Salben und Cremes richtig auftragen: Fingerspitzeneinheit, Reihenfolge & Cortison-Regeln

Bei Tabletten steht die Dosis auf der Packung. Bei Salben und Cremes entscheidest du sie selbst - mit jedem Auftragen. Und die häufigste Fehldosierung ist nicht zu viel, sondern zu wenig. Dieser Ratgeber erklärt die Fingerspitzeneinheit, den Unterschied zwischen Salbe, Creme, Gel und Lotion, die Reihenfolge von Wirkstoff und Pflege - und warum „dünn auftragen" bei Cortison etwas anderes bedeutet, als die meisten denken.

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1. Warum die Menge über die Wirkung entscheidet

Ein Externum - ein Arzneimittel zum Auftragen auf die Haut - besteht aus Wirkstoff und Grundlage. Die Grundlage bestimmt mit, wie viel Wirkstoff durch die Hornschicht kommt. Die Dosis ergibt sich aus Menge, Fläche, Häufigkeit und Dauer - und nur der letzte Punkt steht meist klar in der Packungsbeilage.

Daraus folgen zwei gegenläufige Fehler. Der eine: eine fingerdicke Schicht, die nicht einzieht und trotzdem nicht mehr wirkt. Der andere, deutlich häufigere: eine so sparsame Menge, dass die Fläche nicht vollständig bedeckt ist. Dann klingt der Schub nicht ab, die Behandlung zieht sich über Wochen - und am Ende ist die verbrauchte Wirkstoffmenge größer als bei einer kurzen, ausreichend dosierten Therapie.

Eine Tube, die ewig hält, ist ein Warnzeichen. Ist eine 30-Gramm-Tube Cortisoncreme nach drei Monaten täglicher Anwendung noch halb voll, wurde zu sparsam behandelt. Ist sie nach fünf Tagen leer, obwohl nur eine Ellenbeuge behandelt wurde, stimmt die Menge ebenfalls nicht. Beides ist ein guter Gesprächsanlass in Praxis oder Apotheke.

2. Die Fingerspitzeneinheit: ein Maß, das jeder zur Hand hat

Die Fingerspitzeneinheit (englisch fingertip unit, kurz FTU) macht aus „dünn auftragen" eine überprüfbare Angabe. Sie wird unter anderem in der Leitlinie zur Neurodermitis als praktisches Maß beschrieben.¹

So misst du sie ab: Aus einer Tube mit üblicher Öffnung (etwa 5 Millimeter) drückst du einen Strang Creme auf den Zeigefinger - von der Spitze bis zur ersten Beugefalte. Das sind bei Erwachsenen rund 0,5 Gramm und reicht für etwa zwei flache Handflächen, also rund zwei Prozent der Körperoberfläche.

Körperregion (Erwachsene)Fingerspitzeneinheiten je AuftragenEntspricht etwa
Gesicht (ohne Hals)ca. 1 bis 1,50,5 bis 0,75 g
Gesicht und Hals zusammenca. 2,51,25 g
Eine Hand, Vorder- und Rückseiteca. 10,5 g
Ein ganzer Arm (ohne Hand)ca. 31,5 g
Ein ganzes Bein (ohne Fuß)ca. 63 g
Ein Fußca. 21 g
Rumpf, Vorderseiteca. 73,5 g
Rücken einschließlich Gesäßca. 73,5 g
Ganzer Körperca. 40ca. 20 g
Tabelle nach rechts scrollbar

Die Werte sind Orientierungsgrößen für Erwachsene mittlerer Statur. Für Kinder gelten deutlich kleinere Mengen, weil Körperoberfläche und Handgröße nicht proportional wachsen; die kindgerechten Angaben kommen aus der Kinderarztpraxis.

Rechne einmal nach, dann nie wieder. Eine 30-Gramm-Tube enthält rund 60 Fingerspitzeneinheiten; wer beide Arme täglich behandelt (6 FTU pro Tag), kommt damit etwa zehn Tage aus. Das zeigt dir, wann eine Nachverordnung nötig wird - hilfreich auch bei Lieferengpässen.

3. Salbe, Creme, Gel oder Lotion: das Fett-Wasser-Prinzip

Derselbe Wirkstoff kann in verschiedenen Grundlagen stecken - und wirkt dann unterschiedlich stark. Der Unterschied liegt im Verhältnis von Fett und Wasser.²

  • Salbe: fettreich, wasserarm. Legt sich wie ein Film auf die Haut und verstärkt die Aufnahme. Ideal für trockene, schuppige Haut - auf nässenden Stellen ungeeignet.
  • Creme: Mischung aus Fett und Wasser. Der Allrounder für den Alltag: zieht schneller ein als eine Salbe, fettet mehr als eine Lotion.
  • Lotion: wasserreich und dünnflüssig, für große Flächen und behaarte Areale. Kühlt, fettet aber wenig nach.
  • Gel: fettfrei, kühlend, zieht rückstandsfrei ein. Gut für talgreiche Regionen; auf rissiger Haut kann es brennen.

Daraus folgt die dermatologische Merkregel: nass auf nass, fett auf trocken. Eine nässende Stelle verträgt wässrige Zubereitungen, eine trockene, rissige braucht Fett. Umgekehrt verschlimmert sich beides - die fette Salbe staut auf dem nässenden Ekzem, die Lotion trocknet die Schuppenflechte weiter aus.

Deshalb kommen bei Psoriasis oft fettreiche Grundlagen zum Einsatz, bei Akne und Rosazea dagegen leichte Gele; bei Neurodermitis wechselt sie mit der Jahreszeit. Bei Fußpilz passt zwischen den Zehen eher eine Creme, für die trockene Fußsohle eine Salbe mit demselben Wirkstoff - etwa Clotrimazol.

Nicht eigenmächtig die Grundlage tauschen. „Salbe statt Creme, ist ja derselbe Wirkstoff" ist ein häufiger Trugschluss: Die fettere Grundlage erhöht die Aufnahme spürbar und kann bei einem Cortisonpräparat die effektive Wirkstärke verändern. Die Umstellung gehört in die Sprechstunde, nicht in die Eigenregie.

4. Schritt für Schritt: so trägst du richtig auf

  1. Hände waschen - damit keine Keime in die Tube und auf die Haut gelangen.
  2. Haut vorbereiten: lauwarm reinigen, keine scharfen Seifen, sanft trocken tupfen statt rubbeln.
  3. Menge abmessen: die passende Zahl Fingerspitzeneinheiten aus der Tabelle bewusst abdrücken, nicht nach Gefühl.
  4. In Portionen verteilen: mehrere kleine Tupfer setzen und erst dann verstreichen - so wird es gleichmäßig.
  5. In Haarwuchsrichtung verstreichen, sanft und flächig. Kräftiges Einmassieren reizt nur zusätzlich.
  6. Einziehen lassen: zwei bis fünf Minuten, bevor Kleidung oder eine zweite Zubereitung darauf kommt.
  7. Hände waschen - außer die Hände selbst sind die behandelte Region.
  8. Tube verschließen und beschriften: Anbruchdatum mit wasserfestem Stift notieren.

Bei Tiegeln gilt zusätzlich: nicht mit dem Finger hineinfassen, sondern einen sauberen Spatel nutzen - sonst gelangen Keime in einen Topf, der wochenlang offen steht.

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5. Cortison-Cremes: „dünn" heißt nicht „homöopathisch"

Kein anderes Externum wird so oft falsch dosiert wie eine cortisonhaltige Creme - und der Grund ist selten Nachlässigkeit, sondern Vorsicht: Viele tragen aus Respekt vor Cortison bewusst weniger auf als verordnet. Fachleute nennen das Kortisonangst (Steroidphobie).²

Das Problem: Untertherapie ist bei topischem Cortison der häufigere Fehler als Übertherapie. Wird zu wenig aufgetragen, klingt der Schub nicht ab und die Behandlung wird immer wieder verlängert - genau daraus entsteht die lange Anwendungsdauer, die vermieden werden sollte. Eine kurze, ausreichend dosierte Behandlung ist in aller Regel hautschonender als eine wochenlange halbherzige.

„Dünn auftragen" bedeutet konkret: ein gleichmäßiger, geschlossener Film, der die Fläche vollständig bedeckt und nach kurzem Verstreichen einzieht - nichts soll stehen bleiben, aber auch keine Lücke offen sein. Die Fingerspitzeneinheit übersetzt genau das in eine Menge.

Wirkstärkeklassen I bis IV: wozu die Einteilung dient

Topische Glukokortikoide werden üblicherweise in vier Wirkstärkeklassen eingeteilt. Die Einteilung dient der Orientierung - welche Klasse wo eingesetzt wird, entscheidet die behandelnde Praxis.³

  • Klasse I (schwach): Hydrocortison - Gesicht, Kinder, empfindliche Areale, kurzzeitig.
  • Klasse II (mittelstark): Prednicarbat, Hydrocortisonbutyrat, Triamcinolonacetonid - Ekzeme an Rumpf und Extremitäten.
  • Klasse III (stark): Mometasonfuroat, Methylprednisolonaceponat, Betamethasonvalerat - akute Schübe, dickere Hautareale.
  • Klasse IV (sehr stark): Clobetasolpropionat - Handflächen, Fußsohlen, hartnäckige Herde, kurzfristig.

Ein Vertreter der Klasse III ist Mometason, das in vielen Präparaten nur einmal täglich aufgetragen wird. Das ist kein Sparprogramm: Für die meisten modernen Steroide bringt eine zweite Anwendung am selben Tag laut Fachinformation keinen Zusatznutzen, weil die Hornschicht als Depot wirkt. Davon zu unterscheiden ist Cortison in Tablettenform, etwa Prednisolon - dort gelten andere Regeln, insbesondere beim Absetzen. Grundlagen zu beidem im Cortison-Ratgeber.

Keine Okklusion ohne Anweisung. Unter Folie, luftdichtem Verband oder Windel wird eine Cortisoncreme um ein Vielfaches stärker aufgenommen. Das kann gewollt sein - aber nur, wenn es ausdrücklich so verordnet wurde. Was sonst in der Packungsbeilage steht, erklärt Beipackzettel verstehen.

6. Vorsichtszonen: Gesicht, Hautfalten, Genitale

Die Haut ist nicht überall gleich: Mal ist die Hornschicht dünn, mal liegt Haut auf Haut und wirkt wie ein natürlicher Okklusionsverband. Beides erhöht die Aufnahme deutlich:

  • Gesicht, besonders die Augenlider - die dünnste Haut des Körpers
  • Hals, Achseln, Leisten, Gesäß- und Brustfalte - Haut auf Haut, warm und feucht
  • Genital- und Analregion
  • Der gesamte Körper bei Säuglingen und Kleinkindern

Dort werden in der Regel schwächere Wirkstärkeklassen und kürzere Zeiträume gewählt. Mögliche unerwünschte Wirkungen bei zu langer oder zu starker Anwendung: Verdünnung der Haut (Atrophie), erweiterte Äderchen, Dehnungsstreifen und im Gesicht die periorale Dermatitis - ein Ausschlag um Mund und Nase, der sich unter Cortison erst bessert und dann verschlimmert. Auch eine Rosazea kann sich verschlechtern. Für Kinder gelten eigene Regeln; Überblick unter Kinder und Medikamente.

Cortison auf einen unklaren Ausschlag ist riskant. Steckt in Wahrheit eine Pilzinfektion dahinter, unterdrückt das Cortison die Entzündung - die Rötung geht zurück, der Pilz breitet sich weiter aus. Das Bild wird schwer erkennbar (Tinea incognita), die Behandlung verzögert sich um Wochen. Trage cortisonhaltige Cremes deshalb nur auf, wenn die Ursache geklärt ist; wie du einen Hautausschlag einordnest, steht im zugehörigen Beitrag. Bei Fieber, gelblichen Krusten, rascher Ausbreitung oder Blasen an Schleimhäuten: umgehend ärztlich abklären lassen, bei Kreislaufbeteiligung über den Rettungsdienst (112).

7. Intervalltherapie und Ausschleichen: wie du wieder herauskommst

Cortison zu beginnen ist einfach. Es zu beenden, ist der Teil, an dem viele Therapien scheitern - meist, weil die Creme von einem Tag auf den anderen weggelassen wird und die Beschwerden prompt zurückkehren. Das wird dann als „Abhängigkeit von der Creme" gedeutet, ist aber meist ein Zeichen dafür, dass die Grunderkrankung noch aktiv war.

Die proaktive Therapie bei Neurodermitis

Bei Neurodermitis ist ein zweistufiges Vorgehen etabliert, das die Leitlinie beschreibt.¹ Im akuten Schub wird täglich behandelt, bis die Stellen abgeheilt sind. Danach folgt nicht das abrupte Ende, sondern die proaktive Therapie: Der Wirkstoff wird an ein bis zwei festen Tagen pro Woche weiter auf die zuvor betroffenen Stellen aufgetragen - auch wenn dort nichts zu sehen ist. Parallel läuft die tägliche Basispflege weiter.

Der Gedanke dahinter: Die Haut sieht abgeheilt aus, bleibt aber Wochen unterschwellig entzündet. Die Intervallanwendung fängt diese Phase ab und kann die Zahl neuer Schübe verringern, ohne dass die verbrauchte Wirkstoffmenge steigt. Ob das Schema passt, legt die behandelnde Praxis fest.

Ausschleichen nach längerer Anwendung

Lief die Anwendung länger als wenige Wochen oder mit einer starken Wirkstärkeklasse, ist schrittweises Ausschleichen sinnvoll. Üblich sind zwei kombinierbare Wege: erst die Häufigkeit reduzieren (täglich → jeden zweiten Tag → zweimal pro Woche), dann die Wirkstärke (Klasse III → II → I). Bei Psoriasis wird topisches Cortison häufig mit Vitamin-D3-Analoga kombiniert und in Intervallen angewendet.

Ehrlich bleiben muss man an einer Stelle: Nach einer kurzen Anwendung über wenige Tage ist kein Ausschleichen nötig. Die ausführliche Darstellung findest du unter Cortison absetzen.


8. Reihenfolge: erst Pflege oder erst Wirkstoff?

Diese Frage stellt sich jeden Morgen neu, sobald zwei Produkte im Spiel sind. Die Evidenz ist überschaubar: Es gibt keine belastbare Studienlage, die eine Reihenfolge als überlegen ausweist - nur pharmazeutische Plausibilität und einen weitgehenden Praxiskonsens:

  • Wirkstoff auf die saubere, trockene Haut - eine Pflegeschicht darunter verdünnt ihn und verteilt ihn über gesunde Areale.
  • Abstand halten, wenn beides am selben Tag läuft - als Faustregel 15 bis 30 Minuten, damit die erste Schicht eingezogen ist.
  • Noch einfacher: zeitlich trennen - Wirkstoff abends, Basispflege morgens und nach dem Duschen. Das umgeht die Frage komplett.
  • Nicht in der Hand mischen - das verändert die Konzentrationen. Nacheinander auftragen, nicht miteinander.
  • Verschiedene Wirkstoffe auf verschiedene Areale - und wenn das nicht geht, mit klarem zeitlichem Abstand.

Ein Punkt ist wichtiger als die Reihenfolge selbst: Die Basistherapie ist bei Neurodermitis kein Beiwerk. Die tägliche, ganzflächige Pflege senkt die Zahl der Schübe - und wird als Erstes weggelassen, sobald die Haut ruhig ist. Genau dann beginnt aber der nächste Schub. Wer die Pflege an eine feste Alltagsroutine koppelt (nach dem Duschen, vor dem Schlafengehen), hält sie eher durch.


9. Nach dem Auftragen: Hände und Sonne

Hände waschen - auch wenn nichts zu sehen ist

Nach dem Auftragen bleibt Wirkstoff an den Fingern und gelangt dorthin, wo er nicht hingehört: ins Auge, an die Lippen, auf die Haut anderer. Man spricht von Selbstkontamination und, wenn Dritte betroffen sind, von unbeabsichtigter Übertragung - bei hormonhaltigen Gelen ein bekannter Punkt der Fachinformationen. Auch bei Tabletten gilt das Prinzip: Schwangere sollen zerbrochene Finasterid-Tabletten nicht anfassen, weil der Wirkstoff über die Haut aufgenommen wird. Für Cremes heißt das: Hände waschen, bevor du dein Kind auf den Arm nimmst oder Kontaktlinsen einsetzt.

Sonne: nicht jeder Wirkstoff verträgt UV-Licht

Einige aufgetragene Wirkstoffe erhöhen die Lichtempfindlichkeit - die Haut reagiert dann schon nach kurzer Zeit mit sonnenbrandartigen Rötungen. Bekannt ist das für bestimmte Aknemittel und für Retinoide, wie sie auch systemisch als Isotretinoin eingesetzt werden. Praktisch: Wirkstoff abends auftragen, tagsüber Sonnenschutz - und diesen als letzte Schicht, erst wenn der Wirkstoff eingezogen ist. Fettreiche Salben hinterlassen zudem Flecken, und luftdichte Abdeckungen erhöhen die Aufnahme: Folie oder Okklusivverband nur nach Anweisung. Mehr dazu unter Medikamente und Sonne.

Wie lange cremst du eigentlich schon?

Im Gesundheitsverlauf siehst du, wann der letzte Schub war und was seitdem lief.

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10. Haltbarkeit nach Anbruch und richtige Lagerung

Das aufgedruckte Verfalldatum gilt für die ungeöffnete Packung. Ab dem Öffnen läuft eine zweite, kürzere Frist - die Verwendbarkeitsdauer nach Anbruch. Sie steht in der Packungsbeilage und unterscheidet sich erheblich:

  • Industriell gefertigte Cremes in Tuben: häufig mehrere Monate nach dem Öffnen - die konkrete Angabe steht im Beipackzettel.
  • Rezepturen aus der Apotheke: deutlich kürzer - das Datum auf dem Etikett ist verbindlich.
  • Zubereitungen ohne Konservierungsmittel: am kürzesten haltbar, oft nur wenige Wochen.
  • Augensalben: nach Anbruch besonders knapp bemessen.

Daraus folgt der wichtigste Handgriff: Schreibe das Anbruchdatum auf die Tube. Ohne Notiz lässt sich später nicht rekonstruieren, ob die Creme drei Wochen oder drei Jahre offen ist - und im Zweifel wird sie weiterverwendet.

Zur Lagerung: Cremes mögen weder Hitze noch Frost, und das Badezimmer ist wegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen kein guter Ort. Emulsionen entmischen sich bei Hitze - sieht eine Creme ölig oder krisselig aus, riecht anders oder hat die Farbe verändert, gehört sie entsorgt, auch wenn das Datum stimmt. Mehr dazu unter Medikamente richtig lagern und Medikamente und Hitze.

Keine Tube für zwei. Cremes gegen Hautinfektionen und Cortisonpräparate gehören nicht in den Familienumlauf. Was für die Ellenbeuge eines Erwachsenen verordnet wurde, ist für das Gesicht eines Kindes womöglich zu stark. Und Reste aus der Hausapotheke auf einen neuen, nicht abgeklärten Ausschlag zu geben, ist der Klassiker unter den vermeidbaren Fehlern.

11. Die häufigsten Fehler auf einen Blick

Diese Punkte erklären die meisten enttäuschten Therapien:
  • Zu wenig über zu lange Zeit - die Fläche ist nicht bedeckt, der Schub heilt nicht ab.
  • Nach zwei Tagen abgebrochen, weil „es nicht wirkt" - viele Externa brauchen Tage, Antimykotika Wochen.
  • Cortison abrupt weggelassen statt Häufigkeit und Wirkstärke schrittweise zu reduzieren.
  • Cortison auf einen unklaren Ausschlag oder auf eine Pilzinfektion.
  • Basispflege nur im Schub - sie wirkt vorbeugend und ist im beschwerdefreien Intervall am wichtigsten.
  • Mit dem Finger in den Tiegel statt mit dem Spatel.
  • Eigenmächtige Okklusion mit Folie, um „die Wirkung zu verstärken".
Spricht eine Behandlung trotz korrekter Anwendung nicht an, gehört sie überprüft - nicht verlängert. Unerwünschte Wirkungen von Externa können an die Arzneimittelbehörde gemeldet werden; wie das geht, steht unter Nebenwirkungen von Medikamenten.

12. So hilft brite dir bei deiner Hauttherapie

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Erinnert nicht nur an Tabletten, sondern auch an die Intervalltage der proaktiven Therapie - die Termine, die im beschwerdefreien Zeitraum sonst untergehen.

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Dokumentiert Schübe und Behandlungsphasen. So ist beim Termin nachvollziehbar, wie lange und wie stark behandelt wurde.

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Prüft, ob deine Präparate zusammenpassen - auch wenn Tabletten und Externa denselben Wirkstoff enthalten.

FAQ: Häufige Fragen zum Auftragen von Salben und Cremes

Ein Cremestrang aus einer Tube mit üblicher Öffnung, der von der Spitze des Zeigefingers bis zur ersten Beugefalte reicht. Das entspricht bei Erwachsenen etwa 0,5 Gramm und deckt eine Fläche von rund zwei Handflächen ab. Für Kinder gelten kleinere Mengen.
Einmalig ist eine etwas großzügigere Menge in der Regel unproblematisch - der Überschuss zieht schlicht nicht ein. Kritisch wird nicht die einzelne Anwendung, sondern eine dauerhaft zu hohe Dosis über Wochen oder Monate, besonders im Gesicht und in Hautfalten. Sprich die Menge beim nächsten Termin an.
Es gibt dazu keine eindeutige Studienlage. In der Praxis hat sich bewährt, den Wirkstoff auf die saubere, trockene Haut zu geben und die Basispflege mit etwa 15 bis 30 Minuten Abstand oder zu einer anderen Tageszeit anzuwenden. Am einfachsten ist es, beides zeitlich zu trennen: Wirkstoff abends, Pflege morgens. Zwei Präparate in der Hand zu vermischen, ist dagegen keine gute Idee.
Das hängt vom Präparat ab und steht in der Packungsbeilage. Fertigarzneimittel in Tuben halten nach Anbruch häufig mehrere Monate, Apothekenrezepturen deutlich kürzer. Notiere das Anbruchdatum auf der Tube, sonst lässt sich später nicht mehr rekonstruieren, wie alt der Inhalt ist.
Nach einer kurzen Anwendung über wenige Tage ist das in der Regel unproblematisch. Nach längerer Behandlung oder bei starken Wirkstärkeklassen wird üblicherweise ausgeschlichen: erst die Häufigkeit reduzieren, dann auf eine schwächere Klasse wechseln. Das genaue Schema legt die behandelnde Praxis fest.

Quellen

  1. S3-Leitlinie Atopische Dermatitis (Neurodermitis) (Deutsche Dermatologische Gesellschaft u. a., AWMF Reg.-Nr. 013-027, Version 2023). register.awmf.org
  2. Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Neurodermitis behandeln - Kortisoncremes und Basispflege. Abgerufen 2026. gesundheitsinformation.de
  3. Fachinformationen topischer Glukokortikoide (u. a. Hydrocortison, Prednicarbat, Mometasonfuroat, Clobetasolpropionat). pharmnet-bund.de
  4. S3-Leitlinie Therapie der Psoriasis vulgaris (Deutsche Dermatologische Gesellschaft, AWMF Reg.-Nr. 013-001). register.awmf.org
  5. gesund.bund.de: Hautpflege und Sonnenschutz unter Medikamenten. Abgerufen 2026. gesund.bund.de
  6. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Meldung von Nebenwirkungen. Abgerufen 2026. bfarm.de

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Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung. Die Angaben zu Menge, Häufigkeit, Anwendungsdauer und Haltbarkeit deines Präparats stehen in der Packungsbeilage und können von den hier genannten Orientierungswerten abweichen. Trage cortisonhaltige Cremes nicht auf einen unklaren Ausschlag auf und setze eine länger laufende Behandlung nicht eigenmächtig ab. Letzte Aktualisierung: August 2026.