Trockene Augen: Ursachen und der Tränenersatz-Guide

Auf einen Blick

  • Trockene Augen brennen, jucken und fühlen sich an, als hätte man ein Sandkorn im Auge. Manchmal tränen sie sogar, obwohl sie trocken sind.
  • Die häufigste Ursache im Alltag ist Bildschirmarbeit, weil wir dabei seltener blinzeln. Auch das Sicca- oder Sjögren-Syndrom, Medikamente, das Alter und trockene Luft spielen eine Rolle.
  • Künstliche Tränen lindern schnell. Welcher Tränenersatz passt, hängt davon ab, ob eher die wässrige oder die fettige Schicht des Tränenfilms fehlt.
  • Wichtiger als die Marke ist der Wirkstoff, und bei häufiger Anwendung sollten die Tropfen konservierungsmittelfrei sein.
  • Zum Augenarzt gehört es, wenn die Beschwerden trotz Tropfen bleiben, Schmerzen oder Sehstörungen auftreten oder zusätzlich trockener Mund, Gelenkbeschwerden und Müdigkeit dazukommen.

Brennen, ein Fremdkörpergefühl wie von einem Sandkorn, gerötete und müde Augen: Trockene Augen gehören zu den häufigsten Augenbeschwerden überhaupt, und mit Bildschirmen im Alltag werden es immer mehr. In der Medizin spricht man vom Sicca-Syndrom. Die gute Nachricht ist, dass sich die Beschwerden meist gut lindern lassen. Dieser Ratgeber bleibt dabei konkret: Er hilft dir, die Ursache einzugrenzen, von der Bildschirmarbeit über Medikamente bis zum Sjögren-Syndrom, und zeigt dir im Wirkstoffvergleich, welcher Tränenersatz wirklich zu deinem Problem passt, statt dich von Produktnamen leiten zu lassen. So findest du schneller eine Lösung, die zu deinem Alltag und deiner Form des trockenen Auges passt.

Trockene Augen entstehen, wenn der Tränenfilm nicht mehr richtig funktioniert. Entweder produzieren die Tränendrüsen zu wenig Flüssigkeit, oder der Film verdunstet zu schnell, weil seine Zusammensetzung aus Wasser und Fett gestört ist. Die zweite, verdunstungsbedingte Form ist die häufigere und hängt oft mit den Fettdrüsen am Lidrand zusammen, den sogenannten Meibom-Drüsen, deren Sekret das vorzeitige Verdunsten der Tränen verhindern soll.

Woran du trockene Augen erkennst

Trockene Augen äußern sich vielfältig. Typisch sind ein Brennen, ein Fremdkörper- oder Sandkorngefühl, gerötete und juckende Augen sowie müde, schwere Lider. Viele bemerken zeitweise verschwommenes Sehen, das sich nach dem Blinzeln kurz bessert, dazu eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Paradoxerweise können die Augen auch tränen, weil die Reizung einen Tränenreflex auslöst. Die Beschwerden verstärken sich oft im Lauf des Tages, am Bildschirm sowie bei Wind, Klimaanlage oder trockener Heizungsluft. Halten sie an oder treten Schmerzen und Sehstörungen auf, gehört das ärztlich abgeklärt. Oft schwanken die Beschwerden im Tagesverlauf und sind morgens nach dem Aufwachen oder abends nach langer Bildschirmzeit am stärksten.

Ursachen: Bildschirm, Sicca-Syndrom oder Medikamente?

Trockene Augen haben selten nur eine Ursache. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Auslöser, damit du deine Situation besser einschätzen kannst.

Auslöser Was passiert Typische Hinweise
Bildschirmarbeit (Office-Eye) Seltenerer und unvollständiger Lidschlag lässt den Tränenfilm aufreißen Beschwerden am PC und gegen Abend, bessern sich am Wochenende
Sicca- und Sjögren-Syndrom Das Immunsystem greift Tränen- und Speicheldrüsen an Trockene Augen und trockener Mund, oft mit Gelenkbeschwerden und Müdigkeit
Medikamente Verringern die Tränenproduktion Beginn zeitgleich mit Betablockern, Antihistaminika, Hormon- oder Psychopräparaten
Alter und Hormone Die Tränenproduktion lässt nach Häufiger ab etwa 50 Jahren und in den Wechseljahren, Frauen öfter betroffen
Umwelt Trockene Luft beschleunigt die Verdunstung Heizungsluft, Klimaanlage, Zugluft, Rauch, Wind
Liddrüsen (Meibom-Drüsen) Verstopfte Fettdrüsen stören die schützende Fettschicht Verklebte oder gerötete Lidränder, häufigste Form überhaupt

Die Einordnung hilft weiter. Treten die Beschwerden vor allem abends am Bildschirm auf und bessern sich am Wochenende, spricht das für die Bildschirmarbeit. Kommen dagegen trockener Mund, Gelenkbeschwerden und Müdigkeit dazu, lohnt der Gedanke an das Sjögren-Syndrom und eine rheumatologische Abklärung.

Wer ist besonders betroffen?

Manche Menschen haben ein höheres Risiko für trockene Augen. Dazu gehören alle, die viel am Bildschirm arbeiten, sowie Kontaktlinsenträgerinnen und Kontaktlinsenträger. Mit dem Alter steigt das Risiko deutlich, Frauen sind häufiger betroffen, besonders rund um die Wechseljahre. Auch wer dauerhaft bestimmte Medikamente einnimmt, in sehr trockenen oder klimatisierten Räumen arbeitet oder unter einer Autoimmun- oder Schilddrüsenerkrankung leidet, neigt eher zu trockenen Augen. Wer sich in mehreren dieser Gruppen wiederfindet, sollte besonders auf eine gute Augenpflege achten und Beschwerden frühzeitig ernst nehmen, statt sie als reine Bagatelle abzutun.

Medikamente im Blick behalten

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Zwei Formen: zu wenig oder zu schnell verdunstet

Beim trockenen Auge unterscheidet man zwei Grundformen, und das ist für die Wahl der Tropfen wichtig. Bei der ersten produzieren die Tränendrüsen zu wenig Flüssigkeit, dem Auge fehlt also Wasser. Bei der zweiten, häufigeren Form ist die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört, meist fehlt Fett aus den Liddrüsen, sodass die Tränen zu schnell verdunsten. Vereinfacht gilt: Fehlt vor allem Wasser, helfen wässrige Tropfen mit Hyaluronsäure besonders gut. Verdunstet der Film zu schnell, sind lipidhaltige Mittel die bessere Wahl. Oft liegt eine Mischung aus beidem vor. Diese Unterscheidung erklärt auch, warum nicht jeder Tropfen bei jedem gleich gut wirkt: Ein Produkt, das einer Freundin geholfen hat, kann bei einer anderen Form des trockenen Auges wenig bewirken.

Tränenersatz im Wirkstoffvergleich

Künstliche Tränen, auch Tränenersatzmittel genannt, sind die wichtigste Soforthilfe. Sie beheben nicht die Ursache, befeuchten aber die Augenoberfläche und stabilisieren den Tränenfilm. Welches Mittel passt, hängt davon ab, welche Schicht des Tränenfilms fehlt. Deshalb lohnt sich der Blick auf den Wirkstoff statt auf die Marke.

Wirkstoff oder Typ Wirkung Für wen und wann
Hyaluronsäure Bindet Wasser und bleibt lange auf der Augenoberfläche Wenn vor allem wässrige Tränenflüssigkeit fehlt; guter Allrounder bei leichten Beschwerden
Lipidhaltige Tropfen und Liposomen-Sprays Ersetzen fehlendes Fett und bremsen die Verdunstung Bei gestörter Fettschicht und Liddrüsenproblemen, dem häufigsten Fall
Gele und Salben Dickflüssig, haften besonders lange Bei stärkeren Beschwerden und für die Nacht; können die Sicht kurz trüben
Dexpanthenol und regenerierende Zusätze Unterstützen die Regeneration der Augenoberfläche Bei gereizter, beanspruchter Oberfläche, oft als Kombination

Ein Punkt ist dabei besonders wichtig: Verwende bei häufiger oder längerer Anwendung konservierungsmittelfreie Präparate. Konservierungsstoffe wie Benzalkoniumchlorid können die Augenoberfläche reizen und den Tränenfilm zusätzlich schädigen. Konservierte Tropfen solltest du nicht öfter als vier- bis fünfmal täglich anwenden, konservierungsmittelfreie dagegen so oft, wie du sie brauchst, manche Menschen stündlich, andere nur zwei- bis dreimal am Tag. Konservierungsmittelfreie Präparate kommen oft in Einzeldosen oder speziellen Mehrdosenflaschen mit Filter und sind gerade bei empfindlichen Augen und beim Tragen von Kontaktlinsen die sichere Wahl.

Auch die Darreichungsform spielt eine Rolle: Dünnflüssige Tropfen eignen sich für leichte Beschwerden und häufige Anwendung, Gele und Salben für stärkere Beschwerden und die Nacht, und lipidhaltige Sprays werden auf das geschlossene Auge gesprüht und sind bei Verdunstungsproblemen sinnvoll. Welche Form und welcher Wirkstoff am besten passen, lässt sich in der augenärztlichen Praxis mit einfachen Tests klären, etwa der Messung der Tränenmenge und der Aufrisszeit des Tränenfilms.

Wie der Augenarzt die Ursache findet

In der augenärztlichen Praxis lässt sich die Form des trockenen Auges genau bestimmen. Mit dem Schirmer-Test wird gemessen, wie viel Tränenflüssigkeit das Auge bildet. Die Aufrisszeit, fachlich Break-Up-Time, zeigt, wie schnell der Tränenfilm aufreißt, also wie stabil er ist. Ein Blick auf die Lidränder und die Meibom-Drüsen klärt, ob die Fettschicht gestört ist. Aus diesen Befunden ergibt sich, welcher Tränenersatz und welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind und ob eine Grunderkrankung abgeklärt werden sollte. Der Vorteil: Statt verschiedene Produkte auf gut Glück auszuprobieren, lässt sich die Pflege gezielt auf die tatsächliche Ursache abstimmen.

Selbsthilfe, besonders am Bildschirm

Gerade die häufigste Ursache, die Bildschirmarbeit, lässt sich mit einfachen Gewohnheiten gut entschärfen. Schon wenige Anpassungen am Arbeitsplatz und im Tagesablauf nehmen den Augen viel Stress.

  • 20-20-20-Regel: Schau alle 20 Minuten für 20 Sekunden in etwa 6 Meter Entfernung. Das entspannt die Augen und fördert den vollständigen Lidschlag.
  • Bewusst blinzeln: Am Bildschirm blinzeln wir zu selten und oft nur halb. Vollständiges, bewusstes Blinzeln verteilt den Tränenfilm wieder gleichmäßig und ist die einfachste Übung gegen müde Augen.
  • Luft und Umgebung: Vermeide direkte Zugluft von Lüftung oder Ventilator, lüfte regelmäßig und sorge im Winter für etwas Luftfeuchtigkeit. Stelle den Bildschirm etwas unter Augenhöhe, das verkleinert die offene Augenfläche.
  • Lidpflege bei verklebten Lidrändern: Warme Kompressen und sanfte Lidrandreinigung helfen, wenn die Fettdrüsen am Lid verstopft sind.
  • Reize meiden: Rauch, sehr trockene Räume und stundenlanges Kontaktlinsentragen verschärfen trockene Augen.

Hilfreich oder Mythos?

Rund um trockene Augen kursieren viele Tipps, die unterschiedlich gut taugen. Omega-3-Fettsäuren aus Fisch oder Algenöl können die Beschwerden bei manchen Menschen leicht bessern, ersetzen aber keine Tropfen. Vorsicht ist bei Augenbädern mit Kamille oder anderen Kräutern geboten, denn sie können die Augen zusätzlich reizen und werden meist nicht empfohlen. Spüle die Augen nie mit Leitungswasser, das stört den Tränenfilm eher, als dass es hilft. Kontaktlinsen verschärfen trockene Augen oft, hier helfen Tragepausen, eine andere Linsenart oder einfach die Brille. Und auch wenn es naheliegt: Tropfen, die nur die Rötung wegnehmen, behandeln die Trockenheit nicht. Manche dieser abschwellenden Tropfen können bei häufiger Anwendung sogar einen Gewöhnungseffekt auslösen und die Augen langfristig stärker reizen.

Kontaktlinsen, Augen-OP und Hormone

Einige Situationen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Kontaktlinsen liegen direkt auf dem Tränenfilm und können trockene Augen verstärken, vor allem bei langer Tragedauer. Hier helfen Tragepausen, eine andere Linsenart oder das Ausweichen auf die Brille, dazu befeuchtende Tropfen, die für Linsen geeignet sind. Nach Augenoperationen wie einer Laserbehandlung sind trockene Augen vorübergehend häufig und bessern sich meist von selbst, sollten aber begleitet werden. Auch hormonelle Veränderungen spielen eine Rolle: In den Wechseljahren und bei bestimmten hormonellen Verhütungsmitteln treten trockene Augen häufiger auf. Wer hier einen Zusammenhang vermutet, bespricht das am besten mit der ärztlichen Praxis. Oft genügt schon eine kleine Umstellung, etwa eine andere Linse oder ein angepasstes Präparat, um die Beschwerden deutlich zu lindern.

Wann zum Arzt, und der Blick auf Rheuma

Meist bessern sich trockene Augen mit guter Pflege und passenden Tropfen. In manchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung wichtig, um ernstere Ursachen auszuschließen.

Ärztlich abklären lassen

Suche eine augenärztliche Praxis auf, wenn die Beschwerden trotz künstlicher Tränen nach einigen Tagen nicht besser werden, wenn Schmerzen, starke Rötung, Lichtempfindlichkeit oder Sehstörungen auftreten. Denke an das Sjögren-Syndrom und eine rheumatologische Abklärung, wenn neben den trockenen Augen ein trockener Mund, Gelenkbeschwerden und anhaltende Müdigkeit bestehen. Unbehandelt können starke trockene Augen die Hornhaut schädigen und das Sehen beeinträchtigen.

Stecken eine rheumatische oder andere Grunderkrankung dahinter, ist deren Behandlung entscheidend. Mehr dazu liest du im Beitrag zu Rheuma. Weil müde, brennende Augen den Alltag belasten, hängen trockene Augen oft mit Konzentrationsproblemen und allgemeiner Müdigkeit zusammen, gerade bei viel Bildschirmarbeit.

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So beugst du trockenen Augen vor

Vieles lässt sich vorbeugen, indem du die Augen im Alltag entlastest. Plane bei Bildschirmarbeit feste Pausen ein, blinzle bewusst und richte den Arbeitsplatz augenfreundlich ein, mit dem Bildschirm etwas unter Augenhöhe. Sorge für ein gutes Raumklima mit etwas Luftfeuchtigkeit und meide direkte Zugluft und Rauch. Wer Kontaktlinsen trägt, gönnt den Augen regelmäßig Brillentage. Genug Schlaf und ausreichend Trinken unterstützen zusätzlich. Wer früh gegensteuert, verhindert oft, dass aus gelegentlichem Brennen ein dauerhaftes Problem wird. Schon kleine Routinen, etwa eine Tropfenflasche am Arbeitsplatz und bewusste Blinzelpausen, machen über den Tag einen spürbaren Unterschied.

Unterm Strich gilt: Trockene Augen sind meist harmlos und gut behandelbar, wenn man die Ursache kennt und den passenden Tränenersatz wählt. Bewusstes Blinzeln, Pausen und konservierungsmittelfreie Tropfen sind die wichtigsten Hebel. Bleiben die Beschwerden hartnäckig oder kommen weitere Zeichen dazu, lohnt der Blick auf Ursachen wie Medikamente oder das Sjögren-Syndrom, gemeinsam mit ärztlicher Hilfe. Wer den Wirkstoff seiner Tropfen kennt und die eigenen Auslöser im Blick hat, kann gezielt gegensteuern, statt sich von Produktversprechen leiten zu lassen.

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Häufige Fragen zu trockenen Augen

Am schnellsten lindern befeuchtende Augentropfen, sogenannte künstliche Tränen, die Beschwerden. Achte dabei auf konservierungsmittelfreie Präparate. Lege außerdem regelmäßige Bildschirmpausen ein, blinzle bewusst, vermeide Zugluft und trockene Heizungsluft und sorge für etwas Luftfeuchtigkeit. Bleiben die Beschwerden, lohnt sich der Gang in eine augenärztliche Praxis.
Das hängt von der Ursache ab. Fehlt vor allem wässrige Tränenflüssigkeit, eignen sich Tropfen mit Hyaluronsäure, die Wasser binden und lange haften. Liegt das Problem in der Fettschicht des Tränenfilms, was häufiger ist, helfen lipidhaltige Tropfen oder Liposomen-Sprays. Bei stärkeren Beschwerden sind dickflüssige Gele sinnvoll, vor allem für die Nacht.
Am Bildschirm blinzeln wir deutlich seltener und oft unvollständig. Dadurch reißt der schützende Tränenfilm auf und das Auge trocknet aus. Fachleute sprechen vom Office-Eye-Syndrom. Trockene Heizungs- oder Klimaanlagenluft verstärkt den Effekt. Bewusstes Blinzeln und regelmäßige Pausen nach der 20-20-20-Regel helfen spürbar.
Ja. Verschiedene Medikamente können die Tränenproduktion verringern, darunter Betablocker, Antihistaminika, hormonelle Verhütungsmittel und Hormonpräparate sowie manche Psychopharmaka und Schlafmittel. Wenn trockene Augen zeitlich mit einem neuen Medikament beginnen, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob es eine besser verträgliche Alternative gibt. Setze Medikamente nie eigenmächtig ab.
Sicca-Syndrom ist der medizinische Begriff für trockene Augen. Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Tränen- und Speicheldrüsen angreift. Typisch ist die Kombination aus trockenen Augen und trockenem Mund, oft zusammen mit Gelenkbeschwerden und Müdigkeit. Hier ist eine rheumatologische Abklärung sinnvoll.
Bei häufiger oder längerer Anwendung ja. Konservierungsstoffe wie Benzalkoniumchlorid können die Augenoberfläche reizen und den Tränenfilm zusätzlich schädigen. Konservierte Tropfen sollten nicht öfter als vier- bis fünfmal täglich angewendet werden. Konservierungsmittelfreie Präparate kannst du dagegen so oft nutzen, wie du sie brauchst.
Das klingt widersprüchlich, ist aber typisch. Ist die Augenoberfläche gereizt, löst sie einen Tränenreflex aus, und das Auge tränt. Diese Reflextränen haben jedoch nicht die richtige Zusammensetzung und verdunsten schnell, sodass die Augen trotzdem trocken bleiben. Tränende Augen schließen trockene Augen also nicht aus.
Such eine augenärztliche Praxis auf, wenn die Beschwerden trotz künstlicher Tränen nach einigen Tagen nicht besser werden, wenn Schmerzen, starke Rötung, Lichtempfindlichkeit oder Sehstörungen auftreten oder wenn du zusätzlich trockenen Mund, Gelenkbeschwerden und Müdigkeit bemerkst. Unbehandelt können starke trockene Augen die Hornhaut schädigen.
Ja. Trockene, brennende Augen ermüden schnell, besonders bei Bildschirmarbeit, und können Kopfschmerzen sowie Konzentrationsprobleme begünstigen. Gute Befeuchtung, Pausen und bewusstes Blinzeln entlasten die Augen. Treten Müdigkeit und Konzentrationsprobleme unabhängig von den Augen stark auf, sollte auch danach gesucht werden.

Quellen

  • gesund.bund.de und Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Trockene Augen und Sicca-Syndrom. Abgerufen 2026.
  • Apotheken Umschau und augenärztliche Fachinformationen: Tränenersatzmittel und Wirkstoffe. Abgerufen 2026.
  • Patienteninformationen zu Sjögren-Syndrom, Meibom-Drüsen-Dysfunktion und Office-Eye-Syndrom. Abgerufen 2026.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Angaben zu Wirkstoffen und Tränenersatzmitteln sind allgemein gehalten. Bei anhaltenden, schmerzhaften oder das Sehen beeinträchtigenden Beschwerden sowie bei Hinweisen auf eine Grunderkrankung wende dich bitte an eine augenärztliche oder hausärztliche Praxis.