Rosuvastatin (Crestor®)

Rosuvastatin (Crestor): Wirkung, Dosierung & Vergleich mit Atorvastatin

Rosuvastatin ist das potenteste der gängigen Statine und senkt vor allem das LDL-Cholesterin. Es beugt Herzinfarkt und Schlaganfall vor – wenn es zuverlässig und richtig eingenommen wird. Hier erfährst du alles zu Dosierung, Potenz-Vergleich und Muskelschmerzen.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Auf einen Blick: Datenblatt
  2. Wie Rosuvastatin wirkt
  3. Anwendung & Dosierung
  4. Rosuvastatin vs. Atorvastatin vs. Simvastatin
  5. Nebenwirkungen & Muskelschmerzen
  6. Wechselwirkungen
  7. LDL-Zielwerte
  8. Wie brite dich unterstützt
  9. FAQ
  10. Quellen
Hinweis Rosuvastatin nicht eigenmächtig absetzen. Der Cholesterinwert steigt nach dem Absetzen wieder an – Änderungen immer mit der Praxis abstimmen.

1. Auf einen Blick: Datenblatt

Rosuvastatin (Handelsname Crestor®) ist ein starkes Statin – ein Cholesterinsenker aus der Gruppe der CSE-Hemmer. Es senkt vor allem das „schlechte" LDL-Cholesterin und wird einmal täglich als Tablette eingenommen. Rosuvastatin gehört zu den wirksamsten verfügbaren Statinen und wird bei Fettstoffwechselstörungen und zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt.

EigenschaftDetails
WirkstoffRosuvastatin
HandelsnameCrestor®
ATC-CodeC10AA07
WirkstoffklasseStatin (HMG-CoA-Reduktase-Hemmer)
DarreichungTabletten 5, 10, 20, 40 mg
Einnahme1× täglich, unabhängig von den Mahlzeiten und der Tageszeit
Standarddosis10–20 mg/Tag (Start meist 5–10 mg)
KontrollenBlutfette und Leberwerte, anfangs häufiger
RezeptpflichtJa
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2. Wie Rosuvastatin wirkt

Ein großer Teil des Cholesterins wird nicht über die Nahrung aufgenommen, sondern in der Leber selbst hergestellt. Der Schlüssel dazu ist das Enzym HMG-CoA-Reduktase. Rosuvastatin hemmt genau dieses Enzym und drosselt so die körpereigene Cholesterinproduktion. Als Reaktion holt sich die Leber vermehrt LDL-Cholesterin aus dem Blut – der LDL-Wert im Blut sinkt.

Ein niedrigeres LDL bedeutet, dass sich weniger Cholesterin in den Gefäßwänden ablagert. So bremst Rosuvastatin die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und senkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Deshalb wird es bei einer Fettstoffwechselstörung und nach Herz-Kreislauf-Ereignissen verordnet. Wie du zusätzlich mit dem Lebensstil unterstützen kannst, erklärt der Ratgeber Cholesterin senken.

3. Anwendung & Dosierung

Rosuvastatin wird einmal täglich als ganze Tablette mit etwas Wasser eingenommen – unabhängig von den Mahlzeiten. Anders als bei kurz wirksamen Statinen wie Simvastatin ist die abendliche Einnahme nicht zwingend: Rosuvastatin wirkt lange, du kannst es also zu der Tageszeit nehmen, die du am zuverlässigsten einhältst.

SituationDosis
Therapiestart5–10 mg 1×/Tag
Übliche Erhaltungsdosis10–20 mg 1×/Tag
Hohes Risiko / unzureichende Senkungbis 40 mg 1×/Tag (nur unter ärztlicher Kontrolle)
Eingeschränkte Nierenfunktion, asiatische Herkunftniedriger dosieren, Start 5 mg
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Die Dosis wird schrittweise angepasst Nach dem Start wird der LDL-Wert nach einigen Wochen kontrolliert und die Dosis bei Bedarf erhöht oder mit einem zweiten Wirkstoff kombiniert. Verändere die Dosis nie eigenmächtig – auch dann nicht, wenn dein Wert schon gut ist.

Eine vergessene Dosis wird ausgelassen, wenn die nächste Einnahme bald ansteht – niemals die doppelte Menge nehmen. Was bei einer vergessenen Einnahme generell gilt, erklärt der Ratgeber Medikament vergessen.

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4. Rosuvastatin vs. Atorvastatin vs. Simvastatin

Eine häufige Frage lautet: Ist Rosuvastatin stärker als Atorvastatin? Kurz gesagt: ja, Milligramm für Milligramm ist Rosuvastatin das potenteste der drei gängigen Statine. Um dasselbe LDL zu senken, braucht man von Rosuvastatin weniger Wirkstoff als von Atorvastatin und deutlich weniger als von Simvastatin. Die folgende Äquivalenztabelle zeigt, welche Dosen ungefähr gleich stark LDL senken.

LDL-Senkung (ca.)RosuvastatinAtorvastatinSimvastatin
~ 38 %10 mg20 mg
~ 43 %5 mg20 mg40 mg
~ 48 %10 mg40 mg80 mg*
~ 53 %20 mg80 mg
~ 58 %40 mg
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*Simvastatin 80 mg wird wegen des erhöhten Muskelrisikos kaum noch verordnet. „Stärker" heißt aber nicht automatisch „besser für dich": Welches Statin und welche Dosis passt, richtet sich nach deinem LDL-Zielwert, deinem Herz-Kreislauf-Risiko und der Verträglichkeit. Reicht ein Statin allein nicht aus, wird es oft mit Ezetimib kombiniert.

5. Nebenwirkungen & Muskelschmerzen

Rosuvastatin ist meist gut verträglich. Die am meisten gefürchtete Nebenwirkung sind Muskelschmerzen. Wichtig zur Einordnung: Leichte Muskelbeschwerden sind relativ häufig und in aller Regel harmlos, die gefährliche Muskelauflösung (Rhabdomyolyse) ist dagegen sehr selten.

NebenwirkungHäufigkeitWas tun?
Muskelschmerzen, Muskelschwäche (leicht)HäufigAnsprechen; oft hilft Dosis- oder Präparatwechsel
Kopfschmerzen, VerdauungsbeschwerdenHäufigMeist vorübergehend
LeberwerterhöhungGelegentlichBlutkontrolle; meist ohne Beschwerden
Anstieg des Blutzuckers / neuer DiabetesGelegentlichBlutzucker beobachten lassen
Rhabdomyolyse (Muskelauflösung)Sehr seltenNotfall – rasch ärztlich abklären
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Warnzeichen einer Rhabdomyolyse – rasch ärztlich abklären Plötzliche starke, ausgedehnte Muskelschmerzen mit Muskelschwäche, oft zusammen mit dunklem, cola- bis braunfarbenem Urin und allgemeinem Krankheitsgefühl oder Fieber. Setze Rosuvastatin ab und suche zügig ärztliche Hilfe – unbehandelt kann eine Rhabdomyolyse die Nieren schädigen.

6. Wechselwirkungen

Manche Stoffe erhöhen den Rosuvastatin-Spiegel im Blut und damit das Muskelrisiko. Prüfe Kombinationen im Wechselwirkungs-Check.

Rosuvastatin + Gemfibrozil Das Lipidsenker Gemfibrozil erhöht den Rosuvastatin-Spiegel stark und steigert das Risiko für schwere Muskelschäden bis hin zur Rhabdomyolyse deutlich. Diese Kombination wird gemieden; ist ein Fibrat nötig, wird meist Fenofibrat bevorzugt.
Stoff / MedikamentWechselwirkungEmpfehlung
Gemfibrozil (Fibrat)Stark erhöhter Rosuvastatin-Spiegel, MuskelrisikoMeiden; ggf. Fenofibrat
CiclosporinDeutlich erhöhter SpiegelDosis stark begrenzen, engmaschig kontrollieren
Bestimmte HIV-/Hepatitis-C-MittelErhöhter SpiegelDosisanpassung nötig
Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Phenprocoumon)INR kann steigenINR häufiger kontrollieren
Antazida (Aluminium/Magnesium)Geringere AufnahmeMit 2 Stunden Abstand einnehmen
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7. LDL-Zielwerte

Wie tief das LDL-Cholesterin gesenkt werden soll, hängt vom individuellen Herz-Kreislauf-Risiko ab – nicht von einem festen Normalwert für alle. Je höher das Risiko, desto niedriger der Zielwert. Die folgenden Orientierungswerte stammen aus der ESC/EAS-Leitlinie zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen.

RisikogruppeLDL-Zielwert (Orientierung)
Sehr hohes Risiko (z. B. nach Herzinfarkt)unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l)
Hohes Risikounter 70 mg/dl (1,8 mmol/l)
Moderates Risikounter 100 mg/dl (2,6 mmol/l)
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Deinen persönlichen Zielwert legt die Praxis fest. Rosuvastatin hilft, ihn zu erreichen – oft in Kombination mit Bewegung, Ernährung und gegebenenfalls einem zweiten Wirkstoff.

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Transparenzhinweis brite ist eine Gesundheits-App. Die folgenden Funktionen beziehen sich auf Features der App.

8. Wie brite dich bei Rosuvastatin unterstützt

  • Einnahme-Erinnerung: tägliche Erinnerung zur festen Uhrzeit – damit die einmal tägliche Einnahme zur Routine wird. → Erinnerung einrichten
  • Wechselwirkungs-Check: erkennt kritische Kombinationen wie Rosuvastatin + Gemfibrozil. → Jetzt prüfen
  • Digitaler Medikationsplan: alle Präparate übersichtlich für Praxis, Labor und Notfall. → Zum Medikationsplan
  • Gesundheitsverlauf: LDL-Werte und mögliche Muskelbeschwerden dokumentieren und zum Termin mitbringen.

FAQ: Häufige Fragen zu Rosuvastatin

Ja, Milligramm für Milligramm senkt Rosuvastatin das LDL-Cholesterin stärker als Atorvastatin. 10 mg Rosuvastatin wirken etwa so stark wie 40 mg Atorvastatin. Welches Statin für dich passt, hängt aber nicht nur von der Stärke ab, sondern auch von deinem Zielwert und der Verträglichkeit.
Nein. Anders als kurz wirksame Statine wie Simvastatin wirkt Rosuvastatin lange, deshalb ist die Uhrzeit nicht entscheidend. Du kannst es morgens oder abends nehmen – wichtig ist nur, dass du es täglich und möglichst zur gleichen Zeit einnimmst.
Leichte Muskelschmerzen sind relativ häufig und meist harmlos; oft hilft eine niedrigere Dosis oder ein anderes Statin. Gefährlich wird es nur sehr selten: Plötzliche starke, ausgedehnte Muskelschmerzen mit Schwäche und dunklem Urin können auf eine Rhabdomyolyse hinweisen und gehören rasch ärztlich abgeklärt.
Das hängt von deinem Herz-Kreislauf-Risiko ab. Bei sehr hohem Risiko, etwa nach einem Herzinfarkt, liegt der Zielwert unter 55 mg/dl, bei hohem Risiko unter 70 mg/dl. Deinen individuellen Zielwert legt die Praxis anhand deiner Vorgeschichte fest.
Nein, nicht eigenmächtig. Der gute Wert ist das Ergebnis des Medikaments – nach dem Absetzen steigt das LDL meist wieder an und damit das Herz-Kreislauf-Risiko. Ob und wann eine Änderung sinnvoll ist, entscheidet die Praxis.
Rosuvastatin wird kaum über das Enzym abgebaut, das Grapefruit beeinflusst – anders als Simvastatin oder Atorvastatin. Kleine Mengen Grapefruit sind daher in der Regel unproblematisch. Bei sehr großen Mengen bleibt Vorsicht sinnvoll; im Zweifel in der Praxis nachfragen.
Der LDL-Wert beginnt innerhalb weniger Tage zu sinken, die volle Wirkung zeigt sich nach etwa vier Wochen. Deshalb wird der Cholesterinwert meist rund vier bis acht Wochen nach Beginn oder Dosisänderung kontrolliert.

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Quellen

  1. Fachinformation Crestor® (Rosuvastatin), aktueller Stand.
  2. ESC/EAS-Leitlinie zur Behandlung von Dyslipidämien (2019). European Society of Cardiology / European Atherosclerosis Society. escardio.org
  3. Gelbe Liste: Rosuvastatin. gelbe-liste.de
  4. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Statine bei erhöhtem Cholesterin. gesundheitsinformation.de
Medizinischer Haftungsausschluss: Diese Seite dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Rosuvastatin nicht eigenmächtig absetzen. Bei plötzlichen starken, ausgedehnten Muskelschmerzen mit Schwäche und dunklem Urin (Verdacht auf Rhabdomyolyse) rasch ärztliche Hilfe suchen. Stand: Juli 2026.