Allergische Rhinitis (Heuschnupfen):
Symptome, Medikamente & Hyposensibilisierung
Auf einen Blick
HäufigkeitEine der häufigsten chronischen Erkrankungen — in Deutschland ist nach Schätzungen ein relevanter Anteil der Bevölkerung betroffen
Andere NamenHeuschnupfen (bei Pollenallergie), allergischer Schnupfen
AuslöserPollen (Gräser, Birke, Erle, Hasel u. a.), Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze
TherapieAllergenkarenz, Antihistaminika, Kortikoid-Nasenspray, Allergen-Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
VerbindungEng verknüpft mit allergischem Asthma — frühzeitige Therapie kann das Asthma-Risiko möglicherweise senken
ICD-10J30 (Allergische Rhinitis)
1. Was ist allergische Rhinitis?
Bei einer allergischen Rhinitis reagiert das Immunsystem überschießend auf an sich harmlose Stoffe in der Atemluft — zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze. Die Folge ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut mit typischen Symptomen wie Niesen, Nasenlaufen, verstopfter Nase und Augenjucken.¹
Allergische Rhinitis wird häufig als Bagatelle abgetan. Tatsächlich kann sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen: Schlafqualität, Konzentration, Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und soziale Aktivitäten können deutlich eingeschränkt sein.¹˒²
Allergische Rhinitis und Asthma hängen eng zusammen
Ein relevanter Anteil der Menschen mit allergischer Rhinitis entwickelt im Verlauf ein allergisches
Asthma. Umgekehrt hat ein Großteil der Asthma-Betroffenen auch eine allergische Rhinitis. Eine frühzeitige Behandlung — insbesondere die Hyposensibilisierung — kann das Asthma-Risiko möglicherweise senken.
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Saisonale allergische Rhinitis (Heuschnupfen)
Ausgelöst durch Pollen von Bäumen (vor allem Birke, Erle, Hasel), Gräsern oder Kräutern. Symptome treten saisonal auf — typischerweise im Frühjahr und Sommer.
Ganzjährige (perenniale) allergische Rhinitis
Ausgelöst durch Hausstaubmilben, Tierhaare (vor allem Katze, Hund) oder Schimmelpilze. Symptome bestehen das ganze Jahr über — häufig mit verstopfter Nase als Leitsymptom.
Intermittierend vs. persistierend (ARIA-Klassifikation)
Die ARIA-Klassifikation unterscheidet nach Dauer (intermittierend: weniger als vier Tage pro Woche oder weniger als vier Wochen; persistierend: mehr) und nach Schweregrad (leicht vs. mäßig-schwer).¹
3. Symptome
Nasale Symptome
- Niesanfälle — häufig in Serien
- Wässriger Nasenfluss (Rhinorrhö)
- Verstopfte Nase (nasale Obstruktion) — bei ganzjähriger Rhinitis häufig das führende Symptom
- Nasenjucken
Augensymptome (allergische Konjunktivitis)
- Juckende, tränende, gerötete Augen — treten häufig zusammen mit den Nasensymptomen auf (Rhinokonjunktivitis)
Weitere Beschwerden
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit — häufig unterschätzt; beeinträchtigt Konzentration und Leistungsfähigkeit
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen — durch verstopfte Nase
- Mundatmung, Schnarchen
- Eingeschränkte Riechfähigkeit
- Bei Kindern: Mundatmung, allergischer Gruß (Reiben der Nase nach oben), Querfurche auf der Nase
4. Diagnose
- Anamnese: Wann treten die Symptome auf? Saisonal oder ganzjährig? Haustiere? Berufliche Exposition? Familiäre Belastung?
- Hauttest (Prick-Test): Allergenextrakte werden auf die Haut aufgetragen und leicht eingeritzt. Eine Quaddel zeigt eine Sensibilisierung an. Ergebnis in der Regel nach wenigen Minuten. Wichtig: Antihistaminika müssen einige Tage vorher abgesetzt werden, da sie das Ergebnis verfälschen können.
- Bluttest (spezifisches IgE): Kann alternativ oder ergänzend zum Prick-Test eingesetzt werden. Vorteil: keine Beeinflussung durch Medikamente. Mit der molekularen Allergiediagnostik können auch einzelne Allergenkomponenten bestimmt werden.
- Nasale Provokation: In unklaren Fällen — das vermutete Allergen wird direkt in die Nase eingebracht und die Reaktion gemessen.
Mehr: Arzttermin vorbereiten.