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Sarah K., 34
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Auf einen Blick
Adipositas (Fettleibigkeit, starkes Übergewicht) ist eine chronische Erkrankung — keine Willensschwäche und keine freie Entscheidung. Sie entsteht meist durch ein komplexes Zusammenspiel aus Genetik, Hormonen, Psyche, Umwelt und Lebensstil. Der Deutsche Bundestag hat Adipositas 2020 offiziell als Krankheit anerkannt.
In Deutschland sind laut RKI-Daten rund 13 Millionen Erwachsene betroffen — etwa jeder Fünfte.¹ Die Prävalenz hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen, besonders bei jüngeren Altersgruppen und in Bildungsgruppen mit niedrigerem sozioökonomischem Status.
| Kategorie | BMI (kg/m²) | Bedeutung |
|---|---|---|
| Normalgewicht | 18,5–24,9 | Kein erhöhtes Gewichtsrisiko |
| Übergewicht (Präadipositas) | 25,0–29,9 | Erhöhtes Risiko, noch keine Erkrankung |
| Adipositas Grad I | 30,0–34,9 | Deutlich erhöhtes Risiko |
| Adipositas Grad II | 35,0–39,9 | Stark erhöhtes Risiko |
| Adipositas Grad III (morbide) | ≥ 40,0 | Sehr stark erhöhtes Risiko |
Der BMI erfasst nicht, wo sich das Fett befindet. Besonders das viszerale Bauchfett (um die inneren Organe) gilt als Risikofaktor für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Eine internationale Expertenkommission (Lancet Diabetes & Endocrinology, Januar 2025), unterstützt von über 75 internationalen Fachgesellschaften, empfiehlt eine grundlegende Neubewertung: Der BMI allein reicht häufig nicht. Zusätzlich sollen Taillenumfang, direkte Fettmessung und Organfunktion berücksichtigt werden.
Adipositas selbst verursacht oft keine akuten Schmerzen — aber der Körper sendet häufig Warnsignale, die viele nicht mit dem Gewicht in Verbindung bringen:
Über 300 Genorte beeinflussen Hunger, Sättigung, Stoffwechsel und Fettverteilung. Das Sättigungshormon Leptin und das Hungerhormon Ghrelin können bei Adipositas aus dem Gleichgewicht geraten (Leptinresistenz). Genetik bestimmt nicht, ob jemand adipös wird — aber häufig, wie leicht man zunimmt und wie schwer das Abnehmen fällt.
Laut RKI-Daten ist Adipositas in Bildungsgruppen mit niedrigerem sozioökonomischem Status deutlich häufiger.¹ Gesunde Ernährung ist oft teurer und zeitaufwändiger. Soziale Isolation und Stigmatisierung können den Teufelskreis verstärken.
Adipositas gilt als Risikofaktor für eine Vielzahl von Begleit- und Folgeerkrankungen. In der Regel gilt: Je höher der BMI und je länger die Adipositas besteht, desto höher das Risiko.
Die Diagnose geht in der Regel über die reine BMI-Berechnung hinaus:
Mehr: Arzttermin vorbereiten.
Die Entscheidung — welches Medikament, in welcher Situation und in welcher Dosis — trifft immer der behandelnde Arzt. Die neuere Generation der GLP-1-Rezeptoragonisten (umgangssprachlich „Abnehmspritzen") hat die medikamentöse Adipositastherapie in den letzten Jahren verändert.
Bei BMI ≥ 40 oder BMI ≥ 35 mit relevanten Begleiterkrankungen (z. B. Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Schlafapnoe) kann eine bariatrische Operation erwogen werden, wenn konservative Maßnahmen über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend gewirkt haben. Bei sehr hohem BMI (> 50) kann die OP in Einzelfällen auch früher eine Option sein.²
| Verfahren | Gewichtsabnahme | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Schlauchmagen (Sleeve) | ~20–25 % | Häufig eingesetztes Verfahren. In der Regel nicht umkehrbar. |
| Magenbypass (Roux-en-Y) | ~25–35 % | Gilt als eines der wirksamsten Verfahren. Lebenslange Vitaminsubstitution nötig. |
| Magenband | Geringer als Sleeve | Heute seltener eingesetzt. Grundsätzlich reversibel. |
| Magenballon | Temporär | Überbrückungsmaßnahme, keine Dauerlösung. |
Bariatrische Chirurgie zählt bei schwerer Adipositas zu den wirksamsten Langzeittherapien. Die Eingriffssterblichkeit ist in erfahrenen Zentren gering.² Eine strukturierte Nachsorge (Blutwerte, Vitamine, Ernährungsberatung) ist in der Regel lebenslang nötig.
Etwa 6 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben laut RKI-Daten (KiGGS-Studie) eine Adipositas, etwa 15 % sind übergewichtig — die Zahlen liegen seit Jahren auf einem hohen Niveau.⁷
Adipositas geht weit über ein rein körperliches Problem hinaus. Viele Betroffene erleben Diskriminierung — im Gesundheitssystem, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit. Diese Erfahrungen können das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und psychische Erkrankungen begünstigen.²
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