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Sarah K., 34
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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 1. September 2026 · Lesezeit: ca. 10 Min.
Auf einen Blick
| Ursache | Wann es auftritt | Typische Begleitzeichen | Erster Schritt |
|---|---|---|---|
| Blutdruckabfall beim Aufstehen | Sekunden bis drei Minuten nach dem Aufstehen, nach großen Mahlzeiten, bei Hitze | Schwarzwerden vor Augen, weiche Knie, Ohrensausen; im Liegen besser | Langsam aufstehen, trinken; Stehtest mit Blutdruckmessung |
| Blutdrucksenker, Entwässerungs- und Prostatamittel | Nach Therapiebeginn oder Dosiserhöhung, oft einige Stunden nach der Einnahme | Niedrige Werte im Protokoll, Durchfall oder Hitze verstärken es | Blutdruckprotokoll führen, mit der Praxis besprechen |
| Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel | Morgens nach abendlicher Einnahme, nach Dosiserhöhung | Müdigkeit, verlangsamtes Denken, unsicherer Gang | Medikamente prüfen lassen, kein Alkohol dazu |
| Unterzuckerung | Unter Insulin oder Sulfonylharnstoffen, nach Sport oder ausgelassener Mahlzeit | Schwitzen, Zittern, Heißhunger, Herzklopfen | Blutzucker messen, schnell wirksame Kohlenhydrate |
| Herzrhythmus, Blutarmut | Bei Belastung oder anfallsartig | Herzstolpern, Herzrasen, sehr langsamer Puls, Luftnot, Blässe | EKG und Blutbild in der Praxis |
| Angst, Hyperventilation, Erschöpfung | In Stresssituationen oder dauerhaft, „wie hinter Glas“ | Kribbeln um den Mund, Enge in der Brust, Herzklopfen | Langsam ausatmen; bei Dauerbelastung Hilfe suchen |
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„Schwindel“ steht im Alltag für sehr verschiedene Gefühle. Dreht sich die Umgebung, liegt meist ein Problem im Gleichgewichtsorgan vor — das behandeln die Beiträge zu Schwindel und zu Gleichgewichtsstörungen. Dieser Beitrag geht um das andere Gefühl: benommen, leer im Kopf, „wie in Watte“, manchmal mit dem Eindruck, gleich umzukippen. Fachleute sprechen von Benommenheit oder, wenn eine Ohnmacht droht, von Präsynkope. Wie Medikamente allgemein Schwindel auslösen, beschreibt ergänzend der Ratgeber Schwindel durch Medikamente.
Beim Aufstehen versackt ein Teil des Blutes in Beinen und Bauchraum. Normalerweise gleicht der Körper das in Sekunden aus, indem sich Gefäße verengen und das Herz schneller schlägt. Gelingt das nicht, fällt der Blutdruck, das Gehirn bekommt kurz zu wenig Blut: Es wird schwarz vor Augen, die Knie werden weich, es rauscht in den Ohren. Von einer orthostatischen Hypotonie sprechen Fachleute, wenn der obere Wert innerhalb von drei Minuten im Stehen um mindestens 20 mmHg oder der untere um mindestens 10 mmHg sinkt.
Begünstigt wird das durch Flüssigkeitsmangel bei Hitze, Durchfall oder Fieber, durch Alkohol, lange Bettruhe, höheres Alter und Erkrankungen, die die Kreislaufnerven schädigen, etwa langjähriger Diabetes oder Parkinson. Ältere Menschen erleben den Abfall oft nach einer großen Mahlzeit (postprandiale Hypotonie). Bei jungen Menschen steigt manchmal nicht der Blutdruck ab, sondern der Puls beim Stehen stark an — ein Hinweis auf ein posturales Tachykardiesyndrom (POTS), das auch nach Infekten auftreten kann. Mehr zu anhaltend niedrigen Werten im Beitrag niedriger Blutdruck; kippst du tatsächlich um, hilft der Beitrag zur Ohnmacht.
Tritt Benommenheit nach einem neuen Medikament oder einer Dosiserhöhung auf, liegt der Zusammenhang nahe. Zwei Mechanismen dominieren: Blutdrucksenkende Wirkstoffe verstärken den Abfall im Stehen, und dämpfende Wirkstoffe verlangsamen das Gehirn. Beides addiert sich, wenn mehrere Mittel zusammenkommen — typisch bei älteren Menschen mit langen Medikationsplänen. Welche Wirkstoffe besonders infrage kommen, steht unten im Medikamenten-Abschnitt.
Wer Insulin oder Sulfonylharnstoffe wie Glimepirid nimmt, kann in eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) geraten — nach Sport, einer ausgelassenen Mahlzeit, Alkohol oder einer zu hohen Dosis. Als Unterzuckerung gilt in der Regel ein Wert unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l). Erste Zeichen sind Schwitzen, Zittern, Herzklopfen und Heißhunger, dann folgen Benommenheit, Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit. Betablocker können Zittern und Herzklopfen abschwächen, sodass die Warnzeichen fehlen. Menschen ohne Diabetes-Medikamente erleben echte Unterzuckerungen selten; das flaue Gefühl nach längerem Fasten hat meist andere Gründe.
Pumpt das Herz zu langsam, zu schnell oder unregelmäßig, sinkt die Durchblutung des Gehirns. Anfallsartige Benommenheit mit Herzrasen oder Herzstolpern kann auf Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern hinweisen, ein sehr langsamer Puls auf Reizleitungsstörungen oder zu hoch dosierte Betablocker. Benommenheit bei Anstrengung, Luftnot oder Brustenge kann bei älteren Menschen auf eine verengte Herzklappe (Aortenklappenstenose) hinweisen. Eine Blutarmut zeigt sich mit Blässe, Müdigkeit und Benommenheit vor allem bei Belastung.
Bei Angst und Panik atmen viele Menschen unbemerkt zu schnell. Dadurch sinkt der Kohlendioxidgehalt im Blut, die Hirngefäße verengen sich leicht, und es entsteht Benommenheit mit Kribbeln um den Mund und in den Händen, Enge in der Brust und dem Gefühl, „neben sich“ oder „hinter Glas“ zu stehen. Bei einer Panikstörung kann das so beängstigend sein, dass es selbst neue Angst auslöst.
Hält eine unspezifische Benommenheit oder Unsicherheit über mehr als drei Monate an den meisten Tagen an, verstärkt im Stehen, bei Bewegung und in visuell unruhiger Umgebung wie Supermarkt oder beim Scrollen, kann ein persistierender postural-perzeptiver Schwindel (PPPD) vorliegen. Er entwickelt sich oft nach einem akuten Schwindelereignis, einer Panikattacke oder einer Gehirnerschütterung und ist gut behandelbar — mit Gleichgewichtstraining, Verhaltenstherapie und bei Bedarf Medikamenten.
Zu wenig oder schlechter Schlaf, eine unbehandelte Schlafapnoe, Fieber, Flüssigkeitsmangel und der Tag nach Alkohol oder Cannabis machen häufig benommen. Bei älteren Menschen ist ein zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) eine unterschätzte Ursache: Er äußert sich mit Benommenheit, Verwirrtheit und Stürzen und wird oft durch Entwässerungstabletten oder bestimmte Antidepressiva begünstigt — eine einfache Blutuntersuchung klärt das. Nach einer Virusinfektion, auch nach COVID-19, berichten manche über wochenlange Benommenheit und Konzentrationsprobleme.
Ein Schlaganfall im hinteren Hirnkreislauf kann mit plötzlichem Schwindel oder Benommenheit beginnen — meist zusammen mit Doppelbildern, verwaschener Sprache, Schluckstörung, Gangunsicherheit oder einseitiger Schwäche. Und Benommenheit mit Brustdruck, Atemnot oder kaltem Schweiß kann ein Herzinfarkt sein. In beiden Fällen zählt jede Minute.
Diese Tests ersetzen keine Diagnose. Mach sie nur, wenn es dir gerade gut geht, und den Stehtest nur mit einer zweiten Person in der Nähe.
Benommenheit gehört zu den häufigsten Nebenwirkungen überhaupt. Die folgenden Gruppen sind besonders oft beteiligt.
Jeder Blutdrucksenker kann benommen machen, vor allem zu Beginn, nach Dosiserhöhungen, bei Hitze, Durchfall und Erbrechen. ACE-Hemmer wie Ramipril und Sartane können besonders bei der ersten Einnahme den Blutdruck stark senken, vor allem zusammen mit Entwässerungsmitteln. Diese wiederum entziehen Flüssigkeit und Salz, was bei älteren Menschen zu Hyponatriämie führen kann. Betablocker verlangsamen den Puls, Alphablocker wie Doxazosin und Prostatamittel wie Tamsulosin fördern den Blutdruckabfall im Stehen. Nitrate und Potenzmittel dürfen nie kombiniert werden. Frag deine Praxis vorab, wie du bei Durchfall oder Fieber mit Entwässerungs- und Blutdruckmitteln umgehen sollst.
Benzodiazepine wie Lorazepam oder Diazepam und Z-Substanzen wie Zolpidem können bis in den nächsten Tag nachwirken: Benommenheit, verlangsamte Reaktion, Gangunsicherheit. Alkohol verstärkt das deutlich. Rezeptfreie Schlafmittel mit Diphenhydramin oder Doxylamin wirken zusätzlich anticholinerg und sind für ältere Menschen laut PRISCUS-Liste ungeeignet. Nach längerer Einnahme darfst du Benzodiazepine nicht abrupt absetzen. Alternativen beschreibt der Ratgeber Beruhigungsmittel-Alternativen.
Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin sowie Mirtazapin und Quetiapin machen müde und senken den Blutdruck im Stehen. SSRI können zu Beginn und beim zu schnellen Absetzen benommen machen und bei Älteren den Natriumwert senken. Bei Pregabalin und Gabapentin gehören Benommenheit und Schläfrigkeit zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, besonders beim Aufdosieren.
Opioide wie Tramadol oder Tilidin machen vor allem zu Beginn benommen. Muskelentspannende Mittel und anticholinerge Blasenmittel können bei Älteren Benommenheit und Verwirrtheit auslösen. Insulin und Sulfonylharnstoffe verursachen Unterzuckerungen, SGLT2-Hemmer wie Empagliflozin können über Flüssigkeitsverlust den Blutdruck senken, besonders zusammen mit Entwässerungsmitteln.
Ibuprofen und andere Entzündungshemmer machen selbst selten benommen, schwächen aber Blutdrucksenker ab und belasten zusammen mit ACE-Hemmern oder Sartanen und Entwässerungsmitteln die Nieren. Ohne ärztlichen Rat gilt laut Packungsbeilage in der Regel: nicht länger als drei bis vier Tage am Stück.
Mit jedem zusätzlichen dämpfenden oder blutdrucksenkenden Mittel steigt das Sturzrisiko. Die PRISCUS-2.0-Liste nennt Wirkstoffe, die für ältere Menschen besonders ungünstig sind. Deshalb gehört jede Dauermedikation im Alter regelmäßig auf den Prüfstand.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbsttests — auch der Stehtest — sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei Benommenheit mit Brustschmerz, Atemnot, Herzrasen oder Bewusstlosigkeit, bei plötzlichen Doppelbildern, Sprachstörungen oder Lähmungen und bei schwerer Unterzuckerung wende dich bitte umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst.