Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die Herzkranzgefäße (Koronararterien) durch Ablagerungen in den Gefäßwänden (Atherosklerose, Plaques) verengt. Dadurch bekommt der Herzmuskel bei Belastung — oder in schweren Fällen auch in Ruhe — zu wenig Sauerstoff.¹
KHK ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland und weltweit. Die Erkrankung entwickelt sich in der Regel über Jahrzehnte und wird von den klassischen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren begünstigt: erhöhtes Cholesterin, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen.¹,²
Gut behandelbar — Prognose deutlich verbesserbar
KHK ist gut behandelbar. Moderne Medikamente, Lebensstiländerungen und bei Bedarf interventionelle Verfahren (Stent, Bypass) können die Prognose deutlich verbessern und Herzinfarkte verhindern.
2. Symptome
Angina pectoris (Brustenge)
Druckgefühl, Engegefühl oder Schmerzen in der Brust — das Leitsymptom
Tritt typischerweise bei körperlicher Belastung, Stress oder Kälte auf und bessert sich in Ruhe
Geschlecht — Männer erkranken in der Regel früher; Frauen holen nach der Menopause auf
Familiäre Belastung — Herzinfarkt bei Verwandten ersten Grades in jungem Alter
4. Diagnose
Anamnese und körperliche Untersuchung: Typische Symptome, Risikofaktoren, Belastungsprofil.
Ruhe-EKG: Kann in Ruhe unauffällig sein. Zeigt Hinweise auf früheren Herzinfarkt oder Rhythmusstörungen.
Belastungs-EKG (Ergometrie): EKG unter körperlicher Belastung — kann Durchblutungsstörungen bei Belastung aufdecken.
Echokardiographie (Herzultraschall): Beurteilt Herzfunktion, Herzklappen und Wandbewegungsstörungen.
Stress-Bildgebung: Stress-MRT oder Myokardszintigraphie — können Durchblutungsstörungen genauer darstellen als das Belastungs-EKG.
CT-Koronarangiographie: Nicht-invasive Darstellung der Herzkranzgefäße. Kann eine KHK mit hoher Sicherheit ausschließen.
Herzkatheter (invasive Koronarangiographie): Goldstandard zur Darstellung der Herzkranzgefäße. Wird in der Regel durchgeführt, wenn eine Intervention (Stent) geplant ist oder die nicht-invasive Diagnostik nicht eindeutig war.
Medikamente bilden die Grundlage der KHK-Therapie — sie senken das Risiko für Herzinfarkt und verbessern die Prognose.¹
BasisLipidsenkung & Plättchenhemmung
Statine
Senken das LDL-Cholesterin und reduzieren nachweislich das Risiko für Herzinfarkt und kardiovaskulären Tod. Gehören zur Standardtherapie bei KHK. Mehr: Fettstoffwechselstörung.
Thrombozytenaggregationshemmer
ASS (Aspirin) in niedriger Dosis — hemmt die Verklumpung der Blutplättchen und senkt das Risiko für Herzinfarkt. Standardtherapie bei bekannter KHK. Nach Stent in der Regel vorübergehend duale Plättchenhemmung (ASS + P2Y12-Hemmer wie Clopidogrel oder Ticagrelor).
KreislaufBetablocker, ACE-Hemmer, Sartane
Betablocker
Senken die Herzfrequenz und den Blutdruck. Werden bei Angina pectoris und nach Herzinfarkt eingesetzt.
ACE-Hemmer / Sartane
Schützen Herz und Gefäße. Werden besonders bei begleitendem Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder Diabetes empfohlen.
AkutNitrate (Bedarfsmedikation)
Nitroglycerin-Spray
Erweitert die Herzkranzgefäße und kann einen akuten Angina-pectoris-Anfall lindern. Wird als Bedarfsmedikation eingesetzt.
ErgänzendWeitere Wirkstoffe
Je nach individuellem Risiko und Begleiterkrankungen: Kalziumkanalblocker, Ranolazin, Ezetimib, PCSK9-Hemmer, Bempedoinsäure.
Ein kleines Drahtgeflecht wird per Herzkatheter in das verengte Gefäß eingeführt und weitet es auf. In der Regel werden medikamentenbeschichtete Stents (DES) verwendet. Der Eingriff erfolgt meistens über die Handgelenksarterie und ist in der Regel minimalinvasiv.
Bypass-Operation
Ein chirurgischer Eingriff, bei dem verengte Herzkranzgefäße mit körpereigenen Gefäßen (Brustwandarterie, Beinvene) überbrückt werden. Wird in der Regel bei schwerer Mehrgefäßerkrankung oder Hauptstammstenose empfohlen.
Eingriff ersetzt nicht die Medikamente
Stent und Bypass behandeln die Verengung, aber nicht die Grunderkrankung (Atherosklerose). Medikamente und Lebensstiländerungen bleiben auch nach einem Eingriff dauerhaft notwendig.
7. Lebensstil
Lebensstiländerungen sind ein zentraler Bestandteil der KHK-Therapie — sie können die Prognose erheblich verbessern.¹
Rauchstopp — die wirksamste Einzelmaßnahme; das Risiko sinkt bereits in den ersten Wochen nach dem Aufhören
Regelmäßige Bewegung — moderates Ausdauertraining, in der Regel mindestens fünf Mal pro Woche; Herzsportgruppen bieten ein strukturiertes Programm
Herzgesunde Ernährung — Mittelmeerdiät: viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Olivenöl, Fisch; wenig gesättigte Fette, Zucker und Salz
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn ein Herzkranzgefäß plötzlich komplett verschlossen wird (meistens durch Aufreißen einer Plaque und Gerinnselbildung). Der Herzmuskel bekommt keinen Sauerstoff mehr — jede Minute zählt.
Warnzeichen
Starke, anhaltende Brustschmerzen (länger als fünf Minuten) — Druck, Engegefühl, Brennen
Ausstrahlung in linken Arm, Kiefer, Rücken, Oberbauch
Kaltschweißigkeit, blasse Haut
Atemnot
Todesangst, Vernichtungsgefühl
Bei Frauen häufig atypisch: Übelkeit, Oberbauchschmerzen, Kurzatmigkeit ohne typische Brustschmerzen
Bei Verdacht auf Herzinfarkt: sofort 112Nicht abwarten. Nicht selbst fahren. Jede Minute Verzögerung kostet Herzmuskelgewebe. Der Notruf 112 schickt einen Rettungswagen mit Notarzt — die Erstversorgung beginnt sofort.
So hilft brite dir bei KHK
Statin abends, ASS morgens, Betablocker dazu, ACE-Hemmer separat — und wenn ein Stent gesetzt wurde, kommt für eine Zeit ein zweiter Plättchenhemmer dazu. KHK-Therapie ist Teamwork zwischen vielen Wirkstoffen über lange Zeit. brite hält den Plan zusammen.
Einnahme-Erinnerung — Statin, ASS, Betablocker, ACE-Hemmer pünktlich einnehmen. Gerade bei dualer Plättchenhemmung nach Stent ist die zuverlässige Einnahme entscheidend, um eine Stentthrombose zu vermeiden. Erinnerung einrichten
Wechselwirkungs-Check — ASS plus NSAR (z. B. Ibuprofen, kann Blutungsrisiko erhöhen)? Statin plus Grapefruit oder Makrolid-Antibiotikum? Clopidogrel plus Pantoprazol? brite zeigt, was problematisch sein kann. Jetzt prüfen
Gesundheitsverlauf — Blutdruck, LDL, Blutzucker und Belastbarkeit über die Zeit dokumentieren. So lässt sich beim nächsten Termin gut zeigen, ob Therapieziele erreicht werden — und ob eine Anpassung nötig wäre. Verlauf tracken
Digitaler Medikationsplan — alle Medikamente übersichtlich für Kardiologie, Hausarzt, Reha und Notaufnahme. Im Notfall (z. B. Verdacht auf Herzinfarkt) wissen die Rettungskräfte sofort, welche Medikamente eingenommen werden. Zum Medikationsplan
Angina pectoris ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung — die Beschwerden treten bei Belastung auf und bessern sich in Ruhe. Beim Herzinfarkt ist ein Herzkranzgefäß komplett verschlossen — die Beschwerden halten an und bessern sich nicht. Ein Herzinfarkt ist ein Notfall (112 rufen).
In der Regel ja. KHK ist eine chronische Erkrankung. Medikamente wie Statine und ASS senken dauerhaft das Risiko für Herzinfarkt und kardiovaskulären Tod. Sie sollten nicht eigenmächtig abgesetzt werden.
Ja — regelmäßige moderate Bewegung wird ausdrücklich empfohlen und verbessert die Prognose. Herzsportgruppen bieten ein überwachtes Programm. Die Belastungsintensität sollte mit der Kardiologie abgestimmt werden.
Ein kleines Drahtgeflecht, das per Herzkatheter in ein verengtes Herzkranzgefäß eingeführt wird und es offen hält. Nach einem Stent ist in der Regel eine zeitlich begrenzte duale Plättchenhemmung (ASS + zweiter Wirkstoff) notwendig.
Lebensstiländerungen (Ernährung, Bewegung, Rauchstopp) können das Fortschreiten der Atherosklerose verlangsamen und das Risiko für Herzinfarkt senken. Eine vollständige Umkehr bestehender Plaques ist in der Regel nicht realistisch — aber eine Stabilisierung und Risikoreduktion sehr wohl.
Ein chirurgischer Eingriff, bei dem verengte Herzkranzgefäße mit körpereigenen Gefäßen überbrückt werden. Wird in der Regel bei schwerer Mehrgefäßerkrankung empfohlen, wenn ein Stent nicht ausreicht. Der Eingriff ist größer als eine Stent-Implantation, bietet aber bei bestimmten Konstellationen bessere Langzeitergebnisse.
Bei starken Brustschmerzen, die länger als fünf Minuten anhalten, mit Ausstrahlung, Kaltschweißigkeit, Atemnot oder Todesangst — sofort 112 rufen. Auch bei atypischen Symptomen (Übelkeit, Oberbauchschmerzen, Kurzatmigkeit) im Zweifel lieber einmal zu viel anrufen.
Frauen erkranken in der Regel später als Männer (nach der Menopause), zeigen aber häufiger atypische Symptome (Übelkeit, Oberbauchschmerzen, Kurzatmigkeit statt typischer Brustschmerzen). Dadurch wird ein Herzinfarkt bei Frauen häufiger spät erkannt.
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Bei Verdacht auf Herzinfarkt sofort den Notruf 112 wählen. KHK-Medikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt oder dosiert werden. Die Therapieplanung wird immer individuell von der behandelnden Kardiologie oder Hausarztpraxis festgelegt. Letzte Aktualisierung: April 2026.