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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2026 · Lesezeit: ca. 10 Min.
Fast jeder kennt sie: Haut, die spannt, sich rau anfühlt, schuppt und manchmal juckt. Trockene Haut, fachlich Xerosis cutis, ist eines der häufigsten Hautthemen überhaupt und in den meisten Fällen harmlos. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick, denn hinter trockener Haut steckt nicht immer nur der Winter. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Ursachen, von äußeren Einflüssen über das Alter bis zu Erkrankungen wie Neurodermitis oder einer Schilddrüsenunterfunktion, und gibt dir einen neutralen Wirkstoff-Guide an die Hand. So findest du die passende Pflege anhand der Inhaltsstoffe, statt dich von Markenversprechen leiten zu lassen.
Trockene Haut entsteht, wenn die oberste Hautschicht zu wenig Feuchtigkeit und Fett enthält. Dadurch wird die natürliche Schutzbarriere durchlässiger, die Haut verliert mehr Wasser und reagiert empfindlicher. Typisch sind ein Spannungsgefühl, eine raue, glanzlose Oberfläche, feine Schuppen und Juckreiz, in stärkerer Form auch feine Risse.
Die Auslöser lassen sich in vier Gruppen einteilen. Oft kommen mehrere zusammen.
Diese Einteilung hilft, die eigene Situation einzuordnen. Trockene Haut nur an Unterschenkeln im Winter spricht eher für äußere Auslöser. Kommt dagegen eine anhaltend trockene Haut am ganzen Körper mit Müdigkeit oder Frieren zusammen, lohnt der Blick auf innere Ursachen wie die Schilddrüse.
Medikamente im Blick behalten
Manche Medikamente können die Haut austrocknen. Mit brite behältst du deine Mittel im Blick, wirst an die Einnahme erinnert und kannst mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen prüfen.
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Statt auf die Marke zu schauen, lohnt sich der Blick auf die Inhaltsstoffe. Eine gute Pflege bei trockener Haut verbindet zwei Prinzipien: Sie zieht Feuchtigkeit in die Haut und schließt sie zugleich ein. Dafür sorgen zwei Gruppen von Wirkstoffen.
Am wirksamsten ist eine Kombination beider Gruppen. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Wirkstoffe ein, damit du sie auf der Verpackung wiedererkennst.
| Wirkstoff | Was er macht | Für wen und wann |
|---|---|---|
| Glycerin | Bindet Feuchtigkeit, sehr gut verträglich und mild | Für fast alle, auch für empfindliche Haut und Kinder |
| Urea (Harnstoff) | Bindet Feuchtigkeit, löst in höherer Konzentration Verhornungen und wirkt leicht juckreizlindernd | Für sehr trockene, raue Stellen wie Ellenbogen, Knie und Füße; nicht auf offene oder entzündete Haut, im Gesicht niedrig dosiert |
| Hyaluronsäure | Bindet viel Wasser, fühlt sich leicht an | Für einen Feuchtigkeits-Boost, auch bei eher normaler Haut |
| Panthenol (Dexpanthenol) | Beruhigt, fördert die Regeneration, stärkt die Barriere | Für gereizte, empfindliche oder beanspruchte Haut |
| Ceramide und Lipide | Bauen die Hautschutzbarriere wieder auf | Besonders sinnvoll bei Neurodermitis und sehr trockener Haut |
| Pflanzliche Öle, Sheabutter, Lanolin | Fetten reich rück und schließen Feuchtigkeit ein | Für sehr trockene Haut und die kalte Jahreszeit |
Diese beiden Wirkstoffe tauchen am häufigsten auf und ergänzen sich gut. Glycerin ist besonders mild und verträglich und eignet sich auch für empfindliche Haut, das Gesicht und Kinder. Urea, der Harnstoff, ist ein Klassiker für sehr trockene und raue Haut. In niedriger Konzentration spendet es Feuchtigkeit, in höherer löst es Verhornungen und lindert Juckreiz. Wichtig: Auf offener, eingerissener oder entzündeter Haut kann Urea brennen, im Gesicht sind niedrige Konzentrationen sinnvoll, und bei Säuglingen und Kleinkindern sollte es nur nach ärztlicher Absprache zum Einsatz kommen. Hier sind glycerinhaltige Produkte die mildere Wahl.
Worauf du außerdem achten solltest: Bei sehr trockener Haut wirken reichhaltige Cremes und Salben besser als dünne Lotionen. Reizende Zusätze wie Alkohol, Fruchtsäuren und Duftstoffe gehören dagegen nicht in die Pflege trockener Haut. Greife eher zu parfümfreien Produkten, denn auch als unparfümiert deklarierte Cremes können Duftstoffe zur Geruchsüberdeckung enthalten. Ein kurzer Blick auf die Inhaltsstoffliste lohnt sich daher in jedem Fall, bevor du dich für ein Produkt entscheidest.
Neben den Wirkstoffen entscheidet die Textur, wie gut eine Pflege zu deiner Haut passt. Als Faustregel gilt: Je trockener die Haut, desto fettreicher darf das Produkt sein. Eine Lotion enthält viel Wasser, zieht schnell ein und reicht bei nur leicht trockener oder normaler Haut. Eine Creme ist ausgewogener aus Wasser und Fett und ein guter Allrounder für den Alltag. Eine Salbe ist besonders fettreich und enthält wenig oder kein Wasser, was sie ideal für sehr trockene Stellen oder die Nacht macht. Im Winter und an stark beanspruchten Stellen wie Händen, Ellenbogen und Schienbeinen darf die Pflege ruhig reichhaltiger sein als im Sommer. Im Gesicht und bei eher fettiger Haut sind dagegen leichtere Texturen angenehmer, die nicht beschweren.
Mit ein paar Gewohnheiten lässt sich trockene Haut deutlich bessern.
Trockene Haut zeigt sich je nach Körperstelle unterschiedlich, und die Pflege darf das berücksichtigen. An den Händen sorgen häufiges Waschen, Desinfektionsmittel und Spülmittel für trockene, rissige Haut. Hier hilft es, nach jedem Waschen einzucremen und nachts eine reichhaltige Handcreme zu nutzen. Das Gesicht hat eine dünnere, empfindlichere Haut, deshalb passen milde, parfümfreie Produkte und Urea nur in niedriger Konzentration. Die Unterschenkel und Schienbeine sind besonders oft trocken, vor allem im höheren Alter, und vertragen eine reichhaltige, lipidreiche Pflege gut. Die Lippen haben keine Talgdrüsen und brauchen einen fettreichen Balsam, gerade bei Kälte. Wer weiß, welche Stelle besonders zur Trockenheit neigt, kann gezielt dort vorbeugen, statt überall dasselbe Produkt zu verwenden.
Kinderhaut ist besonders empfindlich. Hier sind milde, glycerinhaltige Produkte die bessere Wahl, während höhere Urea-Konzentrationen gemieden oder nur nach ärztlicher Absprache verwendet werden sollten. Bei Neurodermitis ist eine konsequente Basispflege das Fundament. Im höheren Alter wird die Haut von Natur aus trockener, weil sie weniger Talg bildet und schlechter Wasser speichert. Sanfte Reinigung, regelmäßiges und reichhaltiges Eincremen sowie ein Augenmerk auf die Unterschenkel beugen Rissen und Beschwerden vor. Da trockene Altershaut leichter juckt und einreißt, ist eine konsequente, milde Pflege hier besonders wichtig.
Trockene Haut juckt oft, weil die geschwächte Barriere empfindlicher auf Reize reagiert. Meist bessert sich das mit guter Pflege. In manchen Fällen ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Ärztlich abklären lassen
Suche eine Praxis auf, wenn die Haut trotz guter Pflege sehr trocken bleibt, stark juckt, nässt, sich entzündet oder einreißt. Achtsam sein solltest du auch, wenn neben der trockenen Haut Zeichen wie Müdigkeit, Frieren, Gewichtsveränderung oder Haarausfall auftreten, die auf die Schilddrüse hindeuten können. Ein starker Juckreiz am ganzen Körper ohne sichtbaren Ausschlag kann selten auf eine innere Erkrankung hinweisen und gehört abgeklärt.
Steckt eine Hauterkrankung dahinter, hilft gezielte Behandlung. Mehr zur häufigsten Form liest du im Beitrag zur Neurodermitis. Vermutest du eine Schilddrüsenunterfunktion als Ursache, findest du Hintergründe im Beitrag zu Hashimoto. Und wenn vor allem der Juckreiz dich belastet, hilft dir der Beitrag zu Juckreiz weiter.
Ob Schilddrüsenmedikament, Cremes bei Neurodermitis oder andere Mittel: brite hilft dir, deine Behandlung zu verwalten, an die Anwendung erinnert zu werden und mögliche Nebenwirkungen zu prüfen.
Vieles lässt sich verhindern, indem du die Haut nicht unnötig strapazierst. Dusche kurz und lauwarm statt lang und heiß, und verwende milde, seifenfreie Reiniger. Creme dich nach dem Waschen direkt ein und nutze an beanspruchten Stellen vorbeugend Pflege, statt erst zu warten, bis die Haut spannt. Schütze die Hände bei Kälte und beim Putzen mit Handschuhen und sorge gerade im Winter für etwas Luftfeuchtigkeit im Raum. Auch ein guter Sonnenschutz und eine ausgewogene Ernährung unterstützen eine gesunde Hautbarriere. Wer diese Gewohnheiten zur Routine macht, hat seltener mit trockener, spannender Haut zu kämpfen und braucht im Ernstfall weniger reichhaltige Spezialpflege.
Nicht jede trockene Haut ist nur trockene Haut. Wenn sie nicht nur spannt, sondern stark juckt, schubweise auftritt und mit geröteten, entzündeten oder nässenden Stellen einhergeht, oft in den Ellenbeugen, Kniekehlen, am Hals oder im Gesicht, kann eine Neurodermitis dahinterstecken. Häufig besteht sie seit der Kindheit, und in der Familie kommen Heuschnupfen oder Asthma vor. Dann ist eine hautärztliche Abklärung sinnvoll. Eine konsequente Basispflege bleibt wichtig, im Schub kommen entzündungshemmende Mittel dazu. Je früher eine Neurodermitis erkannt und behandelt wird, desto besser lässt sich der Juckreiz kontrollieren und desto seltener treten Schübe auf.
Rund um trockene Haut halten sich einige Mythen. Viel zu trinken macht die Haut bei normaler Flüssigkeitszufuhr nicht spürbar feuchter, die Pflege von außen ist entscheidender. Auch gilt nicht pauschal, je fettiger desto besser: Wichtig ist die Mischung aus Feuchtigkeit und Fett, abgestimmt auf den Hautzustand. Häufiges oder grobes Peeling schadet trockener Haut eher, als dass es hilft. Und schließlich braucht trockene Haut nicht nur im Winter Pflege, denn auch Sonne, Klimaanlagen und häufiges Baden trocknen sie im Sommer aus. Ein weiterer Irrtum ist, dass teure Produkte automatisch besser wirken: Entscheidend sind die Wirkstoffe und die zur Haut passende Textur, nicht der Preis oder der Markenname.
Unterm Strich gilt: Trockene Haut ist meist harmlos und lässt sich mit der richtigen Pflege gut in den Griff bekommen. Entscheidend sind die passenden Wirkstoffe, mildes Waschen und regelmäßiges Eincremen. Bleibt die Haut trotzdem hartnäckig trocken oder kommen weitere Beschwerden dazu, lohnt der Blick auf mögliche innere Ursachen, gemeinsam mit ärztlicher Hilfe. Wer die passenden Wirkstoffe kennt, kann die Pflege gezielt auswählen und ist nicht mehr auf Werbeversprechen angewiesen.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Angaben zu Wirkstoffen und Pflege sind allgemein gehalten. Bei anhaltend trockener, stark juckender, nässender oder entzündeter Haut sowie bei Hinweisen auf eine innere Ursache wende dich bitte an eine ärztliche oder hautärztliche Praxis.