Krampfadern (Varikose):
Ursachen, Symptome & Behandlung

Auf einen Blick

HäufigkeitSehr häufig — sichtbare Krampfadern oder Besenreiser haben die meisten Erwachsenen, ausgeprägtere Varizen etwa jeder Fünfte bis jeder Dritte; Frauen sind häufiger betroffen
Andere NamenVarikose, Varizen, Krampfaderleiden, chronische Venenschwäche (als Folge)
LeitsymptomSichtbar geschlängelte, erweiterte Venen plus schwere, müde Beine, die abends anschwellen
DiagnoseBlickdiagnose plus Ultraschall (Duplexsonografie) — er zeigt, welche Venenklappen undicht sind
ErstlinieKompressionsstrümpfe und Bewegung; bei Bedarf Verödung, Laser-/Radiowellen-Verfahren oder Operation
ICD-10I83.9 (Varizen der unteren Extremitäten)

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Krampfadern?
  2. Formen & Stadien einfach erklärt
  3. Symptome
  4. Ursachen & Risikofaktoren
  5. Diagnose & Abgrenzung zur Thrombose
  6. Therapie: konservativ
  7. Therapie: Verödung, Laser & OP
  8. Verlauf, Alltag & Vorbeugen
  9. Warnzeichen
  10. So hilft brite dir
  11. FAQ
  12. Verwandte Themen
Hinweis Ein plötzlich einseitig geschwollenes, überwärmtes und schmerzendes Bein ist kein normaler Krampfadern-Verlauf, sondern Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose — hier gehört das Bein rasch ärztlich untersucht.

1. Was sind Krampfadern?

Krampfadern (medizinisch Varizen oder Varikose) sind erweiterte, geschlängelte oberflächliche Venen, die sich vor allem an den Beinen zeigen. Der Name hat übrigens nichts mit Muskelkrämpfen zu tun — er leitet sich vom alten Wort „Krummader" ab, also einer krumm verlaufenden Ader. Sichtbar werden sie als bläulich durchscheinende, hervortretende Stränge, oft an Wade oder Innenseite des Unterschenkels.

Um zu verstehen, warum sie entstehen, hilft ein Blick auf die Aufgabe der Beinvenen. Sie müssen das Blut gegen die Schwerkraft nach oben zum Herzen zurücktransportieren. Damit das gelingt, arbeiten drei Dinge zusammen: die Muskelpumpe der Wade, die das Blut bei jedem Schritt nach oben drückt, elastische Venenwände und vor allem die Venenklappen. Diese Klappen funktionieren wie Rückschlagventile: Sie lassen das Blut nur in Richtung Herz durch und verhindern, dass es wieder nach unten sackt.

Bei Krampfadern schließen diese Klappen nicht mehr richtig. Das Blut fließt teilweise zurück und versackt in den oberflächlichen Venen — Fachleute nennen das Reflux. Der dauerhaft erhöhte Druck weitet die Venen immer weiter, sie werden länger und schlängeln sich. So entsteht ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt: undichte Klappen führen zu Rückstau, der Rückstau weitet die Vene, und die geweitete Vene macht die Klappen erst recht undicht. Deshalb bilden sich Krampfadern von allein nicht zurück.

Nicht nur Kosmetik Krampfadern sehen viele Menschen zuerst als Schönheitsfehler. Tatsächlich sind sie ein echtes medizinisches Thema: Unbehandelt können sie über Jahre zu einer chronischen Venenschwäche mit Schwellungen, Hautveränderungen und im späten Verlauf offenen Beinen führen. Die gute Nachricht: Rechtzeitig behandelt lässt sich das meist verhindern.

2. Formen & Stadien einfach erklärt

Krampfadern sind nicht gleich Krampfadern. Es gibt harmlose kosmetische Formen und ausgeprägte Varizen, die Beschwerden machen. Ein Überblick über die wichtigsten Formen:

  • Besenreiser: feinste, rötlich-bläuliche Äderchen direkt unter der Haut. Sie sind fast immer nur ein kosmetisches Thema und ungefährlich.
  • Retikuläre Varizen: netzartige, etwas größere bläuliche Venen. Ebenfalls meist harmlos.
  • Seitenast-Varizen: erweiterte Seitenäste der großen Stammvenen — die typischen geschlängelten Krampfadern, die man von außen sieht.
  • Stammvarikose: Betroffen sind die großen Stammvenen (die Rosenader an der Beininnenseite oder die kleine Rosenader an der Wadenrückseite). Das ist die Form, die am ehesten Beschwerden macht und behandelt werden sollte.

Um den Schweregrad einer Venenerkrankung einheitlich zu beschreiben, nutzen Fachleute die CEAP-Einteilung. Das C darin steht für den sichtbaren klinischen Befund und reicht von C0 bis C6. Man muss die Kürzel nicht auswendig können — hier eine verständliche Übersetzung:

StadiumWas man siehtBedeutung
C0Keine sichtbaren Zeichen, aber BeschwerdenSchwere Beine ohne sichtbare Varizen
C1Besenreiser, feine NetzvenenMeist rein kosmetisch
C2Deutliche KrampfadernBehandlung je nach Beschwerden sinnvoll
C3Zusätzlich Schwellung (Ödem)Beginnende chronische Venenschwäche
C4Hautveränderungen, Verfärbungen, VerhärtungFortgeschritten — behandeln
C5Abgeheiltes offenes Bein (Ulcus)Spätfolge, Rückfallgefahr
C6Aktives offenes Bein (Ulcus cruris)Schwerste Form — dringend behandeln
Tabelle nach rechts scrollbar

Die meisten Menschen bewegen sich im Bereich C1 bis C3. Wichtig zu wissen: Die Stadien sind keine Einbahnstraße mit festem Tempo — mit guter Behandlung lässt sich das Fortschreiten in den allermeisten Fällen aufhalten, und die schweren Stadien C4 bis C6 sind bei rechtzeitiger Therapie selten.


3. Symptome

Neben dem sichtbaren Befund verursachen Krampfadern typische Beschwerden, die sich im Tagesverlauf verändern. Charakteristisch ist: Die Beine fühlen sich abends schwerer an als morgens und werden bei langem Stehen oder Sitzen schlimmer, bei Bewegung und Hochlegen besser.

  • Schwere, müde Beine — besonders am Abend und an warmen Tagen.
  • Schwellungen an Knöchel und Unterschenkel, die abends zunehmen. Mehr dazu unter Wassereinlagerungen.
  • Spannungs- und Druckgefühl, manchmal ein Ziehen entlang der Krampfader.
  • Nächtliche Wadenkrämpfe und ein Kribbeln oder unruhige Beine. Siehe auch Wadenkrämpfe.
  • Schmerzen in der Wade, die eher dumpf und belastungsabhängig sind — dazu Wadenschmerzen.
  • Juckreiz über der Krampfader und trockene Haut am Unterschenkel.

Interessant ist, dass die Stärke der Beschwerden nicht unbedingt zur Größe der Krampfadern passt. Manche Menschen haben dicke Varizen und kaum Beschwerden, andere leiden schon bei kleinen Venen unter schweren Beinen. Deshalb entscheidet nicht das Aussehen allein über die Behandlung, sondern das Gesamtbild aus Beschwerden, Ultraschallbefund und Verlauf.

Beschwerden ernst nehmen Schwere Beine gehören für viele zum Alltag und werden oft hingenommen. Wenn sie regelmäßig auftreten, abends anschwellen oder sich die Haut am Unterschenkel verändert, lohnt sich ein Venencheck — je früher, desto besser lässt sich ein Fortschreiten verhindern.

4. Ursachen & Risikofaktoren

Die eigentliche Ursache der meisten Krampfadern ist eine Venenklappenschwäche: Die Klappen in den oberflächlichen Beinvenen schließen nicht mehr dicht, das Blut fließt zurück und staut sich. Warum die Klappen und Venenwände nachlassen, ist ein Zusammenspiel aus Veranlagung und Belastung. Man spricht dann von der primären Varikose — sie macht die große Mehrheit aus.¹

  • Veranlagung: Eine familiäre Bindegewebs- und Venenschwäche ist der wichtigste Faktor. Wenn beide Eltern Krampfadern haben, ist das Risiko deutlich erhöht.
  • Alter: Venenwände und Klappen verlieren mit den Jahren an Elastizität.
  • Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen, unter anderem durch den Einfluss von Hormonen auf das Bindegewebe.
  • Schwangerschaft: Mehr Blutvolumen, hormonelle Umstellung und der Druck der Gebärmutter auf die Beckenvenen begünstigen Krampfadern — oft bilden sie sich nach der Geburt teilweise zurück.
  • Stehende oder sitzende Berufe: Langes Stehen ohne Bewegung lässt die Wadenmuskelpumpe brachliegen und das Blut versacken.
  • Übergewicht: Mehr Gewicht bedeutet mehr Druck auf die Beinvenen. Mehr dazu unter Adipositas.
  • Bewegungsmangel: Wenig aktive Wadenmuskulatur schwächt den Rücktransport.

Seltener steckt eine andere Ursache dahinter (sekundäre Varikose). Der wichtigste Auslöser ist eine früher durchgemachte tiefe Venenthrombose: Wenn eine tiefe Vene verstopft oder ihre Klappen geschädigt wurden, muss das Blut über die oberflächlichen Venen ausweichen, die dadurch überlastet werden und sich zu Krampfadern erweitern. Deshalb gehört zur Abklärung immer die Frage nach einer früheren Thrombose.


5. Diagnose & Abgrenzung zur Thrombose

Krampfadern sieht man oft schon auf den ersten Blick. Für die Behandlung reicht das Aussehen allein aber nicht — entscheidend ist, welche Venen und Klappen betroffen sind und ob die tiefen Venen mitspielen. Das klärt vor allem der Ultraschall.¹,²

  • Anamnese & Blickdiagnose: Beschwerden, Familiengeschichte, frühere Thrombosen und die sichtbaren Venen im Stehen.
  • Duplex-Ultraschall (Duplexsonografie): die wichtigste Untersuchung. Sie zeigt ohne Nadel und Strahlung, an welcher Stelle Klappen undicht sind, in welche Richtung das Blut fließt und ob die tiefen Venen frei sind. Sie ist die Grundlage jeder Behandlungsentscheidung.
  • Funktionstests: ergänzend, um die Leistung der Venen und der Muskelpumpe einzuschätzen.

Besonders wichtig ist die Abgrenzung zur tiefen Venenthrombose. Krampfadern selbst sind keine Thrombose — sie entwickeln sich langsam über Jahre und betreffen die oberflächlichen Venen. Eine tiefe Venenthrombose dagegen ist ein Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen, das plötzlich auftritt und gefährlich werden kann, weil sich ein Teil lösen und als Lungenembolie in die Lunge gelangen kann.

Krampfader oder Thrombose? Krampfadern machen typischerweise beidseitige, langsam zunehmende, abends betonte Beschwerden. Eine tiefe Venenthrombose zeigt sich meist einseitig mit einer neu aufgetretenen, oft schmerzhaften Schwellung, Spannungsgefühl und überwärmter, geröteter Haut. Solche plötzlichen einseitigen Beschwerden gehören rasch ärztlich abgeklärt — mehr dazu im Abschnitt Warnzeichen und unter Thrombose & Lungenembolie.

6. Therapie: konservativ

Nicht jede Krampfader muss operiert werden. Am Anfang und begleitend zu jedem Eingriff steht die konservative Therapie — also Maßnahmen ohne Operation. Sie beseitigt vorhandene Krampfadern zwar nicht, lindert aber Beschwerden zuverlässig, bremst das Fortschreiten und beugt Komplikationen vor. Bei leichten Formen reicht sie oft aus.¹

Die beiden tragenden Säulen sind Kompression und Bewegung. Beide zielen darauf, den Rücktransport des Blutes zu verbessern und den Druck in den oberflächlichen Venen zu senken.

Basis Konservative Maßnahmen — für jedes Stadium sinnvoll
Kompressionsstrümpfe
Der wichtigste Baustein. Sie üben von außen abgestuften Druck aus, der am Knöchel am stärksten ist und nach oben abnimmt — so wird das Blut nach oben gedrückt und die Klappen entlastet. Wichtig ist die richtige Größe und Klasse (vom Fachhandel angemessen) und dass sie morgens vor dem Aufstehen angezogen werden.
Bewegung & Wadenpumpe
Gehen, Radfahren, Schwimmen und gezielte Fußwippen aktivieren die Wadenmuskelpumpe, den natürlichen Motor des Rücktransports. Die Faustregel lautet: Laufen und Liegen statt Stehen und Sitzen.
Beine hochlegen & Kühlung
Mehrmals täglich die Beine über Herzhöhe lagern entlastet die Venen. Kühles Abduschen der Beine strafft und lindert das Schweregefühl, besonders an warmen Tagen.
Gewicht & Hautpflege
Übergewicht zu reduzieren senkt den Druck auf die Beinvenen. Regelmäßiges Eincremen hält die oft trockene Haut am Unterschenkel geschmeidig und beugt Hautschäden vor.

Sogenannte Venenmittel (pflanzliche Präparate etwa mit rotem Weinlaub oder Rosskastanie) können das Schweregefühl und die Schwellung etwas lindern. Sie ersetzen aber weder die Kompression noch eine nötige Behandlung der undichten Venen — sie sind eine Ergänzung, kein Ersatz.

Kompression lohnt sich Viele scheuen Kompressionsstrümpfe, weil sie sie für unbequem oder altmodisch halten. Moderne Strümpfe sind dünn, gut sitzend und in vielen Farben erhältlich. Regelmäßig getragen sind sie die wirksamste Einzelmaßnahme gegen schwere Beine und Schwellung — auch nach einem Eingriff.

7. Therapie: Verödung, Laser & OP

Wenn Beschwerden bestehen bleiben, die Krampfadern fortschreiten oder Komplikationen drohen, kommen Verfahren infrage, die die kranke Vene gezielt ausschalten. Das Prinzip ist bei allen gleich: Die undichte Vene wird verschlossen oder entfernt, sodass das Blut über gesunde Venen abfließt. Der Körper kommt ohne die stillgelegte oberflächliche Vene gut zurecht. Welches Verfahren passt, hängt von Lage, Größe und Verlauf der Vene sowie vom Ultraschallbefund ab.¹,²

Verfahren Die gängigen Behandlungswege
Verödung (Sklerosierung)
Ein Verödungsmittel wird in die Vene gespritzt (als Flüssigkeit oder aufgeschäumt), reizt die Innenwand und lässt die Vene verkleben. Besonders geeignet für Besenreiser und kleinere Seitenäste, ambulant und ohne Schnitt. Oft sind mehrere Sitzungen nötig.
Laser & Radiowelle (endovenös, thermisch)
Über einen dünnen Katheter wird die Stammvene von innen erhitzt und dadurch verschlossen — mit Laserlicht oder Radiowellen. Diese schonenden Kathetertechniken sind heute bei der Stammvarikose oft erste Wahl: kleine Einstiche statt Schnitte, meist ambulant, rasche Erholung.
Operation (Stripping & Crossektomie)
Beim klassischen Stripping wird die kranke Stammvene über kleine Schnitte herausgezogen, meist kombiniert mit der Unterbindung an der Mündung (Crossektomie). Ein bewährtes, gut untersuchtes Verfahren, das vor allem bei ausgeprägten oder verwinkelten Venen zum Einsatz kommt.
Weitere Techniken
Es gibt zusätzlich klebe- und medikamentenbasierte Kathetermethoden sowie die Entfernung einzelner Seitenäste über winzige Schnitte (Phlebektomie). Häufig werden Verfahren kombiniert — etwa Katheter für die Stammvene plus Verödung für Restvenen.
Krampfadern können wiederkommen Kein Verfahren beseitigt die zugrunde liegende Venenschwäche. Auch nach erfolgreicher Behandlung können sich an anderer Stelle neue Krampfadern bilden. Deshalb bleiben Kompression bei Bedarf, Bewegung und Gewichtskontrolle dauerhaft wichtig — und regelmäßige Verlaufskontrollen helfen, ein Wiederauftreten früh zu erkennen.

Nach jedem Eingriff gehört das Tragen von Kompressionsstrümpfen für eine gewisse Zeit dazu, ebenso frühes Aufstehen und Bewegung. Die genaue Dauer und Nachsorge legt die behandelnde Praxis fest. Wichtig zu wissen: Ob und welches Verfahren die Krankenkasse übernimmt, hängt vom Befund ab — rein kosmetische Behandlungen wie das Veröden von Besenreisern zahlt man in der Regel selbst.

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8. Verlauf, Alltag & Vorbeugen

Krampfadern sind eine chronische Erkrankung, die sich ohne Behandlung meist langsam verschlechtert. Mit den richtigen Gewohnheiten lässt sich der Verlauf aber stark beeinflussen — und wer ein familiäres Risiko hat, kann dem Entstehen aktiv vorbeugen. Die wirksamsten Hebel liegen im Alltag:

  • In Bewegung bleiben: Jeder Schritt aktiviert die Wadenpumpe. Wer viel steht oder sitzt, sollte regelmäßig ein paar Schritte gehen oder die Füße wippen lassen.
  • Beine hochlegen: Mehrmals täglich hochlagern entlastet die Venen und lässt Schwellungen abklingen — abends besonders wohltuend.
  • Kompression konsequent tragen: Verordnete Strümpfe wirken nur, wenn sie regelmäßig und richtig getragen werden. Eine feste Routine (morgens anziehen) hilft.
  • Gewicht und Ernährung: Ein gesundes Gewicht und ballaststoffreiche Kost entlasten die Venen und beugen zusätzlich der Verstopfung vor, die den Bauchdruck erhöht.
  • Wärme meiden, Kälte nutzen: Sehr heiße Bäder, Sauna mit langem Sitzen und pralle Sonne weiten die Venen. Kühle Güsse tun den Beinen gut.
  • Auf lange Reisen achten: Bei langem Sitzen im Flieger oder Auto regelmäßig bewegen und viel trinken — das senkt zugleich das Thromboserisiko.

Unbehandelt kann eine ausgeprägte Varikose zu einer chronischen Venenschwäche führen: erst mit Schwellungen und Wassereinlagerungen, später mit Hautverfärbungen, Verhärtungen und im schlimmsten Fall einem offenen Bein (Ulcus cruris), das schlecht heilt. Eine mögliche Komplikation ist außerdem die Venenentzündung in einer Krampfader (oberflächliche Venenthrombose), die sich als geröteter, verhärteter und schmerzhafter Strang zeigt. Sie ist meist weniger gefährlich als eine tiefe Thrombose, gehört aber ärztlich beurteilt. All das ist ein Grund, Krampfadern nicht als reine Kosmetik abzutun, sondern rechtzeitig etwas zu tun.

Deine Beinbeschwerden immer im Blick

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Beschwerden dokumentieren

9. Warnzeichen

Die meisten Krampfadern-Beschwerden entwickeln sich langsam und sind kein Notfall. Es gibt aber Situationen, bei denen du nicht abwarten solltest:

Rasch ärztlich abklären lassen Ein plötzlich einseitig geschwollenes, überwärmtes und schmerzendes Bein kann auf eine tiefe Venenthrombose hindeuten — das gehört rasch ärztlich untersucht, denn löst sich ein Gerinnsel, droht eine Lungenembolie. Alarmzeichen für eine Lungenembolie wie plötzliche Atemnot, Brustschmerz oder Bluthusten sind ein Notfall: sofort den Notruf 112 wählen. Ebenfalls rasch ärztlich abklären: eine Blutung aus einer Krampfader (die dünne Haut über einer Vene kann einreißen — dann Bein hochlegen und die Stelle fest komprimieren) sowie eine offene, nicht heilende Wunde am Unterschenkel (Ulcus).

So hilft brite dir bei Krampfadern

Krampfadern behandelt man nicht in Wochen, sondern über Jahre — mit Kompression, Bewegung und regelmäßigen Kontrollen. Die Therapie wirkt nur, wenn sie zuverlässig läuft und die Beschwerden im Blick bleiben. Genau dabei unterstützt brite.

  • Einnahme-Erinnerung — Kompressionsstrümpfe anziehen, Venenübungen und verordnete Venenmittel pünktlich und ohne Lücken. Erinnerung einrichten
  • Gesundheitsverlauf — Schweregefühl, Schwellung und Gewicht dokumentieren und als Kurve zum Termin mitbringen. Die beste Grundlage fürs Venengespräch. Verlauf tracken
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FAQ: Häufige Fragen zu Krampfadern

Kleine Besenreiser sind meist nur kosmetisch. Ausgeprägte Krampfadern sind aber ein medizinisches Thema: Unbehandelt können sie über Jahre zu Schwellungen, Hautveränderungen und im späten Verlauf zu einem offenen Bein führen. Deshalb lohnt sich bei Beschwerden oder Fortschreiten ein Venencheck.
Ursache ist eine Venenklappenschwäche: Die Klappen in den Beinvenen schließen nicht mehr dicht, das Blut fließt zurück und staut sich. Der erhöhte Druck weitet die Vene, sie wird länger und schlängelt sich. Wichtigster Risikofaktor ist die familiäre Veranlagung, dazu kommen Alter, Schwangerschaft, langes Stehen und Übergewicht.
Krampfadern entwickeln sich langsam, betreffen oberflächliche Venen und machen meist beidseitige, abends betonte Beschwerden. Eine tiefe Venenthrombose tritt plötzlich auf, meist einseitig, mit neuer Schwellung, Spannung und überwärmter, geröteter Haut. Ein solches akut einseitig geschwollenes, schmerzendes Bein gehört rasch ärztlich abgeklärt.
Ja. Kompressionsstrümpfe sind die wirksamste konservative Maßnahme. Sie üben abgestuften Druck aus, der das Blut nach oben drückt und die Venen entlastet — das lindert schwere Beine und Schwellung zuverlässig. Wichtig sind die richtige Klasse und Größe sowie das Anziehen morgens vor dem Aufstehen. Sie beseitigen die Krampfadern aber nicht.
Nicht immer. Bei leichten Formen reichen oft Kompression und Bewegung. Bleiben Beschwerden bestehen oder schreitet die Varikose fort, kommen Verfahren infrage, die die kranke Vene ausschalten — Verödung bei kleinen Venen, schonende Katheterverfahren mit Laser oder Radiowelle bei Stammvenen oder die klassische Operation (Stripping). Welches passt, klärt der Ultraschall.
Bei der Verödung wird ein Mittel in die Vene gespritzt, das sie verkleben lässt — ideal für Besenreiser und kleine Venen. Bei Laser oder Radiowelle wird die Stammvene über einen Katheter von innen erhitzt und verschlossen, meist ambulant und schonend. Beim Stripping wird die kranke Stammvene über kleine Schnitte herausgezogen. Oft werden Verfahren kombiniert.
Das kann vorkommen. Kein Verfahren beseitigt die zugrunde liegende Venenschwäche, deshalb können sich an anderer Stelle neue Krampfadern bilden. Bewegung, Gewichtskontrolle, Kompression bei Bedarf und regelmäßige Verlaufskontrollen senken das Risiko und helfen, ein Wiederauftreten früh zu erkennen.
Die Veranlagung lässt sich nicht ändern, das Fortschreiten aber schon. Am wirksamsten sind viel Bewegung (Laufen und Liegen statt Stehen und Sitzen), Beine hochlegen, ein gesundes Gewicht und das Meiden großer Hitze. Bei familiärem Risiko oder in der Schwangerschaft können Kompressionsstrümpfe vorbeugend sinnvoll sein.
Bei zunehmenden Beschwerden, abendlicher Schwellung oder Hautveränderungen am Unterschenkel lohnt sich ein Venencheck. Rasch ärztlich abklären lassen solltest du ein plötzlich einseitig geschwollenes, überwärmtes, schmerzendes Bein (Verdacht auf Thrombose), eine Blutung aus einer Krampfader oder eine offene, nicht heilende Wunde. Bei plötzlicher Atemnot oder Brustschmerz gilt der Notruf 112.

11. Verwandte Themen

Quellen

  1. S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Varikose. Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie (DGP) / Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA). awmf.org
  2. Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA) — Gefäßmedizin. dga-gefaessmedizin.de
  3. IQWiG / gesundheitsinformation.de: Krampfadern (Varikose). gesundheitsinformation.de
  4. Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie (DGP). phlebology.de
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Ob und wie Krampfadern behandelt werden, sollte immer mit einer ärztlichen Fachperson besprochen werden. Ein plötzlich einseitig geschwollenes, überwärmtes und schmerzendes Bein gehört rasch untersucht (Verdacht auf Thrombose); bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerz oder Bluthusten sofort den Notruf 112 wählen. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.