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Sarah K., 34
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Metoclopramid (MCP) ist ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen, das zugleich die Magenentleerung anregt. Wegen des Risikos für Bewegungsstörungen darf es nur kurzfristig – höchstens 5 Tage – angewendet werden.
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Metoclopramid nie länger als 5 Tage am Stück anwenden. Treten unkontrollierte Bewegungen von Gesicht, Zunge oder Gliedern auf, die Einnahme sofort stoppen und ärztlichen Rat einholen. Metoclopramid (kurz MCP, bekanntester Handelsname Paspertin®) ist ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen. Als sogenanntes Prokinetikum regt es zusätzlich die Magenbewegung an und beschleunigt die Magenentleerung. Wegen des Risikos für Bewegungsstörungen darf es nur kurzfristig – höchstens 5 Tage – eingesetzt werden.
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Wirkstoff | Metoclopramid (MCP) |
| Handelsname | Paspertin® |
| ATC-Code | A03FA01 |
| Wirkstoffklasse | Prokinetikum, Antiemetikum (Dopamin-Antagonist) |
| Darreichung | Tropfen, Tabletten, Zäpfchen, Injektionslösung |
| Einnahme | Bis zu 3× täglich, etwa 30 Minuten vor dem Essen |
| Standarddosis | 10 mg pro Einzeldosis, max. 30 mg/Tag (Erwachsene) |
| Anwendungsdauer | Maximal 5 Tage |
| Rezeptpflicht | Ja |
Übelkeit und Erbrechen werden im Gehirn über ein „Brechzentrum" gesteuert. Ein wichtiger Botenstoff dabei ist Dopamin. Metoclopramid blockiert bestimmte Dopamin-Andockstellen (Rezeptoren) in diesem Bereich – so wird der Brechreiz gedämpft und die Übelkeit nimmt ab, das Erbrechen lässt nach.
Gleichzeitig wirkt MCP im oberen Verdauungstrakt: Es strafft den Übergang von der Speiseröhre zum Magen, regt die Magenbewegung an und beschleunigt so die Magenentleerung in Richtung Darm. Deshalb hilft es auch bei einem trägen, überfüllten Magengefühl und bei Magenschmerzen, die mit gestörter Magenentleerung zusammenhängen. Eingesetzt wird es unter anderem bei akuter Übelkeit, im Rahmen eines Magen-Darm-Infekts und begleitend bei Migräne, wo es Übelkeit lindert und die Aufnahme von Schmerzmitteln verbessert.
Die übliche Einzeldosis für Erwachsene beträgt 10 mg, bis zu dreimal täglich – am besten etwa eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten. Die Tageshöchstdosis liegt bei 30 mg und sollte 0,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten. Bei Jugendlichen und Kindern ab dem passenden Alter richtet sich die Dosis strikt nach dem Körpergewicht.
| Gruppe / Situation | Dosierung |
|---|---|
| Erwachsene (Standard) | 3× 10 mg/Tag, max. 30 mg/Tag |
| Jugendliche (15–19 J.) | 10 mg bis 3×/Tag nach Körpergewicht |
| Kinder ab 1 Jahr | 0,1–0,15 mg/kg bis 3×/Tag, nur nach ärztlicher Anweisung |
| Eingeschränkte Nierenfunktion | Dosis reduzieren (ärztlich festlegen) |
| Anwendungsdauer (alle) | Maximal 5 Tage |
Eine vergessene Dosis wird nicht durch eine doppelte Menge ausgeglichen. Nimm die nächste Dosis einfach zur gewohnten Zeit. Was bei vergessener Einnahme generell gilt, erklärt der Ratgeber Medikament vergessen.
brite erinnert dich an jede Einnahme und warnt dich, wenn die maximale Anwendungsdauer erreicht ist.
Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Anwendung von Metoclopramid mit einem Rote-Hand-Brief deutlich eingeschränkt: MCP darf nur noch kurzfristig – höchstens 5 Tage – angewendet werden. Grund ist das Risiko für neurologische Nebenwirkungen, vor allem für unkontrollierte Bewegungen (Dyskinesien). Diese treten häufiger auf, je höher die Dosis und je länger die Anwendung ist.
Metoclopramid ist damit ein Mittel für die akute, vorübergehende Übelkeit – keine Dauertherapie. Halten die Beschwerden nach 5 Tagen an, ist das kein Grund, einfach weiterzumachen, sondern ein Anlass, die Ursache ärztlich abklären zu lassen.
Häufig sind harmlose Beschwerden wie Müdigkeit, Durchfall oder ein Schwächegefühl. Die wichtigste und namensgebende Gefahr sind jedoch Bewegungsstörungen (extrapyramidale Störungen): unkontrollierte, oft beängstigende Bewegungen von Gesicht, Zunge, Nacken oder Gliedern. Sie können schon nach der ersten Dosis auftreten – besonders bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
| Nebenwirkung | Häufigkeit | Was tun? |
|---|---|---|
| Müdigkeit, Schläfrigkeit | Häufig | Nicht Auto fahren, wenn du dich benommen fühlst |
| Durchfall | Häufig | Auf ausreichend Flüssigkeit achten |
| Unruhe, Bewegungsdrang | Gelegentlich | Ärztlich ansprechen |
| Unkontrollierte Bewegungen (Gesicht, Zunge, Glieder), Blickkrämpfe, Muskelkrämpfe | Gelegentlich bis selten | Einnahme stoppen – sofort ärztlich |
Metoclopramid beschleunigt die Magenentleerung und kann so beeinflussen, wie schnell andere Medikamente aufgenommen werden. Zudem verstärkt es dämpfende und dopaminwirksame Effekte anderer Mittel. Prüfe Kombinationen im Wechselwirkungs-Check.
| Stoff / Medikament | Wechselwirkung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Neuroleptika, andere Dopamin-Blocker | Verstärkte Bewegungsstörungen | Nicht kombinieren ohne ärztliche Anweisung |
| Parkinson-Medikamente (z. B. Levodopa) | Gegenseitige Wirkabschwächung | Nur ärztlich abgestimmt |
| Beruhigungsmittel, Alkohol, Opioide | Verstärkte Müdigkeit | Meiden; nicht Auto fahren |
| Mittel gegen Durchfall wie Loperamid | Gegenläufige Wirkung auf den Darm | Kombination ärztlich abklären |
Nicht jede Übelkeit braucht Metoclopramid. Bei leichten Beschwerden helfen oft schon Ruhe, kleine Schlucke Flüssigkeit und Schonkost. Reicht das nicht, gibt es je nach Ursache andere Antiemetika – die Auswahl trifft die Praxis. Bei einem Magen-Darm-Infekt steht das Ersetzen von Flüssigkeit und Salzen im Vordergrund.
Besondere Vorsicht gilt bei Kindern und Jugendlichen sowie bei älteren Menschen: In diesen Gruppen treten Bewegungsstörungen und Benommenheit häufiger auf. Bei älteren Menschen wird die Dosis oft vorsichtiger gewählt, bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ebenfalls reduziert. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine ärztliche Einzelfallentscheidung nötig.
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