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Sarah K., 34
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Ein Pfeifen, Klingen, Rauschen oder Pochen im Ohr – ohne dass jemand dieses Geräusch erzeugt. Ohrgeräusche (medizinisch Tinnitus aurium) erlebt fast jede Person im Laufe des Lebens kurzzeitig, meist nach einem lauten Konzert oder bei Stress. Bei den meisten verschwinden sie wieder. Bleiben sie länger, können sie zur erheblichen Belastung werden. Hier erfährst du, welche Ursachen typisch sind, wann es ein Notfall ist (Hörsturz!), und was wirklich hilft – sowie welche Mittel laut Leitlinien nicht empfohlen werden.
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Plötzliche einseitige Hörminderung mit Ohrgeräusch oder pulsierender Tinnitus? Zeitnah HNO-ärztlich abklären lassen!
Ohrgeräusche (Tinnitus aurium) sind Geräusche, die ohne äußere Schallquelle im Ohr oder Kopf wahrgenommen werden. Sie können sich als Pfeifen, Klingen, Rauschen, Summen, Zischen oder pulsierendes Pochen äußern. Praktisch jede Person erlebt im Laufe des Lebens kurzzeitig Ohrgeräusche – in der Regel sind sie harmlos und vorübergehend.
Bleiben die Ohrgeräusche länger bestehen, können sie zu erheblicher Belastung führen: Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmung. Etwa zehn bis 15 Prozent der Erwachsenen sind im Laufe des Lebens betroffen, ein Teil davon dauerhaft. Die ausführliche Darstellung des chronischen Tinnitus mit allen Therapieoptionen findest du auf der Seite Tinnitus.
Lärmexposition: Konzerte, laute Arbeitsplätze, Schießstand, Kopfhörer bei hoher Lautstärke – die häufigste vermeidbare Ursache.
Schwerhörigkeit: Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis), Lärmschwerhörigkeit – fast immer mit Tinnitus assoziiert.
Hörsturz: Plötzliche, in der Regel einseitige Hörminderung, oft mit Tinnitus und manchmal Drehschwindel.
Ohrenschmalzpfropf, akute Mittelohrentzündung, Tubenfunktionsstörung: Häufige, gut behandelbare Ursachen.
Stress, Schlafmangel, psychische Belastung: Können Tinnitus akut auslösen oder verstärken.
Kiefergelenksstörungen (CMD), HWS-Beschwerden: Können Tinnitus begünstigen.
Akustikusneurinom: Gutartiger Tumor des Hör- und Gleichgewichtsnervs, typisch einseitig – deshalb wird bei einseitigem Tinnitus ein MRT empfohlen.
Morbus Menière: Trias aus Drehschwindel, Hörminderung und Tinnitus.
Otosklerose: Erkrankung der Gehörknöchelchen mit Hörverlust und Tinnitus.
Pulsierender Tinnitus: Gefäßanomalien, Karotisstenose, hoher Blutdruck, Schilddrüsenüberfunktion oder Anämie können einen pulsierenden Tinnitus verursachen.
Die Dauer der Ohrgeräusche ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal – sie bestimmt, welche Diagnostik und welche Therapie sinnvoll sind.
| Merkmal | Akuter Tinnitus | Chronischer Tinnitus |
|---|---|---|
| Dauer | Bis zu 3 Monate (subakut bis 12 Monate) | Länger als 3 Monate |
| Häufige Auslöser | Lärm, Stress, Erkältung, Hörsturz, Ohrenschmalz | Schwerhörigkeit, Lärmschäden, persistierend nach akutem Ereignis |
| Verlauf | Klingt bei vielen von selbst ab | Bleibt – Therapieziel: bessere Bewältigung |
| Therapie-Schwerpunkt | Ggf. Glukokortikoide bei Hörsturz, Ursache behandeln | Counselling, KVT, Hörgeräte bei Hörverlust |
Auch wichtig: Kompensiert vs. dekompensiert. Manche Betroffene können die Ohrgeräusche gut ausblenden (kompensiert), andere leiden erheblich darunter mit Schlafstörungen, Angst und Depression (dekompensiert) – die Komorbidität wesentlich beeinflusst den Verlauf und sollte gezielt mitbehandelt werden.
Akuter Tinnitus / Hörsturz: In der Regel Versuch mit Glukokortikoiden (systemisch oder intratympanal). Die Empfehlung dazu wird in den HNO-Leitlinien individuell ausgesprochen – die Praxis entscheidet im Einzelfall.
Ohrenschmalzpfropf, Mittelohrentzündung: Ursache gezielt behandeln – Tinnitus klingt oft mit ab.
Chronischer Tinnitus: Counselling (strukturierte Beratung), kognitive Verhaltenstherapie (KVT), Hörgeräteversorgung bei begleitendem Hörverlust, Tinnitus-Selbsthilfegruppen. KVT reduziert nicht das Geräusch selbst, aber die Belastung dadurch.
Begleiterkrankungen behandeln: Schlafstörungen, Depression und Angststörungen verstärken die Tinnitusbelastung erheblich.
Die wichtigste Prävention ist Lärmschutz: Gehörschutz bei lauter Arbeit, Konzerten, Heimwerken; Kopfhörer-Lautstärke moderat halten. Suche keine absolute Stille – sie verstärkt den Tinnitus. Hintergrundgeräusche (leise Musik, Naturgeräusche, weißes Rauschen) helfen vielen Betroffenen, besser einzuschlafen. Ausreichend Schlaf, Bewegung und Entspannungsverfahren reduzieren die Tinnituswahrnehmung. Selbsthilfegruppen und strukturierte Tinnitus-Apps unterstützen das Leben mit dem Geräusch.
Manche Medikamente sind ototoxisch und können Tinnitus oder Hörminderung auslösen oder verstärken. Wichtig zu wissen: Für den Tinnitus selbst gibt es kaum etablierte medikamentöse Therapien – Ginkgo, Betahistin & Co. werden nicht empfohlen (siehe oben). Im Fokus stehen also die verursachenden Wirkstoffe:
| Medikament | Wirkung auf Tinnitus / Gehör |
|---|---|
| Aminoglykoside (Gentamicin, Tobramycin) | Ototoxisch – Tinnitus und Hörverlust, oft irreversibel. Strenge Indikationsstellung |
| Schleifendiuretika in hoher Dosis (Furosemid) | Tinnitus und Hörminderung, meist reversibel nach Dosisreduktion |
| Cisplatin (Chemotherapie) | Stark ototoxisch – Audiometrie-Kontrollen während der Therapie |
| NSAR und ASS in hoher Dosis | Tinnitus reversibel nach Absetzen – klassisches Salicylat-Phänomen |
Auch einige Antibiotika (z. B. Erythromycin in hoher Dosis) und Antimalariamittel (Chinin) können Tinnitus auslösen. Bei Verdacht auf eine medikamentös bedingte Ursache niemals eigenmächtig absetzen – mit der Praxis sprechen.
Digitaler Medikationsplan: Erfasse alle Präparate – HNO, Hausarzt, Neurologie und Onkologie sehen sofort, welche Wirkstoffe ototoxisch sein können. → Medikationsplan erstellen
Wechselwirkungs-Check: Welche Medikamente können Tinnitus verstärken? → Wechselwirkungs-Check starten
Einnahme-Erinnerung: Kortikosteroide bei Hörsturz, Antidepressiva bei Komorbidität oder andere Medikamente pünktlich einnehmen. → Erinnerung einrichten
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brite hilft dir, Therapie und Medikation zuverlässig zu organisieren – damit ototoxische Wirkstoffe rechtzeitig erkannt werden und Therapien wie Kortikosteroide oder KVT-Begleitmedikation konsequent zur Anwendung kommen.