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Sarah K., 34
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Lamotrigin ist ein Antiepileptikum, das auch zur Phasenprophylaxe bei bipolarer Störung eingesetzt wird. Entscheidend sind die langsame Aufdosierung über Wochen und das frühe Erkennen von Hautausschlägen – wenn es richtig und zuverlässig genommen wird.
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Lamotrigin niemals eigenmächtig absetzen oder abrupt pausieren. Ein plötzliches Absetzen kann Krampfanfälle auslösen – Änderungen immer mit der Praxis abstimmen. Lamotrigin (Handelsname Lamictal®) ist ein Antiepileptikum, das gegen epileptische Anfälle wirkt und zugleich zur Phasenprophylaxe bei bipolarer Störung eingesetzt wird. Charakteristisch ist die langsame Aufdosierung über mehrere Wochen – dieses „Einschleichen" senkt das Risiko schwerer Hautreaktionen.
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Wirkstoff | Lamotrigin |
| Handelsname | Lamictal® |
| ATC-Code | N03AX09 |
| Wirkstoffklasse | Antiepileptikum / Stimmungsstabilisierer |
| Darreichung | Tabletten 25, 50, 100, 200 mg |
| Einnahme | 1–2× täglich, unabhängig von den Mahlzeiten |
| Standarddosis | Erhaltung meist 100–200 mg/Tag (langsam einschleichen) |
| Kontrollen | Vor allem Hautbeobachtung in den ersten 8 Wochen |
| Rezeptpflicht | Ja |
Bei einem epileptischen Anfall feuern Nervenzellen im Gehirn übermäßig und unkontrolliert. Lamotrigin blockiert bestimmte spannungsabhängige Natriumkanäle und dämpft dadurch die überschießende Freisetzung erregender Botenstoffe wie Glutamat. So werden die Nervenzellen stabilisiert und Anfälle seltener.
Genau diese stabilisierende Wirkung nutzt man in zwei Bereichen: Bei der Epilepsie beugt Lamotrigin fokalen und generalisierten Anfällen vor. Bei der bipolaren Störung wird es zur Phasenprophylaxe eingesetzt und schützt vor allem vor erneuten depressiven Episoden. Anders als manche andere Antiepileptika wirkt Lamotrigin eher stimmungsstabilisierend als sedierend.
Das Wichtigste bei Lamotrigin ist die langsame Aufdosierung: Die Behandlung startet mit einer sehr niedrigen Dosis, die über mehrere Wochen schrittweise gesteigert wird. Dieses Einschleichen ist keine Formsache, sondern senkt gezielt das Risiko für schwere Hautreaktionen. Ein Überspringen von Schritten ist gefährlich.
| Situation | Vorgehen |
|---|---|
| Start (Monotherapie) | 25 mg/Tag über 2 Wochen, dann langsam steigern |
| Erhaltungsdosis | meist 100–200 mg/Tag |
| Kombination mit Valproat | niedrigere Startdosis, langsameres Einschleichen |
| Einnahmepause > wenige Tage | Aufdosierung neu beginnen (nach Rücksprache) |
Eine vergessene Dosis wird nachgeholt, sobald es auffällt – aber niemals die doppelte Menge auf einmal. Was bei einer vergessenen Einnahme generell gilt, erklärt der Ratgeber Medikament vergessen. Gerade weil Lamotrigin nicht abrupt pausiert werden darf, ist eine zuverlässige Routine besonders wichtig.
brite erinnert dich zuverlässig an deine Lamotrigin-Einnahme und dokumentiert sie lückenlos.
Die relevanteste Nebenwirkung von Lamotrigin ist ein Hautausschlag. Meist ist er harmlos, in seltenen Fällen kann er aber der Beginn einer schweren, lebensbedrohlichen Hautreaktion sein – etwa eines Stevens-Johnson-Syndroms. Das Risiko ist am höchsten in den ersten 8 Wochen der Behandlung und wenn zu schnell aufdosiert wird. Deshalb gilt hier besondere Aufmerksamkeit.
Neben dem Hautausschlag treten vor allem zu Beginn und beim Aufdosieren weitere, meist vorübergehende Nebenwirkungen auf. Viele bessern sich, wenn sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat.
| Nebenwirkung | Häufigkeit | Was tun? |
|---|---|---|
| Kopfschmerzen, Müdigkeit | Sehr häufig | Meist vorübergehend; bei Belastung ansprechen |
| Schwindel, Doppelbilder | Häufig | Oft dosisabhängig; ärztlich prüfen lassen |
| Übelkeit, Schlafstörungen | Häufig | Meist harmlos; bei Anhalten abklären |
| Hautausschlag mit Fieber, Blasen, Schleimhäuten | Selten | Sofort ärztlich – im Zweifel Notfall |
Lamotrigin macht im Vergleich zu anderen Antiepileptika wie Levetiracetam oder Pregabalin meist wenig müde und wird oft gut vertragen – der Preis dafür ist die notwendige langsame Aufdosierung.
Lamotrigin wird in der Leber abgebaut, und dieser Abbau lässt sich durch andere Medikamente stark beschleunigen oder bremsen. Prüfe Kombinationen im Wechselwirkungs-Check.
| Stoff / Medikament | Wechselwirkung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Valproat (Valproinsäure) | Lamotrigin-Spiegel steigt stark | Startdosis halbieren, sehr langsam einschleichen |
| Antibabypille (Östrogen) | Senkt den Lamotrigin-Spiegel – Wirkung kann nachlassen | Dosisanpassung; Absetzen der Pille beachten |
| Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital | Beschleunigter Abbau, niedrigerer Spiegel | Höhere Lamotrigin-Dosis nötig |
| Rifampicin | Senkt den Lamotrigin-Spiegel | Dosis ärztlich anpassen |
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