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Sarah K., 34
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Spironolacton ist ein kaliumsparendes Diuretikum (MRA), das den Aldosteron-Rezeptor blockiert. Es hilft bei Herzschwäche und schwer einstellbarem Bluthochdruck – erfordert aber regelmäßige Kaliumkontrollen und kann bei Männern Brustspannen auslösen.
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Spironolacton niemals eigenmächtig absetzen oder die Dosis ändern. Gerade bei Herzschwäche kann ein abruptes Absetzen den Zustand verschlechtern – Änderungen immer mit der Praxis abstimmen und den Kaliumwert im Blick behalten. Spironolacton (Handelsname Aldactone®) ist ein kaliumsparendes Diuretikum aus der Gruppe der Mineralocorticoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA). Es blockiert die Wirkung des Hormons Aldosteron, entwässert dadurch mild und schützt gleichzeitig den Kaliumhaushalt. Eingesetzt wird es vor allem bei Herzschwäche und schwer einstellbarem Bluthochdruck.
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Wirkstoff | Spironolacton |
| Handelsname | Aldactone® |
| ATC-Code | C03DA01 |
| Wirkstoffklasse | Kaliumsparendes Diuretikum – Mineralocorticoid-Rezeptor-Antagonist (MRA) |
| Darreichung | Tabletten/Kapseln 25, 50, 100 mg |
| Einnahme | 1× täglich, bevorzugt morgens zum Essen |
| Standarddosis | 25–50 mg/Tag (indikationsabhängig) |
| Kontrolle | Regelmäßige Kalium- und Nierenwerte nötig |
| Rezeptpflicht | Ja |
| Besonderheit | Kann bei Männern Brustspannen (Gynäkomastie) auslösen |
Das körpereigene Hormon Aldosteron sorgt in der Niere dafür, dass Natrium und Wasser zurückgehalten und im Gegenzug Kalium ausgeschieden wird. Spironolacton besetzt den Aldosteron-Rezeptor und blockiert dieses Signal: Der Körper scheidet mehr Natrium und Wasser aus, hält aber Kalium zurück. Daher der Name „kaliumsparend" – anders als bei einem Schleifendiuretikum wie Furosemid, das Kalium verstärkt austreibt.
Bei der Herzinsuffizienz hat Spironolacton über die Entwässerung hinaus einen wichtigen Zusatznutzen: Es bremst die schädlichen Umbauprozesse am Herzmuskel, die ein dauerhaft erhöhter Aldosteronspiegel antreibt. Große Studien und die ESC-Leitlinie 2023 zeigen, dass MRA bei Herzschwäche das Leben verlängern können. Bei therapieresistentem Bluthochdruck – wenn drei Blutdruckmittel nicht ausreichen – ist Spironolacton oft der wirksamste nächste Schritt. Auch bei fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung wird es vorsichtig und unter engmaschiger Kontrolle eingesetzt.
Die Dosis richtet sich stark nach dem Einsatzgebiet. Bei Herzschwäche wird bewusst niedrig dosiert (meist 25 mg täglich), um das Kalium nicht zu stark ansteigen zu lassen. Genommen wird die Tablette am besten morgens zum Essen, damit die entwässernde Wirkung nicht den Nachtschlaf stört.
| Situation | Dosis |
|---|---|
| Herzinsuffizienz | 25 mg 1×/Tag (ggf. bis 50 mg) |
| Resistente Hypertonie | 25–50 mg 1×/Tag |
| Wasseransammlungen (Ödeme) | 50–100 mg/Tag, je nach Verlauf |
| Eingeschränkte Nierenfunktion | Vorsichtige, reduzierte Dosis unter Kontrolle |
Eine vergessene Dosis wird nachgeholt, sobald es auffällt – aber niemals die doppelte Menge an einem Tag. Was bei einer vergessenen Einnahme generell gilt, erklärt der Ratgeber Medikament vergessen.
brite erinnert dich zuverlässig an deine tägliche Spironolacton-Einnahme und dokumentiert sie lückenlos.
Spironolacton wird oft mit zwei anderen Entwässerungsmitteln verglichen. Eplerenon ist ein verwandter MRA mit weniger hormonellen Nebenwirkungen; Furosemid dagegen ist ein stark und schnell wirkendes Schleifendiuretikum, das Kalium austreibt statt es zu sparen – die beiden werden bei Herzschwäche häufig kombiniert.
| Eigenschaft | Spironolacton | Eplerenon | Furosemid |
|---|---|---|---|
| Wirkprinzip | MRA (kaliumsparend) | MRA (kaliumsparend) | Schleifendiuretikum |
| Wirkung auf Kalium | Hält Kalium zurück | Hält Kalium zurück | Treibt Kalium aus |
| Entwässerung | Mild | Mild | Stark, schnell |
| Gynäkomastie | Möglich | Sehr selten | Nein |
| Typischer Einsatz | Herzschwäche, resistente Hypertonie | Herzschwäche (bei Brustspannen) | Akute Wasseransammlung, Ödeme |
Welches Mittel passt, hängt von Kaliumwert, Nierenfunktion und Verträglichkeit ab. Treten unter Spironolacton hormonelle Nebenwirkungen auf, ist Eplerenon oft die bessere Alternative. Die Wahl trifft immer die Ärztin oder der Arzt.
Die wichtigste und potenziell gefährlichste Nebenwirkung ist ein zu hoher Kaliumspiegel (Hyperkaliämie). Weil Spironolacton Kalium zurückhält, kann der Wert – besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion oder in bestimmten Kombinationen – gefährlich ansteigen und den Herzrhythmus stören. Deshalb sind regelmäßige Blutkontrollen Pflicht.
| Nebenwirkung | Häufigkeit | Was tun? |
|---|---|---|
| Erhöhtes Kalium (Hyperkaliämie) | Gelegentlich bis häufig | Regelmäßig kontrollieren; bei Beschwerden ärztlich |
| Brustspannen/-vergrößerung beim Mann (Gynäkomastie) | Häufig (dosisabhängig) | Ansprechen; ggf. Wechsel auf Eplerenon |
| Zyklusstörungen, Brustspannen bei der Frau | Gelegentlich | Ärztlich besprechen |
| Schwindel, niedriger Blutdruck | Gelegentlich | Langsam aufstehen; Dosis prüfen lassen |
| Verschlechterung der Nierenfunktion | Gelegentlich | Nierenwerte kontrollieren |
Entscheidend ist alles, was zusätzlich den Kaliumspiegel anhebt. Prüfe Kombinationen im Wechselwirkungs-Check.
| Stoff / Medikament | Wechselwirkung | Empfehlung |
|---|---|---|
| ACE-Hemmer (Ramipril) / Sartane | Kalium steigt deutlich an | Nur mit regelmäßiger Kaliumkontrolle |
| Andere kaliumsparende Mittel, Kaliumpräparate | Hohes Risiko für Hyperkaliämie | Meist meiden |
| NSAR (Ibuprofen, Diclofenac) | Kalium steigt, Wirkung sinkt, Niere belastet | Meiden; ärztlich klären |
| Digoxin | Spiegel kann steigen | Kontrolle nötig |
Spironolacton wirkt nicht nur am Aldosteron-Rezeptor, sondern greift auch leicht in den Hormonhaushalt ein. Bei Männern kann das zu einem Spannen oder einer Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie) führen, manchmal auch zu Empfindlichkeit der Brustwarzen. Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich und meist von der Dosis abhängig. Nach dem Absetzen bildet es sich in der Regel zurück.
Weil dieselbe hormonelle Wirkung bei Akne und übermäßiger Behaarung genutzt werden kann, wird Spironolacton bei Frauen gelegentlich gezielt dafür eingesetzt. Wichtig: Sprich Brustspannen offen in der Praxis an – oft lässt sich durch eine niedrigere Dosis oder einen Wechsel auf Eplerenon eine gute Lösung finden. Kein Grund, das Medikament aus Scham eigenmächtig abzusetzen.
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