Erektile Dysfunktion:
Ursachen, seriöser PDE5-Vergleich und Wege zur Behandlung

Auf einen Blick

Was ist das? Wenn es über längere Zeit nicht zuverlässig gelingt, eine ausreichende Erektion zu bekommen oder zu halten.
Wie häufig? Sehr häufig: etwa jeder zweite Mann zwischen 40 und 70 kennt es in unterschiedlichem Maß.
Ursachen Meist die Durchblutung (vaskulär), dazu seelische und medikamentöse Auslöser.
Wichtig zu wissen Erektionsprobleme können ein frühes Warnzeichen für das Herz sein.
Behandlung Lebensstil, Ursache behandeln, PDE5-Hemmer (verschreibungspflichtig), weitere Optionen.
ICD-10 N48.4 (organisch), F52.2 (psychogen)

Was ist eine erektile Dysfunktion?

Von einer erektilen Dysfunktion (auch Erektionsstörung) spricht man, wenn es über längere Zeit, meist über mehrere Monate, nicht oder nicht zuverlässig gelingt, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen oder zu halten. Dass es gelegentlich einmal nicht klappt, ist völlig normal und noch keine Erektionsstörung.

Erektionsprobleme sind sehr häufig und nehmen mit dem Alter zu. Etwa die Hälfte der Männer zwischen 40 und 70 kennt sie in unterschiedlichem Ausmaß. Wichtig: Es ist ein medizinisches Thema, kein Zeichen von mangelnder Männlichkeit, und in den allermeisten Fällen lässt sich gut etwas tun.

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Medikamente und Wechselwirkungen im Blick behalten.

Wenn du Medikamente nimmst, hilft dir brite, den Überblick zu behalten: Erinnerungen an die Einnahme, ein Wechselwirkungs-Check (wichtig zum Beispiel bei Nitraten) und ein Medikationsplan fürs nächste Arztgespräch.

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Die Ursachen: vaskulär, psychisch oder medikamentös?

Eine Erektion ist ein Zusammenspiel von Blutgefäßen, Nerven, Hormonen und Psyche. Eine Störung in dieser Kette kann zu Erektionsproblemen führen. Für die richtige Behandlung ist es wichtig, die Ursache einzuordnen. Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden.

Körperliche (vaskuläre) Ursachen. Sie sind vor allem ab etwa 40 die häufigsten. Meist steckt eine schlechtere Durchblutung dahinter, zum Beispiel durch Bluthochdruck, Diabetes, hohe Blutfette, Rauchen oder Übergewicht. Auch Nervenschäden (etwa nach Operationen im Becken oder bei langjährigem Diabetes) und Hormonstörungen wie ein Testosteronmangel können eine Rolle spielen.

Ein wichtiges Warnsignal Erektionsprobleme durch Durchblutungsstörungen können ein frühes Zeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein, oft Jahre bevor es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt. Eine ärztliche Abklärung schützt also nicht nur die Sexualität, sondern auch das Herz.

Seelische (psychische) Ursachen. Stress, Versagensangst, Depressionen, Erschöpfung oder Probleme in der Partnerschaft. Sie sind häufiger bei jüngeren Männern. Ein Hinweis darauf: Die Probleme treten eher plötzlich oder nur in bestimmten Situationen auf, und morgendliche Erektionen sind noch vorhanden.

Medikamentöse Ursachen. Manche Medikamente können Erektionsprobleme auslösen oder verstärken, zum Beispiel bestimmte Blutdruckmittel (vor allem Betablocker und entwässernde Mittel), einige Antidepressiva oder Finasterid gegen die Prostatavergrößerung. Das ist wichtig, weil sich solche Probleme oft bessern, wenn die Medikation gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt angepasst wird. Einige dieser Mittel können auch die Lust dämpfen. Mehr dazu: Libidoverlust.

Oft kommen mehrere Ursachen zusammen, zum Beispiel eine körperliche Grundlage mit einer zusätzlichen seelischen Belastung. Genau deshalb lohnt es sich, der Sache auf den Grund zu gehen, statt nur das Symptom zu überdecken.

Diagnose: den Ursachen auf den Grund gehen

Am Anfang steht ein offenes Gespräch. Es hilft, die Ursache einzugrenzen, deshalb sind diese Fragen typisch: Seit wann bestehen die Probleme, treten sie immer oder nur manchmal auf, gibt es noch morgendliche Erektionen, welche Medikamente werden eingenommen, wie ist die seelische Situation?

Dazu kommen meist:

  • eine körperliche Untersuchung.
  • Blutuntersuchungen, zum Beispiel Blutzucker, Blutfette und der Testosteronwert.
  • die Messung des Blutdrucks und eine Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos.
  • bei Bedarf weitere Untersuchungen, etwa eine Ultraschalluntersuchung der Penisdurchblutung.

Das Ziel ist nicht nur, die Erektionsstörung zu behandeln, sondern auch mögliche Grunderkrankungen zu erkennen.

Behandlung: was wirklich hilft

Die gute Nachricht: Erektionsstörungen lassen sich in den meisten Fällen gut behandeln. Was hilft, richtet sich nach der Ursache, oft ist eine Kombination sinnvoll.

  • An der Wurzel ansetzen: Ein gesünderer Lebensstil wirkt oft erstaunlich gut. Regelmäßige Bewegung, Abnehmen, Rauchstopp, weniger Alkohol und eine gute Einstellung von Diabetes, Blutdruck und Blutfetten können die Erektionsfähigkeit verbessern und schützen zugleich das Herz.
  • Medikamente prüfen: Wenn ein Medikament die Ursache sein könnte, lässt sich oft gemeinsam mit der Praxis eine Alternative finden. Setze Medikamente nie eigenmächtig ab.
  • Tabletten (PDE5-Hemmer): Sie sind die häufigste medikamentöse Behandlung (siehe nächster Abschnitt).
  • Bei seelischen Ursachen: Eine Sexual- oder Psychotherapie, gern auch gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner, kann sehr helfen.
  • Weitere Möglichkeiten: Wenn Tabletten nicht wirken oder nicht infrage kommen, gibt es zum Beispiel Vakuumpumpen, eine Spritzen- oder Gel-Behandlung direkt am Penis (SKAT), eine Hormonbehandlung bei nachgewiesenem Mangel oder, als letzte Option, eine Penisprothese.

PDE5-Hemmer im seriösen Vergleich

PDE5-Hemmer sind die häufigste medikamentöse Behandlung der erektilen Dysfunktion. Zu ihnen gehören vier Wirkstoffe. Sildenafil und Tadalafil sind die bekanntesten, dazu kommen Vardenafil und Avanafil. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie schnell und wie lange sie wirken.

Wirkstoff Wirkungseintritt Wirkdauer Besonderheit
Sildenafil ca. 30 bis 60 Minuten ca. 4 bis 6 Stunden am besten auf nüchternen Magen, fettiges Essen verzögert die Wirkung
Tadalafil ca. 30 bis 60 Minuten bis zu 36 Stunden unabhängig von Mahlzeiten; auch als niedrig dosierte tägliche Tablette möglich, die zusätzlich bei Prostatabeschwerden hilft
Vardenafil ca. 25 bis 60 Minuten ca. 4 bis 8 Stunden ähnlich wie Sildenafil
Avanafil ca. 15 bis 30 Minuten ca. 6 Stunden wirkt besonders schnell

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Seriös eingeordnet, jenseits der Werbeversprechen:

  • Alle PDE5-Hemmer wirken auf dieselbe Weise: Sie verbessern die Durchblutung im Penis, aber nur zusammen mit sexueller Erregung. Sie lösen also keine Erektion auf Knopfdruck aus.
  • Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, eine verstopfte Nase und Sodbrennen. Sehstörungen können vor allem bei Sildenafil und Vardenafil auftreten, Rücken- oder Muskelschmerzen eher bei Tadalafil.
  • Diese Mittel sind verschreibungspflichtig. Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, auch um Herzerkrankungen auszuschließen und Wechselwirkungen zu prüfen.
  • Finger weg von dubiosen Online-Shops: Dort kursieren häufig Fälschungen mit unbekannten oder falsch dosierten Inhaltsstoffen. Das kann gefährlich sein.
Niemals zusammen mit Nitraten Wer Nitrate gegen Herzbeschwerden (Angina pectoris) einnimmt, darf keine PDE5-Hemmer verwenden. Die Kombination kann den Blutdruck gefährlich stark absenken. Auch mit Alphablockern (zum Beispiel Tamsulosin gegen Prostatabeschwerden) ist Vorsicht geboten. Sprich vor der Einnahme immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über alle deine Medikamente.
Wechselwirkungs-Check

Sicher den Überblick über deine Medikamente behalten.

Wenn du einen PDE5-Hemmer nimmst, erinnert dich brite an die Einnahme (etwa bei der täglichen Tadalafil-Tablette) und prüft Wechselwirkungen mit deinen anderen Mitteln, gerade die wichtige Kombination mit Nitraten. So hast du deinen Medikationsplan fürs Arztgespräch parat.

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Wann zum Arzt?

Wenn Erektionsprobleme länger anhalten, immer wieder auftreten oder dich belasten, ist ein Arztbesuch sinnvoll, oft in der Urologie. Das lohnt sich aus zwei Gründen: Erstens lässt sich fast immer gut helfen. Zweitens kann eine Erektionsstörung ein frühes Warnzeichen für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einen Diabetes sein, das man nicht übersehen sollte.

Selten, aber ein Notfall: Priapismus Eine Erektion, die ohne sexuelle Erregung von selbst bestehen bleibt und länger als etwa vier Stunden anhält, oft schmerzhaft, nennt man Priapismus. Das ist ein urologischer Notfall und kann das Gewebe dauerhaft schädigen. Such dann sofort eine Notaufnahme auf oder wähle den Notruf 112. Dieses Risiko besteht vor allem bei der Spritzenbehandlung, sehr selten auch bei Tabletten.

Den Überblick über deine Medikamente behalten mit brite

Ob eine tägliche Tablette oder die Frage nach Wechselwirkungen: brite hilft dir, deine Medikamente sicher im Griff zu behalten.

  • Einnahme-Erinnerung: zum Beispiel für die tägliche, niedrig dosierte Tadalafil-Tablette.
  • Wechselwirkungs-Check: warnt dich bei kritischen Kombinationen, etwa mit Nitraten.
  • Beschwerde-Notizen: halte fest, was sich verändert, hilfreich fürs nächste Gespräch.
  • Medikationsplan: alle Mittel an einem Ort, griffbereit für den nächsten Termin.
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Häufige Fragen

Wenn es über längere Zeit, meist mehrere Monate, nicht zuverlässig gelingt, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen oder zu halten. Dass es gelegentlich nicht klappt, ist normal.

Ab etwa 40 vor allem Durchblutungsstörungen, zum Beispiel durch Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen. Bei jüngeren Männern häufiger seelische Ursachen wie Stress oder Versagensangst. Auch Medikamente können eine Rolle spielen.

Ja. Erektionsprobleme durch Durchblutungsstörungen können ein frühes Zeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Deshalb ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, sie schützt auch das Herz.

Beide sind PDE5-Hemmer und verbessern die Durchblutung. Sildenafil wirkt etwa 4 bis 6 Stunden und am besten auf nüchternen Magen. Tadalafil wirkt bis zu 36 Stunden und unabhängig vom Essen, es gibt es auch als tägliche niedrig dosierte Tablette.

Nein. PDE5-Hemmer wirken nur zusammen mit sexueller Erregung und brauchen je nach Mittel etwa 15 bis 60 Minuten. Sie lösen keine Erektion auf Knopfdruck aus.

Die Kombination mit Nitraten (Mittel gegen Angina pectoris). Sie kann den Blutdruck gefährlich senken. Auch mit Alphablockern ist Vorsicht geboten. PDE5-Hemmer sind verschreibungspflichtig und gehören in ärztliche Hand, nicht in dubiose Online-Shops.

Ja. Bewegung, Abnehmen, Rauchstopp und eine gute Einstellung von Diabetes und Blutdruck können die Erektionsfähigkeit deutlich verbessern und schützen zugleich das Herz.

Wenn eine Erektion von selbst bestehen bleibt und länger als etwa vier Stunden anhält, oft schmerzhaft (Priapismus). Das ist ein urologischer Notfall, dann sofort in die Notaufnahme oder den Notruf 112 wählen.

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Quellen

  1. DGN (Deutsche Gesellschaft für Neurologie): S1-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion“ (AWMF 030-112, 2018). register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-112
  2. EAU (European Association of Urology): Guidelines on Sexual and Reproductive Health (Male Sexual Dysfunction). uroweb.org
  3. IQWiG / gesundheitsinformation.de: Erektionsstörungen. gesundheitsinformation.de
  4. DGU / urologenportal.de: Patienteninformationen zu Erektionsstörungen. urologenportal.de
  5. ISSM (International Society for Sexual Medicine): Patienteninformationen. issm.info
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. PDE5-Hemmer sind verschreibungspflichtig und können ernste Wechselwirkungen haben. Welche Behandlung für dich geeignet ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab und gehört in ärztliche Hand. Stand: Juni 2026.