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Sarah K., 34
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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 1. September 2026 · Lesezeit: ca. 11 Min.
Auf einen Blick
| Ursache | Typischer Ort | Typisches Bild | Häufig bei | Erster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| Venenschwäche (Ulcus cruris venosum) | Unterschenkel, oft über dem Innenknöchel | Nässend, eher mäßig schmerzhaft, braune und verhärtete Haut ringsum, Hochlegen tut gut | Krampfadern, nach Thrombose, Übergewicht, langem Stehen | Arterien prüfen lassen, dann Kompression |
| Durchblutungsstörung (pAVK) | Zehen, Ferse, Fußrand, Schienbein | Wie ausgestanzt, stark schmerzhaft, Haut blass und kühl; Schmerz stärker beim Hochlegen | Rauchen, Diabetes, höherem Alter, Bluthochdruck | Gefäßdiagnostik, Angiologie oder Gefäßchirurgie |
| Diabetischer Fuß | Fußsohle, Ballen, Zehen, unter Hornhaut | Oft kaum schmerzhaft, mit Hornhautrand; Infektion wird spät bemerkt | Langjährigem Diabetes mit Nervenschaden | Am selben oder nächsten Tag in Praxis oder Fußambulanz, Druck entlasten |
| Druckgeschwür (Dekubitus) | Kreuzbein, Steiß, Fersen, Hüfte | Beginnt als Rötung, die auf Fingerdruck nicht abblasst | Bettlägerigen, Rollstuhl, nach Schlaganfall | Druck entlasten, Pflege und Praxis einbinden |
| Wundinfektion nach Operation | Operationsnaht | Rötung, Wärme, trübes Sekret oder Eiter, Schmerz nimmt wieder zu, Ränder weichen auseinander | Rauchen, Diabetes, Übergewicht, Cortison | Operierende Klinik oder Praxis am selben Tag |
| Medikamente | Überall, besonders nach Eingriffen | Heilung verzögert, Haut dünn und verletzlich, Blutergüsse | Cortison-Dauertherapie, Immunsuppression, Krebstherapie | Medikationsplan mit der Praxis durchgehen, nichts eigenmächtig absetzen |
| Hautkrebs | Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Handrücken, Unterschenkel | „Wunde" ohne klaren Anlass, blutet immer wieder, verkrustet, heilt nicht | Älteren, viel Sonne im Leben | Hautärztliche Untersuchung, gegebenenfalls Gewebeprobe |
Medikationsplan und Wundverlauf nebeneinander dokumentiert — kostenlos in der brite App.
Wundheilung läuft in drei überlappenden Phasen ab: Eine Entzündungsreaktion reinigt die Wunde — leichte Rötung und Schwellung in den ersten Tagen sind normal —, dann füllt neues, gut durchblutetes Gewebe (Granulationsgewebe) den Defekt, zuletzt wächst vom Rand her Haut darüber. Dafür braucht es Sauerstoff, Nährstoffe, eine funktionierende Abwehr und Schutz vor Druck und Keimen. Fehlt etwas davon, bleibt die Wunde meist in der Entzündungsphase hängen. Die Grunderkrankungen mit allen Therapiedetails beschreiben die Beiträge zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), zum Typ-2-Diabetes und zu Krampfadern.
Operationswunden sind in der Regel nach wenigen Tagen oberflächlich verschlossen und nach ein bis zwei Wochen so weit verheilt, dass die Fäden gezogen werden können. Die häufigste Störung ist die Wundinfektion: Nach anfänglicher Besserung nehmen Rötung, Wärme, Schwellung und Schmerz wieder zu, aus der Naht tritt trübes Sekret oder Eiter, manchmal kommt Fieber hinzu — meist in den ersten Tagen bis Wochen, bei Implantaten auch später. Sammeln sich unter der Naht Wundflüssigkeit (Serom) oder Blut (Hämatom), spannt das und drückt die Ränder auseinander; weichen sie auf, sprechen Fachleute von einer Wunddehiszenz. Rauchen, Übergewicht, schlecht eingestellter Diabetes, Mangelernährung und eine Cortison- oder Immunsuppressionstherapie erhöhen das Risiko. Erster Schritt: noch am selben Tag die operierende Klinik oder Praxis anrufen und nicht selbst an der Naht manipulieren.
Das venöse Unterschenkelgeschwür ist die häufigste Ursache chronischer Beinwunden. Schließen die Venenklappen nicht mehr richtig — bei Krampfadern oder nach einer Thrombose —, staut sich Blut in den Beinen und schädigt über Jahre die Haut. Vorboten sind abends geschwollene Knöchel, schwere Beine, bräunliche, verhärtete Haut und juckende Ekzeme rund um den Innenknöchel. Schon eine kleine Verletzung kann dort in ein nässendes Geschwür übergehen. Die wichtigste Behandlung ist die Kompression — aber erst, wenn eine Durchblutungsstörung der Arterien ausgeschlossen ist, denn Druck auf ein schlecht durchblutetes Bein kann schaden.
Bei der pAVK sind die Beinarterien durch Arteriosklerose verengt. Früh zeigt sie sich als Wadenschmerz beim Gehen, der im Stehen nachlässt (Schaufensterkrankheit). Später schmerzen die Füße nachts im Liegen, und schon ein Schuhdruck oder eine zu tief geschnittene Nagelecke heilt nicht mehr. Die Wunden sitzen an Zehen, Ferse oder Fußrand, wirken wie ausgestanzt und schmerzen stark; die Haut ringsum ist blass und kühl. Wundauflagen allein reichen hier nicht: Heilung gelingt meist erst, wenn die Durchblutung per Katheterbehandlung oder Bypass verbessert wird — deshalb rasch in die Angiologie oder Gefäßchirurgie.
Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die Nerven (Polyneuropathie), sodass Druckstellen oder ein Steinchen im Schuh nicht mehr gespürt werden. Oft sind zusätzlich die Arterien verengt und die Abwehr geschwächt. So entstehen kaum schmerzende Geschwüre an Ballen, Großzehe, Ferse oder unter Hornhautschwielen, und eine Infektion kann sich unbemerkt bis in Sehnen und Knochen ausbreiten. Die Fachgesellschaften raten, jede neue Fußwunde bei Diabetes zeitnah ärztlich ansehen zu lassen, am besten in einer spezialisierten Fußambulanz. Kern der Behandlung ist die Druckentlastung mit Spezialschuhen oder Entlastungsverbänden. Ein warmer, geschwollener, geröteter Fuß ohne Wunde und mit wenig Schmerz kann auf einen Charcot-Fuß hindeuten, bei dem Fußknochen zerfallen — ebenfalls ein Grund für eine rasche Vorstellung.
Wer lange liegt oder sitzt, ohne die Position zu wechseln, drückt die Haut über Kreuzbein, Steiß, Fersen oder Hüften von der Durchblutung ab. Ein Druckgeschwür (Dekubitus) beginnt als Rötung, die auf Fingerdruck nicht mehr weiß wird, und kann binnen Tagen tief werden. Gefährdet sind Menschen nach einem Schlaganfall, mit Lähmungen, fortgeschrittener Demenz, Inkontinenz oder starker Sedierung. Entscheidend sind regelmäßiges Umlagern, druckverteilende Auflagen, Hautpflege und eine ausreichende Ernährung.
Rauchen verengt die kleinen Gefäße, und Kohlenmonoxid verdrängt Sauerstoff aus dem Blut — nach Operationen treten bei Rauchenden deutlich häufiger Wundkomplikationen auf. Eine Mangelernährung mit zu wenig Eiweiß, Energie, Vitamin C oder Zink bremst den Gewebeaufbau; sie ist bei älteren und chronisch kranken Menschen häufig und kommt auch bei Übergewicht vor. Dazu kommen dünnere Haut im Alter, Schwellungen (Ödeme), Nierenschwäche, Blutarmut und Alkohol.
Nicht jede Stelle, die nicht heilt, ist eine gewöhnliche Wunde. Basalzell- und Plattenepithelkarzinom, die Formen des weißen Hautkrebses, zeigen sich oft als Stelle ohne klaren Anlass, die immer wieder blutet, verkrustet und nicht zuheilt — meist an Gesicht, Ohren, Kopfhaut oder Handrücken. Heilt eine Wunde trotz guter Behandlung nicht oder sieht sie ungewöhnlich aus, gehört deshalb eine Gewebeprobe dazu. Selten stecken Gefäßentzündungen (Vaskulitiden) oder das Pyoderma gangraenosum dahinter, ein sehr schmerzhaftes Geschwür mit violettem Rand, das oft mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen einhergeht.
Diese Beobachtungen ersetzen keine Diagnose, und eine Wunde bei Diabetes oder Durchblutungsstörung gehört unabhängig davon in ärztliche Hände. Sie helfen dir aber, den Verlauf zu erkennen und im Termin präzise Auskunft zu geben.
Glukokortikoide wie Prednisolon unterdrücken die Entzündungsreaktion, die eine Wunde zu Beginn braucht, und hemmen die Kollagenbildung. Kurz und niedrig dosiert spielt das meist keine große Rolle; bei höheren Dosen über Monate heilen Wunden spürbar langsamer, die Haut wird pergamentdünn und reißt leicht ein. Zudem kann Cortison den Blutzucker erhöhen. Eine längere Therapie darf nicht abrupt beendet werden — wie es sicher geht, erklärt der Ratgeber Cortison absetzen.
Besonders bekannt für Wundheilungsstörungen sind die mTOR-Hemmer Sirolimus und Everolimus, die nach Transplantationen eingesetzt werden; ihre Fachinformationen nennen das ausdrücklich. Azathioprin, Mycophenolat oder Biologika erhöhen vor allem das Infektionsrisiko. Ob sie vor einer Operation pausiert werden, stimmen Rheumatologie oder Transplantationszentrum mit dem operierenden Team ab. Methotrexat wird nach aktuellen Empfehlungen vor vielen Eingriffen weitergegeben; neue Geschwüre in Mund oder Haut können darunter aber ein Zeichen einer Überdosierung sein — dann noch am selben Tag die Praxis kontaktieren.
Chemotherapien bremsen die Zellteilung und oft die Abwehr. Gefäßhemmende Wirkstoffe wie der Antikörper Bevacizumab und mehrere Tyrosinkinasehemmer führen Wundheilungsstörungen als bekannte Nebenwirkung; rund um Operationen legt das onkologische Team Therapiepausen fest. Bestrahlte Haut kann noch Jahre später schlechter heilen. Hydroxycarbamid, das bei bestimmten Bluterkrankungen lange eingenommen wird, kann schmerzhafte Unterschenkelgeschwüre verursachen, oft in Knöchelnähe.
Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon, direkte orale Antikoagulanzien oder Plättchenhemmer bremsen die Heilung selbst kaum, fördern aber Blutergüsse unter Nähten, die die Ränder auseinanderdrücken. Setze sie trotzdem nie eigenmächtig ab; wie das vor Eingriffen geplant wird, erklärt der Ratgeber Medikamente vor einer Operation. Selten treten in den ersten Behandlungstagen mit Phenprocoumon schmerzhafte, dunkel verfärbte Hautnekrosen auf — ein Grund für eine sofortige ärztliche Vorstellung.
Knöchelödeme durch Calciumantagonisten wie Amlodipin, durch Pregabalin oder Glitazone wie Pioglitazon können die Heilung am Unterschenkel bremsen. Unter Isotretinoin rät die Fachinformation, während und einige Monate nach der Therapie auf Wachsenthaarung, Dermabrasion und Laserbehandlungen zu verzichten. Und weil für den SGLT2-Hemmer Canagliflozin ein erhöhtes Amputationsrisiko beobachtet wurde, empfiehlt die EMA für die ganze Gruppe — auch Empagliflozin und Dapagliflozin — konsequente vorbeugende Fußpflege.
Gegen Wundschmerzen reichen oft Paracetamol oder Ibuprofen für einige Tage — ohne ärztlichen Rat laut Packungsbeilage in der Regel nicht länger als drei bis vier Tage am Stück. Ob entzündungshemmende Schmerzmittel die Heilung von Haut und Weichteilen spürbar verzögern, ist nicht abschließend geklärt. Schmerz, der zunimmt statt nachzulassen, ist ein Warnsignal und sollte nicht einfach überdeckt werden. Einen Überblick gibt der Schmerzmittel-Vergleich.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbstbeobachtungen — auch Randstrich, Hochlege- und Fingerdruck-Test — sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei sich rasch ausbreitender Rötung, Fieber oder Schüttelfrost, schwarz verfärbten Wundbereichen, einem plötzlich kalten, blassen Bein oder einer neuen Fußwunde bei Diabetes wende dich bitte umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst.