Medikamente und Kontrastmittel: Was vor CT und MRT zu klären ist

Ein Termin zur Computertomographie oder Kernspintomographie kommt oft kurzfristig - und mit ihm die Frage, was du mit deinen Tabletten machst. Die wichtigste Antwort vorweg: Fast alle Dauermedikamente werden weitergenommen. Nur wenige brauchen wirklich eine Entscheidung, und die trifft die Praxis oder die radiologische Abteilung. Der wichtigste Einzelfall ist Metformin - und ausgerechnet dort ist die Regel, die viele noch im Kopf haben, so pauschal nicht mehr gültig.

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1. Zwei Kontrastmittel-Welten, die oft verwechselt werden

„Kontrastmittel" ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Substanzen. Für die Frage nach deinen Medikamenten zählen zwei Gruppen - mit unterschiedlichen Schwachstellen.

GruppeWo eingesetztKritisches OrganTypische Vorab-Frage
Jodhaltige KontrastmittelCT, Angiographie, Röntgen mit Kontrast, HerzkatheterNiere und SchilddrüseNierenwerte, Metformin, Schilddrüsenüberfunktion
Gadoliniumhaltige KontrastmittelMRT / KernspintomographieNiereNierenwerte bei stark eingeschränkter Funktion
Tabelle nach rechts scrollbar

Der entscheidende Unterschied: Nur jodhaltige Kontrastmittel sind ein Thema für die Schilddrüse - Gadolinium enthält kein Jod. Gemeinsam ist beiden Gruppen, dass sie über die Niere ausgeschieden werden. Deshalb steht die Nierenfunktion bei beiden Untersuchungen im Zentrum, nur mit unterschiedlichen Konsequenzen.

Nicht jede Untersuchung braucht Kontrastmittel. Viele CT- und MRT-Untersuchungen laufen ohne. Frag beim Terminieren nach: Die Antwort bestimmt, welche der folgenden Abschnitte dich überhaupt betreffen.

2. Warum die Nierenwerte vor dem Termin bestimmt werden

Kontrastmittel verlassen den Körper über die Nieren. Arbeitet die Niere gut, ist das nach wenigen Stunden erledigt. Ist die Funktion eingeschränkt, bleibt die Substanz länger im Körper - und in seltenen Fällen kann die Nierenfunktion nach der Gabe vorübergehend weiter abfallen. Fachlich heißt das kontrastmittelassoziierte Nierenschädigung.¹

Der Wert, um den es geht, ist die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) - eine aus dem Kreatinin berechnete Schätzung, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern. Was die Zahl bedeutet, erklärt der Ratgeber Blutwerte verstehen.

  • eGFR deutlich über 60: in aller Regel unproblematisch - die Standardsituation.
  • eGFR zwischen 30 und 60: die Radiologie schaut genauer hin, achtet auf Flüssigkeitszufuhr und zusätzlich nierenbelastende Medikamente.
  • eGFR unter 30: hier wird individuell abgewogen - oft mit angepasster Kontrastmittelmenge oder einem alternativen Verfahren.

Wie aktuell die Werte sein müssen, hängt von deiner Vorgeschichte ab: Bei stabiler Nierenfunktion reicht oft ein Wert aus den letzten Wochen bis Monaten, bei bekannter chronischer Nierenerkrankung oder frischer Verschlechterung wird neu gemessen.

Der Termin-Trick. Lass dir die Nierenwerte schon bei der Überweisung mitgeben oder frag in der Hausarztpraxis nach dem letzten Kreatinin- und eGFR-Wert. Wer ihn zum Termin mitbringt, spart im ungünstigen Fall eine Verschiebung. Welche Medikamente auf Niere und Leber ohnehin regelmäßige Kontrollen brauchen, steht im Ratgeber Medikamente bei Nieren- und Lebererkrankungen.

3. Metformin: Warum „immer 48 Stunden pausieren" überholt ist

Das ist der Punkt, an dem die meisten Fragen entstehen - und an dem sich am meisten geändert hat. Metformin ist das am häufigsten verordnete Medikament bei Typ-2-Diabetes und steht deshalb bei sehr vielen Menschen auf dem Plan, die zum CT gehen.

Worum es eigentlich geht

Metformin selbst schädigt die Niere nicht - das Problem ist umgekehrt: Der Wirkstoff wird über die Niere ausgeschieden. Fällt die Nierenfunktion deutlich ab, reichert er sich an, und das Risiko für eine Laktatazidose (Übersäuerung des Blutes durch Milchsäure) steigt - eine sehr seltene, aber ernste Komplikation. Die Sorge ist also nicht, dass Metformin und Kontrastmittel miteinander reagieren, sondern: Falls das Kontrastmittel die Nierenfunktion verschlechtert, wäre Metformin plötzlich zu hoch dosiert.²

Warum die alte Pauschalregel fiel

Jahrzehntelang lautete die Anweisung: Metformin am Untersuchungstag absetzen und 48 Stunden danach nicht nehmen. Der Vorteil war die Merkbarkeit. Der Nachteil: Sie behandelte alle gleich - auch die große Mehrheit mit normaler Nierenfunktion, bei der ein relevanter Abfall nach intravenösem Kontrastmittel sehr unwahrscheinlich ist. Der Preis waren zwei Tage ohne Diabetes-Basistherapie und die reale Gefahr, dass die Tablette danach schlicht vergessen wird.

Die aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften - europäisch die Kontrastmittel-Leitlinie der ESUR, in Deutschland getragen von der Deutschen Röntgengesellschaft - gehen deshalb nierenwertabhängig vor: Bei normaler oder nur leicht eingeschränkter Nierenfunktion und intravenöser Gabe kann Metformin in der Regel ohne Unterbrechung weitergenommen werden. Erst bei deutlicher Einschränkung, akuter Verschlechterung oder bestimmten arteriellen Gaben wird pausiert und die Wiederaufnahme an eine Kontrolle geknüpft.¹

Ehrlich gesagt: Fachinformation und Leitlinie sind nicht deckungsgleich. Die Fachinformationen vieler Metformin-Präparate formulieren nach wie vor konservativ und sehen ein Absetzen rund um die Untersuchung vor. Die Fachgesellschaften differenzieren stärker. Beides ist begründbar - und genau deshalb ist das keine Entscheidung, die du am Küchentisch triffst. Setz Metformin nicht eigenmächtig ab und nimm es auch nicht eigenmächtig weiter. Nenn die Tablette beim Aufklärungsgespräch und lass die Radiologie entscheiden.

Was du konkret tun kannst

  • Metformin aktiv ansprechen - auch dann, wenn es in einer Kombinationstablette steckt und der Name vorn auf der Packung gar nicht auftaucht.
  • Aktuelle Nierenwerte mitbringen - sie sind die Grundlage der Entscheidung. Ohne sie wird im Zweifel die vorsichtigere Variante gewählt.
  • Die Anweisung schriftlich mitnehmen - inklusive des Datums, ab wann du wieder anfängst, und bei einer Pause den Blutzucker engmaschiger kontrollieren.

Was rund um eine Metformin-Pause im Alltag sonst zu bedenken ist - von Krankheitstagen bis Fastenkuren - steht im Ratgeber Diabetes-Medikamente im Alltag. Grundlagen zur Erkrankung findest du unter Diabetes.


4. Nach der Untersuchung: Wann Metformin wieder startet

Wurde pausiert, gilt die zweite Hälfte der Regel - und die wird häufiger vergessen als die erste. Die Wiederaufnahme ist an eine Bedingung geknüpft, nicht nur an eine Wartezeit. Üblich ist: frühestens nach etwa 48 Stunden, und erst nachdem die Nierenwerte erneut kontrolliert wurden und sich als stabil erwiesen haben.²

In der Praxis heißt das: Wer am Montag zum CT geht und pausieren soll, braucht spätestens am Mittwoch einen Termin zur Blutabnahme - sonst zieht sich die Pause ungeplant hin. Wer keine Kontrolle vereinbart hat, ruft besser an, statt einfach wieder anzufangen oder wochenlang weiter zu pausieren.

Warnzeichen in den Tagen danach. Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, ungewöhnlich tiefe und schnelle Atmung, Muskelschmerzen, starke Müdigkeit, Verwirrtheit oder eine stark verringerte Urinmenge gehören sofort ärztlich abgeklärt - nicht erst beim nächsten regulären Termin. Bei schwerer Beeinträchtigung ist das ein Fall für den Notruf 112.

Praktisch hilft eine simple Notiz: Datum der Untersuchung, Datum der Kontrolle, Datum der Wiederaufnahme - siehe Medikamentenliste führen.

Pause gesetzt, Wiederaufnahme nicht vergessen

brite erinnert dich an den Tag, an dem dein Medikament wieder startet.

Erinnerung einrichten

5. Schmerzmittel und Entwässerungstabletten: die unterschätzte Zusatzbelastung

Metformin bekommt die Aufmerksamkeit - dabei sind es zwei andere Gruppen, die die Nierenfunktion rund um den Termin tatsächlich belasten können.

NSAR: Ibuprofen, Diclofenac und Co.

Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac drosseln die Durchblutung der Niere. Bei gesunden Nieren und kurzer Anwendung ist das folgenlos. Kommen aber mehrere Faktoren zusammen - eingeschränkte Nierenfunktion, wenig getrunken, dazu Kontrastmittel -, addiert sich die Belastung. Viele dieser Mittel sind rezeptfrei und tauchen deshalb auf keinem Medikationsplan auf.

Ob du sie rund um den Termin pausierst, ist eine ärztliche Entscheidung. Bei Bedarfsschmerzmitteln lässt sich oft ein paar Tage auf einen anderen Wirkstoff ausweichen - siehe Schmerzmittel-Vergleich.

Entwässerungstabletten

Schleifendiuretika wie Furosemid und Torasemid entziehen dem Körper Flüssigkeit - genau der Zustand, in dem die Niere Kontrastmittel am schlechtesten verkraftet. Gleichzeitig sind sie bei Herzschwäche unverzichtbar: Eigenmächtiges Weglassen kann eine Verschlechterung auslösen und ist keine Option. Also ansprechen, nicht selbst entscheiden.

Und was ist mit Blutdrucksenkern? Ob ein Pausieren von ACE-Hemmern und Sartanen rund um Kontrastmitteluntersuchungen Vorteile bringt, wird seit Jahren diskutiert. Die Datenlage ist dünn, die Empfehlungen uneinheitlich - in der Routine werden sie meist weitergenommen. Ein gutes Beispiel dafür, dass „sicherheitshalber weglassen" nicht automatisch die sichere Variante ist.

6. Schilddrüse: Warum Jod bei Überfunktion zum Problem wird

Jodhaltige Kontrastmittel enthalten ein Vielfaches der Jodmenge, die der Körper an einem Tag braucht. Bei gesunder Schilddrüse regelt sich das von selbst. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer Autonomie - Bezirken, die unabhängig von der Steuerung Hormone produzieren - kann der Jodschub die Hormonproduktion massiv hochfahren. Das kann Tage bis Wochen später auftreten und sich als Herzrasen, innere Unruhe, Zittern, Gewichtsverlust und Schlafstörungen zeigen.³

  • Unbehandelte, manifeste Überfunktion: gilt als Gegenanzeige für jodhaltiges Kontrastmittel. Die Untersuchung wird verschoben, anders geplant oder - wenn sie dringend ist - unter besonderen Vorkehrungen durchgeführt.
  • Latente Überfunktion oder bekannte Autonomie: hier kann die Praxis eine vorbeugende Behandlung erwägen, etwa mit einem jodblockierenden Mittel vor und nach der Untersuchung - eine ärztliche Einzelfallentscheidung.
  • Schilddrüsenunterfunktion mit Hormonersatz: Wer L-Thyroxin wegen einer Schilddrüsenunterfunktion nimmt, hat in der Regel kein erhöhtes Risiko und nimmt die Tablette wie gewohnt weiter.
  • Geplante Radiojodtherapie oder Szintigraphie: Hier ist die Reihenfolge entscheidend - jodhaltiges Kontrastmittel kann eine solche Untersuchung für Wochen bis Monate unmöglich machen. Unbedingt vorher ansprechen.

Deshalb wird vor einem CT mit Kontrastmittel häufig der TSH-Wert bestimmt. Eine Schilddrüsenerkrankung gehört ungefragt ins Aufklärungsgespräch - auch dann, wenn sie seit Jahren stabil ist. Bei MRT mit Gadolinium entfällt diese Frage.


7. Kontrastmittelreaktionen - und der Mythos „Jodallergie"

Hier wird seit Jahrzehnten etwas verwechselt - und die Verwechslung führt dazu, dass Menschen Untersuchungen aufschieben, die für sie unproblematisch wären.

Eine Meeresfrüchte- oder Fischallergie ist kein Risikofaktor für Kontrastmittel. Diese Allergien richten sich gegen bestimmte Eiweiße im Muskelgewebe der Tiere - nicht gegen Jod. Es gibt keine belastbare Grundlage dafür, Betroffene deshalb anders zu behandeln als andere. Auch eine Unverträglichkeit gegen jodhaltige Hautdesinfektionsmittel sagt nichts über Kontrastmittel aus. Eine „Jodallergie" im engeren Sinn gibt es nicht: Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, gegen das der Körper keine klassische Allergie entwickelt.

Was tatsächlich zählt, ist eine frühere Reaktion auf ein Kontrastmittel selbst. Genau danach wird im Aufklärungsbogen gefragt - möglichst mit Details: welches Jahr, welche Untersuchung, welche Beschwerden, wie behandelt?

  • Leichte Reaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz oder Übelkeit sind die häufigste Form. Sie treten meist innerhalb einer Stunde auf und klingen in der Regel von selbst ab. Verzögerte Hautreaktionen können auch erst Stunden bis Tage später auftreten.
  • Schwere Sofortreaktionen mit Atemnot, Kreislaufabfall oder Schwellung im Gesichts- und Halsbereich sind selten. Radiologische Abteilungen sind darauf vorbereitet - das ist einer der Gründe, warum du nach der Gabe noch eine Weile vor Ort bleibst.

Wer schon einmal reagiert hat, kann trotzdem meist untersucht werden: Oft wird auf ein anderes Präparat ausgewichen, teils eine Vorbehandlung erwogen. Wichtig ist, dass die Information ankommt und dokumentiert wird - siehe Nebenwirkungen von Medikamenten.


8. Trinken vor und nach der Untersuchung

Eine gute Flüssigkeitsversorgung ist die einfachste Maßnahme, mit der du selbst etwas beitragen kannst. Sie unterstützt die Nieren dabei, das Kontrastmittel zügig auszuscheiden.

Bei deutlich eingeschränkter Nierenfunktion wird in Kliniken oft eine Infusion mit Kochsalzlösung vor und nach der Gabe eingesetzt - dafür gibt es die beste Datenlage. Für das schlichte „viel trinken" bei ansonsten gesunden Nieren ist die Evidenz schwächer: plausibel, unschädlich, breit empfohlen - ein handfester Nutzennachweis fehlt aber. Das ehrlich zu sagen ändert nichts an der Empfehlung; es hilft nur gegen die Vorstellung, ein Liter Wasser könne ein reales Risiko ausgleichen.¹

  • Vorher und nachher: normal trinken, nicht durstig zum Termin, danach über den Tag bewusst etwas mehr. Sollst du nüchtern erscheinen, gilt das fürs Essen - Wasser ist üblicherweise erlaubt.
  • Ausnahme: Bei Herzschwäche oder fortgeschrittener Nierenerkrankung gibt es oft eine festgelegte Trinkmenge. Die gilt weiter - hier bitte nicht nach Gefühl aufstocken.
Stillzeit. Beide Kontrastmittelgruppen gehen nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über und werden vom Säugling kaum aufgenommen. Nach heutiger Einschätzung der Fachgesellschaften kann das Stillen in der Regel ohne Unterbrechung fortgesetzt werden.

9. MRT: Gadolinium und die Niere

Beim MRT ist die Liste der Vorab-Fragen kürzer: Gadolinium betrifft die Schilddrüse nicht, und die Metformin-Frage stellt sich hier nicht in gleicher Weise. Bleibt die Niere.

Historisch war die nephrogene systemische Fibrose der Grund für alle Vorsicht - eine sehr seltene, aber schwere Erkrankung mit Verhärtung von Haut und inneren Organen, die bei stark eingeschränkter Nierenfunktion nach älteren Gadolinium-Präparaten auftrat. Die europäischen Zulassungsbehörden haben reagiert: Die als riskanter eingestuften linearen Präparate sind weitgehend vom Markt, heute werden überwiegend stabilere makrozyklische Substanzen verwendet. Neue Fälle sind dadurch sehr selten geworden.

  • Normale bis leicht eingeschränkte Nierenfunktion: Gadolinium gilt als gut verträglich, besondere Vorbereitungen sind in der Regel nicht nötig.
  • Stark eingeschränkte Nierenfunktion oder Dialyse: Hier wird abgewogen - oft mit reduzierter Menge, einem bestimmten Präparat oder ganz ohne Kontrastmittel. Bei Dialyse wird der Termin häufig zeitlich abgestimmt.
  • Schwangerschaft: Gadolinium wird nur eingesetzt, wenn es zwingend nötig ist - siehe Medikamente in der Schwangerschaft.

Ein zweiter Punkt ist beim MRT wichtiger als beim CT: Metall im oder am Körper. Neben Schrittmachern, Implantaten und Pumpen zählen dazu auch Wirkstoffpflaster mit metallhaltiger Trägerfolie - manche können sich im Magnetfeld erwärmen und werden vorher entfernt.

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10. Was du zum Termin mitbringst

Die meisten Verzögerungen in der Radiologie entstehen nicht durch medizinische Probleme, sondern durch fehlende Angaben:

  • Vollständige Medikamentenliste - inklusive rezeptfreier Schmerzmittel, Nahrungsergänzungsmitteln und Bedarfsmedikamenten. Wie du sie aufbaust, steht in Medikamentenliste führen.
  • Aktuelle Nierenwerte - Kreatinin und eGFR, mit Datum. Der wichtigste einzelne Zettel für diesen Termin.
  • Schilddrüsenbefunde und Allergiepass - TSH-Wert sowie die Dokumentation früherer Kontrastmittelreaktionen.
  • Implantatausweis und Vorbefunde - bei MRT unverzichtbar; bei Diabetes zusätzlich Messgerät und Traubenzucker.

Wie du ein solches Gespräch vorbereitest, damit nichts untergeht, steht im Ratgeber Arzttermin vorbereiten. Steht zusätzlich ein Eingriff an, lohnt der Blick in Medikamente vor einer Operation - dort gelten teils andere Regeln, besonders für Blutverdünner.


11. Übersicht: Welche Frage bei welchem Medikament

Medikament / GruppeRelevant beiWorum es gehtÜbliches Vorgehen
MetforminJodhaltig (CT)Anreicherung bei Abfall der NierenfunktionNierenwertabhängig - häufig Weiterführung, bei Einschränkung Pause mit Kontrolle
Insulin, SulfonylharnstoffeBeideUnterzuckerung bei nüchternem TerminVorher mit der Praxis klären, Traubenzucker mitnehmen
NSAR (Ibuprofen, Diclofenac)BeideZusätzliche NierenbelastungBei Risiko ärztlich abgestimmt pausieren, sonst weiter
Furosemid, TorasemidBeideVolumenmangel erhöht das RisikoNie eigenmächtig weglassen, ansprechen und auf Trinkmenge achten
Thyreostatika bei ÜberfunktionJodhaltig (CT)Jodschub kann Überfunktion verstärkenWeiter wie verordnet, Schilddrüsenstatus vorher klären
L-Thyroxin-Kein bekanntes Kontrastmittel-ProblemWie gewohnt weiternehmen
Blutdrucksenker und BlutverdünnerBeideDatenlage dünn bzw. nur bei Eingriff relevantIn der Routine unverändert weiter, nie eigenmächtig pausieren
Tabelle nach rechts scrollbar

Die Tabelle ist eine Orientierung, keine Anweisung - die Entscheidung trifft die behandelnde Praxis gemeinsam mit der Radiologie.


12. So hilft brite dir vor CT und MRT

Digitaler Medikationsplan

Alle Präparate an einem Ort - auch die rezeptfreien, die in der Radiologie sonst nie zur Sprache kommen. Beim Aufklärungsgespräch einfach vorzeigen.

Einnahme-Erinnerung

Pause setzen und den Wiederaufnahme-Tag hinterlegen - damit aus zwei geplanten Tagen ohne Metformin keine zwei vergessenen Wochen werden.

Gesundheitsverlauf

Nierenwerte, TSH und frühere Kontrastmittelreaktionen dokumentiert - mit Datum, sodass beim nächsten Termin nichts rekonstruiert werden muss.

FAQ: Häufige Fragen zu Medikamenten und Kontrastmittel

Nicht pauschal. Nach den aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften richtet sich das nach deiner Nierenfunktion und der Art der Kontrastmittelgabe. Bei normalen Nierenwerten und intravenöser Gabe wird Metformin häufig ohne Pause weitergenommen. Die Fachinformationen vieler Präparate sind konservativer formuliert - deshalb entscheidet das die Praxis oder die Radiologie anhand deiner Werte, nicht du selbst.
Nein. Die Allergie richtet sich gegen Eiweiße im Muskelgewebe von Fisch und Schalentieren, nicht gegen Jod. Ein erhöhtes Risiko für Kontrastmittelreaktionen lässt sich daraus nicht ableiten. Relevant ist ausschließlich, ob du früher auf ein Kontrastmittel selbst reagiert hast. Nenn deine Allergien trotzdem im Aufklärungsbogen - das gehört zur vollständigen Anamnese.
Nein. MRT-Kontrastmittel enthalten Gadolinium und kein Jod. Der Jodschub, der eine Schilddrüsenüberfunktion verstärken kann, entsteht nur bei jodhaltigen Kontrastmitteln, wie sie bei CT, Angiographie und Herzkatheter verwendet werden. Bei Gadolinium steht allein die Nierenfunktion im Blick.
Das hängt von deiner Vorgeschichte ab und wird von Haus zu Haus unterschiedlich gehandhabt. Bei stabiler Nierenfunktion reicht oft ein Wert aus den letzten Wochen bis Monaten. Bei bekannter Nierenerkrankung, kürzlicher Verschlechterung oder Krankenhausaufenthalt wird meist kurzfristig neu gemessen. Frag beim Terminieren nach, dann kannst du die Blutabnahme rechtzeitig einplanen.
Sag es der Radiologie vor der Untersuchung - dann kann sie das einordnen und gegebenenfalls anders vorgehen. Ist es erst danach aufgefallen, informiere deine Praxis. In vielen Fällen hat das keine Folgen, aber es ist eine ärztliche Einschätzung und keine, die du allein treffen solltest. Achte in den Tagen danach besonders auf Übelkeit, Bauchschmerzen oder ungewöhnliche Müdigkeit.

Quellen

  1. ESUR Guidelines on Contrast Agents (European Society of Urogenital Radiology), in Deutschland getragen von der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG). Abgerufen 2026. esur.org
  2. Fachinformationen metforminhaltiger Arzneimittel (Abschnitt zu jodhaltigen Kontrastmitteln und Nierenfunktion), abrufbar über das Informationssystem der Zulassungsbehörden. pharmnet-bund.de
  3. gesund.bund.de: Schilddrüsenüberfunktion - Ursachen, Diagnose und Behandlung. Abgerufen 2026. gesund.bund.de
  4. BfArM / Europäische Arzneimittel-Agentur: Maßnahmen zu gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln. Abgerufen 2026. bfarm.de
  5. Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Computertomographie und Magnetresonanztomographie - Ablauf und Kontrastmittel. Abgerufen 2026. gesundheitsinformation.de

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Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung. Ob und wie lange ein Medikament rund um eine Kontrastmitteluntersuchung pausiert wird, entscheidet ausschließlich die behandelnde Praxis gemeinsam mit der Radiologie anhand deiner aktuellen Nierenwerte. Setze insbesondere Metformin, Entwässerungstabletten und Blutverdünner niemals eigenmächtig ab. Bei Übelkeit, Bauchschmerzen, Atemnot oder stark verringerter Urinmenge nach der Untersuchung wende dich umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst. Letzte Aktualisierung: August 2026.