Schlaganfall:
Symptome erkennen, handeln und vorbeugen

Auf einen Blick

Was ist das? Ein Notfall: Ein Teil des Gehirns wird plötzlich nicht mehr durchblutet, Nervenzellen sterben ab.
Wichtigster Test Der FAST-Test (Face, Arms, Speech, Time). Bei einem Zeichen sofort 112 wählen.
Zwei Formen Gefäßverschluss (Hirninfarkt, etwa 85 Prozent) und Blutung im Gehirn (etwa 15 Prozent).
Leitsymptome Plötzliche einseitige Schwäche, Sprachstörung, Sehstörung, Schwindel, starke Kopfschmerzen.
Wichtigster Hebel Tempo: Je schneller die Behandlung, desto mehr Gehirn lässt sich retten.
ICD-10 I63 (Infarkt), I61 (Blutung), G45 (TIA)

Schlaganfall erkennen: der FAST-Test

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Je schneller er behandelt wird, desto mehr Gehirn lässt sich retten. Mit dem FAST-Test erkennst du die wichtigsten Anzeichen in unter einer Minute. FAST steht für Face, Arms, Speech und Time.

  • F wie Face (Gesicht): Bitte die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab oder ist das Gesicht einseitig verzogen?
  • A wie Arms (Arme): Bitte die Person, beide Arme nach vorne zu heben. Sinkt ein Arm ab oder lässt er sich nicht halten?
  • S wie Speech (Sprache): Bitte die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen. Klingt die Sprache verwaschen oder fehlen die Worte?
  • T wie Time (Zeit): Schon bei einem einzigen Zeichen zählt jede Minute. Wähle sofort den Notruf 112.
Im Notfall: sofort 112 wählen Warte nicht ab, ob die Symptome von selbst verschwinden, und fahre nicht selbst ins Krankenhaus. Wähle sofort den Notruf 112, auch wenn die Anzeichen nach kurzer Zeit wieder weg sind. Auch eine vorübergehende Durchblutungsstörung (TIA) ist ein ernstes Warnzeichen. Merke dir, wann die Symptome begonnen haben, denn das ist für die Behandlung entscheidend.

Was ist ein Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend durchblutet. Die betroffenen Nervenzellen bekommen keinen Sauerstoff mehr und sterben innerhalb kurzer Zeit ab. Je nach betroffener Hirnregion fallen Funktionen wie Bewegung, Sprache oder Sehen aus.

Fachleute sagen: Zeit ist Hirn. Bei einem unbehandelten Schlaganfall gehen pro Minute Millionen Nervenzellen verloren. Genau deshalb zählt jede Minute. Man unterscheidet zwei Hauptformen mit gegensätzlichen Ursachen (mehr dazu weiter unten): einen Verschluss eines Gefäßes (Hirninfarkt) und eine Blutung im Gehirn (Hirnblutung).

Kostenlose App

Nach einem Schlaganfall: behalte deine Medikamente sicher im Griff.

Gerade Blutverdünner dürfen nicht vergessen werden. brite erinnert dich an jede Einnahme, prüft Wechselwirkungen und führt deinen Medikationsplan.

Kostenlos registrieren
  • Kostenlos
  • Werbefrei
  • DSGVO-konform
  • In 2 Minuten startklar

Symptome und Warnzeichen

Die Symptome treten typischerweise plötzlich auf, oft ohne Vorwarnung. Welche genau, hängt vom betroffenen Hirnareal ab:

  • plötzliche Schwäche oder Taubheit auf einer Körperseite, in Gesicht, Arm oder Bein. Mehr dazu: Einseitige Schwäche.
  • plötzliche Sprach- oder Verständnisstörung.
  • plötzliche Sehstörung auf einem oder beiden Augen oder Doppelbilder.
  • plötzlicher Schwindel mit Gang- oder Gleichgewichtsstörung.
  • plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen ohne erkennbaren Grund, vor allem bei einer Blutung.
  • plötzliche Verwirrtheit.

Wichtig: Auch wenn solche Symptome nach Minuten wieder verschwinden, kann eine vorübergehende Durchblutungsstörung (TIA) dahinterstecken. Eine TIA ist ein ernstes Warnzeichen für einen drohenden Schlaganfall und muss genauso sofort abgeklärt werden.

Die zwei Arten: Infarkt und Blutung

Schlaganfall ist nicht gleich Schlaganfall. Die beiden Formen haben gegensätzliche Ursachen, und das hat direkte Folgen für die Behandlung.

85 Prozent Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall)

Die häufigste Form. Ein Blutgerinnsel verstopft ein Gefäß im Gehirn, oft auf dem Boden verkalkter Gefäße oder durch ein Gerinnsel aus dem Herzen. Hier geht es darum, das Gerinnsel schnell aufzulösen oder zu entfernen.

15 Prozent Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall)

Ein Gefäß im Gehirn platzt, das Blut schädigt das umliegende Gewebe. Hier wäre ein gerinnselauflösendes Medikament gefährlich. Deshalb wird im Krankenhaus zuerst per Bildgebung geklärt, welche Form vorliegt.

Ursachen und Risikofaktoren

Die meisten Risikofaktoren lassen sich beeinflussen. Eine Rolle spielen vor allem:

  • Bluthochdruck: der wichtigste Risikofaktor. Mehr dazu: Bluthochdruck.
  • Vorhofflimmern: bei dieser Herzrhythmusstörung können sich Gerinnsel bilden, die ins Gehirn wandern. Mehr dazu: Vorhofflimmern.
  • Diabetes, hohe Blutfette, Übergewicht und Bewegungsmangel.
  • Rauchen und übermäßiger Alkohol.
  • ein früherer Schlaganfall oder eine TIA sowie höheres Alter.

Behandlung in der Akutphase

Im Krankenhaus wird zuerst per Bildgebung (meist Computertomografie) geklärt, ob ein Infarkt oder eine Blutung vorliegt, denn die Behandlung ist gegensätzlich. Beim Hirninfarkt geht es darum, das Gerinnsel so schnell wie möglich zu beseitigen:

  • Thrombolyse (Lyse): Ein Medikament löst das Gerinnsel auf. Es wirkt meist innerhalb von viereinhalb Stunden nach Symptombeginn, je früher, desto besser.
  • Thrombektomie: Bei großen Gefäßverschlüssen wird das Gerinnsel über einen Katheter mechanisch entfernt, in ausgewählten Fällen bis zu 24 Stunden nach Beginn.
  • Stroke Unit: die Behandlung auf einer spezialisierten Schlaganfallstation verbessert die Prognose deutlich.

Bei einer Hirnblutung stehen andere Maßnahmen im Vordergrund: den Blutdruck senken, eine etwaige gerinnungshemmende Wirkung von Medikamenten aufheben, die Blutung stoppen und in manchen Fällen operieren.

Sekundärprophylaxe: einen zweiten Schlaganfall verhindern

Nach einem Schlaganfall ist das Risiko für einen weiteren erhöht. Die Sekundärprophylaxe soll genau das verhindern. Welches Medikament zum Einsatz kommt, hängt entscheidend von der Ursache ab. Das ist der wichtigste Punkt, den viele Ratgeber auslassen: Blutverdünner ist nicht gleich Blutverdünner.

Ursache des Schlaganfalls Wirkstoffgruppe Beispiele Warum
Vorhofflimmern (Gerinnsel aus dem Herzen) Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien) DOAK wie Apixaban, Rivaroxaban, Edoxaban, Dabigatran Bei Gerinnseln aus dem Herzen ist eine stärkere Hemmung der Blutgerinnung nötig
Verkalkte Gefäße (ohne Vorhofflimmern) Thrombozytenhemmer (Plättchenhemmer) ASS, Clopidogrel Sie verhindern, dass die Blutplättchen an den Gefäßwänden verklumpen

Tabelle seitlich scrollen →

Apixaban (ein DOAK)
Wann: nach einem Schlaganfall infolge von Vorhofflimmern. Was: ein direkter Gerinnungshemmer, der das Risiko erneuter Gerinnsel aus dem Herzen senkt und gegenüber älteren Mitteln wie Phenprocoumon oft bevorzugt wird. Wichtig: nie eigenmächtig absetzen, auf Blutungszeichen achten. Details: Apixaban.
Clopidogrel (ein Plättchenhemmer)
Wann: nach einem Schlaganfall durch verkalkte Gefäße, allein oder vorübergehend zusammen mit ASS. Was: hemmt das Verklumpen der Blutplättchen. Wichtig: nicht eigenmächtig absetzen, Blutungsrisiko beachten. Details: Clopidogrel.

Fast immer kommen weitere Bausteine dazu: den Blutdruck konsequent senken, ein Statin gegen hohe Blutfette, einen Diabetes gut einstellen und mit dem Rauchen aufhören. Bei einer stark verengten Halsschlagader kann zusätzlich ein Eingriff sinnvoll sein.

Blutverdünner nie eigenmächtig absetzen Gerinnungshemmer und Plättchenhemmer schützen vor einem erneuten Schlaganfall. Wer sie ohne Rücksprache absetzt, riskiert genau das. Gleichzeitig erhöhen sie das Blutungsrisiko. Sprich Änderungen, auch vor Operationen oder Zahneingriffen, immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Medikationsplan

Blutverdünner und Co.: keine Einnahme mehr vergessen.

Nach einem Schlaganfall kommt es auf die tägliche, zuverlässige Einnahme an. brite erinnert dich, warnt vor Wechselwirkungen und hält deinen Plan fürs nächste Arztgespräch bereit.

Jetzt kostenlos starten
  • Kostenlos
  • Erinnerungen
  • Wechselwirkungs-Check
  • DSGVO-konform

Rehabilitation und Leben danach

Viele Folgen eines Schlaganfalls bilden sich mit der Zeit teilweise zurück, vor allem wenn früh mit der Reha begonnen wird. Das Gehirn kann Aufgaben in gewissem Maß neu organisieren. Je nach Ausfall helfen verschiedene Therapien:

  • Physiotherapie für Beweglichkeit, Kraft und Gleichgewicht.
  • Logopädie bei Sprach- und Schluckstörungen.
  • Ergotherapie, um alltägliche Handgriffe wieder zu trainieren.

Geduld und regelmäßiges Üben sind dabei entscheidend. Auch Angehörige spielen eine wichtige Rolle.

Vorbeugen: das Risiko senken

Ein großer Teil der Schlaganfälle ließe sich durch beeinflussbare Faktoren vermeiden. Am meisten bringt:

  • den Blutdruck im Zielbereich halten, das ist der stärkste Hebel.
  • ein Vorhofflimmern erkennen und behandeln lassen.
  • nicht rauchen und Alkohol nur in Maßen.
  • sich regelmäßig bewegen und auf das Gewicht achten.
  • Blutfette und Diabetes im Blick behalten.

Wann den Notruf wählen?

Die Antwort ist einfach: bei jedem plötzlichen Anzeichen aus dem FAST-Test sofort. Es ist besser, einmal zu viel den Notruf zu wählen als einmal zu wenig.

Sofort 112 wählen, wenn ein Mundwinkel oder eine Körperseite plötzlich schwach wird, die Sprache plötzlich gestört ist, oder plötzlich Seh-, Gleichgewichts- oder sehr starke Kopfschmerzen auftreten. Auch wenn die Beschwerden nach Minuten wieder verschwinden: nicht abwarten, nicht selbst fahren, sofort den Notruf 112 wählen.

Nach dem Schlaganfall: mit brite den Überblick behalten

Blutverdünner, Blutdrucksenker, Statin: Nach einem Schlaganfall kommen oft mehrere Medikamente zusammen. brite hilft dir, alles im Blick zu behalten.

  • Einnahme-Erinnerung: denk an jede Tablette, jeden Tag zur richtigen Zeit.
  • Werte-Tagebuch: halte deinen Blutdruck fest und erkenne Veränderungen früh.
  • Wechselwirkungs-Check: sieh auf einen Blick, ob sich deine Medikamente vertragen.
  • Medikationsplan: immer aktuell und griffbereit für den nächsten Arzttermin.
Kostenlos registrieren
brite App auf dem Smartphone: Medikationsplan und Erinnerungen

Häufige Fragen

Typisch sind ein plötzlich herabhängender Mundwinkel, eine Schwäche in einem Arm und eine gestörte Sprache, also die Zeichen aus dem FAST-Test. Dazu können plötzliche Seh- oder Gleichgewichtsstörungen und sehr starke Kopfschmerzen kommen. Schon bei einem Zeichen sofort 112 wählen.

FAST steht für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit). Hängt das Gesicht einseitig, sinkt ein Arm ab oder ist die Sprache gestört, ist ein Schlaganfall wahrscheinlich. Dann zählt jede Minute, also sofort den Notruf 112 wählen.

Beim Hirninfarkt (etwa 85 Prozent) verstopft ein Gerinnsel ein Gefäß. Bei der Hirnblutung (etwa 15 Prozent) platzt ein Gefäß. Die Behandlung ist gegensätzlich, deshalb wird im Krankenhaus zuerst per Bildgebung geklärt, welche Form vorliegt.

Eine TIA ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns. Die Symptome ähneln einem Schlaganfall, verschwinden aber meist innerhalb von Minuten bis Stunden. Eine TIA ist ein ernstes Warnzeichen für einen drohenden Schlaganfall und muss genauso sofort abgeklärt werden.

Das hängt von der Ursache ab. War ein Vorhofflimmern der Auslöser, kommt ein Gerinnungshemmer zum Einsatz, oft ein DOAK wie Apixaban. Lag eine Gefäßverkalkung zugrunde, wird ein Plättchenhemmer wie ASS oder Clopidogrel eingesetzt. Die Wahl trifft immer die Ärztin oder der Arzt.

Das ist sehr unterschiedlich. Manche Menschen erholen sich vollständig, andere behalten Einschränkungen zurück. Eine frühe und konsequente Reha verbessert die Chancen deutlich. Wie viel zurückkehrt, hängt von Ausmaß und Ort des Schlaganfalls ab.

Der wichtigste Hebel ist ein gut eingestellter Blutdruck. Daneben helfen das Behandeln eines Vorhofflimmerns, der Verzicht aufs Rauchen, regelmäßige Bewegung, eine gesunde Ernährung sowie der Blick auf Blutfette und Diabetes.

Ja. Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall, bei dem sofort 112 zu wählen ist, auch bei nur vorübergehenden Symptomen. Je schneller die Behandlung beginnt, desto mehr Gehirn lässt sich retten.

Verwandte Themen

Quellen

  1. DGN, DSG: S2k-Leitlinie „Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke“, Teil 1 (AWMF 030-133) und Teil 2 (AWMF 030-143), Stand 2022 und 2023. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-133
  2. DGN, DSG: S2e-Leitlinie „Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls“ (AWMF 030-046), Stand 2021. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-046
  3. Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Patienteninformationen und FAST-Test. schlaganfall-hilfe.de
  4. IQWiG / gesundheitsinformation.de: Informationen zum Schlaganfall. gesundheitsinformation.de
  5. European Stroke Organisation (ESO): Guidelines. eso-stroke.org
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall wähle sofort den Notruf 112. Welche Behandlung und Vorbeugung für dich geeignet ist, sollte mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden. Stand: Juni 2026.