Nasennebenhöhlenentzündung:
akut oder chronisch, und was wirklich hilft

Auf einen Blick

Was ist das? Eine Entzündung der Schleimhäute von Nase und Nasennebenhöhlen, medizinisch Rhinosinusitis.
Häufigste Ursache Viren, meist im Rahmen einer Erkältung. Sie heilt fast immer von selbst ab.
Akut oder chronisch? Akut unter 12 Wochen, chronisch ab 12 Wochen. Das entscheidet über die Behandlung.
Antibiotika? Meist nicht nötig, da die Ursache fast immer Viren sind.
Wichtige Warnung Abschwellendes Nasenspray nur kurz benutzen, sonst droht ein Gewöhnungseffekt.
ICD-10 J01 (akut), J32 (chronisch)

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung sind die Schleimhäute der Nase und der Nasennebenhöhlen entzündet. Weil beide fast immer zusammen betroffen sind, sprechen Fachleute von einer Rhinosinusitis. Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Räume im Schädelknochen, etwa in Stirn und Wangen, die mit der Nase verbunden sind.

Schwillt die Schleimhaut an, kann das Sekret nicht mehr abfließen und staut sich. Das verursacht den typischen Druck im Gesicht. Die allermeisten Nasennebenhöhlenentzündungen entstehen im Rahmen einer Erkältung, werden also durch Viren ausgelöst und heilen von selbst wieder ab. Das ist wichtig für die Frage, was wirklich hilft.

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Akut oder chronisch? Der wichtige Unterschied

Für die Behandlung ist eine Unterscheidung entscheidend, die viele Ratgeber übergehen:

  • Akute Rhinosinusitis: Sie dauert weniger als zwölf Wochen und folgt meist auf eine Erkältung. In der Regel klingt sie innerhalb von zwei bis drei Wochen von selbst ab.
  • Chronische Rhinosinusitis: Hier halten die Beschwerden zwölf Wochen oder länger an. Manchmal bilden sich dabei Nasenpolypen. Diese Form gehört in fachärztliche Behandlung (HNO) und wird anders behandelt als die akute.

Warum das wichtig ist: Eine akute Entzündung braucht meist nur etwas Geduld und lindernde Maßnahmen. Eine chronische dagegen sollte abgeklärt werden, weil dahinter zum Beispiel Allergien, anatomische Besonderheiten oder Polypen stecken können.

Symptome

Typische Beschwerden sind:

  • eine verstopfte Nase und eine eingeschränkte Nasenatmung. Mehr dazu: Verstopfte Nase.
  • Druck oder Schmerz im Gesicht, etwa über den Wangen, der Stirn oder hinter den Augen, oft schlimmer beim Vornüberbeugen.
  • Schnupfen mit klarem oder zähem, gelblichem bis grünlichem Sekret.
  • ein vermindertes Riechvermögen.
  • manchmal Kopfschmerzen, Husten, Druck auf den Ohren oder Zahnschmerzen im Oberkiefer.
Häufiger Irrtum: grünes Sekret Gelbgrünes Nasensekret bedeutet nicht automatisch, dass Bakterien im Spiel sind und ein Antibiotikum nötig ist. Diese Farbe kommt auch bei einer ganz normalen viralen Entzündung vor.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung sind Viren, meist im Rahmen einer Erkältung. Nur selten kommt zusätzlich eine bakterielle Infektion hinzu. Eine Entzündung begünstigen können außerdem:

  • Allergien, zum Beispiel Heuschnupfen.
  • anatomische Besonderheiten wie eine verkrümmte Nasenscheidewand oder enge Abflusswege.
  • Nasenpolypen.
  • Rauchen und trockene Luft.

Behandlung: was wirklich hilft

Bei der akuten, viralen Form geht es vor allem darum, die Beschwerden zu lindern, während die Entzündung von selbst abklingt. Das hilft erfahrungsgemäß:

  • Nasenspülungen mit Salzlösung und salzhaltige Nasensprays, die den Schleim lösen und die Nase befeuchten.
  • abschwellende Nasensprays (zum Beispiel mit Xylometazolin), aber nur kurz. Warum, steht im nächsten Abschnitt.
  • Inhalieren mit warmem Wasserdampf.
  • Schmerz- und fiebersenkende Mittel bei Bedarf, etwa Ibuprofen oder Paracetamol.
  • kortisonhaltige Nasensprays, die die Schwellung dämpfen können, vor allem wenn auch eine Allergie mitspielt.
  • viel trinken und sich Ruhe gönnen.

Auch manche pflanzlichen Präparate haben in Studien eine lindernde Wirkung gezeigt. Bei der chronischen Form stehen andere Maßnahmen im Vordergrund, vor allem kortisonhaltige Nasensprays über längere Zeit, das Behandeln von Allergien und in manchen Fällen eine Operation. Das steuert die HNO-Praxis.

Die Nasenspray-Falle

Abschwellende Nasensprays wirken schnell: Sie lassen die Schleimhaut abschwellen, und die Nase ist sofort frei. Genau das macht sie aber tückisch.

Werden sie länger als etwa eine Woche regelmäßig benutzt, gewöhnt sich die Schleimhaut daran. Lässt die Wirkung nach, schwillt sie stärker an als zuvor, und die Nase ist wieder verstopft. Man greift erneut zum Spray, und ein Kreislauf beginnt, der bis zur Abhängigkeit führen kann. Fachleute nennen das eine medikamenteninduzierte Rhinitis, umgangssprachlich auch Privinismus.

So vermeidest du die Falle:

  • Benutze abschwellende Sprays höchstens etwa fünf bis sieben Tage am Stück.
  • Für eine längere Anwendung eignen sich salzhaltige Sprays oder Nasenspülungen, die nicht abhängig machen.
  • Wenn du schon länger nicht mehr ohne Spray auskommst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über den Entzug.

Mehr zum Wirkstoff: Xylometazolin.

Brauche ich Antibiotika?

Die kurze Antwort: meist nicht. Da die allermeisten Nasennebenhöhlenentzündungen durch Viren verursacht werden, helfen Antibiotika in der Regel nicht und sind nicht nötig. Sie verkürzen den typischen Verlauf kaum, können aber Nebenwirkungen verursachen und Resistenzen fördern.

Ein Antibiotikum wird nur in bestimmten Situationen erwogen, zum Beispiel:

  • bei starken Beschwerden, hohem Fieber (etwa ab 38,5 Grad) oder starken Gesichts- oder Kopfschmerzen.
  • wenn sich die Beschwerden nach anfänglicher Besserung wieder deutlich verschlechtern.
  • bei Hinweisen auf Komplikationen (siehe nächster Abschnitt).
  • bei Menschen mit besonderem Risiko, etwa mit geschwächtem Immunsystem oder schweren chronischen Erkrankungen.

Wenn ein Antibiotikum nötig ist, ist Amoxicillin meist das Mittel der ersten Wahl. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt, nicht die Farbe des Nasensekrets.

Medikationsplan

Wenn doch ein Medikament nötig ist: brite hält dich auf Kurs.

Ob ein verordnetes Antibiotikum, ein Kortison-Nasenspray oder dein Allergiemittel: brite erinnert dich an jede Anwendung, warnt vor Wechselwirkungen und behält im Blick, wie lange du dein abschwellendes Spray schon nutzt.

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Wann zum Arzt?

Bei einer einfachen, akuten Nasennebenhöhlenentzündung musst du meist nicht sofort zum Arzt. Ärztlichen Rat solltest du aber suchen:

  • wenn die Beschwerden nach etwa zehn bis vierzehn Tagen nicht besser werden oder sich verschlimmern.
  • wenn die Beschwerden zwölf Wochen oder länger anhalten oder immer wiederkehren, da dann der Verdacht auf eine chronische Form besteht.
  • bei starken Schmerzen oder hohem Fieber.
Sofort ärztliche Hilfe Eine Schwellung oder Rötung am Auge oder an der Stirn, Sehstörungen oder Doppeltsehen, ein hervortretendes Auge, ein steifer Nacken oder starke Kopfschmerzen mit Benommenheit oder Verwirrtheit können auf eine seltene, aber gefährliche Komplikation hindeuten. Hol dann sofort ärztliche Hilfe oder wähle den Notruf 112.

Den Überblick behalten mit brite

Ob abschwellendes Spray, Kortison-Nasenspray oder ein verordnetes Antibiotikum: brite hilft dir, den Überblick zu behalten und an jede Anwendung zu denken.

  • Anwendungs-Erinnerung: denk an Spray und Medikamente, so lange wie nötig.
  • Im Blick: sieh, seit wie vielen Tagen du dein abschwellendes Spray schon nutzt.
  • Wechselwirkungs-Check: sieh auf einen Blick, ob sich deine Mittel vertragen.
  • Medikationsplan: immer aktuell und griffbereit für den nächsten Arzttermin.
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Häufige Fragen

Eine akute, virale Form klingt meist innerhalb von zwei bis drei Wochen von selbst ab. Halten die Beschwerden zwölf Wochen oder länger an, spricht man von einer chronischen Form, die ärztlich abgeklärt werden sollte.

Meist gar nicht, da die Ursache fast immer Viren sind. Ein Antibiotikum wird nur bei starken Beschwerden, hohem Fieber, einer deutlichen Verschlechterung, Hinweisen auf Komplikationen oder bei besonderem Risiko erwogen.

Nein. Gelbgrünes Sekret kommt auch bei einer ganz normalen viralen Entzündung vor. Die Farbe allein ist kein Grund für ein Antibiotikum.

Höchstens etwa fünf bis sieben Tage am Stück. Bei längerer Anwendung droht ein Gewöhnungseffekt mit verstärkter Schwellung, die medikamenteninduzierte Rhinitis (Privinismus). Für länger eignen sich salzhaltige Sprays.

Nasenspülungen mit Salzlösung, Inhalieren und kurzfristig ein abschwellendes Spray. Auch kortisonhaltige Nasensprays können die Schwellung dämpfen, vor allem bei einer allergischen Komponente.

Die akute Form dauert weniger als zwölf Wochen und folgt meist auf eine Erkältung. Die chronische hält zwölf Wochen oder länger an, kann mit Nasenpolypen einhergehen und gehört in fachärztliche Behandlung.

Die auslösenden Erkältungsviren können übertragen werden, etwa durch Tröpfchen. Ob daraus eine Nebenhöhlenentzündung entsteht, hängt aber von der jeweiligen Person ab.

Wenn die Beschwerden nach etwa zehn bis vierzehn Tagen nicht besser werden, lange anhalten oder immer wiederkehren, oder bei starken Schmerzen, hohem Fieber oder Warnzeichen wie einer Schwellung am Auge. Letztere brauchen sofort Hilfe.

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Quellen

  1. DGHNO-KHC und DEGAM: S2k-Leitlinie „Rhinosinusitis“ (AWMF 017-049 und 053-012). register.awmf.org/de/leitlinien/detail/017-049
  2. IQWiG / gesundheitsinformation.de: Informationen zur Nasennebenhöhlenentzündung. gesundheitsinformation.de
  3. EPOS: European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyps. rhinologyjournal.com
  4. HNO-Ärzte im Netz (Deutscher Berufsverband der HNO-Ärzte): Patienteninformationen. hno-aerzte-im-netz.de
  5. DGHNO-KHC (Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde): Patienteninfos. hno.org
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ob und wie eine Nasennebenhöhlenentzündung behandelt wird, hängt von deiner persönlichen Situation ab und sollte bei anhaltenden oder starken Beschwerden mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden. Stand: Juni 2026.