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Sarah K., 34
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Plötzlich verschwommen, Doppelbilder, ein schwarzer Fleck, Lichtblitze: Sehstörungen können viele Ursachen haben – von harmloser Brillenfehlsichtigkeit bis zum Schlaganfall oder akuten Glaukomanfall. Die wichtigste Frage ist immer: Plötzlich oder schleichend? Plötzliche oder einseitige Sehstörungen sind häufig ein Notfall. Hier erfährst du, welche Warnzeichen du nicht ignorieren darfst, was hinter den verschiedenen Formen steckt und wann eine zeitnahe Abklärung notwendig ist.
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Plötzlicher Sehverlust, Doppelbilder, Lichtblitze mit Russregen oder akute Augenschmerzen? Sofort Notruf 112!
Unter Sehstörungen versteht man jede Veränderung der Sehfähigkeit – von leichter Unschärfe über Doppelbilder und verschwommenes Sehen bis hin zum plötzlichen Sehverlust. Sehstörungen sind ein Symptom, keine eigene Krankheit. Die Ursachen reichen von harmlosen Brillenfehlsichtigkeiten bis zu lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Schlaganfall.
Unscharfes Sehen: Die häufigste Form. Ursachen: Brillenfehlsichtigkeit, trockene Augen, Katarakt, Diabetes, Bluthochdruck.
Doppelbilder (Diplopie): Sehen von zwei Bildern eines Objekts. Wichtig: monokular (auch beim Zuhalten eines Auges – Augenursache) vs. binokular (verschwindet beim Zuhalten – Hinweis auf neurologische Ursache).
Gesichtsfeldausfall (Skotom): Bereich, in dem nichts wahrgenommen wird. Halbseitige Ausfälle (Hemianopsie) deuten auf Schlaganfall oder Sehbahnerkrankungen hin.
Flimmern, Lichtblitze, Aura: Typisch für Migräne mit Aura. Lichtblitze können aber auch auf Netzhautablösung hinweisen.
Verzerrtes Sehen (Metamorphopsien): Gerade Linien erscheinen krumm – typisches Zeichen einer altersbedingten Makuladegeneration.
Mouches volantes („fliegende Mücken"): Punkte oder Fäden im Sichtfeld. Meistens harmlos. Plötzlich neu auftretende oder zunehmende Mücken mit Lichtblitzen sofort augenärztlich abklären.
Farbsehstörungen: Können auf Erkrankungen der Netzhaut, des Sehnervs (Optikusneuritis), Vergiftungen oder Medikamenten-Nebenwirkungen hinweisen.
Brillenfehlsichtigkeit: Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus, Alterssichtigkeit – die mit Abstand häufigste Ursache.
Trockene Augen (Sicca-Syndrom): Wechselnd unscharfes Sehen, Brennen, Fremdkörpergefühl. Verstärkt durch Bildschirmarbeit, Klimaanlage, Medikamente, Wechseljahre.
Grauer Star (Katarakt): Trübung der Augenlinse – schleichende Sehverschlechterung, Blendungsempfinden. Operativ gut behandelbar.
Grüner Star (Glaukom): Schädigung des Sehnervs durch erhöhten Augeninnendruck – langsamer Verlust des Gesichtsfelds, oft lange unbemerkt. Akuter Glaukomanfall ist ein Notfall.
Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Schleichende Verschlechterung der zentralen Sehschärfe, verzerrtes Sehen – die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderung im Alter.
Netzhautablösung: Notfall – Lichtblitze, viele neue „fliegende Mücken", schwarzer Vorhang im Sichtfeld.
Optikusneuritis: Entzündung des Sehnervs, oft im Rahmen einer Multiplen Sklerose – Sehverschlechterung, Schmerzen bei Augenbewegung, Farbsehstörungen.
Augenentzündungen: Konjunktivitis, Uveitis, Keratitis.
Schlaganfall / TIA: Halbseitiger Gesichtsfeldausfall, Doppelbilder, vorübergehende Erblindung auf einem Auge (Amaurosis fugax). Notfall.
Migräne mit Aura: Flimmern, gezackte Linien, Skotome – in der Regel über 5–20 Minuten zunehmend, gefolgt von Kopfschmerz.
Bluthochdruck: Hypertensive Krisen können akute Sehstörungen verursachen. Auch chronischer Bluthochdruck schädigt langfristig die Netzhautgefäße.
Diabetes: Diabetische Retinopathie ist eine der häufigsten Ursachen für Sehverlust bei Berufstätigen. Auch akute Blutzuckerschwankungen können vorübergehende Unschärfe verursachen.
Riesenzellarteriitis (Arteriitis temporalis): Bei älteren Menschen – Kopfschmerzen, Kauclaudicatio, plötzlicher einseitiger Sehverlust. Notfall, da das andere Auge bedroht ist.
Multiple Sklerose: Optikusneuritis als Erstsymptom möglich.
Schilddrüsenerkrankungen: Schilddrüsenorbitopathie bei Morbus Basedow – Vortreten der Augen, Doppelbilder, Sehnervenkompression.
Bei Sehstörungen ist die wichtigste diagnostische Frage, wie schnell sie sich entwickelt haben – sie unterscheidet Notfälle von planmäßig abklärbaren Veränderungen.
| Merkmal | Plötzliche Sehstörung | Schleichende Sehstörung |
|---|---|---|
| Zeitverlauf | Sekunden bis Stunden | Wochen bis Jahre |
| Typische Ursachen | Schlaganfall, Netzhautablösung, Glaukomanfall, Migräne-Aura | Brillenfehlsichtigkeit, Katarakt, AMD, diabetische Retinopathie, Glaukom |
| Anlaufstelle | Augenärztliche Notaufnahme oder 112 | Augenärztliche Praxis – planbar |
| Diagnostik-Schwerpunkt | Sofortige Notfalldiagnostik (CT, Augeninnendruck, Fundus) | Sehtest, OCT, Augenhintergrund, ggf. Labor |
Auch wichtig: Einseitig oder beidseitig? Einseitige Sehstörungen sind häufig ein Hinweis auf ein lokales Problem im Auge oder im Bereich der Sehbahn (z. B. Karotisstenose, Optikusneuritis). Beidseitige Sehstörungen sprechen eher für systemische Ursachen (Migräne-Aura, Schlaganfall im Sehzentrum, Diabetes-bedingte Linsenveränderung).
Brillenfehlsichtigkeit: Brille oder Kontaktlinsen, ggf. refraktive Chirurgie.
Trockene Augen: Tränenersatzmittel, Augenpflege.
Katarakt: Operation mit Linsenimplantation – einer der häufigsten und sichersten OPs überhaupt.
Glaukom: Drucksenkende Augentropfen, Lasertherapie, OP.
AMD: Intravitreale Anti-VEGF-Injektionen, AREDS-Vitamine je nach Form.
Diabetische Retinopathie: Anti-VEGF, Laserkoagulation, Optimierung der Stoffwechseleinstellung.
Schlaganfall, TIA, Riesenzellarteriitis: Sofortige internistische/neurologische Notfalltherapie.
Migräne: Spezifische Akut- und Prophylaxetherapie.
Verschiedene Medikamente können Sehstörungen als Nebenwirkung verursachen – andere sind die wichtigste Therapie. Ein Überblick:
| Medikament | Wirkung auf das Sehen |
|---|---|
| Anticholinergika (z. B. Spasmolytika, Antihistaminika 1. Gen.) | Akkommodationsstörung, unscharfes Sehen – kann auch akutes Engwinkelglaukom auslösen |
| Hydroxychloroquin | Maculopathie bei langer Therapie – regelmäßige augenärztliche Kontrollen Pflicht |
| PDE-5-Hemmer (Sildenafil, Tadalafil) | Vorübergehende Blau-Verfärbung des Sehens, sehr selten anteriore ischämische Optikusneuropathie |
| Drucksenkende Augentropfen (Timolol, Latanoprost) | Behandeln Glaukom – tägliche Anwendung essentiell, niemals eigenmächtig pausieren |
Weitere Wirkstoffe mit augenärztlich relevanten Nebenwirkungen: Ethambutol (Optikusneuropathie), Amiodaron (Hornhautablagerungen), Topiramat (akutes Engwinkelglaukom), Tamsulosin (intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom bei Katarakt-OP), langfristiges Kortison (Katarakt, Glaukom).
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