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Sarah K., 34
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Akute Atemwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt — viele Erwachsene machen in der Regel mehrere pro Jahr durch. Sie werden meist durch Viren ausgelöst und betreffen die oberen Atemwege (Nase, Rachen, Kehlkopf) und/oder die unteren Atemwege (Bronchien, Lunge).¹
Zu den vier wichtigsten viralen Atemwegsinfektionen zählen: Erkältung, Grippe (Influenza), COVID-19 und RSV. Alle werden überwiegend durch Tröpfchen- oder Aerosolinfektion übertragen und treten gehäuft in den Herbst- und Wintermonaten auf.¹
Wichtig: Symptome allein reichen nicht zur Diagnose
Eine sichere Unterscheidung zwischen Erkältung, Grippe, COVID-19 und RSV ist anhand der Symptome allein in der Regel NICHT möglich — häufig schafft erst ein Labortest (Abstrich/PCR/Schnelltest) Klarheit.
Erkältungen können durch eine Vielzahl verschiedener Erreger ausgelöst werden — darunter häufig Rhinoviren, daneben saisonale Coronaviren (nicht SARS-CoV-2), Adenoviren und Parainfluenzaviren. Sie verlaufen meist mild und heilen in der Regel innerhalb von etwa einer Woche von selbst ab.⁵
Dauer und mögliche Komplikationen
Die Hauptsymptome klingen meist innerhalb einer Woche ab. Bei Risikogruppen (Immungeschwächte, Kleinkinder, Senioren) können in Einzelfällen Komplikationen auftreten (z. B. Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung bei Kindern).
Die echte Grippe wird durch Influenzaviren ausgelöst und verläuft häufig deutlich schwerer als eine Erkältung. Das RKI schätzt je nach Schwere der Welle zwischen nahe null (milde Saison) und deutlich über 20.000 zusätzlichen Todesfällen (sehr schwere Saisons wie z. B. 2017/18).¹ Besonders gefährdet sind in der Regel ältere und chronisch kranke Menschen.
Mögliche Komplikationen
Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder Verschlechterung chronischer Erkrankungen wie Asthma, COPD, Diabetes oder Herzerkrankungen.¹
Risikogruppen (laut STIKO)
Personen ab 60 Jahren, Menschen mit chronischen Grundkrankheiten (Atemwege, Herz, Niere, Stoffwechsel), Immungeschwächte, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und medizinisches Personal.²
Antivirale Therapie bei Grippe (Oseltamivir)
Bei bestimmten Risikogruppen kann innerhalb der ersten etwa 48 Stunden nach Symptombeginn eine antivirale Therapie in Betracht gezogen werden. Verschreibungspflichtig — die Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
COVID-19 wird durch das Virus SARS-CoV-2 verursacht. Nach der Pandemie hat sich SARS-CoV-2 zu einem der saisonal zirkulierenden Atemwegsviren entwickelt. Durch die inzwischen weit verbreitete Immunität (Impfungen und durchgemachte Infektionen) verlaufen die meisten Infektionen heute eher mild.³
Long COVID: Langzeitfolgen nach COVID-19
Als Long COVID bzw. Post-COVID werden Langzeitfolgen bezeichnet, die Wochen bis Monate nach der Akutinfektion fortbestehen können: z. B. anhaltende Erschöpfung (Fatigue), Konzentrationsprobleme („Brain Fog“), Kurzatmigkeit, Schlafstörungen oder Herzrasen. Long COVID kann grundsätzlich jede Altersgruppe betreffen — auch nach milden Verläufen. Eine Impfung und eine frühzeitige antivirale Therapie scheinen das Risiko nach bisherigen Daten zu senken.
Antivirale Therapie bei COVID-19 (Paxlovid)
Für bestimmte Risikogruppen steht Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid) zur Verfügung — innerhalb weniger Tage nach Symptombeginn. Verschreibungspflichtig. Wichtig: Paxlovid hat zahlreiche Wechselwirkungen — vor dem Einsatz ist immer eine ärztliche und apothekerliche Prüfung erforderlich. Mehr: Wechselwirkungen von Medikamenten.³
RSV wird oft unterschätzt, gilt aber als eine der häufigsten Ursachen für Krankenhauseinweisungen bei Säuglingen und kann auch bei Seniorinnen und Senioren zu schweren Verläufen führen (z. B. Lungenentzündung, Verschlechterung einer bestehenden COPD oder Herzinsuffizienz).⁶
Schutzmaßnahmen gegen RSV (seit 2024 erweitert)
Nirsevimab (Beyfortus) — passive Immunisierung, von der STIKO für alle Säuglinge in ihrer ersten RSV-Saison empfohlen.⁶ RSV-Impfung für ältere Menschen — laut STIKO als Standardimpfung ab einem bestimmten Alter sowie als Indikationsimpfung bei relevanten Vorerkrankungen empfohlen.⁶
Ausführlich: RSV-Artikel.
Nur zur groben Orientierung — keine Diagnose
Eine sichere Unterscheidung ist in der Regel nur per Labortest möglich. In Arztpraxen stehen zunehmend Multiplex-Tests zur Verfügung, die Influenza, SARS-CoV-2 und RSV aus einem Abstrich nachweisen können.¹
| Merkmal | Erkältung | Grippe | COVID-19 |
|---|---|---|---|
| Beginn | Schleichend (1–2 Tage) | Häufig plötzlich (Stunden) | Variabel (1–3 Tage) |
| Fieber | Eher selten, niedrig | Häufig hoch | Häufig, variabel |
| Schnupfen | Dominant — Leitsymptom | Weniger im Vordergrund | Bei aktuellen Varianten häufig |
| Gliederschmerzen | Meist leicht | Häufig stark — typisch | Kommen häufig vor |
| Krankheitsgefühl | Eher leicht | Meist schwer, Bettruhe nötig | Variabel |
| Geruchsverlust | Nur bei Verstopfung | Selten | Möglich (aktuell seltener) |
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Sofort 112 rufen bei:
Kurzatmigkeit oder Atemnot in Ruhe, Brustschmerzen beim Atmen, Bewusstseinstrübung oder Verwirrtheit, bläulichen Lippen oder Fingernägeln (Zyanose), Fieberkrampf bei Kindern, Atempausen oder anhaltender Trinkverweigerung bei Säuglingen.
Die meisten Atemwegsinfektionen heilen von selbst aus. Die Behandlung zielt in der Regel auf eine Linderung der Symptome ab.
Paracetamol oder Ibuprofen können bei Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen eingesetzt werden. Wichtig: Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren wird Acetylsalicylsäure (ASS) wegen des seltenen, aber gefährlichen Reye-Syndroms in der Regel nicht empfohlen. Mehr: Medikamente vor oder nach dem Essen.
Kochsalzlösung (z. B. als Nasenspray oder Nasendusche) ist in der Regel gut verträglich. Abschwellende Nasensprays (z. B. mit Xylometazolin) sollten nur über eine begrenzte Zeit angewendet werden, um einen Rebound-Effekt (Gewöhnungsschnupfen) zu vermeiden.
Lutschtabletten, warme oder kühle Getränke, Gurgeln mit Salzwasser oder Salbeitee können helfen.
Inhalationen mit Kochsalzlösung befeuchten die Schleimhäute. Pflanzliche Hustenlöser (z. B. mit Thymian oder Efeu) werden häufig eingesetzt. Honig kann bei Kindern ab einem Jahr als Hausmittel eingesetzt werden — bei Säuglingen unter einem Jahr ist Honig wegen des Botulismus-Risikos tabu.
Antibiotika helfen NICHT gegen virale Atemwegsinfektionen
Erkältung, Grippe, COVID-19 und RSV sind virale Infektionen — Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Sie werden nur bei bakteriellen Komplikationen (z. B. bakterielle Lungenentzündung, Mittelohrentzündung) gezielt verordnet. Eine unnötige Einnahme kann Resistenzen fördern. Mehr: Antibiotika richtig einnehmen.
| Erkrankung | Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Grippe | Oseltamivir (z. B. Tamiflu) | In der Regel innerhalb der ersten ~48 Stunden nach Symptombeginn. Verschreibungspflichtig. Nur für Risikogruppen. |
| COVID-19 | Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid) | Zahlreiche Wechselwirkungen — ärztliche und apothekerliche Prüfung zwingend. Verschreibungspflichtig. Nur für Risikogruppen. |
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Die STIKO empfiehlt eine jährliche Grippe-Impfung — in der Regel im Herbst (ca. Oktober–November). Empfohlen unter anderem für:²
Die STIKO empfiehlt eine jährliche Auffrischung im Herbst vor allem für:³
Für gesunde Erwachsene unter 60 Jahren gilt laut STIKO in der Regel die Basisimmunität als ausreichend.³
Mehrere Impfungen am gleichen Tag möglich
Grippe, COVID-19 und Pneumokokken können laut STIKO meistens am gleichen Tag verabreicht werden (dann an unterschiedlichen Armen). Welche Impfungen im Einzelfall sinnvoll sind, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.²˒³
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