DiGA auf Rezept: Wie du eine App verordnet bekommst - und welche sich lohnt

Es gibt Gesundheits-Apps, die deine Krankenkasse bezahlt - geprüft vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und verordnet wie ein Medikament. Sie heißen digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA. Der wenig bekannte Teil: Du brauchst nicht zwingend eine Verordnung aus der Praxis - du kannst sie auch direkt bei deiner Kasse beantragen. Dieser Ratgeber zeigt beide Wege, den Ablauf bis zum Freischaltcode und was eine DiGA wirklich leisten kann. Stand: 2026.

Dranbleiben ist der Wirkstoff

Ob App-Übung oder Tablette - brite erinnert dich zuverlässig an das, was du dir vorgenommen hast.

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1. Was eine DiGA ist - und was nicht

Eine digitale Gesundheitsanwendung ist ein Medizinprodukt in App- oder Webform, das der Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung einer Erkrankung dient. Der entscheidende Punkt: Sie muss ein Prüfverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchlaufen und wird erst danach in ein offizielles Verzeichnis aufgenommen. Nur was dort steht, kann von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden.¹

Geprüft werden nicht nur medizinische Aspekte, sondern auch Datenschutz, Datensicherheit und Benutzerfreundlichkeit. Der Hersteller muss außerdem einen positiven Versorgungseffekt nachweisen - einen medizinischen Nutzen oder eine strukturelle Verbesserung, etwa bessere Therapietreue.

Der Unterschied zur Wellness-App. Schrittzähler, Meditations-Apps, Kalorienrechner und Schlaftracker aus dem App-Store sind keine DiGA. Sie dürfen alles Mögliche versprechen, ohne es belegen zu müssen. Eine DiGA ist dagegen ein regulierter Weg mit Prüfung, Herstellerhaftung und Kassenerstattung - und mit dem Anspruch, bei einer konkreten Diagnose zu helfen.

Aus dieser Abgrenzung folgt auch die wichtigste Erwartungssteuerung: Eine DiGA ist kein Ersatz für eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, sondern ein Baustein daneben. Sie ersetzt weder Medikamente noch Physiotherapie noch eine Psychotherapie - sie füllt die Zeit zwischen den Terminen, in der man sonst allein ist.


2. Das DiGA-Verzeichnis: die einzige verlässliche Liste

Das BfArM führt ein öffentliches DiGA-Verzeichnis. Es ist der einzige Ort, an dem verbindlich steht, welche Anwendungen erstattungsfähig sind. Jeder Eintrag enthält unter anderem das Einsatzgebiet, die zugehörigen Diagnoseschlüssel, die vorgesehene Nutzungsdauer, den Preis, die Datenschutzangaben und den Status der Aufnahme.¹

  • Suche nach Beschwerdebild: Du kannst nach Einsatzgebiet filtern, ohne die Fachbegriffe zu kennen.
  • Status prüfen: vorläufig oder dauerhaft aufgenommen - der Unterschied ist relevant, siehe Abschnitt 6.
  • Diagnoseschlüssel notieren: Sie helfen im Gespräch mit der Praxis oder beim Antrag bei der Kasse.
  • Plattform checken: Manche Anwendungen laufen nur auf bestimmten Betriebssystemen oder brauchen Zusatzgeräte.
  • Nutzungsdauer beachten: Ein Freischaltcode gilt meist für 90 Tage, danach ist eine Folgeverordnung nötig.

Ein Verzeichniseintrag heißt: geprüft, sicher nutzbar, wird bezahlt. Ob die Anwendung dir hilft, entscheidet sich an deinem Beschwerdebild - und daran, ob dir ihre Arbeitsweise liegt.


3. Zwei Wege zur DiGA - der zweite ist kaum bekannt

Es gibt nicht nur einen Weg zu einer App auf Rezept, sondern zwei. Der zweite wird selten erwähnt, obwohl er in vielen Fällen der schnellere ist.

Weg 1: Verordnung aus der Praxis

Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeutinnen können eine DiGA verordnen wie ein Medikament. Du bekommst ein Rezept, reichst es bei deiner Kasse ein und erhältst den Freischaltcode. Der Vorteil: Die Auswahl passiert im fachlichen Gespräch, und die Anwendung wird in den Behandlungsplan eingebettet.

Der Nachteil in der Praxis: Nicht alle Behandelnden kennen das Verzeichnis gut. Es ist völlig in Ordnung, mit einem konkreten Vorschlag in die Sprechstunde zu gehen. Wie du solche Anliegen gut vorbereitest, steht im Ratgeber Arzttermin vorbereiten.

Weg 2: Direktantrag bei der Krankenkasse

Du kannst eine DiGA ohne Verordnung direkt bei deiner Kasse beantragen, wenn du die passende Diagnose nachweisen kannst. Als Nachweis dienen zum Beispiel ein Arztbrief, ein Befund, eine Diagnosebescheinigung oder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mit dem entsprechenden Diagnoseschlüssel.²

  1. Im DiGA-Verzeichnis nachsehen, welche Anwendung zu deiner Diagnose passt, und den Diagnoseschlüssel notieren.
  2. Nachweis zusammensuchen - ein vorhandenes Dokument reicht meist aus, ein neuer Termin ist oft nicht nötig.
  3. Antrag bei der Kasse stellen, über App, Kundenportal, Formular oder formlos schriftlich.
  4. Freischaltcode abwarten - die Kasse prüft und schickt den Code in der Regel per Post oder digital.
Warum das relevant ist. Wer bereits eine gesicherte Diagnose hat, muss für eine DiGA nicht zwingend einen neuen Termin machen. Gerade in Fachgebieten mit langen Wartezeiten - Psychotherapie ist das offensichtlichste Beispiel - kann das Wochen sparen. Rechtlich ist der Weg vorgesehen; die Kassen setzen ihn unterschiedlich komfortabel um.

4. Vom Code zur App: der Ablauf Schritt für Schritt

Egal über welchen Weg - am Ende steht immer ein Freischaltcode. So geht es weiter:

  1. Code erhalten. Die Kasse schickt einen Rezeptcode, meist als Brief oder in der Kassen-App.
  2. App herunterladen. Aus dem offiziellen App-Store oder über die Weboberfläche des Herstellers - der Verzeichniseintrag nennt den richtigen Weg.
  3. Konto anlegen. Beim Hersteller registrieren; achte darauf, welche Daten dabei verpflichtend sind.
  4. Code eingeben. Damit schaltet sich der volle Funktionsumfang für den vorgesehenen Zeitraum frei.
  5. Einführung durchlaufen. Fast alle DiGA starten mit einer Bestandsaufnahme; nimm sie ernst, sie steuert das weitere Programm.
  6. Feste Zeiten einplanen. Zwei bis vier kurze Einheiten pro Woche sind realistischer als der Vorsatz „täglich".
  7. Nach 90 Tagen entscheiden. Rechtzeitig vor Ablauf klären, ob eine Folgeverordnung sinnvoll ist.
Die Uhr läuft ab der Freischaltung. Der Zeitraum beginnt in der Regel mit dem Einlösen des Codes, nicht mit der ersten Nutzung. Wenn du in zwei Wochen in den Urlaub fährst oder ein Umzug ansteht, schalte den Code lieber danach frei - sonst verstreicht ein Teil der bezahlten Zeit ungenutzt.

5. Für welche Beschwerden es DiGA gibt

Das Angebot wächst und verändert sich laufend. Diese Einsatzgebiete sind seit Jahren gut vertreten - die konkrete Verfügbarkeit prüfst du im Verzeichnis.

EinsatzgebietWas die Anwendungen typischerweise tunRealistische Erwartung
RückenschmerzenAngeleitete Bewegungs- und Kräftigungsprogramme, SchmerzedukationErgänzung zur Physiotherapie; wirkt nur bei regelmäßiger Übung
SchlafstörungenDigitale kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie, Schlafrestriktion, SchlafprotokollDas Verfahren mit der besten Evidenzlage bei chronischer Insomnie
DepressionStrukturierte Module zu Aktivierung, Gedankenmustern, RückfallprophylaxeÜberbrückung von Wartezeiten, Begleitung - kein Psychotherapie-Ersatz
AngststörungenPsychoedukation, angeleitete Expositionsübungen, NotfallpläneHilfreich bei Motivation zum Üben; bei schwerer Ausprägung begleitet
TinnitusVerhaltenstherapeutische Module, Aufmerksamkeitslenkung, EntspannungZiel ist geringere Belastung, nicht das Verschwinden des Geräuschs
AdipositasErnährungs- und Bewegungsprogramme, Verhaltensänderung, ProtokolleLangsame, aber haltbare Effekte; funktioniert nur mit Dranbleiben
Weitere GebieteDiabetes, Bluthochdruck, Migräne, Reizdarm, Multiple Sklerose, SuchterkrankungenAngebot ändert sich; Verzeichnis ist immer die aktuelle Quelle
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Besonders naheliegend ist der Einsatz bei Insomnie. Die kognitive Verhaltenstherapie ist dort das Verfahren erster Wahl, gleichzeitig sind Therapieplätze knapp - eine digitale Umsetzung schließt eine echte Versorgungslücke. Warum das gegenüber Tabletten oft die bessere Wahl ist, ordnet der Ratgeber Schlafmittel: was wirklich hilft ein.

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6. Vorläufig oder dauerhaft aufgenommen? Der ehrliche Unterschied

Im Verzeichnis steht bei jeder Anwendung, ob sie vorläufig oder dauerhaft aufgenommen ist. Dieser Unterschied wird oft überlesen, er sagt aber viel über die Evidenzlage.¹

  • Dauerhaft aufgenommen: Der Hersteller hat den positiven Versorgungseffekt in einer Studie belegt und die Prüfung vollständig bestanden. Diese Anwendungen bleiben dauerhaft im Verzeichnis, solange die Voraussetzungen erfüllt bleiben.
  • Vorläufig aufgenommen: Die Anwendung ist auf Probe gelistet. Der Nutzennachweis läuft noch in einer Erprobungsphase von in der Regel bis zu einem Jahr, verlängerbar. Gelingt der Nachweis nicht, wird die Anwendung wieder gestrichen.

Das heißt nicht, dass vorläufig gelistete Anwendungen schlecht wären - sie sind geprüft und sicher. Es heißt aber, dass der Wirksamkeitsbeleg noch aussteht. Wer das weiß, geht mit realistischeren Erwartungen heran und ist weniger enttäuscht, wenn eine App nach ein paar Wochen nicht das Leben verändert hat.

Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Studienqualität im DiGA-Bereich uneinheitlich ist und Effekte teils klein ausfallen.³ Das ist ein Argument für nüchterne Erwartungen - kein Argument dagegen, es zu versuchen. Eine App, die kaum Risiken hat und die Kasse bezahlt, hat eine deutlich niedrigere Hürde als ein Medikament mit Nebenwirkungsprofil.


7. Was eine gute DiGA ausmacht

Wenn du zwischen mehreren Anwendungen für dasselbe Beschwerdebild wählen kannst, helfen diese Kriterien:

  • Klares Programm statt Materialsammlung - gute Anwendungen führen dich durch eine Struktur, statt dich vor eine Bibliothek zu setzen.
  • Realistischer Zeitaufwand - 10 bis 20 Minuten pro Einheit sind alltagstauglich, 60 Minuten sind es selten.
  • Anpassung an deinen Verlauf - die Anwendung reagiert auf deine Eingaben, statt starr dasselbe Programm abzuspulen.
  • Verständliche Sprache und Barrierefreiheit - Schriftgröße, Vorlesefunktion, klare Navigation.
  • Exportierbare Ergebnisse - ein Bericht, den du zum nächsten Termin mitnehmen kannst, macht die App zum Teil der Behandlung.
  • Kein Zwang zu Zusatzkäufen - was verordnet ist, muss ohne Aufpreis vollständig nutzbar sein.

Die realistische Erwartung: Dranbleiben ist der Wirkstoff

Bei DiGA gilt derselbe Zusammenhang wie bei Medikamenten: Die beste Verordnung wirkt nicht, wenn sie in der Schublade liegt. Bei Tabletten nennt man das Therapietreue oder Adhärenz - und weiß, dass ein erheblicher Teil der Menschen Dauermedikamente unregelmäßig einnimmt. Bei Apps ist es nicht anders, eher schlimmer: Die Abbruchquoten sind in den ersten zwei Wochen am höchsten.

Daraus folgt der wichtigste praktische Rat dieses Artikels: Plane die Nutzung wie eine Einnahme. Feste Uhrzeit, fester Anlass, Erinnerung. Wer die App-Einheit an eine bestehende Gewohnheit koppelt - nach dem Zähneputzen, nach der Abendtablette -, bleibt deutlich häufiger dabei. Dieselben Mechanismen beschreibt der Ratgeber Medikamenten-Erinnerung per App.


8. Datenschutz-Check: worauf du achten solltest

DiGA unterliegen strengeren Anforderungen als gewöhnliche Gesundheits-Apps: Die Datenverarbeitung ist zweckgebunden, eine Weitergabe zu Werbezwecken ist ausgeschlossen, und der Hersteller muss ein Prüfverfahren zur Informationssicherheit durchlaufen haben.¹

Trotzdem lohnt ein eigener Blick, bevor du dich registrierst:

  • Welche Daten sind Pflicht? Für die Nutzung notwendige Angaben sind normal - Zugriff auf Kontakte oder Standort meistens nicht.
  • Wo liegen die Daten? Der Verzeichniseintrag benennt den Serverstandort und die Verarbeitungsgrundlagen.
  • Gibt es einen Löschweg? Prüfe vor der Registrierung, wie du dein Konto und deine Daten am Ende wieder loswirst.
  • Wird ausgewertet? Eine Einwilligung in die Nutzung deiner Daten zur Produktverbesserung ist freiwillig - du darfst sie ablehnen.
  • Teilst du Ergebnisse? Der Bericht an die Praxis ist sinnvoll, aber deine Entscheidung.
Digitale Akte und DiGA sind zwei Paar Schuhe. Eine DiGA speichert ihre Daten beim Hersteller, nicht automatisch in einer Patientenakte. Wer den Überblick über alle digitalen Bausteine seiner Versorgung behalten will, findet Orientierung unter Medikamente digital verwalten und E-Rezept.

9. Kosten: Wer zahlt was

Für gesetzlich Versicherte ist eine verordnete oder von der Kasse genehmigte DiGA kostenfrei - es fällt keine Zuzahlung an, anders als bei vielen Arzneimitteln. Der Hersteller rechnet direkt mit der Kasse ab.²

SituationKosten für dichWas zu tun ist
Gesetzlich versichert, DiGA verordnetKeineRezept bei der Kasse einreichen, Code abwarten
Gesetzlich versichert, DirektantragKeineDiagnosenachweis bei der Kasse einreichen
Folgeverordnung nach 90 TagenKeine, wenn genehmigtRechtzeitig neu verordnen oder beantragen lassen
Privat versichertJe nach TarifVor der Nutzung bei der Versicherung nachfragen
BeihilfeberechtigtJe nach RegelungErstattungsfähigkeit vorab klären
Selbst gekaufte Wellness-AppVollständig selbstKeine Erstattung, keine Prüfung - bewusst entscheiden
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Bei privater Versicherung und Beihilfe gilt: Frag vor der Freischaltung nach. Eine nachträgliche Kostenübernahme ist deutlich schwieriger durchzusetzen als eine vorherige Zusage. Wer sich generell mit Erstattungsfragen schwertut, findet Grundlagen im Ratgeber Zuzahlung und Befreiung.

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10. Wo eine DiGA nicht die richtige Antwort ist

Zur Ehrlichkeit gehört auch die Gegenrichtung. In diesen Situationen ist eine App das falsche Werkzeug:

  • Bei akuter Krise. Suizidgedanken, schwere depressive Episoden oder Panik mit körperlichen Notfallzeichen gehören in persönliche Behandlung, nicht in ein Selbstlernprogramm.
  • Bei ungeklärter Ursache. Eine DiGA behandelt eine Diagnose. Wer noch keine hat, braucht zuerst die Abklärung.
  • Als Ersatz für eine wirksame Therapie. Wenn Physiotherapie, Medikation oder Psychotherapie indiziert sind, ist die App die Ergänzung, nicht die Alternative.
  • Wenn die Technik im Weg steht. Wer mit Smartphones fremdelt, erlebt die App als zusätzliche Belastung - dann ist ein analoges Übungsprogramm oft wirksamer.
Notfall bleibt Notfall. Bei akuter Suizidalität, plötzlicher schwerer Atemnot, Brustschmerz oder Bewusstseinsstörung ruf sofort den Notruf 112 oder wende dich an die nächste Notaufnahme. Keine App ersetzt Notfallhilfe. In seelischen Krisen erreichst du die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

Und ein Punkt, der leicht untergeht: Eine neue Therapie - digital oder nicht - ändert nichts daran, dass deine bestehende Medikation weiterläuft. Setz nichts ab, weil eine App Fortschritte zeigt. Warum das riskant ist und wie es richtig geht, erklärt Medikamente absetzen; für Antidepressiva im Besonderen SSRI absetzen.


11. DiGA im Alltag mit chronischer Erkrankung

Für Menschen mit einer dauerhaften Erkrankung sind DiGA oft am nützlichsten - und gleichzeitig am schwersten durchzuhalten, weil ohnehin schon viel zu organisieren ist.

Was in der Praxis hilft: die App-Einheit an einen bestehenden festen Punkt hängen, statt einen neuen zu erfinden. Wer morgens ohnehin Tabletten nimmt und Werte notiert, kann die Übung direkt anschließen. Wer abends den Blutdruck misst, ebenso. Weitere Strategien sammelt der Ratgeber Chronisch krank im Alltag.

Ein zweiter Punkt betrifft Menschen mit vielen Präparaten: Je mehr Bausteine eine Behandlung hat, desto wichtiger wird eine einzige Übersicht, in der alles zusammenläuft. Zwei Apps für Übungen, eine für Werte, ein Zettel für Tabletten - das hält niemand durch. Hintergründe dazu unter Polypharmazie und Medikationsplan erstellen.

Nimm den Bericht mit. Fast alle DiGA erzeugen eine Auswertung - Schmerzverlauf, Schlafdauer, Stimmungswerte. Ausgedruckt oder als PDF zum nächsten Termin mitgenommen, ist das eine der besten Gesprächsgrundlagen, die es gibt: konkrete Daten statt „ging so".

12. So hilft brite dir neben deiner DiGA

brite ist keine DiGA, sondern ein Medikationsmanager - und damit die Ebene, auf der die Bausteine deiner Behandlung zusammenlaufen. Beides greift ineinander: Die DiGA übt, brite sorgt dafür, dass Einnahme und Übung nicht untergehen.

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Feste Zeiten für Tabletten - und der ideale Anker, an den du deine tägliche App-Einheit koppelst.

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FAQ: Häufige Fragen zu DiGA

Für gesetzlich Versicherte nichts. Es fällt keine Zuzahlung an, der Hersteller rechnet direkt mit der Krankenkasse ab. Privat Versicherte und Beihilfeberechtigte sollten vor der Freischaltung klären, ob und in welcher Höhe erstattet wird.
Nein. Du kannst eine DiGA auch direkt bei deiner Krankenkasse beantragen, wenn du die passende Diagnose nachweisen kannst. Als Nachweis dienen zum Beispiel ein Arztbrief, ein Befund oder eine Bescheinigung mit dem entsprechenden Diagnoseschlüssel.
Ein Freischaltcode gilt in der Regel für 90 Tage. Danach ist eine Folgeverordnung oder ein neuer Antrag bei der Kasse nötig. Der Zeitraum beginnt meist mit dem Einlösen des Codes, nicht mit der ersten Nutzung.
Nur was im DiGA-Verzeichnis des BfArM steht, ist eine geprüfte und erstattungsfähige digitale Gesundheitsanwendung. Werbeaussagen im App-Store sagen nichts darüber aus. Das Verzeichnis ist öffentlich und nach Einsatzgebiet durchsuchbar.
Die Anwendung ist geprüft und erstattungsfähig, muss ihren Nutzen aber noch in einer Erprobungsphase belegen. Gelingt das nicht, wird sie wieder aus dem Verzeichnis gestrichen. Dauerhaft aufgenommene Anwendungen haben diesen Nachweis bereits erbracht.
Nein. Digitale Anwendungen können Wartezeiten überbrücken und eine Behandlung begleiten, ersetzen aber keine Psychotherapie. Bei schweren Beschwerden oder in einer Krise ist persönliche Behandlung notwendig. Bei akuter Suizidalität wähle sofort den Notruf 112 oder wende dich an die Telefonseelsorge.
Grundsätzlich ist das möglich, wenn für jede eine passende Diagnose vorliegt. Sinnvoll ist es selten: Zwei parallele Programme kosten Zeit und senken die Wahrscheinlichkeit, dass du bei einem davon dranbleibst. Besser nacheinander angehen.
Die Daten liegen beim Hersteller und unterliegen der Zweckbindung. Du kannst dein Konto löschen lassen und der Verarbeitung widersprechen. Sichere dir vorher den Abschlussbericht, wenn du ihn für den nächsten Arzttermin brauchst.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): DiGA-Verzeichnis und Leitfaden für Hersteller digitaler Gesundheitsanwendungen. Abgerufen 2026. diga.bfarm.de
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Apps auf Rezept - digitale Gesundheitsanwendungen. Abgerufen 2026. gesund.bund.de
  3. IQWiG / Gesundheitsinformation.de: Digitale Gesundheitsanwendungen - Nutzen und Grenzen. Abgerufen 2026. gesundheitsinformation.de
  4. Verbraucherzentrale: Digitale Gesundheitsanwendungen - Verordnung, Antrag bei der Krankenkasse und Datenschutz. Abgerufen 2026. verbraucherzentrale.de

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Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, psychotherapeutische oder apothekerliche Beratung. Welche digitale Gesundheitsanwendung für dich geeignet ist, entscheidet die behandelnde Praxis gemeinsam mit dir; Angebot, Erstattungsregeln und Verzeichnisstatus können sich ändern. Setze bestehende Medikamente nicht ab, weil eine App Fortschritte anzeigt. Letzte Aktualisierung: August 2026.