Eisenpräparate: Richtig einnehmen, Abstandsregeln einhalten & Magenprobleme vermeiden

Eisenmangel ist der weltweit häufigste Mikronährstoffmangel. In Deutschland sind vor allem Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere und ältere Menschen betroffen. Die orale Eisensubstitution ist die Standardtherapie – aber auch eine der am häufigsten falsch eingenommenen.

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1. Auf einen Blick: Technisches Datenblatt

Eisen ist das häufigste Spurenelement, dessen Mangel weltweit zum Arztbesuch führt. In Deutschland leiden schätzungsweise 8 % der Frauen im gebärfähigen Alter an einer Eisenmangelanämie – und noch mehr an einem latenten Eisenmangel ohne Anämie. Die richtige Supplementierung ist simpel, aber die häufigen Einnahmefehler machen sie in der Praxis oft unwirksam.

EigenschaftDetails
WirkstoffEisen-II-Sulfat, Eisen-II-Gluconat, Eisen-II-Fumarat, Eisen-III-Maltol, Eisen-III-Polymaltose
ATC-CodeB03AA (Eisen-II), B03AB (Eisen-III)
WirkstoffklasseAntianämika / Eisenpräparate
DGE-Empfehlung10 mg/Tag (Männer), 15 mg/Tag (Frauen), 30 mg/Tag (Schwangere)
Therapeutische Dosis100–200 mg elementares Eisen/Tag (bei Mangel)
DarreichungsformenTabletten, Kapseln, Saft, Tropfen, Injektionslösung (i.v.)
RezeptpflichtNein (oral als NEM/OTC); Eisen i.v.: verschreibungspflichtig
BesonderheitNüchtern-Einnahme verdoppelt Aufnahme, aber halbiert Verträglichkeit!
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2. Wann brauche ich Eisen?

Nicht jede Müdigkeit ist ein Eisenmangel – aber Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen für anhaltende Erschöpfung. Entscheidend ist die Laborkonstellation: Der Ferritin-Wert gibt Auskunft über die Eisenspeicher, der Hämoglobin-Wert über die eigentliche Anämie. Ein niedriges Ferritin bei noch normalem Hämoglobin nennt sich latenter Eisenmangel – und verursacht trotzdem Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Haarausfall.

IndikationTypische Situation
EisenmangelanämieHb < 12 g/dL (Frauen), < 13 g/dL (Männer) + Ferritin < 15 µg/L
Latenter EisenmangelFerritin < 30 µg/L (leere Speicher), Hb noch normal
SchwangerschaftErhöhter Bedarf (30 mg/Tag DGE). Ferritin kontrollieren!
Starke MenstruationHäufigste Ursache bei Frauen im gebärfähigen Alter
Chronische ErkrankungenM. Crohn, Zöliakie, chronische Blutungen, nach OP
Restless Legs SyndromFerritin < 75 µg/L = Substitution empfohlen
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Ursache klären BEVOR supplementiert wird! Eisenmangel hat immer eine Ursache: Blutverlust (Menses, Magen-Darm-Blutung!), Mangelernährung oder Resorptionsstörung. Besonders bei Männern und postmenopausalen Frauen muss ein Eisenmangel ärztlich abgeklärt werden – der Ausschluss einer gastrointestinalen Blutung oder eines Tumors ist Pflicht. Wer einfach Eisentabletten kauft, ohne die Ursache zu kennen, verzögert möglicherweise eine wichtige Diagnose.

3. Eisen-II vs. Eisen-III: Welches Präparat?

Im Regal stehen Dutzende Eisenpräparate – und die Unterschiede sind pharmakologisch bedeutsam. Die Grundunterscheidung: Eisen-II (Fe²⁺) ist die klassische, hochbioverfügbare Form. Eisen-III (Fe³⁺) ist besser verträglich, wird aber schlechter aufgenommen. Welche Form besser ist, hängt vom individuellen Verträglichkeitsprofil ab – und davon, ob gleichzeitig ein Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol eingenommen wird (dazu mehr in Kapitel 6).

Eisen-II (Fe²⁺)Eisen-III (Fe³⁺)
VerbindungenSulfat, Gluconat, FumaratPolymaltose, Maltol
BioverfügbarkeitHöher (10–15 %)Niedriger (3–5 %)
Nüchtern-EinnahmeEmpfohlen (verdoppelt Aufnahme)Zum Essen möglich
GI-NebenwirkungenHäufig (Übelkeit, Verstopfung, Schwarzstuhl)Deutlich weniger
WechselwirkungenViele (Chelatbildung!)Weniger
KostenGünstigTeurer
EmpfehlungStandardtherapie, wenn verträglichBei Unverträglichkeit von Eisen-II
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Der neue Goldstandard bei Unverträglichkeit ist Eisen-III-Maltol (Feraccru®). Es zeigt in Studien eine vergleichbare Wirksamkeit bei deutlich weniger Magen-Darm-Beschwerden und kann zum Essen eingenommen werden. Es ist verschreibungspflichtig und teurer als Eisen-II-Sulfat – aber für Patienten, die klassische Eisenpräparate nicht vertragen oder unter einem PPI stehen, oft die bessere Option.

4. Richtig einnehmen: Die Abstandsregeln

Die Einnahme von Eisen ist das entscheidende Kapitel – nicht die Wahl des Präparats. Viele Patienten nehmen ihr Eisen täglich, haben aber nach Monaten kaum Verbesserung des Ferritin-Werts. Der Grund liegt fast immer in der falschen Einnahme: zur falschen Zeit, zusammen mit dem falschen Getränk oder zu nah an einem anderen Medikament. Eisen bildet nämlich mit zahlreichen Substanzen unlösliche Komplexe (Chelate), die die Aufnahme auf nahezu Null reduzieren.

Das goldene Morgenschema: L-Thyroxin, Frühstück, Eisen

Das häufigste Problem in der Praxis: Patienten nehmen L-Thyroxin und Eisen gleichzeitig – und wundern sich, warum keines von beiden richtig wirkt. Eisen reduziert die Aufnahme von L-Thyroxin um bis zu 50 %. Das korrekte Schema:

  1. L-Thyroxin nüchtern mit einem großen Glas Wasser – mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück.
  2. Frühstück – ohne Eisen, ohne Kaffee oder Tee in den ersten Minuten.
  3. Eisen frühestens 2 Stunden nach dem L-Thyroxin – mit einem Glas Orangensaft für bessere Aufnahme.

Alternativ: Eisen abends einnehmen – mindestens 2 Stunden nach dem Abendessen und weit weg von L-Thyroxin. Das ist für viele Patienten die praktischste Lösung. Trage dein Einnahmeschema in deinen digitalen Medikationsplan ein.

Alle Abstands-Regeln im Überblick

SubstanzWarum?Mindestabstand
L-ThyroxinChelatbildung → bis zu 50 % weniger Schilddrüsenhormon!Mindestens 2 Stunden (L-Thyroxin zuerst!)
Magnesium / CalciumGegenseitige ResorptionshemmungMindestens 2 Stunden
Tetracycline / FluorchinoloneAntibiotikum wird unwirksam!Mindestens 2–4 Stunden
Pantoprazol / OmeprazolMagensäure für Fe²⁺-Resorption nötig!PPI hemmt Eisen-Aufnahme (siehe Kapitel 6)
Bisphosphonate (Alendronat)Gegenseitige HemmungMindestens 2 Stunden
Kaffee / SchwarzteeTannine und Polyphenole binden Eisen1–2 Stunden Abstand
MilchprodukteCalcium hemmt EisenaufnahmeNicht gleichzeitig
VollkornproduktePhytinsäure bindet EisenEisen nüchtern bevorzugen
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Vitamin C verdoppelt die Eisenaufnahme! Vitamin C (Ascorbinsäure) wandelt Eisen-III in das besser resorbierbare Eisen-II um und verhindert die Chelatbildung. Praxistipp: Eisentablette immer mit einem Glas Orangensaft oder 200 mg Vitamin C-Tablette einnehmen. Das ist einer der effektivsten und einfachsten Tricks zur Verbesserung der Eisentherapie.

5. Verträglichkeit verbessern: Praxistipps

Magen-Darm-Beschwerden sind der häufigste Grund für den Abbruch einer Eisentherapie. Dabei gibt es praktische Strategien, die das Problem lösen – ohne auf die Wirksamkeit zu verzichten.

Übelkeit: Eisen zum Essen nehmen senkt die Aufnahme um etwa 40 % – aber das ist deutlich besser als die Therapie komplett abzubrechen. Wer stark unter Übelkeit leidet, sollte zunächst mit kleiner Dosis beginnen und langsam steigern oder direkt auf Eisen-III-Maltol wechseln.

Verstopfung: Viel Wasser trinken, ballaststoffreiche Ernährung und bei Bedarf ein mildes Abführmittel wie Lactulose. Auch hier kann der Wechsel auf Eisen-III die Situation deutlich verbessern.

Schwarzer Stuhl: Das ist harmlos und kein Grund zur Sorge – es ist ein Zeichen, dass das Eisenpräparat wirkt. Wichtig: Schwarzer Stuhl durch Eisen unterscheidet sich von Teerstuhl (klebrig, glänzend, übelriechend), der auf eine Magen-Darm-Blutung hinweisen kann und sofort abgeklärt werden muss. Im Zweifelsfall immer den Arzt aufsuchen.

Metallischer Geschmack: Magensaftresistente Präparate oder Eisen-III-Verbindungen haben dieses Problem deutlich seltener.

Das Eisen-jeden-zweiten-Tag-Schema

Eine faszinierende neuere Entdeckung aus der Eisenforschung: Neuere Studien zeigen, dass eine Einnahme jeden zweiten Tag die Resorption verbessern kann. Der Grund liegt im Hormon Hepcidin: Nach der Eiseneinnahme steigt der Hepcidin-Spiegel an und hemmt die weitere Eisenaufnahme. Am folgenden Tag ist der Hepcidin-Spiegel noch erhöht – die zweite Dosis wird also schlechter aufgenommen. Wird hingegen einen Tag pausiert, sinkt Hepcidin wieder, und die nächste Dosis kann optimal resorbiert werden. Dieses Schema ist noch nicht in allen Leitlinien verankert, wird aber zunehmend von Fachärzten empfohlen. Wer unter täglichem Eisen schlecht verträgt, sollte das mit dem Arzt besprechen.

6. Pantoprazol & Eisen: Ein schwieriges Paar

Die Kombination Pantoprazol und Eisen-Tabletten ist eine der häufigsten und gleichzeitig am wenigsten bekannten Ursachen für therapieresistenten Eisenmangel. Viele Patienten nehmen Wochen oder Monate Eisentabletten und bemerken kaum eine Verbesserung ihres Ferritin-Werts – ohne zu wissen, dass ihr Magenschutz-Medikament die Aufnahme blockiert.

Der Mechanismus ist direkt: Eisen-II (Fe²⁺) benötigt ein saures Milieu im Magen, um sich aufzulösen und resorbiert werden zu können. Pantoprazol und andere Protonenpumpenhemmer erhöhen den Magen-pH von normal 1–2 auf 4–6. In diesem neutralen Milieu bleibt Eisen-II schlecht löslich – und kann nicht aufgenommen werden.

Dazu kommt: Pantoprazol senkt langfristig den Magnesiumspiegel – was indirekt die QT-Zeit verlängern kann (relevant für Herzpatienten unter Citalopram oder anderen QT-aktiven Medikamenten). Und PPI erhöhen das Risiko für Eisen-, Vitamin-B12- und Magnesiummangel generell.

PPI hemmen die Eisenaufnahme – drei Lösungswege 1. Auf Eisen-III-Maltol wechseln – dieser Wirkstoff ist säureunabhängig und wird auch unter PPI gut resorbiert. 2. Eisen-II immer mit Vitamin C einnehmen – das verbessert die Löslichkeit trotz erhöhtem pH. 3. Bei schwerem Mangel oder anhaltend niedrigem Ferritin trotz oraler Therapie: Eisen-Infusion erwägen – sie umgeht den Darm und den PPI vollständig.

Prüfe alle deine Kombinationen im Wechselwirkungs-Check.

7. Wechselwirkungen

Eisen hat ein breites Wechselwirkungsprofil, das vor allem durch Chelatbildung entsteht: Eisen bindet sich chemisch an andere Moleküle und macht sich selbst – oder das andere Medikament – unwirksam. Das Tückische daran: Beide Substanzen werden eingenommen, aber keine wirkt richtig. Prüfe alle Kombinationen im Wechselwirkungs-Check.

MedikamentWechselwirkungEmpfehlung
L-ThyroxinChelatbildung → bis zu 50 % weniger L-T4-Aufnahme2h Abstand, L-Thyroxin immer zuerst!
Pantoprazol / PPIReduzierte Fe²⁺-Resorption durch erhöhten pHEisen-III-Maltol oder + Vitamin C
Magnesium / CalciumGegenseitige ResorptionshemmungMindestens 2 Stunden Abstand
AmoxicillinEisen hemmt Antibiotikaaufnahme (gering)Abstand empfohlen
Methyldopa / LevodopaChelatbildung, Wirkungsverlust2 Stunden Abstand
MethotrexatEisen kann MTX-Toxizität erhöhenRücksprache mit Arzt
ACE-Hemmer (Ramipril)Eisen kann renal toxisch wirken bei InfusionCave: iv-Eisen in Kombination!
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8. Laborwerte verstehen

Wer eine Eisentherapie beginnt oder überwacht, sollte die relevanten Laborwerte kennen und einordnen können. Das wichtigste Missverständnis: Viele Patienten warten, bis ihr Hämoglobin-Wert sinkt, bevor sie Eisen einnehmen. Dabei ist Hämoglobin ein spätes Zeichen – der Körper mobilisiert erst die kompletten Eisenspeicher, bevor die Blutbildung leidet. Ferritin sinkt zuerst, und schon ein niedriges Ferritin bei noch normalem Hämoglobin verursacht spürbare Symptome.

ParameterNormwertWas zeigt er?
Ferritin15–300 µg/L (m), 15–200 µg/L (w)Eisenspeicher – erster Wert der sinkt. Cave: Akute-Phase-Protein, bei Entzündung falsch hoch!
Transferrinsättigung16–45 %Eisentransport im Blut – unter 16 % = Eisenmangel
Hämoglobin (Hb)12–16 g/dL (w), 13–18 g/dL (m)Erst erniedrigt, wenn Speicher leer sind (spätes Zeichen!)
MCV80–100 fLUnter 80 fL (mikrozytär) = typisch für Eisenmangel
Retikulozyten0,5–2,5 %Steigen nach 5–10 Tagen Therapie – bester Erfolgsmarker!
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Ferritin: Der wichtigste und am meisten missverstandene Wert

Ferritin ist das Speicherprotein für Eisen – und der erste Laborwert, der bei Eisenmangel abfällt. Ein Ferritin unter 30 µg/L bedeutet leere Speicher, auch wenn das Hämoglobin noch normal ist. Für Patientinnen mit Müdigkeit, Haarausfall oder Konzentrationsproblemen gilt ein Ferritin unter 50 µg/L zunehmend als Behandlungsgrenze – nicht erst unter 15 µg/L.

Die wichtige Einschränkung: Ferritin ist ein sogenanntes Akute-Phase-Protein. Bei Entzündungen, Infektionen, Lebererkrankungen oder Tumorerkrankungen steigt Ferritin unabhängig vom tatsächlichen Eisenstatus an. Ein erhöhtes Ferritin schließt einen Eisenmangel deshalb nicht aus, wenn gleichzeitig eine Entzündung vorliegt. In diesem Fall müssen Transferrinsättigung und löslicher Transferrinrezeptor zusätzlich bestimmt werden.

Therapieziel: Ferritin über 50 µg/L, besser 70–100 µg/L. Nach Normalisierung des Hämoglobin-Werts mindestens 3 weitere Monate Eisen einnehmen, um die Speicher aufzufüllen.

Retikulozyten als Erfolgsmarker: Wer nach 5–10 Tagen Eisentherapie keine Steigerung der Retikulozyten im Blutbild sieht, sollte die Einnahme überprüfen – Abstandsregeln, Vitamin C, Pantoprazol-Problem? Kein Anstieg trotz korrekter Einnahme kann auch auf eine Resorptionsstörung hinweisen.

9. Real-World-Daten: Was brite-Anwender berichten

Die brite-App zeigt bei Eisenpräparaten ein sehr klares Muster: Die häufigsten Probleme sind falsche Einnahmezeit und unbekannte Wechselwirkungen – besonders mit L-Thyroxin und Pantoprazol.

Hinweis Anonymisierte brite-App-Nutzerdaten, ersetzen keine klinischen Studien.
BeobachtungHäufigkeitTypischer Kommentar
Eisen + L-Thyroxin gleichzeitigSehr häufig„Ich habe beides zusammen geschluckt – die App hat mich gewarnt!"
Eisen zum Kaffee/FrühstückSehr häufig„Jetzt nehme ich Eisen 2 Stunden vor dem Kaffee – mein Ferritin steigt endlich."
Schwarzer Stuhl als PanikauslöserHäufig„Ich dachte, ich habe eine innere Blutung!"
Abbruch wegen MagenproblemeHäufig„Die Eisentabletten haben mir so auf den Magen geschlagen, dass ich aufgehört habe."
Kein Vitamin C dazuHäufig„Seit ich Orangensaft dazu trinke, vertrage ich es viel besser."
PPI + Eisen nicht als Problem erkanntGelegentlich„Mein Ferritin stieg einfach nicht – bis mir erklärt wurde, dass Pantoprazol die Aufnahme hemmt."
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Besonders auffällig: Der schwarze Stuhl löst bei vielen Patienten echte Panik aus – und führt zum sofortigen Absetzen einer eigentlich wirksamen Therapie. Diese einfache Information – dass Eisen den Stuhl schwarz färbt und das harmlos ist – fehlt auf den meisten Beipackzetteln an prominenter Stelle. Der Unterschied zu einem echten Teerstuhl (klebrig, glänzend, übel riechend wie Teer) ist wichtig zu kennen. Bei Unsicherheit immer den Arzt aufsuchen.

10. Wie brite dich bei Eisenpräparaten unterstützt

Transparenzhinweis brite ist eine Gesundheits-App. Die folgenden Funktionen beziehen sich auf Features der App.
  • L-Thyroxin-Eisen-Abstandswarnung: Erkennt gleichzeitige Einnahme und empfiehlt 2 Stunden Abstand. → Wechselwirkungs-Check
  • PPI-Eisen-Interaktion: Weist auf reduzierte Resorption unter Pantoprazol hin und schlägt Alternativen vor.
  • Vitamin-C-Tipp: Empfiehlt Vitamin C zur Eiseneinnahme für bessere Resorption.
  • Schwarzstuhl-Beruhigung: Erklärt die harmlose Stuhlverfärbung und den Unterschied zu Teerstuhl.
  • Antibiotika-Abstandswarnung: Warnt bei gleichzeitiger Einnahme mit Fluorchinolonen oder Tetracyclinen.
  • Digitaler Medikationsplan: Alle Einnahmezeiten und Abstände auf einen Blick. → Medikationsplan erstellen
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Eisen Erfahrungen: Was Patienten wirklich fragen

Eisen wie lange nehmen? In der Regel 3–6 Monate. Das ist länger als viele Patienten erwarten. Nach der Normalisierung des Hämoglobin-Werts – was meist nach 4–8 Wochen passiert – muss die Therapie mindestens 3 weitere Monate fortgesetzt werden, um die Ferritin-Speicher aufzufüllen. Wer zu früh aufhört, hat zwar keine Anämie mehr, aber noch immer leere Speicher – und Müdigkeit und Konzentrationsprobleme bleiben. Therapieziel ist Ferritin über 50 µg/L, besser 70–100 µg/L.

Eisen und L-Thyroxin Abstand – wie viel ist genug? Mindestens 2 Stunden. In der Praxis bewährt sich das Abendschema für Eisen: L-Thyroxin morgens nüchtern, Eisen abends 2 Stunden nach dem Abendessen. So gibt es keine Überschneidung und keine Notwendigkeit, morgens auf die Uhr zu schauen. Alternativ: Eisen mittags, wenn morgens ohnehin vergessen wird. Hauptsache: Die beiden Präparate kommen nie zusammen.

Ferritin zu niedrig – was tun? Ferritin unter 30 µg/L bedeutet leere Speicher und sollte immer Anlass zur Abklärung sein. Der erste Schritt ist immer die Ursachensuche: Blutungsquelle? Resorptionsstörung? Mangelernährung? Dann erst beginnt die Therapie. Bei Ferritin unter 15 µg/L mit Symptomen ist eine tägliche Einnahme von 100–200 mg elementarem Eisen sinnvoll. Das richtige Einnahmeschema ist dabei entscheidend.

Eisen nüchtern oder mit Essen? Nüchtern ist besser für die Resorption – aber schlechter für den Magen. Nüchterneinnahme verdoppelt die Eisenaufnahme, kann aber Übelkeit und Magenschmerzen verursachen. Wer nüchtern gut verträgt: immer nüchtern, 30–60 Minuten vor dem Frühstück mit einem Glas Orangensaft. Wer Probleme hat: zum Essen – die Aufnahme sinkt um etwa 40 %, aber eine konsequent durchgehaltene Therapie mit 60 % Aufnahme ist besser als eine abgebrochene Therapie mit 100 % Aufnahme für zwei Wochen.

Eisen schwarzer Stuhl – wann zum Arzt? Schwarzer Stuhl ist unter Eiseneinnahme ein normales und harmloses Zeichen, dass Eisen-II den Darminhalt färbt. Kein Grund zur Sorge. Der wichtige Unterschied: Teerstuhl durch eine Magen-Darm-Blutung ist klebrig, glänzend, hat eine teerartige Konsistenz und riecht extrem übel. Wenn du unsicher bist, ob es sich um Eisenstuhl oder Teerstuhl handelt: Eisen kurz absetzen. Verfärbt sich der Stuhl wieder normal, war es das Eisen. Bleibt er schwarz: sofort zum Arzt.

FAQ: Häufige Fragen zu Eisenpräparaten

Ideal: Nüchtern, 30–60 Minuten vor dem Frühstück, mit Vitamin C (z. B. Orangensaft). Nicht mit Kaffee, Tee, Milch oder Calcium. Bei Magenunverträglichkeit: Zum Essen einnehmen – weniger Aufnahme, aber besser als Therapieabbruch.
Eisen färbt den Stuhl schwarz – das ist harmlos und ein Zeichen, dass das Präparat wirkt. Nicht verwechseln mit Teerstuhl (klebrig, übelriechend) – dieser kann auf eine Magen-Darm-Blutung hinweisen und erfordert sofortige ärztliche Abklärung.
Nein! Eisen bildet mit L-Thyroxin schwer lösliche Komplexe und reduziert die Aufnahme um bis zu 50 %. Regel: L-Thyroxin morgens nüchtern, Eisen frühestens 2 Stunden später oder abends.
Eisen-III-Maltol (Feraccru®) oder Eisen-III-Polymaltose (Maltofer®) werden deutlich besser vertragen als Eisen-II-Sulfat. Für die meisten Patienten gilt: Verträglichkeit geht vor maximaler Resorption – eine konsequent durchgehaltene Therapie mit Eisen-III ist besser als eine abgebrochene mit Eisen-II.
In der Regel 3–6 Monate. Nach Normalisierung des Hämoglobin-Werts noch mindestens 3 Monate weiter, um die Ferritin-Speicher aufzufüllen. Zielwert: Ferritin über 50 µg/L.
Ja. Eisen-II braucht Magensäure zum Lösen. Pantoprazol erhöht den pH und reduziert die Resorption erheblich. Lösungen: Eisen-III-Maltol (säureunabhängig), Eisen-II mit Vitamin C, oder bei schwerem Mangel eine Eisen-Infusion.
Neuere Studien deuten darauf hin, dass eine Einnahme jeden zweiten Tag die Resorption verbessern kann – weil der Hepcidin-Spiegel in der Pause sinkt. Verträglichkeit steigt ebenfalls. Noch nicht in allen Leitlinien verankert, aber zunehmend empfohlen – mit dem Arzt besprechen.
Bei schwerem Mangel und PPI-Langzeittherapie, oraler Unverträglichkeit trotz Eisen-III, Malabsorption (M. Crohn, Zöliakie) oder akutem Bedarf (präoperativ, nach Geburt). Eisen-Infusionen (z. B. Ferinject®) wirken schnell und umgehen den Darm vollständig.

Quellen

  1. DGE: Referenzwerte Eisen (2024)
  2. WHO: Iron deficiency anaemia – assessment, prevention and control (2001/2024)
  3. S1-Leitlinie: Eisenmangelanämie (DGHO)
  4. Moretti D et al.: Oral iron supplements increase hepcidin and decrease iron absorption from daily or twice-daily doses. Blood 2015
  5. Fachinformation Feraccru® (Eisen-III-Maltol)
  6. Fachinformation Maltofer® (Eisen-III-Polymaltose)
  7. Pharmazeutische Zeitung: Wechselwirkungen oraler Eisenpräparate
  8. BfArM: PPI und Mikronährstoffmängel
  9. S1-Leitlinie Hypothyreose (DGE): Einnahmeabstände L-Thyroxin
  10. brite App: Anonymisierte Nutzerdaten, Stand Februar 2026
Medizinischer Haftungsausschluss: Eisenmangel immer ärztlich abklären – besonders bei Männern und postmenopausalen Frauen. Dosierung ärztlich abstimmen. Stand: Februar 2026.