<script type="application/ld+json"> {"@context":"https://schema.org","@type":"FAQPage","mainEntity":[{"@type":"Question","name":"Ist eine Schilddrüsenüberfunktion heilbar?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Bei Morbus Basedow tritt unter Thyreostatika bei einem relevanten Anteil der Betroffenen eine Remission ein. Bei Rückfällen oder autonomen Knoten sind Radiojodtherapie oder Operation in der Regel dauerhafte Lösungen — danach wird meistens L-Thyroxin als Hormonersatz eingenommen."}},{"@type":"Question","name":"Was bedeutet die Agranulozytose-Warnung?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Thyreostatika können in seltenen Fällen einen lebensbedrohlichen Abfall der weißen Blutkörperchen verursachen. Bei Fieber, Halsschmerzen oder Mundschleimhautgeschwüren unter Thiamazol oder Carbimazol sofort ein Blutbild kontrollieren, das Medikament absetzen und ärztlichen Rat einholen — nicht erst den nächsten Termin abwarten."}},{"@type":"Question","name":"Was ist eine thyreotoxische Krise?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Die schwerste Komplikation einer Schilddrüsenüberfunktion. Zeichen sind hohes Fieber, extremes Herzrasen, Bewusstseinsstörung bis zum Koma. Sofort den Notruf 112 wählen!"}},{"@type":"Question","name":"Was darf ich bei einer Überfunktion nicht essen?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel und Seetang/Kelp sollten in der Regel gemieden werden. Jodiertes Speisesalz in normalen Mengen ist bei einer milden Überfunktion meistens kein Problem."}},{"@type":"Question","name":"Warum muss ich Kontrastmittel melden?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Jodhaltiges Kontrastmittel kann bei unerkannter oder unzureichend behandelter Hyperthyreose eine thyreotoxische Krise auslösen. Die Radiologie immer über die Schilddrüsenüberfunktion informieren."}},{"@type":"Question","name":"Muss ich nach Radiojod oder OP dauerhaft Tabletten nehmen?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"In der Regel ja — L-Thyroxin als Hormonersatz. Die Einnahme ist meistens gut verträglich und wird individuell dosiert und regelmäßig per Bluttest kontrolliert."}},{"@type":"Question","name":"Warum verschlechtert Rauchen Morbus Basedow?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Rauchen verstärkt die Autoimmunreaktion und gilt als wichtigster Risikofaktor für die endokrine Orbitopathie (Augenbeteiligung). Ein Rauchstopp kann den Verlauf deutlich verbessern."}},{"@type":"Question","name":"Kann eine Überfunktion Vorhofflimmern verursachen?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Ja — Vorhofflimmern ist die häufigste kardiovaskuläre Komplikation einer Hyperthyreose und kann bei älteren Patienten das erste Symptom sein. Bei jeder neu aufgetretenen Vorhofflimmer-Episode sollte die Schilddrüsenfunktion kontrolliert werden."}}]} </script>
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Medikamentenwahl und Dosierungen werden immer individuell von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt festgelegt. Bei Fieber, extremem Herzrasen und Bewusstseinsstörung bei bekannter Überfunktion sofort den Notruf 112 wählen (Verdacht auf thyreotoxische Krise). Bei Fieber oder Halsschmerzen unter Thyreostatika sofort ein Blutbild kontrollieren lassen (Agranulozytose). Kontrastmittel-Untersuchungen immer vorab mit der behandelnden Praxis abstimmen. Letzte Aktualisierung: April 2026.

1. Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert die Schilddrüse zu viele Hormone (fT3 und fT4). Diese Hormone steuern den gesamten Stoffwechsel: Herzschlag, Körpertemperatur, Energieverbrauch, Nervensystem und Verdauung. Ein Überschuss kann dazu führen, dass der Körper dauerhaft auf Hochtouren läuft.

Manifest vs. latent (subklinisch) Bei der manifesten Hyperthyreose ist TSH erniedrigt und fT3/fT4 sind erhöht — Symptome in der Regel vorhanden. Bei der latenten Hyperthyreose ist nur das TSH erniedrigt, fT3/fT4 noch im Normbereich — häufig symptomarm. Auch eine latente Hyperthyreose kann langfristig das Risiko für Vorhofflimmern und Osteoporose erhöhen und sollte ärztlich kontrolliert werden.

2. Ursachen: Morbus Basedow und autonome Knoten

Ursache 1 Morbus Basedow — häufigste Ursache bei Jüngeren

Eine Autoimmunerkrankung, bei der TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK) die Schilddrüse zur unkontrollierten Hormonproduktion anregen. Frauen sind deutlich häufiger betroffen.

Klassisch ist die sogenannte Merseburger Trias: vergrößerte Schilddrüse (Struma), schneller Puls (Tachykardie) und hervortretende Augen (Exophthalmus).

Rauchen verschlechtert Morbus Basedow erheblich Insbesondere die Augenbeteiligung (endokrine Orbitopathie) nimmt durch Rauchen in der Regel deutlich zu. Ein Rauchstopp gehört zu den wichtigsten Maßnahmen.
Ursache 2 Autonome Schilddrüsenknoten — häufiger bei Älteren

Knoten, die eigenständig Hormone produzieren — unabhängig von der TSH-Steuerung. Entweder ein einzelner Knoten (toxisches Adenom) oder mehrere (multifokale Autonomie). Häufiger bei älteren Patientinnen und Patienten, oft als Folge eines längerfristigen Jodmangels. Der Beginn ist meistens schleichend.

Weitere Ursachen


3. Symptome

Die Beschwerden können von Person zu Person sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Typisch sind:

Atypische Symptome bei älteren Patientinnen und Patienten Statt Unruhe und Gewichtsverlust stehen manchmal Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz oder depressive Verstimmung im Vordergrund. Eine Schilddrüsenüberfunktion wird dann leicht übersehen — bei jeder neu aufgetretenen Vorhofflimmer-Episode sollte die Schilddrüsenfunktion überprüft werden.

4. Komplikationen


5. Diagnose

Mehr: Arzttermin vorbereiten.

6. Behandlung: Thyreostatika, Radiojod, OP

Welche Therapie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Ursache, dem Schweregrad und individuellen Faktoren ab. Die Entscheidung trifft in der Regel die behandelnde Endokrinologie.

Thyreostatika — medikamentöse Ersttherapie

Thiamazol / Carbimazol — Ersttherapie bei Morbus Basedow
Hemmen die Hormonproduktion in der Schilddrüse. Bei Morbus Basedow ist häufig ein Therapieversuch über mehrere Monate bis etwa ein Jahr sinnvoll. Bei einem relevanten Anteil der Basedow-Patientinnen und -Patienten tritt unter der Therapie eine Remission ein.
Bei Rückfall oder Autonomie: Radiojodtherapie oder Operation in Betracht ziehen.
Agranulozytose-Warnung — sofort handeln bei Fieber oder Halsschmerzen! Thyreostatika können in seltenen Fällen zu einem lebensbedrohlichen Abfall der weißen Blutkörperchen führen. Bei Fieber, Halsschmerzen oder Mundschleimhautgeschwüren unter Thiamazol oder Carbimazol:
→ Sofort ein Blutbild kontrollieren lassen
→ Das Medikament sofort absetzen
→ Ärztlichen Rat einholen — nicht erst den nächsten Termin abwarten
Betablocker (z. B. Propranolol) — symptomatisch zu Beginn
Können ergänzend eingesetzt werden, um Symptome wie Herzrasen, Tremor und Unruhe rasch zu lindern. Sie beeinflussen die Hormonproduktion selbst in der Regel nicht.

Radiojodtherapie

Radiojodtherapie — häufig dauerhafte Lösung
Radioaktives Jod reichert sich gezielt in der Schilddrüse an und zerstört das überaktive Gewebe. Häufig eingesetzt, wenn Thyreostatika nicht ausreichend wirken oder ein Rückfall auftritt.
Stationärer Aufenthalt: In Deutschland in der Regel einige Tage vorgeschrieben.
Danach: Meistens lebenslange L-Thyroxin-Substitution notwendig.¹

Operation (Thyreoidektomie)

Thyreoidektomie — bei mechanischen Beschwerden oder Knotenverdacht
Teilweise oder vollständige Entfernung der Schilddrüse. Erwogen bei großer Struma mit Schluck- oder Atemstörungen, bei Knotenverdacht auf bösartige Veränderungen oder wenn andere Therapien nicht infrage kommen.
Danach: In der Regel lebenslange L-Thyroxin-Einnahme.
Mögliche Risiken: Verletzung des Stimmbandnervs oder Schädigung der Nebenschilddrüsen — in erfahrenen Zentren meistens selten.

Mehr: Wechselwirkungen von Medikamenten.


7. Thyreotoxische Krise — Notfall!

Die thyreotoxische Krise ist die schwerste und lebensbedrohlichste Komplikation einer Schilddrüsenüberfunktion.

Bei diesen Zeichen sofort 112 rufen — Intensivstation! Hohes Fieber · Starkes Schwitzen · Extreme Tachykardie, Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz · Bewusstseinsstörung bis hin zum Koma · Erbrechen, Durchfall, Dehydration · Starke Unruhe, Verwirrtheit

Mögliche Auslöser

Prävention: Immer über die Schilddrüsenüberfunktion informieren Vor CT-Untersuchungen mit Kontrastmittel, vor Operationen und bei Verschreibung von Amiodaron unbedingt die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt informieren.

8. Alltag mit Schilddrüsenüberfunktion


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11. Verwandte Themen

FAQ: Häufige Fragen zur Schilddrüsenüberfunktion

Bei Morbus Basedow tritt unter einer Thyreostatika-Therapie bei einem relevanten Anteil der Betroffenen eine Remission ein. Bei Rückfällen oder autonomen Knoten sind Radiojodtherapie oder Operation in der Regel dauerhafte Lösungen — danach wird meistens L-Thyroxin als Hormonersatz eingenommen, aber die Überfunktion ist dann behoben.
Thyreostatika können in seltenen Fällen einen lebensbedrohlichen Abfall der weißen Blutkörperchen verursachen. Bei Fieber, Halsschmerzen oder Mundschleimhautgeschwüren unter Thiamazol oder Carbimazol sofort ein Blutbild kontrollieren lassen, das Medikament absetzen und ärztlichen Rat einholen — nicht erst den nächsten Termin abwarten.
Die schwerste Komplikation einer Schilddrüsenüberfunktion. Zeichen sind hohes Fieber, extremes Herzrasen, Bewusstseinsstörung bis zum Koma. Mögliche Auslöser sind u. a. jodhaltige Kontrastmittel bei unerkannter Hyperthyreose oder das Absetzen von Thyreostatika. Sofort 112 wählen — Behandlung auf der Intensivstation!
Jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel und Seetang/Kelp sollten in der Regel gemieden werden. Jodiertes Speisesalz in normalen Mengen ist bei einer milden Überfunktion meistens kein Problem. Nach einer Radiojod- oder OP-Behandlung ist Jod in der Ernährung in der Regel kein Thema mehr.
Jodhaltiges Kontrastmittel (z. B. bei einer CT oder Angiographie) kann bei unbekannter oder unzureichend behandelter Hyperthyreose eine thyreotoxische Krise auslösen. Die Radiologie immer über die Schilddrüsenüberfunktion informieren — in bestimmten Situationen kann ein vorheriger Schutz mit Thyreostatika sinnvoll sein.
In der Regel ja — L-Thyroxin als Hormonersatz. Die Einnahme ist meistens gut verträglich und wird individuell dosiert und regelmäßig per Bluttest kontrolliert. Mehr: L-Thyroxin richtig einnehmen.
Rauchen verstärkt die Autoimmunreaktion und gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung und Verschlechterung der endokrinen Orbitopathie (Augenbeteiligung). Ein Rauchstopp kann den Verlauf in der Regel deutlich verbessern.
Eine autoimmune Entzündung des Gewebes hinter den Augen bei Morbus Basedow. Mögliche Beschwerden: hervortretende Augen, Druckgefühl, Doppelbilder, Lichtempfindlichkeit. Tritt bei einem Teil der Basedow-Patientinnen und -Patienten auf. Ein Rauchstopp ist einer der wichtigsten Schritte; bei schwerer Ausprägung kommen u. a. Kortison oder operative Maßnahmen in Betracht.
Ja — Vorhofflimmern ist die häufigste kardiovaskuläre Komplikation einer Hyperthyreose und kann bei älteren Patientinnen und Patienten das erste und einzige Symptom sein. Bei jeder neu aufgetretenen Vorhofflimmer-Episode sollte in der Regel die Schilddrüsenfunktion kontrolliert werden.

Quellen

  1. S1-Leitlinie Radioiodtherapie bei benignen Schilddrüsenerkrankungen (DGN, AWMF 031-003, 2023). awmf.org
  2. Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). endokrinologie.net
  3. Forum Schilddrüse: Patienteninformationen. forum-schilddruese.de
  4. Kahaly et al.: Management of Graves' Disease (ETA/EUGOGO, Eur Thyroid J 2018). pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  5. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Schilddrüsenüberfunktion. gesundheitsinformation.de
  6. Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN): Leitlinien. nuklearmedizin.de