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Sarah K., 34
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Blut im Stuhl verstehen und richtig einordnen. Hellrot, dunkel oder Teerstuhl, Hämorrhoiden, Darmkrebs, Warnzeichen und wann sofort zur Notaufnahme.
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Notfall: starke Blutung, Kreislaufbeschwerden (Schwindel, Herzrasen), Fieber, starke Bauchschmerzen — sofort Notaufnahme oder 112
Blut im Stuhl ist ein Symptom, kein eigenständiges Krankheitsbild. Die Ursachen reichen von harmlosen Hämorrhoiden über Analfissuren bis hin zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Magengeschwüren oder Darmkrebs. Entscheidend für die Einordnung sind die Farbe, die Menge und begleitende Symptome wie Schmerzen, Fieber oder Gewichtsverlust.
Man unterscheidet sichtbares Blut (hellrot, dunkelrot oder schwarz) von okkultem Blut — das ist nur über einen Stuhltest (FOBT, iFOBT) nachweisbar und gehört zur Darmkrebsvorsorge.
Wichtig: Auch wenn die häufigste Ursache (Hämorrhoiden) harmlos ist, sollte jede erstmalige Blutung und jede Blutung ab dem 45. bis 50. Lebensjahr ärztlich abgeklärt werden — schon eine kleine Blutung kann auf einen Polypen oder einen frühen Tumor hinweisen.
Die Farbe gibt einen ersten Hinweis darauf, wo die Blutung wahrscheinlich liegt:
Stammt meistens aus dem unteren Verdauungstrakt — Enddarm, After, Sigma. Häufigste Ursachen: Hämorrhoiden, Analfissuren, Polypen, Divertikel. Typisch: Blut auf dem Toilettenpapier oder Auflagerungen auf dem Stuhl.
Spricht für eine Blutungsquelle weiter oben im Dickdarm — z. B. Divertikel, Tumore oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Das Blut ist meistens mit dem Stuhl vermischt.
Entsteht durch Blut aus dem oberen Verdauungstrakt (Magen, Zwölffingerdarm, oberer Dünndarm). Magensäure zersetzt das Blut und verfärbt es schwarz. Teerstuhl riecht charakteristisch faulig-süßlich. Immer ärztlich abklären — typische Ursachen sind Magengeschwüre, Speiseröhrenrisse oder seltener Tumore.
Wird nur über einen Stuhltest (iFOBT) erkannt und kann auf Polypen oder frühe Tumore hinweisen — auch wenn der Stuhl normal aussieht. Deshalb ist die regelmässige Darmkrebsvorsorge so wichtig.
Die mit Abstand häufigste Ursache für hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier. Hämorrhoiden sind erweiterte Gefässpolster im Analkanal — sie können bluten, jucken oder beim Stuhlgang heraustreten. Begünstigt durch chronische Verstopfung, sitzende Tätigkeit, Schwangerschaft und starkes Pressen.
Ein kleiner Einriss in der Analschleimhaut — typisch sind starke Schmerzen beim und nach dem Stuhlgang sowie hellrotes Blut auf dem Papier. Oft Folge von hartem Stuhl oder chronischer Verstopfung.
Ausstülpungen der Dickdarmwand, besonders im Sigma. Können bluten (meist schmerzlos, dunkelrot) oder sich entzünden — dann mit Fieber und starken Schmerzen im linken Unterbauch. Häufig bei Menschen über 60.
Polypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die jedoch entarten können. Sie bluten meist schwach und unbemerkt — deshalb das okkulte Blut. Darmkrebs (kolorektales Karzinom) ist die zweithäufigste Krebsart in Deutschland und entsteht meistens aus solchen Polypen über viele Jahre. Frühzeichen: okkultes Blut, veränderte Stuhlgewohnheiten, Gewichtsverlust, Anämie.
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verursachen oft blutige Durchfälle, Schleimauflagerungen, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust. Erstmanifestation häufig im jungen Erwachsenenalter (20–40 Jahre).
Bakterielle Darminfektionen (Campylobacter, Shigellen, EHEC, Salmonellen) können blutige Durchfälle auslösen — typisch nach Reisen oder verdorbenen Lebensmitteln. Siehe auch Durchfall.
Ulzera der Magen- oder Duodenalschleimhaut können bluten — typischerweise mit Teerstuhl, manchmal auch mit Bluterbrechen. Hauptursachen: Helicobacter-pylori-Infektion und langfristige Einnahme von NSAR (Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure). Mehr dazu unter Sodbrennen.
Entzündungen der Speiseröhre oder Schleimhautrisse nach starkem Erbrechen können zu Blutung führen — meistens hellrotes Blut beim Erbrechen, im Stuhl als Meläna.
Erweiterte Venen in der Speiseröhre bei fortgeschrittener Leberzirrhose. Eine Varizenblutung ist ein lebensbedrohlicher Notfall — immer sofort 112.
Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs und seltener Dünndarmtumore können bluten — meist chronisch-okkult mit Eisenmangelanämie als erstem Zeichen.
Zeitnah ärztlich abklären (innerhalb weniger Tage) bei:
Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland — und eine der wenigen, die durch Vorsorge praktisch verhindert werden kann. Polypen wachsen über viele Jahre zu Karzinomen heran und können bei der Koloskopie direkt entfernt werden.
Wichtig: Die Koloskopie ist die einzige Untersuchung, bei der Polypen nicht nur erkannt, sondern auch sofort entfernt werden können. Sie ist damit gleichzeitig Diagnostik und Therapie.
Die Diagnostik richtet sich nach Alter, Verlauf und Begleitsymptomen:
Mehr dazu unter Arzttermin vorbereiten und Blutwerte verstehen.
Leichte Hämorrhoiden (Grad 1–2): ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend trinken, Stuhlregulation, lokale Salben/Zäpfchen. Fortgeschrittene (Grad 3–4): Gummibandligatur, Sklerosierung oder operative Therapie.
Stuhlregulation (weicher Stuhl), warme Sitzbäder, Salben mit Nitroglycerin oder Diltiazem zur Entspannung des Schliessmuskels. Chronische Fissuren ggf. operativ.
Protonenpumpenhemmer (PPI: Pantoprazol, Omeprazol), Eradikation von Helicobacter pylori (Antibiotika-Kombination), Absetzen von NSAR wenn möglich.
Stufentherapie nach Schweregrad: Mesalazin, Kortison, Immunsuppressiva (Azathioprin), Biologika (Infliximab, Adalimumab, Vedolizumab) — fachärztliche Betreuung durch Gastroenterologie.
Polypen werden bei der Koloskopie direkt abgetragen (Polypektomie). Karzinome erfordern eine onkologische Therapie — Operation, Chemotherapie, ggf. Strahlentherapie, je nach Stadium.
Mehrere Medikamentengruppen können Blutungen begünstigen oder direkt auslösen:
Mehr: Wechselwirkungen von Medikamenten, Medikamente richtig einnehmen.
brite unterstützt dich dabei, Blut im Stuhl besser einzuordnen und den Überblick über deine Medikamente zu behalten.