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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2026 · Lesezeit: ca. 10 Min.
Brennen, ein Fremdkörpergefühl wie von einem Sandkorn, gerötete und müde Augen: Trockene Augen gehören zu den häufigsten Augenbeschwerden überhaupt, und mit Bildschirmen im Alltag werden es immer mehr. In der Medizin spricht man vom Sicca-Syndrom. Die gute Nachricht ist, dass sich die Beschwerden meist gut lindern lassen. Dieser Ratgeber bleibt dabei konkret: Er hilft dir, die Ursache einzugrenzen, von der Bildschirmarbeit über Medikamente bis zum Sjögren-Syndrom, und zeigt dir im Wirkstoffvergleich, welcher Tränenersatz wirklich zu deinem Problem passt, statt dich von Produktnamen leiten zu lassen. So findest du schneller eine Lösung, die zu deinem Alltag und deiner Form des trockenen Auges passt.
Trockene Augen entstehen, wenn der Tränenfilm nicht mehr richtig funktioniert. Entweder produzieren die Tränendrüsen zu wenig Flüssigkeit, oder der Film verdunstet zu schnell, weil seine Zusammensetzung aus Wasser und Fett gestört ist. Die zweite, verdunstungsbedingte Form ist die häufigere und hängt oft mit den Fettdrüsen am Lidrand zusammen, den sogenannten Meibom-Drüsen, deren Sekret das vorzeitige Verdunsten der Tränen verhindern soll.
Trockene Augen äußern sich vielfältig. Typisch sind ein Brennen, ein Fremdkörper- oder Sandkorngefühl, gerötete und juckende Augen sowie müde, schwere Lider. Viele bemerken zeitweise verschwommenes Sehen, das sich nach dem Blinzeln kurz bessert, dazu eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Paradoxerweise können die Augen auch tränen, weil die Reizung einen Tränenreflex auslöst. Die Beschwerden verstärken sich oft im Lauf des Tages, am Bildschirm sowie bei Wind, Klimaanlage oder trockener Heizungsluft. Halten sie an oder treten Schmerzen und Sehstörungen auf, gehört das ärztlich abgeklärt. Oft schwanken die Beschwerden im Tagesverlauf und sind morgens nach dem Aufwachen oder abends nach langer Bildschirmzeit am stärksten.
Trockene Augen haben selten nur eine Ursache. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Auslöser, damit du deine Situation besser einschätzen kannst.
| Auslöser | Was passiert | Typische Hinweise |
|---|---|---|
| Bildschirmarbeit (Office-Eye) | Seltenerer und unvollständiger Lidschlag lässt den Tränenfilm aufreißen | Beschwerden am PC und gegen Abend, bessern sich am Wochenende |
| Sicca- und Sjögren-Syndrom | Das Immunsystem greift Tränen- und Speicheldrüsen an | Trockene Augen und trockener Mund, oft mit Gelenkbeschwerden und Müdigkeit |
| Medikamente | Verringern die Tränenproduktion | Beginn zeitgleich mit Betablockern, Antihistaminika, Hormon- oder Psychopräparaten |
| Alter und Hormone | Die Tränenproduktion lässt nach | Häufiger ab etwa 50 Jahren und in den Wechseljahren, Frauen öfter betroffen |
| Umwelt | Trockene Luft beschleunigt die Verdunstung | Heizungsluft, Klimaanlage, Zugluft, Rauch, Wind |
| Liddrüsen (Meibom-Drüsen) | Verstopfte Fettdrüsen stören die schützende Fettschicht | Verklebte oder gerötete Lidränder, häufigste Form überhaupt |
Die Einordnung hilft weiter. Treten die Beschwerden vor allem abends am Bildschirm auf und bessern sich am Wochenende, spricht das für die Bildschirmarbeit. Kommen dagegen trockener Mund, Gelenkbeschwerden und Müdigkeit dazu, lohnt der Gedanke an das Sjögren-Syndrom und eine rheumatologische Abklärung.
Manche Menschen haben ein höheres Risiko für trockene Augen. Dazu gehören alle, die viel am Bildschirm arbeiten, sowie Kontaktlinsenträgerinnen und Kontaktlinsenträger. Mit dem Alter steigt das Risiko deutlich, Frauen sind häufiger betroffen, besonders rund um die Wechseljahre. Auch wer dauerhaft bestimmte Medikamente einnimmt, in sehr trockenen oder klimatisierten Räumen arbeitet oder unter einer Autoimmun- oder Schilddrüsenerkrankung leidet, neigt eher zu trockenen Augen. Wer sich in mehreren dieser Gruppen wiederfindet, sollte besonders auf eine gute Augenpflege achten und Beschwerden frühzeitig ernst nehmen, statt sie als reine Bagatelle abzutun.
Medikamente im Blick behalten
Manche Medikamente können die Augen austrocknen. Mit brite behältst du deine Mittel im Blick, wirst an die Anwendung erinnert und kannst mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen prüfen.
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Beim trockenen Auge unterscheidet man zwei Grundformen, und das ist für die Wahl der Tropfen wichtig. Bei der ersten produzieren die Tränendrüsen zu wenig Flüssigkeit, dem Auge fehlt also Wasser. Bei der zweiten, häufigeren Form ist die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört, meist fehlt Fett aus den Liddrüsen, sodass die Tränen zu schnell verdunsten. Vereinfacht gilt: Fehlt vor allem Wasser, helfen wässrige Tropfen mit Hyaluronsäure besonders gut. Verdunstet der Film zu schnell, sind lipidhaltige Mittel die bessere Wahl. Oft liegt eine Mischung aus beidem vor. Diese Unterscheidung erklärt auch, warum nicht jeder Tropfen bei jedem gleich gut wirkt: Ein Produkt, das einer Freundin geholfen hat, kann bei einer anderen Form des trockenen Auges wenig bewirken.
Künstliche Tränen, auch Tränenersatzmittel genannt, sind die wichtigste Soforthilfe. Sie beheben nicht die Ursache, befeuchten aber die Augenoberfläche und stabilisieren den Tränenfilm. Welches Mittel passt, hängt davon ab, welche Schicht des Tränenfilms fehlt. Deshalb lohnt sich der Blick auf den Wirkstoff statt auf die Marke.
| Wirkstoff oder Typ | Wirkung | Für wen und wann |
|---|---|---|
| Hyaluronsäure | Bindet Wasser und bleibt lange auf der Augenoberfläche | Wenn vor allem wässrige Tränenflüssigkeit fehlt; guter Allrounder bei leichten Beschwerden |
| Lipidhaltige Tropfen und Liposomen-Sprays | Ersetzen fehlendes Fett und bremsen die Verdunstung | Bei gestörter Fettschicht und Liddrüsenproblemen, dem häufigsten Fall |
| Gele und Salben | Dickflüssig, haften besonders lange | Bei stärkeren Beschwerden und für die Nacht; können die Sicht kurz trüben |
| Dexpanthenol und regenerierende Zusätze | Unterstützen die Regeneration der Augenoberfläche | Bei gereizter, beanspruchter Oberfläche, oft als Kombination |
Ein Punkt ist dabei besonders wichtig: Verwende bei häufiger oder längerer Anwendung konservierungsmittelfreie Präparate. Konservierungsstoffe wie Benzalkoniumchlorid können die Augenoberfläche reizen und den Tränenfilm zusätzlich schädigen. Konservierte Tropfen solltest du nicht öfter als vier- bis fünfmal täglich anwenden, konservierungsmittelfreie dagegen so oft, wie du sie brauchst, manche Menschen stündlich, andere nur zwei- bis dreimal am Tag. Konservierungsmittelfreie Präparate kommen oft in Einzeldosen oder speziellen Mehrdosenflaschen mit Filter und sind gerade bei empfindlichen Augen und beim Tragen von Kontaktlinsen die sichere Wahl.
Auch die Darreichungsform spielt eine Rolle: Dünnflüssige Tropfen eignen sich für leichte Beschwerden und häufige Anwendung, Gele und Salben für stärkere Beschwerden und die Nacht, und lipidhaltige Sprays werden auf das geschlossene Auge gesprüht und sind bei Verdunstungsproblemen sinnvoll. Welche Form und welcher Wirkstoff am besten passen, lässt sich in der augenärztlichen Praxis mit einfachen Tests klären, etwa der Messung der Tränenmenge und der Aufrisszeit des Tränenfilms.
In der augenärztlichen Praxis lässt sich die Form des trockenen Auges genau bestimmen. Mit dem Schirmer-Test wird gemessen, wie viel Tränenflüssigkeit das Auge bildet. Die Aufrisszeit, fachlich Break-Up-Time, zeigt, wie schnell der Tränenfilm aufreißt, also wie stabil er ist. Ein Blick auf die Lidränder und die Meibom-Drüsen klärt, ob die Fettschicht gestört ist. Aus diesen Befunden ergibt sich, welcher Tränenersatz und welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind und ob eine Grunderkrankung abgeklärt werden sollte. Der Vorteil: Statt verschiedene Produkte auf gut Glück auszuprobieren, lässt sich die Pflege gezielt auf die tatsächliche Ursache abstimmen.
Gerade die häufigste Ursache, die Bildschirmarbeit, lässt sich mit einfachen Gewohnheiten gut entschärfen. Schon wenige Anpassungen am Arbeitsplatz und im Tagesablauf nehmen den Augen viel Stress.
Rund um trockene Augen kursieren viele Tipps, die unterschiedlich gut taugen. Omega-3-Fettsäuren aus Fisch oder Algenöl können die Beschwerden bei manchen Menschen leicht bessern, ersetzen aber keine Tropfen. Vorsicht ist bei Augenbädern mit Kamille oder anderen Kräutern geboten, denn sie können die Augen zusätzlich reizen und werden meist nicht empfohlen. Spüle die Augen nie mit Leitungswasser, das stört den Tränenfilm eher, als dass es hilft. Kontaktlinsen verschärfen trockene Augen oft, hier helfen Tragepausen, eine andere Linsenart oder einfach die Brille. Und auch wenn es naheliegt: Tropfen, die nur die Rötung wegnehmen, behandeln die Trockenheit nicht. Manche dieser abschwellenden Tropfen können bei häufiger Anwendung sogar einen Gewöhnungseffekt auslösen und die Augen langfristig stärker reizen.
Einige Situationen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Kontaktlinsen liegen direkt auf dem Tränenfilm und können trockene Augen verstärken, vor allem bei langer Tragedauer. Hier helfen Tragepausen, eine andere Linsenart oder das Ausweichen auf die Brille, dazu befeuchtende Tropfen, die für Linsen geeignet sind. Nach Augenoperationen wie einer Laserbehandlung sind trockene Augen vorübergehend häufig und bessern sich meist von selbst, sollten aber begleitet werden. Auch hormonelle Veränderungen spielen eine Rolle: In den Wechseljahren und bei bestimmten hormonellen Verhütungsmitteln treten trockene Augen häufiger auf. Wer hier einen Zusammenhang vermutet, bespricht das am besten mit der ärztlichen Praxis. Oft genügt schon eine kleine Umstellung, etwa eine andere Linse oder ein angepasstes Präparat, um die Beschwerden deutlich zu lindern.
Meist bessern sich trockene Augen mit guter Pflege und passenden Tropfen. In manchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung wichtig, um ernstere Ursachen auszuschließen.
Ärztlich abklären lassen
Suche eine augenärztliche Praxis auf, wenn die Beschwerden trotz künstlicher Tränen nach einigen Tagen nicht besser werden, wenn Schmerzen, starke Rötung, Lichtempfindlichkeit oder Sehstörungen auftreten. Denke an das Sjögren-Syndrom und eine rheumatologische Abklärung, wenn neben den trockenen Augen ein trockener Mund, Gelenkbeschwerden und anhaltende Müdigkeit bestehen. Unbehandelt können starke trockene Augen die Hornhaut schädigen und das Sehen beeinträchtigen.
Stecken eine rheumatische oder andere Grunderkrankung dahinter, ist deren Behandlung entscheidend. Mehr dazu liest du im Beitrag zu Rheuma. Weil müde, brennende Augen den Alltag belasten, hängen trockene Augen oft mit Konzentrationsproblemen und allgemeiner Müdigkeit zusammen, gerade bei viel Bildschirmarbeit.
Ob Augentropfen, Schilddrüsen- oder Rheumamedikamente: brite hilft dir, deine Mittel zu verwalten, an die Anwendung erinnert zu werden und mögliche Nebenwirkungen wie trockene Augen zu prüfen.
Vieles lässt sich vorbeugen, indem du die Augen im Alltag entlastest. Plane bei Bildschirmarbeit feste Pausen ein, blinzle bewusst und richte den Arbeitsplatz augenfreundlich ein, mit dem Bildschirm etwas unter Augenhöhe. Sorge für ein gutes Raumklima mit etwas Luftfeuchtigkeit und meide direkte Zugluft und Rauch. Wer Kontaktlinsen trägt, gönnt den Augen regelmäßig Brillentage. Genug Schlaf und ausreichend Trinken unterstützen zusätzlich. Wer früh gegensteuert, verhindert oft, dass aus gelegentlichem Brennen ein dauerhaftes Problem wird. Schon kleine Routinen, etwa eine Tropfenflasche am Arbeitsplatz und bewusste Blinzelpausen, machen über den Tag einen spürbaren Unterschied.
Unterm Strich gilt: Trockene Augen sind meist harmlos und gut behandelbar, wenn man die Ursache kennt und den passenden Tränenersatz wählt. Bewusstes Blinzeln, Pausen und konservierungsmittelfreie Tropfen sind die wichtigsten Hebel. Bleiben die Beschwerden hartnäckig oder kommen weitere Zeichen dazu, lohnt der Blick auf Ursachen wie Medikamente oder das Sjögren-Syndrom, gemeinsam mit ärztlicher Hilfe. Wer den Wirkstoff seiner Tropfen kennt und die eigenen Auslöser im Blick hat, kann gezielt gegensteuern, statt sich von Produktversprechen leiten zu lassen.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Angaben zu Wirkstoffen und Tränenersatzmitteln sind allgemein gehalten. Bei anhaltenden, schmerzhaften oder das Sehen beeinträchtigenden Beschwerden sowie bei Hinweisen auf eine Grunderkrankung wende dich bitte an eine augenärztliche oder hausärztliche Praxis.