Hämorrhoiden:
Symptome, Schweregrade und was wirklich hilft

Auf einen Blick

Was ist das? Ein Gefäßpolster im Analkanal, das jeder hat. Erst wenn es sich vergrößert und Beschwerden macht, spricht man vom Hämorrhoidalleiden.
Leitsymptom Hellrotes Blut am Toilettenpapier, dazu Juckreiz, Brennen oder Nässen. Schmerz ist eher untypisch.
Häufigste Ursache Starkes Pressen beim Stuhlgang, oft bei Verstopfung und ballaststoffarmer Ernährung.
Vier Schweregrade Von Grad I (nur innen) bis Grad IV (dauerhaft außen). Der Grad bestimmt die Behandlung.
Wichtig Blut im Stuhl immer mindestens einmal ärztlich abklären lassen, um andere Ursachen auszuschließen.
ICD-10 K64.0 bis K64.3 (Grad I bis IV)

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind ein ganz normales Gefäßpolster im Analkanal, das jeder Mensch hat. Es hilft, den After fein abzudichten. Erst wenn sich dieses Polster vergrößert und Beschwerden macht, spricht man vom Hämorrhoidalleiden. Im Alltag ist mit Hämorrhoiden aber meist genau das gemeint.

Das Hämorrhoidalleiden ist sehr häufig und in den allermeisten Fällen harmlos, auch wenn es unangenehm und manchmal beunruhigend ist. Wichtig zu wissen: Behandelt wird nur, was Beschwerden macht. Vergrößerte Hämorrhoiden ohne Symptome müssen nicht behandelt werden.

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Symptome

Welche Beschwerden auftreten, hängt von der Größe der Hämorrhoiden ab. Typisch sind:

  • hellrotes Blut, meist am Toilettenpapier oder auf dem Stuhl. Mehr dazu: Blut im Stuhl.
  • Juckreiz, Brennen oder Nässen am After.
  • ein Druck- oder Fremdkörpergefühl.
  • bei größeren Hämorrhoiden ein Knoten, der beim Stuhlgang heraustritt.

Hämorrhoiden selbst tun meist nicht weh, weil sie oberhalb der schmerzempfindlichen Zone liegen. Starke, plötzliche Schmerzen mit einem harten Knoten sprechen eher für eine Analvenenthrombose oder einen kleinen Einriss (Analfissur) und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Blut im Stuhl immer abklären lassen Hämorrhoiden sind die häufigste Ursache für hellrotes Blut, aber nicht die einzige. Lass eine Blutung deshalb mindestens einmal ärztlich abklären, um andere Ursachen auszuschließen. Besonders wichtig ist das ab etwa 50 Jahren, bei dunklem Blut, bei Veränderungen des Stuhlgangs oder bei familiärer Vorbelastung.

Ursachen und Risikofaktoren

Hauptauslöser ist meist starkes Pressen beim Stuhlgang, oft als Folge von Verstopfung. Begünstigend wirken:

  • chronische Verstopfung und hartes Pressen. Mehr dazu: Verstopfung.
  • eine ballaststoffarme Ernährung und zu wenig Trinken.
  • langes Sitzen, auch langes Sitzen auf der Toilette.
  • Übergewicht und Bewegungsmangel.
  • eine Schwangerschaft und die Geburt.
  • eine familiäre Veranlagung und zunehmendes Alter.

Die vier Schweregrade

Hämorrhoiden werden je nach Ausprägung in vier Schweregrade eingeteilt. Der Grad bestimmt mit, welche Behandlung sinnvoll ist. Die Übergänge sind dabei fließend.

Grad Was passiert
Grad I vergrößert, aber nur innen. Von außen nicht sichtbar oder tastbar. Häufig eine schmerzlose Blutung.
Grad II treten beim Pressen heraus, ziehen sich danach von selbst wieder zurück.
Grad III treten beim Pressen heraus und müssen mit dem Finger zurückgeschoben werden.
Grad IV liegen dauerhaft außen und lassen sich nicht mehr zurückschieben.

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Diagnose: Wie wird das festgestellt?

Die Diagnose ist meist unkompliziert. Die Ärztin oder der Arzt schaut sich die Region an, tastet sie aus und sieht mit einem kurzen Proktoskop (einer kleinen Spiegelung des Analkanals) direkt nach den Hämorrhoiden.

Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Ursachen. Bei Blut im Stuhl, ab etwa 50 Jahren oder bei Risikofaktoren kann eine Darmspiegelung (Koloskopie) sinnvoll sein, um ernstere Ursachen sicher auszuschließen.

Behandlung nach Stadium

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Die Basis, also eine gute Stuhlregulierung, gehört aber zu jedem Stadium dazu. Grundsätzlich gilt: Grad I und II sind die Domäne der schonenden Verfahren, Grad III und IV brauchen häufiger eine Operation.

Grad Typische Behandlung
Grad I Basistherapie (Stuhlregulierung). Bei anhaltender Blutung eine Verödung (Sklerosierung).
Grad II Verödung oder Gummibandligatur (Abbinden mit einem kleinen Gummiring).
Grad III meist Gummibandligatur, oft eine Operation.
Grad IV in der Regel eine Operation (zum Beispiel eine Hämorrhoidektomie).

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Verödung und Gummibandligatur sind kleine, ambulante Eingriffe mit wenig Aufwand. Eine Operation kommt vor allem bei Grad III und IV infrage. Welches Verfahren passt, hängt auch von Begleiterkrankungen, Medikamenten und der Vorgeschichte ab.

Salben und Zäpfchen: welcher Wirkstoff wofür?

Frei verkäufliche Salben und Zäpfchen lindern Beschwerden, beseitigen die vergrößerten Hämorrhoiden aber nicht. Sie wirken also symptomatisch. Welcher Wirkstoff sinnvoll ist, hängt vom Beschwerdebild ab. Diese Gruppen gibt es:

Wirkstoffgruppe Beispiele Was sie tun Gut zu wissen
Lokalanästhetika Lidocain, Cinchocain, Lauromacrogol, Benzocain betäuben kurzfristig Schmerz, Brennen und Juckreiz nur symptomatisch, können bei längerer Anwendung die Haut empfindlich machen
Adstringentien (zusammenziehend) Hamamelis (Zaubernuss), Zinkoxid, Bismut lindern Nässen und Juckreiz, wirken leicht entzündungshemmend und schützen die Haut meist gut verträglich, auch für etwas längere Anwendung
Entzündungshemmer mit Kortison Hydrocortison (niedrig dosiert) dämpfen stärkere Entzündung, Schwellung und Juckreiz nur kurzfristig (in der Regel maximal ein bis zwei Wochen), nicht zur Daueranwendung
Pflegende und schützende Stoffe Zinkoxid, Panthenol, Lebertran schützen die gereizte Haut und unterstützen die Heilung gut verträglich, ergänzend sinnvoll

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Salbe oder Zäpfchen? Das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage des Orts. Ein Zäpfchen löst sich weiter oben im Enddarm auf und gleitet oft an der eigentlich betroffenen Stelle vorbei. Für Beschwerden direkt am After ist meist eine Salbe (am besten mit Applikator) besser. Für den Analkanal gibt es Analtampons, also Zäpfchen mit einer Mulleinlage, die den Wirkstoff am richtigen Ort halten.
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Was du selbst tun kannst

Die wichtigste Maßnahme bei Hämorrhoiden ist ein weicher, gut geformter Stuhl, damit du nicht pressen musst. Das nimmt den Druck von den Gefäßpolstern. Das hilft:

  • ballaststoffreich essen, etwa Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Flohsamenschalen.
  • ausreichend trinken, etwa eineinhalb bis zwei Liter am Tag.
  • bei Bedarf ein sanftes Abführmittel wie Macrogol, das den Stuhl weicher macht. Mehr dazu: Macrogol.
  • nicht pressen und nicht zu lange auf der Toilette sitzen, also kein Lesen oder Handy.
  • den Stuhldrang nicht unterdrücken.
  • nach dem Stuhlgang sanft reinigen, am besten mit Wasser, und nicht kräftig reiben.
  • sich regelmäßig bewegen.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist in diesen Fällen sinnvoll:

  • bei jeder Blutung, mindestens einmal zur Abklärung.
  • bei Schmerzen, einem tastbaren Knoten oder wenn Hämorrhoiden heraustreten.
  • wenn die Beschwerden nach etwa einer Woche mit Selbsthilfe und frei verkäuflichen Mitteln nicht besser werden.
  • bei Veränderungen des Stuhlgangs, dunklem Blut oder ungewolltem Gewichtsverlust.

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Häufige Fragen

Meist sind sie harmlos, wenn auch unangenehm. Wichtig ist, eine Blutung mindestens einmal ärztlich abklären zu lassen, um andere Ursachen sicher auszuschließen.

Oft nicht, da Hämorrhoiden oberhalb der schmerzempfindlichen Zone liegen. Starke, plötzliche Schmerzen mit einem harten Knoten sprechen eher für eine Analvenenthrombose oder einen Einriss (Analfissur).

Das hängt vom Beschwerdebild ab: Lokalanästhetika gegen Schmerz und Juckreiz, Adstringentien wie Hamamelis gegen Nässen, kurzfristig Kortison gegen starke Entzündung. Alle lindern nur die Beschwerden, beseitigen die Hämorrhoiden aber nicht.

Für Beschwerden direkt am After ist meist eine Salbe (am besten mit Applikator) besser, da sich Zäpfchen weiter oben auflösen. Für den Analkanal gibt es Analtampons, also Zäpfchen mit einer Mulleinlage, die den Wirkstoff am richtigen Ort halten.

Leichte Beschwerden bessern sich oft schon mit einer guten Stuhlregulierung. Deutlich vergrößerte Hämorrhoiden (höhere Grade) bilden sich aber meist nicht von selbst zurück und brauchen eine Behandlung.

Kurzfristig lindern frei verkäufliche Salben oder Zäpfchen Juckreiz und Schmerz. Die Ursache bekämpfst du aber mit weicherem Stuhl, also mit Ballaststoffen, ausreichend Trinken, bei Bedarf Macrogol, und mit weniger Pressen.

Ballaststoffreich essen, ausreichend trinken, nicht pressen, nicht zu lange auf der Toilette sitzen und sich regelmäßig bewegen. Das hält den Stuhl weich und nimmt Druck von den Gefäßpolstern.

Vor allem bei Grad III und IV, wenn eine gute Stuhlregulierung und kleine Eingriffe wie die Gummibandligatur nicht ausreichen. Welches Operationsverfahren sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

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Quellen

  1. DGK (Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie) in Zusammenarbeit mit DGVS und weiteren Fachgesellschaften: S3-Leitlinie „Hämorrhoidalleiden“ (AWMF 081-007). register.awmf.org/de/leitlinien/detail/081-007
  2. IQWiG / gesundheitsinformation.de: Informationen zu Hämorrhoiden. gesundheitsinformation.de
  3. DGVS (Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten): Patienteninformationen. dgvs.de
  4. American Society of Colon and Rectal Surgeons (ASCRS): Clinical Practice Guidelines for Hemorrhoids. fascrs.org
  5. NHS: Piles (haemorrhoids). nhs.uk
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Blut im Stuhl solltest du immer ärztlich abklären lassen. Welche Behandlung für dich geeignet ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab und sollte mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden. Stand: Juni 2026.