X
Über 60.000 Patienten vertrauen brite
4.6 Sterne
Deine Gesundheit endlich verständlich mit brite
1
E-Mail eingeben, fertig. Kein Abo, keine Kreditkarte.
2
Suchen, antippen, fertig. Über 3.400 Medikamente.
3
Check, Erinnerung, Überblick gewinnen.
Sarah K., 34
Endlich verstehe ich meine Therapie. Die App erinnert mich, beantwortet meine Fragen - und ich fühle mich nicht mehr alleine damit.
Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 1. September 2026 · Lesezeit: ca. 11 Min.
Auf einen Blick
| Ursache | Typischer Schmerz | Häufig bei | Erster Schritt |
|---|---|---|---|
| Leistenbruch | Ziehen, Druck, Vorwölbung beim Husten oder Heben, im Liegen kleiner oder weg | Männern jeden Alters, Säuglingen | Hausärztlich oder chirurgisch untersuchen lassen |
| Muskeln und Sehnen („Sportlerleiste") | Belastungsabhängig, Druckschmerz an der Oberschenkelinnenseite oder am Schambein | Fußball, Eishockey, Sportarten mit Richtungswechseln | Belastung anpassen, dann gezielt aufbauen |
| Hüftgelenk (Arthrose, Impingement) | Tief in der Leiste, Anlaufschmerz, beim Drehen, tiefen Sitzen, Schuhebinden | Arthrose ab mittlerem Alter, Impingement bei jungen Aktiven | Orthopädisch untersuchen, Röntgen |
| Geschwollene Lymphknoten | Tastbare, oft druckempfindliche Knoten | Entzündungen an Fuß, Bein oder im Genitalbereich | Ursache suchen; nach drei Wochen abklären |
| Harnleiterstein | Wellenförmige Kolik von der Flanke in Leiste und Genitalbereich | Erwachsenen, oft wiederkehrend | Ärztlich abklären; mit Fieber sofort Notaufnahme |
| Hoden und Samenstrang | Hodenschmerz mit Ausstrahlung, bei Torsion plötzlich und heftig | Torsion: Jugendlichen und jungen Männern | Bei plötzlichem Schmerz sofort Notaufnahme |
| Frauenärztliche Ursachen | Einseitig, zyklusabhängig oder in der Schwangerschaft ziehend | Frauen im gebärfähigen Alter | Gynäkologisch abklären; bei Schwangerschaft zügig |
Einnahmen und Beschwerden nebeneinander dokumentiert — kostenlos in der brite App.
Dieser Beitrag behandelt Schmerzen genau in der Leiste, also am Übergang vom Bauch zum Oberschenkel. Sitzt der Schmerz eher seitlich an der Hüfte oder im Gesäß, hilft der Beitrag zu Hüftschmerzen weiter; kommt er von der Seite des Rückens, der Beitrag zu Flankenschmerzen. Die Erkrankung mit allen Operationsdetails beschreibt der Beitrag zum Leistenbruch.
Beim Leistenbruch (Leistenhernie) schiebt sich Bauchfell — manchmal mit Fett oder einer Darmschlinge — durch eine Schwachstelle der Bauchwand nach außen. Typisch ist eine weiche Vorwölbung, die beim Husten, Pressen oder langen Stehen deutlicher wird und im Liegen verschwindet, dazu Ziehen oder Druck, oft abends stärker. Männer sind deutlich häufiger betroffen. Schenkelbrüche (Femoralhernien) knapp unterhalb der Leiste kommen bei Frauen häufiger vor als bei Männern — sie sind klein, werden leicht übersehen und klemmen häufiger ein.
Beim Erwachsenen heilt ein Bruch nicht von selbst. Bei Männern mit geringen Beschwerden kann laut internationaler Leitlinie kontrolliertes Abwarten vertretbar sein; bei Schmerzen und bei Schenkelbrüchen wird in der Regel operiert. Der erste Schritt ist eine Untersuchung durch Abtasten im Stehen und Liegen, bei Unklarheit ergänzt durch Ultraschall.
Klemmt der Inhalt des Bruchs in der Lücke ein (Inkarzeration), wird er nicht mehr ausreichend durchblutet. Die Vorwölbung ist dann plötzlich hart, prall und sehr schmerzhaft und lässt sich nicht mehr zurückschieben, die Haut darüber kann sich röten. Oft kommen Übelkeit, Erbrechen, ein geblähter Bauch und ausbleibender Stuhlgang dazu. Das ist ein Notfall für die Notaufnahme. Drücke den Bruch nicht mit Gewalt zurück und iss und trink bis zur ärztlichen Klärung nichts mehr, falls operiert werden muss.
Das Hüftgelenk liegt tief unter der Leiste. Hüftschmerz spürt man deshalb oft nicht seitlich, sondern vorn in der Leiste, manchmal bis zum Knie ausstrahlend. Bei der Hüftarthrose (Koxarthrose, siehe Arthrose) sind Anlaufschmerz, Steifheit und Probleme beim Socken- oder Schuheanziehen typisch. Bei jungen, sportlich Aktiven steckt öfter ein Hüftimpingement dahinter (Engpass zwischen Hüftkopf und Pfanne), manchmal mit einem Riss der Gelenklippe (Labrum): Schmerz beim tiefen Beugen oder langen Sitzen, gelegentlich ein Klicken oder Einklemmen.
Seltener, aber wichtig: Bei einer Hüftkopfnekrose stirbt Knochengewebe im Hüftkopf ab, vor allem nach hoch dosiertem Kortison oder viel Alkohol; früh zeigt sie oft nur die MRT. Bei Osteoporose droht nach einem Sturz ein Schenkelhalsbruch, bei sehr hohem Laufpensum ein Ermüdungsbruch. Erster Schritt ist die orthopädische Untersuchung mit Röntgenbild.
Bei Sprints, Schüssen und Richtungswechseln ist die Leiste stark belastet. Am häufigsten sind die Adduktoren (Oberschenkelanzieher) am Schambein gereizt, daneben der Hüftbeuger (Iliopsoas), die Bauchwand am Leistenkanal ohne echten Bruch oder das Schambein selbst. Weil „Sportlerleiste" uneinheitlich verwendet wird, ordnet ein internationaler Expertenkonsens die Beschwerden nach der betroffenen Struktur.
Typisch sind Schmerzen erst nach, später auch während des Sports, ein umschriebener Druckschmerz und Schmerz beim Anspannen gegen Widerstand. Erster Schritt: Belastung anpassen statt ganz pausieren, dann aktiver Aufbau von Adduktoren-, Hüft- und Rumpfmuskulatur, idealerweise physiotherapeutisch begleitet.
Die Leistenlymphknoten filtern Lymphe aus Bein, Gesäß, Unterbauch und Genitalbereich. Kleine, weiche, verschiebliche Knoten sind oft tastbar und normal. Schmerzhaft geschwollen sind sie meist bei einer Entzündung im Einzugsgebiet: eine infizierte Wunde am Fuß, ein eingewachsener Zehennagel, Fußpilz mit Hautrissen, eine Wundrose oder eine sexuell übertragbare Infektion. Abklären lassen solltest du harte, feste, schmerzlose oder wachsende Knoten, die länger als drei Wochen bleiben — mehr dazu unter geschwollene Lymphknoten.
Wandert ein Nierenstein in den Harnleiter, entsteht eine heftige, wellenförmige Kolik, die von der Flanke in Leiste, Hoden oder Schamlippen ausstrahlt. Betroffene sind unruhig und finden keine bequeme Position, oft mit Übelkeit und Blut im Urin. Kommen Fieber oder Schüttelfrost dazu, staut sich womöglich infizierter Urin — dann gehört das sofort in die Notaufnahme.
Bei der Hodentorsion verdreht sich der Hoden am Samenstrang, seine Blutversorgung wird abgeschnürt — vor allem bei Jugendlichen und jungen Männern. Typisch ist ein plötzlicher, heftiger Hodenschmerz mit Ausstrahlung in Leiste und Unterbauch, oft mit Übelkeit. Kinder klagen manchmal nur über Bauch- oder Leistenschmerzen, deshalb gehört bei Jungen immer auch der Hoden angeschaut. Schon nach wenigen Stunden kann der Hoden absterben. Eine Nebenhodenentzündung beginnt dagegen eher schleichend, oft mit Fieber oder Brennen beim Wasserlassen. Hodenkrebs zeigt sich meist als schmerzlose Verhärtung, manchmal mit Schweregefühl bis in die Leiste.
Bei Frauen verursachen in der Schwangerschaft die gedehnten Mutterbänder oft ein harmloses Ziehen in der Leiste. Einseitige Schmerzen können auch von einer Eierstockzyste, einer Endometriose oder einer Eileiterentzündung kommen. Plötzliche, heftige Schmerzen mit Übelkeit (Stieldrehung des Eierstocks) oder starke Schmerzen in der Frühschwangerschaft (Eileiterschwangerschaft) sind Notfälle.
Nach einer Leistenbruch-Operation kann ein gereizter Nerv anhaltend brennende oder einschießende Schmerzen verursachen. Brennen und Taubheit außen am Oberschenkel sprechen für einen eingeengten Hautnerv unter dem Leistenband (Meralgia paraesthetica), etwa durch enge Hosen oder Übergewicht. Auch die obere Lendenwirbelsäule kann in die Leiste ausstrahlen. Nach einem Herzkatheter über die Leiste sind Blutergüsse häufig, eine pulsierende, wachsende Schwellung muss aber sofort angesehen werden. Und eine Blinddarmentzündung beginnt oft am Nabel und wandert in den rechten Unterbauch.
Diese Tests ersetzen keine Diagnose, sie geben nur eine Richtung vor. Bei plötzlichem, heftigem Hodenschmerz oder einer harten, eingeklemmten Vorwölbung gilt: nicht testen, sondern sofort los.
Ohne Warnzeichen geht die Abklärung in der Regel vom Einfachen zum Aufwendigen.
Einige Medikamente schädigen Sehnen oder Knochen, andere erhöhen das Blutungsrisiko. Beginnen Leistenschmerzen ohne klaren Anlass, lohnt ein Blick auf den Medikationsplan.
Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone, etwa Ciprofloxacin, Levofloxacin oder Moxifloxacin, können Sehnenentzündungen und Sehnenrisse auslösen — am häufigsten an der Achillessehne, grundsätzlich aber auch an anderen Sehnen. Die Beschwerden können schon in den ersten Tagen, aber auch noch Monate nach Therapieende beginnen. Das Risiko steigt mit dem Alter, unter gleichzeitigem Kortison und bei eingeschränkter Nierenfunktion. Das BfArM hat den Einsatz 2019 deshalb eingeschränkt. Bei ersten Sehnenschmerzen unter einem Fluorchinolon: Belastung meiden und umgehend mit der Praxis sprechen.
Hoch dosiertes oder langfristig eingenommenes Kortison wie Prednisolon gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Hüftkopfnekrose und fördert Osteoporose mit Brüchen am Schenkelhals. Neue, tiefe Leistenschmerzen unter einer Kortisontherapie sollten deshalb früh ärztlich abgeklärt werden, oft mit MRT. Kortison nach längerer Einnahme nie abrupt absetzen — das Ausschleichen plant die Praxis.
Unter Bisphosphonaten wie Alendronsäure und unter Denosumab kann es nach längerer Anwendung selten zu ungewöhnlichen Brüchen des Oberschenkelknochens kommen (atypische Femurfrakturen). Oft gehen ihnen wochenlang Schmerzen in Oberschenkel, Hüfte oder Leiste voraus; die Fachinformationen raten, solche Schmerzen zu melden. Der Nutzen der Therapie überwiegt in der Regel deutlich — gerade Denosumab darf nicht einfach weggelassen werden, weil nach dem Absetzen ohne Anschlussbehandlung vermehrt Wirbelbrüche drohen.
Blutverdünner wie Apixaban, Rivaroxaban oder Phenprocoumon können Einblutungen in die Leiste oder in den Hüftbeugemuskel begünstigen (siehe Warnbox oben). Statine gegen erhöhte Blutfette verursachen gelegentlich Muskelschmerzen, meist beidseitig an Oberschenkeln und Waden. Sehr selten kommt es zu einer ernsten Muskelschädigung mit Schwäche und dunklem Urin — dann sofort ärztlich melden.
Bei Muskelzerrungen oder einem Arthroseschub können entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac kurzfristig helfen. Ohne ärztlichen Rat gilt laut Packungsbeilage in der Regel: nicht länger als drei bis vier Tage am Stück. Zusammen mit Blutverdünnern steigt das Blutungsrisiko, bei Nieren-, Magen- oder Herzproblemen ist Vorsicht nötig. Und ein Bruch, der trotz Tablette zunehmend schmerzt, gehört untersucht. Einen Überblick gibt der Schmerzmittel-Vergleich; welche Behandlung passt, entscheidet immer die behandelnde Praxis.
Medikationsplan und Beschwerdeverlauf auf einer Zeitachse, bereit für den nächsten Termin.
Erinnerungen für Spritzen, Tabletten und Kontrolltermine an einem Ort.
Medikationsplan, Einnahmeverlauf und Beschwerden an einem Ort. Kostenlos.
Kostenlos starten
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbsttests sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei einer harten, nicht zurückschiebbaren Vorwölbung, plötzlichem heftigem Hodenschmerz, Koliken mit Fieber oder starken Unterbauchschmerzen in der Schwangerschaft wende dich bitte umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst.