X
Über 60.000 Patienten vertrauen brite
4.6 Sterne
Deine Gesundheit endlich verständlich mit brite
1
E-Mail eingeben, fertig. Kein Abo, keine Kreditkarte.
2
Suchen, antippen, fertig. Über 3.400 Medikamente.
3
Check, Erinnerung, Überblick gewinnen.
Sarah K., 34
Endlich verstehe ich meine Therapie. Die App erinnert mich, beantwortet meine Fragen - und ich fühle mich nicht mehr alleine damit.
Auf einen Blick
Tägliche Einnahme, Begleitmedikamente und Laborwerte an einem Ort — kostenlos in der brite App.
Hepatitis bedeutet zunächst nur Leberentzündung. Dahinter können Alkohol, Medikamente, Autoimmunprozesse oder eine Verfettung der Leber stecken. Bei einer Virushepatitis ist es ein Virus, das gezielt die Leberzellen befällt. Bekannt sind fünf Hepatitisviren, benannt mit den Buchstaben A bis E.¹
Dieser Beitrag konzentriert sich auf Hepatitis B und C, weil vor allem diese beiden chronisch werden — also länger als sechs Monate bestehen und die Leber über Jahre vernarben lassen. Hepatitis A und E werden meist über Lebensmittel oder Wasser übertragen und heilen bei sonst Gesunden in der Regel folgenlos aus.
Abgrenzung zur Fettleber: Erhöhte Leberwerte bedeuten nicht automatisch eine Virusinfektion — viel häufiger steckt eine Fettleber dahinter. Umgekehrt gehört eine Virushepatitis bei unklar erhöhten Werten ausgeschlossen, denn beides kann zusammen vorliegen. Auch Medikamente kommen infrage, siehe Medikamente, Nieren und Leber.
Beide Viren greifen dieselbe Leber an, unterscheiden sich aber in fast allem, was für dich praktisch zählt: Ansteckung, Verlauf, Impfung und Therapie.¹
| Merkmal | Hepatitis B | Hepatitis C |
|---|---|---|
| Hauptübertragungsweg | Sexualkontakte, Blut, bei der Geburt von der Mutter auf das Kind | Blut-zu-Blut-Kontakt, vor allem gemeinsam genutzte Spritzen und Utensilien; sexuell selten |
| Chronischer Verlauf | Bei Erwachsenen selten, bei Neugeborenen infizierter Mütter dagegen meist | Bei der Mehrzahl der Infizierten |
| Impfung | Ja, Standardimpfung im Säuglingsalter | Nein |
| Therapie der chronischen Form | Meist tägliche Tabletten über Jahre, seltener Interferon-Spritzen | Tabletten über meist acht bis zwölf Wochen |
| Heilbar? | Selten; Ziel ist die dauerhafte Unterdrückung des Virus | Ja, in der großen Mehrzahl der Fälle |
Sonderfall Hepatitis D: Dieses Virus kann sich nur gemeinsam mit dem Hepatitis-B-Virus vermehren. Eine zusätzliche Hepatitis D verläuft meist schwerer; die Hepatitis-B-Impfung schützt indirekt auch vor ihr.¹,²
Das Tückische an beiden Infektionen: Sie bleiben oft jahrelang unbemerkt. Die Leber hat keine Schmerznerven im Inneren und meldet sich erst spät.
Viele akute Infektionen — bei Hepatitis C sogar die meisten — verlaufen ohne oder mit nur unspezifischen Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, dann Wochen bis Monate nach der Ansteckung:¹
Eine chronische Hepatitis B oder C macht häufig gar keine Beschwerden oder nur eine schwer greifbare Erschöpfung. Unbehandelt kann sie über Jahre zu Vernarbung (Fibrose) und schließlich Leberzirrhose führen — mit Wasser im Bauch, Blutungen aus Krampfadern der Speiseröhre und erhöhtem Risiko für Leberkrebs. Bei Hepatitis B kann Leberkrebs auch ohne vorherige Zirrhose entstehen. Beide Viren können zudem Organe außerhalb der Leber betreffen, etwa Nieren, Gefäße, Haut und Gelenke.²,³
Beide Viren werden über Blut übertragen, Hepatitis B zusätzlich über andere Körperflüssigkeiten. Wichtige Wege sind:¹
Nicht übertragen werden beide Viren über Alltagskontakte: Umarmen, Händeschütteln, gemeinsames Essen, Geschirr oder Husten sind kein Risiko.
Die Diagnose stellt ein Bluttest. Wichtig ist, in welcher Reihenfolge gesucht wird und was die einzelnen Werte bedeuten:²,³
Was die einzelnen Laborbefunde bedeuten, erklärt der Ratgeber Blutwerte verstehen.
Früher bedeutete die Therapie der Hepatitis C monatelange Interferon-Spritzen mit unsicherem Ergebnis. Heute stehen direkt antiviral wirkende Tabletten (DAA, „direct-acting antivirals") zur Verfügung, die gezielt die Vermehrung des Virus blockieren.³
Das Ergebnis ist bemerkenswert: Bei der großen Mehrzahl der Behandelten — in Studien und im Versorgungsalltag weit über 90 Prozent — ist das Virus nach der Therapie dauerhaft nicht mehr nachweisbar. Ist zwölf Wochen nach Therapieende keine HCV-RNA im Blut zu finden, gilt die Hepatitis C als geheilt.³,⁵ Laut Leitlinie soll grundsätzlich jede chronische Hepatitis C behandelt werden, unabhängig vom Stadium.
Hat eine erste Therapie nicht gewirkt, gibt es Dreifachkombinationen für eine zweite Behandlung — das ist selten. Die Tabletten sind in der Regel gut verträglich; am häufigsten werden Kopfschmerzen und Müdigkeit berichtet. Die eigentliche Herausforderung liegt woanders: in der lückenlosen Einnahme über acht bis zwölf Wochen und in den Wechselwirkungen (siehe Abschnitt 8). Welche Kombination passt, entscheidet die behandelnde Praxis anhand von Leberbefund, Vorbehandlung und Begleitmedikation.
Eine akute Hepatitis B heilt bei Erwachsenen meist von selbst aus und wird in der Regel nur unterstützend behandelt. Bei der chronischen Hepatitis B ist die Lage anders: Nicht jede Infektion muss behandelt werden. Ob eine Therapie nötig ist, hängt von Viruslast, Leberwerten, Vernarbungsgrad, Alter und familiärer Belastung mit Leberkrebs ab. Manche Betroffene brauchen über Jahre nur regelmäßige Kontrollen.²
Wird behandelt, ist das Ziel, die Virusvermehrung dauerhaft zu unterdrücken und damit Zirrhose und Leberkrebs zu verhindern. Das bestmögliche Ergebnis — der Verlust des HBsAg, oft „funktionelle Heilung" genannt — wird nur selten erreicht. Ehrlich gesagt: Eine Hepatitis-B-Therapie ist für die meisten eine Langzeittherapie.
Ob und womit behandelt wird, entscheidet immer die behandelnde Praxis — idealerweise eine hepatologische Schwerpunktpraxis.
brite erinnert dich zuverlässig an deine Hepatitis-Medikation und zeigt dir, ob wirklich keine Dosis fehlt.
Vor allem die Hepatitis-C-Tabletten haben ein ausgeprägtes Wechselwirkungsprofil. Die wichtigsten Gruppen laut Fachinformationen:⁵
| Medikamentengruppe | Problem mit HCV-Tabletten | Was in der Regel geschieht |
|---|---|---|
| Säureblocker wie Omeprazol | Können die Aufnahme einzelner Wirkstoffe deutlich senken | Pause, niedrigere Dosis oder festgelegter Einnahmeabstand |
| Bestimmte Cholesterinsenker wie Atorvastatin oder Simvastatin | Stark erhöhte Statin-Spiegel, Risiko für Muskelschäden | Mit einzelnen Kombinationen nicht erlaubt; Pause oder anderes Statin |
| Amiodaron (Herzrhythmus-Medikament) | Zusammen mit Sofosbuvir sind schwere Verlangsamungen des Herzschlags beschrieben | Vermeiden oder nur unter strenger Überwachung |
| Johanniskraut, Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin | Senken die Spiegel der HCV-Wirkstoffe — Therapieversagen droht | Nicht kombinieren |
| Östrogenhaltige Pille | Mit Glecaprevir/Pibrentasvir Anstieg der Leberwerte | Für die Therapiedauer andere Verhütung, etwa reine Gestagenpräparate |
| Blutverdünner wie Phenprocoumon oder Dabigatran | Gerinnungswerte schwanken, wenn sich die Leber erholt; Dabigatran-Spiegel können steigen | Engmaschige Kontrollen; manche Kombinationen sind nicht erlaubt |
| Insulin und Diabetes-Tabletten | Der Blutzucker kann während der Therapie sinken | Häufiger messen, Anpassung durch die Praxis |
Frei verkäufliche und pflanzliche Arzneimittel werden dabei gern vergessen. Die Hepatitis-B-Tabletten sind vergleichsweise wechselwirkungsarm; bei Tenofovirdisoproxil sollten nierenbelastende Mittel aber abgestimmt werden.
Bei chronischer oder früher durchgemachter Hepatitis B wird vor jeder stärkeren Immunsuppression vorbeugend behandelt oder die Viruslast engmaschig kontrolliert.² Auch unter einer Hepatitis-C-Therapie kann eine begleitende Hepatitis B aufflammen — deshalb wird vorher auf beide Viren getestet.³,⁵
Schmerzmittel: Bei Zirrhose sind entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen oder Diclofenac problematisch; auch die Tageshöchstmenge von Paracetamol gehört abgesprochen. Keine Selbstmedikation ohne Rücksprache.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Hepatitis-B-Impfung für alle Säuglinge als Teil der Grundimmunisierung. Versäumte Impfungen sollen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Erwachsenen wird sie bei erhöhtem Risiko empfohlen, etwa bei chronischen Lebererkrankungen, Immunschwäche, beruflichem Blutkontakt oder engem Kontakt zu Menschen mit Hepatitis B.⁶ Mit chronischer Hepatitis B oder C ist zudem ein Schutz gegen Hepatitis A sinnvoll — siehe Impfungen für Erwachsene.
Gegen Hepatitis C gibt es bislang keine Impfung. Schutz heißt: Blutkontakte vermeiden, keine Utensilien teilen, auf sterile Bedingungen bei Tattoos und Piercings achten.
In der Mutterschaftsvorsorge wird auf Hepatitis B getestet. Ist die Mutter infiziert, erhält das Neugeborene direkt nach der Geburt eine kombinierte aktive und passive Impfung; bei hoher Viruslast kommt gegen Ende der Schwangerschaft zusätzlich eine antivirale Behandlung der Mutter infrage.²,⁶ Die Hepatitis-C-Tabletten sind für die Schwangerschaft nicht zugelassen; behandelt wird in der Regel davor oder danach. Stillen ist bei beiden Infektionen meist möglich. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Viele belastet weniger die Leber als die Sorge, andere anzustecken. Bei Alltagskontakten in Familie, Sport und den allermeisten Berufen besteht kein Risiko; Einschränkungen betreffen vor allem Tätigkeiten im Gesundheitswesen mit Verletzungsgefahr. Sind Alkohol oder Drogen im Spiel, ist Hilfe keine Frage der Moral — siehe Alkoholabhängigkeit.
Halte Laborbefunde und Kontrolltermine im Verlauf fest, statt sie vor jedem Termin zusammenzusuchen.
Jede Dosis erinnert, jede Wechselwirkung geprüft, jeder Laborwert dokumentiert. Kostenlos.
Jetzt starten