X
Über 60.000 Patienten vertrauen brite
4.6 Sterne
Deine Gesundheit endlich verständlich mit brite
1
E-Mail eingeben, fertig. Kein Abo, keine Kreditkarte.
2
Suchen, antippen, fertig. Über 3.400 Medikamente.
3
Check, Erinnerung, Überblick gewinnen.
Sarah K., 34
Endlich verstehe ich meine Therapie. Die App erinnert mich, beantwortet meine Fragen - und ich fühle mich nicht mehr alleine damit.
Allopurinol ist das Standardmedikament zur Dauerbehandlung der Gicht – und gleichzeitig das mit den meisten Anwendungsfehlern. Etwa 1–2 % der deutschen Erwachsenen leiden an Gicht, in höheren Altersgruppen deutlich mehr. Wer mitten im akuten Anfall damit beginnt, kann den Anfall sogar verschlimmern – Allopurinol wirkt vorbeugend, nicht akut.
.gif)
Allopurinol wird NICHT im akuten Gichtanfall neu begonnen. Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom) sind selten, aber lebensbedrohlich — Warnzeichen ernst nehmen. Stand: Mai 2026.
Allopurinol ist seit Jahrzehnten das Standardmedikament zur Dauerbehandlung der Gicht und einer der am besten erforschten Harnsäuresenker überhaupt. Im Folgenden die wichtigsten Eckdaten zur schnellen Orientierung — die einzelnen Punkte werden in den folgenden Kapiteln ausführlich erklärt.
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Wirkstoff | Allopurinol |
| Handelsnamen | Zyloric, zahlreiche Generika |
| ATC-Code | M04AA01 |
| Wirkstoffklasse | Harnsäuresenker (Urikostatikum) / Xanthinoxidase-Hemmer |
| Wirkmechanismus | Hemmung der Xanthinoxidase → reduzierte Harnsäureproduktion |
| Aktiver Metabolit | Oxypurinol (lange Halbwertszeit → einmal tägliche Einnahme) |
| Darreichungsform | Tabletten (100 mg, 300 mg) |
| Üblicher Beginn | 100 mg/Tag, langsam steigern („start low, go slow") |
| Erhaltungsdosis | individuell, oft 300 mg/Tag — nach Harnsäure-Zielwert |
| Maximaldosis | bis 800–900 mg/Tag in Ausnahmefällen |
| Harnsäure-Zielwert | üblicherweise < 6 mg/dl, bei Tophi noch tiefer |
| Rezeptpflicht | Ja |
| Wichtigster Hinweis | NICHT im akuten Gichtanfall neu beginnen! |
Allopurinol ist das Standardmedikament zur Dauerbehandlung der Gicht — der häufigsten entzündlichen Gelenkerkrankung. Es senkt den Harnsäurespiegel im Blut und beugt dadurch Gichtanfällen und Folgeschäden vor. Bekannt ist es unter dem Handelsnamen Zyloric, es gibt aber zahlreiche Generika. Allopurinol wird seit Jahrzehnten eingesetzt und ist gut erforscht.
Das Wichtigste zum Verständnis von Allopurinol: Es ist ein vorbeugendes Dauermedikament, kein Mittel gegen akute Schmerzen. Es behandelt nicht den akuten Gichtanfall, sondern senkt langfristig die Harnsäure, damit Anfälle gar nicht erst entstehen. Diese Unterscheidung ist zentral — und ihre Missachtung ist einer der häufigsten Fehler im Umgang mit Allopurinol.
Bei richtiger Anwendung kann Allopurinol die Gicht sehr gut kontrollieren, Anfälle verhindern und sogar bestehende Harnsäureablagerungen (Gichtknoten) auflösen. Damit das gelingt, sind einige Besonderheiten zu beachten — vor allem die langsame Aufdosierung, der richtige Startzeitpunkt und die begleitende Anfallsprophylaxe zu Beginn.
Allopurinol hemmt das Enzym Xanthinoxidase. Dieses Enzym ist der letzte Schritt bei der Bildung von Harnsäure — es wandelt die Vorstufen Hypoxanthin und Xanthin in Harnsäure um. Durch die Hemmung sinkt die Harnsäureproduktion, und der Harnsäurespiegel im Blut fällt.
Allopurinol wird im Körper selbst zu Oxypurinol umgewandelt — dem eigentlichen Hauptwirkstoff, der ebenfalls die Xanthinoxidase hemmt und eine lange Wirkdauer hat. Das erklärt, warum die einmal tägliche Einnahme ausreicht. Durch die anhaltend niedrigere Harnsäure können sich keine neuen Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern — und bestehende Ablagerungen lösen sich allmählich auf.
Allopurinol wird gut resorbiert und überwiegend zu Oxypurinol verstoffwechselt, das über die Nieren ausgeschieden wird. Deshalb ist bei eingeschränkter Nierenfunktion eine Dosisanpassung wichtig (eigenes Kapitel). Der harnsäuresenkende Effekt setzt innerhalb von Tagen ein, die volle Wirkung auf die Gicht (Auflösung von Ablagerungen, Anfallsfreiheit) braucht aber Monate.
Um Allopurinol zu verstehen, hilft ein Blick auf die Erkrankung. Gicht entsteht durch einen dauerhaft erhöhten Harnsäurespiegel (Hyperurikämie). Harnsäure ist ein Abbauprodukt von Purinen — Bausteinen, die der Körper selbst bildet und die auch in der Nahrung vorkommen.
Ist die Harnsäure dauerhaft zu hoch, kann sie nicht mehr vollständig gelöst bleiben und bildet scharfkantige Kristalle, die sich vor allem in Gelenken ablagern — klassisch im Großzehengrundgelenk. Diese Kristalle lösen heftige Entzündungen aus: den akuten Gichtanfall mit starken Schmerzen, Rötung, Schwellung und Überwärmung. Über Jahre können sich größere Ablagerungen (Tophi) und Gelenkschäden bilden, und auch die Nieren können Schaden nehmen (Harnsäuresteine, Nierenschädigung).
Hier setzt Allopurinol an: Indem es die Harnsäure dauerhaft unter einen kritischen Schwellenwert senkt, verhindert es die Kristallbildung — und vorhandene Kristalle lösen sich langsam wieder auf. Das ist eine ursächliche Dauertherapie, im Gegensatz zur reinen Behandlung des akuten Anfalls (mit entzündungshemmenden Mitteln).
Das ist einer der häufigsten und folgenreichsten Fehler im Umgang mit Allopurinol. Der Grund: Jede schnelle Veränderung des Harnsäurespiegels — ob nach oben oder unten — kann Kristalle „in Bewegung bringen" und einen Anfall auslösen oder verstärken. Senkt man die Harnsäure mitten im akuten Anfall, gießt man also Öl ins Feuer.
Ein zunächst verwirrendes, aber wichtiges Phänomen: In den ersten Wochen bis Monaten der Allopurinol-Therapie kann es paradoxerweise zu vermehrten Gichtanfällen kommen — obwohl die Harnsäure sinkt und das Medikament eigentlich wirkt.
Der Grund: Wenn die Harnsäure sinkt, werden vorhandene Kristallablagerungen mobilisiert und teilweise aufgelöst — dieser Umbauprozess kann Entzündungen und damit Anfälle auslösen. Das ist kein Zeichen, dass die Therapie nicht wirkt — im Gegenteil, es zeigt, dass die Kristalle in Bewegung kommen. Aber es ist für Patienten frustrierend und ein häufiger Grund, die Therapie vorzeitig abzubrechen.
Um diese anfängliche Anfallshäufung zu vermeiden, wird zu Beginn der Allopurinol-Therapie oft begleitend ein entzündungshemmendes Mittel zur Vorbeugung gegeben — meist niedrig dosiertes Colchicin oder ein NSAR, über die ersten Monate. Diese Anfallsprophylaxe ist ein wichtiger Standard und macht den Therapiestart deutlich angenehmer.
Die Dosierung von Allopurinol folgt dem Prinzip „start low, go slow" und orientiert sich an einem Harnsäure-Zielwert — nicht an einer festen Standarddosis.
| Situation | Dosis | Hinweis |
|---|---|---|
| Einschleichender Beginn | 100 mg/Tag | Bei eingeschränkter Niere noch niedriger |
| Aufdosierung | Steigerung um 100 mg | Alle 2–4 Wochen, nach Harnsäurewert |
| Erhaltungsdosis (üblich) | 300 mg/Tag | Individuell, oft mehr oder weniger |
| Maximaldosis | bis 800–900 mg/Tag | Nur in besonderen Fällen, meist deutlich weniger nötig |
| Harnsäure-Zielwert | < 6 mg/dl | Bei Tophi noch tiefer (< 5 mg/dl) |
| Eingeschränkte Nierenfunktion | Anpassung an eGFR | Niedriger Beginn, engmaschigere Kontrolle |
Wichtig zu verstehen: Allopurinol ist meist eine Dauertherapie über Jahre oder lebenslang. Wird es abgesetzt, steigt die Harnsäure wieder, und die Gicht kehrt zurück.
Allopurinol hat mehrere Anwendungsgebiete, die alle mit einer übermäßigen Harnsäureproduktion zusammenhängen:
| Indikation | Details |
|---|---|
| Gicht (chronische Hyperurikämie) | Hauptindikation — Dauertherapie zur Anfallsvorbeugung und Auflösung von Ablagerungen |
| Wiederholte Gichtanfälle | Wenn Anfälle häufiger auftreten oder Tophi/Gelenkschäden vorliegen |
| Harnsäuresteine der Niere | Zur Vorbeugung bei harnsäurebedingten Nierensteinen |
| Tumorlyse-Syndrom | Vorbeugung in der Krebstherapie, wenn beim Zerfall vieler Zellen viel Harnsäure anfällt |
| Seltene Enzymdefekte | Bestimmte angeborene Störungen des Purinstoffwechsels |
Nicht jede erhöhte Harnsäure ohne Beschwerden muss behandelt werden — die Indikation für eine Dauertherapie stellt der Arzt anhand von Anfällen, Harnsäurehöhe, Ablagerungen und Begleiterkrankungen. Mehr unter Gicht.
Allopurinol ist insgesamt gut verträglich. Die meisten Nebenwirkungen sind mild und treten vor allem in der Aufdosierungsphase auf:
| Nebenwirkung | Beschreibung |
|---|---|
| Hautausschlag | Häufigste Nebenwirkung — meist harmlos, aber IMMER ernst nehmen (siehe nächstes Kapitel) |
| Vermehrte Gichtanfälle zu Beginn | Paradoxes Anfangsphänomen — Kristalle werden mobilisiert |
| Magen-Darm-Beschwerden | Übelkeit, Durchfall |
| Kopfschmerzen | Meist mild und vorübergehend |
| Leberwerterhöhungen | Meist mild — werden im Verlauf kontrolliert |
| Müdigkeit | In Einzelfällen |
Bei jedem Hautausschlag unter Allopurinol sollte ärztlich abgeklärt werden, ob es sich um eine harmlose oder eine beginnende schwere Reaktion handelt — denn Allopurinol gehört zu den Medikamenten mit einem seltenen, aber ernsten Hautreaktionsrisiko.
Ein wichtiges Sicherheitsthema. Allopurinol kann in seltenen Fällen schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen — darunter das Allopurinol-Hypersensitivitätssyndrom (auch DRESS-Syndrom) und sehr seltene, aber lebensbedrohliche Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und die toxische epidermale Nekrolyse (TEN).
Diese Reaktionen treten meist in den ersten Wochen bis Monaten der Therapie auf. Warnzeichen, bei denen sofort gehandelt werden muss:
Ein bestimmtes genetisches Merkmal (HLA-B*5801) erhöht das Risiko deutlich — es ist in manchen Bevölkerungsgruppen (vor allem bestimmten asiatischen Ethnien) häufiger, weshalb dort teils ein Gentest vor Therapiebeginn empfohlen wird. Auch eine eingeschränkte Nierenfunktion und ein zu schneller Therapiebeginn erhöhen das Risiko — ein weiterer Grund für die langsame Aufdosierung. Insgesamt sind diese schweren Reaktionen selten, aber die Aufklärung über Warnzeichen ist wichtig.
Allopurinol hat einige klinisch wichtige Wechselwirkungen — besonders kritisch ist die Kombination mit Azathioprin/6-Mercaptopurin. Prüfe alle Kombinationen rechtzeitig.
| Medikament | Wechselwirkung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Azathioprin / 6-Mercaptopurin | SEHR GEFÄHRLICH — Allopurinol hemmt deren Abbau → schwere Knochenmarksschädigung möglich | Nur mit drastischer Dosisreduktion und engmaschiger Kontrolle; oft kontraindiziert |
| Ampicillin / Amoxicillin | Erhöhtes Risiko für Hautausschläge | Bei jedem Ausschlag ärztlich abklären |
| Marcumar (Phenprocoumon) | Mögliche Wirkungsverstärkung des Blutverdünners | INR-Kontrollen — engmaschiger zu Beginn |
| ACE-Hemmer | Mögliche erhöhte Überempfindlichkeitsreaktionen | Auf Hautreaktionen achten |
| Diuretika (Wassertabletten) | Können die Harnsäure erhöhen → Therapie erschweren | Bei Bedarf Diuretika-Wahl überdenken |
| Theophyllin | Mögliche Spiegelerhöhung | Theophyllin-Spiegel kontrollieren |
| Ciclosporin | Mögliche Spiegelveränderung | Ärztliche Steuerung nötig |
Die Kombination mit Azathioprin/6-Mercaptopurin ist besonders kritisch und muss immer ärztlich gesteuert werden. Vor jeder neuen Medikation ärztliche/pharmazeutische Rücksprache. Mehr unter Wechselwirkungen von Medikamenten und Medikamente richtig einnehmen.
Beim Thema Alkohol ist bei Gicht und Allopurinol einiges zu beachten — weniger wegen einer direkten Wechselwirkung, sondern weil Alkohol die Gicht selbst verschlechtert:
Praktische Empfehlung: Bei Gicht sollte Alkohol — vor allem Bier — deutlich reduziert oder gemieden werden. Das unterstützt die Wirkung von Allopurinol und reduziert das Anfallsrisiko. Allopurinol „erlaubt" nicht den unbegrenzten Alkoholkonsum — der Lebensstil bleibt ein wichtiger Teil der Gichtbehandlung.
Allopurinol wirkt am besten zusammen mit einem gichtgünstigen Lebensstil. Auch wenn die Ernährung die Harnsäure weniger stark senkt als das Medikament, unterstützt sie die Therapie und reduziert das Anfallsrisiko.
| Lebensstil-Faktor | Empfehlung |
|---|---|
| Purinreiche Lebensmittel | Reduzieren: Innereien, bestimmte Fleischsorten, Sardinen, Hering, Makrele, Meeresfrüchte |
| Alkohol (vor allem Bier) | Deutlich reduzieren oder meiden |
| Fruktose / zuckerhaltige Getränke | Meiden — Fruchtzucker erhöht die Harnsäure (Softdrinks, Säfte) |
| Flüssigkeitszufuhr | Viel trinken (Wasser) — unterstützt die Harnsäureausscheidung |
| Gewicht bei Übergewicht | Langsame Reduktion — keine extremen Fastenkuren (können paradox Anfälle auslösen) |
| Fettarme Milchprodukte | Wirken eher günstig |
| Pflanzliche Kost | Tendenziell günstig |
| Kaffee | Scheint sich eher günstig auf die Harnsäure auszuwirken |
Wichtig: Bei gut eingestellter Allopurinol-Therapie muss die Ernährung nicht extrem streng sein — das Medikament übernimmt die Hauptarbeit. Aber ein bewusster Lebensstil unterstützt die Behandlung und ist auch für die oft begleitenden Erkrankungen (Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes) wertvoll.
Ein besonders wichtiger Punkt, weil Gicht und Nierenschwäche häufig zusammen auftreten und sich gegenseitig beeinflussen. Da das wirksame Oxypurinol über die Nieren ausgeschieden wird, kann es bei Niereninsuffizienz akkumulieren — was das Nebenwirkungsrisiko (vor allem schwere Hautreaktionen) erhöht:
Trotz der Vorsicht ist Allopurinol auch bei Nierenschwäche meist einsetzbar — mit angepasster Dosierung und Überwachung. Die genaue Steuerung gehört in ärztliche Hände. Bei harnsäurebedingten Nierensteinen ist Allopurinol oft Teil der Vorbeugung.
Bei folgenden Anzeichen sollte ärztliche Hilfe gesucht werden:
Die wichtigsten Verhaltensregeln für eine erfolgreiche Allopurinol-Therapie:
| Beobachtung | Häufigkeit | Typischer Kommentar |
|---|---|---|
| Im akuten Anfall begonnen | Häufig | „Mein Arzt hat im Anfall mit Allopurinol angefangen — der Anfall ist schlimmer geworden." |
| Bei Anfällen zu Beginn abgesetzt | Häufig | „Ich hatte plötzlich mehr Anfälle und habe das Medikament aus Frust abgesetzt." |
| Keine Anfallsprophylaxe verordnet | Häufig | „Niemand hat mir gesagt, dass ich am Anfang noch Colchicin nehmen soll." |
| Hautausschlag nicht ernst genommen | Gelegentlich | „Der Ausschlag war zuerst klein — die App hat gewarnt, dass das gefährlich werden kann." |
| Azathioprin-Kombination übersehen | Selten, aber kritisch | „Mein Rheumatologe wusste nicht, dass ich auch Azathioprin nehme." |
| Eigenmächtig abgesetzt nach Anfallsfreiheit | Häufig | „Ich hatte ein Jahr keinen Anfall — also habe ich aufgehört. Drei Monate später kam alles zurück." |
Allopurinol Wirkung wann — wann setzt der Effekt ein? Der harnsäuresenkende Effekt setzt innerhalb von wenigen Tagen ein — die Harnsäure im Blut fällt also relativ schnell. Die volle Wirkung auf die Gicht (Anfallsfreiheit, Auflösung von Tophi) braucht aber deutlich länger: meist 6 bis 12 Monate, bei ausgeprägten Ablagerungen auch mehrere Jahre. In dieser Anfangszeit kann es paradoxerweise sogar zu mehr Anfällen kommen, weil sich Kristalle lösen. Geduld und konsequente Einnahme sind entscheidend.
Allopurinol Dosis steigern — wie geht das richtig? Nach dem Prinzip „start low, go slow": Beginn meist mit 100 mg täglich, dann alle 2–4 Wochen um 100 mg steigern, abhängig vom Harnsäurewert und der Verträglichkeit. Ziel ist eine Harnsäure unter 6 mg/dl, bei ausgeprägten Tophi noch tiefer (unter 5 mg/dl). Die Erhaltungsdosis liegt häufig bei 300 mg/Tag, kann aber individuell deutlich abweichen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion noch langsamer und mit niedrigerer Enddosis. Die genaue Aufdosierung steuert der Arzt anhand der Laborwerte.
Allopurinol Nebenwirkungen Hautausschlag — wie gefährlich ist das? Die meisten Hautausschläge unter Allopurinol sind harmlos. Aber: Allopurinol gehört zu den Medikamenten, die in seltenen Fällen schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom oder die toxische epidermale Nekrolyse (TEN) auslösen können — beide sind lebensbedrohlich. Alarmzeichen sind ausgedehnter Ausschlag mit Blasen, Beteiligung der Schleimhäute (Mund, Augen), Hautablösung, Fieber und Krankheitsgefühl. Bei diesen Zeichen: Allopurinol sofort absetzen und umgehend ärztliche Hilfe suchen. Im Zweifel jeden Ausschlag ärztlich abklären lassen — lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
Allopurinol absetzen — geht das überhaupt? Meist nein. Allopurinol ist in der Regel eine Dauertherapie über Jahre oder lebenslang. Wird es abgesetzt, steigt die Harnsäure wieder, und die Gicht kehrt zurück — oft schon innerhalb weniger Monate. Auch nach jahrelanger Anfallsfreiheit gilt: nicht eigenmächtig absetzen. Eine Therapiepause oder das Absetzen sollte nur in Absprache mit dem Arzt erwogen werden, wenn besondere Gründe vorliegen — und auch dann mit engmaschigen Harnsäure-Kontrollen.
Allopurinol und Bier — was muss ich beachten? Bier ist bei Gicht das ungünstigste alkoholische Getränk: Es ist purinreich (auch alkoholfreies Bier!) und der Alkohol hemmt zusätzlich die Harnsäureausscheidung. Wer regelmäßig Bier trinkt, untergräbt die Wirkung von Allopurinol und riskiert Gichtanfälle — auch unter laufender Therapie. Empfehlung: Bier deutlich reduzieren oder ganz weglassen, andere alkoholische Getränke (vor allem hochprozentige) ebenfalls einschränken. Wein in moderaten Mengen ist etwas weniger ungünstig, aber auch nicht unbedenklich.