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Sarah K., 34
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Auf einen Blick
Multiple Sklerose (kurz MS) ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, also von Gehirn, Rückenmark und Sehnerven. Bei MS richtet sich das eigene Immunsystem gegen die Schutzhülle der Nervenfasern (die Myelinschicht) und gegen die Fasern selbst. Dadurch werden Nervensignale gestört. An verschiedenen Stellen entstehen kleine Entzündungsherde, was der Erkrankung ihren Namen gibt: multiple (viele) Sklerose (Vernarbung).
MS ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems bei jungen Erwachsenen. Eine wichtige Einordnung vorweg: MS ist heute gut behandelbar. Die Möglichkeiten haben sich in den letzten Jahren stark verbessert, und der Langzeitverlauf ist deutlich besser als das alte, oft angstbesetzte Bild der Erkrankung.
Therapie und Symptome im Blick behalten.
Ob Tablette, Spritze oder Infusion: brite erinnert dich an deine Therapie, hilft dir, Beschwerden festzuhalten, und prüft Wechselwirkungen. So bist du fürs nächste Arztgespräch gut vorbereitet.
Kostenlos registrierenWeil die Entzündungsherde an unterschiedlichen Stellen liegen können, ist MS sehr individuell. Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, welche Bereiche betroffen sind. Häufig sind:
Diese Beschwerden treten nicht alle gemeinsam auf, und nicht jede davon bedeutet MS. Viele dieser Symptome haben harmlose Ursachen.
MS verläuft nicht bei allen gleich. Man unterscheidet einige Verlaufsformen, was für die Behandlung wichtig ist:
Eine moderne Sichtweise fragt zusätzlich, ob die MS gerade entzündlich aktiv ist (neue Schübe oder neue Herde im MRT) oder nicht. Das beeinflusst, welche Therapie sinnvoll ist.
Warum jemand MS bekommt, ist nicht abschließend geklärt. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der mehrere Faktoren zusammenwirken:
Wichtig: MS ist nicht ansteckend, und niemand ist selbst schuld an der Erkrankung.
Die Diagnose stellt eine Neurologin oder ein Neurologe. Da es keinen einzelnen Test gibt, werden mehrere Bausteine nach festgelegten Kriterien zusammengeführt:
Ziel ist nachzuweisen, dass die Entzündungsherde räumlich verteilt sind und zu unterschiedlichen Zeiten aufgetreten sind, und andere Ursachen auszuschließen.
Ein Schub bedeutet, dass neue Beschwerden auftreten oder sich bestehende deutlich verschlechtern, über mehr als 24 Stunden und ohne dass eine andere Ursache wie Fieber dahintersteckt. Schübe bilden sich oft ganz oder teilweise wieder zurück.
Ein Punkt wird häufig verwechselt:
Was bei einem Schub hilft:
Ein Schub ist also kein Grund für Panik, sondern ein Anlass, ärztlichen Rat einzuholen und gezielt zu handeln.
Neben der Behandlung akuter Schübe gibt es die verlaufsmodifizierende Therapie, oft Immuntherapie genannt. Sie wird dauerhaft angewendet und hat ein klares Ziel: Schübe seltener zu machen, neue Entzündungsherde zu verhindern und das Fortschreiten zu bremsen.
Es gibt heute viele verschiedene Wirkstoffe. Vereinfacht lassen sie sich nach ihrer Wirkstärke einordnen:
Sie werden ganz unterschiedlich angewendet: als Tablette, als Spritze unter die Haut oder als Infusion in festen Abständen. Welches Mittel passt, entscheidet sich gemeinsam mit der Neurologie, je nach Verlaufsform, Krankheitsaktivität und Lebenssituation.
Bei deiner Therapie am Ball bleiben.
Eine MS-Therapie wirkt am besten, wenn sie regelmäßig läuft. brite erinnert dich an Tablette, Spritze oder den nächsten Infusionstermin, prüft Wechselwirkungen und hilft dir, Schübe und Beschwerden fürs Arztgespräch festzuhalten.
Jetzt kostenlos startenEine MS-Diagnose ist zunächst ein Schock. Es hilft zu wissen: Die meisten Menschen mit MS führen ein aktives, selbstbestimmtes Leben. Das alte Bild, dass MS zwangsläufig in den Rollstuhl führt, ist überholt. Den Verlauf günstig beeinflussen können:
Auch die seelische Gesundheit gehört dazu. Niedergeschlagenheit und Erschöpfung sind bei MS häufig und gut behandelbar. Du musst damit nicht allein zurechtkommen.
Wende dich zeitnah an eine Ärztin oder einen Arzt, am besten aus der Neurologie, wenn neue neurologische Beschwerden auftreten und länger als einen Tag anhalten, zum Beispiel:
Ob Tablette, Spritze oder Infusion: brite hilft dir, deine Therapie regelmäßig durchzuziehen und Beschwerden im Blick zu behalten.
Vollständig heilbar ist MS bislang nicht. Sie ist aber gut behandelbar: Moderne Therapien können Schübe deutlich reduzieren, neue Entzündungsherde verhindern und das Fortschreiten bremsen.
Nein. Dieses alte Bild ist überholt. Die meisten Menschen mit MS bleiben mobil und führen ein aktives Leben, vor allem bei einer früh begonnenen, wirksamen Behandlung.
Neue oder deutlich verstärkte Beschwerden über mehr als 24 Stunden, ohne andere Ursache wie Fieber. Ein echter Schub geht auf neue Entzündungsaktivität zurück und bildet sich oft ganz oder teilweise wieder zurück.
Bei einem Pseudoschub verstärken sich bestehende Beschwerden vorübergehend, etwa durch Hitze oder Fieber, ohne neue Entzündung. Bei Hitze spricht man vom Uhthoff-Phänomen. Sobald die Ursache wegfällt, bessert es sich wieder.
Am häufigsten zu Beginn ist die schubförmige Form (RRMS). Daraus kann nach Jahren eine sekundär progrediente Form werden. Seltener verläuft MS von Anfang an langsam fortschreitend (primär progredient).
Ein ausgeprägter Schub wird meist mit hochdosiertem Kortison behandelt, oft als Infusion über einige Tage. Spricht ein schwerer Schub nicht ausreichend an, gibt es weitere Möglichkeiten wie eine Blutwäsche.
Sie macht Schübe seltener, verhindert neue Entzündungsherde und bremst das Fortschreiten. Je früher eine wirksame Therapie beginnt, desto besser ist in der Regel der Langzeitverlauf.
MS ist nicht ansteckend und wird nur selten direkt vererbt. Es gibt eine gewisse familiäre Häufung, aber das Risiko für Angehörige bleibt insgesamt niedrig.