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Sarah K., 34
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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 27. November 2026 · Lesezeit: ca. 11 Min.
Auf einen Blick
| Ursache | Wo es wehtut | Typisches Muster | Häufig bei | Erster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| Tennisarm | Außenseite, Knochenvorsprung | Schmerz beim Greifen, Tasse heben, Händeschütteln | Mittlerem Alter, Handarbeit, Bildschirmarbeit | Belastung anpassen, Geduld |
| Golferarm | Innenseite, Knochenvorsprung | Schmerz beim Beugen des Handgelenks, Werfen, Tragen | Handwerk, Wurf- und Schlägersport | Belastung anpassen |
| Ellennerv (Kubitaltunnelsyndrom) | Innenseite, ausstrahlend | Kribbeln in Ring- und Kleinfinger, schlimmer bei gebeugtem Arm | Eher Männern, langes Aufstützen | Arm nachts gestreckt, ärztlich abklären |
| Schleimbeutelentzündung | Ellenbogenspitze | Weiche, pralle Beule, oft wenig Schmerz | Häufigem Aufstützen, Gicht | Druck vermeiden; rot und heiß: am selben Tag |
| Riss der Bizepssehne | Ellenbeuge | Plötzlicher Knall beim Heben, Bluterguss, Kraftverlust | Männern mittleren Alters | Zeitnah unfallchirurgisch vorstellen |
| Bruch, Ausrenkung | Je nach Verletzung | Nach Sturz; Streckung oder Drehung nicht möglich | Jedem Alter; Kindern nach Ruck am Arm | Röntgen am selben Tag |
| Arthrose, Rheuma, Gicht | Ganzes Gelenk | Steifigkeit, Blockaden, Schwellung, Schübe | Nach alten Verletzungen; mittlerem und höherem Alter | Hausärztlich, ggf. rheumatologisch |
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Dieser Beitrag hilft dir, Schmerzen rund um den Ellenbogen einzuordnen. Wie der Tennisarm entsteht und behandelt wird, beschreibt der Beitrag Tennisarm ausführlich — hier steht er nur im Vergleich mit den anderen Ursachen. Ziehen die Schmerzen durch den ganzen Arm, kommen sie oft von Nacken, Schulter oder Nerven; dazu hilft der Beitrag Armschmerzen. Beschwerden, die vor allem am Handgelenk sitzen, ordnet der Beitrag zu Handgelenkschmerzen ein.
Beim Tennisarm (Epicondylopathia radialis humeri) ist der Ansatz der Unterarmstrecker am äußeren Knochenvorsprung des Oberarms überlastet und verändert. Tennisspieler sind nur ein kleiner Teil der Betroffenen; viel häufiger trifft es Menschen zwischen etwa 35 und 55 Jahren mit wiederholten Greif- und Drehbewegungen — Werkzeug, Maus, Gartenarbeit, Umzug. Typisch ist ein Schmerz an der Außenseite, der beim Greifen, beim Heben einer Tasse mit dem Handrücken nach oben oder beim Händeschütteln einschießt und in den Unterarm ziehen kann.
Erster Schritt: die auslösende Tätigkeit verändern, ohne den Arm komplett ruhigzustellen. Der Tennisarm heilt in vielen Fällen von selbst aus, das kann aber viele Monate dauern. Eine Kortisonspritze lindert kurzfristig, nach den Daten aus Studien sind die Ergebnisse auf längere Sicht aber eher schlechter als beim Abwarten. Einen ähnlichen Schmerz an der Außenseite kann ein eingeengter Nervenast im Unterarm verursachen (Supinatorlogensyndrom) — ein Grund, bei hartnäckigen Beschwerden genauer untersuchen zu lassen.
Beim Golferarm (Epicondylopathia ulnaris humeri) ist der Ansatz der Unterarmbeuger am inneren Knochenvorsprung gereizt. Er ist deutlich seltener als der Tennisarm und betrifft Golfer, aber vor allem Menschen, die viel tragen, schrauben, werfen oder klettern. Der Schmerz sitzt innen und nimmt zu, wenn du das Handgelenk gegen Widerstand beugst oder den Unterarm nach innen drehst. Weil der Ellennerv direkt dahinter verläuft, kommt manchmal Kribbeln in Ring- und Kleinfinger hinzu. Erster Schritt wie beim Tennisarm: Belastung anpassen, später gezieltes Krafttraining.
Der Ellennerv (Nervus ulnaris) läuft an der Innenseite in einer Rinne um den Ellenbogen — die Stelle, die beim Anstoßen elektrisiert. Wird er dort dauerhaft gedrückt oder gedehnt (Kubitaltunnelsyndrom, früher Sulcus-ulnaris-Syndrom), kribbeln Ring- und Kleinfinger oder werden taub, besonders bei lange gebeugtem Arm: beim Telefonieren, Autofahren, Aufstützen oder nachts. Laut Leitlinie ist es nach dem Karpaltunnelsyndrom die zweithäufigste Nervenengstelle überhaupt; Männer sind häufiger betroffen. Später können die Finger ungeschickt werden und die Muskeln zwischen den Mittelhandknochen schwinden, sichtbar als Mulde zwischen Daumen und Zeigefinger.
Erster Schritt: lange Beugung und Druck auf die Innenseite meiden, nachts den Arm möglichst gestreckt lagern. Bei anhaltendem Taubheitsgefühl oder Schwäche gehört der Nerv neurologisch gemessen; bei Lähmungszeichen wird in der Regel operiert.
Über der Ellenbogenspitze liegt ein Schleimbeutel, der bei häufigem Aufstützen, nach einem Stoß oder bei Gicht und Rheuma anschwellen kann (Bursitis olecrani). Typisch ist eine weiche, pralle Beule, manchmal so groß wie ein Ei, die oft erstaunlich wenig wehtut; den Arm kannst du meist normal bewegen. Erster Schritt: Druck vermeiden und den Ellenbogen polstern. Gefährlich wird es, wenn Bakterien in den Schleimbeutel gelangen — oft über eine kleine Schürfwunde. Dann ist die Beule rot, heiß und schmerzhaft, manchmal mit Fieber, und muss noch am selben Tag ärztlich behandelt werden.
Die Bizepssehne setzt in der Ellenbeuge an der Speiche an. Reißt sie, meist beim Anheben oder Abfangen einer schweren Last, spüren Betroffene einen plötzlichen Schmerz und oft einen Knall. Danach bildet sich ein Bluterguss, der Muskelbauch rutscht Richtung Schulter, und das Drehen des Unterarms nach außen — etwa beim Aufschrauben — fällt deutlich schwerer. Betroffen sind vor allem Männer im mittleren Alter; Rauchen und bestimmte Medikamente erhöhen das Risiko. Erster Schritt: zeitnah, möglichst innerhalb weniger Tage, unfallchirurgisch oder orthopädisch vorstellen, weil eine Operation früh am besten gelingt.
Bei einem Sturz auf die ausgestreckte Hand bricht bei Erwachsenen häufig der Speichenkopf: Schmerz an der Außenseite, Schwellung, der Arm lässt sich nicht mehr ganz strecken oder drehen. Ein direkter Sturz auf die Ellenbogenspitze kann den Ellenhaken (Olekranon) brechen. Ein ausgerenktes Gelenk zeigt sich meist als sichtbare Fehlstellung. Bei Kindern ist der Bruch oberhalb des Ellenbogens gefährlich, weil Gefäße und Nerven dicht daran vorbeilaufen. Auch eine Verletzung, die zunächst harmlos aussieht, kann später zu einem Streckdefizit führen, wenn sie nicht erkannt wird.
Wird ein Kleinkind ruckartig an der Hand hochgezogen oder festgehalten, kann das Speichenköpfchen aus seinem Haltering rutschen (Pronatio dolorosa, Chassaignac-Lähmung). Das Kind weint kurz, hält den Arm danach leicht gebeugt und nach innen gedreht und benutzt ihn nicht mehr — meist ohne Schwellung. Betroffen sind vor allem Kinder bis etwa fünf Jahre. In der Praxis lässt sich das Köpfchen in der Regel mit einem kurzen Handgriff wieder einrenken, danach bewegt das Kind den Arm oft schon nach Minuten wieder. Versuche das nicht selbst; nach einem Sturz muss zuerst ein Bruch ausgeschlossen werden.
Eine Arthrose des Ellenbogens ist seltener als an Knie oder Hüfte und entsteht meist nach alten Verletzungen oder jahrelanger schwerer Arbeit, etwa mit Presslufthammer. Typisch sind Steifigkeit, ein zunehmendes Streckdefizit und Blockaden durch freie Gelenkkörper („Gelenkmaus"). Bei jungen Wurf- und Turnsportlern kann sich ein Knorpel-Knochen-Stück lösen (Osteochondrosis dissecans). Entzündliche Ursachen sind die rheumatoide Arthritis, die Psoriasis-Arthritis und die Gicht — mit Schwellung, Überwärmung, Morgensteifigkeit oder Schüben. Tun mehrere Gelenke gleichzeitig weh, hilft der Beitrag zu Gelenkschmerzen weiter.
Nicht jeder Schmerz am Ellenbogen entsteht dort. Ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule strahlt über Schulter und Ellenbogen bis in die Finger, oft mit Nackenschmerzen und Kribbeln. Auch Schulterschmerzen ziehen manchmal bis zum Ellenbogen. Und Schmerzen im linken Arm zusammen mit Druck in der Brust, Atemnot oder kaltem Schweiß können vom Herzen kommen — dann zählt jede Minute.
Diese Tests ersetzen keine Diagnose und fallen auch bei Gesunden manchmal leicht positiv aus — vergleiche immer beide Seiten. Nach einem Sturz mit Fehlstellung, starker Schwellung oder bei einem Kind, das den Arm schont, wird nicht getestet, sondern ärztlich untersucht.
Ohne Warnzeichen und ohne frischen Unfall geht die Abklärung in der Regel vom Einfachen zum Aufwendigen.
Einige Wirkstoffe reizen Sehnen und Gelenke direkt, andere erhöhen die Harnsäure oder schwächen die Abwehr. Beginnen Ellenbogenschmerzen ohne klaren Anlass, lohnt ein Blick auf den Medikationsplan.
Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone wie Levofloxacin oder Ciprofloxacin können Sehnenentzündungen und Sehnenrisse auslösen — am häufigsten an der Achillessehne, aber auch an anderen Sehnen. Die Beschwerden können schon in den ersten Tagen oder noch Monate nach der Einnahme beginnen; besonders gefährdet sind Ältere, Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion und alle, die gleichzeitig Kortison nehmen. Das BfArM hat den Einsatz 2019 per Rote-Hand-Brief deshalb eingeschränkt. Bei ersten Sehnenschmerzen: Belastung meiden und umgehend mit der Praxis sprechen.
Harntreibende Mittel wie Hydrochlorothiazid oder Furosemid, aber auch niedrig dosiertes ASS und Ciclosporin können die Harnsäure erhöhen und Gichtanfälle begünstigen. Der Schleimbeutel am Ellenbogen ist ein typischer Ort dafür, manchmal bilden sich dort auch tastbare Harnsäureknoten (Tophi). Eine plötzliche, heiße Schwellung unter einem Entwässerungsmittel ist ein Grund, die Harnsäure bestimmen zu lassen — das Mittel selbst setzt du nicht eigenmächtig ab.
Aromatasehemmer wie Anastrozol verursachen laut Fachinformation häufig Gelenkschmerzen und Gelenksteifigkeit. Cholesterinsenker wie Atorvastatin lösen gelegentlich Muskelschmerzen und selten Sehnenbeschwerden aus. Für Diabetesmittel aus der Gruppe der Gliptine wie Sitagliptin sind Gelenkschmerzen beschrieben, die sich nach dem Absetzen zurückbilden können. In allen Fällen gilt: nicht selbst absetzen, sondern mit der Praxis klären, ob ein Wechsel infrage kommt.
Wer Medikamente nimmt, die das Immunsystem dämpfen — etwa Methotrexat, Biologika wie Adalimumab oder Kortison in höherer Dosis —, hat ein höheres Risiko für bakterielle Entzündungen von Schleimbeutel und Gelenk; Fieber kann dabei schwächer ausfallen. Ein roter, heißer Ellenbogen gehört dann besonders zügig ärztlich angesehen. Unter Blutverdünnern wie Apixaban oder Rivaroxaban können Blutergüsse nach einem Stoß deutlich größer ausfallen; eine zunehmende, pralle Schwellung sollte ärztlich beurteilt werden. Wiederholte Kortisonspritzen an dieselbe Stelle können außerdem Haut und Unterhautfett dünner machen und hell verfärben.
Bei Tennis- und Golferarm können entzündungshemmende Gele wie Diclofenac kurzfristig lindern und haben deutlich weniger Nebenwirkungen als Tabletten; wie du sie richtig aufträgst, steht im Ratgeber Salben und Cremes richtig auftragen. Tabletten wie Ibuprofen oder Naproxen sind für kurze Zeiträume gedacht: Ohne ärztlichen Rat gilt laut Packungsbeilage in der Regel nicht länger als drei bis vier Tage am Stück. Bei Blutverdünnern, Nierenschwäche oder Magenproblemen ist Vorsicht nötig. Einen Überblick gibt der Schmerzmittel-Vergleich; welche Behandlung passt, entscheidet immer die behandelnde Praxis.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbsttests — auch Stuhl-, Mittelfinger- und Ellenbogen-Beuge-Test — sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei Fehlstellung nach einem Sturz, einem roten, heißen Ellenbogen mit Fieber, Armschmerzen mit Brustdruck oder plötzlicher Schwäche einer Körperseite wende dich bitte umgehend an einen Arzt oder den Rettungsdienst unter 112.