Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis):
Symptome, Dauer & Behandlung

Auf einen Blick

HäufigkeitSehr häufig — fast jeder Erwachsene macht eine akute Sinusitis mehrfach im Leben durch, meist im Rahmen einer Erkältung
Andere NamenSinusitis, Rhinosinusitis, Nasennebenhöhlenentzündung, „Nebenhöhlenentzündung"
LeitsymptomVerstopfte Nase mit Druck und Schmerz über Stirn, Wange oder um die Augen, oft verstärkt beim Bücken
DiagnoseIn der Regel klinisch anhand von Beschwerden und Verlauf — bildgebung nur in Ausnahmefällen nötig
ErstlinieSymptomatisch: Nasenspülung, abschwellende Sprays zeitlich begrenzt, Schmerzmittel — Antibiotika nur selten
ICD-10J01.9 (akut), J32.9 (chronisch)

Symptome und Medikamente im Blick behalten

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?
  2. Akut oder chronisch? Die Formen
  3. Symptome
  4. Viral oder bakteriell? Die Zeitmarken
  5. Ursachen, Risikofaktoren & Diagnose
  6. Therapie: Was wirklich hilft
  7. Wann Antibiotika nötig sind
  8. Nasenspray-Falle: Privinismus
  9. Alltag & Warnzeichen
  10. So hilft brite dir
  11. FAQ
  12. Verwandte Themen
Hinweis Abschwellende Nasensprays wirken schnell, dürfen aber nur wenige Tage genutzt werden. Bei längerem Gebrauch droht ein Gewöhnungseffekt, der die verstopfte Nase erst recht verschlimmert.

1. Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen, die rund um die Nase liegen: hinter der Stirn (Stirnhöhle), in den Wangenknochen (Kieferhöhle), zwischen den Augen (Siebbeinzellen) und tief dahinter (Keilbeinhöhle). Sie sind innen mit der gleichen Schleimhaut ausgekleidet wie die Nase und über schmale Gänge mit ihr verbunden. Bei einer Sinusitis ist genau diese Schleimhaut entzündet und geschwollen.

Weil Nase und Nebenhöhlen fast immer gemeinsam betroffen sind, sprechen Fachleute heute korrekter von einer Rhinosinusitis. Das Grundproblem ist meist dasselbe: Die Schleimhaut schwillt an, die schmalen Verbindungsgänge verengen sich, und das Sekret kann nicht mehr richtig abfließen. In den verschlossenen Höhlen staut sich Schleim — ein idealer Nährboden, in dem sich die Entzündung hält und Druck aufbaut.

Man kann sich eine Nebenhöhle wie ein Zimmer mit nur einer schmalen Tür vorstellen: Solange die Tür offen ist, wird der Raum belüftet und gereinigt. Schwillt die Schleimhaut zu und verschließt die Tür, sammelt sich Flüssigkeit im Raum, der Druck steigt, und Bakterien finden bessere Bedingungen. Genau deshalb zielt die Behandlung vor allem darauf ab, die „Tür" wieder zu öffnen — also die Schleimhaut abschwellen zu lassen und den Abfluss zu verbessern.

Die gute Nachricht vorweg: Die allermeisten Nasennebenhöhlenentzündungen werden durch Viren ausgelöst, entstehen im Rahmen einer gewöhnlichen Erkältung und heilen von allein wieder ab. Antibiotika sind nur in einem kleinen Teil der Fälle nötig — dazu später mehr.

Erkältung und Sinusitis gehen ineinander über Fast jede Erkältung geht mit einer leichten Reizung der Nebenhöhlen einher. Erst wenn Druck, Schmerz und verstopfte Nase deutlich im Vordergrund stehen und länger anhalten, spricht man von einer Sinusitis. Eine scharfe Grenze zwischen „Schnupfen" und „Nebenhöhlenentzündung" gibt es nicht.

2. Akut oder chronisch? Die Formen

Für Verlauf und Behandlung ist entscheidend, wie lange die Beschwerden bestehen. Danach unterscheidet man zwei Hauptformen.¹

FormDauerTypisch
Akute Sinusitisbis 4 WochenMeist nach einer Erkältung, klingt in der Regel innerhalb von 2–3 Wochen ab
Wiederkehrende (rezidivierende) Sinusitismehrere akute Schübe pro JahrZwischen den Schüben beschwerdefrei
Chronische Sinusitislänger als 12 WochenAnhaltende verstopfte Nase, oft mit Polypen und Riechverlust
Tabelle nach rechts scrollbar

Die akute Form ist der klassische Verlauf: Aus einer Erkältung entwickelt sich Druck über Stirn und Wangen, nach ein bis zwei Wochen bessert sich alles wieder. Von einer chronischen Sinusitis spricht man erst, wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten. Sie fühlt sich anders an — statt akutem Druck und Fieber stehen eine dauerhaft verstopfte Nase, ein eingeschränkter Geruchssinn und ein Druckgefühl im Gesicht im Vordergrund. Häufig sind dabei gutartige Schleimhautwucherungen (Polypen) beteiligt. Die chronische Form gehört in fachärztliche (HNO-)Betreuung, weil hier andere Behandlungswege gelten als bei einem einmaligen akuten Infekt.


3. Symptome

Die Beschwerden einer akuten Sinusitis sind meist typisch und gut zuzuordnen. Im Vordergrund stehen die verstopfte Nase und der charakteristische Druck im Gesicht:

  • Verstopfte Nase — behinderte Nasenatmung, oft nur auf einer Seite stärker
  • Gesichtsschmerz und Druckgefühl — über Stirn, Wangen oder zwischen den Augen, klassischerweise verstärkt beim Bücken oder Vornüberbeugen
  • Sekret — verstopftes oder laufendes Sekret, oft zäh und gelblich-grünlich; teils Sekretfluss im Rachen (Postnasal Drip)
  • Eingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn
  • Kopfschmerzen — häufig als dumpfer Druck, siehe auch Kopfschmerzen
  • Druck auf den Ohren, gelegentlich Zahnschmerzen im Oberkiefer (die Wurzeln liegen nahe der Kieferhöhle)
  • Allgemeine Erkältungszeichen — Abgeschlagenheit, leichtes Fieber, Husten

Ein wichtiger Punkt zur häufigen Sorge um die Sekretfarbe: Gelblich-grünes Sekret ist kein verlässliches Zeichen für eine bakterielle Infektion und für sich allein kein Grund für ein Antibiotikum. Die Farbe entsteht durch Abwehrzellen und tritt genauso bei rein viralen Verläufen auf. Entscheidend ist nicht die Farbe, sondern der zeitliche Verlauf der Beschwerden — dazu gleich mehr.

Einseitige Beschwerden beachten Eine akute Sinusitis nach einer Erkältung betrifft meist beide Seiten. Streng einseitige Beschwerden, einseitiger Gesichtsschmerz über längere Zeit oder einseitiges, teils blutiges Sekret sollten ärztlich abgeklärt werden — hier können andere Ursachen (etwa von einem Zahn ausgehend) dahinterstecken.

4. Viral oder bakteriell? Die Zeitmarken

Das ist die vielleicht wichtigste Frage bei der Sinusitis — und die, an der sich entscheidet, ob ein Antibiotikum überhaupt sinnvoll ist. Die Kurzantwort: In den ersten Tagen lässt sich viral und bakteriell an den Symptomen nicht sicher unterscheiden. Was hilft, ist der zeitliche Verlauf.¹,²

Ein typischer viraler Verlauf sieht so aus: Die Beschwerden erreichen nach wenigen Tagen ihren Höhepunkt und bessern sich dann langsam. Bestimmte Muster machen eine bakterielle Beteiligung wahrscheinlicher:

  • Beschwerden länger als 10 Tage ohne jede Besserung sprechen eher für eine bakterielle Sinusitis.
  • Verschlechterung nach anfänglicher Besserung („double sickening"): Es ging zwischen Tag 5 und 7 schon bergauf — und dann kommen Fieber, Schmerz und Sekret erneut und stärker zurück.
  • Sehr starke Beschwerden von Beginn an: hohes Fieber (über 39 °C) zusammen mit starkem einseitigem Gesichtsschmerz und eitrigem Sekret über mehrere Tage.

Der Grund für diese Zeitmarken: Eine virale Sinusitis ist der Normalfall und heilt fast immer von selbst. Wenn die Beschwerden aber nach dem üblichen Gipfel nicht abklingen oder nach kurzer Erholung wieder aufflammen, hat sich möglicherweise eine bakterielle Entzündung obendrauf gesetzt. Erst dann kann ein Antibiotikum einen Nutzen haben — und auch dann längst nicht immer, weil viele bakterielle Verläufe ebenfalls von allein ausheilen.

Merksatz zur Dauer Unter 10 Tagen und mit erkennbarer Tendenz zur Besserung: mit hoher Wahrscheinlichkeit viral, symptomatisch behandeln. Über 10 Tage ohne Besserung oder Verschlechterung nach Tag 5–7: ärztlich abklären lassen, ob eine bakterielle Sinusitis vorliegt.

5. Ursachen, Risikofaktoren & Diagnose

Auslöser einer akuten Sinusitis sind in der überwiegenden Mehrzahl Erkältungsviren. Nur ein kleiner Teil (Schätzungen liegen bei rund 0,5–2 % der akuten Verläufe) wird tatsächlich bakteriell. Bestimmte Faktoren begünstigen, dass sich aus einem Schnupfen eine Nebenhöhlenentzündung entwickelt oder immer wiederkehrt:

  • Häufige Atemwegsinfekte, etwa in der Erkältungssaison oder bei Kontakt mit kleinen Kindern.
  • Allergien (z. B. Heuschnupfen) — die dauerhaft gereizte, geschwollene Schleimhaut verlegt die Abflusswege.
  • Anatomische Engstellen wie eine verkrümmte Nasenscheidewand oder Polypen.
  • Reizstoffe wie Tabakrauch und trockene Heizungsluft.
  • Zahnwurzelentzündungen im Oberkiefer, die in die benachbarte Kieferhöhle übergreifen.

Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt in aller Regel allein durch das Gespräch und eine einfache Untersuchung — anhand der typischen Beschwerden, ihrer Dauer und einem Blick in die Nase. Für eine unkomplizierte akute Sinusitis sind keine weiteren Untersuchungen nötig.¹

  • Anamnese und Untersuchung: Art, Dauer und Verlauf der Beschwerden, Abklopfen der Nebenhöhlen, Blick in die Nase (Rhinoskopie).
  • Bildgebung (CT): nur bei Verdacht auf Komplikationen, bei chronischen Verläufen oder vor einer Operation — nicht bei einer normalen akuten Sinusitis.
  • HNO-Fachuntersuchung (Endoskopie): bei chronischen, wiederkehrenden oder einseitigen Beschwerden.
  • Allergietest: wenn eine Allergie als Auslöser vermutet wird.

Ein Röntgenbild der Nebenhöhlen gilt heute als überholt, weil es unzuverlässig ist. Die Computertomografie (CT) ist zwar genau, wird aber wegen der Strahlenbelastung nur gezielt eingesetzt — nicht zur Bestätigung einer alltäglichen Sinusitis.

6. Therapie: Was wirklich hilft

Weil die akute Sinusitis fast immer viral ist und von selbst ausheilt, geht es bei der Behandlung vor allem darum, die Beschwerden zu lindern und den Abfluss aus den Nebenhöhlen zu verbessern — bis der Infekt vorbei ist. Das gelingt meist gut mit einfachen Mitteln, für die es keine Verschreibung braucht.¹,²

Die wirksamsten Bausteine lassen sich kombinieren. Kein einzelnes Mittel „heilt" die Sinusitis schneller — sie verkürzen den Verlauf kaum, machen ihn aber deutlich erträglicher und helfen dem Körper, die Höhlen selbst wieder zu belüften.

Basis Symptomatische Maßnahmen — für fast jeden geeignet
Nasenspülung mit Salzwasser
Das Spülen mit isotonischer oder leicht hypertoner Kochsalzlösung (Nasendusche) befeuchtet die Schleimhaut, löst zähes Sekret und verbessert den Abfluss. Eine der am besten belegten und nebenwirkungsarmen Maßnahmen — gut für mehrmals täglich.
Abschwellende Nasensprays (nur kurz)
Wirkstoffe wie Xylometazolin lassen die Schleimhaut rasch abschwellen und öffnen die Nase. Wichtig: höchstens 5–7 Tage anwenden, sonst droht ein Gewöhnungseffekt (siehe Warnbox unten).
Schmerz- und Fiebermittel
Ibuprofen oder Paracetamol lindern Gesichtsschmerz, Kopfschmerz und Fieber. Sie wirken zusätzlich der Entzündung entgegen und verbessern das Allgemeinbefinden spürbar.
Kortisonhaltige Nasensprays
Sprays mit Mometason hemmen die Schleimhautschwellung gezielt vor Ort. Besonders sinnvoll bei allergischer Komponente und bei chronischen Verläufen; anders als abschwellende Sprays auch längerfristig einsetzbar.

Ergänzend helfen viele einfache Hausmittel: Inhalieren mit Wasserdampf, ausreichend trinken, ein befeuchtetes Raumklima und Ruhe. Wärme über dem Gesicht (etwa eine warme Kompresse) empfinden viele als angenehm. Diese Maßnahmen sind harmlos und können die Beschwerden lindern, auch wenn ihr Effekt auf den Krankheitsverlauf begrenzt ist.

Was du nicht brauchst Schleimlöser, pflanzliche Präparate und Vitaminpräparate werden oft eingenommen — ein überzeugender Nutzen ist für die meisten nicht belegt. Einige pflanzliche Kombipräparate zeigen einen leichten Effekt, sie sind aber kein Ersatz für Nasenspülung, Schmerzmittel und Geduld. Am wichtigsten bleibt: der Nase Zeit geben und den Abfluss unterstützen.

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7. Wann Antibiotika nötig sind

Antibiotika helfen nur gegen Bakterien — gegen die viel häufigeren Viren sind sie wirkungslos. Deshalb sind sie bei der akuten Sinusitis die Ausnahme, nicht die Regel. Studien zeigen, dass die meisten Menschen auch mit einem bakteriellen Verlauf ohne Antibiotikum genauso gut gesund werden — nur wenige profitieren, während alle die möglichen Nebenwirkungen (Durchfall, Allergien) und das Risiko von Resistenzen tragen.¹,²

Ärztinnen und Ärzte erwägen ein Antibiotikum vor allem dann, wenn mehrere der folgenden Punkte zusammenkommen:

  • Beschwerden, die länger als 10 Tage anhalten, ohne dass es besser wird.
  • Eine deutliche Verschlechterung nach anfänglicher Besserung (der „double sickening"-Verlauf).
  • Sehr schwere Beschwerden: hohes Fieber über 39 °C zusammen mit starkem einseitigem Gesichtsschmerz und eitrigem Sekret über mehrere Tage.
  • Besondere Risikosituationen, etwa ein geschwächtes Immunsystem oder drohende Komplikationen.

Kommt ein Antibiotikum zum Einsatz, ist Amoxicillin in der Regel das Mittel der ersten Wahl. Wichtig ist, es dann genau nach ärztlicher Anweisung und über die gesamte verordnete Dauer einzunehmen — auch wenn es schon nach zwei Tagen besser geht.

Kein Antibiotikum „auf Vorrat" Grün-gelbes Sekret allein rechtfertigt kein Antibiotikum, und Reste aus einer früheren Behandlung gehören nicht in Eigenregie genommen. Ob und welches Antibiotikum sinnvoll ist, entscheidet die ärztliche Einschätzung anhand von Dauer und Verlauf — nicht die Sekretfarbe und nicht der Wunsch nach schneller Besserung.

8. Nasenspray-Falle: Privinismus

Abschwellende Nasensprays sind ein Segen — und eine Falle. Sie öffnen die verstopfte Nase innerhalb von Minuten, und genau das macht sie so verführerisch. Das Problem: Bei zu langer Anwendung gewöhnt sich die Schleimhaut an den Wirkstoff. Lässt die Wirkung nach, schwillt die Nase stärker an als zuvor — ein sogenannter Rebound-Effekt. Man greift erneut zum Spray, die Nase geht auf, kurz darauf ist sie wieder zu. So entsteht ein Teufelskreis.

Diese Abhängigkeit von abschwellenden Sprays hat einen eigenen Namen: Privinismus (nach einem alten Markennamen), medizinisch Rhinitis medicamentosa. Die Nase ist dann dauerhaft verstopft, obwohl der ursprüngliche Infekt längst vorbei ist — allein das Spray hält die Schwellung aufrecht.

Die wichtigste Regel beim abschwellenden Spray Abschwellende Nasensprays (z. B. Xylometazolin) höchstens 5 bis 7 Tage am Stück anwenden. Wer merkt, dass die Nase ohne Spray nicht mehr freibleibt, sollte das Spray nicht einfach weiter nutzen, sondern den Ausstieg mit ärztlicher Hilfe angehen. Für Kinder gibt es eigene, niedrigere Dosierungen.

Der Ausstieg gelingt fast immer — er verlangt nur ein paar Tage Durchhaltevermögen. Bewährt haben sich zwei Wege: das Spray schrittweise absetzen (z. B. zuerst nur noch ein Nasenloch behandeln, dann verdünnen) oder in Absprache mit der Praxis auf ein kortisonhaltiges Spray wie Mometason umsteigen, das die Schwellung ohne Gewöhnungseffekt dämpft, während sich die Schleimhaut erholt. Nasenspülungen mit Salzwasser helfen zusätzlich über die Übergangsphase.


9. Alltag & Warnzeichen

Die allermeisten Nasennebenhöhlenentzündungen sind harmlos und klingen in ein bis zwei Wochen ab. Ein paar Dinge helfen, gut durch die Zeit zu kommen und Rückfälle zu vermeiden:

  • Nase pflegen statt reizen: regelmäßig mit Salzwasser spülen, Räume befeuchten, Tabakrauch meiden.
  • Sprays im Blick behalten: abschwellende Sprays wirklich nur wenige Tage — am besten das Startdatum notieren.
  • Allergien behandeln: Wer zu Heuschnupfen neigt, beugt mit konsequenter Allergiebehandlung auch Nebenhöhlenentzündungen vor.
  • Geduld haben: Auch nach Abklingen der akuten Beschwerden kann der Geruchssinn noch einige Zeit gedämpft bleiben — das erholt sich meist von selbst.
Warnzeichen einer Komplikation — sofort 112 Sehr selten breitet sich die Entzündung von den Nebenhöhlen auf die Augenhöhle oder das Gehirn aus. Alarmzeichen sind: Rötung oder Schwellung um ein Auge, hervortretendes Auge, Sehstörungen oder Doppelbilder, sehr starke Kopfschmerzen, Nackensteife, hohes Fieber, Verwirrtheit oder Benommenheit. In diesen Fällen sofort den Notruf 112 wählen oder die Notaufnahme aufsuchen — hier zählt jede Stunde.

Unterhalb dieser Notfallzeichen gibt es Situationen, die kein Notruf, aber ein zeitnaher Arztbesuch sind: Beschwerden über 10 Tage ohne Besserung, eine Verschlechterung nach Tag 5–7, wiederkehrende Schübe, streng einseitige Beschwerden oder eine Nase, die ohne Spray nicht mehr freibleibt.


So hilft brite dir bei Sinusitis

Bei der Nebenhöhlenentzündung kommt es auf das richtige Timing an — abschwellende Sprays nur wenige Tage, Antibiotika vollständig zu Ende nehmen und den Verlauf im Auge behalten. Genau dabei unterstützt dich brite.

  • Einnahme-Erinnerung — Nasenspray, Schmerzmittel oder Antibiotikum pünktlich, und ein Signal, wenn die 5–7 Tage fürs abschwellende Spray vorbei sind. Erinnerung einrichten
  • Gesundheitsverlauf — festhalten, seit wann die Beschwerden bestehen und wie sie sich entwickeln. So erkennst du eine Verschlechterung nach Tag 5–7 sofort. Verlauf tracken
  • Wechselwirkungs-Check — prüft, ob deine Erkältungs- und Schmerzmittel zusammenpassen, etwa Ibuprofen mit anderen Präparaten. Jetzt prüfen
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FAQ: Häufige Fragen zur Nasennebenhöhlenentzündung

Eine akute Sinusitis bessert sich meist innerhalb von 2 bis 3 Wochen von selbst, oft sogar schneller. Von einer chronischen Form spricht man erst, wenn die Beschwerden länger als 12 Wochen anhalten. Halten die Beschwerden länger als 10 Tage ohne Besserung an oder verschlechtern sie sich nach anfänglicher Besserung, solltest du das ärztlich abklären lassen.
In den ersten Tagen lässt sich das an den Symptomen nicht sicher unterscheiden. Entscheidend ist der Verlauf: Beschwerden länger als 10 Tage ohne Besserung oder eine deutliche Verschlechterung nach anfänglicher Besserung (etwa nach Tag 5 bis 7) sprechen eher für eine bakterielle Beteiligung. Die Farbe des Sekrets ist dagegen kein verlässliches Zeichen.
Nein. Gelblich-grünes Sekret entsteht durch Abwehrzellen und tritt genauso bei rein viralen Verläufen auf. Es ist für sich allein kein Grund für ein Antibiotikum. Ob eines sinnvoll ist, entscheidet die ärztliche Einschätzung anhand von Dauer und Verlauf der Beschwerden, nicht anhand der Sekretfarbe.
Am besten belegt sind Nasenspülungen mit Salzwasser, kurzfristig abschwellende Nasensprays und Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol gegen Druck und Fieber. Bei allergischer Komponente helfen kortisonhaltige Sprays wie Mometason. Ergänzend tun Inhalieren, viel Trinken und Ruhe gut. Diese Maßnahmen lindern die Beschwerden, während der Infekt von selbst ausheilt.
Höchstens 5 bis 7 Tage am Stück. Bei längerem Gebrauch gewöhnt sich die Schleimhaut an den Wirkstoff und schwillt beim Nachlassen stärker an als zuvor (Rebound-Effekt). Daraus kann eine Abhängigkeit entstehen, der sogenannte Privinismus, bei dem die Nase nur noch mit Spray freibleibt. Notiere dir am besten das Startdatum.
Privinismus (Rhinitis medicamentosa) ist die Abhängigkeit von abschwellenden Nasensprays: Die Nase bleibt nur noch mit Spray frei, obwohl der Infekt vorbei ist. Der Ausstieg gelingt fast immer, verlangt aber ein paar Tage Durchhaltevermögen. Bewährt sind schrittweises Absetzen und in Absprache mit der Praxis der Umstieg auf ein kortisonhaltiges Spray, unterstützt durch Nasenspülungen.
Nur selten. Ein Antibiotikum wird vor allem erwogen bei Beschwerden über 10 Tage ohne Besserung, bei deutlicher Verschlechterung nach anfänglicher Besserung oder bei sehr schweren Beschwerden mit hohem Fieber und starkem einseitigem Gesichtsschmerz. Mittel der ersten Wahl ist meist Amoxicillin, das genau nach Anweisung und vollständig eingenommen werden sollte.
Die akute Sinusitis entsteht meist nach einer Erkältung und klingt innerhalb von bis zu 4 Wochen ab. Von einer chronischen Sinusitis spricht man, wenn die Beschwerden länger als 12 Wochen anhalten. Bei ihr stehen eine dauerhaft verstopfte Nase, ein eingeschränkter Geruchssinn und Druck im Gesicht im Vordergrund, oft mit Polypen. Die chronische Form gehört in HNO-fachärztliche Betreuung.
Sofort den Notruf 112 wählen bei Rötung oder Schwellung um ein Auge, Sehstörungen oder Doppelbildern, sehr starken Kopfschmerzen, Nackensteife, hohem Fieber oder Verwirrtheit — das können Zeichen einer Ausbreitung auf Augenhöhle oder Gehirn sein. Zeitnah, aber ohne Notruf, ärztlich abklären lassen solltest du Beschwerden über 10 Tage, eine Verschlechterung nach Tag 5 bis 7 sowie streng einseitige Beschwerden.

11. Verwandte Themen

Quellen

  1. DEGAM S3-Leitlinie Rhinosinusitis / AWMF-Leitlinie Rhinosinusitis (HNO/DEGAM). awmf.org
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Akute Nasennebenhöhlenentzündung. gesundheitsinformation.de
  3. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC). hno.org
  4. EPOS – European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyps. rhinologyjournal.com
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Abschwellende Nasensprays sollten nicht länger als wenige Tage angewendet und Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Bei Warnzeichen wie Schwellung oder Rötung um ein Auge, Sehstörungen, sehr starken Kopfschmerzen, Nackensteife oder Verwirrtheit sofort den Notruf 112 wählen. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.