Rosazea:
Subtypen, Trigger & Behandlung

Auf einen Blick

HäufigkeitSehr häufig — schätzungsweise bis zu jeder zehnte Erwachsene ist betroffen, vor allem hellhäutige Menschen zwischen 30 und 50 Jahren
Andere NamenRosacea, Kupferrose, Couperose (für die frühe Gefäßform), früher „Acne rosacea"
LeitsymptomAnhaltende Rötung der Gesichtsmitte (Wangen, Nase, Stirn, Kinn) mit sichtbaren Äderchen — oft schubweise verstärkt
DiagnoseKlinischer Blickbefund durch die Hautärztin — keine Mitesser (das grenzt sie von Akne ab)
ErstlinieKonsequente Basispflege und Sonnenschutz plus subtypgerechte lokale oder systemische Therapie
ICD-10L71.9 (Rosazea, nicht näher bezeichnet)

Deine Trigger und deine Pflege an einem Ort

Halte in brite fest, was deine Schübe auslöst, dokumentiere deine Haut und werde an deine Cremes und Tabletten erinnert. Kostenlos.

Trigger tracken

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Rosazea?
  2. Die Subtypen und ihre Therapie
  3. Symptome
  4. Rosazea oder Akne? Die Abgrenzung
  5. Ursachen, Trigger & Risikofaktoren
  6. Diagnose
  7. Therapie: Basispflege & Sonnenschutz
  8. Therapie: Medikamente im Klartext
  9. Alltag, Trigger-Tracker & Warnzeichen
  10. So hilft brite dir
  11. FAQ
  12. Verwandte Themen
Hinweis Brennende, gerötete oder lichtempfindliche Augen bei Rosazea sind kein rein kosmetisches Problem — eine unbehandelte Augenbeteiligung kann die Hornhaut schädigen. Lass sie augenärztlich abklären.

1. Was ist Rosazea?

Die Rosazea (auch Rosacea oder Kupferrose) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die vor allem die Gesichtsmitte betrifft — Wangen, Nase, Stirn und Kinn. Typisch ist eine anhaltende Rötung mit erweiterten, sichtbaren Äderchen, zu der je nach Ausprägung entzündliche Knötchen, Eiterbläschen oder eine Verdickung der Haut hinzukommen können. Die Erkrankung verläuft in Schüben: Phasen mit ruhiger Haut wechseln sich mit Phasen ab, in denen die Rötung aufflammt.

Das Besondere: Rosazea ist nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar. Man kann sie nicht wegcremen wie einen vorübergehenden Ausschlag, aber mit der richtigen Pflege, konsequentem Sonnenschutz und einer subtypgerechten Therapie lässt sich die Haut in den allermeisten Fällen deutlich beruhigen und über lange Zeit stabil halten. Wichtig zu verstehen ist dabei, dass es nicht die eine Rosazea gibt: Die Erkrankung zeigt sich in verschiedenen Formen, und genau diese Form entscheidet darüber, welche Behandlung wirkt.

Warum das so wichtig ist? Eine Creme, die gegen entzündliche Pusteln hilft, bringt bei reiner Rötung wenig — und umgekehrt. Wer also seine Form kennt, kann gezielt behandeln, statt monatelang das Falsche auszuprobieren. Betroffen sind besonders hellhäutige Menschen (die sogenannten keltischen Hauttypen) im mittleren Erwachsenenalter, Frauen etwas häufiger als Männer — wobei Männer öfter die schweren, verdickenden Verläufe entwickeln.

Die gute Nachricht Auch wenn Rosazea chronisch ist: Mit einer sanften, konsequenten Routine und dem Meiden der persönlichen Trigger erreichen viele Betroffene eine ruhige, kaum noch gerötete Haut. Entscheidend ist Geduld — die Haut braucht Wochen, nicht Tage, um auf eine Behandlung anzusprechen.

2. Die Subtypen und ihre Therapie

Traditionell wird Rosazea in vier Subtypen eingeteilt. In der Praxis überschneiden sich diese Formen oft, und moderne Leitlinien beschreiben zunehmend einzelne Merkmale statt starrer Schubladen. Für dich als Betroffene ist die Einteilung trotzdem hilfreich, denn jede Form spricht auf eine andere Behandlung an. Hier der Überblick:¹

SubtypLeitmerkmalPassende Therapie (Prinzip)
Erythematös-teleangiektatischAnhaltende Rötung, sichtbare Äderchen, FlushingGefäßverengende Cremes, Laser/IPL, Trigger meiden
PapulopustulösEntzündliche Knötchen und EiterbläschenMetronidazol, Azelainsäure, Ivermectin; bei Bedarf Tabletten
PhymatösVerdickung der Haut, z. B. Knollennase (Rhinophym)Isotretinoin früh; im Verlauf operativ/Laser abtragen
OkulärBrennende, trockene, gerötete AugenLidrandpflege, Tränenersatz, augenärztliche Mitbehandlung
Tabelle nach rechts scrollbar

Der erythematös-teleangiektatische Typ (kurz ETR) ist die Form, an die die meisten zuerst denken: eine dauerhafte Rötung der Wangen mit feinen, sichtbaren roten Äderchen (Teleangiektasien) und plötzlichen Hitze- und Rötungsattacken, dem sogenannten Flushing. Die Haut brennt oder sticht oft, reagiert empfindlich auf Pflegeprodukte. Hier stehen gefäßwirksame Cremes, Licht- und Lasertherapie sowie das konsequente Meiden von Triggern im Vordergrund.

Der papulopustulöse Typ zeigt zusätzlich zur Rötung entzündliche rote Knötchen (Papeln) und Eiterbläschen (Pusteln). Weil das oberflächlich an Akne erinnert, wurde diese Form früher „Acne rosacea" genannt — ein irreführender Begriff, denn mit echter Akne hat sie nichts zu tun. Diese Form spricht besonders gut auf entzündungshemmende Wirkstoffe wie Metronidazol, Azelainsäure oder Ivermectin an, bei stärkerer Ausprägung auf Antibiotika-Tabletten.

Der phymatöse Typ ist die seltenere, schwerere Form: Durch eine Wucherung von Talgdrüsen und Bindegewebe verdickt sich die Haut knotig, am bekanntesten an der Nase als Knollennase (Rhinophym). Diese Form betrifft fast ausschließlich Männer. Früh erkannt lässt sich die Verdickung mit Isotretinoin bremsen; ausgeprägte Phyme werden operativ oder mit dem Laser abgetragen.

Der okuläre Typ betrifft die Augen und wird häufig übersehen, weil man ihn nicht mit einer Hauterkrankung in Verbindung bringt. Die Augen brennen, sind trocken, gerötet und lichtempfindlich, die Lidränder entzündet. Rund die Hälfte aller Rosazea-Betroffenen hat zumindest leichte Augensymptome — manchmal sogar, bevor die Haut auffällig wird.


3. Symptome

Die Beschwerden reichen von einer kaum sichtbaren Rötung bis zu ausgeprägten entzündlichen Veränderungen. Charakteristisch ist, dass die Symptome die Gesichtsmitte betreffen und die Augenpartie oft aussparen. Typische Zeichen sind:

  • Flushing: plötzliche, anfallsartige Rötung mit Hitzegefühl, oft ausgelöst durch Wärme, Alkohol oder Aufregung
  • Anhaltende Rötung (Erythem) der Wangen, Nase, Stirn und des Kinns, die nicht mehr ganz verschwindet
  • Sichtbare Äderchen (Teleangiektasien) — feine rote Gefäße, die durch die Haut schimmern
  • Entzündliche Papeln und Pusteln — rote Knötchen und Eiterbläschen ohne Mitesser
  • Brennen, Stechen und Trockenheit — die Haut fühlt sich empfindlich und gereizt an
  • Schwellung (Ödem) und mit der Zeit eine Verdickung der Haut
  • Augensymptome — brennende, trockene, gerötete Augen und ein Fremdkörpergefühl

Viele Betroffene leiden nicht nur körperlich, sondern auch psychisch unter der sichtbaren Rötung im Gesicht. Scham, Rückzug und ein vermindertes Selbstwertgefühl sind häufig und werden oft unterschätzt. Auch deshalb lohnt sich eine konsequente Behandlung — sie verbessert nicht nur das Hautbild, sondern spürbar die Lebensqualität. Ein starker Juckreiz gehört übrigens eher nicht zum typischen Bild; im Vordergrund stehen Brennen und Stechen.


4. Rosazea oder Akne? Die Abgrenzung

Kaum eine Verwechslung ist so häufig wie die zwischen Rosazea und Akne. Beide zeigen rote Knötchen und Eiterbläschen im Gesicht, und beide wurden historisch in einen Topf geworfen. Doch es sind zwei grundverschiedene Erkrankungen — und die Unterscheidung ist praktisch bedeutsam, weil manche Aknemittel die Rosazea sogar verschlimmern.

MerkmalRosazeaAkne
Mitesser (Komedonen)Nein — das wichtigste UnterscheidungsmerkmalJa, typisch (schwarze und weiße)
Typisches Alter30–50 Jahre und älterVor allem Jugend und junges Erwachsenenalter
Hintergrund-RötungJa, flächige Rötung und FlushingMeist nicht
Sichtbare ÄderchenHäufigNein
Bevorzugte StellenGesichtsmitteGesicht, oft auch Rücken und Brust
Tabelle nach rechts scrollbar

Die einfachste Merkregel: Rosazea hat keine Mitesser. Wer schwarze und weiße Mitesser (Komedonen) hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Akne, keine Rosazea. Dazu kommt die flächige Hintergrund-Rötung und das Flushing bei Rosazea, das der Akne fehlt, sowie die sichtbaren Äderchen. Und schließlich das Alter: Während Akne vor allem in der Jugend auftritt, beginnt Rosazea typischerweise erst ab dem 30. Lebensjahr. Wenn du unsicher bist, klärt die Hautärztin das mit einem Blick — eine sichere Zuordnung ist die Grundlage für die richtige Therapie.


5. Ursachen, Trigger & Risikofaktoren

Die genaue Ursache der Rosazea ist bis heute nicht vollständig geklärt. Man geht von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus: einer erblichen Veranlagung, einer gestörten Regulation der Blutgefäße, einer überschießenden Reaktion des angeborenen Immunsystems und einer gestörten Hautbarriere. Auch die Haarbalgmilbe Demodex, die auf jeder Haut vorkommt, spielt bei Rosazea-Haut vermutlich eine Rolle, weil sie dort in erhöhter Zahl auftritt und Entzündungen anfeuern kann.¹,²

Ganz entscheidend für den Alltag sind aber die Trigger — Reize, die zwar nicht die Ursache sind, aber einen Schub auslösen oder verstärken. Sie sind individuell sehr unterschiedlich: Was bei der einen Person die Rötung aufflammen lässt, lässt eine andere völlig kalt. Die häufigsten Auslöser sind:

  • Sonne und UV-Strahlung — der mit Abstand wichtigste Trigger überhaupt
  • Hitze — Sauna, heiße Bäder, heiße Getränke, warme Räume
  • Alkohol — besonders Rotwein, aber grundsätzlich jede Sorte
  • Scharfes und heißes Essen — Chili, Pfeffer, sehr heiße Speisen
  • Stress und starke Emotionen
  • Kälte und Wind sowie schroffe Temperaturwechsel
  • Reizende Kosmetik — Alkohol, Duftstoffe, Menthol, aggressive Peelings

Weil die Trigger so individuell sind, ist es enorm hilfreich, die eigenen zu kennen. Genau dafür lohnt sich ein Trigger-Tagebuch, in dem du festhältst, was du wann getan oder gegessen hast und wie deine Haut darauf reagiert hat. Mit der Zeit erkennst du dein persönliches Muster — und kannst gezielt gegensteuern, statt pauschal auf vieles zu verzichten. Wie du das praktisch angehst, steht weiter unten im Abschnitt zum Alltag.


6. Diagnose

Die Diagnose stellt die Hautärztin in aller Regel mit bloßem Auge — das typische Verteilungsmuster in der Gesichtsmitte, die anhaltende Rötung, die sichtbaren Äderchen und das Fehlen von Mitessern ergeben zusammen ein charakteristisches Bild. Einen speziellen Labortest oder eine Gewebeprobe braucht es meist nicht.¹

  • Blickdiagnose: Beurteilung von Rötung, Äderchen, Papeln, Pusteln und Hautdicke — und gezielt die Suche nach Mitessern zur Abgrenzung von Akne.
  • Anamnese: Fragen nach Schüben, Flushing, Triggern und Augensymptomen. Ein mitgebrachtes Trigger-Tagebuch ist hier Gold wert.
  • Augencheck: Bei brennenden oder geröteten Augen wird zur augenärztlichen Abklärung geraten, um eine okuläre Beteiligung nicht zu übersehen.
  • Ausschluss anderer Erkrankungen: Selten müssen ähnliche Bilder wie eine periorale Dermatitis, ein Lupus oder ein seborrhoisches Ekzem abgegrenzt werden.

Ein häufiger Grund, überhaupt zur Hautärztin zu gehen, ist ein hartnäckiger Hautausschlag im Gesicht, der auf gewöhnliche Pflege nicht anspricht oder sich sogar verschlimmert. Gerade dann lohnt sich die fachärztliche Einordnung, denn die richtige Diagnose entscheidet über die richtige Behandlung.

7. Therapie: Basispflege & Sonnenschutz

Egal welcher Subtyp: Das Fundament jeder Rosazea-Behandlung ist eine sanfte Basispflege und ein konsequenter Sonnenschutz. Ohne dieses Fundament wirkt selbst die beste Creme oder Tablette nur halb so gut, weil die gereizte Hautbarriere immer wieder neue Schübe begünstigt. Die gute Nachricht: Die Regeln sind einfach, kosten nichts an Zeit und machen oft schon allein einen sichtbaren Unterschied.¹,²

Der wichtigste Grundsatz lautet: weniger ist mehr. Rosazea-Haut reagiert empfindlich auf zu viel und zu aggressiv. Aggressive Peelings, alkohol- und duftstoffhaltige Produkte, Menthol, Kampfer und heißes Wasser reizen die Haut und feuern die Rötung an. Stattdessen gilt: milde, seifenfreie Reinigung mit lauwarmem Wasser, sanft abtupfen statt reiben, und eine leichte, reizfreie Feuchtigkeitspflege, die die Barriere stärkt.

Basis Pflege-Fundament — für jeden Subtyp
Sanfte Reinigung
Milde, seifen- und alkoholfreie Reinigung mit lauwarmem Wasser, morgens und abends. Danach sanft trockentupfen, nicht rubbeln. Keine mechanischen Peelings oder Bürsten.
Feuchtigkeitspflege
Leichte, reizfreie Cremes ohne Duftstoffe stärken die Hautbarriere und lindern das Spannen und Brennen. Produkte für „empfindliche" oder „zu Rosazea neigende" Haut sind eine gute Orientierung.
Sonnenschutz
Täglich, das ganze Jahr über, mit LSF 30–50. Mineralische Filter (Zinkoxid, Titandioxid) werden oft besser vertragen. Sonne ist der wichtigste Trigger — dieser Schritt ist nicht verhandelbar.
Reize meiden
Finger weg von Produkten mit Alkohol, Menthol, Kampfer und Duftstoffen. Neue Kosmetik immer erst an einer kleinen Stelle testen. Grünstich-Make-up kann Rötungen kaschieren.

8. Therapie: Medikamente im Klartext

Reicht die Basispflege nicht aus, kommen Medikamente hinzu — und zwar passend zum Subtyp. Das ist der entscheidende Punkt: Es gibt nicht die eine Rosazea-Behandlung, sondern für jede Form die passenden Werkzeuge. Vieles wird lokal als Creme oder Gel aufgetragen, bei stärkeren Verläufen kommen Tabletten dazu. Hier der Überblick im Klartext:¹

Lokal Cremes & Gele — die erste Wahl
Metronidazol (Creme/Gel)
Der Klassiker gegen Papeln und Pusteln. Entzündungshemmend, gut verträglich, seit Jahrzehnten bewährt. Wird ein- bis zweimal täglich dünn aufgetragen — Wirkung nach einigen Wochen.
Azelainsäure (Gel)
Wirkt entzündungshemmend gegen die papulopustulöse Form. Kann anfangs leicht brennen oder kribbeln, das legt sich meist. Eine gute Alternative oder Ergänzung zu Metronidazol.
Ivermectin (Creme)
Wirkt gegen Entzündung und zugleich gegen die Demodex-Milben. Bei ausgeprägten Papeln und Pusteln oft besonders wirksam, nur einmal täglich nötig.
Brimonidin / Oxymetazolin (Gel/Creme)
Verengen die Gefäße und nehmen so vorübergehend die Rötung beim erythematösen Typ. Der Effekt hält Stunden an, behandelt aber nur das Symptom, nicht die Ursache.
Systemisch Tabletten — bei stärkeren Verläufen
Doxycyclin (niedrig dosiert)
Bei ausgeprägter papulopustulöser Rosazea. In der niedrigen Dosis wirkt es vor allem entzündungshemmend, nicht als klassisches Antibiotikum — deshalb keine Resistenzsorge wie bei einer Infektionsbehandlung.
Isotretinoin (niedrig dosiert)
Reserve für schwere, therapieresistente Fälle und für frühe phymatöse Veränderungen. Wirkt stark, erfordert aber engmaschige Kontrollen und ist in der Schwangerschaft strikt verboten.
Manche Aknemittel können schaden Weil Rosazea oft mit Akne verwechselt wird, greifen Betroffene zu Aknemitteln aus der Drogerie. Aggressive Präparate mit Alkohol, starke Peelings oder reizende Wirkstoffe können die Rosazea aber verschlimmern. Sprich neue Produkte im Zweifel mit deiner Hautärztin ab.

Für die sichtbaren Äderchen und die anhaltende Rötung helfen Cremes nur begrenzt — hier sind Laser- und Lichttherapien (etwa IPL oder Farbstofflaser) die wirksamste Option. Sie veröden die erweiterten Gefäße gezielt. Beim ausgeprägten Rhinophym wird das verdickte Gewebe operativ oder per Laser abgetragen. Welche Kombination für dich sinnvoll ist, hängt von deinem Subtyp und Schweregrad ab. Mehr zum sicheren Umgang mit mehreren Präparaten: Wechselwirkungen von Medikamenten.

Behalte deine Rosazea-Therapie im Griff

brite erinnert dich an jede Creme und Tablette und dokumentiert, wie deine Haut auf die Behandlung reagiert — bereit fürs nächste Hautarztgespräch.

  • Erinnerung für Cremes, Gele und Tabletten
  • Hautverlauf und Schübe auf einen Blick
  • Trigger erkennen und dokumentieren
Therapieplan anlegen

9. Alltag, Trigger-Tracker & Warnzeichen

Die Behandlung der Rosazea findet zum größten Teil im Alltag statt — nicht in der Praxis. Wer seine Auslöser kennt und meidet, hat den größten Hebel selbst in der Hand. Der wirksamste Baustein ist ein echter Trigger-Tracker: Notiere über ein paar Wochen konsequent, was du getan, gegessen und getrunken hast und wie deine Haut reagiert. So findest du dein persönliches Muster.

  • Sonne konsequent meiden: täglich Sonnenschutz, Schatten und Hut. Der wichtigste einzelne Trigger überhaupt.
  • Hitze reduzieren: Sauna, heiße Bäder und sehr heiße Getränke bewusst dosieren, Räume nicht überheizen.
  • Alkohol beobachten: vor allem Rotwein löst bei vielen Flushing aus — teste, was du verträgst.
  • Scharfes Essen prüfen: Chili, Pfeffer und sehr heiße Speisen sind häufige Auslöser.
  • Stress abfedern: Entspannungstechniken helfen, weil starke Emotionen Schübe triggern können.
  • Therapie durchhalten: Cremes und Tabletten regelmäßig anwenden — die Wirkung braucht Wochen, nicht Tage.

Wichtig: Es geht nicht darum, auf alles zu verzichten. Ziel ist, deine wenigen echten Trigger zu finden und gezielt zu meiden — nicht, aus Vorsicht das halbe Leben einzuschränken. Genau dabei hilft ein strukturierter Tracker, der Auslöser und Hautzustand zusammenführt.

Finde deine persönlichen Trigger

Mit brite hältst du Sonne, Hitze, Alkohol, scharfes Essen und Stress fest und siehst, wie deine Haut reagiert — ideal fürs nächste Hautarztgespräch.

Trigger-Tagebuch starten
Augenbeteiligung — nicht ignorieren Brennende, gerötete oder lichtempfindliche Augen und eine Sehverschlechterung können Zeichen einer okulären Rosazea sein. Das ist zwar kein 112-Notfall, aber du solltest es nicht auf die leichte Schulter nehmen: Unbehandelt kann eine Augenbeteiligung die Hornhaut schädigen. Lass die Augen zeitnah augenärztlich abklären.

So hilft brite dir bei Rosazea

Rosazea behandelt man nicht in Tagen, sondern über Jahre — mit Pflege, Cremes, oft Tabletten und dem Meiden der persönlichen Trigger. Die Therapie wirkt nur, wenn sie zuverlässig läuft und du deine Auslöser kennst. Genau dabei unterstützt brite.

  • Einnahme-Erinnerung — Metronidazol-Creme, Ivermectin, Doxycyclin oder Isotretinoin pünktlich und ohne Lücken. Erinnerung einrichten
  • Gesundheitsverlauf — Schübe, Trigger und Hautzustand dokumentieren und als Verlauf zum Termin mitbringen. Die beste Grundlage, um deine Auslöser zu finden. Verlauf tracken
  • Wechselwirkungs-Check — erkennt kritische Kombinationen, etwa bei Isotretinoin oder Doxycyclin mit anderen Präparaten. Jetzt prüfen
  • Digitaler Medikationsplan — alle Cremes, Gele und Tabletten übersichtlich für Hautarzt, Augenarzt und Apotheke. Zum Medikationsplan
Jetzt kostenlos starten
brite App

FAQ: Häufige Fragen zu Rosazea

Nein, Rosazea ist chronisch und nicht heilbar — aber sehr gut behandelbar. Mit konsequenter Basispflege, täglichem Sonnenschutz, dem Meiden der persönlichen Trigger und einer subtypgerechten Therapie lässt sich die Haut in den allermeisten Fällen deutlich beruhigen und langfristig stabil halten.
Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal: Rosazea hat keine Mitesser, Akne schon. Rosazea zeigt zusätzlich eine flächige Rötung, Flushing und sichtbare Äderchen und beginnt meist erst ab 30, während Akne vor allem in der Jugend auftritt. Manche Aknemittel können Rosazea sogar verschlimmern.
Die häufigsten Trigger sind Sonne (der wichtigste überhaupt), Hitze, Alkohol (besonders Rotwein), scharfes und heißes Essen sowie Stress. Auch Kälte, Wind und reizende Kosmetik können Schübe auslösen. Welche das bei dir sind, ist individuell — ein Trigger-Tagebuch hilft, das persönliche Muster zu erkennen.
Das hängt vom Subtyp ab. Gegen entzündliche Papeln und Pusteln helfen Metronidazol, Azelainsäure oder Ivermectin. Gegen die reine Rötung wirken gefäßverengende Gele wie Brimonidin. Basis bleibt immer eine sanfte, reizfreie Pflege und täglicher Sonnenschutz. Welche Creme passt, klärt die Hautärztin.
Gegen erweiterte, sichtbare Äderchen (Teleangiektasien) wirken Cremes nur begrenzt. Am wirksamsten sind Laser- und Lichttherapien wie IPL oder der Farbstofflaser, die die Gefäße gezielt veröden. Meist sind mehrere Sitzungen nötig. Sonnenschutz und Triggervermeidung beugen neuen Äderchen vor.
Nein, das ist ein hartnäckiger Mythos. Die Knollennase (Rhinophym) ist die phymatöse Form der Rosazea und entsteht durch eine Wucherung von Talgdrüsen und Bindegewebe — nicht durch Alkohol. Sie betrifft fast nur Männer. Alkohol kann Schübe triggern, ist aber nicht die Ursache der Verdickung.
Ja, das ist die okuläre Rosazea. Rund die Hälfte der Betroffenen hat zumindest leichte Augensymptome: brennende, trockene, gerötete und lichtempfindliche Augen. Manchmal treten sie sogar vor den Hautzeichen auf. Unbehandelt kann eine Augenbeteiligung die Hornhaut schädigen — deshalb augenärztlich abklären lassen.
Bei ausgeprägten Papeln und Pusteln wird oft niedrig dosiertes Doxycyclin eingesetzt. In dieser Dosis wirkt es vor allem entzündungshemmend, nicht als klassisches Antibiotikum gegen Bakterien. Deshalb geht es nicht um eine Infektion, und die Resistenzsorge ist geringer als bei einer üblichen Antibiotika-Behandlung.
Ja. Grünstich-Concealer und -Grundierungen neutralisieren die Rötung optisch und werden von vielen Betroffenen genutzt. Achte auf reizfreie, duftstofffreie Produkte und entferne das Make-up abends sanft. Kaschieren ersetzt aber keine Behandlung — die eigentliche Therapie läuft mit Pflege und subtypgerechten Wirkstoffen weiter.

11. Verwandte Themen

Quellen

  1. DDG S2k-Leitlinie Rosazea (2022). Deutsche Dermatologische Gesellschaft. awmf.org
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Rosazea. gesundheitsinformation.de
  3. Deutsche Dermatologische Gesellschaft e. V. (DDG). derma.de
  4. National Rosacea Society: Standard classification and pathophysiology of rosacea. rosacea.org
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Rosazea-Medikamente sollten nur nach ärztlicher Verordnung angewendet werden — insbesondere Isotretinoin ist in der Schwangerschaft strikt verboten. Bei brennenden, geröteten oder lichtempfindlichen Augen oder einer Sehverschlechterung solltest du die Augen augenärztlich abklären lassen. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.