Nierensteine:
Symptome, Schmerz-Notfall und die richtige Vorbeugung

Auf einen Blick

Was ist das? Harte Ablagerungen aus Bestandteilen des Urins, die sich in der Niere bilden.
Leitsymptom Die Nierenkolik: plötzliche, sehr starke, wellenartige Flankenschmerzen, oft mit Übelkeit.
Akut hilft Entzündungshemmende Schmerzmittel oder Metamizol, dazu Wärme und viel trinken.
Notfall Flankenschmerz plus Fieber: dann sofort handeln (Gefahr einer aufgestauten Infektion).
Vorbeugung Viel trinken, plus eine Ernährung, die zur Steinart passt. Deshalb den Stein analysieren lassen.
ICD-10 N20.0 (Nierenstein), N20.1 (Harnleiterstein)

Was sind Nierensteine?

Nierensteine sind harte Ablagerungen, die sich aus Bestandteilen des Urins bilden, wenn dieser zu stark konzentriert ist. Sie entstehen in der Niere und können dort lange unbemerkt bleiben oder in den Harnleiter wandern. Dort blockieren sie den Harnabfluss und können sehr starke Schmerzen verursachen.

Nierensteine sind häufig: Etwa jeder zehnte Mensch entwickelt im Laufe des Lebens einen. Und sie kommen gern wieder, wenn man nichts dagegen tut. Genau deshalb lohnt sich eine gezielte Vorbeugung, die zur Steinart passt.

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Symptome: von stumm bis zur Nierenkolik

Nierensteine machen nicht immer Beschwerden. Kleine Steine, die in der Niere bleiben, bleiben oft unbemerkt. Wandert ein Stein aber in den Harnleiter, kann es heftig werden. Mögliche Anzeichen:

  • starke, krampfartige Schmerzen in der Flanke oder im Rücken, die in den Unterbauch und die Leiste ausstrahlen. Mehr dazu: Flankenschmerzen.
  • Blut im Urin, sichtbar oder nur unter dem Mikroskop. Mehr dazu: Blut im Urin.
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • häufiger Harndrang oder Brennen beim Wasserlassen, wenn der Stein nahe der Blase liegt.
  • Fieber, wenn zusätzlich eine Harnwegsinfektion besteht. Mehr dazu: Harnwegsinfekt.

Akute Schmerzen und Warnzeichen

Blockiert ein Stein den Harnleiter, kann das eine Nierenkolik auslösen: plötzliche, sehr starke, wellenartige Schmerzen in der Flanke, die bis in den Unterbauch und die Leiste ausstrahlen, oft mit Übelkeit. Typisch ist eine starke Unruhe, Betroffene finden keine bequeme Position.

Was im akuten Fall hilft:

  • Gegen die Schmerzen sind entzündungshemmende Schmerzmittel (zum Beispiel Diclofenac) oder Metamizol meist sehr wirksam und gelten als Mittel der Wahl, wirksamer als klassische Opioide. Sie lindern nicht nur den Schmerz, sondern wirken auch der Schwellung im Harnleiter entgegen.
  • Wärme, etwa eine Wärmflasche, kann zusätzlich entspannen.
  • viel trinken kann bei kleinen Steinen den Abgang unterstützen.
Fieber plus Flankenschmerz: sofort handeln Kommen zu den Flankenschmerzen Fieber oder Schüttelfrost hinzu, ist das ein Notfall. Dann kann sich hinter dem Stein eine Harninfektion aufstauen, was zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen kann. Auch bei unstillbarem Erbrechen, nicht beherrschbaren Schmerzen, wenn du nur eine funktionierende Niere hast oder kaum noch Wasser lassen kannst, wähle den Notruf 112 oder fahre in die Notaufnahme.

Welche Steinarten gibt es?

Nierensteine bestehen nicht alle aus demselben Material. Welche Steinart vorliegt, ist entscheidend für die richtige Vorbeugung. Die wichtigsten sind:

  • Calciumoxalat: die mit Abstand häufigste Steinart.
  • Harnsäure (Urat): hängt mit einem sauren Urin und unter anderem mit einer purinreichen Ernährung und Gicht zusammen.
  • Infektstein (Struvit): entsteht durch bestimmte Harnwegsinfekte.
  • Cystin: selten und erblich bedingt.

Welche Art es ist, lässt sich erst sicher sagen, wenn der abgegangene oder entfernte Stein analysiert wird. Deshalb ist das so wichtig.

Diagnose: Wie wird das festgestellt?

Bei Verdacht auf Nierensteine helfen:

  • eine Urinuntersuchung, die oft Blut im Urin und Hinweise auf eine Infektion zeigt.
  • eine Bildgebung, meist eine Ultraschalluntersuchung oder eine spezielle, strahlenarme Computertomografie (CT), die Steine zuverlässig sichtbar macht.
  • Blutuntersuchungen zu Nierenwerten, Calcium und Harnsäure.
  • ganz wichtig: die Analyse des Steins, sobald er aufgefangen ist. Sie verrät die Steinart und damit die richtige Vorbeugung.

Behandlung: Steinabgang und Entfernung

Wie ein Stein behandelt wird, hängt von Größe, Lage und Beschwerden ab.

  • Kleine Steine (etwa unter 5 bis 6 Millimeter) gehen häufig von selbst ab. Unterstützend helfen viel trinken, Schmerzmittel und manchmal ein Medikament, das den Harnleiter weitet (ein Alphablocker wie Tamsulosin). Es kann sinnvoll sein, den Urin zu sieben, um den Stein aufzufangen und analysieren zu lassen.
  • Größere oder festsitzende Steine werden gezielt entfernt, zum Beispiel durch Stoßwellen von außen (ESWL), durch eine Spiegelung über die Harnwege mit Laser (Ureteroskopie) oder bei sehr großen Steinen über einen kleinen Zugang durch die Haut.
  • Staut sich hinter einem Stein eine Infektion, muss der Harn rasch abgeleitet werden, zum Beispiel über eine Harnleiterschiene, zusammen mit Antibiotika.

Steinart-spezifische Vorbeugung

Nierensteine kommen oft wieder, bei bis zu jedem Zweiten innerhalb einiger Jahre. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbeugung lässt sich das Risiko deutlich senken. Wichtig ist, dass die Vorbeugung zur Steinart passt, denn ein pauschaler Rat hilft hier nur begrenzt.

Für alle Steinarten gilt dieselbe wichtigste Grundregel:

Viel trinken ist die Nummer eins Ziel ist ein heller, verdünnter Urin. Dafür sollten die meisten Menschen etwa 2,5 bis 3 Liter über den Tag verteilt trinken, am besten Wasser oder ungesüßte Tees. Dazu kommen weniger Salz, maßvoll tierisches Eiweiß und ein gesundes Körpergewicht.

Darüber hinaus unterscheidet sich die Vorbeugung je nach Steinart:

Steinart Worauf es bei der Vorbeugung besonders ankommt
Calciumoxalat (am häufigsten) oxalatreiche Lebensmittel maßvoll (z. B. Spinat, Rhabarber, Nüsse, Schokolade, schwarzer Tee), ausreichend Calcium zu den Mahlzeiten, weniger Salz und tierisches Eiweiß
Harnsäure (Urat) den Urin alkalisieren (z. B. mit Citrat), purinreiche Kost reduzieren (rotes Fleisch, Innereien, Alkohol). Diese Steine lassen sich teils sogar medikamentös auflösen
Infektstein (Struvit) Harnwegsinfekte konsequent behandeln und vorbeugen, den Stein möglichst vollständig entfernen lassen
Cystin (selten, erblich) besonders viel trinken, den Urin alkalisieren, dazu spezielle Medikamente nach ärztlicher Vorgabe

Tabelle seitlich scrollen →

Häufiger Irrtum: Calcium streng meiden Bei den häufigen Calciumoxalat-Steinen ist es ein verbreiteter Denkfehler, Calcium möglichst zu meiden. Ausreichend Calcium zu den Mahlzeiten kann sogar helfen, weil es Oxalat schon im Darm bindet. Streng calciumarm zu essen kann das Risiko eher erhöhen.
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Wenn du vorbeugende Medikamente nimmst (etwa Citrat oder ein Mittel gegen Harnsäure), erinnert dich brite zuverlässig, prüft Wechselwirkungen und hält deinen Plan fürs nächste Arztgespräch bereit.

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Wann dringend zum Arzt?

Bei starken Flankenschmerzen, die typisch für eine Nierenkolik sind, solltest du ärztlichen Rat suchen, um die Ursache zu klären und die Schmerzen zu behandeln. Besonders dringend ist es bei den oben genannten Warnzeichen, vor allem bei Fieber, unstillbarem Erbrechen oder nicht beherrschbaren Schmerzen.

Auch wenn du schon einmal einen Stein hattest, lohnt sich ein Termin, um die Steinart zu klären und eine passende Vorbeugung zu besprechen. So senkst du das Risiko, dass es wieder passiert.

Vorbeugung und Medikamente im Griff mit brite

Ob ein vorbeugendes Medikament oder die Schmerztherapie beim Steinabgang: brite hilft dir, an die Einnahme zu denken und den Überblick zu behalten.

  • Einnahme-Erinnerung: für vorbeugende Mittel ebenso wie für Schmerzmittel im akuten Fall.
  • Verlaufs-Tagebuch: halte Beschwerden und Steinabgänge fest, hilfreich fürs nächste Gespräch.
  • Wechselwirkungs-Check: sieh auf einen Blick, ob sich deine Medikamente vertragen.
  • Medikationsplan: immer aktuell und griffbereit für den nächsten Termin.
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Häufige Fragen

An plötzlichen, sehr starken, wellenartigen Schmerzen in der Flanke, die in den Unterbauch und die Leiste ausstrahlen, oft mit Übelkeit und einer starken Unruhe. Häufig findet sich Blut im Urin.

Entzündungshemmende Schmerzmittel (zum Beispiel Diclofenac) oder Metamizol sind meist sehr wirksam und das Mittel der Wahl. Wärme kann zusätzlich entspannen. Bei Fieber solltest du sofort ärztliche Hilfe suchen.

Vor allem bei Fieber oder Schüttelfrost zusätzlich zu den Schmerzen, weil sich dann hinter dem Stein eine Infektion aufstauen kann. Auch bei unstillbarem Erbrechen oder nicht beherrschbaren Schmerzen. Dann den Notruf 112 wählen oder in die Notaufnahme fahren.

Kleine Steine unter etwa 5 bis 6 Millimetern gehen häufig von selbst ab. Viel trinken, Schmerzmittel und manchmal ein Medikament, das den Harnleiter weitet, unterstützen den Abgang.

Am wichtigsten ist, viel zu trinken, meist etwa 2,5 bis 3 Liter am Tag. Dazu kommen weniger Salz, maßvoll tierisches Eiweiß und eine an die Steinart angepasste Ernährung. Deshalb sollte der Stein analysiert werden.

Bei den häufigen Calciumoxalat-Steinen ist es ein verbreiteter Irrtum, Calcium streng zu meiden. Ausreichend Calcium zu den Mahlzeiten kann sogar helfen, weil es Oxalat im Darm bindet.

Das hängt von der Steinart ab. Bei Calciumoxalat sind es oxalatreiche Lebensmittel wie Spinat, Rhabarber, Nüsse und Schokolade, dazu viel Salz. Bei Harnsäuresteinen vor allem Fleisch, Innereien und Alkohol.

Vor allem Harnsäuresteine lassen sich teils medikamentös auflösen, indem man den Urin alkalisiert. Andere Steinarten lassen sich auf diesem Weg nicht auflösen und müssen abgehen oder entfernt werden.

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Quellen

  1. DGU (Deutsche Gesellschaft für Urologie): S2k-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis“ (AWMF 043-025). register.awmf.org/de/leitlinien/detail/043-025
  2. EAU (European Association of Urology): Guidelines on Urolithiasis. uroweb.org
  3. IQWiG / gesundheitsinformation.de: Informationen zu Nierensteinen. gesundheitsinformation.de
  4. DGU / urologenportal.de: Patienteninformationen zu Harnsteinen. urologenportal.de
  5. Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN): Informationen zu Nieren und Harnwegen. dgfn.eu
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei starken Flankenschmerzen, vor allem mit Fieber, solltest du umgehend ärztliche Hilfe suchen. Welche Behandlung und Vorbeugung für dich geeignet sind, hängt von deiner persönlichen Situation und der Steinart ab. Stand: Juni 2026.