Pfeifende Atmung (Giemen): Asthma, COPD oder etwas anderes?

Auf einen Blick

  • Das Geräusch entsteht durch verengte Atemwege. Luft, die sich durch enge Bronchien zwängt, bringt deren Wände zum Schwingen - das hörst du als Pfeifen, Brummen oder Giemen, in der Regel beim Ausatmen.
  • Giemen ist nicht gleich Stridor. Giemen ist eher tief, kommt aus den unteren Atemwegen und ist beim Ausatmen am lautesten. Ein Stridor ist hoch, laut und beim Einatmen zu hören - er kommt aus Kehlkopf oder Luftröhre und ist deutlich dringlicher.
  • Die häufigsten Ursachen sind Asthma, COPD und akute Bronchitis. Bei Herzschwäche kann ein ähnliches Pfeifen auftreten, das früher „Asthma cardiale" genannt wurde.
  • Auch Medikamente verengen Bronchien. Betablocker und eine Unverträglichkeit gegen ASS oder andere entzündungshemmende Schmerzmittel gehören zu den unterschätzten Auslösern.
  • „Das Spray wirkt nicht" liegt oft an der Technik - nicht am Wirkstoff. Falsches Inhalieren ist einer der häufigsten Gründe für scheinbar unwirksame Asthma- und COPD-Medikamente.
  • Sofort abklären lassen: Atemnot in Ruhe, Sprechen nur noch in Einzelwörtern, blaue Lippen oder Fingerspitzen, plötzliches Pfeifen nach Insektenstich oder nach einem Medikament, sowie plötzliches Pfeifen bei einem Kind ohne Infekt.

Die häufigsten Ursachen im Vergleich

UrsacheTypisches MusterWann es auffälltErster Schritt
AsthmaAnfallsartig, dazwischen oft beschwerdefrei; Engegefühl in der Brust, trockener ReizhustenNachts und in den frühen Morgenstunden, nach Trigger wie Kälte, Sport, Pollen, TierhaarenHausärztliche oder pneumologische Praxis, Lungenfunktionstest
COPDSchleichend über Jahre zunehmend, dauerhaft; Belastbarkeit sinkt langsamMorgens am stärksten, häufig mit Husten und zähem Sekret; fast immer Raucher oder Ex-RaucherSpirometrie in der Praxis, Rauchstopp besprechen
Akute BronchitisPfeifen zusammen mit Husten im Rahmen eines Infekts, meist über Tage bis wenige WochenNach Erkältung oder grippalem Infekt, oft mit Halsschmerzen davorAbwarten und beobachten; bei Luftnot oder Fieber ärztlich abklären
HerzschwächePfeifen plus feuchte Rasselgeräusche, Luftnot im Liegen, nachts aufschrecken müssenNachts und im Liegen; dazu geschwollene Beine und Gewichtszunahme über TageÄrztliche Abklärung von Herz und Lunge, Gewicht dokumentieren
Allergie als AuslöserPfeifen zusammen mit Niesen, laufender Nase und juckenden AugenSaisonal oder in bestimmten Räumen und bei bestimmten TierenAllergietestung, Auslöser meiden
Medikamenten-NebenwirkungNeu aufgetretenes Pfeifen in zeitlichem Zusammenhang mit einem neuen PräparatTage bis Wochen nach Therapiebeginn oder DosisänderungMedikamentenliste mitbringen, nichts eigenmächtig absetzen
Fremdkörper (Kinder)Plötzliches Pfeifen aus voller Gesundheit, oft einseitig, nach Husten- oder ErstickungsanfallKleinkinder beim Spielen oder EssenNotfall - sofort ärztliche Hilfe, bei Luftnot 112
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Wann pfeift es - und was hast du genommen?

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Die Ursachen im Detail

Das Pfeifen ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein akustischer Hinweis: Irgendwo zwischen Luftröhre und kleinen Bronchien ist der Weg für die Luft zu eng geworden. Was dahintersteckt, verrät oft schon das Muster.

Asthma: anfallsartig, nachts, mit erkennbaren Auslösern

Beim Asthma reagieren die Bronchien überempfindlich: Die Schleimhaut schwillt an, die Muskulatur verkrampft sich, dazu kommt zäher Schleim. Typisch ist der anfallsartige Verlauf - zwischen den Episoden fühlen sich viele völlig gesund.

Zwei Muster sind verräterisch. Die Tageszeit: Beschwerden häufen sich nachts und früh morgens. Und die Trigger: kalte Luft, Anstrengung, Pollen, Milben, Tierhaare, Rauch oder ein Infekt. Begleitend treten meist trockener Husten, ein Engegefühl in der Brust und Kurzatmigkeit auf. Es gibt auch eine Sonderform mit ausschließlich Husten - fehlendes Giemen schließt ein Asthma also nicht aus.

COPD: schleichend, morgens, fast immer mit Rauchgeschichte

Die COPD entwickelt sich über Jahre: dauerhaft entzündete, verengte Atemwege. Anders als beim Asthma verschwindet das Pfeifen selten ganz. Typisch ist ein Mensch jenseits der 40, Raucher oder Ex-Raucher, der morgens hustet, zähes Sekret abhustet und beim Treppensteigen langsamer geworden ist - oft ohne es zu merken. Asthma und COPD können nebeneinander bestehen; die Unterscheidung trifft nicht das Ohr, sondern die Lungenfunktionsprüfung.

Akute Bronchitis: das Pfeifen mit Verfallsdatum

Bei einer akuten Bronchitis entzündet sich die Bronchialschleimhaut, meist durch Viren. Die Schwellung verengt die Atemwege vorübergehend - deshalb kann auch pfeifen, wer weder Asthma noch COPD hat. Charakteristisch ist der Zeitverlauf: erst Halskratzen und Schnupfen, dann Husten, dann über Tage bis Wochen ein Rasseln und Pfeifen, das allmählich verschwindet - die Abgrenzung zu Grippe und Corona ordnet der Ratgeber Erkältung, Grippe oder Corona ein. Bleibt das Pfeifen länger als drei bis vier Wochen, ist an ein unerkanntes Asthma zu denken.

Herzschwäche: das „Asthma cardiale"

Wenn das Herz nicht mehr ausreichend weiterpumpt, staut sich Flüssigkeit in die Lunge zurück, die Schleimhaut der kleinen Atemwege schwillt an - und es pfeift. Früher hieß das „Asthma cardiale": Es klingt wie Asthma, hat aber eine andere Ursache. Bei der Herzinsuffizienz stehen allerdings meist feuchte Rasselgeräusche im Vordergrund, nicht das trockene Giemen. Dazu kommen Zeichen, die beim Asthma fehlen: Luftnot im Liegen, nächtliches Aufschrecken und Wassereinlagerungen in den Unterschenkeln, die abends am stärksten sind. Mehrere Kilogramm Gewichtszunahme in wenigen Tagen sind eingelagertes Wasser.

Allergien: der Auslöser hinter dem Auslöser

Eine allergische Rhinitis - im Alltag Heuschnupfen - ist häufig Vorbote und Begleiter eines allergischen Asthmas: Was die Nase reizt, reizt oft auch die Bronchien. Tritt dein Pfeifen saisonal auf oder zusammen mit juckenden Augen und Niesattacken, gehört eine Allergietestung zur Abklärung.

Fremdkörper, Stimmbänder und Seltenes

Bei Kleinkindern ist ein plötzliches, oft einseitiges Pfeifen aus voller Gesundheit - besonders nach einem Husten- oder Erstickungsanfall beim Spielen oder Essen - bis zum Beweis des Gegenteils ein eingeatmeter Fremdkörper. Das ist ein Notfall, auch wenn sich das Kind zwischenzeitlich beruhigt hat. Bei Erwachsenen können sich außerdem die Stimmbänder beim Einatmen paradox verschließen: ein hohes Geräusch, das mit Asthma verwechselt wird, aber auf Asthmasprays nicht anspricht.


Giemen oder Stridor? Die wichtigste Unterscheidung

Wenn du dir aus diesem Beitrag nur einen Punkt merkst, dann diesen: Zwei Atemgeräusche klingen für Laien ähnlich, bedeuten aber sehr Unterschiedliches.

MerkmalGiemenStridor
Wann hörbarVor allem beim AusatmenVor allem beim Einatmen
KlangEher tief, pfeifend oder brummendHoch, scharf, laut, über dem Hals
Ort der EngeUntere Atemwege: BronchienKehlkopf, Luftröhre
Typische UrsachenAsthma, COPD, Bronchitis, HerzschwächeKrupp, Fremdkörper, Angioödem
DringlichkeitOft planbar abklärbarDeutlich dringlicher
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Warum das im Notfall zählt

Beim Giemen ist die Luft in vielen kleinen Röhren gebremst - unangenehm, aber es gibt Umgehungen. Beim Stridor sitzt die Enge an einer einzigen Stelle, durch die alles hindurch muss; verengt sie sich weiter, bleibt keine Reserve. Ein neu aufgetretener Stridor - besonders bei Kindern oder gemeinsam mit einer Schwellung von Lippen und Zunge - gehört deshalb sofort ärztlich beurteilt.

Selbsttests: erste Hinweise für zu Hause

Diese Beobachtungen ersetzen keine Diagnose. Sie helfen dir aber, das Gespräch in der Praxis präziser zu machen.

  • Der Ein- oder Ausatem-Test: Höre ich das Geräusch, wenn die Luft rein oder wenn sie raus geht? Ausatmen spricht für Giemen, Einatmen für einen Stridor. Nimm es notfalls mit dem Handy auf und spiel es in der Praxis vor.
  • Der Tageszeit- und Trigger-Test: Notiere über zwei Wochen, wann es pfeift und was vorausging. Nachts und früh morgens spricht eher für Asthma, morgens mit Auswurf eher für COPD, im Liegen mit Luftnot eher für ein Herzproblem.
  • Peak-Flow-Messung: Ein Peak-Flow-Meter misst, wie schnell du ausatmen kannst. Miss morgens und abends im Stehen, drei Versuche, notiere den besten Wert. Interessant ist nicht die einzelne Zahl, sondern die Schwankung: Liegen Morgen- und Abendwerte deutlich auseinander, spricht das für ein Asthma. Welche Werte für dich grün, gelb und rot sind, legt deine Praxis fest.
  • Belastungs- und Sprech-Test: Wie viele Stockwerke schaffst du ohne Pause - und wie war das vor einem Jahr? Kannst du im Akutfall ganze Sätze sprechen oder nur einzelne Wörter? Die einfachste Schweregradeinschätzung, die es gibt.

Warnzeichen: Wann du nicht abwarten solltest

  • Atemnot bereits in Ruhe oder beim Sprechen
  • Sprechen nur noch in einzelnen Wörtern statt in ganzen Sätzen
  • Blau verfärbte Lippen, Zunge oder Fingerspitzen
  • Plötzliches Pfeifen nach Insektenstich, Medikament oder Mahlzeit
  • Sichtbares Einziehen zwischen den Rippen, besonders bei Kindern
  • Verwirrtheit, ausgeprägte Unruhe oder zunehmende Schläfrigkeit
  • Das Notfallspray wirkt nicht mehr oder nur noch sehr kurz
  • Pfeifen mit Fieber, Brustschmerz oder blutigem Auswurf

Sofort 112 wählen

Bei Atemnot in Ruhe, blauen Lippen oder wenn Sprechen nur noch in Einzelwörtern möglich ist, ruf den Rettungsdienst. Das gilt besonders, wenn das Pfeifen plötzlich nach einem Insektenstich oder einem neuen Medikament auftritt und Lippen, Zunge oder Gesicht anschwellen - das kann eine Anaphylaxie sein, die sich innerhalb von Minuten verschlechtert. Wenn ein Notfallset verordnet ist, setz es ein und ruf trotzdem an.

Der Behandlungspfad: Schritt für Schritt

Es wird in der Regel stufenweise vorgegangen - erst einordnen, dann messen, dann gezielt behandeln. Die Therapieentscheidung liegt immer bei der behandelnden Praxis.

  1. Beobachten und dokumentieren. Zwei Wochen Notizen zu Zeitpunkt, Auslöser, Begleitsymptomen und Medikamenten sind die Grundlage jedes guten Erstgesprächs.
  2. Hausärztliche Vorstellung. Abhören, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und ein gründliches Gespräch klären viel. Bring deine vollständige Medikamentenliste mit - auch rezeptfreie Mittel.
  3. Lungenfunktionstest. Bessert sich der Wert nach einem Bronchien erweiternden Spray deutlich, spricht das für Asthma; bleibt die Verengung, eher für eine COPD.
  4. Weitere Abklärung nach Verdacht. Allergietestung, Röntgen des Brustkorbs, Blutwerte, bei Verdacht auf ein Herzproblem eine kardiologische Abklärung.
  5. Therapie festlegen und Technik üben. Wer ein Inhalationsgerät bekommt, sollte die Anwendung in der Praxis oder Apotheke vorführen.
  6. Kontrolle vereinbaren. Nach vier bis acht Wochen prüfen: Peak-Flow-Verlauf, Notfallspray-Anwendungen, nächtliche Beschwerden, Belastbarkeit.

Medikamenten-Blickwinkel: Wenn das Pfeifen aus der Tablettenschachtel kommt

Manche Wirkstoffe verengen die Bronchien direkt, andere lösen eine Reaktion aus - und wieder andere wirken nicht, weil sie nicht dort ankommen, wo sie sollen.

Betablocker: Sie wirken nicht nur am Herzen

Betablocker blockieren bestimmte Andockstellen. Dieselbe Art sitzt aber auch in der Bronchialmuskulatur - wird sie blockiert, können sich die Atemwege verengen und bei Menschen mit Asthma ein Pfeifen auslösen. Sogenannte selektive Betablocker wie Metoprolol und Bisoprolol zielen bevorzugt auf das Herz. Das heißt aber ausdrücklich nicht risikofrei: Die Selektivität ist relativ und nimmt mit steigender Dosis ab. Bei bekanntem Asthma wird deshalb sorgfältig abgewogen und niedrig dosiert begonnen.

Betablocker niemals eigenmächtig absetzen

Ein abruptes Absetzen kann Blutdruck und Herzfrequenz sprunghaft ansteigen lassen. Bemerkst du ein neues Pfeifen, notiere es mit Datum und sprich es in der Praxis an. Auch Augentropfen gegen den grünen Star können Betablocker enthalten - und werden bei der Frage „Nehmen Sie sonst noch etwas?" fast immer vergessen.

ASS und NSAR: die Trias, die kaum jemand kennt

Es gibt ein Krankheitsbild aus drei Bausteinen, das viel zu selten erkannt wird: Asthma, Nasenpolypen und eine Unverträglichkeit gegen ASS oder andere entzündungshemmende Schmerzmittel - im Alltag oft „Samter-Trias" oder ASS-Intoleranz genannt.

Das Besondere: Es ist keine klassische Allergie, sondern eine Stoffwechselreaktion. Die Wirkstoffe blockieren einen Enzymweg, wodurch der Körper vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe bildet - und die verengen die Bronchien. Betroffene reagieren deshalb meist auf die gesamte Wirkstoffgruppe: ASS ebenso wie Ibuprofen. Typisch sind laufende Nase, Niesreiz, Gesichtsrötung und pfeifende Atmung innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Einnahme. Wer verstopfte Nase, wiederkehrende Nasenpolypen und Asthma hat, sollte das ansprechen - die Diagnose verändert die Schmerzmittelwahl dauerhaft.

ACE-Hemmer: Husten ja, Pfeifen nein

Ein häufiges Missverständnis: Ramipril und andere ACE-Hemmer verursachen bei einem Teil der Anwender einen hartnäckigen trockenen Reizhusten - ohne Auswurf, ohne Fieber, oft erst Wochen bis Monate nach Therapiebeginn. Dieser Husten ist lästig, aber er ist kein Giemen. Wer deswegen ein Asthmaspray verschrieben bekommt, behandelt das falsche Problem. Umgekehrt lohnt es, die Ursache anzusprechen - es gibt Alternativen, und die Entscheidung trifft die behandelnde Praxis.

Inhalationstechnik: der häufigste Grund für „das Spray wirkt nicht"

Wenn Salbutamol, Budesonid oder Tiotropium nicht wirken wie erwartet, liegt das erstaunlich oft nicht am Wirkstoff, sondern an der Anwendung: Untersuchungen zeigen regelmäßig, dass ein erheblicher Teil der Anwender mindestens einen relevanten Fehler macht - und dann landet ein Großteil der Dosis im Mund statt in der Lunge. Häufig sind: nicht vorher ausgeatmet, zu hastig eingeatmet, Auslösen und Einatmen nicht synchronisiert, Luft nicht angehalten. Der Ratgeber Richtig inhalieren geht die Schritte je Gerätetyp durch.

Vier Dinge, die viel bringen

Lass dir die Technik einmal jährlich in Praxis oder Apotheke zeigen. Verwende eine Inhalierhilfe, wenn eine verordnet wurde. Spüle nach kortisonhaltigen Sprays den Mund aus. Und trage das Notfallspray tatsächlich bei dir. Neu aufgetretenes Pfeifen nach einem neuen Medikament gehört besprochen - aber nichts eigenmächtig absetzen.

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So beugst du pfeifender Atmung vor

  • Rauchstopp - der wirksamste Einzelschritt - bei COPD verlangsamt er den Verlust an Lungenfunktion, bei Asthma verbessert er die Kontrolle. Auch Passivrauch und E-Zigaretten zählen.
  • Auslöser kennen und reduzieren - Milbenschutz für die Matratze, Lüften nach Pollenflug statt währenddessen, Schal vor Mund und Nase bei Kälte.
  • Dauertherapie durchziehen, auch an guten Tagen - entzündungshemmende Sprays wirken vorbeugend. Sie abzusetzen, weil es gerade gut läuft, ist der häufigste Grund für den nächsten Rückfall.
  • Notfallspray immer dabei - Tasche, Rucksack, Sporttasche, und einmal im Quartal Verfallsdatum und Füllstand prüfen.
  • Bewegung statt Schonung, Peak-Flow im Blick - wer die eigenen Werte kennt, erkennt eine Verschlechterung früh.

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Häufige Fragen zu pfeifender Atmung

Giemen ist ein eher tiefes Pfeifen, das vor allem beim Ausatmen entsteht und aus den unteren Atemwegen kommt. Ein Stridor ist hoch und laut, tritt vor allem beim Einatmen auf und stammt aus Kehlkopf oder Luftröhre. Ein neu aufgetretener Stridor ist der dringlichere Befund, weil die Enge dort an einer einzigen Stelle sitzt.
Betablocker können die Bronchialmuskulatur verengen und bei Asthma ein Pfeifen auslösen; auch herzselektive Wirkstoffe sind nicht völlig risikofrei, vor allem in höherer Dosis. ACE-Hemmer verursachen dagegen eher einen trockenen Reizhusten ohne Giemen. Setz nichts eigenmächtig ab, sondern sprich den zeitlichen Zusammenhang in der Praxis an.
Das kann eine Unverträglichkeit gegen entzündungshemmende Schmerzmittel sein, die oft gemeinsam mit Asthma und Nasenpolypen als Trias auftritt. Es ist keine klassische Allergie, sondern eine Stoffwechselreaktion - deshalb ist meist die gesamte Wirkstoffgruppe betroffen. Der Verdacht gehört ärztlich abgeklärt, weil er die Schmerzmittelwahl dauerhaft verändert.
Der häufigste Grund ist eine fehlerhafte Inhalationstechnik, bei der ein großer Teil des Wirkstoffs im Mund statt in der Lunge landet. Weitere Gründe: ein leeres oder abgelaufenes Gerät, eine unbehandelte Grundentzündung oder eine echte Verschlechterung. Lass dir die Technik zeigen und melde dich in der Praxis, wenn das Notfallspray häufiger nötig wird.
Sofort handeln musst du bei plötzlichem Pfeifen aus voller Gesundheit, besonders nach einem Husten- oder Erstickungsanfall beim Spielen oder Essen - dann kommt ein eingeatmeter Fremdkörper infrage. Ebenso bei sichtbarem Einziehen zwischen den Rippen, blauen Lippen, Trinkverweigerung oder auffälliger Schläfrigkeit. Dann gilt der Notruf 112 oder die sofortige Vorstellung in einer Klinik.

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Quellen

  • Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Asthma und COPD. Abgerufen 2026.
  • gesund.bund.de: Atemnot, Asthma bronchiale und akute Bronchitis. Abgerufen 2026.
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma sowie Nationale VersorgungsLeitlinie COPD (BÄK, KBV, AWMF). Abgerufen 2026.
  • MSD Manual, Patientenausgabe: Giemen und Stridor. Abgerufen 2026.
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): Empfehlungen zu Diagnostik und Inhalationstherapie. Abgerufen 2026.
  • Fachinformationen der genannten Wirkstoffe. Abgerufen 2026.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbstbeobachtungen und Peak-Flow-Messungen sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei Atemnot in Ruhe, blauen Lippen, Sprechen nur in Einzelwörtern oder plötzlichem Pfeifen nach Insektenstich oder Medikamenteneinnahme wende dich bitte sofort an den Rettungsdienst.