Magen-Darm-Infekt:
viral oder bakteriell, richtig trinken und wann kein Loperamid hilft

Auf einen Blick

Was ist das? Eine Infektion von Magen und Darm mit Durchfall, oft auch Übelkeit und Erbrechen.
Ursache Meist Viren (zum Beispiel Norovirus), seltener Bakterien.
Das Wichtigste Genug trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Meist Nach einigen Tagen von allein wieder vorbei.
Vorsicht Antibiotika und Durchfall-Stopper sind oft nicht nötig und manchmal schädlich.
ICD-10 A09 (infektiöse Gastroenteritis)

Was ist ein Magen-Darm-Infekt?

Ein Magen-Darm-Infekt (medizinisch akute Gastroenteritis) ist eine Infektion von Magen und Darm. Typisch sind Durchfall, oft zusammen mit Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfen. Ausgelöst wird er meist durch Viren, vor allem Noroviren, seltener durch Bakterien und nur selten durch Parasiten.

Magen-Darm-Infekte sind sehr häufig und in den allermeisten Fällen harmlos. Sie klingen meist nach einigen Tagen von allein wieder ab. Die wichtigste Aufgabe in dieser Zeit ist nicht ein bestimmtes Medikament, sondern genug zu trinken, denn die größte Gefahr ist der Flüssigkeitsverlust.

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Ein Magen-Darm-Infekt ist meist schnell vorbei. Wenn du andere Medikamente nimmst oder den Überblick behalten willst, hilft brite mit Erinnerungen, einem Wechselwirkungs-Check und einem Platz für deine Beschwerden.

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Symptome und Verlauf

Ein Magen-Darm-Infekt beginnt oft plötzlich. Typische Beschwerden sind:

  • Durchfall, oft wässrig. Mehr dazu: Durchfall.
  • Übelkeit und Erbrechen. Mehr dazu: Übelkeit.
  • Bauchkrämpfe und Bauchschmerzen.
  • manchmal Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit.

Meist klingt ein Magen-Darm-Infekt nach einigen Tagen von allein wieder ab. Bei einem Norovirus geht es oft schon nach ein bis drei Tagen besser. Die größte Gefahr ist nicht der Infekt selbst, sondern der Flüssigkeitsverlust, vor allem bei kleinen Kindern und älteren Menschen.

Norovirus oder Bakterien? Der Unterschied

Die meisten Magen-Darm-Infekte sind viral. Manchmal stecken aber Bakterien dahinter, und das kann für die Behandlung wichtig sein. Sicher unterscheiden lässt sich das nur über eine Stuhluntersuchung, einige Anhaltspunkte gibt es aber:

Eher viral (z. B. Norovirus) Eher bakteriell (z. B. Campylobacter, Salmonellen)
Stuhl wässriger Durchfall, meist ohne Blut manchmal blutiger oder schleimiger Durchfall
Erbrechen oft im Vordergrund (besonders Norovirus) eher der Durchfall im Vordergrund
Fieber meist kein oder nur leichtes Fieber häufiger hohes Fieber
Dauer meist kurz, oft 1 bis 3 Tage manchmal länger und schwerer
Auslöser sehr ansteckend von Mensch zu Mensch oft über Lebensmittel (Geflügel, Eier), manchmal nach Reisen

Tabelle seitlich scrollen →

Die Übergänge sind fließend, und allein an den Beschwerden lässt sich nicht sicher sagen, was die Ursache ist. Wichtig ist vor allem: Bei blutigem Durchfall, hohem Fieber oder einem schweren, länger anhaltenden Verlauf solltest du ärztlichen Rat suchen, dann kann eine Stuhluntersuchung sinnvoll sein.

Das Wichtigste: Flüssigkeit und Elektrolyte

Bei einem Magen-Darm-Infekt ist das Wichtigste nicht ein bestimmtes Medikament, sondern genug zu trinken. Durch Durchfall und Erbrechen verliert der Körper Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte), und genau das auszugleichen ist die zentrale Behandlung.

  • viel trinken, am besten in kleinen Schlucken über den Tag verteilt.
  • ideal ist eine Elektrolytlösung (orale Rehydratationslösung) aus der Apotheke, besonders bei stärkeren Verlusten, bei kleinen Kindern und bei älteren Menschen. Sie ersetzt Flüssigkeit und Salze im richtigen Verhältnis.
  • geeignet sind außerdem Wasser, verdünnte Säfte und klare Brühe. Sehr zuckerhaltige Getränke allein sind weniger gut, sie können den Durchfall verstärken.
  • essen nach Appetit, sobald es geht, am besten leichte Kost. Strenges Hungern ist nicht nötig. Gestillte Babys werden weiter gestillt.

Behalte im Blick, ob genug getrunken und ausgeschieden wird. Wann ein Flüssigkeitsmangel gefährlich wird, steht weiter unten im Abschnitt „Wann zum Arzt“.

Wann kein Loperamid und kein Antibiotikum

Viele greifen bei Durchfall reflexartig zu einem Mittel, das den Durchfall stoppt, oder hoffen auf ein Antibiotikum. Beides ist oft nicht sinnvoll und kann sogar schaden.

Loperamid (Durchfall-Stopper). Bei Erwachsenen mit wässrigem Durchfall ohne Blut und ohne hohes Fieber kann Loperamid kurzfristig zur Linderung eingesetzt werden, etwa wenn man durch den Tag kommen muss. Es behandelt aber nur das Symptom, nicht die Ursache. Finger weg bei blutigem Durchfall oder hohem Fieber, denn dann kann es schaden. Bei kleinen Kindern sollte Loperamid nicht gegeben werden. Mehr zum Wirkstoff: Loperamid.

Antibiotika. Die meisten Magen-Darm-Infekte werden durch Viren ausgelöst, dagegen helfen Antibiotika überhaupt nicht. Aber auch viele bakterielle Infekte heilen bei sonst gesunden Menschen von allein, ohne Antibiotikum. Antibiotika werden nur in bestimmten Fällen eingesetzt, zum Beispiel bei schweren Verläufen oder bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, und das entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Unnötige Antibiotika können Nebenwirkungen haben, Resistenzen fördern und bei bestimmten Erregern (zum Beispiel EHEC) sogar gefährliche Komplikationen begünstigen.

Medikationsplan

Oft braucht es kein Medikament, aber den Überblick.

brite hält fest, was du nimmst, prüft Wechselwirkungen mit deinen anderen Medikamenten und notiert deine Beschwerden. Hilfreich, falls du doch zum Arzt gehst oder deine Dauermedikamente im Blick behalten willst.

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Ansteckung vermeiden

Magen-Darm-Infekte, besonders Noroviren, sind sehr ansteckend. So senkst du das Risiko, dich oder andere anzustecken:

  • Hände gründlich mit Seife waschen, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
  • bei einem Infekt im Haushalt eigene Handtücher benutzen und Oberflächen, Toilette und Türgriffe reinigen.
  • wer erkrankt ist, sollte möglichst kein Essen für andere zubereiten und nicht mit Lebensmitteln arbeiten, bis mindestens zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden.
  • Lebensmittel gut durchgaren, besonders Geflügel, und auf Küchenhygiene achten.

Wann zum Arzt?

Geh zur Ärztin oder zum Arzt, wenn der Durchfall blutig ist, hohes Fieber dazukommt, die Beschwerden nach mehreren Tagen nicht besser werden oder sehr stark sind, oder wenn du kürzlich in einem Risikogebiet im Ausland warst. Besonders vorsichtig solltest du bei kleinen Kindern, älteren oder geschwächten Menschen, in der Schwangerschaft und bei chronischen Erkrankungen sein, hier lohnt sich frühzeitig ärztlicher Rat.

Zeichen für starken Flüssigkeitsmangel sofort abklären Hol rasch ärztliche Hilfe oder wähle den Notruf 112, wenn Zeichen einer starken Austrocknung auftreten: kaum noch Urin, eingefallene Augen, starke Schwäche, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme, oder wenn gar nichts mehr bei sich behalten wird (anhaltendes Erbrechen). Bei Babys und kleinen Kindern sind Warnzeichen unter anderem eine trockene Windel über viele Stunden, eingesunkene Augen sowie auffällige Schläfrigkeit oder Teilnahmslosigkeit, hier zählt jede Stunde. Auch blutiger Durchfall mit hohem Fieber oder sehr starke, anhaltende Bauchschmerzen gehören rasch ärztlich abgeklärt.

Bei Magen-Darm-Infekten den Überblick behalten mit brite

Auch wenn ein Infekt meist schnell vorbei ist: brite hilft dir, deine Medikamente im Blick zu behalten und Beschwerden festzuhalten.

  • Wechselwirkungs-Check: falls du etwas gegen die Beschwerden nimmst oder Dauermedikamente hast.
  • Beschwerde-Tagebuch: halte Durchfall, Fieber und Trinkmenge fest, hilfreich fürs Arztgespräch.
  • Einnahme-Erinnerung: für deine sonstigen Medikamente, die jetzt nicht untergehen sollen.
  • Medikationsplan: alle Mittel an einem Ort, griffbereit für den nächsten Termin.
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Häufige Fragen

Meist nur wenige Tage. Bei einem Norovirus geht es oft schon nach ein bis drei Tagen besser. Manche bakteriellen Infekte dauern etwas länger. Halten die Beschwerden über mehrere Tage an oder werden schlimmer, solltest du ärztlichen Rat suchen.

Am besten viel, in kleinen Schlucken, ideal eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Geeignet sind auch Wasser, verdünnte Säfte und klare Brühe. Sehr zuckerhaltige Getränke allein sind weniger gut.

Bei Erwachsenen mit wässrigem Durchfall ohne Blut und ohne hohes Fieber kann Loperamid kurzfristig lindern. Bei blutigem Durchfall, hohem Fieber und bei kleinen Kindern sollte es nicht eingesetzt werden, da es schaden kann.

Meist nicht. Die meisten Magen-Darm-Infekte sind viral, da helfen Antibiotika nicht. Auch viele bakterielle Infekte heilen von allein. Antibiotika werden nur in bestimmten Fällen vom Arzt verordnet.

Sicher nur durch eine Stuhluntersuchung. Grob gilt: ein viraler Infekt eher wässriger Durchfall mit Erbrechen, kurz und ohne Blut. Bakteriell eher blutiger Durchfall, hohes Fieber oder ein längerer, schwererer Verlauf. Bei diesen Zeichen zum Arzt.

Bei blutigem Durchfall, hohem Fieber, starken oder mehrtägigen Beschwerden, Zeichen von Austrocknung und bei Risikogruppen wie kleinen Kindern, älteren Menschen oder Schwangeren. Bei starker Austrocknung sofort.

Gründlich Hände waschen, eigene Handtücher benutzen, Oberflächen reinigen und während der Erkrankung kein Essen für andere zubereiten, bis mindestens zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden.

Iss nach Appetit, sobald es geht, am besten leichte Kost. Strenges Hungern ist nicht nötig. Wichtig ist vor allem, genug zu trinken.

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Quellen

  1. DGVS (Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie) u. a.: S2k-Leitlinie „Gastrointestinale Infektionen“ (AWMF 021-024, Version 2.0, 2023). register.awmf.org/de/leitlinien/detail/021-024
  2. GPGE: S2k-Leitlinie „Akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter“ (AWMF 068-003). register.awmf.org/de/leitlinien/detail/068-003
  3. Robert Koch-Institut (RKI): Ratgeber Norovirus-Gastroenteritis, Campylobacter, Salmonellose, EHEC. rki.de
  4. IQWiG / gesundheitsinformation.de: Magen-Darm-Infekt und Durchfall. gesundheitsinformation.de
  5. BZgA: infektionsschutz.de, Magen-Darm-Infektionen. infektionsschutz.de
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Zeichen einer starken Austrocknung, anhaltendem Erbrechen, blutigem Durchfall mit hohem Fieber oder bei betroffenen Babys und Kleinkindern solltest du umgehend ärztliche Hilfe suchen. Stand: Juni 2026.