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Sarah K., 34
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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 2. November 2026 · Lesezeit: ca. 9 Min.
Auf einen Blick
| Ursache | So sieht es aus | Typisches Muster | Häufig bei | Erster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| Speichel und Feuchtigkeit | Aufgeweichte, gerötete Haut in der Mundwinkelfalte, feine Risse | Beidseits, schlimmer nach dem Schlafen, bei Kälte und Wind | Älteren Menschen, Zahnprothese, Lippenlecken, Zahnspange | Barrierecreme, Ursache der Feuchtigkeit angehen |
| Hefepilz (Candida) | Rötung mit weißlichem Belag, manchmal auch weiße Beläge im Mund | Hartnäckig, kommt wieder | Prothese, Diabetes, nach Antibiotika, Kortison-Inhalatoren | Pilzmittel nach ärztlicher Rücksprache |
| Bakterien (Staphylokokken, Streptokokken) | Honiggelbe Krusten, nässend | Oft nach Kratzen oder bei Neurodermitis | Kindern, Menschen mit Ekzemen | Antiseptische oder antibiotische Behandlung in der Praxis |
| Nährstoffmangel | Risse, dazu oft glatte, brennende Zunge | Beidseits, mit Müdigkeit oder Blässe | Starker Regelblutung, einseitiger Ernährung, Alkohol, Darmerkrankungen | Blutbild, Ferritin, B12, Folsäure bestimmen lassen |
| Trockene Haut, Ekzem | Schuppig, spannend, juckend | Im Winter, nach neuer Zahnpasta oder Lippenpflege | Neurodermitis, Kontaktallergie | Auslöser meiden, rückfettende Pflege |
| Medikamente | Trockene, rissige Lippen oder Pilzbefall | Beginn nach neuem Wirkstoff | Isotretinoin, inhalativem Kortison, Antibiotika, Chemotherapie | Mit der Praxis besprechen, nichts eigenmächtig absetzen |
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Die Haut im Mundwinkel ist ständig in Bewegung: Beim Sprechen, Essen und Lachen wird sie gedehnt und wieder gefaltet, und sie grenzt direkt an den feuchten Mund. Wird sie zu feucht oder zu trocken, reißt sie leicht ein. Ärzte sprechen dann von einer Cheilitis angularis, einer Entzündung des Mundwinkels. Fast immer wirken mehrere Faktoren zusammen: eine Ursache, die die Haut schwächt, und Keime, die sich in den Rissen festsetzen.
Dieser Beitrag behandelt die Risse an der Außenseite des Mundwinkels. Schmerzhafte, rundliche Wunden innen an der Mundschleimhaut sind meist Aphthen — dazu gibt es einen eigenen Beitrag zu Aphthen. Kribbelnde Bläschen auf der Lippe, die verkrusten, sprechen eher für Lippenherpes, beschrieben unter Herpes.
Mit dem Alter verliert die Haut an Spannkraft, die Mundwinkel sinken ab, und es bilden sich tiefe Falten, in denen Speichel stehen bleibt. Eine abgenutzte oder schlecht sitzende Zahnprothese verstärkt das, weil sich die Bisshöhe verringert und die Mundwinkel stärker einfalten. Bei jüngeren Menschen sind häufiges Lippenlecken, Daumenlutschen, eine feste Zahnspange, Speichelfluss im Schlaf oder lange Maskentragezeiten typische Auslöser. Die Haut weicht auf, reißt ein, und der Kreislauf beginnt: Es spannt, man befeuchtet die Lippen, es reißt weiter. Erster Schritt: die Mundwinkel trocken halten und mit einer fettenden Barriere schützen, etwa Vaseline oder einer Zinksalbe, vor allem über Nacht. Bei Prothesenträgern lohnt ein Termin in der Zahnarztpraxis, um Sitz und Bisshöhe zu prüfen.
Der Hefepilz Candida albicans lebt bei vielen Menschen unauffällig im Mund. In feuchten Mundwinkeln findet er ideale Bedingungen. Typisch sind gerötete, manchmal weißlich belegte Risse, die trotz Pflege nicht abheilen oder immer wiederkommen. Ein Pilzbefall wird begünstigt durch Zahnprothesen, besonders wenn sie nachts getragen werden, durch einen schlecht eingestellten Diabetes, nach Antibiotika, unter inhalativem Kortison und bei geschwächter Abwehr. Oft zeigt sich der Pilz gleichzeitig im Mund als abwischbarer weißer Belag (Mundsoor) oder als gerötete Schleimhaut unter der Prothese. Erster Schritt: ärztlich abklären lassen, ob ein Pilz beteiligt ist; dann helfen in der Regel pilzhemmende Cremes. Die Prothese muss mitbehandelt werden, sonst kommt die Infektion zurück.
Auch Staphylococcus aureus und Streptokokken können sich in eingerissenen Mundwinkeln ansiedeln, allein oder zusammen mit Candida. Typisch sind nässende Stellen mit honiggelben Krusten, die sich in die Umgebung ausbreiten können. Das sieht man häufiger bei Kindern und bei Menschen mit Neurodermitis, deren Hautbarriere ohnehin gestört ist. Erster Schritt: in der Haus- oder Kinderarztpraxis zeigen; behandelt wird meist mit antiseptischen oder antibiotischen Cremes, bei ausgedehntem Befall auch innerlich.
Eingerissene Mundwinkel gelten als klassisches Zeichen eines Nährstoffmangels — in Deutschland ist das aber seltener die alleinige Ursache, als oft angenommen wird. Am häufigsten kommt ein Eisenmangel infrage, etwa bei starken Regelblutungen, in der Schwangerschaft oder bei unbemerkten Blutverlusten; Hintergründe im Ratgeber Eisenmangel. Ein Vitamin-B12-Mangel oder Folsäuremangel macht oft zusätzlich eine glatte, rote, brennende Zunge, Müdigkeit und manchmal Kribbeln in Händen und Füßen. Auch ein Mangel an Vitamin B2 (Riboflavin), B6 oder Zink kann die Mundwinkel einreißen lassen. Gefährdet sind Menschen mit einseitiger Ernährung, hohem Alkoholkonsum, Darmerkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn und mit veganer Ernährung ohne B12-Ergänzung. Erster Schritt: Blutbild, Ferritin (Eisenspeicher), Vitamin B12 und Folsäure hausärztlich bestimmen lassen, statt auf Verdacht Präparate einzunehmen.
Kälte, Wind und trockene Heizungsluft trocknen Lippen und Mundwinkel aus. Bei trockener Haut und Neurodermitis reißt die Haut schneller ein und juckt. Manchmal reagiert die Haut allergisch auf Inhaltsstoffe in Zahnpasta, Mundspülung, Lippenpflege oder Kosmetik, etwa Duftstoffe, oder auf Metalle. Dann ist meist ein breiterer Rand um den Mund gerötet und schuppig. Erster Schritt: neue Produkte weglassen, unparfümierte, rückfettende Pflege verwenden; bei Verdacht auf eine Allergie hilft ein Epikutantest in der Hautarztpraxis.
Paradoxerweise begünstigt auch zu wenig Speichel eingerissene Mundwinkel: Bei Mundtrockenheit fehlt der Schutz des Speichels, Pilze vermehren sich leichter, und man befeuchtet die Lippen häufiger mit der Zunge. Ein Sjögren-Syndrom, das Mund und Augen austrocknet, kann dahinterstecken. Bei geschwächter Abwehr — etwa unter Chemotherapie, unter starken Immunsuppressiva oder bei einer unbehandelten HIV-Infektion — treten Pilzinfektionen im Mund häufiger, ausgeprägter und hartnäckiger auf. Wiederkehrender, ausgedehnter Mundsoor ohne erkennbaren Anlass ist deshalb ein Grund für eine gründliche ärztliche Abklärung.
Diese Beobachtungen ersetzen keine Diagnose und keinen Abstrich. Sie helfen dir aber, die wahrscheinliche Ursache einzugrenzen und im Termin gezielt zu berichten.
Unter Isotretinoin gegen schwere Akne sind trockene, rissige Lippen und Mundwinkel laut Fachinformation eine sehr häufige Nebenwirkung. Konsequente Lippenpflege von Beginn an gehört deshalb zur Therapie. Werden die Risse tief, nässend oder belegt, sollte die behandelnde Praxis nachsehen, ob sich eine Infektion daraufgesetzt hat.
Inhalatives Kortison wie Budesonid oder Fluticason gegen Asthma oder COPD kann Mundsoor und wunde Mundwinkel begünstigen, wenn Wirkstoffreste im Mund bleiben. Die einfache Gegenmaßnahme: nach dem Inhalieren den Mund ausspülen oder etwas essen; ein Spacer senkt die Menge im Mund zusätzlich. Wie das geht, zeigt der Ratgeber richtig inhalieren. Das Spray solltest du deshalb nicht absetzen. Auch Antibiotika stören die natürliche Mundflora und machen den Weg für Candida frei.
Anticholinerg wirkende Medikamente wie trizyklische Antidepressiva, Blasenmittel oder einige Parkinsonmittel vermindern den Speichelfluss. Immunsuppressiva, Kortison in Tablettenform und Chemotherapien schwächen die Abwehr gegen Pilze; manche Krebsmedikamente verursachen zusätzlich eine Entzündung der Mundschleimhaut (Mukositis). Unter Methotrexat gilt eine wunde Mundschleimhaut als Warnzeichen (siehe Warnzeichen).
Metformin kann bei langer Einnahme die Aufnahme von Vitamin B12 verringern, ebenso eine jahrelange Behandlung mit Säureblockern wie Pantoprazol. Bei Langzeiteinnahme kann die Praxis deshalb den B12-Spiegel kontrollieren. Absetzen solltest du diese Mittel deshalb nicht — der Mangel lässt sich gezielt ausgleichen.
Wird zusätzlich ein Mundsoor behandelt, kommt oft Miconazol als Mundgel infrage. Es gelangt teilweise in den Körper und kann laut Fachinformation die Wirkung von Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon deutlich verstärken — mit Blutungsgefahr. Auch mit bestimmten Statinen wie Simvastatin und weiteren Wirkstoffen gibt es relevante Wechselwirkungen. Sag deshalb in Praxis und Apotheke, welche Medikamente du nimmst, und prüfe deine Kombination im Wechselwirkungs-Check. Tabletten wie Fluconazol werden nur bei ausgedehntem Befall verordnet und haben ebenfalls zahlreiche Wechselwirkungen.
Eingerissene Mundwinkel brennen, brauchen aber selten Schmerzmittel. Wenn doch, nimmst du rezeptfreie Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol ohne ärztlichen Rat in der Regel nicht länger als drei bis vier Tage am Stück. Mehr im Schmerzmittel-Vergleich.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbsttests — Spiegel-Check, Prothesen-Check und Zwei-Wochen-Test — sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei einer Wunde, die nicht heilt, bei Schluckbeschwerden mit Belägen im Mund, bei wundem Mund unter Methotrexat oder bei einer rasch zunehmenden Gesichtsschwellung wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst.