Spironolacton (Aldactone®)

Spironolacton (Aldactone): Wirkung, Dosierung & Kalium-Warnung

Spironolacton ist ein kaliumsparendes Diuretikum (MRA), das den Aldosteron-Rezeptor blockiert. Es hilft bei Herzschwäche und schwer einstellbarem Bluthochdruck – erfordert aber regelmäßige Kaliumkontrollen und kann bei Männern Brustspannen auslösen.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Auf einen Blick: Datenblatt
  2. Wie Spironolacton wirkt
  3. Anwendung & Dosierung
  4. Spironolacton vs. Eplerenon vs. Furosemid
  5. Nebenwirkungen & Kalium
  6. Wechselwirkungen
  7. Gynäkomastie & hormonelle Wirkungen
  8. Wie brite dich unterstützt
  9. FAQ
  10. Quellen
Hinweis Spironolacton niemals eigenmächtig absetzen oder die Dosis ändern. Gerade bei Herzschwäche kann ein abruptes Absetzen den Zustand verschlechtern – Änderungen immer mit der Praxis abstimmen und den Kaliumwert im Blick behalten.

1. Auf einen Blick: Datenblatt

Spironolacton (Handelsname Aldactone®) ist ein kaliumsparendes Diuretikum aus der Gruppe der Mineralocorticoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA). Es blockiert die Wirkung des Hormons Aldosteron, entwässert dadurch mild und schützt gleichzeitig den Kaliumhaushalt. Eingesetzt wird es vor allem bei Herzschwäche und schwer einstellbarem Bluthochdruck.

EigenschaftDetails
WirkstoffSpironolacton
HandelsnameAldactone®
ATC-CodeC03DA01
WirkstoffklasseKaliumsparendes Diuretikum – Mineralocorticoid-Rezeptor-Antagonist (MRA)
DarreichungTabletten/Kapseln 25, 50, 100 mg
Einnahme1× täglich, bevorzugt morgens zum Essen
Standarddosis25–50 mg/Tag (indikationsabhängig)
KontrolleRegelmäßige Kalium- und Nierenwerte nötig
RezeptpflichtJa
BesonderheitKann bei Männern Brustspannen (Gynäkomastie) auslösen
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2. Wie Spironolacton wirkt

Das körpereigene Hormon Aldosteron sorgt in der Niere dafür, dass Natrium und Wasser zurückgehalten und im Gegenzug Kalium ausgeschieden wird. Spironolacton besetzt den Aldosteron-Rezeptor und blockiert dieses Signal: Der Körper scheidet mehr Natrium und Wasser aus, hält aber Kalium zurück. Daher der Name „kaliumsparend" – anders als bei einem Schleifendiuretikum wie Furosemid, das Kalium verstärkt austreibt.

Bei der Herzinsuffizienz hat Spironolacton über die Entwässerung hinaus einen wichtigen Zusatznutzen: Es bremst die schädlichen Umbauprozesse am Herzmuskel, die ein dauerhaft erhöhter Aldosteronspiegel antreibt. Große Studien und die ESC-Leitlinie 2023 zeigen, dass MRA bei Herzschwäche das Leben verlängern können. Bei therapieresistentem Bluthochdruck – wenn drei Blutdruckmittel nicht ausreichen – ist Spironolacton oft der wirksamste nächste Schritt. Auch bei fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung wird es vorsichtig und unter engmaschiger Kontrolle eingesetzt.

3. Anwendung & Dosierung

Die Dosis richtet sich stark nach dem Einsatzgebiet. Bei Herzschwäche wird bewusst niedrig dosiert (meist 25 mg täglich), um das Kalium nicht zu stark ansteigen zu lassen. Genommen wird die Tablette am besten morgens zum Essen, damit die entwässernde Wirkung nicht den Nachtschlaf stört.

SituationDosis
Herzinsuffizienz25 mg 1×/Tag (ggf. bis 50 mg)
Resistente Hypertonie25–50 mg 1×/Tag
Wasseransammlungen (Ödeme)50–100 mg/Tag, je nach Verlauf
Eingeschränkte NierenfunktionVorsichtige, reduzierte Dosis unter Kontrolle
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Wirkung setzt langsam ein Spironolacton wirkt nicht sofort, sondern baut seine volle Wirkung über einige Tage auf. Bewerte den Erfolg deshalb nicht nach einem einzelnen Tag. Kalium- und Nierenwerte werden gerade zu Beginn und nach jeder Dosisänderung kontrolliert – diese Termine sind wichtig und sollten nicht ausfallen.

Eine vergessene Dosis wird nachgeholt, sobald es auffällt – aber niemals die doppelte Menge an einem Tag. Was bei einer vergessenen Einnahme generell gilt, erklärt der Ratgeber Medikament vergessen.

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4. Spironolacton vs. Eplerenon vs. Furosemid

Spironolacton wird oft mit zwei anderen Entwässerungsmitteln verglichen. Eplerenon ist ein verwandter MRA mit weniger hormonellen Nebenwirkungen; Furosemid dagegen ist ein stark und schnell wirkendes Schleifendiuretikum, das Kalium austreibt statt es zu sparen – die beiden werden bei Herzschwäche häufig kombiniert.

EigenschaftSpironolactonEplerenonFurosemid
WirkprinzipMRA (kaliumsparend)MRA (kaliumsparend)Schleifendiuretikum
Wirkung auf KaliumHält Kalium zurückHält Kalium zurückTreibt Kalium aus
EntwässerungMildMildStark, schnell
GynäkomastieMöglichSehr seltenNein
Typischer EinsatzHerzschwäche, resistente HypertonieHerzschwäche (bei Brustspannen)Akute Wasseransammlung, Ödeme
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Welches Mittel passt, hängt von Kaliumwert, Nierenfunktion und Verträglichkeit ab. Treten unter Spironolacton hormonelle Nebenwirkungen auf, ist Eplerenon oft die bessere Alternative. Die Wahl trifft immer die Ärztin oder der Arzt.

5. Nebenwirkungen & Kalium

Die wichtigste und potenziell gefährlichste Nebenwirkung ist ein zu hoher Kaliumspiegel (Hyperkaliämie). Weil Spironolacton Kalium zurückhält, kann der Wert – besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion oder in bestimmten Kombinationen – gefährlich ansteigen und den Herzrhythmus stören. Deshalb sind regelmäßige Blutkontrollen Pflicht.

NebenwirkungHäufigkeitWas tun?
Erhöhtes Kalium (Hyperkaliämie)Gelegentlich bis häufigRegelmäßig kontrollieren; bei Beschwerden ärztlich
Brustspannen/-vergrößerung beim Mann (Gynäkomastie)Häufig (dosisabhängig)Ansprechen; ggf. Wechsel auf Eplerenon
Zyklusstörungen, Brustspannen bei der FrauGelegentlichÄrztlich besprechen
Schwindel, niedriger BlutdruckGelegentlichLangsam aufstehen; Dosis prüfen lassen
Verschlechterung der NierenfunktionGelegentlichNierenwerte kontrollieren
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Warnzeichen einer Hyperkaliämie – ärztlich abklären, im Akutfall 112 Ausgeprägte Muskelschwäche, Kribbeln oder Taubheitsgefühl, Herzstolpern oder unregelmäßiger Herzschlag, ungewöhnliche Müdigkeit bis hin zu Herzrhythmusstörungen können auf ein zu hohes Kalium hinweisen. Bei Herzstolpern mit Schwächeanfall, Kollaps oder Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.

6. Wechselwirkungen

Entscheidend ist alles, was zusätzlich den Kaliumspiegel anhebt. Prüfe Kombinationen im Wechselwirkungs-Check.

Spironolacton + ACE-Hemmer/Sartan Die Kombination von Spironolacton mit einem ACE-Hemmer wie Ramipril oder einem Sartan ist bei Herzschwäche gewollt und sinnvoll – beide heben aber den Kaliumspiegel an. Zusammen kann das Kalium gefährlich hoch steigen. Diese Kombination gehört deshalb zwingend unter regelmäßige Blutkontrolle; setze weder das eine noch das andere Medikament eigenmächtig ab.
Stoff / MedikamentWechselwirkungEmpfehlung
ACE-Hemmer (Ramipril) / SartaneKalium steigt deutlich anNur mit regelmäßiger Kaliumkontrolle
Andere kaliumsparende Mittel, KaliumpräparateHohes Risiko für HyperkaliämieMeist meiden
NSAR (Ibuprofen, Diclofenac)Kalium steigt, Wirkung sinkt, Niere belastetMeiden; ärztlich klären
DigoxinSpiegel kann steigenKontrolle nötig
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7. Gynäkomastie & hormonelle Wirkungen

Spironolacton wirkt nicht nur am Aldosteron-Rezeptor, sondern greift auch leicht in den Hormonhaushalt ein. Bei Männern kann das zu einem Spannen oder einer Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie) führen, manchmal auch zu Empfindlichkeit der Brustwarzen. Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich und meist von der Dosis abhängig. Nach dem Absetzen bildet es sich in der Regel zurück.

Weil dieselbe hormonelle Wirkung bei Akne und übermäßiger Behaarung genutzt werden kann, wird Spironolacton bei Frauen gelegentlich gezielt dafür eingesetzt. Wichtig: Sprich Brustspannen offen in der Praxis an – oft lässt sich durch eine niedrigere Dosis oder einen Wechsel auf Eplerenon eine gute Lösung finden. Kein Grund, das Medikament aus Scham eigenmächtig abzusetzen.

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8. Wie brite dich bei Spironolacton unterstützt

  • Einnahme-Erinnerung: tägliche Erinnerung zur festen Uhrzeit – am besten morgens, damit die Entwässerung den Schlaf nicht stört. → Erinnerung einrichten
  • Wechselwirkungs-Check: erkennt kritische Kombinationen wie Spironolacton + ACE-Hemmer oder NSAR. → Jetzt prüfen
  • Digitaler Medikationsplan: alle Präparate übersichtlich für Praxis, Kardiologie und Notfall. → Zum Medikationsplan
  • Gesundheitsverlauf: Kaliumwerte, Gewicht und Beschwerden wie Brustspannen dokumentieren und zum Termin mitbringen.

FAQ: Häufige Fragen zu Spironolacton

Am besten einmal täglich morgens zum Essen. So stört die leichte entwässernde Wirkung nicht den Nachtschlaf und die Verträglichkeit im Magen ist besser. Wähle eine feste Uhrzeit, die sich gut in deinen Alltag einbauen lässt, damit du keine Dosis vergisst.
Spironolacton hält Kalium im Körper zurück. Steigt der Wert zu hoch (Hyperkaliämie), kann das den Herzrhythmus stören. Deshalb werden Kalium und Nierenwerte gerade zu Beginn und nach jeder Dosisänderung im Blut kontrolliert. Diese Termine sind wichtig und sollten nicht ausfallen.
Ja, diese Kombination ist bei Herzschwäche üblich und sinnvoll. Beide Mittel heben aber den Kaliumspiegel an, sodass er zusammen gefährlich hoch steigen kann. Sie ist deshalb nur unter regelmäßiger Blutkontrolle sicher. Setze keines der beiden Medikamente eigenmächtig ab oder hinzu.
Ja. Spironolacton greift leicht in den Hormonhaushalt ein und kann bei Männern ein Spannen oder eine Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie) auslösen. Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich und meist dosisabhängig. Sprich es in der Praxis an – oft hilft eine niedrigere Dosis oder ein Wechsel auf Eplerenon.
Beide entwässern, aber unterschiedlich. Furosemid ist ein starkes Schleifendiuretikum, das schnell viel Wasser ausschwemmt und Kalium austreibt. Spironolacton entwässert mild und spart Kalium. Bei Herzschwäche werden sie oft kombiniert – die Wahl und Dosierung legt die Praxis fest.
Anders als ein Schleifendiuretikum wirkt Spironolacton nicht sofort, sondern baut seine volle Wirkung über mehrere Tage auf. Bewerte den Erfolg deshalb nicht nach einem einzelnen Tag. Bei Herzschwäche zählt vor allem der langfristige Nutzen, nicht die schnelle Entwässerung.
Sei vorsichtig mit sehr kaliumreicher Kost und vor allem mit kaliumhaltigen Salzersatzprodukten, da Spironolacton Kalium zurückhält. Eine strenge Diät ist meist nicht nötig, aber Salzersatz auf Kaliumbasis solltest du meiden. Kläre offene Fragen zur Ernährung mit der Praxis.

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Quellen

  1. Fachinformation Aldactone® (Spironolacton), aktueller Stand.
  2. ESC-Leitlinie Herzinsuffizienz (2023). European Society of Cardiology. escardio.org
  3. Gelbe Liste: Spironolacton. gelbe-liste.de
  4. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Wassertabletten (Diuretika). gesundheitsinformation.de
Medizinischer Haftungsausschluss: Diese Seite dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Spironolacton niemals eigenmächtig absetzen oder die Dosis ändern und die Kaliumwerte regelmäßig kontrollieren lassen. Bei Warnzeichen einer Hyperkaliämie (ausgeprägte Muskelschwäche, Herzstolpern, unregelmäßiger Herzschlag) ärztlich abklären, im Akutfall mit Kollaps oder Atemnot sofort den Notruf 112 wählen. Stand: Juli 2026.