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Sarah K., 34
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Nitrofurantoin ist ein Antibiotikum der ersten Wahl beim unkomplizierten Harnwegsinfekt. Es wirkt gezielt in der Blase, ist aber nicht bei eingeschränkter Nierenfunktion oder einer Nierenbeckenentzündung geeignet.
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Nimm Nitrofurantoin genau so lange ein, wie verordnet – auch wenn die Beschwerden schon nach ein bis zwei Tagen nachlassen. Ein eigenmächtiges Absetzen kann den Harnwegsinfekt zurückkehren lassen und Resistenzen begünstigen. Nitrofurantoin (Handelsnamen Furadantin®, Nifurantin®) ist ein Antibiotikum, das gezielt bei einer Blasenentzündung (Harnwegsinfekt) eingesetzt wird. Es reichert sich fast ausschließlich im Urin an und wirkt damit dort, wo die Bakterien sitzen – in der Blase. Leitlinien empfehlen es als eines der Mittel der ersten Wahl beim unkomplizierten Infekt.
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Wirkstoff | Nitrofurantoin |
| Handelsname | Furadantin®, Nifurantin® |
| ATC-Code | J01XE01 |
| Wirkstoffklasse | Harnwegsantibiotikum (Nitrofuran-Derivat) |
| Darreichung | Retardkapseln/Tabletten 50 und 100 mg |
| Einnahme | Zu einer Mahlzeit, mit ausreichend Flüssigkeit |
| Standarddosis | 2× 100 mg/Tag (Retard) über 5 Tage |
| Rezeptpflicht | Ja |
| Besonderheit | Nicht bei eingeschränkter Nierenfunktion, harmlose Braunfärbung des Urins |
Nitrofurantoin ist ein sogenanntes Harnwegsantibiotikum. Das bedeutet: Nach der Einnahme wird der Wirkstoff im Körper kaum verteilt, sondern rasch über die Nieren in den Urin ausgeschieden. Dadurch entstehen genau dort hohe Konzentrationen, wo die Bakterien bei einer Blasenentzündung sitzen – in der Harnblase. Im Blut und im übrigen Gewebe bleibt der Spiegel dagegen niedrig.
In der Bakterienzelle wird Nitrofurantoin in reaktive Bruchstücke umgewandelt, die zahlreiche bakterielle Bausteine gleichzeitig angreifen – von der Erbinformation über Eiweiße bis zum Zellstoffwechsel. Weil das Antibiotikum an so vielen Stellen ansetzt, sind Resistenzen bislang selten geblieben. Typische Auslöser eines Harnwegsinfekts wie E. coli sprechen meist gut darauf an. Genau diese gezielte Wirkung in der Blase ist auch der Grund, warum Nitrofurantoin bei Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen und ständigem Harndrang gut hilft – aber bei einer Nierenbeckenentzündung nicht ausreicht, weil es das Nierengewebe kaum erreicht.
Üblich ist beim unkomplizierten Harnwegsinfekt die retardierte (verzögert freisetzende) Form mit 2× 100 mg täglich über fünf Tage. Wichtig: Nitrofurantoin wird immer zu einer Mahlzeit eingenommen. Das verbessert die Aufnahme und ist besser verträglich für den Magen.
| Situation | Dosis |
|---|---|
| Unkomplizierter Harnwegsinfekt (Retardform) | 2× 100 mg/Tag über 5 Tage |
| Nicht-retardierte Form | 3–4× 50–100 mg/Tag über 5–7 Tage |
| Eingeschränkte Nierenfunktion (GFR < 45 ml/min) | Nicht anwenden |
| Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) | Nicht geeignet |
Eine vergessene Dosis wird nachgeholt, sobald es auffällt – steht die nächste Einnahme aber schon fast an, wird die vergessene ausgelassen und niemals die doppelte Menge genommen. Was bei einer vergessenen Einnahme generell gilt, erklärt der Ratgeber Medikament vergessen.
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Beim unkomplizierten Harnwegsinfekt stehen mehrere Antibiotika zur Wahl. Nitrofurantoin und Fosfomycin gelten als Mittel der ersten Wahl. Ciprofloxacin aus der Gruppe der Fluorchinolone soll bei der einfachen Blasenentzündung dagegen ausdrücklich nicht als Standard eingesetzt werden – es bleibt schwereren Infekten vorbehalten.
| Eigenschaft | Nitrofurantoin | Fosfomycin | Ciprofloxacin |
|---|---|---|---|
| Einnahme | 2× tgl. über 5 Tage | Einmalgabe (1 Beutel) | 2× tgl. über 3 Tage |
| Rolle beim einfachen Infekt | Erste Wahl | Erste Wahl | Nur Reserve |
| Bei Nierenbeckenentzündung | Nein | Nein | Ja (bei Bedarf) |
| Bei Niereneinschränkung | Nein | Eingeschränkt | Dosisanpassung |
| Besonderheit | Wirkt nur in der Blase | Bequeme Einmalgabe | Mehr Nebenwirkungen, Reserveantibiotikum |
Welches Antibiotikum passt, hängt von Nierenfunktion, Schwangerschaft, Vorerkrankungen und dem örtlichen Resistenzmuster ab. Keines ist pauschal „das beste" – die Auswahl trifft die Ärztin oder der Arzt individuell.
Nitrofurantoin ist bei kurzer Anwendung meist gut verträglich. Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden. Eine typische, völlig harmlose Begleiterscheinung ist eine bräunliche bis gelb-braune Verfärbung des Urins – sie ist kein Grund zur Sorge und verschwindet nach der Kur wieder.
| Nebenwirkung | Häufigkeit | Was tun? |
|---|---|---|
| Braunfärbung des Urins | Häufig | Harmlos, keine Maßnahme nötig |
| Übelkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall | Häufig | Einnahme zur Mahlzeit lindert dies meist |
| Kopfschmerzen, Schwindel | Gelegentlich | Bei Anhalten ärztlich ansprechen |
| Lungenreaktion (Husten, Atemnot, Fieber) | Selten | Sofort absetzen und ärztlich abklären |
| Leberschädigung, Nervenschäden | Sehr selten (v. a. Langzeit) | Ärztlich abklären |
Nitrofurantoin hat weniger Wechselwirkungen als viele andere Antibiotika, weil es kaum ins Blut übergeht. Einige Kombinationen solltest du trotzdem kennen. Prüfe deine Präparate im Wechselwirkungs-Check.
| Stoff / Medikament | Wechselwirkung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Magnesium-haltige Antazida | Verminderte Aufnahme, schwächere Wirkung | Zeitlichen Abstand einhalten |
| Probenecid, Sulfinpyrazon (Gichtmittel) | Weniger Ausscheidung in den Urin | Wirkung im Harn kann sinken |
| Chinolon-Antibiotika (z. B. Ciprofloxacin) | Können sich in der Wirkung abschwächen | Nicht gemeinsam einsetzen |
| Fluconazol (Antimykotikum) | Erhöhtes Risiko für Leber- und Lungenreaktionen | Nur nach ärztlicher Abwägung |
So gezielt Nitrofurantoin in der Blase wirkt, so klar sind seine Grenzen. Weil der Wirkstoff über die Nieren in den Urin ausgeschieden wird, entstehen bei einer eingeschränkten Nierenfunktion keine ausreichend hohen Spiegel im Harn mehr – gleichzeitig steigt der Wirkstoffspiegel im Blut und damit das Risiko für Nebenwirkungen. Deshalb wird Nitrofurantoin bei deutlich reduzierter Nierenleistung (GFR unter etwa 45 ml/min) nicht eingesetzt.
Ebenso ist es nicht das richtige Mittel bei einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) oder anderen Infekten, die tiefer als die Blase reichen: Im Nierengewebe und im Blut erreicht es keine wirksamen Konzentrationen. Anzeichen dafür sind Flankenschmerz, hohes Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl – hier braucht es ein anders wirkendes Antibiotikum. Auch im letzten Schwangerschaftsdrittel und bei Neugeborenen wird Nitrofurantoin gemieden.
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