Eingerissene Mundwinkel: Pilz, Mangel oder Speichel?

Auf einen Blick

Eingerissene Mundwinkel heißen medizinisch Cheilitis angularis(auch Mundwinkelrhagaden oder Perlèche). Sie sind häufig, meist harmlos, aber lästig und neigen zum Wiederkommen.
Der häufigste Mechanismus ist FeuchtigkeitSammelt sich Speichel in tiefen Mundwinkelfalten, weicht die Haut auf und reißt ein — etwa im Alter, bei schlecht sitzender Zahnprothese oder durch häufiges Lippenlecken.
In den feuchten Rissen siedeln sich oft Hefepilze (Candida) oder Bakterien an.Weißlicher Belag spricht eher für Pilz, honiggelbe Krusten eher für Bakterien; oft ist es eine Mischung.
Mangel und Medikamente mitdenkenEisen-, Vitamin-B2-, B12-, Folsäure- oder Zinkmangel können dahinterstecken, ebenso Isotretinoin, Kortison-Inhalatoren ohne Mundspülen, Antibiotika oder Mittel, die den Mund austrocknen.
Sofort abklären lasseneine Wunde an Lippe oder Mundwinkel, die nach etwa drei Wochen nicht heilt, verhärtet ist oder blutet; ausgedehnter Belag im Mund mit Schluckbeschwerden; wunde Mundwinkel und Mundschleimhaut unter Methotrexat; rasch zunehmende Gesichtsschwellung mit Fieber — bei Atemnot sofort 112.

Die häufigsten Ursachen im Vergleich

UrsacheSo sieht es ausTypisches MusterHäufig beiErster Schritt
Speichel und FeuchtigkeitAufgeweichte, gerötete Haut in der Mundwinkelfalte, feine RisseBeidseits, schlimmer nach dem Schlafen, bei Kälte und WindÄlteren Menschen, Zahnprothese, Lippenlecken, ZahnspangeBarrierecreme, Ursache der Feuchtigkeit angehen
Hefepilz (Candida)Rötung mit weißlichem Belag, manchmal auch weiße Beläge im MundHartnäckig, kommt wiederProthese, Diabetes, nach Antibiotika, Kortison-InhalatorenPilzmittel nach ärztlicher Rücksprache
Bakterien (Staphylokokken, Streptokokken)Honiggelbe Krusten, nässendOft nach Kratzen oder bei NeurodermitisKindern, Menschen mit EkzemenAntiseptische oder antibiotische Behandlung in der Praxis
NährstoffmangelRisse, dazu oft glatte, brennende ZungeBeidseits, mit Müdigkeit oder BlässeStarker Regelblutung, einseitiger Ernährung, Alkohol, DarmerkrankungenBlutbild, Ferritin, B12, Folsäure bestimmen lassen
Trockene Haut, EkzemSchuppig, spannend, juckendIm Winter, nach neuer Zahnpasta oder LippenpflegeNeurodermitis, KontaktallergieAuslöser meiden, rückfettende Pflege
MedikamenteTrockene, rissige Lippen oder PilzbefallBeginn nach neuem WirkstoffIsotretinoin, inhalativem Kortison, Antibiotika, ChemotherapieMit der Praxis besprechen, nichts eigenmächtig absetzen
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Die Ursachen im Detail

Die Haut im Mundwinkel ist ständig in Bewegung: Beim Sprechen, Essen und Lachen wird sie gedehnt und wieder gefaltet, und sie grenzt direkt an den feuchten Mund. Wird sie zu feucht oder zu trocken, reißt sie leicht ein. Ärzte sprechen dann von einer Cheilitis angularis, einer Entzündung des Mundwinkels. Fast immer wirken mehrere Faktoren zusammen: eine Ursache, die die Haut schwächt, und Keime, die sich in den Rissen festsetzen.

Dieser Beitrag behandelt die Risse an der Außenseite des Mundwinkels. Schmerzhafte, rundliche Wunden innen an der Mundschleimhaut sind meist Aphthen — dazu gibt es einen eigenen Beitrag zu Aphthen. Kribbelnde Bläschen auf der Lippe, die verkrusten, sprechen eher für Lippenherpes, beschrieben unter Herpes.

Speichel und Feuchtigkeit: die „feuchte Kammer"

Mit dem Alter verliert die Haut an Spannkraft, die Mundwinkel sinken ab, und es bilden sich tiefe Falten, in denen Speichel stehen bleibt. Eine abgenutzte oder schlecht sitzende Zahnprothese verstärkt das, weil sich die Bisshöhe verringert und die Mundwinkel stärker einfalten. Bei jüngeren Menschen sind häufiges Lippenlecken, Daumenlutschen, eine feste Zahnspange, Speichelfluss im Schlaf oder lange Maskentragezeiten typische Auslöser. Die Haut weicht auf, reißt ein, und der Kreislauf beginnt: Es spannt, man befeuchtet die Lippen, es reißt weiter. Erster Schritt: die Mundwinkel trocken halten und mit einer fettenden Barriere schützen, etwa Vaseline oder einer Zinksalbe, vor allem über Nacht. Bei Prothesenträgern lohnt ein Termin in der Zahnarztpraxis, um Sitz und Bisshöhe zu prüfen.

Hefepilze: wenn die Risse nicht heilen wollen

Der Hefepilz Candida albicans lebt bei vielen Menschen unauffällig im Mund. In feuchten Mundwinkeln findet er ideale Bedingungen. Typisch sind gerötete, manchmal weißlich belegte Risse, die trotz Pflege nicht abheilen oder immer wiederkommen. Ein Pilzbefall wird begünstigt durch Zahnprothesen, besonders wenn sie nachts getragen werden, durch einen schlecht eingestellten Diabetes, nach Antibiotika, unter inhalativem Kortison und bei geschwächter Abwehr. Oft zeigt sich der Pilz gleichzeitig im Mund als abwischbarer weißer Belag (Mundsoor) oder als gerötete Schleimhaut unter der Prothese. Erster Schritt: ärztlich abklären lassen, ob ein Pilz beteiligt ist; dann helfen in der Regel pilzhemmende Cremes. Die Prothese muss mitbehandelt werden, sonst kommt die Infektion zurück.

Bakterien: honiggelbe Krusten

Auch Staphylococcus aureus und Streptokokken können sich in eingerissenen Mundwinkeln ansiedeln, allein oder zusammen mit Candida. Typisch sind nässende Stellen mit honiggelben Krusten, die sich in die Umgebung ausbreiten können. Das sieht man häufiger bei Kindern und bei Menschen mit Neurodermitis, deren Hautbarriere ohnehin gestört ist. Erster Schritt: in der Haus- oder Kinderarztpraxis zeigen; behandelt wird meist mit antiseptischen oder antibiotischen Cremes, bei ausgedehntem Befall auch innerlich.

Mangel an Eisen, B-Vitaminen oder Zink

Eingerissene Mundwinkel gelten als klassisches Zeichen eines Nährstoffmangels — in Deutschland ist das aber seltener die alleinige Ursache, als oft angenommen wird. Am häufigsten kommt ein Eisenmangel infrage, etwa bei starken Regelblutungen, in der Schwangerschaft oder bei unbemerkten Blutverlusten; Hintergründe im Ratgeber Eisenmangel. Ein Vitamin-B12-Mangel oder Folsäuremangel macht oft zusätzlich eine glatte, rote, brennende Zunge, Müdigkeit und manchmal Kribbeln in Händen und Füßen. Auch ein Mangel an Vitamin B2 (Riboflavin), B6 oder Zink kann die Mundwinkel einreißen lassen. Gefährdet sind Menschen mit einseitiger Ernährung, hohem Alkoholkonsum, Darmerkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn und mit veganer Ernährung ohne B12-Ergänzung. Erster Schritt: Blutbild, Ferritin (Eisenspeicher), Vitamin B12 und Folsäure hausärztlich bestimmen lassen, statt auf Verdacht Präparate einzunehmen.

Trockene Haut, Ekzeme und Kontaktallergien

Kälte, Wind und trockene Heizungsluft trocknen Lippen und Mundwinkel aus. Bei trockener Haut und Neurodermitis reißt die Haut schneller ein und juckt. Manchmal reagiert die Haut allergisch auf Inhaltsstoffe in Zahnpasta, Mundspülung, Lippenpflege oder Kosmetik, etwa Duftstoffe, oder auf Metalle. Dann ist meist ein breiterer Rand um den Mund gerötet und schuppig. Erster Schritt: neue Produkte weglassen, unparfümierte, rückfettende Pflege verwenden; bei Verdacht auf eine Allergie hilft ein Epikutantest in der Hautarztpraxis.

Wenn der Mund zu trocken ist oder die Abwehr schwächelt

Paradoxerweise begünstigt auch zu wenig Speichel eingerissene Mundwinkel: Bei Mundtrockenheit fehlt der Schutz des Speichels, Pilze vermehren sich leichter, und man befeuchtet die Lippen häufiger mit der Zunge. Ein Sjögren-Syndrom, das Mund und Augen austrocknet, kann dahinterstecken. Bei geschwächter Abwehr — etwa unter Chemotherapie, unter starken Immunsuppressiva oder bei einer unbehandelten HIV-Infektion — treten Pilzinfektionen im Mund häufiger, ausgeprägter und hartnäckiger auf. Wiederkehrender, ausgedehnter Mundsoor ohne erkennbaren Anlass ist deshalb ein Grund für eine gründliche ärztliche Abklärung.


Selbsttests: erste Hinweise für zu Hause

Diese Beobachtungen ersetzen keine Diagnose und keinen Abstrich. Sie helfen dir aber, die wahrscheinliche Ursache einzugrenzen und im Termin gezielt zu berichten.

  • Der Spiegel-Check außen: Weißlicher Belag auf geröteten Rissen spricht eher für Pilz, honiggelbe Krusten eher für Bakterien. Eine aufgeweichte, feuchte Mundwinkelfalte ohne Belag spricht für Speichel als Hauptursache.
  • Der Spiegel-Check innen: Schau dir Zunge, Wangenschleimhaut und Gaumen an. Weiße Beläge, die sich abwischen lassen und darunter gerötet sind, passen zu Mundsoor. Eine glatte, rote, brennende Zunge kann auf einen Eisen- oder B12-Mangel hinweisen.
  • Der Gewohnheits-Check: Leckst du oft über die Lippen? Wachst du mit feuchtem Kopfkissen auf? Trägst du deine Prothese nachts? Ein ehrliches Ja ist oft schon die halbe Erklärung.
  • Der Prothesen-Check: Sitzt die Prothese locker, drückt sie oder ist sie älter als einige Jahre? Ist die Schleimhaut darunter gerötet? Dann gehört die Zahnarztpraxis mit ins Boot.
  • Der Begleitzeichen-Check: Müdigkeit, Blässe, brüchige Nägel, Haarausfall, Kribbeln in den Füßen, starker Durst oder häufiges Wasserlassen? Dann sollten Blutwerte und Blutzucker geprüft werden.
  • Der Zwei-Wochen-Test: Halte die Mundwinkel trocken und schütze sie konsequent mit einer fettenden Barriere. Heilen die Risse innerhalb von etwa zwei Wochen nicht deutlich ab, ist eine Infektion oder eine andere Ursache wahrscheinlich.

Warnzeichen: Wann du nicht abwarten solltest

  • Eine Wunde, Kruste oder Verhärtung an Lippe oder Mundwinkel, die nach etwa drei Wochen nicht abgeheilt ist, immer wieder blutet oder sich hart anfühlt — besonders bei Rauchern und viel Sonne
  • Ausgedehnte weiße Beläge im Mund mit Schmerzen beim Schlucken oder dem Gefühl, dass Essen stecken bleibt
  • Wunde Mundwinkel und eine entzündete Mundschleimhaut unter Methotrexat oder unter Chemotherapie
  • Starke Blässe, Atemnot bei Belastung, Herzrasen, Taubheit oder Kribbeln in Händen und Füßen
  • Starker Durst, häufiges Wasserlassen oder ungewollter Gewichtsverlust
  • Rötung und Schwellung, die sich rasch über Lippe und Gesicht ausbreiten, mit Fieber
  • Immer wiederkehrender Mundsoor ohne erkennbaren Anlass
Rasch zunehmende Schwellung im Gesicht: noch heute ärztlich, bei Atemnot 112 Breiten sich Rötung und Schwellung von einem entzündeten Mundwinkel schnell über Lippe und Wange aus und kommt Fieber hinzu, kann eine tiefere Hautinfektion dahinterstecken — dann noch am selben Tag in eine Praxis oder Notaufnahme. Schwellen Lippen, Zunge oder Rachen an und kommen Atemnot, Schluckstörung oder Kreislaufbeschwerden hinzu, wähle sofort die 112. Mehr dazu unter geschwollenes Gesicht.
Methotrexat und wunder Mund: sofort in der Praxis melden Unter Methotrexat kann eine entzündete Mundschleimhaut mit wunden Mundwinkeln ein frühes Zeichen einer Überdosierung sein — etwa wenn die Wochendosis versehentlich täglich eingenommen wurde. Nimm keine weitere Dosis und kontaktiere noch am selben Tag deine Praxis.
Wunde, die nicht heilt: ärztlich ansehen lassen Eine Stelle an Lippe oder Mundwinkel, die nach etwa drei Wochen nicht abgeheilt ist, sollte haut- oder zahnärztlich angesehen werden. In seltenen Fällen steckt eine Krebsvorstufe oder ein Hautkrebs der Lippe dahinter, besonders nach jahrelanger Sonnenbelastung und bei Rauchern. Früh erkannt, ist das gut behandelbar.

Der Behandlungspfad: Schritt für Schritt

  1. Trocken halten und schützen. Mundwinkel nach dem Essen und Trinken sanft trockentupfen, Lippen nicht lecken, eine fettende Barriere wie Vaseline oder Zinksalbe auftragen, besonders vor dem Schlafen.
  2. Auslöser abstellen. Neue Kosmetik und Zahnpasta pausieren, Prothese nachts herausnehmen und täglich gründlich reinigen, nach dem Inhalieren von Kortison den Mund ausspülen.
  3. Ärztlich abklären lassen, wenn die Risse nach etwa zwei Wochen nicht abheilen, immer wiederkommen, belegt oder verkrustet sind. Die Haus- oder Hautarztpraxis kann einen Abstrich nehmen und Blutwerte bestimmen: Blutbild, Ferritin, Vitamin B12, Folsäure und je nach Situation den Blutzucker.
  4. Gezielt behandeln. Bei Pilzbefall pilzhemmende Cremes, etwa mit Clotrimazol, Nystatin oder Miconazol; bei Bakterien antiseptische oder antibiotische Cremes. Bei starker Entzündung verordnet die Praxis manchmal kurzzeitig eine Kombination mit einem milden Kortison. Ein nachgewiesener Mangel wird gezielt ausgeglichen.
  5. Ursache mitbehandeln. Neue oder unterfütterte Zahnprothese bei verringerter Bisshöhe, Diabetes besser einstellen, Mangelursache suchen. Bei hartnäckigen Fällen folgt die Hautarztpraxis, selten eine Gewebeprobe.
  6. Welche Behandlung passt, entscheidet immer die behandelnde Praxis gemeinsam mit dir — besonders, wenn du Blutverdünner oder andere Dauermedikamente einnimmst.
Ehrlich eingeordnet Lippenpflegestifte allein heilen eine Pilz- oder Bakterieninfektion nicht, und ständiges Nachcremen mit stark parfümierten Produkten kann die Haut zusätzlich reizen. Auch Vitamin- oder Zinkpräparate auf Verdacht helfen nur, wenn wirklich ein Mangel besteht. Wenn die Feuchtigkeit bleibt — durch eine abgenutzte Prothese oder tiefe Falten —, kommen die Risse trotz Creme meist wieder.

Medikamenten-Blickwinkel: wenn Wirkstoffe die Mundwinkel treffen

Isotretinoin: rissige Lippen als Regelfall

Unter Isotretinoin gegen schwere Akne sind trockene, rissige Lippen und Mundwinkel laut Fachinformation eine sehr häufige Nebenwirkung. Konsequente Lippenpflege von Beginn an gehört deshalb zur Therapie. Werden die Risse tief, nässend oder belegt, sollte die behandelnde Praxis nachsehen, ob sich eine Infektion daraufgesetzt hat.

Kortison-Inhalatoren und Antibiotika: Wegbereiter für Pilze

Inhalatives Kortison wie Budesonid oder Fluticason gegen Asthma oder COPD kann Mundsoor und wunde Mundwinkel begünstigen, wenn Wirkstoffreste im Mund bleiben. Die einfache Gegenmaßnahme: nach dem Inhalieren den Mund ausspülen oder etwas essen; ein Spacer senkt die Menge im Mund zusätzlich. Wie das geht, zeigt der Ratgeber richtig inhalieren. Das Spray solltest du deshalb nicht absetzen. Auch Antibiotika stören die natürliche Mundflora und machen den Weg für Candida frei.

Mittel, die den Mund austrocknen oder die Abwehr dämpfen

Anticholinerg wirkende Medikamente wie trizyklische Antidepressiva, Blasenmittel oder einige Parkinsonmittel vermindern den Speichelfluss. Immunsuppressiva, Kortison in Tablettenform und Chemotherapien schwächen die Abwehr gegen Pilze; manche Krebsmedikamente verursachen zusätzlich eine Entzündung der Mundschleimhaut (Mukositis). Unter Methotrexat gilt eine wunde Mundschleimhaut als Warnzeichen (siehe Warnzeichen).

Wirkstoffe, die Nährstoffe verknappen

Metformin kann bei langer Einnahme die Aufnahme von Vitamin B12 verringern, ebenso eine jahrelange Behandlung mit Säureblockern wie Pantoprazol. Bei Langzeiteinnahme kann die Praxis deshalb den B12-Spiegel kontrollieren. Absetzen solltest du diese Mittel deshalb nicht — der Mangel lässt sich gezielt ausgleichen.

Pilzmittel: auf Wechselwirkungen achten

Wird zusätzlich ein Mundsoor behandelt, kommt oft Miconazol als Mundgel infrage. Es gelangt teilweise in den Körper und kann laut Fachinformation die Wirkung von Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon deutlich verstärken — mit Blutungsgefahr. Auch mit bestimmten Statinen wie Simvastatin und weiteren Wirkstoffen gibt es relevante Wechselwirkungen. Sag deshalb in Praxis und Apotheke, welche Medikamente du nimmst, und prüfe deine Kombination im Wechselwirkungs-Check. Tabletten wie Fluconazol werden nur bei ausgedehntem Befall verordnet und haben ebenfalls zahlreiche Wechselwirkungen.

Schmerzmittel: selten nötig

Eingerissene Mundwinkel brennen, brauchen aber selten Schmerzmittel. Wenn doch, nimmst du rezeptfreie Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol ohne ärztlichen Rat in der Regel nicht länger als drei bis vier Tage am Stück. Mehr im Schmerzmittel-Vergleich.

Zusammenhang prüfen, nichts eigenmächtig absetzen Isotretinoin, Asthmasprays, Metformin oder Immunsuppressiva abzubrechen, schadet meist mehr als eingerissene Mundwinkel. Notiere, wann die Beschwerden begannen und was sich an deiner Medikation geändert hat, und besprich es mit Praxis oder Apotheke.

Pilzmittel und Blutverdünner zusammen?

Den Wechselwirkungs-Check vor der nächsten Salbe oder dem Mundgel nutzen — und alles im Medikationsplan festhalten.

Wechselwirkungen prüfen

So beugst du eingerissenen Mundwinkeln vor

  • Lippen nicht lecken — lieber eine unparfümierte Lippenpflege griffbereit haben, besonders bei Kälte und Wind.
  • Prothese pflegen und prüfen lassen — täglich reinigen, nachts herausnehmen, Sitz und Bisshöhe regelmäßig in der Zahnarztpraxis kontrollieren lassen.
  • Nach dem Kortison-Inhalieren ausspülen — oder vor einer Mahlzeit inhalieren, damit keine Reste im Mund bleiben.
  • Abwechslungsreich essen — mit eisenreichen Lebensmitteln, Vollkorn und Milchprodukten; bei veganer Ernährung Vitamin B12 ergänzen, Hintergründe im Ratgeber Medikamente und vegane Ernährung.
  • Blutzucker im Blick — ein gut eingestellter Diabetes senkt das Risiko für Pilzinfektionen.
  • Über Nacht schützen — wer im Schlaf viel Speichel verliert, trägt abends eine dünne Schicht Vaseline oder Zinksalbe auf die Mundwinkel auf.

Inhalieren, ausspülen, nicht vergessen

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Erinnerung einrichten

Häufige Fragen zu eingerissenen Mundwinkeln

Am häufigsten kommt ein Eisenmangel infrage, außerdem ein Mangel an Vitamin B12, Folsäure, Vitamin B2 oder Zink. In Deutschland ist ein Mangel aber seltener die alleinige Ursache als Speichel in den Mundwinkelfalten oder ein Pilzbefall. Klarheit bringt ein Bluttest mit Blutbild, Ferritin, B12 und Folsäure; Präparate auf Verdacht sind nicht sinnvoll.
Die Mundwinkel trocken halten, nicht mit der Zunge befeuchten und eine fettende Barriere wie Vaseline oder Zinksalbe auftragen, vor allem über Nacht. Leichte Risse heilen so oft innerhalb von ein bis zwei Wochen. Bleiben sie belegt, verkrustet oder kommen sie immer wieder, sollte eine Praxis prüfen, ob ein Pilz oder Bakterien beteiligt sind.
In der Regel kaum. Die beteiligten Hefepilze und Bakterien kommen bei vielen Menschen ohnehin vor und machen erst Probleme, wenn die Haut geschwächt ist. Bei nässenden, gelb verkrusteten Stellen ist eine Übertragung von Bakterien aber möglich, deshalb eigene Handtücher und Gläser nutzen und nicht kratzen.
Hinweise sind gerötete Risse mit weißlichem Belag, die trotz Pflege nicht abheilen oder rasch wiederkommen, oft zusammen mit abwischbaren weißen Belägen im Mund oder geröteter Schleimhaut unter einer Prothese. Sicher klärt das ein Abstrich in der Praxis. Pilzhemmende Cremes helfen dann in der Regel gut.
Ja. Isotretinoin macht sehr häufig rissige Lippen und Mundwinkel, inhalatives Kortison ohne Mundspülen und Antibiotika begünstigen Pilze, und Mittel gegen Abwehrreaktionen oder Mundtrockenheit erhöhen das Risiko ebenfalls. Metformin und Säureblocker können langfristig einen Vitamin-B12-Mangel fördern. Setze nichts eigenmächtig ab, sondern besprich den Zusammenhang mit deiner Praxis.
Wenn die Risse nach etwa zwei Wochen konsequenter Pflege nicht abheilen, belegt oder gelb verkrustet sind, immer wiederkommen oder Müdigkeit, Blässe oder starker Durst hinzukommen. Eine Wunde, die nach drei Wochen nicht verheilt ist oder sich hart anfühlt, sollte immer ärztlich angesehen werden.

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Quellen

  • MSD Manual, Patientenausgabe: Erkrankungen der Lippen; Candidose (Hefepilzinfektion) der Haut und des Mundes; Riboflavinmangel. Abgerufen 2026.
  • gesund.bund.de und Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Eisenmangel; Vitamin-B12-Mangel; Mundsoor. Abgerufen 2026.
  • Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe): S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Mundhöhlenkarzinoms. Abgerufen 2026.
  • Federico JR, Basehore BM, Zito PM: Angular Cheilitis. StatPearls, NCBI Bookshelf (2023). Abgerufen 2026.
  • Fachinformationen der genannten Wirkstoffe (u. a. Isotretinoin, Budesonid- und Fluticason-Inhalatoren, Miconazol-Mundgel, Methotrexat, Metformin). Abgerufen 2026.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbsttests — Spiegel-Check, Prothesen-Check und Zwei-Wochen-Test — sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei einer Wunde, die nicht heilt, bei Schluckbeschwerden mit Belägen im Mund, bei wundem Mund unter Methotrexat oder bei einer rasch zunehmenden Gesichtsschwellung wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst.