Lungenentzündung:
Symptome, ambulant oder stationär und die richtige Behandlung

Auf einen Blick

Was ist das? Eine Entzündung des Lungengewebes, meist durch eine Infektion. Die Lungenbläschen füllen sich mit Flüssigkeit.
Leitsymptome Fieber, Husten mit Auswurf, Atemnot und ein starkes Krankheitsgefühl. Bei Älteren oft untypisch.
Häufigste Ursache Bakterien, vor allem Pneumokokken. Auch Viren wie Grippe- oder Coronaviren kommen infrage.
Wichtige Entscheidung Ambulant oder stationär? Dafür nutzen Ärzte den CRB-65-Score.
Behandlung Bei bakterieller Ursache ein passendes Antibiotikum. Bei Viren helfen Antibiotika nicht.
ICD-10 J18.9 (nicht näher bezeichnet), J13 (Pneumokokken), J12 (viral)

Was ist eine Lungenentzündung?

Bei einer Lungenentzündung (medizinisch Pneumonie) entzündet sich das Gewebe der Lunge, meist durch eine Infektion. Die kleinen Lungenbläschen, in denen normalerweise der Sauerstoff ins Blut übergeht, füllen sich mit Entzündungsflüssigkeit. Dadurch wird die Atmung erschwert.

Am häufigsten ist die ambulant erworbene Pneumonie, also eine Lungenentzündung, die man sich im Alltag außerhalb des Krankenhauses zuzieht. Sie kann harmlos verlaufen, aber auch ernst werden, vor allem bei älteren Menschen und bei Vorerkrankungen. Deshalb sollte sie immer ärztlich behandelt werden.

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Ein Antibiotikum wirkt nur, wenn du es regelmäßig und vollständig einnimmst. brite erinnert dich an jede Dosis, prüft Wechselwirkungen und führt deinen Medikationsplan.

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Symptome

Eine Lungenentzündung kann sich sehr unterschiedlich zeigen. Häufig sind:

  • plötzliches hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost. Mehr dazu: Fieber.
  • Husten, häufig mit gelblichem, grünlichem oder bräunlichem Auswurf.
  • Atemnot und schnelle Atmung.
  • Schmerzen beim Atmen im Brustkorb.
  • ein starkes Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit.

Nicht jede Lungenentzündung verläuft so typisch. Manche, vor allem durch sogenannte atypische Erreger, beginnen schleichender mit trockenem Husten, Kopf- und Gliederschmerzen und nur mäßigem Fieber.

Bei älteren Menschen oft untypisch Gerade im höheren Alter kann eine Lungenentzündung anders aussehen, zum Beispiel mit plötzlicher Verwirrtheit, Schwäche oder Stürzen und ganz ohne hohes Fieber. Wenn sich der Zustand eines älteren Menschen rasch verschlechtert, sollte man auch an eine Lungenentzündung denken.

Ursachen: Bakterien, Viren und mehr

Eine Lungenentzündung entsteht meist durch eine Infektion. Auslöser können sein:

  • Bakterien, am häufigsten Pneumokokken. Sie verursachen oft die typische, plötzlich beginnende Form.
  • Viren, zum Beispiel Grippe- oder Coronaviren.
  • seltener andere Erreger wie bestimmte Pilze, vor allem bei geschwächtem Immunsystem.

Oft entwickelt sich eine Lungenentzündung im Rahmen einer anderen Atemwegsinfektion. Mehr dazu: Atemwegsinfektionen. Das Risiko steigt mit höherem Alter, einem geschwächten Immunsystem, chronischen Lungen- oder Herzerkrankungen, Diabetes und beim Rauchen.

Diagnose: Wie wird das festgestellt?

Den Verdacht stellt die Ärztin oder der Arzt anhand der Beschwerden und beim Abhören der Lunge. Zur Sicherung und Einschätzung gehören:

  • ein Röntgenbild der Lunge, das die Entzündung sichtbar macht.
  • Blutuntersuchungen, etwa Entzündungswerte wie das CRP.
  • die Messung der Sauerstoffsättigung im Blut, mit einem kleinen Clip am Finger.
  • bei Bedarf eine Untersuchung des Auswurfs oder weitere Tests, um den Erreger einzugrenzen.

Ambulant oder stationär? Der CRB-65-Score

Eine der wichtigsten Fragen ist, ob eine Lungenentzündung zu Hause oder im Krankenhaus behandelt werden sollte. Dafür nutzen Ärztinnen und Ärzte einen einfachen Score: den CRB-65. Er gibt für vier Punkte jeweils einen Zähler:

Buchstabe Kriterium (je 1 Punkt)
C (Confusion) neue Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung
R (Respiratory rate) Atemfrequenz von 30 oder mehr Atemzügen pro Minute
B (Blood pressure) niedriger Blutdruck (unter 90 mmHg systolisch oder 60 mmHg oder weniger diastolisch)
65 Alter von 65 Jahren oder älter

Tabelle seitlich scrollen →

Aus der Summe ergibt sich eine grobe Einschätzung des Risikos:

  • 0 Punkte: geringes Risiko. Eine Behandlung zu Hause ist meist möglich, wenn auch die Sauerstoffsättigung gut ist (über 92 Prozent) und keine instabilen Begleiterkrankungen vorliegen.
  • 1 bis 2 Punkte: erhöhtes Risiko. Eine Behandlung im Krankenhaus sollte geprüft werden.
  • 3 bis 4 Punkte: hohes Risiko. In der Regel Behandlung im Krankenhaus, oft auf einer Überwachungs- oder Intensivstation.
Der Score ist eine Hilfe, keine Selbstdiagnose Diesen Score nutzen Ärztinnen und Ärzte zur Einschätzung. Er ersetzt nicht die ärztliche Beurteilung. Auch die Sauerstoffsättigung, Begleiterkrankungen und die häusliche Versorgung fließen in die Entscheidung ein. Triff diese Entscheidung also nicht allein, sondern lass dich ärztlich beraten.

Behandlung: die richtige Antibiotika-Entscheidung

Ob und welches Antibiotikum nötig ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Genau das ist der Punkt, den viele Ratgeber auslassen. Zuerst zählt: Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Bei einer viralen Lungenentzündung (zum Beispiel durch Grippe- oder Coronaviren) helfen sie nicht. Hier stehen je nach Erreger andere Mittel und unterstützende Maßnahmen im Vordergrund.

Bei einer bakteriellen Lungenentzündung hängt die Wahl des Antibiotikums vom Schweregrad und von Begleiterkrankungen ab:

Situation Typische erste Wahl
Leichte Pneumonie, ohne Begleiterkrankungen, ambulant Amoxicillin (hochdosiert), als Tablette
Leichte Pneumonie mit bestimmten Begleiterkrankungen (z. B. schwere COPD, Herzschwäche) Amoxicillin plus Clavulansäure
Penicillin-Allergie oder -Unverträglichkeit ein Makrolid wie Azithromycin oder Clarithromycin, oder Doxycyclin
Mittelschwere bis schwere Pneumonie, stationär meist ein Beta-Lactam, oft kombiniert mit einem Makrolid, als Infusion

Tabelle seitlich scrollen →

Azithromycin (ein Makrolid)
Wann: vor allem bei Penicillin-Allergie oder bei Verdacht auf atypische Erreger. Gut zu wissen: Viele Pneumokokken sind in Deutschland gegen Makrolide unempfindlich, deshalb ist Azithromycin allein meist nicht die erste Wahl bei der typischen Lungenentzündung. Achtung Wechselwirkungen: Makrolide können sich zum Beispiel mit Statinen oder Blutverdünnern beeinflussen. Details: Azithromycin.

Zwei Punkte sind besonders wichtig:

  • Dauer: Bei leichter bis mittelschwerer Lungenentzündung reichen meist etwa 5 Tage, sofern es dir mindestens zwei Tage stabil bessergeht. Nimm das Antibiotikum so lange wie verordnet und setze es nicht eigenmächtig ab, auch wenn du dich schon besser fühlst.
  • Kontrolle: Nach 48 bis 72 Stunden sollte eine Besserung eintreten. Wenn nicht, lass dich ärztlich neu beurteilen.
Medikationsplan

Antibiotikum richtig und vollständig einnehmen.

Eine angefangene Antibiotika-Therapie sollte nicht zu früh enden. brite erinnert dich an jede Dosis, warnt vor Wechselwirkungen (etwa mit Statinen) und hält deinen Plan fürs nächste Arztgespräch bereit.

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Genesung: was du selbst tun kannst

Neben den Medikamenten hilft deinem Körper bei der Genesung:

  • viel Ruhe und Schonung, auch wenn es dir langsam bessergeht.
  • ausreichend trinken, damit sich der Schleim besser löst.
  • bei Fieber fiebersenkende Mittel nach Bedarf.
  • nicht rauchen.
  • auf Warnzeichen achten und bei einer Verschlechterung ärztlichen Rat suchen.

Eine Lungenentzündung braucht Zeit. Müdigkeit und ein Reizhusten können auch nach Abklingen der akuten Phase noch einige Wochen anhalten. Überfordere dich nicht zu früh.

Vorbeugen: Impfung und Lebensstil

Du kannst dein Risiko senken:

  • Impfungen: Gegen Pneumokokken und gegen Grippe gibt es Impfungen. Die STIKO empfiehlt die Pneumokokken-Impfung unter anderem für Menschen ab 60 Jahren und für bestimmte Risikogruppen.
  • nicht rauchen, da Rauchen die Selbstreinigung und Abwehr der Lunge schwächt.
  • chronische Erkrankungen wie Diabetes oder eine Herzschwäche gut behandeln lassen.
  • Händehygiene, besonders in der Erkältungs- und Grippezeit.

Wann dringend zum Arzt?

Eine Lungenentzündung gehört grundsätzlich ärztlich behandelt. Such ärztlichen Rat, wenn du Husten und Fieber zusammen mit Atemnot oder starkem Krankheitsgefühl hast. Besonders dringend ist das bei:

  • Atemnot, sehr schneller Atmung oder bläulichen Lippen.
  • Verwirrtheit oder starker Schläfrigkeit.
  • Kreislaufschwäche mit sehr niedrigem Blutdruck.
  • hohem Fieber, das nicht sinkt, oder einer raschen Verschlechterung.
  • Risikopersonen, etwa bei höherem Alter, geschwächtem Immunsystem oder chronischen Erkrankungen.
Atemnot ist ein Warnzeichen Wenn du schwer Luft bekommst, sehr schnell atmest, sich die Lippen bläulich färben oder du verwirrt wirst, hol sofort ärztliche Hilfe oder wähle den Notruf 112. Das kann auf einen schweren Verlauf hindeuten.

Behalte deine Behandlung mit brite im Griff

Ein Antibiotikum wirkt nur bei regelmäßiger, vollständiger Einnahme. brite hilft dir, an jede Dosis zu denken und den Überblick zu behalten.

  • Einnahme-Erinnerung: denk an jede Dosis, bis die Therapie vollständig ist.
  • Symptom-Tagebuch: halte Fieber, Husten und dein Befinden fest.
  • Wechselwirkungs-Check: sieh auf einen Blick, ob sich deine Medikamente vertragen.
  • Medikationsplan: immer aktuell und griffbereit für den nächsten Arzttermin.
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Häufige Fragen

Das hängt vom Schweregrad ab. Ärzte nutzen dafür den CRB-65-Score (Verwirrtheit, schnelle Atmung, niedriger Blutdruck, Alter ab 65) sowie die Sauerstoffsättigung und Begleiterkrankungen. Bei 0 Punkten und guter Sauerstoffsättigung ist meist eine Behandlung zu Hause möglich.

Bei einer leichten Lungenentzündung ohne Begleiterkrankungen ist Amoxicillin das Mittel der Wahl. Bei einer Penicillin-Allergie kommen Makrolide wie Azithromycin oder Doxycyclin infrage. Die Wahl trifft immer die Ärztin oder der Arzt.

Bei leichter bis mittelschwerer Lungenentzündung meist etwa 5 Tage, sofern es dir mindestens zwei Tage stabil bessergeht. Wichtig ist, das Antibiotikum nicht früher abzusetzen, auch wenn die Beschwerden schon nachlassen.

Nein. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Bei einer viralen Lungenentzündung, etwa durch Grippe- oder Coronaviren, helfen sie nicht. Dann kommen je nach Erreger andere Mittel und unterstützende Maßnahmen zum Einsatz.

Die Erreger können übertragen werden, etwa durch Tröpfchen beim Husten. Ob daraus eine Lungenentzündung entsteht, hängt aber stark von der Abwehrlage der angesteckten Person ab.

Die akute Phase bessert sich meist innerhalb weniger Tage unter Behandlung. Husten und Müdigkeit können aber noch einige Wochen anhalten. Gib deinem Körper Zeit und kehre nicht zu früh zur vollen Belastung zurück.

Ja, unter anderem mit Impfungen gegen Pneumokokken und Grippe, mit dem Verzicht aufs Rauchen und einer guten Behandlung chronischer Erkrankungen. Auch Händehygiene senkt das Infektionsrisiko.

Sie kann untypisch verlaufen, etwa mit plötzlicher Verwirrtheit, Schwäche oder Stürzen und ganz ohne hohes Fieber. Bei einer raschen Verschlechterung des Allgemeinzustands sollte man aufmerksam werden und ärztlichen Rat suchen.

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Quellen

  1. CAPNETZ, DGP und weitere Fachgesellschaften: S3-Leitlinie „Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie“ (AWMF 020-020, Stand 2021). register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-020
  2. RKI / STIKO: Empfehlungen zur Pneumokokken- und zur Influenza-Impfung. rki.de
  3. IQWiG / gesundheitsinformation.de: Informationen zur Lungenentzündung. gesundheitsinformation.de
  4. DGP (Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin): Patienteninformationen. pneumologie.de
  5. Lungeninformationsdienst (Helmholtz Munich): Informationen zur Pneumonie. lungeninformationsdienst.de
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Eine Lungenentzündung sollte immer ärztlich abgeklärt und behandelt werden. Welche Behandlung für dich geeignet ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Stand: Juni 2026.