Ohrenschmerzen:
Ursachen, was wirklich hilft und wann zum Arzt

Auf einen Blick

Was steckt dahinter? Sehr oft eine harmlose Ursache wie eine Erkältung oder Mittelohrentzündung. Der Schmerz kann aber auch von Zähnen, Kiefer oder Hals kommen.
Kind oder Erwachsener? Bei Kindern steckt meist das Mittelohr dahinter, bei Erwachsenen häufiger der Gehörgang oder ein übertragener Schmerz.
Was hilft? Am besten belegt sind Schmerzmittel und Wärme. Viele beliebte Hausmittel bringen wenig oder können sogar schaden.
Wann zum Arzt? Bei Schwellung hinter dem Ohr, hohem Fieber, Ausfluss, Hörverlust oder bei Säuglingen. Mehr dazu unten.

Was steckt hinter Ohrenschmerzen?

Ohrenschmerzen (medizinisch Otalgie) gehören zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Menschen in die Hausarzt- oder HNO-Praxis kommen. Sie reichen von einem leichten Ziehen bis zu einem kaum auszuhaltenden, pochenden Schmerz, der den Schlaf raubt. Wichtig zu verstehen: Der Schmerz muss nicht aus dem Ohr selbst stammen. Fachleute unterscheiden zwei große Gruppen. Bei der ersten kommt der Schmerz direkt aus dem Ohr, etwa aus dem Mittelohr oder dem Gehörgang. Bei der zweiten wird er von woanders ins Ohr übertragen, zum Beispiel von den Zähnen, dem Kiefergelenk oder dem Rachen. Mediziner sprechen dann von fortgeleitetem Schmerz. Besonders oft trifft es Kinder: Viele haben bis zum Schulalter mehrfach mit Ohrenschmerzen zu tun, weil ihre Ohrtrompete noch kurz und flach verläuft und Infekte das Mittelohr leicht erreichen.

Diese Unterscheidung ist mehr als ein Detail: Sie erklärt, warum manchmal nichts am Ohr zu finden ist, obwohl es stark wehtut. Und sie zeigt, dass Ohrentropfen oder Ohrenpflege nicht immer die Lösung sind. Drei Fragen helfen dir, die Beschwerden einzuordnen: Ist der Schmerz ein- oder beidseitig? Wie fühlt er sich an, eher pochend, stechend, dumpf oder brennend? Und welche Begleitsymptome kommen dazu, etwa Fieber, Schnupfen, Halsweh oder Ausfluss? Diese Hinweise grenzen die mögliche Ursache schon stark ein, bevor überhaupt jemand ins Ohr schaut.

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Seit wann, wie stark, ein- oder beidseitig, mit oder ohne Fieber: Solche Angaben helfen deinem Arzt, die Ursache schnell einzugrenzen. Mit brite hältst du Symptome und ihren Verlauf kostenlos an einem Ort fest.

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Ohrenschmerzen bei Kindern und Erwachsenen

Wo der Schmerz herkommt, hängt stark vom Alter ab. Das erklärt, warum dieselbe Beschwerde bei Kind und Erwachsenem oft verschiedene Ursachen hat.

Merkmal Bei Kindern Bei Erwachsenen
Häufigste Ursache Mittelohrentzündung, oft im Rahmen einer Erkältung Gehörgangsentzündung oder ein fortgeleiteter Schmerz
Warum? Die Ohrtrompete ist kurz und flach, Infekte erreichen das Mittelohr leicht Häufiger Probleme an Gehörgang, Kiefergelenk, Zähnen oder Hals
Typische Zeichen Ans Ohr greifen, Weinen beim Hinlegen, Fieber, schlechtes Trinken Schmerz beim Kauen, Schlucken oder Ziehen an der Ohrmuschel

Bei Kleinkindern ist deshalb der Blick aufs Mittelohr besonders wichtig, mehr dazu im Beitrag zur Mittelohrentzündung. Bei Erwachsenen lohnt sich der Blick über das Ohr hinaus, etwa auf Zähne und Kiefer.

Ursachen im Überblick

Ohrenschmerzen lassen sich am besten nach ihrem Ursprungsort ordnen. Diese Übersicht hilft dir, deine Beschwerden grob einzuordnen, sie ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung.

Bereich Typische Ursachen Typischer Hinweis
Mittelohr Mittelohrentzündung, Belüftungsstörung bei Erkältung, Druckschaden beim Fliegen oder Tauchen Dumpfes Druckgefühl, oft mit Fieber, häufig bei Kindern
Gehörgang Gehörgangsentzündung (Schwimmerohr), Ohrenschmalzpfropf, Fremdkörper Schmerz beim Ziehen an der Ohrmuschel, Juckreiz
Übertragen Hals- und Mandelentzündung, Zahn- und Kieferprobleme, Kiefergelenk, Halswirbelsäule Ohr selbst unauffällig, Schmerz beim Schlucken oder Kauen
Seltener Gürtelrose am Ohr (Zoster oticus) Bläschen an Ohr oder Gesicht, manchmal mit Lähmung

Die häufigsten Ursachen im Detail

Hinter den meisten Ohrenschmerzen stehen einige wenige, gut bekannte Ursachen. Hier die wichtigsten mit ihren typischen Merkmalen.

Mittelohrentzündung

Bei einer Mittelohrentzündung entzündet sich der luftgefüllte Raum hinter dem Trommelfell, meist im Rahmen einer Erkältung. Typisch sind plötzliche, pochende Schmerzen, oft mit Fieber und einem dumpfen Druckgefühl, vor allem bei Kindern. Läuft Flüssigkeit aus dem Ohr, ist meist das Trommelfell unter dem Druck gerissen, was die Schmerzen schlagartig lindert. Viele Verläufe bessern sich unter Schmerztherapie von selbst, ein Antibiotikum ist nicht immer nötig. Wann es doch sinnvoll ist, liest du im Beitrag zur Mittelohrentzündung.

Belüftungsstörung der Ohrtrompete

Sehr häufig steckt hinter Ohrenschmerzen keine ausgewachsene Entzündung, sondern nur eine verlegte Ohrtrompete. Bei einer Erkältung schwellen die Schleimhäute an, der Druckausgleich zwischen Rachen und Mittelohr gelingt nicht mehr richtig, und es entsteht ein dumpfer Druck oder ein Knacken im Ohr. Das Hören wirkt gedämpft, als läge Watte im Ohr. Solche Beschwerden bessern sich meist von selbst, sobald die Erkältung abklingt. Abschwellende Nasentropfen sowie bewusstes Druckausgleichen durch Schlucken, Gähnen oder Kaugummikauen können die Ohrtrompete schneller befreien und den Druck nehmen.

Gehörgangsentzündung (Schwimmerohr)

Die Gehörgangsentzündung (Otitis externa) betrifft die Haut des äußeren Gehörgangs. Sie entsteht oft durch Feuchtigkeit, daher der Name Schwimmerohr, oder durch Reizung, etwa nach dem Putzen mit Wattestäbchen. Typisch ist ein Schmerz, der sich beim Ziehen an der Ohrmuschel oder beim Druck auf den kleinen Knorpel vor dem Gehörgang verstärkt, dazu Juckreiz und manchmal ein dünner Ausfluss. Wichtig: Das Ohr trocken halten, und die Behandlung erfolgt in der Regel mit ärztlich verordneten Ohrentropfen, nicht mit Hausmitteln.

Ohrenschmalzpfropf

Ohrenschmalz schützt den Gehörgang und ist völlig normal. Manchmal staut es sich aber zu einem Pfropf, der drückt, das Hören dämpft und unangenehm sein kann, besonders nach dem Duschen oder Schwimmen, wenn das Schmalz aufquillt. Auf keinen Fall solltest du mit Wattestäbchen bohren, das schiebt den Pfropf nur tiefer und kann den Gehörgang verletzen. Aufweichende Tropfen aus der Apotheke oder eine professionelle Spülung in der Praxis lösen das Problem sicher und schmerzfrei.

Fremdkörper im Ohr

Vor allem bei kleinen Kindern stecken manchmal kleine Gegenstände wie Perlen, Erbsen oder Schaumstoffteile im Gehörgang, gelegentlich verirrt sich auch ein Insekt hinein. Das verursacht plötzliche Schmerzen, manchmal mit Unruhe, Druckgefühl oder Ausfluss. Versuche nicht, den Fremdkörper selbst mit Pinzette oder Wattestäbchen zu entfernen, denn das schiebt ihn meist nur tiefer und kann den Gehörgang oder das Trommelfell verletzen. Die sichere Entfernung gehört in ärztliche Hände, in der Regel zum HNO-Arzt.

Druckschmerz beim Fliegen und Tauchen

Beim Fliegen oder Tauchen ändert sich der Umgebungsdruck schnell. Kann die Ohrtrompete den Druck nicht ausgleichen, entsteht ein sogenanntes Barotrauma mit Schmerz und Druckgefühl. Vorbeugen kannst du durch Schlucken, Gähnen oder Kaugummikauen, beim Fliegen auch mit dem vorsichtigen Valsalva-Manöver: Nase zuhalten und sanft dagegen ausatmen. Bei einer Erkältung helfen abschwellende Nasentropfen vor dem Flug. Einen Tauchgang solltest du bei verstopfter Nase ganz verschieben, da der Druckausgleich unter Wasser sonst nicht gelingt.

Fortgeleiteter Schmerz: Zähne, Kiefer und Hals

Bei Erwachsenen kommt der Schmerz oft gar nicht aus dem Ohr. Eine Entzündung im Rachen, ein kranker Zahn oder eine Funktionsstörung des Kiefergelenks (CMD) können über gemeinsame Nervenbahnen Schmerzen ins Ohr senden. Hinweise darauf: Das Ohr ist bei der Untersuchung unauffällig, und der Schmerz verstärkt sich beim Kauen, Schlucken oder nächtlichen Zähneknirschen. Auch Verspannungen der Halswirbelsäule können ins Ohr ausstrahlen. Mehr dazu unter Zahnschmerzen und Nackenschmerzen.

Was der Schmerzcharakter verrät

Wie sich der Schmerz anfühlt, gibt oft einen ersten Hinweis. Ein pochender, klopfender Schmerz mit Fieber spricht für eine akute Entzündung im Mittelohr. Ein stechender Schmerz, der beim Ziehen an der Ohrmuschel zunimmt, deutet eher auf den Gehörgang. Ein dumpfer Druck wie Watte im Ohr passt zu einer Belüftungsstörung bei Erkältung oder einem Schmalzpfropf. Und ein Schmerz, der vor allem beim Kauen oder Schlucken auftritt, während das Ohr selbst ruhig bleibt, ist typisch für einen fortgeleiteten Schmerz aus Kiefer oder Rachen. Diese Zuordnung ist eine Orientierung, keine Diagnose, hilft aber, das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten.

Begleitsymptome richtig deuten

Was zusätzlich auftritt, gibt oft den entscheidenden Hinweis auf die Ursache:

Begleitsymptom Legt nahe
Fieber und Druckgefühl Mittelohrentzündung
Schmerz beim Ziehen an der Ohrmuschel Gehörgangsentzündung
Halsweh, Schmerz beim Schlucken übertragener Schmerz aus dem Rachen
Ausfluss aus dem Ohr gerissenes Trommelfell oder Gehörgangsentzündung
Hörverlust oder Schwindel immer ärztlich abklären

Hinter dem Mittelohr steckt sehr oft eine Atemwegsinfektion, und eine verstopfte Nase begünstigt die Beschwerden. Beim übertragenen Schmerz treten Halsschmerzen und Ohrenschmerzen oft zusammen auf. Ein anhaltender Hörverlust, Ohrgeräusche oder Schwindel sollten immer abgeklärt werden, da hier auch das Innenohr betroffen sein kann. Bläschen mit Lähmung deuten auf eine Gürtelrose hin.

So findet der Arzt die Ursache

Der wichtigste Schritt ist die Ohrspiegelung (Otoskopie). Mit einem kleinen beleuchteten Gerät schaut der Arzt in den Gehörgang und auf das Trommelfell. So lassen sich eine Mittelohrentzündung, eine Gehörgangsentzündung oder ein Schmalzpfropf direkt erkennen. Findet sich am Ohr nichts, sucht der Arzt gezielt nach fortgeleiteten Ursachen und tastet dazu Kiefergelenk, Zähne und Lymphknoten ab oder schaut in den Rachen. Bei Verdacht auf eine Hörminderung kann ein Hörtest folgen, bei wiederkehrenden oder unklaren Beschwerden eine Überweisung zum HNO-Arzt. Gut vorbereitet bist du, wenn du Dauer, Stärke, Begleitsymptome und mögliche Auslöser parat hast. Typische Fragen sind: Seit wann bestehen die Schmerzen, sind sie ein- oder beidseitig, gab es eine Erkältung, einen Flug oder Wasserkontakt, und kommen Fieber, Ausfluss oder eine Hörminderung dazu? Je genauer du das beschreiben kannst, desto schneller findet der Arzt die richtige Spur.

Was hilft gegen Ohrenschmerzen? Hausmittel mit Evidenz

Im Internet kursieren viele Tipps, doch nicht alle helfen, und einige können schaden. Diese Übersicht ordnet die gängigen Mittel nach dem, was tatsächlich belegt ist:

Mittel Bewertung Hinweis
Schmerzmittel Gut belegt Ibuprofen wirkt zusätzlich entzündungshemmend, Paracetamol ist eine gute Alternative
Wärme Kann lindern Warmes Tuch oder Rotlicht, angenehm bei erkältungsbedingten Schmerzen
Kühlung Kann lindern Manche empfinden Kälte als angenehmer, einfach ausprobieren
Zwiebelsäckchen Schwache Evidenz Von außen aufgelegt unbedenklich, nichts ins Ohr stecken
Abschwellende Nasentropfen Sinnvoll bei Erkältung Xylometazolin befreit die Ohrtrompete, nicht länger als wenige Tage
Öl ins Ohr träufeln Eher meiden Bei verletztem Trommelfell gefährlich, kaum belegt
Wattestäbchen Meiden Schieben Ohrenschmalz tiefer und können verletzen

Bei vielen Ohrenschmerzen, etwa im Rahmen einer Erkältung oder einer leichten Mittelohrentzündung, reichen Schmerzmittel und etwas Geduld, denn die Beschwerden bessern sich oft von allein. Drei verbreitete Irrtümer halten sich dabei hartnäckig: dass Öl im Ohr die Schmerzen löst (bei gerissenem Trommelfell gefährlich), dass immer ein Antibiotikum nötig ist (meist nicht, da viele Ursachen nicht bakteriell sind) und dass Wattestäbchen das Ohr reinigen (sie schieben das Schmalz nur tiefer).

Selbsthilfe oder Arzt: wann Abwarten reicht

Nicht jeder Ohrenschmerz muss sofort ärztlich abgeklärt werden. Bei einem leichten, erkältungsbedingten Schmerz ohne Warnzeichen darfst du in der Regel ein bis zwei Tage mit Schmerzmitteln und etwas Geduld abwarten, denn viele Beschwerden bessern sich in dieser Zeit von selbst. Achte dabei auf den Verlauf: Werden die Schmerzen langsam weniger, ist das ein gutes Zeichen. Ein Arztbesuch ist dagegen sinnvoll, wenn die Schmerzen nach zwei bis drei Tagen nicht nachlassen, immer wiederkehren, nur ein Ohr betreffen oder von Fieber, Ausfluss oder einer Hörminderung begleitet werden. Bei den weiter unten genannten Warnzeichen solltest du gar nicht erst abwarten. Im Zweifel und besonders bei kleinen Kindern gilt: lieber einmal zu früh als zu spät abklären lassen.

Ohrenschmerzen vorbeugen

Nicht jede Ursache lässt sich verhindern, einige einfache Regeln senken das Risiko aber deutlich. Verzichte auf Wattestäbchen, denn der Gehörgang reinigt sich selbst. Trockne die Ohren nach dem Schwimmen vorsichtig, und nutze bei wiederkehrendem Schwimmerohr passenden Gehörschutz. Behandle eine Erkältung und eine verstopfte Nase früh, damit die Ohrtrompete frei bleibt und sich im Mittelohr kein Druck aufbaut. Gleiche beim Fliegen den Druck aktiv durch Schlucken oder Gähnen aus. Und lass wiederkehrende, einseitige oder hartnäckige Beschwerden frühzeitig abklären, damit nichts übersehen wird. Übrigens muss etwas Ohrenschmalz nicht entfernt werden: Es schützt den Gehörgang, und der Körper transportiert überschüssiges Schmalz von selbst nach außen. Wer ständig putzt, reizt die Haut nur und begünstigt eine Entzündung.

Wann sofort zum Arzt

Die meisten Ohrenschmerzen sind harmlos. Bei diesen Zeichen solltest du nicht abwarten, sondern umgehend ärztliche Hilfe suchen, im Notfall über die 112: eine Rötung, Schwellung oder ein Klopfschmerz hinter dem Ohr (Hinweis auf eine Mastoiditis), hohes Fieber oder ein steifer Nacken, eine Gesichtslähmung oder ein hängender Mundwinkel, ein plötzlicher Hörverlust oder starker Schwindel, sowie jedes Fieber bei einem Säugling unter sechs Monaten. Auch Bläschen an Ohr oder Gesicht gehören rasch abgeklärt.

Ohrenschmerzen bei Kindern: das ist wichtig

Kinder haben besonders häufig Ohrenschmerzen, weil ihre Ohrtrompete kürzer und flacher verläuft und Infekte das Mittelohr leicht erreichen. Kleine Kinder können den Schmerz oft nicht benennen. Achte auf indirekte Zeichen: häufiges Greifen ans Ohr, Weinen beim Hinlegen, schlechtes Trinken, Unruhe und Fieber. Bei Säuglingen unter sechs Monaten, hohem Fieber oder einem deutlich reduzierten Allgemeinzustand sollte das Kind immer ärztlich untersucht werden. Hausmittel und Schmerzmittel nur altersgerecht und im Zweifel nach ärztlicher Rücksprache einsetzen, und niemals etwas in das Ohr des Kindes einführen.

Den Verlauf im Blick behalten

Bessern sich Ohrenschmerzen nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen oder kommen Warnzeichen dazu, ist der Arztbesuch dran. brite hilft dir, Fieber und Beschwerden zu dokumentieren, und erinnert dich an verordnete Medikamente.

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Häufige Fragen zu Ohrenschmerzen

Am besten belegt sind Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol in altersgerechter Dosierung. Zusätzlich können Wärme oder Kälte angenehm sein. Bei einer Erkältung helfen abschwellende Nasentropfen, weil sie die Ohrtrompete befreien.
Wärme und Schmerzmittel sind am besten belegt. Ein von außen aufgelegtes Zwiebelsäckchen kann lindern. Wichtig: Träufele kein Öl ins Ohr und benutze keine Wattestäbchen, das kann bei einem verletzten Trommelfell schaden.
Ein Schwimmerohr ist eine Gehörgangsentzündung, die oft durch Feuchtigkeit entsteht. Typisch ist ein Schmerz, der sich beim Ziehen an der Ohrmuschel verstärkt. Wichtig ist, das Ohr trocken zu halten; behandelt wird meist mit ärztlich verordneten Ohrentropfen.
Oft sind sie fortgeleitet, das heißt von anderswo übertragen, etwa von den Zähnen, dem Kiefergelenk oder dem Rachen. Das Ohr selbst ist dann unauffällig.
Erkältungsbedingte Ohrenschmerzen klingen meist nach wenigen Tagen ab. Bei einer Mittelohrentzündung bessern sich die Schmerzen häufig innerhalb von zwei bis drei Tagen. Halten sie länger an oder werden stärker, gehört das ärztlich abgeklärt.
Meist handelt es sich um einen fortgeleiteten Schmerz aus dem Rachen, etwa bei einer Hals- oder Mandelentzündung. Der Schmerz wird über gemeinsame Nerven ins Ohr projiziert.
Bei akuten Ohrenschmerzen besser nicht, denn der Druckausgleich kann sehr schmerzhaft sein und das Trommelfell belasten. Kläre einen geplanten Flug vorher ärztlich ab.
Nur gezielt und ärztlich verordnet, zum Beispiel bei einer Gehörgangsentzündung. Bei einem verletzten Trommelfell können Ohrentropfen schaden, daher nicht auf eigene Faust anwenden.
Bei einer Schwellung oder Rötung hinter dem Ohr, hohem Fieber, steifem Nacken, einer Gesichtslähmung, plötzlichem Hörverlust oder starkem Schwindel. Auch jedes Fieber bei einem Säugling unter sechs Monaten gehört sofort ärztlich abgeklärt.

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Quellen

  1. DEGAM: S2k-Leitlinie Ohrenschmerzen, AWMF-Register 053-009 (in Überarbeitung).
  2. DGHNO-KHC: Leitlinien zu Otitis media und Otitis externa.
  3. Deutscher Berufsverband der HNO-Ärzte: Patienteninformationen zu Ohrenschmerzen (Stand 2025).
  4. MSD Manual, Profi-Ausgabe: Ohrenschmerzen (Otalgie), Stand 2025.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei starken oder anhaltenden Ohrenschmerzen, bei Warnzeichen oder bei Säuglingen wende dich bitte an eine ärztliche Praxis, im Notfall an die 112. Medikamente nur in der passenden Dosierung und im Zweifel nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.