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Sarah K., 34
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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 1. August 2026 · Lesezeit: ca. 8 Min.
| Ursache | Typisches Muster | Wann es auffällt | Erster Schritt |
|---|---|---|---|
| Asthma | Anfallsartig, dazwischen oft beschwerdefrei; Engegefühl in der Brust, trockener Reizhusten | Nachts und in den frühen Morgenstunden, nach Trigger wie Kälte, Sport, Pollen, Tierhaaren | Hausärztliche oder pneumologische Praxis, Lungenfunktionstest |
| COPD | Schleichend über Jahre zunehmend, dauerhaft; Belastbarkeit sinkt langsam | Morgens am stärksten, häufig mit Husten und zähem Sekret; fast immer Raucher oder Ex-Raucher | Spirometrie in der Praxis, Rauchstopp besprechen |
| Akute Bronchitis | Pfeifen zusammen mit Husten im Rahmen eines Infekts, meist über Tage bis wenige Wochen | Nach Erkältung oder grippalem Infekt, oft mit Halsschmerzen davor | Abwarten und beobachten; bei Luftnot oder Fieber ärztlich abklären |
| Herzschwäche | Pfeifen plus feuchte Rasselgeräusche, Luftnot im Liegen, nachts aufschrecken müssen | Nachts und im Liegen; dazu geschwollene Beine und Gewichtszunahme über Tage | Ärztliche Abklärung von Herz und Lunge, Gewicht dokumentieren |
| Allergie als Auslöser | Pfeifen zusammen mit Niesen, laufender Nase und juckenden Augen | Saisonal oder in bestimmten Räumen und bei bestimmten Tieren | Allergietestung, Auslöser meiden |
| Medikamenten-Nebenwirkung | Neu aufgetretenes Pfeifen in zeitlichem Zusammenhang mit einem neuen Präparat | Tage bis Wochen nach Therapiebeginn oder Dosisänderung | Medikamentenliste mitbringen, nichts eigenmächtig absetzen |
| Fremdkörper (Kinder) | Plötzliches Pfeifen aus voller Gesundheit, oft einseitig, nach Husten- oder Erstickungsanfall | Kleinkinder beim Spielen oder Essen | Notfall - sofort ärztliche Hilfe, bei Luftnot 112 |
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Das Pfeifen ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein akustischer Hinweis: Irgendwo zwischen Luftröhre und kleinen Bronchien ist der Weg für die Luft zu eng geworden. Was dahintersteckt, verrät oft schon das Muster.
Beim Asthma reagieren die Bronchien überempfindlich: Die Schleimhaut schwillt an, die Muskulatur verkrampft sich, dazu kommt zäher Schleim. Typisch ist der anfallsartige Verlauf - zwischen den Episoden fühlen sich viele völlig gesund.
Zwei Muster sind verräterisch. Die Tageszeit: Beschwerden häufen sich nachts und früh morgens. Und die Trigger: kalte Luft, Anstrengung, Pollen, Milben, Tierhaare, Rauch oder ein Infekt. Begleitend treten meist trockener Husten, ein Engegefühl in der Brust und Kurzatmigkeit auf. Es gibt auch eine Sonderform mit ausschließlich Husten - fehlendes Giemen schließt ein Asthma also nicht aus.
Die COPD entwickelt sich über Jahre: dauerhaft entzündete, verengte Atemwege. Anders als beim Asthma verschwindet das Pfeifen selten ganz. Typisch ist ein Mensch jenseits der 40, Raucher oder Ex-Raucher, der morgens hustet, zähes Sekret abhustet und beim Treppensteigen langsamer geworden ist - oft ohne es zu merken. Asthma und COPD können nebeneinander bestehen; die Unterscheidung trifft nicht das Ohr, sondern die Lungenfunktionsprüfung.
Bei einer akuten Bronchitis entzündet sich die Bronchialschleimhaut, meist durch Viren. Die Schwellung verengt die Atemwege vorübergehend - deshalb kann auch pfeifen, wer weder Asthma noch COPD hat. Charakteristisch ist der Zeitverlauf: erst Halskratzen und Schnupfen, dann Husten, dann über Tage bis Wochen ein Rasseln und Pfeifen, das allmählich verschwindet - die Abgrenzung zu Grippe und Corona ordnet der Ratgeber Erkältung, Grippe oder Corona ein. Bleibt das Pfeifen länger als drei bis vier Wochen, ist an ein unerkanntes Asthma zu denken.
Wenn das Herz nicht mehr ausreichend weiterpumpt, staut sich Flüssigkeit in die Lunge zurück, die Schleimhaut der kleinen Atemwege schwillt an - und es pfeift. Früher hieß das „Asthma cardiale": Es klingt wie Asthma, hat aber eine andere Ursache. Bei der Herzinsuffizienz stehen allerdings meist feuchte Rasselgeräusche im Vordergrund, nicht das trockene Giemen. Dazu kommen Zeichen, die beim Asthma fehlen: Luftnot im Liegen, nächtliches Aufschrecken und Wassereinlagerungen in den Unterschenkeln, die abends am stärksten sind. Mehrere Kilogramm Gewichtszunahme in wenigen Tagen sind eingelagertes Wasser.
Eine allergische Rhinitis - im Alltag Heuschnupfen - ist häufig Vorbote und Begleiter eines allergischen Asthmas: Was die Nase reizt, reizt oft auch die Bronchien. Tritt dein Pfeifen saisonal auf oder zusammen mit juckenden Augen und Niesattacken, gehört eine Allergietestung zur Abklärung.
Bei Kleinkindern ist ein plötzliches, oft einseitiges Pfeifen aus voller Gesundheit - besonders nach einem Husten- oder Erstickungsanfall beim Spielen oder Essen - bis zum Beweis des Gegenteils ein eingeatmeter Fremdkörper. Das ist ein Notfall, auch wenn sich das Kind zwischenzeitlich beruhigt hat. Bei Erwachsenen können sich außerdem die Stimmbänder beim Einatmen paradox verschließen: ein hohes Geräusch, das mit Asthma verwechselt wird, aber auf Asthmasprays nicht anspricht.
Wenn du dir aus diesem Beitrag nur einen Punkt merkst, dann diesen: Zwei Atemgeräusche klingen für Laien ähnlich, bedeuten aber sehr Unterschiedliches.
| Merkmal | Giemen | Stridor |
|---|---|---|
| Wann hörbar | Vor allem beim Ausatmen | Vor allem beim Einatmen |
| Klang | Eher tief, pfeifend oder brummend | Hoch, scharf, laut, über dem Hals |
| Ort der Enge | Untere Atemwege: Bronchien | Kehlkopf, Luftröhre |
| Typische Ursachen | Asthma, COPD, Bronchitis, Herzschwäche | Krupp, Fremdkörper, Angioödem |
| Dringlichkeit | Oft planbar abklärbar | Deutlich dringlicher |
Warum das im Notfall zählt
Beim Giemen ist die Luft in vielen kleinen Röhren gebremst - unangenehm, aber es gibt Umgehungen. Beim Stridor sitzt die Enge an einer einzigen Stelle, durch die alles hindurch muss; verengt sie sich weiter, bleibt keine Reserve. Ein neu aufgetretener Stridor - besonders bei Kindern oder gemeinsam mit einer Schwellung von Lippen und Zunge - gehört deshalb sofort ärztlich beurteilt.Diese Beobachtungen ersetzen keine Diagnose. Sie helfen dir aber, das Gespräch in der Praxis präziser zu machen.
Sofort 112 wählen
Bei Atemnot in Ruhe, blauen Lippen oder wenn Sprechen nur noch in Einzelwörtern möglich ist, ruf den Rettungsdienst. Das gilt besonders, wenn das Pfeifen plötzlich nach einem Insektenstich oder einem neuen Medikament auftritt und Lippen, Zunge oder Gesicht anschwellen - das kann eine Anaphylaxie sein, die sich innerhalb von Minuten verschlechtert. Wenn ein Notfallset verordnet ist, setz es ein und ruf trotzdem an.Es wird in der Regel stufenweise vorgegangen - erst einordnen, dann messen, dann gezielt behandeln. Die Therapieentscheidung liegt immer bei der behandelnden Praxis.
Manche Wirkstoffe verengen die Bronchien direkt, andere lösen eine Reaktion aus - und wieder andere wirken nicht, weil sie nicht dort ankommen, wo sie sollen.
Betablocker blockieren bestimmte Andockstellen. Dieselbe Art sitzt aber auch in der Bronchialmuskulatur - wird sie blockiert, können sich die Atemwege verengen und bei Menschen mit Asthma ein Pfeifen auslösen. Sogenannte selektive Betablocker wie Metoprolol und Bisoprolol zielen bevorzugt auf das Herz. Das heißt aber ausdrücklich nicht risikofrei: Die Selektivität ist relativ und nimmt mit steigender Dosis ab. Bei bekanntem Asthma wird deshalb sorgfältig abgewogen und niedrig dosiert begonnen.
Betablocker niemals eigenmächtig absetzen
Ein abruptes Absetzen kann Blutdruck und Herzfrequenz sprunghaft ansteigen lassen. Bemerkst du ein neues Pfeifen, notiere es mit Datum und sprich es in der Praxis an. Auch Augentropfen gegen den grünen Star können Betablocker enthalten - und werden bei der Frage „Nehmen Sie sonst noch etwas?" fast immer vergessen.Es gibt ein Krankheitsbild aus drei Bausteinen, das viel zu selten erkannt wird: Asthma, Nasenpolypen und eine Unverträglichkeit gegen ASS oder andere entzündungshemmende Schmerzmittel - im Alltag oft „Samter-Trias" oder ASS-Intoleranz genannt.
Das Besondere: Es ist keine klassische Allergie, sondern eine Stoffwechselreaktion. Die Wirkstoffe blockieren einen Enzymweg, wodurch der Körper vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe bildet - und die verengen die Bronchien. Betroffene reagieren deshalb meist auf die gesamte Wirkstoffgruppe: ASS ebenso wie Ibuprofen. Typisch sind laufende Nase, Niesreiz, Gesichtsrötung und pfeifende Atmung innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Einnahme. Wer verstopfte Nase, wiederkehrende Nasenpolypen und Asthma hat, sollte das ansprechen - die Diagnose verändert die Schmerzmittelwahl dauerhaft.
Ein häufiges Missverständnis: Ramipril und andere ACE-Hemmer verursachen bei einem Teil der Anwender einen hartnäckigen trockenen Reizhusten - ohne Auswurf, ohne Fieber, oft erst Wochen bis Monate nach Therapiebeginn. Dieser Husten ist lästig, aber er ist kein Giemen. Wer deswegen ein Asthmaspray verschrieben bekommt, behandelt das falsche Problem. Umgekehrt lohnt es, die Ursache anzusprechen - es gibt Alternativen, und die Entscheidung trifft die behandelnde Praxis.
Wenn Salbutamol, Budesonid oder Tiotropium nicht wirken wie erwartet, liegt das erstaunlich oft nicht am Wirkstoff, sondern an der Anwendung: Untersuchungen zeigen regelmäßig, dass ein erheblicher Teil der Anwender mindestens einen relevanten Fehler macht - und dann landet ein Großteil der Dosis im Mund statt in der Lunge. Häufig sind: nicht vorher ausgeatmet, zu hastig eingeatmet, Auslösen und Einatmen nicht synchronisiert, Luft nicht angehalten. Der Ratgeber Richtig inhalieren geht die Schritte je Gerätetyp durch.
Vier Dinge, die viel bringen
Lass dir die Technik einmal jährlich in Praxis oder Apotheke zeigen. Verwende eine Inhalierhilfe, wenn eine verordnet wurde. Spüle nach kortisonhaltigen Sprays den Mund aus. Und trage das Notfallspray tatsächlich bei dir. Neu aufgetretenes Pfeifen nach einem neuen Medikament gehört besprochen - aber nichts eigenmächtig absetzen.Ein digitaler Medikationsplan zeigt zeitliche Zusammenhänge, an die sich niemand erinnert.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbstbeobachtungen und Peak-Flow-Messungen sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei Atemnot in Ruhe, blauen Lippen, Sprechen nur in Einzelwörtern oder plötzlichem Pfeifen nach Insektenstich oder Medikamenteneinnahme wende dich bitte sofort an den Rettungsdienst.