Rezept verloren: Was du jetzt tun kannst — vom E-Rezept bis zum Notdienst

Der Ausdruck ist aus der Jackentasche verschwunden, die Gesundheitskarte liegt irgendwo im Zug, und im Blister sind noch zwei Tabletten — am Freitagabend. Die gute Nachricht: Ein E-Rezept selbst kann nicht verloren gehen. Und auch wenn das Rezept wirklich weg ist oder die Praxis nicht erreichbar, gibt es klare Wege zu deinem Medikament. Dieser Ratgeber zeigt dir, was je nach Rezeptart zu tun ist, wer dir abends und am Wochenende hilft und was sich seit Juli 2026 in der Apotheke geändert hat.

Rezept rechtzeitig nachbestellen

brite erinnert dich, bevor deine Tabletten knapp werden — nicht erst, wenn der Blister leer ist. Kostenlos.

Erinnerung einrichten
Das Wichtigste in Kürze. Beim E-Rezept liegt die Verordnung auf einem zentralen Server — ein verlorener Ausdruck lässt sich jederzeit neu drucken, und mit der Gesundheitskarte kommst du auch ohne Ausdruck an dein Medikament. Ein verlorenes Papierrezept stellt die Praxis in der Regel neu aus. Abends und am Wochenende hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Und seit Juli 2026 dürfen Apotheken bei langjähriger Dauermedikation in dringenden Fällen einmalig eine kleine Packung ohne Rezept abgeben — unter engen Voraussetzungen und auf eigene Kosten.

1. Erst klären: Was genau ist weg?

„Rezept verloren" kann sehr Unterschiedliches bedeuten. Bevor du telefonierst, lohnt sich eine Minute Sortieren — denn die Lösung hängt davon ab, was fehlt.

Was fehlt?Wie ernst?Erster Schritt
Ausdruck eines E-Rezepts (Zettel mit Code)Meist unproblematischMit Gesundheitskarte einlösen oder neuen Ausdruck in der Praxis holen
Elektronische GesundheitskarteÄrgerlich, aber lösbarKrankenkasse informieren, Karte sperren lassen, E-Rezept per Ausdruck oder App einlösen
Smartphone mit E-Rezept-AppUnproblematischMit Gesundheitskarte in der Apotheke einlösen; die Rezepte liegen nicht auf dem Handy
Papierrezept (Kassenrezept, Privatrezept)Neues Rezept nötigPraxis anrufen und Verlust melden
Betäubungsmittel- oder T-RezeptStreng geregeltPraxis sofort informieren; bei Diebstahl Anzeige erwägen
Die Medikamente selbstJe nach Wirkstoff dringendPraxis kontaktieren; bei kritischen Medikamenten Notdienst
Tabelle nach rechts scrollbar

Wie viel Zeit du hast, hängt vor allem davon ab, wie lange dein Vorrat noch reicht und wie kritisch eine Unterbrechung für dein Medikament wäre. Ein paar Tage ohne Vitamin D sind etwas anderes als ein leerer Insulinpen. Dazu mehr in Abschnitt 6.


2. E-Rezept: Warum es eigentlich nicht verloren gehen kann

Seit 2024 ist das E-Rezept für verschreibungspflichtige Arzneimittel in der gesetzlichen Krankenversicherung Standard. Die Praxis signiert die Verordnung elektronisch und legt sie auf einem gesicherten Server der Telematikinfrastruktur ab, dem sogenannten Fachdienst. Von dort ruft die Apotheke sie ab — egal, ob du die Gesundheitskarte einsteckst, die E-Rezept-App nutzt oder einen Ausdruck vorlegst.¹ Wie die drei Einlösewege im Detail funktionieren, erklärt der Ratgeber E-Rezept: Einlösen, Gültigkeit und Probleme.

Für den Verlustfall bedeutet das: Der Ausdruck ist kein Rezept im alten Sinn, sondern nur ein Zugangsschlüssel zur digitalen Verordnung. Geht er verloren, bleibt das Rezept selbst unberührt. Die Apothekerverbände formulieren es in ihren Hinweisen für Apotheken sinngemäß so: Ein E-Rezept kann nicht verloren gehen, ein verlorener Ausdruck kann jederzeit neu gedruckt werden.²

  1. Einfachster Weg: Geh mit deiner Gesundheitskarte in eine Apotheke. Nach dem Einstecken sieht die Apotheke alle offenen E-Rezepte — der Ausdruck wird nicht gebraucht.
  2. Mit App: Nutzt du die E-Rezept-App, siehst du die Verordnung dort und kannst sie an eine Apotheke senden oder den Code vorzeigen.
  3. Neuer Ausdruck: Wer den Zettel braucht — etwa, weil jemand anderes das Medikament abholt —, bittet die Praxis um einen neuen Ausdruck.

Und wenn jemand den Ausdruck findet?

Der Code auf dem Ausdruck funktioniert wie ein Schlüssel: Wer ihn vorlegt, kann das Rezept einlösen. Das Risiko ist überschaubar, denn der Finder hätte davon wenig. Trotzdem gibt es zwei Möglichkeiten, wenn du auf Nummer sicher gehen willst: Solange das Rezept noch nicht eingelöst ist, kann die Praxis es löschen und neu ausstellen. Nutzt du die E-Rezept-App, kannst du ein nicht eingelöstes Rezept dort auch selbst löschen — dann brauchst du allerdings ein neues von der Praxis.¹

Fristen laufen weiter. Auch wenn der Ausdruck weg ist: Ein Kassenrezept kannst du in der Regel 28 Tage zulasten der Krankenkasse einlösen. Danach ist es bis zum Ende der Gültigkeit — drei Monate nach Ausstellung — nur noch auf eigene Kosten einlösbar.¹ Lass die Suche nach dem Zettel also nicht zu lange dauern, sondern löse im Zweifel direkt mit der Karte ein.

3. Gesundheitskarte oder Handy verloren

Die elektronische Gesundheitskarte ist weg

Melde den Verlust so bald wie möglich deiner Krankenkasse — per Telefon, App oder Onlineportal. Die Kasse sperrt die alte Karte und schickt dir eine neue. Eine gesperrte Karte kann in Praxis und Apotheke nicht mehr genutzt werden, auch nicht von einem Finder. Bis die neue Karte da ist:

  • E-Rezepte per Ausdruck einlösen — bitte deine Praxis, offene Verordnungen auszudrucken.
  • App nutzen, wenn möglich — bei vielen Kassen lässt sich die E-Rezept-App auch über die digitale Identität (GesundheitsID) der Krankenkassen-App anmelden, ganz ohne Karte.
  • Für Arzttermine eine Ersatzbescheinigung — deine Kasse stellt dir auf Anfrage einen Nachweis über deinen Versicherungsschutz aus.

Das Smartphone ist weg

Deine Rezepte liegen nicht auf dem Handy, sondern auf dem Server. Mit der Gesundheitskarte löst du sie in jeder Apotheke ein. Die App richtest du auf dem neuen Gerät einfach neu ein. Wenn du Sorge wegen deiner Gesundheitsdaten hast, sperre das verlorene Gerät über die Funktionen deines Betriebssystems und ändere die Zugangsdaten deiner Gesundheits-Apps.


4. Papierrezept verloren: Kassen- und Privatrezept

Ganz verschwunden ist das Papier nicht. Das klassische Kassenrezept (Muster 16) bleibt als Ersatzverfahren erhalten — etwa bei technischen Störungen oder Hausbesuchen, und in der Versorgung von Pflegeheimen wird es teils weiter genutzt.² Privatversicherte erhalten je nach Praxis und Versicherung ebenfalls oft noch ein Papierrezept.

Anders als beim E-Rezept ist ein verlorenes Papierrezept wirklich weg. So gehst du vor:

  1. Praxis anrufen und den Verlust melden. Nenne Medikament, Stärke und Datum der Ausstellung.
  2. Neues Rezept erhalten — in der Regel als E-Rezept. Ob und wie die Praxis den Verlust dokumentiert, ist ihre Entscheidung.
  3. Altes Rezept nicht mehr einlösen, falls es wieder auftaucht. Gib es in der Praxis ab oder vernichte es.

Für gesetzlich Versicherte kostet das neue Rezept in der Regel nichts extra; die übliche Zuzahlung fällt wie immer erst beim Einlösen an. Bei Privatrezepten kann die Praxis für die erneute Ausstellung eine Gebühr berechnen. Was du bei Zuzahlungen sonst beachten solltest und wann eine Befreiung möglich ist, steht im Ratgeber Zuzahlung und Befreiung.

Empfehlung statt Verordnung. Hast du ein grünes Rezept verloren, ist das kein Problem: Es ist nur eine ärztliche Empfehlung für ein rezeptfreies Medikament. Du kannst das Präparat auch ohne den Zettel in der Apotheke kaufen — nenne einfach Wirkstoff und Stärke.

5. Sonderfall Betäubungsmittel- und T-Rezept

Starke Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide, Methylphenidat bei ADHS und einige andere Wirkstoffe unterliegen dem Betäubungsmittelrecht. Sie werden auf einem speziellen, fortlaufend nummerierten gelben Formular verordnet, für das strenge Dokumentationspflichten gelten.³ Für bestimmte Wirkstoffe mit hohem Risiko für das ungeborene Kind, etwa Lenalidomid, gibt es zusätzlich das T-Rezept. Beide Rezeptarten werden derzeit noch überwiegend auf Papier ausgestellt; die verpflichtende elektronische Variante ist erst für die kommenden Jahre geplant.

  • Sofort melden: Informiere die ausstellende Praxis umgehend über den Verlust, damit sie ihn dokumentieren kann.
  • Kurze Frist beachten: BtM-Rezepte sind nur wenige Tage gültig. Warte nicht darauf, dass der Zettel wieder auftaucht.
  • Diebstahl anzeigen: Wurden Rezept oder Medikamente gestohlen, etwa mit der Handtasche, kann eine polizeiliche Anzeige sinnvoll sein — frag in der Praxis, was sie braucht.
  • Keine Selbsthilfe-Lösungen: Ein Ersatz über Bekannte oder Online-Angebote ohne Rezept ist nicht nur illegal, sondern bei diesen Wirkstoffen auch gefährlich.

Ob und wann eine neue Verordnung möglich ist, entscheidet die Praxis. Bei Opioiden und Stimulanzien ist sie verständlicherweise vorsichtig — rechne mit Rückfragen, und nimm sie nicht persönlich.

Alle Medikamente samt Stärke parat

Mit dem digitalen Medikationsplan von brite nennst du Praxis und Apotheke sofort Wirkstoff, Stärke und Dosierung.

Plan anlegen

6. Medikamente reichen nicht mehr: Notfallversorgung Schritt für Schritt

Das eigentliche Problem ist selten das Rezept, sondern der leere Vorrat. Je nach Uhrzeit und Dringlichkeit gibt es unterschiedliche Anlaufstellen:

SituationAnlaufstelleGut zu wissen
Werktags zu SprechzeitenDeine Hausarzt- oder FacharztpraxisFolgerezepte werden oft ohne Termin ausgestellt, wenn die Karte im laufenden Quartal schon eingelesen wurde — frag nach
Praxis im Urlaub oder nicht erreichbarVertretungspraxis (steht meist auf dem Anrufbeantworter) oder VideosprechstundeAuch aus der Videosprechstunde kann ein E-Rezept kommen
Abends, nachts, am WochenendeÄrztlicher Bereitschaftsdienst 116117Vermittelt die nächste Bereitschaftspraxis, die ein Rezept ausstellen kann
Rezept vorhanden, Apotheken geschlossenNotdienstapothekeAushang an jeder Apotheke oder Notdienstsuche, etwa über aponet.de
Kein Rezept, Praxis erreichbar, Apotheke offenApotheke plus telefonische VerordnungIn dringenden Fällen darf die Praxis die Verordnung telefonisch mitteilen und das Rezept nachreichen
Kein Rezept, keine Praxis erreichbar, langjährige DauermedikationApotheke (Anschlussversorgung)Seit Juli 2026 möglich — aber nur unter engen Voraussetzungen, siehe unten
Beschwerden durch fehlende Medikamente, WarnzeichenNotaufnahme oder Notruf 112Nicht auf das Rezept warten
Tabelle nach rechts scrollbar

Der Bereitschaftsdienst unter 116117 ist bundesweit rund um die Uhr erreichbar und kostenfrei.⁴ Er ist die richtige Adresse, wenn du außerhalb der Sprechzeiten ein Rezept für ein Medikament brauchst, das keinen Aufschub bis zum nächsten Werktag verträgt.

Telefonische Verordnung an die Apotheke

Wenn die Praxis erreichbar ist, du aber nicht hinkommst, gibt es einen oft übersehenen Weg: Erlaubt die Anwendung eines verschreibungspflichtigen Medikaments keinen Aufschub, darf die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt die Apotheke telefonisch oder auf anderem geeignetem Weg über die Verordnung informieren. Die Apotheke vergewissert sich über die Identität der Praxis und gibt das Medikament ab; das Rezept wird unverzüglich nachgereicht. Geregelt ist das in der Arzneimittelverschreibungsverordnung.⁵

Neu seit Juli 2026: Anschlussversorgung in der Apotheke

Mit der Apothekenreform gilt seit dem 2. Juli 2026 eine neue Regelung im Arzneimittelgesetz: Apothekerinnen und Apotheker dürfen in dringenden Ausnahmefällen einmalig ein verschreibungspflichtiges Medikament der Dauermedikation ohne Rezept abgeben, damit eine bestehende Therapie nicht abreißt.⁶ Die Voraussetzungen sind eng:

  • Langjährige Therapie: Das Medikament wurde dir bereits über mindestens drei Quartale ärztlich verordnet — und das muss belegbar sein, etwa über die Medikationsliste der elektronischen Patientenakte, die Kundendatei deiner Stammapotheke, einen ärztlichen Medikationsplan oder einen Arztbrief. Eine einzelne Packung oder deine Angabe allein reicht in der Regel nicht.
  • Kein Aufschub möglich: Die Fortführung der Therapie darf nicht warten können.
  • Kleinste Packung, einmalig: Abgegeben wird die kleinste in der Apotheke vorrätige Packung. Eine erneute Abgabe desselben Medikaments ist erst möglich, wenn zwischendurch wieder ein Rezept vorlag.
  • Selbst bezahlen: Die Anschlussversorgung ist keine Kassenleistung — du zahlst den Apothekenpreis selbst. Ein nachgereichtes Rezept macht daraus nachträglich keine Kassenleistung.
  • Kein Anspruch: Die Entscheidung trifft die Apothekerin oder der Apotheker nach Prüfung des Einzelfalls.
Nicht für alle Medikamente. Ausgeschlossen sind unter anderem Betäubungsmittel, opioidhaltige Arzneimittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Stimulanzien und angstlösende Mittel, außerdem Lenalidomid, Pomalidomid und Thalidomid, Retinoide wie Isotretinoin zum Einnehmen bei Frauen im gebärfähigen Alter sowie Medikamente, bei denen laut Fachinformation ärztliche Kontrollen während der Therapie vorgeschrieben sind. Die Anschlussversorgung ist eine Brücke für den Notfall — kein Ersatz für die Praxis.⁶

Diese Medikamente solltest du nicht einfach pausieren

Bei manchen Wirkstoffen kann schon eine kurze Unterbrechung ernste Folgen haben. Wenn eines davon betroffen ist, kümmere dich noch am selben Tag um Ersatz — notfalls über den Bereitschaftsdienst:

  • Insulin bei Typ-1-Diabetes — ohne Insulin droht eine lebensgefährliche Stoffwechselentgleisung.
  • Mittel gegen Epilepsie — das Anfallsrisiko kann nach dem Weglassen steigen.
  • Cortison als Dauertherapie — der Körper hat die eigene Produktion gedrosselt; warum ein abruptes Ende gefährlich ist, erklärt Cortison absetzen.
  • Parkinson-Medikamente — eine Unterbrechung kann die Beweglichkeit rasch verschlechtern.
  • Blutverdünner, etwa bei Vorhofflimmern oder nach Thrombose — das Gerinnselrisiko steigt.
  • Baclofen, bestimmte Blutdruckmittel und Immunsuppressiva nach Transplantation — hier drohen Absetz- oder Rebound-Reaktionen.

Auch Antidepressiva sollten nicht abrupt enden, weil Absetzsymptome auftreten können; mehr dazu im Ratgeber SSRI absetzen.

Nicht auf das Rezept warten — sofort 112 oder Notaufnahme, wenn nach dem Ausbleiben eines Medikaments Warnzeichen auftreten: ein Krampfanfall, starke Atemnot, Brustschmerzen, Lähmungen oder Sprachstörungen, starke Verwirrtheit, sehr hohe oder sehr niedrige Blutzuckerwerte mit Benommenheit oder Kreislaufschwäche bei Cortison-Dauertherapie.

7. Rezept oder Medikamente auf Reisen verloren

Innerhalb Deutschlands ist das E-Rezept ein echter Vorteil: Deine Hausarztpraxis kann ein Folgerezept ausstellen, und du löst es mit der Gesundheitskarte in jeder beliebigen Apotheke ein — auch 600 Kilometer entfernt. Außerhalb der Sprechzeiten hilft auch im Urlaub die 116117.

Im Ausland ist es komplizierter. Ein deutsches E-Rezept lässt sich dort in der Regel nicht einlösen. Du brauchst meist eine Ärztin oder einen Arzt vor Ort, die Kosten musst du häufig zunächst selbst tragen. Hilfreich sind dann:

  • Ein Medikationsplan mit Wirkstoffnamen — Handelsnamen unterscheiden sich von Land zu Land, der Wirkstoff nicht.
  • Ein Arztbrief oder eine Bescheinigung über Diagnose und Dauermedikation, idealerweise auf Englisch.
  • Die Notrufnummer deiner Auslandsreisekrankenversicherung — viele vermitteln Ärztinnen und Ärzte vor Ort.
  • Verteilter Vorrat — Medikamente auf Handgepäck und zweite Tasche aufteilen, damit ein Verlust nicht alles betrifft.

Wie du dich vor der Abreise vorbereitest, zeigen die Ratgeber Medikamente auf Reisen und Reiseapotheke.


8. Wenn nicht das Rezept, sondern die Tabletten weg sind

Tasche gestohlen, Packung im Hotel vergessen, Tabletten ins Waschbecken gefallen: Dann hilft kein neuer Ausdruck, sondern nur eine neue Verordnung. Ruf die Praxis an und schildere die Situation. Ob das neue Rezept zulasten der Kasse oder als Privatrezept ausgestellt wird, entscheidet die Praxis; rechne damit, dass beim Einlösen erneut die Zuzahlung fällig wird.

Bei Betäubungsmitteln gelten auch hier die strengen Regeln aus Abschnitt 5. Bei einem Diebstahl solltest du eine Anzeige erstatten und der Praxis eine Kopie anbieten.

Nicht bei anderen „ausleihen". Auch wenn Partner oder Nachbarin „das gleiche" nehmen: Stärke, Freisetzung und Zusammensetzung können sich unterscheiden, und ein Wechsel kann Wirkung und Verträglichkeit verändern. Überbrücke lieber über die Wege aus Abschnitt 6.

9. Vorbeugen: So kommst du gar nicht erst in Not

Die meisten Rezept-Notfälle entstehen nicht durch den Verlust, sondern durch zu knappe Planung. Ein paar Gewohnheiten nehmen den Druck heraus:

  • Früh nachbestellen: Bestelle ein Folgerezept, wenn noch Tabletten für etwa zwei Wochen da sind — nicht erst beim letzten Blister. So bleibt Puffer für Urlaub der Praxis oder Lieferschwierigkeiten.
  • Mehrfachverordnung ansprechen: Für stabile Dauertherapien kann die Praxis ein E-Rezept als Mehrfachverordnung ausstellen — mit bis zu vier Einlösungen innerhalb von maximal einem Jahr.² Ob das für dich infrage kommt, entscheidet die Praxis.
  • Eine Stammapotheke wählen: Wenn deine Medikation dort dokumentiert ist, lässt sich im Notfall schneller belegen, was du seit wann nimmst.
  • Medikationsplan aktuell halten: Mit Wirkstoff, Stärke und Dosierung — Praxis, Bereitschaftsdienst und Apotheke fragen genau danach. Wie das geht, zeigt Medikationsplan erstellen.
  • Gesundheitskarte immer dabei: Sie ist der zuverlässigste Einlöseweg und braucht weder Akku noch Netz.
  • Engpässe mitdenken: Ist dein Medikament schwer lieferbar, plane noch mehr Vorlauf ein. Hintergründe im Ratgeber Lieferengpässe bei Medikamenten.

Für Menschen mit kritischen Medikamenten wie Insulin oder Antiepileptika kann es außerdem sinnvoll sein, mit der Praxis über einen kleinen Reservevorrat zu sprechen. Und im Notfall sollte jeder, der dich behandelt, schnell sehen können, was du nimmst — dabei hilft ein Notfallausweis für Medikamente.

Vorrat im Blick statt Freitagabend-Panik

brite erinnert dich an Einnahmen und daran, rechtzeitig ein Folgerezept zu bestellen.

Jetzt einrichten

10. So hilft brite dir, wenn das Rezept fehlt

Einnahme-Erinnerung

Erinnert dich an jede Einnahme — und daran, rechtzeitig ein Folgerezept zu bestellen, bevor der Vorrat knapp wird.

Medikationsplan

Wirkstoff, Stärke, Dosierung und verordnende Praxis auf einen Blick — damit du am Telefon mit Bereitschaftsdienst oder Apotheke sofort die richtigen Angaben machst. Als formaler Nachweis für die Anschlussversorgung zählen eher ärztliche Unterlagen und die Daten deiner Apotheke.

Wechselwirkungs-Check

Wenn im Notfall ein anderes Präparat oder ein neuer Wirkstoff dazukommt, prüft brite, ob es zu deiner übrigen Medikation passt.

Gesundheitsverlauf

Hält fest, wenn eine Einnahme ausgefallen ist und wie es dir damit ging — wichtige Informationen für das nächste Praxisgespräch.

FAQ: Häufige Fragen, wenn das Rezept verloren ist

Keine Sorge, das E-Rezept selbst liegt auf einem zentralen Server und geht nicht verloren. Steck in der Apotheke einfach deine Gesundheitskarte, dann werden alle offenen E-Rezepte abgerufen. Alternativ druckt dir die Praxis einen neuen Ausdruck, oder du nutzt die E-Rezept-App.
Theoretisch ja, denn der Code funktioniert wie ein Schlüssel. Wenn du sichergehen willst, kann die Praxis das noch nicht eingelöste Rezept löschen und neu ausstellen. Nutzer der E-Rezept-App können ein nicht eingelöstes Rezept dort auch selbst löschen und brauchen dann eine neue Verordnung.
Lass die Karte bei deiner Krankenkasse sperren und eine neue ausstellen. Bis dahin bittet du die Praxis um einen Ausdruck deiner offenen E-Rezepte. Bei vielen Kassen kannst du die E-Rezept-App auch über die GesundheitsID der Krankenkassen-App nutzen, ganz ohne Karte.
Seit Juli 2026 unter engen Voraussetzungen ja: Das Medikament muss dir nachweislich seit mindestens drei Quartalen verordnet sein, und die Therapie darf keinen Aufschub erlauben. Abgegeben wird einmalig die kleinste vorrätige Packung, und du zahlst selbst. Ausgeschlossen sind unter anderem Betäubungsmittel, Opioide, Schlaf- und Beruhigungsmittel. Einen Anspruch gibt es nicht, die Apotheke entscheidet im Einzelfall.
Ruf den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 an, er ist rund um die Uhr erreichbar und kostenfrei. Er vermittelt dich an eine Bereitschaftspraxis, die ein Rezept ausstellen kann. Eingelöst wird es in einer Notdienstapotheke. Bei Warnzeichen wie Krampfanfall, Atemnot oder Brustschmerzen wählst du sofort 112.
Für gesetzlich Versicherte ist die erneute Ausstellung in der Regel kostenlos, die übliche Zuzahlung fällt wie immer erst beim Einlösen an. Bei Privatrezepten kann die Praxis eine Gebühr berechnen. Sind die Medikamente selbst verloren, entscheidet die Praxis, wie sie neu verordnet, und die Zuzahlung wird erneut fällig.
Nein, wenn du bereits ein Ersatzrezept erhalten hast. Sonst würdest du das Medikament doppelt beziehen. Gib das wiedergefundene Rezept in der Praxis ab oder vernichte es. Hast du noch kein Ersatzrezept eingelöst, sprich kurz mit der Praxis, welches der beiden gelten soll.

Quellen

  1. gematik: Das E-Rezept — Fragen und Antworten für Versicherte (Einlösewege, Einlösefristen, Löschen von E-Rezepten). Abgerufen 2026. gematik.de
  2. ABDA / Deutscher Apothekerverband: E-Rezept — Fragen und Antworten für Apotheker:innen (u. a. verlorener Tokenausdruck, Mehrfachverordnung, Muster 16 als Ersatzverfahren), Stand Juli 2026. abda.de
  3. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bundesopiumstelle: Betäubungsmittelrezept und Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV). Abgerufen 2026. bfarm.de
  4. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117. Abgerufen 2026. 116117.de
  5. Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Regelung zur Unterrichtung der Apotheke in dringenden Fällen. gesetze-im-internet.de
  6. Arzneimittelgesetz, § 48a (Anschlussversorgung, in Kraft seit 2. Juli 2026), sowie ABDA: FAQ-Sheet zur praktischen Umsetzung der Anschlussversorgung, Juli 2026. gesetze-im-internet.de

Nie wieder ohne Vorrat — mit brite

Erinnerung, Medikationsplan und Wechselwirkungs-Check in einer App. Kostenlos.

Kostenlos starten
brite App
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche, apothekerliche oder rechtliche Beratung. Regelungen zu Rezepten und zur Abgabe ohne Rezept können sich ändern; im Einzelfall entscheiden Praxis und Apotheke. Setze kritische Dauermedikamente nicht eigenmächtig aus und wähle bei Warnzeichen den Notruf 112. Letzte Aktualisierung: September 2026.