Krätze (Skabies):
Behandlung für alle Kontaktpersonen gleichzeitig

Auf einen Blick

HäufigkeitWeltweit verbreitet; in Deutschland vor allem in Familien, Pflegeheimen und Gemeinschaftseinrichtungen
DefinitionAnsteckender Hautbefall durch Krätzmilben, die Gänge in die oberste Hautschicht graben
LeitsymptomStarker Juckreiz, nachts in der Bettwärme am schlimmsten
Therapie der WahlPermethrin-Creme 5 % mit Wiederholung, alternativ Ivermectin-Tabletten — für alle engen Kontaktpersonen zeitgleich
LeitlinieS1-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Skabies (DDG, AWMF 013-052) · RKI-Ratgeber Skabies
ICD-10B86 (Skabies)

Erste Behandlung, Wiederholung, Kontaktpersonen: nichts verpassen

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1. Was ist Krätze?

Krätze, medizinisch Skabies, ist ein ansteckender Hautbefall durch die Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei). Die befruchteten Weibchen sind nur etwa einen drittel bis einen halben Millimeter groß. Sie graben sich in die Hornschicht der Haut ein, legen dort über Wochen Gänge an und setzen Eier und Kot ab. Der quälende Juckreiz entsteht vor allem durch die Abwehrreaktion des Körpers auf Milben und ihre Ausscheidungen.¹

Krätze hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Entscheidend ist enger, längerer Hautkontakt — deshalb trifft es Familien, Paare, Pflegebedürftige und ihre Pflegenden, Kitas und Gemeinschaftsunterkünfte. Eine durchgemachte Krätze schützt nicht vor einer erneuten Ansteckung.¹,²

Das Besondere an der Behandlung: Sie betrifft nie nur dich. Weil die ersten Beschwerden erst Wochen nach der Ansteckung auftreten, können Partner, Kinder oder Mitbewohner längst befallen sein, ohne etwas zu spüren. Werden sie nicht zeitgleich mitbehandelt, wandern die Milben einfach zurück — der häufigste Grund für scheinbares Therapieversagen. Wie die Creme im Detail aufgetragen wird, erklärt der Beitrag zu Permethrin; hier geht es um die Erkrankung und den Plan für alle Beteiligten.

2. Formen der Skabies

Je nach Immunsystem, Alter und Vorbehandlung sieht Krätze sehr unterschiedlich aus.¹,²

FormTypisches BildWas das bedeutet
Gewöhnliche SkabiesJuckende Knötchen und Milbengänge an typischen Stellen; meist nur wenige Milben auf der HautAnsteckung über längeren Hautkontakt; ambulant gut behandelbar
„Gepflegte" oder verschleierte SkabiesWenige, unauffällige Hautzeichen — durch häufiges Waschen oder Cortison-CremesWird leicht übersehen oder als Ekzem fehlgedeutet
Skabies bei Säuglingen und KleinkindernAuch Kopfhaut, Gesicht, Handflächen und Fußsohlen befallen; oft Bläschen und PustelnKopf wird mitbehandelt; Gedeihen und Trinkverhalten im Blick behalten
Noduläre SkabiesRötlich-braune, stark juckende Knoten, oft im Genitalbereich oder in den AchselnKnoten können nach erfolgreicher Behandlung noch lange bestehen
Skabies crustosa (Borkenkrätze)Dicke, schuppige Krusten, oft an Händen und Füßen; manchmal kaum JuckreizUnzählige Milben, hoch ansteckend; betrifft vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Pflegebedarf. Isolierung und meist stationäre Kombinationstherapie
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3. Symptome: Juckreiz und Milbengänge

Beim ersten Befall dauert es zwei bis fünf Wochen, bis Beschwerden auftreten — so lange braucht das Immunsystem, um zu reagieren. Bei einer erneuten Ansteckung kann es schon nach ein bis vier Tagen jucken.¹

  • Starker Juckreiz, typischerweise nachts in der Bettwärme schlimmer — oft der Grund für Schlafmangel.
  • Milbengänge: feine, leicht erhabene, komma- oder strichförmige Linien von wenigen Millimetern bis etwa einem Zentimeter, manchmal mit einem dunklen Punkt am Ende — dort sitzt die Milbe.
  • Knötchen, Bläschen und Kratzspuren, die sich zu einem flächigen Hautausschlag ausweiten können.

Typische Stellen

Die Milben bevorzugen warme Hautbereiche mit dünner Hornschicht: Fingerzwischenräume, Beugeseiten der Handgelenke, Ellenbogen, Achselfalten, Brustwarzenhof, Nabel, Gürtellinie, Gesäß, Knöchel und Fußränder sowie bei Männern Penis und Hodensack. Kopf und oberer Rücken bleiben bei Erwachsenen meist frei — nicht aber bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen.¹,²

Mögliche Folgen

Durch das Kratzen können Bakterien eindringen. Dann entstehen nässende, honiggelb verkrustete Stellen oder eitrige Pusteln; seltener breitet sich eine Infektion in die Tiefe aus, etwa als Wundrose. Außerdem kann sich ein juckendes Ekzem entwickeln, das die Krätze überdeckt.


4. Übertragung und Risikofaktoren

Krätzmilben können weder springen noch fliegen. Übertragen werden sie vor allem durch großflächigen Haut-zu-Haut-Kontakt über etwa fünf bis zehn Minuten — beim gemeinsamen Schlafen, Kuscheln, beim Sex oder bei der Körperpflege anderer. Händeschütteln und kurze Umarmungen gelten bei gewöhnlicher Skabies als unbedenklich.¹

  • Enge Lebensgemeinschaften: Familie, Partnerschaft, Wohngemeinschaft.
  • Pflege und Betreuung: Pflegeheime, Kliniken, Kitas, Gemeinschaftsunterkünfte — hier kommt es immer wieder zu Ausbrüchen.
  • Gegenstände: Bettwäsche, Handtücher und Kleidung spielen bei gewöhnlicher Skabies eine untergeordnete Rolle, bei der Borkenkrätze dagegen eine große.
  • Geschwächte Abwehr: Alter, Pflegebedürftigkeit, Demenz und Immunschwäche begünstigen schwere Verläufe.

Haustiere haben eigene Milbenarten. Sie können beim Menschen kurzzeitig Juckreiz auslösen, aber keine dauerhafte Krätze verursachen.

Medikamente, die Krätze verschleiern oder verschlimmern. Cortison-Cremes lindern den Juckreiz und lassen den Ausschlag harmloser aussehen — die Milben vermehren sich darunter aber weiter, und die Diagnose verzögert sich. Wer Immunsuppressiva nimmt, etwa Cortison-Tabletten wie Prednisolon, Methotrexat oder Biologika, hat ein höheres Risiko für die hochansteckende Borkenkrätze. Juckt die Haut trotz Cortison-Creme wochenlang weiter, sprich Krätze aktiv in der Praxis an.

5. Diagnose in der Praxis

Krätze wird oft erst spät erkannt, weil sie anderen juckenden Hauterkrankungen ähnelt. Hinweise geben die Kombination aus nächtlichem Juckreiz, typischen Stellen und juckenden Mitmenschen im Umfeld.²

  • Gezielte Fragen: Juckt es nachts besonders? Haben Partner, Kinder oder Mitbewohner ähnliche Beschwerden? Gab es Kontakt zu einer Einrichtung mit Krätze-Fällen?
  • Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie): Mit der Lupe lassen sich Gänge und die Milbe am Gangende erkennen — oft als kleines dunkles Dreieck.
  • Milbennachweis: Die Milbe wird mit einer feinen Nadel aus dem Gangende gelöst oder ein Hautgeschabsel unter dem Mikroskop untersucht. Ein negativer Befund schließt Krätze nicht sicher aus.
  • Abgrenzung: Ekzeme und Neurodermitis, Nesselsucht, Insektenstiche, Arzneimittelausschläge und Pilzinfektionen.

Bringe zum Termin eine Liste aller Cremes und Medikamente mit, die du in den letzten Wochen verwendet hast — gerade Cortison kann das Bild verändern. Tipps im Ratgeber Arzttermin vorbereiten.

6. Therapie: die Mittel im Überblick

Krätze ist gut behandelbar — wenn drei Dinge zusammenkommen: ein wirksames Mittel, die richtige Anwendung und die gleichzeitige Behandlung aller engen Kontaktpersonen. Welche Option passt, entscheidet die behandelnde Praxis nach Alter, Schwangerschaft, Hautzustand und Form der Skabies.¹,²

Erstlinie Äußerlich: Permethrin
Permethrin-Creme 5 %
Mittel der ersten Wahl. Wird am ganzen Körper aufgetragen, wirkt 8 bis 12 Stunden ein und wird dann abgewaschen. Das RKI empfiehlt, die Behandlung nach 7 bis 10 Tagen zu wiederholen, um nachgeschlüpfte Milben zu erfassen. Häufige Nebenwirkung: vorübergehendes Brennen und Kribbeln.
Alternative Innerlich: Ivermectin
Ivermectin-Tabletten
Einmalgabe, dosiert nach Körpergewicht; zugelassen ab 15 kg. In der Regel wird nach etwa ein bis zwei Wochen eine zweite Dosis gegeben. Praktisch bei großflächig entzündeter Haut, in Einrichtungen oder wenn eine Creme-Behandlung schwer umsetzbar ist. Nicht in der Schwangerschaft.
Weitere Reservemittel und Kombination
Benzylbenzoat
Emulsion, an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen aufgetragen; für Kinder in niedrigerer Konzentration. Brennt häufiger als Permethrin.
Crotamiton
Schwächer wirksam, wird über mehrere Tage angewendet; heute eher Ausweichmittel.
Permethrin plus Ivermectin
Kombination bei Borkenkrätze, bei Ausbrüchen in Einrichtungen oder nach Therapieversagen — immer ärztlich gesteuert.

Permethrin-Creme 5 % und Ivermectin-Tabletten sind verschreibungspflichtig; mit Rezept übernimmt die gesetzliche Krankenkasse in der Regel die Kosten. Jede mitbehandelte Kontaktperson braucht dafür üblicherweise eine eigene Verordnung — sprich das am besten gleich beim ersten Termin an, damit alle am selben Tag starten können.³


7. Richtig anwenden und Fehler vermeiden

Die meisten Rückfälle gehen nicht auf unwirksame Mittel zurück, sondern auf Lücken bei der Anwendung. Die wichtigsten Punkte laut RKI und Fachinformation:¹,³

  • Vorher nicht baden: Die Haut sollte trocken und abgekühlt sein; nach einem warmen Bad etwa 30 Minuten warten.
  • Lückenlos eincremen: vom Hals abwärts den ganzen Körper inklusive Fingerzwischenräume, Handgelenke, Achseln, Nabel, Genital- und Analbereich, Fußsohlen und Zehenzwischenräume. Bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen und bei Borkenkrätze auch Kopfhaut und Gesicht, unter Aussparung von Augen und Mund.
  • Nägel nicht vergessen: Nägel kurz schneiden und Creme darunter einbringen — dort sitzen gern Milben.
  • Genug Creme: Erwachsene benötigen eine ganze Tube von mindestens 25 bis 30 g.
  • Nachcremen nach dem Händewaschen: Wer während der Einwirkzeit die Hände wäscht, trägt die Creme dort erneut auf.
  • Einwirken lassen, dann duschen: am besten über Nacht, danach abwaschen, frische Kleidung und Bettwäsche.
  • Wiederholung eintragen: die zweite Anwendung nach 7 bis 10 Tagen fest planen — für alle Mitbehandelten am selben Tag.

Mehr zur Technik bei Cremes allgemein im Ratgeber Salben und Cremes richtig auftragen. Ivermectin-Tabletten werden laut Fachinformation mit Wasser und mit Abstand zu einer Mahlzeit eingenommen; anfangs kann der Juckreiz kurz zunehmen.³

Wann du schnell ärztliche Hilfe brauchst. Fieber, sich ausbreitende Rötung und Schwellung, eitrige oder stark schmerzende Hautstellen sprechen für eine bakterielle Infektion — dann noch am selben Tag in die Praxis, bei schlechtem Allgemeinzustand in die Notaufnahme. Dicke Krusten bei einem pflegebedürftigen Angehörigen können eine Borkenkrätze sein und erfordern rasches Handeln. Wichtig auch: Eine Immunsuppression, die das Krätze-Risiko erhöht, wird deswegen nicht eigenmächtig beendet — mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Tag 1 und Tag 8: Wiederholung nicht verpassen

brite erinnert dich an die zweite Anwendung und an eine mögliche zweite Ivermectin-Dosis.

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8. Kontaktpersonen, Wäsche und Gemeinschaftseinrichtungen

Wer mitbehandelt wird

Als enge Kontaktpersonen gelten alle, die in den letzten Wochen längeren Hautkontakt hatten: Partner, Kinder, Mitbewohner, Menschen, die im selben Bett schlafen, und Pflegende. Sie werden möglichst zeitgleich behandelt — auch ohne Beschwerden, denn die können noch Wochen auf sich warten lassen.¹ Bei Borkenkrätze wird der Kreis deutlich weiter gezogen.

Wäsche, Kleidung und Wohnung

Kleidung, Bettwäsche und Handtücher, die in den Tagen vor der Behandlung benutzt wurden, werden nach der ersten Anwendung gewechselt:¹

  • Waschen: bei mindestens 50 °C für mindestens zehn Minuten; auch heißer Trockner oder Dampf eignen sich.
  • Nicht waschbar: in einem Plastiksack verschlossen mindestens 72 Stunden bei Raumtemperatur von wenigstens 21 °C lagern.
  • Polstermöbel und Matratzen: gründlich absaugen. Insektensprays oder eine Desinfektion der Wohnung sind bei gewöhnlicher Skabies in der Regel nicht nötig.

Kita, Schule und Pflegeheim

Krätze fällt unter § 34 des Infektionsschutzgesetzes: Wer erkrankt ist, darf Gemeinschaftseinrichtungen wie Kita oder Schule vorübergehend nicht besuchen, und die Einrichtung informiert das Gesundheitsamt. Nach der ersten korrekten Behandlung mit einer Creme beziehungsweise 24 Stunden nach Einnahme von Ivermectin ist laut RKI ein Besuch wieder möglich.¹ In Pflegeheimen und Kliniken werden Ausbrüche gemeinsam mit dem Gesundheitsamt gemanagt — Bewohner, Personal und Angehörige oft in einer abgestimmten Aktion.


9. Schwangerschaft, Kinder, Pflegeheim und Therapieversagen

Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit gilt Permethrin-Creme als Mittel der Wahl, weil kaum Wirkstoff in den Körper gelangt.⁴ Ivermectin-Tabletten werden in der Schwangerschaft nicht eingesetzt. Beim Stillen wird die Brust vor dem Anlegen gründlich gereinigt. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Säuglinge und Kleinkinder

Bei Kindern wird der Kopf mitbehandelt, die Menge richtet sich nach Alter und Körperoberfläche. Säuglinge in den ersten Lebensmonaten werden nur unter enger ärztlicher Aufsicht behandelt, sehr junge Kinder manchmal stationär. Damit sich die Kleinen die Creme nicht ablecken, helfen Baumwollhandschuhe oder Strampler.²,³ Allgemeine Tipps im Ratgeber Kinder und Medikamente.

Ältere und pflegebedürftige Menschen

Im Alter verläuft Krätze oft untypisch: wenig Gänge, Befall auch am Rücken, manchmal kaum Juckreiz. In Pflegeheimen wird sie deshalb leicht übersehen. Wer Angehörige pflegt und selbst zu jucken beginnt, sollte das ernst nehmen — siehe auch Medikamente im Pflegeheim.

Wenn die Krätze nicht weggeht

Treten zwei bis vier Wochen nach der Behandlung neue Gänge oder frische Knötchen auf, liegt meist eine Wiederansteckung durch unbehandelte Kontaktpersonen oder ein Anwendungsfehler vor. Daneben wird diskutiert, ob Krätzmilben weniger empfindlich gegenüber Permethrin geworden sind; belastbare Daten dazu sind noch begrenzt.⁵ Die Praxis prüft dann Diagnose, Anwendung und Kontakte und stellt bei Bedarf auf Ivermectin oder eine Kombination um.


10. Nach der Behandlung

Der wichtigste Satz für die Zeit danach: Juckreiz nach erfolgreicher Therapie ist normal. Die abgestorbenen Milben und ihre Reste bleiben noch eine Weile in der Haut, und das Immunsystem reagiert weiter. Dieses postskabiöse Ekzem kann zwei bis vier Wochen, manchmal länger anhalten — es ist kein Zeichen, dass die Behandlung versagt hat.¹,²

  • Nicht auf eigene Faust nachbehandeln — zusätzliche Permethrin-Anwendungen reizen die Haut und verstärken das Ekzem.
  • Haut pflegen — rückfettende Cremes beruhigen die strapazierte Haut. Bei starkem Ekzem verordnet die Praxis eine kurzzeitige Cortison-Creme wie Mometason.
  • Juckreiz in der Nacht — Antihistaminika wie Cetirizin können ihn lindern; ob und welches Präparat passt, besprichst du mit Praxis oder Apotheke.
  • Kontrolltermin wahrnehmen — nach zwei bis vier Wochen lässt sich beurteilen, ob noch aktive Gänge vorhanden sind.
  • Offen informieren — wer Kontakte rechtzeitig einbezieht, schützt sich selbst vor der Wiederansteckung. Krätze ist kein Hygiene-Makel.

Behalte dabei alle Mittel im Überblick, die du und deine Familie gerade verwenden — Vorlage im Ratgeber Medikamentenliste führen.

Juckt es noch — oder schon wieder?

Halte Juckreiz, Hautbild und Behandlungstage im Verlauf fest und zeige sie beim Kontrolltermin.

Verlauf dokumentieren

FAQ: Häufige Fragen zu Krätze

Krätzmilben werden vor allem durch großflächigen Hautkontakt über etwa fünf bis zehn Minuten übertragen, etwa beim gemeinsamen Schlafen, Kuscheln, beim Sex oder bei der Pflege. Händeschütteln und kurze Umarmungen gelten als unbedenklich. Mit mangelnder Hygiene hat Krätze nichts zu tun.
Nach einer Ansteckung dauert es beim ersten Befall zwei bis fünf Wochen, bis es juckt. Partner, Kinder oder Mitbewohner können also befallen sein, ohne es zu merken. Werden sie nicht zeitgleich mitbehandelt, gelangen die Milben nach der Therapie wieder zurück, und alles beginnt von vorn.
Der Juckreiz kann nach erfolgreicher Behandlung noch zwei bis vier Wochen, manchmal länger anhalten, weil das Immunsystem weiter auf Milbenreste reagiert. Das ist kein Zeichen von Therapieversagen. Treten aber neue Gänge oder frische Knötchen auf, sollte die Praxis erneut nachsehen.
Kleidung, Bettwäsche und Handtücher werden bei mindestens 50 Grad für mindestens zehn Minuten gewaschen. Was nicht waschbar ist, kommt verschlossen in einen Plastiksack und bleibt dort mindestens 72 Stunden bei Raumtemperatur. Polstermöbel werden abgesaugt; Insektensprays sind bei gewöhnlicher Krätze meist nicht nötig.
Laut RKI ist der Besuch nach der ersten korrekten Behandlung mit einer Creme wieder möglich, nach Ivermectin-Tabletten nach 24 Stunden. Die Einrichtung muss über die Erkrankung informiert werden und meldet sie dem Gesundheitsamt. Die zweite Anwendung nach sieben bis zehn Tagen bleibt trotzdem wichtig.
Beide wirken gut, wenn sie richtig angewendet werden. Permethrin-Creme gilt als Mittel der ersten Wahl und ist auch in Schwangerschaft und bei Säuglingen einsetzbar. Ivermectin-Tabletten sind ab 15 Kilogramm Körpergewicht zugelassen und praktisch, wenn eine Ganzkörperbehandlung schwierig ist; bei Borkenkrätze oder Therapieversagen wird oft kombiniert.
Nein, nicht die menschliche Krätze. Hunde und Katzen haben eigene Milbenarten, die beim Menschen höchstens vorübergehend Juckreiz auslösen, sich aber nicht dauerhaft in der Haut vermehren. Haustiere müssen bei Krätze deshalb nicht mitbehandelt werden.

Quellen

  1. Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Skabies (Krätze). Abgerufen 2026. rki.de
  2. S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Skabies, Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) (AWMF Reg-Nr. 013-052, Stand 2016, in Überarbeitung). awmf.org
  3. Fachinformationen zu Permethrin-Creme 5 %, Ivermectin-Tabletten zur Skabies-Behandlung und Benzylbenzoat-Emulsion. Abgerufen 2026. fachinfo.de
  4. Embryotox, Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Berlin: Permethrin in Schwangerschaft und Stillzeit. Abgerufen 2026. embryotox.de
  5. Salavastru CM, Chosidow O, Boffa MJ et al.: European guideline for the management of scabies. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 2017. wiley.com

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Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Fieber, sich ausbreitende Rötung oder eitrige Hautstellen bei Krätze sprechen für eine bakterielle Infektion und gehören rasch ärztlich beurteilt; dicke Krusten bei Pflegebedürftigen können auf eine hochansteckende Borkenkrätze hinweisen. Die Medikamentenwahl und Dosierung wird immer individuell von der behandelnden Praxis festgelegt. Letzte Aktualisierung: Oktober 2026.