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Sarah K., 34
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Auf einen Blick
Bei einer akuten Mittelohrentzuendung, medizinisch akute Otitis media, entzuendet sich der luftgefuellte Raum hinter dem Trommelfell. Ausloeser ist meist eine Erkaeltung: Die Schleimhaeute schwellen an, die Ohrtrompete, die das Mittelohr mit dem Rachen verbindet, wird verlegt, und Sekret kann nicht mehr abfliessen. In diesem Sekret vermehren sich Viren oder Bakterien, das Mittelohr entzuendet sich, und es entsteht Druck auf das Trommelfell. Genau dieser Druck verursacht die typischen, oft sehr starken Schmerzen.
Wichtig ist die Abgrenzung zum sogenannten Paukenerguss (Seromukotympanon). Dabei sammelt sich Fluessigkeit hinter dem Trommelfell an, ohne dass eine akute Infektion mit Schmerzen vorliegt. Der Paukenerguss macht vor allem ein gedaempftes Hoeren und braucht eine andere Begleitung als die akute Entzuendung.
Dass vor allem kleine Kinder betroffen sind, hat einen anatomischen Grund: Ihre Ohrtrompete ist kuerzer, enger und verlaeuft flacher als bei Erwachsenen. Sekret fliesst dadurch schlechter ab, und Krankheitserreger gelangen leichter ins Mittelohr. Bis zum Schulalter hat etwa jedes zweite bis dritte Kind mindestens eine Mittelohrentzuendung durchgemacht.
Die ersten Tage gut im Blick behalten
Gerade beim abwartenden Beobachten kommt es darauf an, Fieber, Schmerzen und Allgemeinzustand im Verlauf zu verfolgen. Mit brite haeltst du Symptome und Temperatur kostenlos fest und erkennst schneller, wenn ein Arztbesuch noetig wird.
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Das Leitsymptom sind ploetzlich einsetzende, oft pochende Ohrenschmerzen. Daneben treten haeufig weitere Beschwerden auf:
Laeuft Fluessigkeit oder Eiter aus dem Ohr, ist meist das Trommelfell durch den Druck eingerissen. Das klingt dramatisch, lindert aber oft schlagartig die Schmerzen, und der Riss heilt in der Regel von selbst wieder zu. Trotzdem gehoert ein solcher Ausfluss aerztlich abgeklaert.
Bei Babys und Kleinkindern, die ihre Beschwerden noch nicht benennen koennen, zeigt sich eine Mittelohrentzuendung oft nur indirekt: durch Quengeln, haeufiges Greifen oder Reiben am Ohr, Weinen beim Hinlegen, schlechtes Trinken und Fieber. Solche Zeichen ernst zu nehmen, ist der erste Schritt zur richtigen Einordnung.
Eine Mittelohrentzuendung verlaeuft bei Kindern und Erwachsenen nicht gleich, und das hat Folgen fuer die Einordnung der Beschwerden.
| Merkmal | Bei Kindern | Bei Erwachsenen |
|---|---|---|
| Haeufigkeit | Sehr haeufig, vor allem von sechs Monaten bis drei Jahren | Deutlich seltener |
| Warum anfaellig | Kurze, flache Ohrtrompete und haeufige Erkaeltungen | Meist Folge eines Atemwegsinfekts, selten anatomisch bedingt |
| Typische Zeichen | Oft indirekt: Quengeln, ans Ohr greifen, Fieber, schlechtes Trinken | Klar lokalisierbarer Ohrenschmerz, Druckgefuehl, Hoerminderung |
| Besonderheit | Unter sechs Monaten immer aerztlich behandeln | Einseitige, anhaltende Beschwerden aerztlich abklaeren lassen |
Ein Punkt bei Erwachsenen verdient besondere Aufmerksamkeit: Eine immer wieder einseitige oder hartnaeckige Mittelohrentzuendung sollte ein Arzt genauer untersuchen, um seltene Ursachen im Nasen-Rachen-Raum auszuschliessen. Bei Kindern ist die akute Entzuendung dagegen meist eine harmlose Begleiterscheinung von Erkaeltungen.
Lange galt das Antibiotikum als Standard. Heute ist die Empfehlung der Fachgesellschaften eine andere, und das aus gutem Grund: Etwa 80 Prozent der unkomplizierten Mittelohrentzuendungen heilen unter Schmerztherapie von allein, oft weil Viren die Ursache sind, gegen die Antibiotika ohnehin nicht wirken. Studien zeigen ausserdem, dass Antibiotika die Schmerzen in den ersten 24 Stunden nicht lindern und auch danach nur einen kleinen Unterschied machen.
Diesem geringen Nutzen stehen echte Nachteile gegenueber. Etwa eines von 14 behandelten Kindern bekommt durch das Antibiotikum Nebenwirkungen wie Durchfall, Erbrechen oder Hautausschlag. Der haeufige Einsatz foerdert zudem Resistenzen, und bei Kindern kann eine fruehe Antibiotikagabe das Risiko fuer erneute Entzuendungen erhoehen.
Der bevorzugte Weg heisst deshalb abwartendes Beobachten, im Englischen Watchful Waiting. Konkret bedeutet das:
Abwartendes Beobachten gilt fuer den unkomplizierten Verlauf. In bestimmten Situationen ist eine antibiotische Behandlung von Anfang an sinnvoll oder notwendig:
Ist ein Antibiotikum angezeigt, ist Amoxicillin meist das Mittel der Wahl. Es wird in der Regel sieben bis zehn Tage eingenommen. Wichtig ist, die verordnete Dauer einzuhalten und nicht abzubrechen, sobald die Schmerzen weg sind, denn das beugt Rueckfaellen und Resistenzen vor. Bei einer Penicillin-Allergie oder wiederkehrenden Entzuendungen waehlt der Arzt eine passende Alternative.
Antibiotikum richtig zu Ende bringen
Wenn ein Antibiotikum verordnet wird, zaehlt die regelmaessige Einnahme ueber die volle Dauer. brite erinnert dich an jede Dosis und prueft automatisch auf Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, fuer dich oder dein Kind.
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Warnzeichen fuer Eltern: jetzt sofort zum Arzt
Die meisten Mittelohrentzuendungen sind harmlos. Bei diesen Zeichen solltest du aber nicht abwarten, sondern umgehend aerztliche Hilfe suchen, im Notfall ueber die 112: eine Roetung, Schwellung oder ein Klopfschmerz hinter dem Ohr (Hinweis auf eine Mastoiditis), ein steifer Nacken oder starke Kopfschmerzen, ein haengender Mundwinkel oder eine Gesichtslaehmung, anhaltendes Erbrechen, ein sehr teilnahmsloses oder schwer krankes Kind, sowie jedes Fieber bei einem Saeugling unter sechs Monaten.
Neben der Schmerztherapie kannst du den Verlauf mit einfachen Mitteln begleiten:
Ob abwartendes Beobachten oder Antibiotikum: Mit brite behaeltst du den Ueberblick, fuer dich und deine Familie.
Dieser Artikel dient ausschliesslich der allgemeinen Information und ersetzt keine aerztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei starken Beschwerden, bei Kindern unter sechs Monaten oder bei Warnzeichen wende dich bitte aerztlich an eine Praxis oder Klinik, im Notfall an die 112. Medikamente nur nach aerztlicher Ruecksprache und in der passenden Dosierung einnehmen.