Metoclopramid (Paspertin®)

Metoclopramid (Paspertin): Wirkung, Dosierung & die 5-Tage-Grenze

Metoclopramid (MCP) ist ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen, das zugleich die Magenentleerung anregt. Wegen des Risikos für Bewegungsstörungen darf es nur kurzfristig – höchstens 5 Tage – angewendet werden.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Auf einen Blick: Datenblatt
  2. Wie Metoclopramid wirkt
  3. Anwendung & Dosierung
  4. Warum maximal 5 Tage?
  5. Nebenwirkungen & Bewegungsstörungen
  6. Wechselwirkungen
  7. Alternativen & besondere Gruppen
  8. Wie brite dich unterstützt
  9. FAQ
  10. Quellen
Hinweis Metoclopramid nie länger als 5 Tage am Stück anwenden. Treten unkontrollierte Bewegungen von Gesicht, Zunge oder Gliedern auf, die Einnahme sofort stoppen und ärztlichen Rat einholen.

1. Auf einen Blick: Datenblatt

Metoclopramid (kurz MCP, bekanntester Handelsname Paspertin®) ist ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen. Als sogenanntes Prokinetikum regt es zusätzlich die Magenbewegung an und beschleunigt die Magenentleerung. Wegen des Risikos für Bewegungsstörungen darf es nur kurzfristig – höchstens 5 Tage – eingesetzt werden.

EigenschaftDetails
WirkstoffMetoclopramid (MCP)
HandelsnamePaspertin®
ATC-CodeA03FA01
WirkstoffklasseProkinetikum, Antiemetikum (Dopamin-Antagonist)
DarreichungTropfen, Tabletten, Zäpfchen, Injektionslösung
EinnahmeBis zu 3× täglich, etwa 30 Minuten vor dem Essen
Standarddosis10 mg pro Einzeldosis, max. 30 mg/Tag (Erwachsene)
AnwendungsdauerMaximal 5 Tage
RezeptpflichtJa
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2. Wie Metoclopramid wirkt

Übelkeit und Erbrechen werden im Gehirn über ein „Brechzentrum" gesteuert. Ein wichtiger Botenstoff dabei ist Dopamin. Metoclopramid blockiert bestimmte Dopamin-Andockstellen (Rezeptoren) in diesem Bereich – so wird der Brechreiz gedämpft und die Übelkeit nimmt ab, das Erbrechen lässt nach.

Gleichzeitig wirkt MCP im oberen Verdauungstrakt: Es strafft den Übergang von der Speiseröhre zum Magen, regt die Magenbewegung an und beschleunigt so die Magenentleerung in Richtung Darm. Deshalb hilft es auch bei einem trägen, überfüllten Magengefühl und bei Magenschmerzen, die mit gestörter Magenentleerung zusammenhängen. Eingesetzt wird es unter anderem bei akuter Übelkeit, im Rahmen eines Magen-Darm-Infekts und begleitend bei Migräne, wo es Übelkeit lindert und die Aufnahme von Schmerzmitteln verbessert.

3. Anwendung & Dosierung

Die übliche Einzeldosis für Erwachsene beträgt 10 mg, bis zu dreimal täglich – am besten etwa eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten. Die Tageshöchstdosis liegt bei 30 mg und sollte 0,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten. Bei Jugendlichen und Kindern ab dem passenden Alter richtet sich die Dosis strikt nach dem Körpergewicht.

Gruppe / SituationDosierung
Erwachsene (Standard)3× 10 mg/Tag, max. 30 mg/Tag
Jugendliche (15–19 J.)10 mg bis 3×/Tag nach Körpergewicht
Kinder ab 1 Jahr0,1–0,15 mg/kg bis 3×/Tag, nur nach ärztlicher Anweisung
Eingeschränkte NierenfunktionDosis reduzieren (ärztlich festlegen)
Anwendungsdauer (alle)Maximal 5 Tage
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Dosierung nach Gewicht – besonders bei Kindern Bei Kindern und Jugendlichen bestimmt allein das Körpergewicht die Dosis, nicht das Alter. Metoclopramid ist bei Kindern unter 1 Jahr nicht zugelassen und wird generell nur zurückhaltend eingesetzt, weil Bewegungsstörungen hier häufiger auftreten. Halte dich exakt an die ärztliche Anweisung und miss Tropfen nie „nach Gefühl".

Eine vergessene Dosis wird nicht durch eine doppelte Menge ausgeglichen. Nimm die nächste Dosis einfach zur gewohnten Zeit. Was bei vergessener Einnahme generell gilt, erklärt der Ratgeber Medikament vergessen.

Die 5-Tage-Grenze im Blick behalten

brite erinnert dich an jede Einnahme und warnt dich, wenn die maximale Anwendungsdauer erreicht ist.

  • Einnahme-Erinnerung zur festen Zeit
  • Hinweis bei Erreichen der 5-Tage-Grenze
  • Wechselwirkungen im Blick
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4. Warum maximal 5 Tage?

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Anwendung von Metoclopramid mit einem Rote-Hand-Brief deutlich eingeschränkt: MCP darf nur noch kurzfristig – höchstens 5 Tage – angewendet werden. Grund ist das Risiko für neurologische Nebenwirkungen, vor allem für unkontrollierte Bewegungen (Dyskinesien). Diese treten häufiger auf, je höher die Dosis und je länger die Anwendung ist.

Metoclopramid ist damit ein Mittel für die akute, vorübergehende Übelkeit – keine Dauertherapie. Halten die Beschwerden nach 5 Tagen an, ist das kein Grund, einfach weiterzumachen, sondern ein Anlass, die Ursache ärztlich abklären zu lassen.

5 Tage sind das Maximum, nicht das Ziel Nimm MCP nur so lange, wie es wirklich nötig ist, und niemals länger als 5 Tage am Stück. Auch eine erneute „Kur" kurz nach der letzten sollte immer ärztlich abgesprochen werden.

5. Nebenwirkungen & Bewegungsstörungen

Häufig sind harmlose Beschwerden wie Müdigkeit, Durchfall oder ein Schwächegefühl. Die wichtigste und namensgebende Gefahr sind jedoch Bewegungsstörungen (extrapyramidale Störungen): unkontrollierte, oft beängstigende Bewegungen von Gesicht, Zunge, Nacken oder Gliedern. Sie können schon nach der ersten Dosis auftreten – besonders bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

NebenwirkungHäufigkeitWas tun?
Müdigkeit, SchläfrigkeitHäufigNicht Auto fahren, wenn du dich benommen fühlst
DurchfallHäufigAuf ausreichend Flüssigkeit achten
Unruhe, BewegungsdrangGelegentlichÄrztlich ansprechen
Unkontrollierte Bewegungen (Gesicht, Zunge, Glieder), Blickkrämpfe, MuskelkrämpfeGelegentlich bis seltenEinnahme stoppen – sofort ärztlich
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Warnzeichen einer Bewegungsstörung – Einnahme stoppen und sofort ärztlich Unkontrollierte Bewegungen oder Verkrampfungen von Gesicht, Zunge, Kiefer oder Nacken, verdrehte Blickkrämpfe (die Augen lassen sich nicht mehr steuern), Muskelkrämpfe oder eine plötzliche starke innere Unruhe. Setze Metoclopramid dann sofort ab und such ärztliche Hilfe. Diese Symptome bilden sich nach dem Absetzen meist zurück.

6. Wechselwirkungen

Metoclopramid beschleunigt die Magenentleerung und kann so beeinflussen, wie schnell andere Medikamente aufgenommen werden. Zudem verstärkt es dämpfende und dopaminwirksame Effekte anderer Mittel. Prüfe Kombinationen im Wechselwirkungs-Check.

Metoclopramid + Neuroleptika & Parkinson-Mittel Zusammen mit anderen Dopamin-Blockern (z. B. bestimmten Neuroleptika) steigt das Risiko für schwere Bewegungsstörungen deutlich. Bei Parkinson-Medikamenten kann MCP umgekehrt deren Wirkung aufheben. Beide Kombinationen gehören zwingend in ärztliche Hand.
Stoff / MedikamentWechselwirkungEmpfehlung
Neuroleptika, andere Dopamin-BlockerVerstärkte BewegungsstörungenNicht kombinieren ohne ärztliche Anweisung
Parkinson-Medikamente (z. B. Levodopa)Gegenseitige WirkabschwächungNur ärztlich abgestimmt
Beruhigungsmittel, Alkohol, OpioideVerstärkte MüdigkeitMeiden; nicht Auto fahren
Mittel gegen Durchfall wie LoperamidGegenläufige Wirkung auf den DarmKombination ärztlich abklären
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7. Alternativen & besondere Gruppen

Nicht jede Übelkeit braucht Metoclopramid. Bei leichten Beschwerden helfen oft schon Ruhe, kleine Schlucke Flüssigkeit und Schonkost. Reicht das nicht, gibt es je nach Ursache andere Antiemetika – die Auswahl trifft die Praxis. Bei einem Magen-Darm-Infekt steht das Ersetzen von Flüssigkeit und Salzen im Vordergrund.

Besondere Vorsicht gilt bei Kindern und Jugendlichen sowie bei älteren Menschen: In diesen Gruppen treten Bewegungsstörungen und Benommenheit häufiger auf. Bei älteren Menschen wird die Dosis oft vorsichtiger gewählt, bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ebenfalls reduziert. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine ärztliche Einzelfallentscheidung nötig.

Übelkeits-Medikamente sicher führen

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8. Wie brite dich bei Metoclopramid unterstützt

  • Einnahme-Erinnerung: Erinnerung vor den Mahlzeiten – und ein Hinweis, wenn die 5-Tage-Grenze erreicht ist. → Erinnerung einrichten
  • Wechselwirkungs-Check: erkennt kritische Kombinationen wie MCP + Neuroleptika. → Jetzt prüfen
  • Digitaler Medikationsplan: alle Präparate übersichtlich für Praxis, Apotheke und Notfall. → Zum Medikationsplan
  • Gesundheitsverlauf: Übelkeit, Erbrechen und mögliche Warnzeichen dokumentieren und zum Termin mitbringen.

FAQ: Häufige Fragen zu Metoclopramid

MCP-Tropfen (Metoclopramid) werden gegen akute Übelkeit und Erbrechen eingesetzt, zum Beispiel bei Magen-Darm-Infekten oder begleitend bei Migräne. Als Prokinetikum regen sie zusätzlich die Magenentleerung an. Sie sind rezeptpflichtig und dürfen nur kurzfristig, höchstens 5 Tage, angewendet werden.
Die europäische Arzneimittelbehörde hat die Anwendung per Rote-Hand-Brief auf maximal 5 Tage begrenzt. Grund ist das Risiko für neurologische Nebenwirkungen, vor allem unkontrollierte Bewegungen. Diese treten häufiger auf, je höher die Dosis und je länger die Anwendung. Halten Beschwerden an, lass die Ursache ärztlich abklären.
Als Tropfen wird Metoclopramid rasch aufgenommen, die Wirkung setzt meist innerhalb von etwa 15 bis 30 Minuten ein. Am besten nimmst du MCP rund eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten ein. Wirkt es nach kurzer Zeit gar nicht, erhöhe nicht eigenmächtig die Dosis, sondern sprich mit der Praxis.
Treten unkontrollierte Bewegungen von Gesicht, Zunge oder Gliedern, Muskelkrämpfe oder Blickkrämpfe auf, stopp die Einnahme sofort und such ärztliche Hilfe. Diese extrapyramidalen Störungen können schon nach der ersten Dosis auftreten, bilden sich nach dem Absetzen aber meist wieder zurück.
Nur zurückhaltend und ausschließlich nach ärztlicher Anweisung. Metoclopramid ist bei Kindern unter 1 Jahr nicht zugelassen, weil Bewegungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen häufiger sind. Die Dosis richtet sich strikt nach dem Körpergewicht. Miss Tropfen nie nach Gefühl, sondern genau nach Vorgabe.
Ja, Müdigkeit und Schläfrigkeit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen. Zusammen mit Alkohol, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln kann die Benommenheit verstärkt werden. Fahr kein Auto und bediene keine Maschinen, wenn du dich benommen fühlst. Bei älteren Menschen ist dieser Effekt oft stärker ausgeprägt.
Bei Migräne wird Metoclopramid vor allem gegen die begleitende Übelkeit eingesetzt. Zusätzlich verbessert es die Magenentleerung, sodass Schmerzmittel besser aufgenommen werden können. Es ersetzt aber keine gezielte Migränetherapie. Mehr dazu findest du im Beitrag zur Migräne. Auch hier gilt die 5-Tage-Grenze.

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Quellen

  1. Fachinformation Paspertin® (Metoclopramid), aktueller Stand.
  2. EMA / BfArM: Rote-Hand-Brief Metoclopramid – Beschränkung auf maximal 5 Tage (2013/2014). bfarm.de
  3. Gelbe Liste: Metoclopramid. gelbe-liste.de
  4. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Übelkeit und Erbrechen. gesundheitsinformation.de
Medizinischer Haftungsausschluss: Diese Seite dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Metoclopramid nie länger als 5 Tage anwenden. Bei unkontrollierten Bewegungen von Gesicht, Zunge oder Gliedern, Muskel- oder Blickkrämpfen die Einnahme sofort stoppen und ärztliche Hilfe suchen. Stand: Juli 2026.