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Sarah K., 34
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Permethrin ist als 5-prozentige Creme das Mittel der ersten Wahl gegen Krätze (Skabies). Die Creme tötet die Milben zuverlässig ab — wenn sie lückenlos auf die ganze Haut kommt, lange genug einwirkt und alle engen Kontaktpersonen zur selben Zeit mitbehandelt werden. Die meisten Therapieversager entstehen nicht im Wirkstoff, sondern in der Organisation.
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| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Wirkstoff | Permethrin |
| ATC-Code | P03AC04 |
| Wirkstoffklasse | Pyrethroid; Mittel gegen Krätzmilben (Antiskabiosum) |
| Darreichungsformen | Creme 5 % gegen Krätze (z. B. InfectoScab); niedriger dosierte Permethrin-Lösungen gegen Kopfläuse sind eigene Präparate mit anderer Anwendung |
| Halbwertszeit | Für die Anwendung wenig relevant: Nur ein sehr kleiner Teil wird über die Haut aufgenommen und im Körper rasch abgebaut |
| Max. Menge pro Anwendung | Richtwert für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre bis zu 30 g, Kinder von 6 bis 12 Jahren bis zu 15 g, Kinder von 2 Monaten bis 5 Jahren bis zu 7,5 g |
| Wirkungseintritt | Milben sterben während der Einwirkzeit von mindestens 8 Stunden ab; Juckreiz kann bis zu vier Wochen anhalten |
| Rezeptpflicht | Creme 5 % verschreibungspflichtig |
| Besonderheit | Enge Kontaktpersonen werden zeitgleich behandelt; das RKI empfiehlt eine Wiederholung nach 7 bis 10 Tagen |
Permethrin ist ein Pyrethroid, ein künstlich hergestellter Abkömmling der Pyrethrine aus Chrysanthemenblüten.¹ Es lähmt das Nervensystem von Insekten und Milben, indem es die Natriumkanäle ihrer Nervenzellen offen hält. Die Krätzmilben, die sich in der obersten Hautschicht ihre Gänge graben, sterben dadurch ab.
Beim Menschen ist der Effekt ein ganz anderer: Über die Haut wird nur ein sehr kleiner Teil aufgenommen, und dieser wird im Körper schnell zu unwirksamen Bestandteilen abgebaut. Darauf beruht die gute Verträglichkeit — auch bei Schwangeren und kleinen Kindern, für die es sonst wenige Alternativen gibt. Das Robert Koch-Institut (RKI) nennt Permethrin weiterhin das Mittel der ersten Wahl gegen Krätze.²
Wie Krätze entsteht, wie sie sich zeigt und wie sie diagnostiziert wird, beschreibt der Beitrag zur Erkrankung Krätze (Skabies). Hier geht es um das, was zwischen Rezept und Heilung passiert: die richtige Anwendung der Creme.
Aus der Wirkweise ergeben sich die drei Regeln, an denen die Behandlung hängt:
Die folgenden Mengen sind die Richtwerte aus der Gebrauchsinformation und keine Anwendungsempfehlung — Präparat, Menge und Anzahl der Anwendungen legt die behandelnde Praxis fest.¹
| Altersgruppe | Richtwert pro Anwendung | Hinweis |
|---|---|---|
| Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre | Bis zu 30 g (eine 30-g-Tube oder eine halbe 60-g-Tube) | Große Erwachsene brauchen mitunter mehr — lieber ausreichend als zu dünn |
| Kinder von 6 bis 12 Jahren | Bis zu 15 g | Kopf und Gesicht mitbehandeln, Mund- und Augenpartie aussparen |
| Kinder von 2 Monaten bis 5 Jahren | Bis zu 7,5 g | Bis 23 Monate nur unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht |
| Säuglinge unter 2 Monaten | Keine Dosisempfehlung | Nur auf ärztlichen Rat |
Die Gebrauchsinformation betont, dass es sich um Richtwerte handelt, die je nach Körperoberfläche angepasst werden können.¹ Für eine mehrköpfige Familie heißt das praktisch: Für jede Person und jede Anwendung muss genug Creme da sein. Wer die Tube mit dem Partner „teilt", trägt am Ende oft beide zu dünn auf. Zur Wiederholung siehe Abschnitt 6.
Die Behandlung findet in der Regel abends statt, damit die Creme über Nacht einwirken kann. Grundsätzliches zum Auftragen von Cremes steht im Ratgeber Salben und Cremes richtig auftragen; für Permethrin gilt dieser Ablauf:¹,²
Ein gemeinsamer Termin für die ganze Familie und eine Erinnerung an die zweite Anwendung.
Permethrin-Creme wird in der Regel gut vertragen. Die häufigsten Beschwerden betreffen die Haut — und sind oft schwer von den Beschwerden der Krätze selbst zu unterscheiden.¹
| Nebenwirkung | Häufigkeit laut Gebrauchsinformation | Was hilft |
|---|---|---|
| Juckreiz, Rötung, Kribbeln, Stechen, Brennen, trockene Haut | Häufig | Nachbehandlung mit rückfettender Pflege und Ölbädern; können auch von der Krätze selbst kommen |
| Kopfschmerzen | Selten | Meist vorübergehend |
| Hautabschürfungen, Haarbalgentzündung, hellere Hautflecken | Sehr selten | Bei Zunahme ärztlich ansehen lassen |
| Atembeschwerden bei empfindlichen oder allergischen Menschen (für Pyrethroide beschrieben) | Sehr selten | Bei Atemnot sofort 112; bei Asthma vorher ansprechen |
| Kontaktallergische Hautreaktionen mit Juckreiz, Rötung, Bläschen oder Quaddeln, auch über die behandelte Stelle hinaus | Nicht bekannt | Ärztlich abklären; bei schwerer Reaktion nicht erneut anwenden |
| Übelkeit | Nicht bekannt | Meist vorübergehend |
Das ist der Punkt, an dem viele verzweifeln: Die Creme ist aufgetragen, die Milben sind tot — und es juckt weiter, manchmal sogar stärker. Laut Gebrauchsinformation können Juckreiz und Ausschlag bis zu vier Wochen nach der Behandlung anhalten. Die Ursache ist eine Reaktion des Immunsystems auf die abgestorbenen Milben und ihre Ausscheidungen in der Haut, das sogenannte postskabiöse Ekzem.¹,²
Mehr zu anhaltendem Juckreiz und trockener Haut in den Symptom-Beiträgen.
Permethrin wirkt zuverlässig, wenn es richtig angewendet wird. Dass Krätze trotzdem so oft „wiederkommt", liegt häufig an drei organisatorischen Lücken: Kontaktpersonen werden zu spät oder gar nicht behandelt, die Wiederholung fällt weg, oder die Wäsche wird vergessen.
Laut RKI werden Erkrankte und ihre engen Kontaktpersonen grundsätzlich zeitgleich behandelt — auch wenn die Kontaktpersonen noch keine Beschwerden haben.² Der Grund: Nach einer Erstansteckung dauert es zwei bis fünf Wochen, bis es juckt. In dieser Zeit ist jemand befallen, merkt es aber nicht. Als enge Kontaktpersonen gelten Menschen mit längerem, großflächigem Hautkontakt, etwa durch gemeinsames Schlafen in einem Bett, Partnerschaft, Kuscheln mit Kindern oder Körperpflege bei Pflegebedürftigen. Händeschütteln oder eine kurze Umarmung reichen bei der gewöhnlichen Krätze in der Regel nicht für eine Übertragung.²
Ist eine zeitgleiche Behandlung nicht möglich, sollen enge Kontaktpersonen laut RKI innerhalb weniger Tage behandelt werden und bis dahin engen Körperkontakt meiden. Nach der Behandlung empfiehlt das RKI, noch etwa 36 Stunden auf engen Körperkontakt zu verzichten.² Die Gebrauchsinformation formuliert es so: Alle Kontaktpersonen, vor allem Familie und Partner, sollen möglichst schnell ärztlich vorgestellt werden; die Praxis entscheidet über ihre Behandlung.¹
Hier unterscheiden sich die Quellen. Die Gebrauchsinformation von InfectoScab nennt eine einmalige Anwendung in der Regel als ausreichend und eine Wiederholung nach 14 Tagen bei andauerndem oder erneutem Befall.¹ Das RKI empfiehlt in seinem aktuellen Ratgeber dagegen grundsätzlich eine Wiederholung nach 7 bis 10 Tagen.² Hintergrund sind zunehmende Berichte über Milben, die weniger empfindlich auf Permethrin reagieren, und die Sorge, dass bei einer einzigen Anwendung Milben überleben, etwa aus Eiern, die erst danach schlüpfen. Auch die europäische Leitlinie beschreibt Wiederholungsschemata.³ Wie oft du behandelst, legt deine Praxis fest — wichtig ist, dass alle Kontaktpersonen dasselbe Schema am selben Tag durchlaufen.
Krätzmilben überleben außerhalb der Haut nur begrenzt: Laut RKI bei Raumtemperatur und üblicher Luftfeuchtigkeit wahrscheinlich höchstens etwa zwei Tage infektiös, bei Wärme kürzer.² Daraus folgen die Maßnahmen:
| Was | Maßnahme laut RKI |
|---|---|
| Bettwäsche, Handtücher, Unterwäsche, Kleidung mit Hautkontakt | Bei mindestens 50 °C für mindestens 10 Minuten waschen, alternativ Trockner oder Heißdampf |
| Nicht waschbare Textilien, Schuhe, Plüschtiere | In Plastiksäcken oder Folie verpacken und 72 Stunden bei mindestens 21 °C lagern; bei trockener Luft, etwa am Heizkörper, reichen 48 Stunden |
| Alternative für kleine Gegenstände | 5 Stunden bei unter −10 °C einfrieren |
| Polstermöbel, Matratzen, Teppiche | Gründlich absaugen; bei gewöhnlicher Krätze sind keine Insektizide in der Wohnung nötig |
Die Gebrauchsinformation ist strenger formuliert: Kleidung, Bettwäsche und Handtücher sollen über vier Tage täglich gewechselt und bei mindestens 60 °C gewaschen werden.¹ Beides zielt auf dasselbe: Textilien, die in den Tagen vor der Behandlung direkt auf der Haut lagen, sollen keine überlebenden Milben zurückgeben.
Weil kaum Permethrin in den Körper gelangt, sind Wechselwirkungen mit Tabletten nicht bekannt. Praktisch relevant sind andere Dinge, die in der Gebrauchsinformation stehen:¹
| Kombination | Folge | Was tun |
|---|---|---|
| Kondome und Diaphragmen aus Latex | Paraffin und weißes Vaselin in der Creme können die Funktion und damit die Sicherheit von Latexprodukten beeinträchtigen | Während der Einwirkzeit auf Sex verzichten — das empfiehlt sich wegen der Ansteckung ohnehin; siehe Medikamente und Verhütung |
| Andere Cremes, Salben, Lotionen | Können die Creme verdünnen oder die Wirkung an diesen Stellen stören | Während der Einwirkzeit nichts anderes auftragen; Pflege erst nach dem Abduschen |
| Cortisoncremes gegen das Ekzem | Gewollte Nachbehandlung des Juckreizes | Nur nach ärztlicher Verordnung und zeitlich nach der Permethrin-Anwendung |
| Allergie gegen Chrysanthemen oder andere Korbblütler | Kreuzreaktion möglich | Nur nach Rücksprache mit der Praxis anwenden |
| Aquarien, Terrarien, Gewässer | Permethrin ist schädlich für Insekten und für Wassertiere wie Fische | Kontakt vermeiden; Reste nicht über Toilette oder Waschbecken entsorgen |
| Alkohol | Keine Wechselwirkung bekannt | Keine besondere Einschränkung |
Die Creme enthält außerdem Cetylstearylalkohol und Sorbinsäure, die örtlich Hautreizungen wie eine Kontaktdermatitis auslösen können.¹ Hintergründe zu solchen Zusatzstoffen im Ratgeber Hilfsstoffe und Unverträglichkeiten; wie Arzneimittelreste richtig entsorgt werden, steht unter Medikamente entsorgen.
Ein Wort zu Tieren: Permethrin steckt auch in manchen Mitteln gegen Zecken und Flöhe für Hunde. Für Katzen ist es hochgiftig. Lass Katzen deshalb nicht an frisch eingecremter Haut lecken und bewahre die Tube unzugänglich auf. Die Krätzmilben des Menschen werden übrigens nicht von Haustieren übertragen, und Milben von Tieren lösen beim Menschen höchstens vorübergehende Hautreaktionen aus.
Wer mehrere Hautmittel, Allergietabletten gegen den Juckreiz und Dauermedikamente gleichzeitig verwendet, behält mit dem brite Wechselwirkungs-Check den Überblick.
Juckt es vier Wochen nach der Behandlung noch oder wieder, oder tauchen neue Milbengänge auf, lohnt sich vor einem neuen Rezept eine ehrliche Fehlersuche. Die häufigsten Gründe sind:
Eine Sonderform ist die Borkenkrätze (Scabies crustosa) mit dicken Krusten und sehr vielen Milben, vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder hohem Pflegebedarf. Sie ist hochansteckend und wird in der Regel mit einer Kombination aus äußerlicher Behandlung und Ivermectin-Tabletten unter ärztlicher, oft stationärer Betreuung behandelt; die Hygieneregeln sind deutlich strenger.² Die deutsche S1-Leitlinie zur Skabies stammt von 2016 und wird derzeit überarbeitet; das RKI verweist für Therapiedetails auf die Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft.²,⁴ Welche Alternative passt, entscheidet die behandelnde Praxis.
Bei Säuglingen unter zwei Monaten wird Permethrin laut Gebrauchsinformation nur auf ärztlichen Rat angewendet; bis zum Alter von 23 Monaten soll die Behandlung unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht erfolgen, weil die Erfahrungen begrenzt sind.¹ Bei Babys und Kleinkindern zeigt sich Krätze oft anders: auch an Kopf, Gesicht, Handflächen und Fußsohlen, teils mit Bläschen. Deshalb werden diese Stellen mitbehandelt, Mund und Augen ausgespart. Tipps zum Umgang mit Medikamenten bei Kindern im Ratgeber Kinder und Medikamente.
Laut Gebrauchsinformation haben erweiterte Erfahrungen bei Schwangeren keinen Hinweis auf schädliche Wirkungen ergeben; aus Vorsicht soll Permethrin in der Schwangerschaft nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.¹ Embryotox bezeichnet Permethrin als Mittel der Wahl bei Krätze in der Schwangerschaft, weil kaum Wirkstoff aufgenommen und dieser schnell abgebaut wird.⁵ Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Hier unterscheiden sich die Empfehlungen. Die Gebrauchsinformation rät aus Vorsichtsgründen zu einer Stillpause von fünf Tagen nach der Anwendung.¹ Embryotox sieht dagegen keinen Grund, das Stillen einzuschränken, und nennt Permethrin auch in der Stillzeit Mittel der Wahl; wurde die Brust mitbehandelt, wird sie vor dem Anlegen gründlich gereinigt.⁵ Besprich mit der Praxis, welchem Vorgehen du folgst — und denk daran, dass ein gestilltes Baby als enge Kontaktperson selbst mitbehandelt werden muss. Mehr unter Medikamente in der Stillzeit.
In Pflegeeinrichtungen breitet sich Krätze oft unbemerkt aus, weil der Juckreiz bei älteren Menschen schwächer sein kann und Hautveränderungen anders aussehen. Bei Menschen über 65 werden laut Gebrauchsinformation zusätzlich Gesicht, Ohren und Kopfhaut behandelt.¹ Bei Ausbrüchen wird in der Regel das Gesundheitsamt eingebunden, damit Bewohner und Personal gleichzeitig behandelt werden. Mehr zur Organisation im Ratgeber Medikamente im Pflegeheim.
Laut Gebrauchsinformation kann die Creme die Beschwerden von Asthma oder Ekzemen verschlechtern.¹ Sag der Praxis vorher Bescheid, wenn du betroffen bist, und halte dein Notfallspray bereit.
Das ist häufig und meist das postskabiöse Ekzem: eine Reaktion auf die abgetöteten Milben, die laut Gebrauchsinformation bis zu vier Wochen anhalten kann. Entscheidend ist der Verlauf. Wird der Juckreiz langsam weniger und kommen keine neuen Knötchen oder Gänge dazu, spricht das für eine erfolgreiche Behandlung. Nimmt er nach einer Besserung wieder zu oder tauchen neue Gänge zwischen den Fingern auf, gehört das in die Praxis — bevor du erneut cremst.
Ja, wenn ihr engen Hautkontakt habt, etwa im selben Bett schlaft. Nach einer Ansteckung dauert es Wochen, bis es juckt. Wer sich jetzt nicht behandelt, kann Milben tragen, ohne es zu wissen, und sie nach deiner Behandlung zurückgeben. Laut RKI werden enge Kontaktpersonen grundsätzlich zeitgleich behandelt, auch ohne Symptome. Das betrifft auch Sexualpartner außerhalb des Haushalts.
Nein, aber an den Händen ist die Einwirkzeit unterbrochen. Laut Gebrauchsinformation wird die Creme nach dem Händewaschen an Händen und Handgelenken erneut aufgetragen; dasselbe gilt für Gesäß und Genitalbereich nach dem Toilettengang. Die Hände sind eine Lieblingsstelle der Milben — gerade hier lohnt sich die Sorgfalt.
Nein. Bei gewöhnlicher Krätze reicht es laut RKI, die Textilien mit Hautkontakt der letzten Tage heiß zu waschen oder für drei Tage in Plastiksäcke zu packen und Polster gründlich abzusaugen. Insektensprays in der Wohnung sind nicht nötig. Viel wichtiger ist, dass alle fünf am selben Abend eingecremt werden, jede Person ihre eigene ausreichende Menge bekommt und alle die Wiederholung nach dem vereinbarten Schema mitmachen.
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