offenwinkel- und Engwinkelglaukom
  3. Symptome
  4. Ursachen & Risikofaktoren
  5. Diagnose & Untersuchungen
  6. Therapie: Augentropfen richtig anwenden
  7. Therapie: Laser & Operation
  8. Verlauf, Kontrollen & Alltag
  9. Der akute Glaukomanfall
  10. So hilft brite dir
  11. FAQ
  12. Verwandte Themen
Hinweis Bereits verlorenes Gesichtsfeld lässt sich nicht zurückholen. Deshalb sind Früherkennung und eine lückenlose Anwendung der Augentropfen entscheidend — auch wenn du nichts spürst.

1. Was ist der grüne Star (Glaukom)?

Der grüne Star — medizinisch Glaukom — ist keine einzelne Krankheit, sondern eine Gruppe von Augenerkrankungen, bei denen der Sehnerv nach und nach geschädigt wird. Der Sehnerv leitet die Bilder vom Auge ans Gehirn. Gehen seine Fasern zugrunde, entstehen Lücken im Sehen — sogenannte Gesichtsfeldausfälle. Der wichtigste beeinflussbare Faktor dabei ist ein zu hoher Augeninnendruck.

Das Tückische: Die häufigste Form des Glaukoms tut nicht weh und macht über Jahre keine Beschwerden. Der Schaden beginnt am Rand des Sehfeldes, wo er kaum auffällt, weil das andere Auge die Lücke ausgleicht. Betroffene bemerken oft erst dann etwas, wenn bereits ein großer Teil der Sehnervfasern unwiederbringlich verloren ist. Genau deshalb ist das Glaukom eine der häufigsten Ursachen für schwere Sehbehinderung und Erblindung — obwohl es gut behandelbar wäre.

Warum schädigt der Druck den Sehnerv? Im Auge wird ständig eine klare Flüssigkeit (das Kammerwasser) gebildet, die das Auge nährt und wieder abfließt. Bilden sich zu viel Kammerwasser oder fließt es zu schlecht ab, steigt der Druck im Auge. Dieser Druck lastet auf dem Sehnervkopf (der Papille), wo alle Nervenfasern das Auge verlassen. Über Jahre gehen dort empfindliche Fasern zugrunde. Weil dieser Prozess langsam und schmerzfrei abläuft, ist die konsequente Behandlung so wichtig: Sie kann den Schaden aufhalten, aber nicht rückgängig machen.

Grüner Star ist nicht grauer Star Die Namen klingen ähnlich, meinen aber völlig Verschiedenes. Beim grünen Star (Glaukom) wird der Sehnerv durch Druck geschädigt — der Schaden ist bleibend. Beim grauen Star (Katarakt) trübt sich die Augenlinse ein — das lässt sich durch eine Operation gut beheben. Mehr zur Abgrenzung weiter unten.

2. Formen: Offenwinkel- und Engwinkelglaukom

Für das Verständnis der Behandlung lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Formen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wo und wie der Abfluss des Kammerwassers gestört ist — und wie schnell sich das bemerkbar macht.

FormWas passiertVerlauf
OffenwinkelglaukomDer Abflusswinkel ist offen, das Trabekelwerk (der „Filter") lässt aber zu wenig durchHäufigste Form, schleichend, jahrelang symptomlos
EngwinkelglaukomDer Abflusswinkel ist zu eng, der Abfluss kann sich plötzlich verlegenKann sich als akuter Anfall zeigen — augenärztlicher Notfall
NormaldruckglaukomSehnervschaden trotz „normaler" Druckwerte — der Nerv ist besonders empfindlichSchleichend, oft spät erkannt
Sekundäres GlaukomFolge anderer Erkrankungen, Verletzungen oder Medikamente (z. B. Kortison)Je nach Ursache
Tabelle nach rechts scrollbar

Das mit Abstand häufigste ist das primäre Offenwinkelglaukom. Hier ist der Kammerwinkel — der Bereich, in dem das Kammerwasser abfließt — anatomisch offen, aber der feine Filter (das Trabekelwerk) wird mit den Jahren durchlässiger für den Widerstand: Der Abfluss versandet gewissermaßen. Der Druck steigt langsam, der Sehnerv wird über Jahre geschädigt, und Betroffene merken lange nichts.

Beim Engwinkelglaukom ist der Winkel dagegen anatomisch eng. Verlegt sich der Abfluss ganz — etwa wenn sich die Pupille bei Dunkelheit weitet — kann der Druck innerhalb von Stunden dramatisch ansteigen. Das ist der gefürchtete akute Glaukomanfall, ein echter Notfall (siehe Abschnitt 9). Beim Normaldruckglaukom schließlich liegt der Druck rechnerisch im Normbereich, der Sehnerv ist aber so empfindlich, dass er trotzdem Schaden nimmt — hier zählt vor allem die Untersuchung des Sehnervs selbst.


3. Symptome

Der wichtigste Punkt zuerst: Das häufige Offenwinkelglaukom verläuft über lange Zeit ohne Symptome. Man spürt keinen erhöhten Augeninnendruck, hat keine Schmerzen und sieht anfangs scharf. Genau das macht die Erkrankung so gefährlich — der Schaden entsteht unbemerkt.

Warum fällt der Verlust so spät auf? Weil er am äußeren Rand des Gesichtsfeldes beginnt. Ein Sehstörung am Rand nimmt man kaum wahr: Das Gehirn füllt die Lücken aus, und das jeweils andere Auge gleicht sie zusätzlich aus. Erst wenn die Ausfälle groß werden und Richtung Zentrum wandern, merken Betroffene, dass etwas nicht stimmt — dann ist aber schon viel Sehnervgewebe verloren.

Wenn überhaupt Beschwerden auftreten, sind sie oft unspezifisch oder treten erst spät auf:

  • Gesichtsfeldausfälle — zunächst am Rand, später als „Löcher" oder ein zunehmender Tunnelblick
  • Häufiges Anstoßen oder Übersehen von Dingen seitlich, ungewohnte Unsicherheit im Straßenverkehr
  • Verschwommenes Sehen in fortgeschrittenen Stadien
  • Farbringe (Halos) um Lichtquellen — vor allem als Warnzeichen beim Engwinkelglaukom
  • Bei akutem Anfall: plötzliche, starke Augenschmerzen, rotes Auge, Übelkeit (siehe Notfall-Abschnitt)

Wichtig: Das Fehlen von Symptomen bedeutet nicht, dass alles in Ordnung ist. Ein beschwerdefreies Glaukom schädigt den Sehnerv trotzdem weiter. Deshalb sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen — gerade ab dem mittleren Lebensalter und bei familiärer Vorbelastung — der einzige verlässliche Weg, ein Glaukom früh zu erkennen.


4. Ursachen & Risikofaktoren

Beim häufigen primären Offenwinkelglaukom lässt sich meist keine einzelne Ursache benennen. Ein erhöhter Augeninnendruck ist der wichtigste beeinflussbare Faktor — aber nicht der einzige. Manche Menschen entwickeln trotz normaler Werte einen Schaden, andere vertragen höhere Werte ohne Folgen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Druck und individueller Empfindlichkeit des Sehnervs.¹

  • Erhöhter Augeninnendruck: der zentrale Risikofaktor und der einzige, den man behandeln kann.
  • Alter: Das Risiko steigt deutlich ab etwa 40 Jahren.
  • Veranlagung: Glaukom tritt familiär gehäuft auf — sind Eltern oder Geschwister betroffen, ist das Risiko erhöht.
  • Starke Kurzsichtigkeit (Myopie) begünstigt das Offenwinkelglaukom, starke Weitsichtigkeit das Engwinkelglaukom.
  • Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen das Risiko.
  • Dünne Hornhaut sowie sehr niedriger Blutdruck (Durchblutung des Sehnervs).
  • Langfristige Kortison-Anwendung (als Augentropfen, Tabletten oder Spray) kann den Druck steigern.

Ein sekundäres Glaukom entsteht als Folge anderer Probleme — etwa nach Augenverletzungen, bei starken Entzündungen im Auge, bei fortgeschrittenem Diabetes oder durch bestimmte Medikamente. Wird die Grundursache behandelt, lässt sich der Druck oft wieder bessern. Deshalb gehört zur Abklärung immer auch die Frage nach Vorerkrankungen und Medikamenten.


5. Diagnose & Untersuchungen

Ein Glaukom lässt sich nicht an einem einzelnen Wert festmachen. Der Augenarzt setzt mehrere Untersuchungen zusammen, um Druck, Sehnerv und Gesichtsfeld gemeinsam zu beurteilen. Ein hoher Druck allein ist noch kein Glaukom, ein normaler Druck schließt es nicht aus — erst das Gesamtbild zählt.¹,²

  • Augeninnendruck-Messung (Tonometrie): misst den Druck im Auge. Wichtig, aber allein nicht beweisend.
  • Untersuchung des Sehnervkopfes (Papille): Der Augenarzt beurteilt, ob der Sehnerv bereits Schäden zeigt — oft ergänzt durch eine Schichtaufnahme (OCT), die die Nervenfaserschicht vermisst.
  • Gesichtsfeldmessung (Perimetrie): deckt Ausfälle auf, die man selbst noch nicht bemerkt. Der Goldstandard, um Fortschreiten zu erkennen.
  • Kammerwinkel-Untersuchung (Gonioskopie): zeigt, ob ein offener oder enger Winkel vorliegt — entscheidend für die Wahl der Therapie.
  • Hornhautdicke (Pachymetrie): beeinflusst, wie der gemessene Druck zu bewerten ist.

Weil die frühen Stadien symptomlos sind, empfehlen Fachgesellschaften ab etwa 40 Jahren regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt — bei familiärer Vorbelastung oder starker Kurzsichtigkeit früher. Wird ein Glaukom festgestellt, geht es anschließend vor allem darum, den Verlauf über die Jahre engmaschig zu beobachten: Ob die Behandlung ausreicht, zeigt sich erst im Vergleich mehrerer Gesichtsfeld- und Sehnervbefunde über die Zeit.

6. Therapie: Augentropfen richtig anwenden

Das Ziel jeder Glaukom-Behandlung ist, den Augeninnendruck ausreichend zu senken, um den Sehnerv zu schützen. In den allermeisten Fällen beginnt das mit drucksenkenden Augentropfen. Sie sind wirksam, gut untersucht und meist gut verträglich — aber nur, wenn sie dauerhaft und zuverlässig angewendet werden. Genau hier liegt das eigentliche Problem der Glaukom-Therapie: Weil man weder den hohen Druck noch die Wirkung der Tropfen spürt, lässt die Sorgfalt mit der Zeit nach. Studien zeigen, dass viele Betroffene ihre Tropfen unregelmäßig oder falsch anwenden — und der Schaden schreitet dann fort, obwohl ein Medikament verordnet ist.¹

Deshalb lohnt es sich, das richtige Eintropfen einmal genau zu lernen. Mit ein paar Handgriffen kommt mehr Wirkstoff dorthin, wo er gebraucht wird, und weniger gelangt über die Schleimhäute in den Körper:

Technik Augentropfen Schritt für Schritt
1. Vorbereiten
Hände waschen, Kopf leicht in den Nacken legen. Mit einem Finger das Unterlid nach unten ziehen, sodass eine kleine Tasche entsteht. Nach oben blicken.
2. Eintropfen
Einen Tropfen in die Lidtasche geben — nicht direkt auf die Hornhaut. Die Flaschenspitze dabei nicht mit Auge oder Wimpern berühren, sonst wird sie unsteril. Ein Tropfen reicht; das Auge fasst nicht mehr.
3. Tränenkanal zudrücken
Augen schließen und mit dem Finger sanft den inneren Augenwinkel (am Nasenrücken) für 1–2 Minuten zudrücken. Das hält den Wirkstoff am Auge, verhindert den Abfluss über den Tränenkanal in Nase und Rachen und reduziert Nebenwirkungen im Körper.
4. Abstand halten
Sind mehrere Präparate verordnet, jeweils mindestens 5 Minuten warten, bevor du das nächste tropfst — sonst spült der zweite Tropfen den ersten wieder heraus. Gele oder Salben immer zuletzt.

Es gibt mehrere Wirkstoffklassen, die den Druck auf unterschiedliche Weise senken — teils, indem sie den Abfluss des Kammerwassers verbessern, teils, indem sie seine Bildung drosseln. Welche für dich passt, hängt von Druckhöhe, Verträglichkeit und Begleiterkrankungen ab:¹

Erstlinie Die wichtigsten Wirkstoffklassen
Prostaglandin-Analoga (z. B. Latanoprost)
Verbessern den Abfluss und senken den Druck stark — meist die erste Wahl, nur einmal täglich (abends). Typische Nebenwirkung: dunklere, längere Wimpern und eine leichte Rötung des Auges.
Betablocker als Augentropfen (z. B. Timolol)
Drosseln die Bildung des Kammerwassers. Vorsicht bei Asthma, COPD und langsamem Puls — hier ist das Zudrücken des Tränenkanals besonders wichtig, um Nebenwirkungen zu vermeiden.
Carboanhydrase-Hemmer (z. B. Dorzolamid)
Senken ebenfalls die Kammerwasserbildung. Werden oft als Kombinationspartner eingesetzt, wenn ein Präparat allein nicht ausreicht.
Alpha-Agonisten (z. B. Brimonidin)
Wirken über Bildung und Abfluss zugleich. Gut kombinierbar; gelegentlich Müdigkeit oder trockene Augen als Nebenwirkung.
Nie eigenmächtig absetzen Weil das Glaukom keine Beschwerden macht, hören manche mit den Tropfen auf, sobald „nichts passiert". Das ist gefährlich: Ohne Behandlung steigt der Druck wieder und der Sehnerv verliert weiter Fasern — unwiederbringlich. Änderungen an der Therapie immer mit der Augenarztpraxis besprechen.

Reicht ein einzelnes Präparat nicht, werden Wirkstoffe kombiniert — oft praktisch als Kombitropfen mit zwei Wirkstoffen in einer Flasche, was die Anwendung vereinfacht. Nebenwirkungen sind kein Grund, still aufzuhören: Oft hilft schon ein Wechsel des Präparats oder eine konservierungsmittelfreie Variante bei gereizten Augen.

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7. Therapie: Laser & Operation

Reichen Augentropfen nicht aus, werden sie nicht vertragen oder fällt die zuverlässige Anwendung schwer, gibt es wirksame Alternativen. Sie ersetzen die Tropfen nicht immer, ergänzen sie aber oft.¹,²

Stufe 2 Laser & operative Verfahren
Laser-Trabekuloplastik (SLT)
Beim Offenwinkelglaukom verbessert ein sanfter Laser den Abfluss im Trabekelwerk. Ambulant, schmerzarm — kann als erste Maßnahme oder zusätzlich zu Tropfen eingesetzt werden. Die Wirkung kann nach Jahren nachlassen und ist wiederholbar.
Laser-Iridotomie
Beim Engwinkelglaukom schafft ein Laser eine winzige Öffnung in der Regenbogenhaut, damit das Kammerwasser wieder abfließen kann. Das beugt einem akuten Anfall vor.
Operation (z. B. Trabekulektomie)
Schafft einen neuen Abflussweg für das Kammerwasser und senkt den Druck deutlich. Kommt zum Einsatz, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen. Auch schonendere „minimalinvasive" Verfahren sind heute verfügbar.

Wichtig zu wissen: Alle diese Verfahren zielen darauf, den Druck zu senken und den Sehnerv zu schützen. Bereits verlorenes Sehvermögen bringen sie nicht zurück. Deshalb gilt für alle Therapieformen dasselbe Grundprinzip — je früher der Druck kontrolliert wird, desto mehr Sehkraft bleibt erhalten. Anders als beim grauen Star, dessen Operation das Sehen wieder klar macht, geht es beim grünen Star immer um Erhalt, nicht um Wiederherstellung.


8. Verlauf, Kontrollen & Alltag

Das Glaukom ist eine chronische Erkrankung, die man über Jahre und Jahrzehnte begleitet. Gut behandelt bleibt die Sehkraft bei den allermeisten Menschen bis ins hohe Alter erhalten. Entscheidend sind zwei Dinge: die zuverlässige tägliche Anwendung der Tropfen und die regelmäßigen Kontrollen, bei denen geprüft wird, ob die Behandlung ausreicht.

  • Kontrolltermine einhalten: Druck, Sehnerv und Gesichtsfeld werden in festen Abständen kontrolliert. Nur der Vergleich über die Zeit zeigt, ob der Schaden stabil bleibt.
  • Feste Tropf-Routine: Eine feste Uhrzeit (z. B. Prostaglandine abends) erhöht die Zuverlässigkeit. Eine vergessene Anwendung nicht durch die doppelte Menge ersetzen.
  • Neue Medikamente prüfen: Manche Mittel — etwa bestimmte krampflösende oder abschwellende Präparate — können bei engem Kammerwinkel den Druck steigern. Im Zweifel mit der Praxis klären.
  • Gesunder Lebensstil: Nicht rauchen, Blutdruck und Diabetes gut einstellen, moderate Bewegung — all das unterstützt die Durchblutung des Sehnervs.

Viele Betroffene fragen, ob sie im Alltag etwas falsch machen können. Für das häufige Offenwinkelglaukom gilt Entwarnung: Kopfüber-Übungen, Kaffee oder Bildschirmarbeit sind keine relevanten Gefahren. Die mit Abstand wichtigste „Alltagsmaßnahme" ist banal und zugleich die schwierigste — jeden Tag zuverlässig zu tropfen, auch wenn man nichts merkt. Genau dabei helfen feste Routinen und Erinnerungen.

Keine Anwendung mehr vergessen

Halte in brite fest, wann du welche Tropfen anwendest, und lass dich zuverlässig erinnern — für einen stabilen Verlauf über die Jahre.

Therapie dokumentieren

9. Der akute Glaukomanfall

Der akute Glaukomanfall ist die dramatische Ausnahme zum sonst schleichenden Verlauf. Er entsteht beim Engwinkelglaukom, wenn sich der Abfluss plötzlich vollständig verlegt und der Augeninnendruck innerhalb von Stunden extrem ansteigt. Das ist ein augenärztlicher Notfall: Ohne rasche Behandlung droht innerhalb kurzer Zeit ein bleibender Schaden bis zur Erblindung des betroffenen Auges.

Akuter Glaukomanfall — sofort augenärztlicher Notfall, im Zweifel 112 Warnzeichen sind ein plötzlicher, starker Augenschmerz, ein hartes, gerötetes Auge, eine rasche Sehverschlechterung und Farbringe (Halos) um Lichtquellen — oft begleitet von Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Manchmal wird das nur als „Migräne" oder Magen-Darm-Infekt verkannt. Bei diesen Zeichen sofort augenärztliche Notfallhilfe suchen; ist keine erreichbar oder ist der Zustand bedrohlich, wähle den Notruf 112.

So hilft brite dir bei grünem Star

Ein Glaukom behandelt man nicht in Wochen, sondern über Jahre — meist mit täglichen Augentropfen. Die Therapie wirkt nur, wenn sie zuverlässig läuft und die Kontrollen im Blick bleiben. Genau dabei unterstützt brite.

  • Einnahme-Erinnerung — Prostaglandin abends, Kombitropfen morgens: jede Anwendung pünktlich und ohne Lücken, auch wenn du nichts spürst. Erinnerung einrichten
  • Gesundheitsverlauf — Anwendungen, Druckwerte und Kontrolltermine dokumentieren und übersichtlich zum Augenarzt mitbringen. Verlauf tracken
  • Wechselwirkungs-Check — erkennt Präparate, die bei engem Kammerwinkel den Augeninnendruck steigern oder mit deinen Augentropfen ungünstig zusammenwirken können. Jetzt prüfen
  • Digitaler Medikationsplan — alle Tropfen und Präparate übersichtlich für Augenarzt, Hausarzt und Apotheke. Zum Medikationsplan
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FAQ: Häufige Fragen zum grünen Star

Trotz ähnlicher Namen sind es völlig verschiedene Erkrankungen. Beim grünen Star (Glaukom) wird der Sehnerv durch erhöhten Augeninnendruck geschädigt — der Verlust ist bleibend, die Behandlung schützt vor weiterem Schaden. Beim grauen Star (Katarakt) trübt sich die Augenlinse ein; das lässt sich durch eine Operation gut beheben und das Sehen wird wieder klar.
Das häufige Offenwinkelglaukom tut nicht weh und beginnt am äußeren Rand des Gesichtsfeldes. Solche Randausfälle fallen kaum auf, weil das Gehirn sie ausgleicht und das andere Auge die Lücke überdeckt. Erst wenn viel Sehnervgewebe verloren ist, bemerkt man Ausfälle. Deshalb sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen der einzige verlässliche Weg zur Früherkennung.
Kopf leicht in den Nacken, Unterlid nach unten ziehen und einen Tropfen in die Lidtasche geben — nicht direkt auf die Hornhaut, und die Flaschenspitze nicht berühren. Danach die Augen schließen und den inneren Augenwinkel am Nasenrücken 1–2 Minuten sanft zudrücken. Das hält den Wirkstoff am Auge und senkt Nebenwirkungen. Bei mehreren Präparaten jeweils mindestens 5 Minuten Abstand halten.
Ohne Zudrücken fließt ein Großteil des Tropfens über den Tränenkanal in Nase und Rachen ab. Dort gelangt der Wirkstoff über die Schleimhaut in den Körper und kann Nebenwirkungen auslösen — bei Betablocker-Tropfen etwa an Herz und Atemwegen. Wer den inneren Augenwinkel 1–2 Minuten zudrückt, hält mehr Wirkstoff am Auge und verringert Nebenwirkungen.
Heilen im Sinne von rückgängig machen lässt sich ein Glaukom nicht — bereits verlorenes Sehnervgewebe kommt nicht zurück. Aber der Verlauf lässt sich sehr gut aufhalten: Wird der Augeninnendruck durch Tropfen, Laser oder Operation ausreichend gesenkt, bleibt die Sehkraft bei den meisten Menschen bis ins hohe Alter erhalten. Entscheidend ist die dauerhafte, zuverlässige Behandlung.
In der Regel ja. Das Glaukom ist chronisch, und der Druck steigt ohne Behandlung wieder an. Auch wenn die Werte gut sind, ist das das Ergebnis der Therapie — kein Grund, sie abzusetzen. Eigenmächtiges Absetzen ist gefährlich, weil der Sehnerv dann weiter Schaden nimmt. Änderungen immer mit der Augenarztpraxis besprechen; Laser oder Operation können die Tropfen teils ergänzen oder ersetzen.
Ja, ein akuter Glaukomanfall ist ein augenärztlicher Notfall. Warnzeichen sind plötzlicher starker Augenschmerz, ein hartes gerötetes Auge, rasche Sehverschlechterung und Farbringe um Lichtquellen, oft mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Ohne schnelle Behandlung droht bleibender Schaden. Suche sofort augenärztliche Notfallhilfe; ist keine erreichbar oder der Zustand bedrohlich, wähle 112.
Weil frühe Stadien symptomlos sind, ist Vorsorge sinnvoll — vor allem ab etwa 40 Jahren, bei familiärer Vorbelastung, starker Kurz- oder Weitsichtigkeit, Diabetes oder langfristiger Kortison-Anwendung. Der Augenarzt prüft Augeninnendruck, Sehnerv und bei Bedarf das Gesichtsfeld. Je früher ein Glaukom erkannt wird, desto mehr Sehkraft lässt sich erhalten.
Nicht zwangsläufig. Ein erhöhter Augeninnendruck ist der wichtigste Risikofaktor, aber allein noch kein Glaukom — manche Menschen vertragen höhere Werte ohne Schaden. Umgekehrt gibt es das Normaldruckglaukom, bei dem der Sehnerv trotz normaler Werte leidet. Deshalb beurteilt der Augenarzt immer Druck, Sehnerv und Gesichtsfeld zusammen, nicht einen einzelnen Wert.

11. Verwandte Themen

Quellen

  1. DOG/BVA Leitlinie Nr. 15c: Primäres chronisches Offenwinkelglaukom, Normaldruckglaukom und okuläre Hypertension. Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft & Berufsverband der Augenärzte. dog.org
  2. Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA): Glaukom / Grüner Star. augeninfo.de
  3. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Grüner Star (Glaukom). gesundheitsinformation.de
  4. Initiativkreis zur Früherkennung des Glaukoms. awmf.org
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Glaukom-Augentropfen sollten niemals eigenmächtig abgesetzt oder in der Dosis verändert werden — bei Fragen die behandelnde Augenarztpraxis kontaktieren. Bei plötzlichem starkem Augenschmerz, hartem gerötetem Auge, rascher Sehverschlechterung und Farbringen um Lichtquellen sofort augenärztliche Notfallhilfe suchen, im Zweifel den Notruf 112 wählen. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.